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Band 250

Ressource Kreativität

150 ANSTIFTUNGEN ZUM QUERDENKEN

Dieser Jubiläumsband, KUNSTFORUM Nummer 250, erscheint zu Beginn einer neuen Ära: Nach der dritten industriellen Revolution, der Automatisierung durch Computer ab den 1970er Jahren, beginnt nun die vierte, in der Mensch und Maschine zusammenwachsen sollen. Als 1973 das KUNSTFORUM als Insider- Blatt konzipiert wurde, startete fast zeitgleich eine äußerst innovative und kreative Zunft mit Firmen wie Microsoft und Apple. Der Impuls aus diesem Aufbruchsmoment wird nun, 45 Jahre später, mit diesem Titelthema Ressource Kreativität wiederaufgenommen und in die Zukunft erweitert. Denn auch wenn die Differenz von Mensch und Maschine epochal verringert wird: Das Potenzial der kreativen menschlichen Intelligenz bleibt trotz künstlicher Intelligenz unverzichtbar.


Die Beiträge der prominenten Autoren dieses Bandes finden ihre Wirkkraft jenseits von technikaffinem Leistungszwang und gehypter Kreativitätshysterie: Sie stellen das Phänomen Kreativität auf den Prüfstand und sprechen dabei nicht nur vom Rätsel der Kreativität, sondern auch von dessen Auflösung. Dieser Jubiläumsband bietet hundertfünfzig Anstiftungen zum Querdenken über die Kreativität als Rohstoff der Seele: für eine Welt mit mehr Eigensinn!


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Aus diesem Band

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„KUNSTFORUM ist ein rauschendes Kompendium der Zeitgenossenschaft“
(Gregor Jansen, 2012)

„KUNSTFORUM ist nicht nur am Puls der Zeit, sondern ist ihm nicht selten eine Nasenlänge voraus. Auch Jahre später kann man sich noch ein Themenband erneut vorknöpfen und sich bereichern lassen, einfach unglaublich."
(Jürgen Klauke, 2014)

Selbst überzeugen - KUNSTFORUM Probe lesen

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Museen & Institutionen

Münster: "NO! LOGO"

1970/71 schuf der ZERO-Künstler Otto Piene die Installation „Silberne Frequenz“ für das Westfälische Landesmuseum Münster, dessen Träger der Landschaftsverband Westfalen Lippe ist.  Dass die Buchstaben „LWL“ aber ausgerechnet am unteren rechten Rand auf die Piene-Installation montiert wurden, erzürnt viele Kunstfreunde. Das sei „mehr als eine Lokalposse“ schrieb Kasper König an die „Kunstforum“-Redaktion. König ist Anreger der Initiative NO!LOGO - Respekt für Kunst und Leiter der Münsteraner Skulptur Projekte, deren Träger ebenfalls der LWL-Verband ist. Die Initiative mokiert sich darüber, dass „faszinierende Lichtkunst... zur profanen Lichtwerbeanlage für eine aus Steuermitteln finanzierte Körperschaft öffentlichen Rechts“ werde. Daher wollen die Initiatoren „Öffentlichkeit herstellen, um diese Fehlentwicklung zu korrigieren“ und einen „Diskurs – etwa in Form eines Symposiums – anregen, um den Verantwortlichen im Landschaftsverband Argumente als Entscheidungshilfe an Hand zu geben“. Ausdrücklich will „NO! LOGO“ dazu auch die „Freunde des Landesmuseums“ mit ins Boot holen. „Unser gemeinsames Ziel ist es, dem Kunstwerk von Otto Piene seine Würde zurückzugeben und vom Ballast des LWL-Logos zu befreien". Nach der Umgestaltung des Gebäudes sollte seinerzeit das Werk erneut angebracht werden, und dass die Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger „den Anschein erweckt hatte, die Logo-Integration sei eine Idee des Künstlers gewesen“, ruft Widerspruch hervor, wie die NO! LOGO-Initiative in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Freundeskreis und dem Westfälischen Kunstverein Münster klarstellt: „Angesichts der Alternativen 'Wiederinstallation mit Logo oder Entfernung des Kunstwerks' stimmt der bereits damals hochbetagte Künstler dem Ultimatum zu...“. Seine "originäre Idee" sei das jedenfalls nicht gewesen; die Anbringung des Logos habe man vielmehr beim LWL ausgeheckt. Wer sich auch in die Unterstützerliste eintragen möchte, kann dies tun unter www.initiative-no-logo.de

