Durch diesen Band blättern

Band 250

Ressource Kreativität

150 ANSTIFTUNGEN ZUM QUERDENKEN

Dieser Jubiläumsband, KUNSTFORUM Nummer 250, erscheint zu Beginn einer neuen Ära: Nach der dritten industriellen Revolution, der Automatisierung durch Computer ab den 1970er Jahren, beginnt nun die vierte, in der Mensch und Maschine zusammenwachsen sollen. Als 1973 das KUNSTFORUM als Insider- Blatt konzipiert wurde, startete fast zeitgleich eine äußerst innovative und kreative Zunft mit Firmen wie Microsoft und Apple. Der Impuls aus diesem Aufbruchsmoment wird nun, 45 Jahre später, mit diesem Titelthema Ressource Kreativität wiederaufgenommen und in die Zukunft erweitert. Denn auch wenn die Differenz von Mensch und Maschine epochal verringert wird: Das Potenzial der kreativen menschlichen Intelligenz bleibt trotz künstlicher Intelligenz unverzichtbar.


Die Beiträge der prominenten Autoren dieses Bandes finden ihre Wirkkraft jenseits von technikaffinem Leistungszwang und gehypter Kreativitätshysterie: Sie stellen das Phänomen Kreativität auf den Prüfstand und sprechen dabei nicht nur vom Rätsel der Kreativität, sondern auch von dessen Auflösung. Dieser Jubiläumsband bietet hundertfünfzig Anstiftungen zum Querdenken über die Kreativität als Rohstoff der Seele: für eine Welt mit mehr Eigensinn!


Zum Inhaltsverzeichnis      Diesen Band bestellen

Aus diesem Band

Newsletter:

Abonnieren Sie unseren regelmäßigen Newsletter mit aktuellen Nachrichten aus dem internationalen Kunstbetrieb

„KUNSTFORUM ist ein rauschendes Kompendium der Zeitgenossenschaft“
(Gregor Jansen, 2012)

„KUNSTFORUM ist nicht nur am Puls der Zeit, sondern ist ihm nicht selten eine Nasenlänge voraus. Auch Jahre später kann man sich noch ein Themenband erneut vorknöpfen und sich bereichern lassen, einfach unglaublich."
(Jürgen Klauke, 2014)

Selbst überzeugen - KUNSTFORUM Probe lesen

Newsletter:

Abonnieren Sie unseren regelmäßigen Newsletter mit aktuellen Nachrichten aus dem internationalen Kunstbetrieb

Personalien

Amsterdam: Beatrix Ruf tritt zurück

Beatrix Ruf trat als Direktorin des Amsterdamer Stedelijk Museums zurück. Sie sah sich mit Vorwürfen in der niederländischen Zeitung NRC Handelsblad konfrontiert, in ihrem Jahresbericht für 2016 eine unerlaubte Nebentätigkeit verschwiegen zu haben. Stein des Anstoßes ist eine Beratungsfirma, die Ruf neben ihrer Museumstätigkeit leitet, und zu deren Kunden auch Leihgeber des Museums gehören. Im Jahresbericht an die Handelskammer sei belegt, dass diese Firma 2015 „mindestens 437.000 Euro Gewinn“ gemacht habe. „Ruf und das Stedelijk wollen keine Fragen zu möglichen Interessenkonflikten beantworten“, beklagt sich das NRC Handelsblad. Um „Schaden vom Museum abzuwenden“, gab Beatrix Ruf ihren Museumsposten auf. „Funktionen und Entlohnung“ der Museumsleitung sollen nun „von zwei unabhängigen externen Experten evaluiert werden“: Der Stedelijk-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Grapperhaus will „sorgfältig prüfen lassen“, welche Vereinbarungen über Nebentätigkeiten Ruf mit seinem Vorgänger getroffen habe. Der frühere Vorsitzende Alexander Ribbink habe 2014 für „eine volle Arbeitswoche“ mit Beatrix Ruf ein Gehalt bis zu 181.000 Euro und eine Genehmigung für Nebentätigkeiten in der Freizeit vereinbart, heißt es. Die Hälfte dieser im Jahresbericht aufgeführten Nebentätigkeiten habe aus Mitwirkungen in Jurys bestanden; dies ist allerdings im Kunstbetrieb durchaus gängige Praxis. Der Amsterdamer Stadtrat Marcel van den Heuvel indessen wirft dem Stedelijk Museum „mangelnde Transparenz“ vor und fürchtet um dessen „internationales Image“. Van den Heuvel rechnete nach, dass Beatrix Ruf „zusätzlich zu ihrem Vollzeitjob“ noch „mindestens 200 Tage Beratungstätigkeit geleistet“ haben müsste und hält dies für „unregelmäßig“. www.nrc.nl/nieuws/2017/10/17/de-opkomst-en-ondergang-van-beatrix-ruf-13541667-a1577589

