Museumsdirektor Eike Schmidt sagt in Wien ab
Eike Schmidt sollte eigentlich am 1. November 2019 mit einem Fünfjahresvertrag Direktor des Kunsthistorischen Museum (KHM) in Wien werden. Er will aber nun doch Leiter der Uffizien in Florenz bleiben und sagte in Wien kurzfristig ab. Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg, Mitglied der „Experten-Regierung“ für die Übergangszeit bis zur Vereidigung eines neuen Kabinetts mit dem designierten Bundeskanzler Sebastian Kurz, rüffelte das Verhalten von Schmidt als „beispiellos“ und „unprofessionell“. Die derzeitige Direktorin Sabine Haag bleibt in Wien vorerst interimistisch im Amt. Der damalige Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) hatte 2017 eine Vertragsverlängerung mit Haag abgelehnt und sich stattdessen für Schmidt entschieden. Schmidt nannte „persönliche Motive“ und „eine neue Konstellation in der italienischen Kulturpolitik“ als Grund für seinen Sinneswandel: die frühere Regierung aus Rechts- und Linkspopulisten wurde inzwischen von einer Koalition aus Sozialdemokraten und Fünf-Sterne-Bewegung abgelöst. Kulturminister Dario Franceschini macht einen Verbleib von Schmidt in Florenz allerdings davon abhängig, dass es „zu keinen Problemen mit Österreich und der österreichischen Regierung“ kommt. Schmidt setzt sich dafür ein, dass in Wien Sabine Haag dauerhaft Direktorin bleibt.