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Aktionen & Projekte

Ai Weiwei Film Human Flow startet in den Kinos

Ein Jahr lang arbeitete Ai Weiwei an seinem 140 Minuten langen Film „Human Flow“ (Menschenstrom), der in Deutschland im November 2017 in die Kinos kam. An den Dreharbeiten in 23 Ländern waren 25 Film-Teams beteiligt. Dass Ai Weiwei in solch einer Breite und Gründlichkeit Einzelschicksale von Flüchtlingen dokumentiert, ist nach seinen eigenen Worten „eine sehr persönliche Reise“. Er selbst wurde bekanntlich in China verschleppt, inhaftiert und durfte nach jahrelangem Reiseverbot erst 2015 nach Berlin kommen. Vertreibung und Heimatverlust sind mithin reale Erfahrungen für ihn, der als Regisseur eines solchen Films eben nicht die kühle professionelle künstlerische Distanz hat wie andere Filmemacher, die heute einen flippigen Werbespot drehen und morgen einen handwerklich soliden TV-Krimi, oder wie die Kriegsberichterstatter, die mit schusssicherer Weste und Kamera in die zerbombten Ruinen von Aleppo vordringen und dabei im Laufe der Zeit eine gewisse Abgebrühtheit entwickeln: so ist der Film eben wegen dieser authentischen persönlichen Dimension ein leidenschaftliches Plädoyer für die Menschenrechte, für Toleranz, Mitgefühl und gegenseitiges Vertrauen. Und wie schwierig es ist, als Flüchtling nach allen physischen Strapazen auch mental woanders anzukommen und sich einzurichten, beschreibt Ai Weiwei hinsichtlich seiner eigenen Befindlichkeit nach zwei Jahren in Berlin mit der Abwandlung des berühmten Kennedy-Wortes: „Ich bin kein Berliner“. Denn mit der Ankunft an einem halbwegs sicheren anderen Ort hört die innere Geschichte der Flucht nicht auf. Nach seriösen Angaben sind derzeit weltweit 65 Mill. Menschen auf der Flucht, vor Krieg und Bürgerkrieg, vor Diktatoren, Hunger, Elend und Dürre – und das heißt auch: vor den Folgen des jetzt schon spürbaren Klimawandels. Allein aus Afrika würden in den nächsten Jahren 20 Mill. Menschen wegziehen wollen, wenn man sie denn ließe. Doch wenn nur solche abstrakten Zahlen in den Nachrichtensendungen verkündet werden, weckt das noch keine Empathie, sondern es bleiben halt blasse Zahlen. Deswegen focussiert Ai Weiwei seine Dokumentation eben nicht nur aus rein dramaturgischen Gründen auf die persönlichen Geschichten seiner Protagonisten. „Ihm gelingt... ein bildgewaltiges Dokument unserer Gegenwart“, schrieb Kerstin Decker im Berliner „Tagesspiegel“. Die „Neue Presse“ hingegen wirft Ai Weiwei vor, er schiebe sich „selbst immer wieder so aufdringlich ins Bild … meist filmend mit seinem Handy, als wäre er ein Voyeur auf Weltreise“, während die Rezensentin Kathrin Horster in den „Stuttgarter Nachrichten“ zu dem Eindruck gelangte: „Weiwei will... nicht belehren, er versucht vielmehr, die eigene Empathie für die Entwurzelten sichtbar zu machen, um so vielleicht das empathische Verhalten anderer zu fördern...“ www.labiennale.org/en/cinema/2017/program-cinema-2017/ai-weiwei-human-flow

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Dazu in Band 214 erschienen:

Ai Weiwei - Vielleicht ist ja mein Leben eine einzige Performance?