...weiterlesen

In eigener Sache

Präsentation des Jubiläumsbandes "Ressource Kreativität" in Zürich

Die Präsentation des neuen KUNSTORUM-Bandes 250 zum Thema „Ressource Kreativität“ findet zusammen mit dem Gastherausgeber Paolo Bianchi am Donnerstag, 26. Oktober, von 17 bis 19 Uhr, an der Zürcher Hochschule der Künste in der Galerie 1 statt. Das Jubiläumsheft vollzieht nach dem heißen Kunstsommer mit Venedig, Kassel, Münster etc. eher eine Kunstpause, um zum Nachdenken anzuregen, da schliesslich Kreativität der Demokratie eine Stimme und der Zivilisation eine Form gibt. Gleichzeitig kommt es zur Premiere des kurzen Videofilms über das Kreativdepot, der im erwähnten Band mit einem Kuratorenbericht und Üungsbeispielen gewürdigt wird. Darin kommt zur Sprache, dass Kreativität einen schöpferischen Denkprozess zu ihrer Grundlage hat. Sie vermag neue, unkonventionelle Ideen zu generieren. Allgemein gilt: Jeder Mensch ist kreativ – der eine mehr, der andere weniger.  https://www.zhdk.ch https://vimeo.com/230156593

...weiterlesen

Kulturpolitik

Streit um Omer Fast-Installation

Omer Fast, in Berlin lebender israelischer Videokünstler, hatte für die James Cohan Gallery in New York die Ausstellung „August“ arrangiert – der Titel bezieht sich auf den Fotografen August Sander (1876-1964). Im Zentrum steht ein 15minütiger Film als fiktives Porträt von August Sander, der in einer fotografischen Enzyklopädie die „Menschen des 20. Jh.“ porträtierte und dabei dokumentierte, wie deren urbane wie bäuerliche Lebenswelt in den 1920er und 1930er Jahren aussah, wobei man eben aus der heutigen Rückschau sehen kann, wie sie sich inzwischen veränderte. Omer Fast konzentriert sich dabei vor allem auf die letzten, bitteren Jahre im Leben von August Sander, der im Alter fast erblindet war und darunter litt, dass sein Sohn in einem Nazi-KZ umgekommen war. Ergänzend dazu hat Omer Fast die Fassade und die Räume der Galerie in ein Ambiente verwandelt, wie dies vor der Gentrifizierung dieses New Yorker Stadtteils ausgesehen haben mochte, nämlich als „Warteraum eines Chinatowngeschäfts einer eklektizistischen Ästhetik“. Auch dieser Raum ist fiktiv angelegt, als künstlerische „Beschäftigung mit Rollenspielen und Zeitreisen“, wie es in einem Ankündigungstext der Galerie heißt. Der Künstler begreift seine Installation als Verweis auf den vergeblichen Versuch, die Zeit zurück zu drehen. Es ginge bei diesem Projekt um „Nachbarschaft, Staatsbürgerschaft und Identität“. Doch dass Omer Fast dies ausgerechnet mit einem kaputten Bargeldautomaten, übervollen Papierkörben und mit Handyhüllen wie in einem Ramschladen illustrierte, rief bei einigen Aktivisten Protest hervor: das Kunstkollektiv „Chinatown Art Brigade (CAB)“ marschierte zusammen mit dem „Committee Against Anti-Asian Violence“ und der Gruppe „Decolonize This Place“ vor der Galerie auf und warf dem Künstler vor, er verbreite rassistische Vorurteile über die Bewohner des Viertels. Seine Installation ähnele nämlich überhaupt nicht dem Fischhandelsladen, der sich bis 2013 in den heutigen Galerieräumen befand, schreibt auch Danielle Wu in einem Blog und verurteilt die Ausstellung: „Fast’s August only serves as another example of how, time and again, art posited as a neutral space exempt from responsibility to the politics of the world can be destructive and bigoted.“ Was Jean Baudrillard in seiner Simulationstheorie formuliert hatte, setzten seit den 1980er/1990er bildende Künstler auf ihre Weise in Fiktionalität um, doch dies bekommt nun im Zeitalter von „Fake News“ eine ganz andere Trennschärfe: bei den frühen Installationen des belgischen Künstlers Guillaume Bijl wurde vor 20 oder 30 Jahren nie nachgefragt, wie authentisch seine detaillierten Nachbildungen von Realräumen des Alltags denn tatsächlich waren. Man akzeptierte sie als künstlerische Leistung unabhängig von irgendwelchen soziologischen Implikationen. Doch beim Streit um Omer Fasts „August“-Projekt, das aus der Sicht des Künstlers a priori durchaus einen politisch-kritischen Charakter hat, artikuliert sich der Versuch, mit ideologisch begründeten Maßstäben im Kunstbetrieb neue Tabus durchzusetzen und dabei die Deutungshoheit für sich zu reklamieren. www.jamescohan.com

