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Band 248/249

documenta 14

VON ATHEN LERNEN

Die documenta 14 ist eine Herausforderung in ihrem Konzept und ihrer schieren Größe. Als unverzichtbare Orientierungshilfe begleitet KUNSTFORUM diese Großausstellung traditionell mit einem großen Sonderband. Auf über 600 Seiten und mit mehr als 1000 Abbildungen wird die diesjährige documenta umfassend beleuchtet:


Kommentierte Fotorundgänge führen durch die Ausstellungsorte und schaffen Orientierung und Übersicht. Vertiefende Gespräche mit Künstlern (z.B. Oli Oguibe, Daniel Knurr, Marta Minujín uvm.), Kuratoren (wie Dieter Roelstraete, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung) und anderen Beteiligten (z.B.der griechischen Kulturministerin, Lydía Koniórdou oder Marina Forkidis), sowie ein großes Portrait des künstlerischen Leiters Adam Szymczyk, geben vielseitig Einblick in Hintergründe und Gedankengänge. In kritischen Essays diskutieren KUNSTFORUM Autoren kontrovers und analysieren aus unterschiedlichen Perspektiven die Ziele, Wege und Ergebnisse dieser Doppelausstellung.


Als Begleiter vor Ort und zur Vor- und Nachbereitung des Besuchs, bietet dieser KUNSTFORUM Band die Möglichkeit die vielfältigen Eindrücke zu sortieren und in ihrer Gesamtheit zu reflektieren. Die vollständigste Dokumentation der Weltkunstausstellung.


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Aktionen & Projekte

Documenta-Bilanz: Finanzdebakel

Wer zum künstlerischen Leiter der Kasseler documenta berufen wird, genießt das einzigartige Privileg, dass er kuratorisch machen kann, was er will. Und noch jeder Documenta-Leiter dürfte beim Aushandeln seines Vertrags darauf geachtet haben, dass dort festgeschrieben wurde, er hafte nicht persönlich für ein eventuelles Defizit. Doch nun fürchtet Roger M. Buergel, documenta-Leiter im Jahre 2007, durch das Finanzdesaster der diesjährigen Documenta mit einem „Liquiditätsdefizit im Wirtschaftsplan“ in Höhe von 7 Mill. Euro bis Ende 2017 stünde diese bewährte künstlerische Autonomie auf dem Prüfstand; denn die Politiker, die bislang immer Zurückhaltung übten, könnten sich künftig stärker einmischen. Buergels Sorge ist nicht unberechtigt, denn angesichts der Tatsache, dass die documenta gGmbH ihre jetzige Kunstschau nur durch zusätzliche Bürgschaften der Stadt Kassel und des Landes Hessen von je 4 Mill. Euro geordnet beenden kann, fand Kassels OB Christian Geselle (SPD) klare Worte: „Die Freiheit des künstlerischen Leiters ist ein wertvolles Gut, das ich auch weiter hochhalten werde. Aber diese Freiheit hat ihren Rahmen dort, wo sie die documenta selbst in Gefahr bringt.“ Die „hessenschau“ zitiert den OB weiter: „Die vor sechs Jahrzehnten von Arnold Bode ins Leben gerufene Ausstellung ist sowohl finanziell als auch in ihrer Organisations-Struktur an Grenzen gekommen.“ Der Documenta-Aufsichtsrat bewilligte einschließlich eines „Sicherheitspuffers“ ein Darlehen in Höhe von 8 Mill. Euro, das über die erwähnten Bürgschaften abgesichert ist. Buchhalterisch ist von besagtem Liquiditätsdefizit ein „bilanzielles Defizit“ zu unterscheiden, das mit 5,4 Mill. Euro allerdings auch recht happig ist. Externe Wirtschaftsprüfer sollen nun klären, wie es bei der d 14 zu dem Finanzdebakel kommen konnte, doch für die HNA-Hessisch Niedersächsische Allgemeine sind die Gründe bereits offensichtlich: so „soll der Standort Athen viel mehr Geld verschlungen haben, als eingeplant war. Auch die Besucherzahlen sind wohl keineswegs auf Rekordkurs: Statt einer 20prozentigen Steigerung“ kamen nur 891.500 Kunstfans nach Kassel. Dass unterdessen das Abschlussbulletin der d14-Macher die 339.000 Besucher in Athen hochjubelt und Elogen auf die „bestbesuchte Ausstellung zeitgenössischer Kunst... in Griechenland“ verbreitet, dürfte der Kasseler Stadtkämmerer jetzt keineswegs als hilfreich empfinden. Die hessischen Politiker verteidigten indessen die Entscheidung für einen zweiten Standort in Athen; es ginge jetzt nur darum, heraus zu finden, „was in Athen genau passiert sei“. Die HNA hat jedenfalls schon einen Schuldigen ausgemacht: „Leiter setzte Geld in den Sand“, lautet die Schlagzeile: der Chefkurator Adam Szymczyk habe die documenta „an den Rand des Ruins“ gebracht. Die HNA beklagt seine „notorische Abwesenheit“, Szymczyk habe „kaum etwas“ getan, „um mehr Geld für die Weltkunstausstellung einzutreiben“. Auch die Rolle der Documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff sieht die HNA kritisch: ihr fehlte „womöglich... Durchsetzungsvermögen und Erfahrung, um Szymczyk zu bremsen“. Personelle Konsequenzen schloss OB Geselle allerdings vorerst aus: Kulenkampff hat einen Vertrag bis 2018. www.documenta.de