Als ich Ai Weiwei ein Tag nach dem Pornographie-Vorwurf seitens der Polizei interviewte, stand kein den Künstler überwachender Wagen mehr vor dem Haus mit der großen Mauer wie noch vor drei Monaten. Absolute Leere auf der Straße. Nur eine Kamera, die auf das Tor zum Studio gerichtet ist. Auch keine Verfolger nach dem Gespräch. Nichts Auffälliges. Und drinnen im Studio, wo Ai Weiwei gerade noch auf irgendwelche Nachrichten reagierte, herrschte unter den Mitarbeitern große Normalität und alltägliche Betriebsamkeit. Eben Alltagsstimmung, keine Angespanntheit. Anderthalb Stunden dauerte das Gespräch mit dem „Künstler der Revolte“, wie er zu Weihnachten von der Zeitschrift „Le Monde gekürt wurde. Beim Reden wurde deutlich, dass Ai Weiwei unter einem Individuum etwas anderes versteht als der Westen. Eben kein isoliertes Wesen neben anderen Vereinzelten. Etikettierungen sind ihm dabei ebenso fremd wie jegliche Art der Kategorisierung. Deshalb begreift er sich auch nicht als „einen politischen Künstler“, sondern als etwas, das sich nicht greifen und nicht definieren und nicht fixieren lässt. Ihm scheint es dabei egal zu sein, wie er von anderen gesehen oder gar instrumentalisiert wird

Ein Gespräch über die Veränderung der Welt per Internet Von Heinz-Norbert Jocks

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Museen & Institutionen

Harun Farocki und Christian Petzold im Centre Pompidou

Harun Farocki (1944-2014) und Christian Petzold (Jahrgang 1960) zählen zu den wichtigsten Filmregisseuren ihrer Generation in Deutschland. Das Centre Pompidou Paris richtet ihnen nun vom 23. November 20917 bis zum 7. Januar 2018 eine Doppel-Retrospektive aus. Die Ausstellung umfasst 12 Installationen und Videos von Farocki aus den letzten 30 Jahren seines Schaffens, begleitet von einem Programm seiner Filme für Kinder, präsentiert com Goethe-Institut. Petzold ist u.a. mit einem Selbstporträt im Kurzfilmformat und zwei TV-Filmen für Krimi-Serien vertreten; er hält am 26. November 2017 auch eine Meisterklasse ab. www.centrepompidou.fr

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Dazu in Band 187 erschienen:

Harun Farocki - Deep Play: Spiel mit tiefer Bedeutung

1,5 Milliarden ZuschauerInnen haben dieselben Bilder vom WM-Endspiel 2006 gesehen. Die Monopolbildung von Live-Bildern als Weltregie der Fernsehindustrie hinterfragt Harun Farocki in seiner Medieninstallation „Deep Play“. Als Material verwendet er unter anderem „Clean Feed“ von Fernsehanstalten, digitale Bildbearbeitungstechniken sowie computergenerierte Einspielungen. Die diversen Perspektiven fordern zur individuellen Bilderfassung auf und machen eine neue mediale Realität sichtbar.  

Der 1944 als Sohn eines Inders und einer Deutschen im Sudetenland geborene und kosmopolitisch aufgewachsene Intellektuelle hinterließ zum Zeitpunkt seines frühen Todes im Jahr 2014 neunzig Filme, darunter Spielfilme und Filmessays, Fernseh- und Dokumentarfilme, außerdem zahlreiche Texte sowie Kooperationen mit anderen Künstlern.  

Ein Gespräch mit dem 2014 verstorbenen Künstler von Ursula Maria Probst

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Galerien & Auktionshäuser

Leonardo da Vinci: Auktionsrekord 450 Mill. Dollar

Mit 450.312.500 Dollar (383,6 Millionen Euro) incl. Gebühren ist Leonardo da Vincis Bild „Salvator Mundi“ (ca. 1500) das teuerste Bild in der Geschichte des Kunsthandels. 1958 war es in London für nur 45 Pfund versteigert worden; 2013 kaufte es der Schweizer Kunsthändler Yves Bouffier für 80 Mill. Dollar. Es gehörte zuletzt dem russischen Milliardär Dmitri Rybolowlew, der dafür 127 Mill. Dollar bezahlt hatte und wurde nun von Christie's in New York an einen Telefonbieter versteigert, für eben jene Rekordsumme von 450 Mill. Dollar. Ob es tatsächlich Leonardo da Vinci zugeschrieben werden kann, bezweifeln indes einige Experten – jedenfalls ist es mehrfach restauriert worden, wobei eine zu starke Übermalung an einigen Stellen bemängelt wird, bzw. an Gesicht und Haaren sei von der ursprünglichen Farbschicht zu viel abgerieben worden. Der Leipziger Kunsthistoriker Prof. Frank Zöllner hält das Bild für eine Werkstattarbeit – Leonardo selbst habe an dem Bild wohl „ vermutlich auch mitgemalt“, aber es spräche einiges dafür, „dass es von Schülern überarbeitet wurde“. www.christies.com