...weiterlesen

Preise

Maria Lassnig-Preis

Cathy Wilkes ist die erste Preisträgerin des neu verliehenen Maria Lassnig-Preises der Maria Lassnig-Stiftung (50.000 Euro). Ihr wird eine Einzelausstellung im New Yorker MoMA PS 1 ausgerichtet. Dort hatte man für Maria Lassing 2014 die erste große Ausstellung mit Werken von ihr in einem amerikanischen Museum organisiert. Maria Lassnig verstarb im selben Jahr im Alter von 94 Jahren, hatte aber noch zu Lebzeiten die Einrichtung eines solchen Preises angedacht, der das Werk von anderen Künstlern einem breiteren Publikum öffnen soll. Cathy Wilkes arbeitet mit skulpturalen Tableaus, die sich „mit dem Lauf des Lebens beschäftigen“, mit Geburt, Ehe, Kindererziehung und dem Tod. Dabei setzt sie alltägliche Materialien, vorzugsweise Relikte aus ihrem Haushalt, ein. www.marialassnig.org.

...weiterlesen

Kulturpolitik

Gerichtsurteil über Mehrwertsteuersätze

Für die Kunsthandels- wie für die Künstlerverbände sind unterschiedliche Mehrwertsteuersätze beim Verkauf von Kunstwerken schon seit Jahren ein Ärgernis. Während ein Maler, der ein Ölbild aus dem Atelier verkauft, in Deutschland nur den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf der Rechnung notiert, muss ein Fotokünstler für den Verkauf eines Abzugs an einen Sammler hingegen 19 Prozent MWSt berechnen. Diese absurde Regelung wurde früher seitens der Finanzbehörden oft damit begründet, es sei einem Zollbeamten oder Steuerprüfer nicht zuzumuten, künstlerische Fotografie von Gebrauchsfotografie unterscheiden zu können. Der Hamburger Fachanwalt für Steuerrecht Stefan Buschmann erstritt nun für seinen Mandanten, den Künstler Jörg Sasse, nach neun Jahren Verfahrensdauer ein Urteil, dass dieser auch seine Arbeiten in Plottertechnik mit dem ermäßigten Satz von 7 % abrechnen darf. Collagen werden nämlich vom Steuerrecht genauso begünstigt wie Gemälde, und das Gericht ließ sich auf die Argumentation des Anwalts ein, dass die Arbeiten seines Mandanten „unter den althergebrachten Begriff der 'Collage' zu subsumieren“ sind, wobei das heute übliche digitale Collagieren bzw. im konkreten Fall Sasses Plottertechnik genauso wie das Aufkleben von Papieren oder bestimmten Werkstoffen wie in der klassischen Collage seit den Kubisten oder Dadaisten eine eigenschöpferische künstlerische Leistung darstellt, da nämlich „eigenständige Bild-Bestandteile geschaffen und neu zusammengesetzt werden“. Stefan Buschmann: „Mit Urteil vom 22.6.2017 hat das Finanzgericht Berlin-Brandenburg erstmals entschieden, dass Kunstwerke, geschaffen aus digital bearbeiteten Fotos, unter bestimmten Voraussetzungen lediglich dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7% unterliegen. Bisher wurde eine Begünstigung derartiger zeitgenössischer Kunst regelmäßig mit dem Hinweis abgelehnt, das Gesetz verlange eine Gestaltung in überkommenen Techniken (Malerei, Zeichnen ...). Künstler aus den Bereichen digitale (Foto)Kunst sollten die Anwendbarkeit dieses Urteil auf ihr Werk überprüfen.“

