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Band 248/249

documenta 14

VON ATHEN LERNEN

Die documenta 14 ist eine Herausforderung in ihrem Konzept und ihrer schieren Größe. Als unverzichtbare Orientierungshilfe begleitet KUNSTFORUM diese Großausstellung traditionell mit einem großen Sonderband. Auf über 600 Seiten und mit mehr als 1000 Abbildungen wird die diesjährige documenta umfassend beleuchtet:


Kommentierte Fotorundgänge führen durch die Ausstellungsorte und schaffen Orientierung und Übersicht. Vertiefende Gespräche mit Künstlern (z.B. Oli Oguibe, Daniel Knurr, Marta Minujín uvm.), Kuratoren (wie Dieter Roelstraete, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung) und anderen Beteiligten (z.B.der griechischen Kulturministerin, Lydía Koniórdou oder Marina Forkidis), sowie ein großes Portrait des künstlerischen Leiters Adam Szymczyk, geben vielseitig Einblick in Hintergründe und Gedankengänge. In kritischen Essays diskutieren KUNSTFORUM Autoren kontrovers und analysieren aus unterschiedlichen Perspektiven die Ziele, Wege und Ergebnisse dieser Doppelausstellung.


Als Begleiter vor Ort und zur Vor- und Nachbereitung des Besuchs, bietet dieser KUNSTFORUM Band die Möglichkeit die vielfältigen Eindrücke zu sortieren und in ihrer Gesamtheit zu reflektieren. Die vollständigste Dokumentation der Weltkunstausstellung.


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Kulturpolitik

Von Athen gelernt? documenta 14 im Finanzierungsstau

Ein Motto kann zum schlechten Mantra werden. Oder haben Adam Szymczyk, der künstlerische Leiter der documenta 14, und Annette Kulenkampff, ihre Geschäftsführerin, den Arbeitstitel, unter den sie das Großprojekt stellten, derart wörtlich genommen, dass es nun zum spottbefrachteten Bumerang wird? Unter dem Leitsatz „Von Athen lernen“ waren sie angetreten, jetzt titelte die Süddeutsche Zeitung (SZ) „Von Athen gelernt.“ Andere reagierten ähnlich. Der Grund: Das auf die griechische Hauptstadt ausgedehnte Großereignis ist offenbar in eine finanzielle Schieflage geraten. Zwar wollen die Stadt Kassel und das Land Hessen Bürgschaften übernehmen, für den Kasseler Anteil ist allerdings noch die Zustimmung der Stadtverordneten nötig, die am 25. September tagen. Nach Informationen der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) soll das Minus 7 Millionen Euro betragen. In einer ausführlichen Stellungnahme haben Szymczyk und seine Ko-Kuratoren inzwischen darauf hingewiesen, dass sämtliche Gesellschafter der documenta gGmbH das Konzept von Anfang an trotz der absehbaren Risiken uneingeschränkt befürwortet hätten. Die Autoren glauben, „dass es an der Zeit ist, das System der Wertschöpfung solcher Megaausstellungen wie der documenta auf den Prüfstand zu stellen“, und sprechen damit die Zukunft der documenta an. Szymczyks transnationale Ausweitung war bereits von der Frage begleitet, welche räumlichen Dimensionen wohl in fünf Jahren angepeilt würden. Mittlerweile geht das Gerücht, es gebe Überlegungen – einem allgemeinen Trend folgend – China ins Boot zu holen. Das Motto könnte dann lauten „Die Kunst als Reich der Mitte“. MH

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Aktionen & Projekte

Aufruf von Wolfgang Tillmans: Poster zur Bundestagswahl als klares Zeichen gegen die AfD

Bereits letztes Jahr startete der Turnerpreisträger Wolfgang Tillmans, der selbst viele Jahre in London gelebt hat, eine Anti-Brexit-Kampagne. Bei seinem neusten Projekt, ruft er dazu auf am 24. September in Deutschland wählen zu gehen, „die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl erhöhen und ein klares Zeichen gegen die rechtsnationale AfD zu setzen“. Er stellt er sieben Poster vor, die die man posten, downloaden und verteilen kann: www.betweenbridges.net

Hier sein Aufruf im Wortlaut:

 

Liebe Freunde und Kollegen,

es besteht die reale Gefahr, dass viele Menschen am 24. September zu Hause bleiben, weil sie glauben, das Wahlergebnis bereits zu kennen.