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Aktionen & Projekte

Weltklimakonferenz: Globale Verpuppung

"Karneval im COP-Festzelt oder Wir schunkeln uns den Klimawandel schön“, notierte der Siegburger Künstler Hermann-Josef Hack in seinem Blog: der Weltklimagipfel COP in Bonn fiel nämlich zeitlich mit dem 11.11. als Beginn der Karnevalssession im Rheinland zusammen, und so sah man an jenen Gipfeltagen im Bonner Stadtbild viele Protest-Demonstranten im Karnevalskostüm. Für Hack ist das ein bisschen viel Folklore: dass zu solchen Gipfeltreffen kritische NGOs und ihre Aktivisten sowie diverse Kulturprogramme immer nur als atmosphärische Beigabe dabei sind, sozusagen als die Salatblatt-Garnitur auf dem Buffet der politischen Debatten, stört ihn. „Klimawandel ist eine kulturelle Frage“, sagt Hack, „insofern gehören neben Wissenschaftlern, Politikern und Wirtschaftsvertretern auch Künstler auf Augenhöhe an den Verhandlungstisch.“ Als die Delegierten der Konferenz wieder ihre Heimreise antraten, präsentierte Künstler Hack im benachbarten Siegburg sein Projekt „Globale Verpuppung“, das er während der Gipfeltage gemeinsam mit Schülern des örtlichen Anno-Gymnasiums realisiert hatte. Die Schüler hatten sich mit den Fragen auseinander gesetzt: „Können wir nach dieser Klimakonferenz wieder zur Routine unseres Alltags übergehen und es bei der Kritik belassen, es ist mal wieder außer vieler frommer Ankündigungen nichts Konkretes herausgekommen? Was macht das mit mir? Wie sehe ich mich betroffen? Als Opfer oder Täter, beides in einer Person? Was folgt daraus für meinen Alltag?“ www.hermann-josef-hack.de/cms/

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Museen & Institutionen

James Rosenquist im Kölner Museum Ludwig

Vom 18. November 2017 bis zum 4. März 2018 zeigt das Kölner Museum Ludwig die Ausstellung „James Rosenquist – Eintauchen ins Bild“. Der Künstler hat das Konzept und die Werkauswahl noch selbst autorisiert, bevor er am 31. März dieses Jahres starb. „Die Ausstellung verfolgt den zentralen Aspekt des 'Eintauchens ins Bild', wie der Künstler es selbst nennt, und bietet gleichzeitig einen breit angelegten Überblick des Schaffens von James Rosenquist. Die collagehaften Gemälde der 1960er-Jahre, aus denen deutlich Rosenquists Herkunft als Plakatmaler riesiger Werbeflächen am Times Square spricht, sind gleichermaßen zu sehen wie biografisch motivierte Bilder der 1970er-Jahre oder Verarbeitungen kosmischer Raumphänomene in großformatigen späteren Gemälden.“ Als Pionier der Pop Art in den 1960er Jahren interessierte Rosenquist nicht etwa nur die lustig-bunte Welt der Reklame und die Ikonen der Konsumgesellschaft, sondern die politische und soziale Dimension von Wahlplakaten, Zeitungscovern und anderen Quellen: für seine Rauminstallation „F 111“ aus dem Jahr 1964 wählte er als Hauptmotiv ein Kampfflugzeug, das er in einer verstörenden Weise mit Motiven des Alltagskonsums verband. Bei seinem Werk „President Elect“ übernahm er ein Porträt von einem Plakat, mit dem sich John F. Kennedy 1960 um das Präsidentenamt bewarb – die Datierung des Werks enthält ebenso die Jahreszahl 1964, ein Jahr nach Kennedys Ermordung, als es in der US-Politik turbulent zuging. In Folge der Kuba-Krise hatte Kennedy nämlich ein Eingreifen der US-Streitkräfte in den Vietnamkrieg angeordnet; ab 1962 flog die US-Luftwaffe Kampfeinsätze gegen Nordvietnam. Rosenquists „F 111“-Installation entstand vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund, dass der US-Kongress mit seiner „Tonkin-Resolution“ 1964 alle Militäreinsätze gegen Vietnam auch ohne förmliche Kriegserklärung legalisierte und dem Kennedy-Nachfolger Präsident Lyndon B. Johnson damit freie Hand ließ, die Bombardements von nun an zu intensivieren. Das Meinungsforschungs-Institut Gallup registrierte in seinen Umfragen aber erst ab 1966/67 eine wachsende Abneigung der Amerikaner gegen den Vietnamkrieg – Rosenquists Werk spiegelt also noch nicht jene Anti-Kriegs-Haltung wider, die wesentliches Vehikel der Protestbewegung der späten 1960er Jahre war, nimmt aber an Zeitstimmung schon einiges vorweg. Von allen Pop Art-Künstlern seiner Generation war James Rosenquist vielleicht wohl derjenige, der am deutlichsten auch politische Botschaften in seinen Arbeiten kommunizierte. www.museum-ludwig.de