...weiterlesen

Aktionen & Projekte

Innere Angelegenheiten

Bis zum 25. Februar 2018 ist im Mauer-Mahnmal des Deutschen Bundestages die Ausstellung Dirk Reinartz - Innere Angelegenheiten zu sehen. „Der in 1947 in Aachen geborene und 2004 verstorbene Fotograf Dirk Reinartz begann seine Karriere als jüngster Reportagefotograf in der Redaktion des Stern... Ein Schwerpunkt seiner fotografischen Arbeit bestand in den Auseinandersetzung mit der politischen und mentalen Situation in Deutschland dies- und jenseits der innerdeutschen Grenze. Dafür arbeitete er mit Redakteuren und Autoren und vermochte es immer durch seine Bilder eine eigene, vom Text unabhängige Erfahrungsebene zu eröffnen. Die Ausstellung im Mauer-Mahnmal zeigt Serien aus der Zeit vor und nach dem Mauerfall und erinnert damit nicht nur an einen großen Fotografen, sondern auch an eine Zeit, die von radikalen Umbrüchen, großen Hoffnungen und der Verschiebung vertrauter Bildwelten geprägt war...“ www.kunst-im-bundestag.de

...weiterlesen

Preise

COFA-Cologne Fine Art Preis

Georg Hornemann wurde als Träger des COFA-Cologne Fine Art Preises ausgewählt (10.000 Euro). Seine Ausbildung erhielt er bei einem der ehemaligen Bauhaus-Goldschmiedemeister; seine Objekte zielen aber auf einen disziplinübergreifenden Austausch mit anderen Künstlern: er arbeitet mit zeitgenössischen Künstlern wie Alicia Kwade, Rita McBride, Kris Martin oder dem Kunsttheoretiker Bazon Brock zusammen. Hornemanns Goldschmiedearbeiten „umfassen alle Formen der Haute Joaillerie: Ringe, Ketten und Anhänger, Broschen und Manschettenknöpfe. Seine freien Kunstobjekte bezeichnet er als Kreaturen oder Modern Wunderkammer.“ Der Preis wird im Rahmen der Cologne Fine Art von der Koelnmesse und dem BVDG-Bundwesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler vergeben. www.bvdg.de