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Messen & Märkte

Wiener Kunstmessen

Bis zum 24. September 2017 versammelt das Team um die künstlerische Leiterin Christina Steinbrecher-Pfandt und den Geschäftsführer Renger van den Heuvel auf der viennacontemporary Wien Galerien, die den Schwerpunkt Zentral- und Osteuropa markieren: das ist auch viel mit historisch gewachsenen Handelsbeziehungen zu tun, die Österreich aufgrund seiner geografischen Lage und seiner Geschichte zu den Balkanländern unterhält. Etwa 110-115 Galerien sind zugelassen; die Initiatoren rechnen auch jetzt wieder mit etwa 28.000 Besuchern. „Länderspezifische Sonderpräsentationen, Podiumsdiskussionen, Führungen und ein hochqualitatives VIP-Programm ziehen die internationale Kunstszene an“. Austragungsort ist das Industriegebäude Marx-Halle, einst ein Umschlagplatz des Wiener Rinderhandels im dritten Gemeindebezirk. Nahezu gleichzeitig wird die Parallel Vienna noch bis zum 24. September 2017 in der Alten Sigmund Freud Universität, (Schnirchgasse 9A, U3 Station: Erdberg) abgehalten. Das alte Universitätsgebäude liegt in der Nähe der viennacontemporary, und das Programm der Parallel-Messe konzentriert sich auf „die Auseinandersetzung mit dem architektonisch interessanten Raum... zahlreiche ortsspezifische Projekte werden sich dem Dialog mit dem ausgedienten Gebäude stellen, das nach der Messe abgerissen“ wird. www.viennacontemporary.at/de

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Hochschulen

Münster: Blumenberg Lectures

Die Blumenberg Lectures 2017 sind nach dem Münstertaner Pholosophen Hans Blumenberg benannt und werden als Kooperation der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit den Skulptur Projekten organisiert. Die Reihe endet am 29. September 2017 im Hörsaaö JUR4 des Juridicums mit einem Vortrag von Chantal Mouffe. Sie ist "seit den 1980er Jahren eine der wichtigsten Stimmen im Feld der politischen Theoriebildung ist. An der Westminster University London leitet sie das Centre for the Study of Democracy, wo sie als erklärte Postmarxistin nach einer Antwort auf das weltweite Erstarken der politischen Rechten sucht. Mit ihrer These, dass Vernunft in der politischen Debatte zu kalt sei, um Gemeinschaft zu stiften, dass die Debatte radikal und leidenschaftlich geführt werden müsse, dass es einen linken Populismus brauche, hat Chantal Mouffe scharfe Kritik auf sich gezogen. In ihrem Vortrag wird sie erläutern, warum für sie Leidenschaft [passion] ein zentraler Begriff zum Verständnis aktueller politischer Prozesse ist und welche Schlüsse daraus für die politische Praxis zu ziehen sind. Mit ihrem daraus erwachsenden Interesse für radikale künstlerische Strategien ist sie nahe bei den Fragen, die die Kuratoren der Skulptur Projekte 2017 stellen." www.skulptur-projekte.de