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Dazu in Band 175 erschienen:

James Rosenquist - Retrospektive im Kunstmuseum Wolfsburg, 2015

Es gibt wohl kaum einen Maler, der es mit James Rosenquist aufnehmen könnte - jedenfalls was die Größe seiner Bildformate angeht. In der Wolfsburger Retrospektive des Popkünstlers sind in dieser Hinsicht 5 mal 14 Meter Spitze. Das Bild heißt „The Stowaway Peers Out at the Speed of Light“. Übersetzt konnte es etwa heißen: Der Blinde Passagier späht nach draußen bei Lichtgeschwindigkeit. Rosenquist malte es im Jahr 2000 auf jeweils ein mal ein Meter große Leinwände, die zusammengesetzt das komplette Format ergeben. Auf der riesigen Bildfläche strudeln abstrakt-bunte Farbstürme auf einen imaginären Fluchtpunkt in der Mitte des Bildes zu. Früher hätte man das Ganze wohl als psychedelisch bezeichnet. Rosenquist ging es aber tatsächlich um die Wahrnehmung bei Lichtgeschwindigkeit, oder um seine Vorstellung davon

von Ronald Berg

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Kulturpolitik

100 jahre bauhaus 2019: Das „Netzwerktreffen

Am 8. November trafen sich in Dessau mehr als 80 Vertreter der rund 50 Institutionen und Partner, die sich beim Veranstaltungsreigen zu „100 jahre bauhaus“ 2019 beteiligen werden. Das „Netzwerktreffen“ diente der internen Information und dem gegenseitigen Kennenlernen. 2019 werden nicht nur die Bauhaus-Stätten in Weimar, Dessau und Berlin Ausstellungsprogramme anbieten, sondern auch etliche andere Institutionen aus insgesamt elf Bundesländern. Das Jubiläumsjahr startet mit einem einwöchigen „Eröffnungsfestival“ in Berlin mit Musik, Tanz und Performances. Zu den vier Programmschwerpunkten des Jubiläumsjahres gehört ferner eine „Grand Tour“, die viele der mit dem Bauhaus verbundenen Orte in Deutschland für Touristen untereinander vernetzt. Auch im Ausland wird unter dem Titel „Bauhaus Imaginista“ die internationale Ausstrahlung der Schule in Ausstellungen und Symposien untersucht werden. Schließlich soll das Vermittlungsprogramm „Bauhaus Agenten“ neue Formate für die Museen des 21. Jahrhunderts erproben und die zentrale Frage nach den Impulsen des Bauhauses für Gegenwart und Zukunft auch für Schulen und Schüler attraktiv machen. Der Bund unterstützt das Bauhaus-Jubiläum mit 52 Millionen für neue Museumsbauten in Berlin, Dessau und Weimar. Die Kulturstiftung des Bundes spendiert insgesamt 16,5 Mio. Euro für das Jubiläumprogramm. (R.B.)