...weiterlesen

Aktionen & Projekte

Ingold Airlines: Künstler auf Reisen

Manche Provinzflughäfen tragen recht euphemistische Namen, z.B. der Flughafen Frankfurt-Hahn. Er liegt 125 km vom Frankfurter Großflughafen Rhein Main entfernt und machte unrühmliche Schlagzeilen, als die rheinland-pfälzische Landesregierung beim Versuch, ihn zu verkaufen, auf einen chinesischen Hochstapler hereinfiel. Auch der „Flughafen Düsseldorf-Mönchengladbach“ ist mit 24 km Entfernung von Düsseldorf eigentlich eher ein „Verkehrslandeplatz“, und so wird das Kunstkonzept von Res Ingold, eine fiktive Fluggesellschaft unter dem Namen „Ingold Airlines“ zu betreiben, die nur aus Logos, Corporate Identity und Werbe- und Präsentationsmaterial besteht, von den Skurillitäten des realen Flugbetriebs manchmal überrollt. In Viersen (Niederrhein), nicht weit von Mönchengladbach entfernt, wurde der Abenteuer- und Reiseschriftsteller Ferdinand Emmerich (1858-1930) geboren, der seine Expeditionen als Schiffsjunge begann und später unter Buchtiteln wie „Auf Schleichwegen nach Tibet“ oder „Das Rätsel des Orinoko“ veröffentlichte und auch einen „Leitfaden für Auswanderer“ verfasste. Ihm widmet Ingold Airlines nun im Rahmen der Reihe „Künstler auf Reisen“ die Einrichtung eines Hubschrauberlandeplatzes Ferdinand Emmerich Heliport fev*, mit dem die Festhalle Viersen „das Equipment für einen mobilen Konzertservice und eine Plattform für Extra-Publicity“ bekommt. Motto: „Viersen on the quickest way“. Stars werden zu ihren Auftritten gerne per Hubschrauber eingeflogen, und das oft auch um des PR-Effekts willen: als die „Bild-Zeitung“ kürzlich den Aufmacher „Boris sitzt pleite am Pokertisch“ brachte, bestand die Meldung im wesentlichen aus der Information, dass der Ex-Tennisstar Boris Becker als „Markenbotschafter“ für den Veranstalter „Party Poker“ durchaus „standesgemäß“ per Hubschrauber zum Spielcasino von Rozvadov in Tschechien eingeflogen wurde. Und was in Rozvadov mit Boris Becker funktioniert, das klappt laut Ingold Airlines wohl auch in Viersen: „Sicherheit, Kompetenz und Diskretion im Service sind in der Post-Privacy Gesellschaft gerade für Popstars wichtige Tourneekriterien, was sich in Viersen als Standortakzent erweist.“ Das ist allerdings nicht völlig ohne Risiko: „Erfolg und Pop-Euphorie sind globale mediale und logistische Massenphänomene und so wechselhaft wie das Wetter und ähnlich anfällig wie das Fliegen. Die Absturzgefahr besteht sowohl real, als auch im übertragenen Sinn des spurlosen Verschwindens und der Bedeutungslosigkeit. Neben unzähligen anderen Todesfällen sind zwischen 1933 und 2009 bei 32 Flugzeugunglücken 58 Popstars und Begleitmusiker ums Leben gekommen.“ www.ingolduniversal.com

...weiterlesen

Biennalen

Triennale Oostende

Jan Fabre kuratiert die Triennale von Oostende (20. Okt. 2017 bis 15. April 2018) zu einem maritimen Thema. Unter dem Titel „Das Floß – Kunst ist nicht einsam“ setzen sich die 50 eingeladenen Künstler mit dem Meer und der flämischen Hafenstadt auseinander, die bis zur Inbetriebnahme des Tunnels unter dem Ärmelkanal neben Calais der wichtigste Fährhafen nach England war und zu deren lokalen kulinarischen Spezialitäten die „Seezunge à la Oostende“ mit Sahnesauce, oft auch Krabben und Muscheln, gehört. Heute liegt der wirtschaftliche Schwerpunkt auf dem Tourismus (Kurbad) und auf den Yacht- und Fischereihäfen. Im Mittelpunkt der Triennale steht die künstlerische Auseinandersetzung mit einem historischen Gemälde von Théodore Géricault „Das Floß der Medusa“, das die Überlebenden eines Schiffsbruchs abbildet. www.hetvlot-oostende.be

...weiterlesen

Hochschulen

Berlin: Neue Designprofessorin

Ineke Hans hat eine Professur für Produktdesign an der UdK Berlin übernommen. Die niederländische Designerin erforscht die „psychologischen Wurzeln von Produkten“ und spielt mit „der Wechselwirkung zwischen Mensch, Objekt und Raum“. 2014/15 lehrte Ineke Hans als Gastprofessorin für Produktdesign an der Kunsthochschule Kassel und eröffnete 2015 auch ein Studio in London. www.udk-berlin.de