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Personalien

Axel Kasseböhmer gestorben

Axel Kasseböhmer starb nach langer Krankheit im Alter von 65 Jahren. Der Maler und Zeichner studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Joseph Beuys und Gerhard Richter. Seit 2001 war er Professor an der Kunstakademie München. Eine erste größere Einzelausstellung hatte er 1983 im Bonnefantenmuseum Maastricht. Seit 1984 arbeitete er mit der Galerie Sprüth Magers zusammen. Landschaften, auch Übermalungen von Landschaftsfotografien, und Stillleben waren seine Hauptmotive. Kasseböhmers letzte Werkreihe besteht aus etwa 100 Variationen mit Ansichten der Umgebung des Walchensees in den Alpen.

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Dazu in Band 106 erschienen:

Axel Kasseböhmer im Westfälischer Kunstverein Münster, 24.11.1989 - 14.1.1990

 

Bereits Ende der siebziger Jahre - zu einer Zeit als "neu-wilde" Malerei sich durchzusetzen beginnt - und fortgesetzt in den achtziger Jahren bezieht sich Axel Kasseböhmer auf Bilder der Kunstgeschichte. Einem Landschaftsmaler vergleichbar, dem Landschaftsausschnitte zum Motiv werden, wählt er seine Motive aus Gemälden von Fra Angelico und van Eyck, von Carravaggio und Bosch, von Multscher und Tintoretto. Das Resultat ist weder ironisch destruierende Kopie noch eklektizistisches Zitat, sondern Malerei, die von Malerei handelt.

von Heinz Schütz

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Museen & Institutionen

Peter Saul in den Deichtorhallen

Die Hamburger Deichtorhallen stellen vom 30. September 2017 bis zum 28. Januar 2018 in der Sammlung Falckenberg das Werk des Malers Peter Saul vor. „Lange bevor »Bad Painting« ein zentrales Anliegen der zeitgenössischen Kunst wurde, verletzte Peter Saul ganz bewusst den guten Geschmack. In seiner unverwechselbaren Sprache hat der Maler ein Cross-over aus Pop-Art, Surrealismus, Abstraktem Expressionismus, San Francisco Funk und Cartoon Culture entwickelt, in dem er politische und soziale Themen aufgreift. Mit der Pop-Art teilt er das Interesse am Banalen, an der Konsumgesellschaft und den heiteren Bildwelten des Comics in leuchtenden, ansprechenden Farben. Eine rezesion der Ausstellung, die zuvor in der Schirn in Frankfurt zu sehen war, lesen Sie in der neuesten Ausgabe von KUNSTFORUM, die am 29.9. erscheint (ab heute schon in der App).  www.deichtorhallen.de

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Aktionen & Projekte

Inflatable Refugee

Das belgische Künstlerkollektiv Schellekens & Peleman lebt und arbeitet in Antwerpen. Seit 2015 touren die Künstler mit einer sechs Meter hohen interventionistsichen Skulptur "Inflatable Refugee" durch Europa als "Symbol für die Entmenschlichung im Umgang mit der Flüchtlingskrise". Die Größe der Figur bezieht sich auf die Frage, als was für die Ankömmlinge begreifen, nämlich "als ein großes Problem oder als eine große Möglichkeit". Ab dem 20. Septembner 2017 gastieren die Künstler miut ihrer Skultur beim Graphic Matters Festival in der südniederländsichen Stadt Breda und präsentieren sie dort an verschiedenen Orten im Stadtraum. www.graphicmatters.nl/en/inflatable-refugee-0