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Personalien

Kunsthalle Tübingen: neue Direktorin

Dr. Nicole Fritz ist ab dem 1. Januar 2018 Direktorin der Kunsthalle Tübingen und alleiniger Vorstand der Stiftung Kunsthalle Tübingen. Sie promovierte 2002 über Bewohnte Mythen. Joseph Beuys und der Aberglaube und war anschließend wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Kunsthalle Baden-Baden, Kunstkoordinatorin an der Stuttgarter Akademie Schloss Solitude und Kuratorin an verschiedenen Instituten. 2011 wurde sie Leiterin des damals noch im Bau befindlichen Kunstmuseums Ravensburg. www.kunsthalle-tuebingen.de

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Messen & Märkte

Cologne Fine Art

Die Cologne Fine Art (23.-26. Nov. 2017) hat sich in den vergangenen Jahren von einer Antiquitätenmesse mehr und mehr zu einer Veranstaltung weiter entwickelt, deren Programm bis in die Gegenwart reicht. Bereits vor zwei Jahren führte man dazu eine Plattform „Cologne Fine Art Contemporary“ ein. Das Erscheinungsbild komtm beim Publikum gut an – im vergangenen Jahr kamen 16.000 Besucher. Damit bietet der rheinische Kunsthandelsmarkt München Paroli, wo im Herbst immer jeweils drei Messen mit älterer Kunst stattfinden: gelten Berlin und Köln als Zentren des Handels mit moderner und zeitgenössischer Kunst, so kann München für sich die Rolle eines Mekkas für Sammler alter und neuer Meisters für sich reklamieren. Außerdem kündigt die Cologne Fine Art nunmehr eine neue Parallelmesse an: nachdem schon in den vergangenen Jahren „das Thema Design im Bereich klassischer Automobile als Beispiele für Angewandte Kunst auf der Messe aufgegriffen“ wurde, ging die Messeleitung nun mit RETRO CLASSICS® COLOGNE eine Partnerschaft ein. Der Co-Veranstalter Retro Messen GmbH präsentiert auf 66.000 qm „historische Fahrkultur“, vulgo: Oldtimer. Für die Veranstalter ist die Standortwahl für solch eine historische Auto-Messe stimmig: schließlich erfand Nikolaus Otto um 1862 in Köln den Otto-Viertakter-Motor und gründete dort dann auch zusammen mit Eugen Langen 1872 die erste Gasmotorenfabrik, die heutige Deutz AG. In diesem Unternehmen waren Wilhelm Maybach 1873 Leiter des Konstruktionsbüros und Gottlieb Daimler Leiter der Werkstatt: beide entwickelten den Otto-Motor zur Serienreife weiter und präsentierten 1885 das erste Motorrad und 1886 eine Motorkutsche – im Prinzip das weltweit erste Automobil. Erst 1887 ließ sich Gottlieb Daimler schließlich in Cannstatt nieder. In unmittelbarer Nachbarschaft des heutigen Kölner Messegeländes entsteht auf den industriellen Brachflächen zwischen den Stadtteilen Deutz und Mülheim eine neue Siedlung, deren Straßen dann nach Pionieren der Industriegeschichte benannt werden sollten. www.colognefineart.de

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Hochschulen

Mainz: Vortrag von Dieter Daniels

Dieter Daniels, Professor an der HGB Leipzig und Fellow des Gutenberg Forschungskollegs an der Kunsthochschule Mainz, hält dort in Mainz am 21. November 2017 einen Vortrag zum Thema "The revolution will (not?) be televised? Zur Rolle von Video in politischen Umbruchsituationen". Daniels schrieb früher als Kritiker auch für "Kunstforum" und wurde 1991 von Heinrich Klotz ans ZKM Karlsruhe zum Aufbau der Videoabteilung geholt. www.kunsthochschule-mainz.de

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Aktionen & Projekte

Mit Geld spielt man nicht

Vom 16. November 2017 zum 9. Februar 2018 stellt der Künstler Hans HS Winkler in der Berliner Galerie M seine Geld-Projekte vor („Mit Geld spielt man nicht“). Zu den Projekten gehört ein „Finanzmuseum“ mit „Geschichten über ungewöhnliche Banküberfälle, 'Anarchisten-Banker' oder Spekulanten... Letztendlich zeigt es den Einfluss des Geldes:  wo es Geld und Banken gibt, gibt es auch Kriminalität...“ Der Ausstellungsraum bietet außerdem Einblicke in ein Archiv mit diversen individuellen und künstlerischen Arbeiten zum Thema Geld. Zur Vernissage führt Winkler die Regionalwährung „Marzahner“ ein, deren Motive die Ausstellungsbesucher auswählen und die der Künstler dann in der unmittelbaren Umgebung in Umlauf bringt. www.hswinkler.de