...weiterlesen

Hochschulen

Düsseldorf: "Akademie" 

Mit unterschiedlichen Schwerpunkten widmen sich die Kunsthalle Düsseldorf und die Initiative „KIT-Kunst im Tunnel vom 21. Oktober 2017 bis zum 7. Februar 2018 dem Thema „Akademie“. „Akademie [Arbeitstitel]“ (Kunsthalle) und „Akademie“ (KIT) heißen die beiden Ausstellungen, zu denen Lehrende und Studierende der Kunstakademien Düsseldorf und Münster sowie der KHM Köln eingeladen wurden. Sie beschäftigen sich mit dem Phänomen des „Archivs“ und reflektieren über das Leben an einer Hochschule und darüber, „was ein historisches Erbe und die Nähe von Institutionen und Akademien im Rheinland für die eigene Kunstproduktion bedeuten. Während das Archiv als thematischer Fluchtpunkt dient, indiziert der Titel, dass es sich um ein experimentelles Ausstellungsformat handelt. Die Ausstellung wird sich während ihrer Laufzeit mehrfach verändern und es werden Umbauten parallel zum Publikumsverkehr stattfinden... Ein besonderer Fokus liegt auf dem Umgang mit Dokumentation und Archivmaterial. Hier nimmt der Ausstellungsraum selbst eine akademische Anmutung an.“ Ein Rahmenprogramm „Performing Archive“ begleitet diese Doppelausstellung. www.kunsthalle-düsseldorf.de

...weiterlesen

Museen & Institutionen

Hamburg: Anita Rée-Retrospektive

Die Hamburger Kunsthalle bietet bis zum 4. Februar 2018 mit einer Retrospktive einen umfassenden Überblick über das Werk der Malerin Anita Rée (1885-1933). Die 200 Gemälde und Arbeiten auf Papier dokumentieren eine stilistische Breite von impressionistischer Plein air-Malerei bis hin zu Bildnissen im Duktus der Neuen Sachlichkeit. In der Sammlung befinden sich 13 Gemälde und 25 Papierarbeiten der Künstlerin, die jetzt für die Ausstellung um wichtige Leihgaben ergänzt wurden. „Mit ihren Bildern umkreiste Anita Rée die Frage nach Identität, nach Subjekt und Gemeinschaft, nach Zugehörigkeit in einer sich wandelnden Welt. Als Malerin zwischen Tradition und Moderne, als selbstständige Frau in der Kunstwelt, regionale Künstlerin mit übernationalem Anspruch, als protestantisch erzogene Hamburgerin mit südamerikanischen und jüdischen Wurzeln lebte Rée gleich mehrfach zwischen den Welten...“ www.hamburger-kunsthalle.de

...weiterlesen

Museen & Institutionen

Wolf Vostell in Potsdam

Seine Happenings in den 1960er Jahren waren spektakulär: in Köln machte Wolf Vostell (1932-1998) Stadtführungen durch die damals noch überall sichtbaren Kriegstrümmer und betonierte auf der Straße seinen Opel Kapitän ein, der heute noch als Skulptur „Ruhender Verkehr“ auf dem Hohenzollernring steht. Vostell war Mitbegründer der Fluxus-Bewegung und nahm 1962 an den „Fluxus Internationale Festspiele neuester Musik“ in Wiesbaden teil, zusammen mit Nam June Paik,  Emmett Williams, Ben Patterson, George Maciunas und anderen. In diesem Hernst wäre der Künstler 85 Jahre alt geworden. Aus diesem Ablass zeigt das museum FLUXUS+ in Potsdam bis zum 8. April 2018 in der Dauerausstellung das halbjährige Sonderthema WOLF VOSTELL - SKIZZEN UND SKULPTUREN. Zu sehen sind u.a. „elf Bronzen, die mehrheitlich bisher nicht der Öffentlichkeit gezeigt wurden, in die bestehende Dauerausstellung integrieren. Skizzen,  Fotos und Erläuterungen ergänzen diese Exponate. Insbesondere die Bronze 'Zwei Beton-Cadillacs in Form der nackten Maja' (1986) „ dürfte den älteren Berlinern noch gut in Erinnerung sein. „Die hierzu gehörige Großskulptur auf dem Rathenauplatz in Berlin, am westlichen Ende des Kurfürstendamms, entstand im Rahmen der 750-Jahr-Feier für den Skulpturenboulevard. Die Skulptur wird in Verbindung mit den Autos, die täglich um den Rathenauplatz fahren, zur 'Ereignis-Plastik'. Vostell beschrieb den stetig umkreisenden Autoverkehr als '24-stündigen Tanz ums goldene Kalb'. Eine Neuerwerbung wird gleichfalls erstmalig gezeigt. Der Objektkasten 'Luftpumpen-Museum' zeugt von Vostells Auseinandersetzung mit der Diskussion um den Neubau für die Kunstsammlung Ludwig in der rheinischen Stadt Köln. Anfang der 1970er Jahre entstand der Wunsch nach einem neuen Museum für diese Sammlung. Vostell entwickelte damals die Idee des 'Luftpumpen-Museums'. Die Arbeit von 1972 ist eine 'Objektfassung' dieser Idee.“ www.fluxus-plus.de