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Museen & Institutionen

Avantgarde in Hannover

Hannover als Kunststadt in den 1920 Jahren - da denkt man in erster Linie an den Dadaisten Kurt Schwitters und seinen "Merzbau" in seinem Privathaus. Doch die Kunstszene jener Jahre umfasste noch viele andere Aktivitäten. Ab dem 23. September 2017 lässt das Sprengel Museum Hannover die 1920er-Jahre in Hannover mit der Ausstellung „revonnaH. Kunst der Avantgarde in Hannover 1912 – 1933“ wiederaufleben. Bis zum 7. Januar 2018 widmet sich die Ausstellung mit etwa 300 Werken aus eigenem Bestand und Leihgaben einer Blütezeit der hannoverschen Kulturgeschichte. "Vermittelt durch seine weltweiten Kontakte kamen Künstler wie El Lissitzky (Kabinett der Abstrakten), László Moholy-Nagy und Theo van Doesburg nach Hannover. Im Salon von Käte Steinitz traf sich die Avantgarde um Schwitters, Künstlergruppen wie 'die abstrakten hannover' entstanden. Im Provinzial-Museum (das heutige Niedersächsische Landesmuseum) revolutionierte Alexander Dorner als Direktor die Präsentation und Vermittlung von Kunst. Dorner beauftragte – mit finanzieller Unterstützung des Unternehmers Fritz Beindorff – den russischen Maler und Architekten El Lissitzky, eine zeitgemäße Raumgestaltung für die Präsentation der zeitgenössischen abstrakten Kunst zu entwerfen. Dessen 1927 eingerichtetes 'Kabinett der Abstrakten' gilt als einer der Höhepunkte der Kunst der 1920er-Jahre..." www.sprengel-museum.de

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Biennalen

Biennale-Asssociation IBA: Generalversammlung

Im Rahmen der diesjährigen Yokohama Triennale findet vom 25. bis zum 28. Septemner 2018 im Yokohama Museum of Art die vierte Generalversammlung der IBA-International Biennal Association statt. Die dreitägige Veranstaltung versteht sich als Plattform zur Diskusion der „zunehmenden kontextuelle Verschiebung“ von solchen Biennale-Veranstaltungen und „die Zukunft der IBA“. Nicht erst durch die Begleitumstände der diesjährigen Kasseler Documenta wird die Rolle der Kuratoren und damit auch ihr Einfluss im Kunstbetrieb kontrovers diskutiert. Daher focussiert sich die IBA-Versammlung auch auf „die Entwicklung von beruflichen Fähigkeiten und Herausforderungen mit Biennalen und Triennalen unter dem Titel 'CONNECTIVITY AS A METHODE'“... „Ein öffentliches Programm mit zwei Diskussionen, einem internationalen Seminar und einer Podiumsdiskussion findet am 27. September 2017 statt und konzentriert sich auf die Zukunft von Biennalen, Triennalen und Festivals auf der ganzen Welt. Zu den Teilnehmern gehören Künstler, Kuratoren, Regisseure und Gelehrte, die alle ein tiefes Interesse und Verständnis für den biennalen und triennalen Kontext haben.“ www.biennialassociation.org

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Aktionen & Projekte

Nonhuman Networks

Die Ausstellung Nonhuman Networks im Art Laboratory Berlin präsentiert vom 30. September bis zum 26. November 2016 "ästhetische Entwürfe neuer Kommunikationsformen zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren..." Die performativen Arbeiten bieten dem Publikum die Möglichkeit, "sich auf außersprachliche Formen und Kontakt mit unterschiedlichen, scheinbar simplen Lebensformen einzulassen. Das Kollektiv mit Saša Spacal, Mirjan Švagelj und Anil Podgornik verbindet Kunst, Biologie und Kybernetik, um eine Plattform für eine Kommunikation zwischen Arten zu schaffen. In Myconnect wird das Nervensystem einer Person mit einem Pilz-Myzel in einer Biofeedback-Schleife verbunden. Nach dem Betreten der Kapsel wird eine Person mit einem Herzschlagsensor, Kopfhörer und Vibrationsmotoren ausgestattet, die auf verschiedenen Körperteilen platziert sind. Der menschliche Herzschlag setzt das System in Bewegung. Das Signal fährt durch das Myzel, wo es in Echtzeit moduliert wird..." Heather Barnett ist Künstlerin, Forscherin und Vermittlerin, "die mit Naturphänomenen und biologischem Design arbeitet, oft gemeinsam mit Wissenschaftlern, Künstlern, Teilnehmern und Organismen. Mit Hilfe lebender Materialien und bildgebender Technologien erforscht ihre Praxis, wie wir die Welt um uns herum beobachten, repräsentieren und verstehen." www.artlaboratory-berlin.org/