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Ausschreibungen

ADKV-Kritikerpreis

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) lobt für freischaffende Kunstkritiker den ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstkritik 2018 aus (3.000 Euro). Einzureichen sind als PDF-Dokument (max. 19 MB) veröffentlichte Texte: zwei kürzere Kritiken oder Kolumnen oder kunstkritische Kommentare im Umfang bis 6.000 Anschläge, eine längere Ausstellungskritik oder ein längeres kunstkritisches Feature im Umfang bis zum 12.000 Anschläge, ein längerer monografischer Text über eine/n KünstlerIn oder ein kunstkritischer Essay, Biografie. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2018. Bewerbung nur per E-Mail an kunstkritik@kunstvereine.de 

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Museen & Institutionen

Philipp Fürhofer in der Schirn Kunsthalle

Bis zum 21. Januar 2018 präsentiert die Schirn Kunsthalle Frankfurt im Rahmen der Ausstellung „Diorama. Erfindung einer Illusion“ eine raumgreifende Installation von Philipp Fürhofer. „Mit seiner eigens für die Schirn-Rotunde entwickelten Arbeit [dis]connect verwandelt der Künstler den Rundbau in einen Raum der Illusion. Unter dem Einsatz von Licht und Spiegeln lässt er zwei räumliche Situationen entstehen. Die eine spiegelt die Erdgeschoss-Architektur der Rotunde und die Besucher selbst, die andere erzeugt eine endlose Spiegelung des Rundbaus nach oben – eine perfekte Illusion, in der sich die Besucher verlieren können.“ Der illusionistische Raum ist im Außenbereich der Schirn frei zugänglich. „Unter Einsatz von Licht- und Spiegeleffekten macht sich der Künstler die Architektur der Rotunde zu Nutze, um uns zu zeigen, wie wir uns täuschen können: Er legt die Illusion offen...“ www.Schirn.de

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Aktionen & Projekte

Kommen Sie nach Hause

Seit 1999 führt die Kölner Künstlerin Steff Adams in ihrer Wohnung und in Gatswohnungen in anderen Städten (darunter Sao Paulo, Madrid, Tokyo und New York) temporäre Ausstellungen unter dem Motto „Kommen Sie nach Hause“ durch. Die nächste Station dieser Wanderausstellung ist ihre Wohnung am Gereonswall 27a vom 24. bis zum 26. November 2017. Befreundete Künstler stellen kleinformatige „Nebenprodukte“ ihrer Arbeit, die sie sonst nicht ausstellen würden, zur Verfügung. Es sind oft unfertige, manchmal auch experimentell-verspielte Exponate, die im offiziellen Ausstellungsbetrieb keinen Platz hätten, hier in einem rein privaten Rahmen mit einber „Verschmelzung von Kunst und Alltag“ jedoch schon. Bislang haben sich etwa 100 Künstler an der Aktion beteiligt. www.kommensienachhause.de

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Personalien

Zero Foundation: Neue Geschäftsführerin

Barbara Könches ist ab Anfang 2018 Geschäftsführerin der Zero Foundation in Düsseldorf. Derzeit leitet sie noch den Bereich „Visuelle Kunst“ der Kunststiftung NRW. Ihr Vorgänger bei der Zero Stiftung Mattjis Visser war bereits im Mai dort ausgeschieden. Ihm ist es wesentlich zu verdanken, dass die Zero Foundation das Gebäude in der Düsseldorfer Hüttenstraße sichern konnte, wo ab 1961 die Zero-Künstler Heinz Mack, Günther Uecker und Otto Piene ihre Ateliers hatten – Pienes „Feueratelier“ ist dort noch im Originalzustand erhalten. Auch der Werbefachmann und Künstler Charles Wilp, der Minimal Art-Künstler Morris und Christo hatten dort zeitweise gearbeitet. Die Kosten für Renovierung und Unterhalt sollen hauptsächlich von der Zero-Stiftung und Sponsoren getragen werden; sich darum zu kümmern, wird zu den Hauptaufgaben der neuen Geschäftsführerin gehören. Im Oktober 2018 soll das Gebäude für die Stiftung eingeweiht werden. www.zerofoundation.de

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Aus dem Archiv

„KUNSTFORUM ist ein Magazin, das so gut wie jedes Thema, das wichtig ist, beackert hat, und es ist so umfangreich, dass ich manchmal noch einmal in Heften von vor zehn Jahren schaue, und nicht selten erweist sich KUNSTFORUM als eine Fundgrube…“ (Kaspar König)

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