...weiterlesen

Museen & Institutionen

ICOM-Tagung

„Problematische Aspekte der Museumsarbeit“ diskutierten 200 Museumsfachleute bei einer Tagung des Internationalen Museumsrates ICOM in Helsingborg (Schweden). Worüber denkt man bei der Konzeption von Ausstellungen und Sammlungskonzeptionen nach, an was erinnert man sich, und was vergisst man absichtlich oder unabsichtlich? „Im Hinblick auf die nationalsozialistische Vergangenheit, Postkolonialismus oder Gender erwiesen sich die Facetten der Probleme, denen sich Museen konfrontiert sehen. Museen müssen darauf hinarbeiten, ihre Sammlungen und Sammlungsstrategien zu überdenken und sich den drängenden Fragen der aktuellen Zeit zu stellen.“ Einigkeit besteht unter den Museumsleuten in der Auffassung, die „Aufgabe des Museums“ bestehe darin, „Verständnis für kritische Themen zu schaffen, nicht aber, diese zu lösen.“ www.icom-deutschland.de

...weiterlesen

Museen & Institutionen

Museum Barberini: DDR-Kunst

Das Museum Barberini in Potsdam hat die Kunst der DDR als Sammlungsschwerpunkt. Unter dem Titel „Hinter der Maske“ sind vom 29. Oktober 2017 bis zum 4. Februar 2018 mehr als 100 Werke von rund 80 Künstlern von den Anfängen bis 1989 zu sehen. „Der bildenden Kunst in der DDR war eine staatstragende Funktion zugeschrieben. Eigensinn und Selbstverständnis der Künstler gingen jedoch weit darüber hinaus. Mit Hinter der Maske. Künstler in der DDR widmet sich das Museum Barberini der Künstlerpersönlichkeit in der DDR und ihrer Selbstinszenierung im Spannungsfeld von Rollenbild und Rückzug, verordnetem Kollektivismus und schöpferischer Individualität.  Die Sicht des Künstlers auf sich selbst kommt in Selbst- und Gruppenbildnissen oder Rollenbildern zum Ausdruck. Diese in der abendländischen Kunst seit der Renaissance tradierten Bildgattungen wurden in der Malerei der DDR ebenso fortgeführt wie das Genre der Atelierbilder...“ www.museum-barberini.com

...weiterlesen

Aus dem Archiv

„KUNSTFORUM ist ein Magazin, das so gut wie jedes Thema, das wichtig ist, beackert hat, und es ist so umfangreich, dass ich manchmal noch einmal in Heften von vor zehn Jahren schaue, und nicht selten erweist sich KUNSTFORUM als eine Fundgrube…“ (Kaspar König)

Selbst überzeugen - KUNSTFORUM Probe lesen

Volltextsuche im Online-Archiv

Suchen Sie nach Personen, Abbildungen, Orten, Institutionen oder sonstigen Schlagworten in allen 250 bisher erschienen Bänden.