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Galerien & Auktionshäuser

Berliner Galerien-Preis

Der Galerist Jan-Philipp Sexauer nahm den VBKI-Preis „Berliner Galerien“ entgegen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde erstmals während der Berlin Art Week vergeben. Sexauer wurde für seine Ausstellung „Caroline Kryzecki – Come out (to show them)“ gewürdigt, bei der abstrakten Moiré-Kugelschreiberzeichnungen Caroline Kryzeckis“ auf ganz besondere Weise“ präsentiert wurden: „Über 700 handgefertigte Siebdrucke bedecken die gesamte Bodenfläche der großräumigen Galerie.“ www.sexauer.eu

 

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Preise

Praemium Imperiale

Der ghanaische Bildhauer El Anatsui, der letisch-amerikanische Tänzer und Choreograf Mikhail Baryshnikov, der spanische Architekt Rafael Moneo, der senegalesische Musiker Youssou N’Dour und die aus dem Iran stammende und heute in New York lebende Foto- und Videokünstlerin Shirin Neshat werden in diesem Jahr mit dem japanischen Praemium Imperiale bedacht. Sie erhalten jeweils 15 Mill. Yen (ca. 115.000 Euro). Ein Nachwuchspreis geht an die „Zoukak Theatre Company and Cultural Association“ aus dem Libanon. Shirin Neshat beschäftigt sich in ihren medienkünstlerischen Arbeiten vor allem mit dem Leben muslimischer Frauen in diktatorisch regierten Ländern. El Anatsui arbeitet mit Holz, Ton, Metall und Recyclingprodukten: „Das Zerstören und Wiederzusammensetzen von alltäglichen Objekten stellt ebenso ein Muster seiner Arbeit dar wie der Fokus auf Materialität und Symbolik.“ www.praemiumimperiale.org

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Dazu in Band 178 erschienen:

Shirin Neshat


Shirin Neshat im Hamburger Bahnhof Berlin, 1.10. - 4.12. 2005

So gebannt die Besucher auch auf die Leinwand schauen, sie erhalten keine konkreten Informationen darüber, wie es sich lebt in einem Land, in dem der Islam Staatsreligion ist, und was es heißt, den ganzen Tag unter dem Tschador zu stecken. Selbstverständlich hat Shirin Neshat solche Informationen auch gar nicht versprochen. Dennoch bestimmt die Neugier darauf den (westlichen) Blick auf Neshats Arbeiten wie seit Oktober in ihrer Werkschau im Hamburger Bahnhof zu Berlin. In KUNSTFORUM Band 250, der am 29.9. erscheint rezensiert Joahnnes Meinhardt die aktuelle Ausstellung der Künstlerin in der Kunsthalle Tübingen: FRAUEN IN GESELLSCHAFT, die dort noch bis zum 29.10. zu sehen ist 

von Claudia Wahjudi

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Museen & Institutionen

Ed Atkins im Martin Gropiusbau

Für den Berliner Martin-Gropius-Bau und das Programm „Immersion“ entwickelte der Medienkünstler Ed Atkins ein „Gesamtkunstwerk, das vom allegorischen Potenzial des digitalen Filmemachens ausgeht und Phänomene wie Begehren, Historizität, Melancholie und Dummheit untersucht.“ „Old Food“ ist seine bisher umfangreichste Installation und „choreografiert ein Kammerspiel voll dubioser Sentimentalität und historischer Ungenauigkeit. Mit den Mitteln von Karikatur und Parabel beschwört der Künstler das Niemandsland einer nostalgischen Fantasywelt herauf, deren entgleisender Eskapismus das Scheitern des Fantastischen an romantischen Weltentwürfen vorführt, deren Realität am Ende immer sehr prosaisch und nüchtern ist. Atkins’ neuen computergenerierten Arbeiten auf großen Monitorwänden und Flat-Screens steht eine Fülle von Kostümen aus dem Fundus der Deutschen Oper Berlin gegenüber. Sie werden in der Ausstellung genau so präsentiert, wie sie im Opernhaus aufbewahrt werden. So sieht man die Kostüme, die sonst nur auf der Bühne im Rahmen des szenischen Worldbuilding erscheinen, plötzlich von ihrer Funktion befreit und in ihrer Existenz backstage...“ Ausstellungsdauer: 29. September bis 10. Dezember 2017. www.gropiusbau.de/

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Dazu in Band 246 erschienen:

Ed Atkins - Corpsing

Atkins (*1982) Werk wird zumeist mit dem Label „Post-Internet-Art“ – oder genauer: „Postdigital“ – versehen. Ohne Kamera baut der Künstler Filme mit Hilfe von CGI (Computer Generated Imagery) und Computergrafik, wie sie z.B. in den Welten realistisch animierter Computerspiele zur Anwendung kommt. Die Wirklichkeitsnähe seiner Filmbilder ist beeindruckend, gleichwohl gibt es Brüche durch absichtlich gesetzte Details. Kritisch beleuchtet der Künstler die Einflüsse der digitalen Medien auf den Menschen: seine Vereinsamung, den Authentizitätsverlust, die ihn bedrängende elektronische Überwachung und die zunehmend fließenden Grenzen zwischen realem und digitalem Leben. Rezension der Ausstellung im MMK 1 Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main 03.02. – 14.05.2017

von Isa Bickmann

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Hochschulen

Siegburg: InterPro – Interventionen und Projekte im öffentlichen Raum

InterPro – Interventionen und Projekte im öffentlichen Raum heißt eine Ausstellung der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft Alfter im Stadtmuseum Siegburg vom 17. September bis zum 5. November 2017. Sie „vermittelt einen Einblick und zeigt die Vielfalt studentischer Projek­te aus der Bildenden Kunst, Architektur, Kunsttherapie und Kunst-Pädagogik-The­rapie.“ Dazu sagt Thomas Egelkamp Professor für Kunst im öffentlichen Raum: „Partizipative Kunst und Interventionen im öffentlichen Raum geben die Möglichkeit, die Öffentlichkeit auf besondere Weise einzubeziehen. Die Künstler stellen sich hier dem Dialog und lassen sich auf einen nicht vorhersehbaren Prozess ein, der neue Impulse mit sich bringt. Die Projekte wirken im Moment und hinterlassen Spuren, die nicht unbedingt sichtbar bleiben...“ Im Stadtmuseum Siegburg werden unterschiedliche Projekte und Interventionen aus den Fachbereichen der Hochschule erstmals gemeinsam präsentiert.“ Erweitert wird die Ausstellung am Dienstag, 26. September 2017, „durch die interdisziplinäre Performance Beethoven goes public auf dem Siegburger Markplatz. Um 18 Uhr setzen sich Schauspiel- und Kunststudenten mit dem weltberühmten Komponisten auseinander.“ www.alanus.edu

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Preise

Berliner *foundationClass: Philipp Morris Award

Die *foundationClass an der kunsthochschule weißensee berlin wurde mit dem Award der Philipp Morris-Stiftung bedacht. Dieses und drei weitere Projekte werden im Rahmen der Initiative „The Power of arts“ mit jeweils 50.000 Euro gefördert. „Der Wettbewerb galt gemeinnützigen Institutionen oder Initiativen in Deutschland, die sich für gleichberechtigte Bildungs- und Berufschancen geflüchteter Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund einsetzen.“ An der kh-weißensee wird geflüchteten Künstlern und Designern seit „eine Studienperspektive“ geboten. Der Kerngedanke ist die Schaffung eines Raumes, in dem die Teilnehmer „ihre verloren gegangenen Portfolios und Materialien rekonstruieren oder neu erstellen. So können sie sich wieder oder erstmalig auf einen Studienplatz an einer Kunsthochschule bewerben. Ein eigens dafür entwickeltes Programm beinhaltet künstlerische Workshops...“ www.foundationclass.org/

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Aus dem Archiv

„KUNSTFORUM ist ein Magazin, das so gut wie jedes Thema, das wichtig ist, beackert hat, und es ist so umfangreich, dass ich manchmal noch einmal in Heften von vor zehn Jahren schaue, und nicht selten erweist sich KUNSTFORUM als eine Fundgrube…“ (Kaspar König)

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