Die Mitte der Gesellschaft wähnt sich in Sicherheit, während die AfD für die letzten Tage des Wahlkampfes eine massive Internetkampagne plant. Dabei nutzt sie die Dienste der amerikanischen Agentur Harris Media, die bereits im vergangenen Jahr geholfen hat Brexit und Trump durchzusetzen. Sie wird eine für Deutschland bisher ungekannte Polemik einsetzen.

Ihre Werbemittel appellieren an nationalistische Ressentiments und sie hoffen 15% der Stimmen zu bekommen. Damit könnte es sein, dass sie die stärkste Oppositionsfraktion werden und in jeder Bundestagssitzung als erste nach der Regierung sprechen. Dann hätten sie die Möglichkeit, wie schon in den Landtagen bewiesen, scheibchenweise Tabubrüche vorzunehmen und rechtsradikales Gedankengut zu normalisieren.

Es gibt keinen Grund entspannt zu sein und zu glauben, die neuen rechtsnationalistischen Bewegungen würden an Deutschland vorüberziehen.

Die AfD ist nicht harmlos. Nach außen ist sie bestrebt, ein nicht-radikales Bild abzugeben, doch kann ich in dem Plakatmotiv des schwangeren Bauches einer weißen Frau mit dem Spruch ‘Neue Deutsche machen wir selbst’ nur eine Vorstufe der Lebensborn-Initiative sehen.

Das wahre Gedankengut der AfD-Politiker kommt immer wieder in öffentlichen Entgleisungen und Leaks zum Vorschein. Sind sie erstmal stark im Bundestag vertreten, können sie sich dort über Jahre festsetzen und die Mittel der Demokratie nutzen und missbrauchen, um unser Gemeinwesen zu vergiften. Wir brauchen keine Partei, die aktiv und destruktiv die Spaltung der Bevölkerung vorantreibt.

Nach den Erfahrungen von Brexit, Trump und den 30% Front National in Frankreich empfinde ich das dringende Bedürfnis, das mir Mögliche zu tun, damit Rechtspopulismus in Deutschland in kleinen Grenzen bleibt.

Die AfD-Wähler/innen werden wir vielleicht nicht umstimmen können. Daher ist das Einzige, was hilft: eine hohe Wahlbeteiligung und Stimmen für die anderen Parteien, damit der prozentuale Anteil der AfD klein bleibt.

Dafür habe ich mit meinem Team Poster entworfen, die an zehntausend Adressen im ganzen Land verschickt werden. Sie sind ebenfalls als A3 / A4 Formate zum Selberdrucken und im Social-Media-Format auf der Website www.betweenbridges.net herunterladbar.

Bitte vermittelt möglichst vielen Menschen, Bekannten und Familie die Dringlichkeit der Situation. Jede Stimme zählt. Druckt die Poster aus und fragt in Kneipe, Bäckerei, Arbeitsplatz, ob ihr eins aufhängen könnt. Oder postet sie online.

Mit besten Grüßen Wolfgang Tillmans

Download Link: www.betweenbridges.net

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Messen & Märkte

Art Berlin

In Berlin gibt es etwa 300 Galerien mit einem zeitgenössischen Programm und etwa 12.000 bildende Künstler; von denen hat allerdings höchstens die Hälfte eine Galeriebindung, dies aber nicht unbedingt und nur bei lokalen Galerien. Eigentlich sind dies gute Rahmenbedingungen für die Durchführung einer Kunstmesse, doch damit tat sich die Berliner Kunstszene schwer: in den 1990er Jahren musste eine Tradition als Stadt der Kunstsammler erst einmal begründet werden, denn das preußisch-protestantisch geprägte Berlin sei früher eine Stadt der Literatur und des Theaters gewesen, aber seit den Zeiten von Max Liebermann als Kunststadt nicht so bedeutend wie Paris oder New York. Das änderte sich erst mit dem Boom der vergangenen zwei Jahrzehnte; allerdings galt die Berliner Galeristenszene jahrelang als zerstritten, und so wurde schon mal hinter vorgehaltener Hand kolportiert, die Messe artforum berlin sei ja eine Gründung abtrünniger Art Cologne-Teilnehmer aus dem Rheinland gewesen und sie sei von manchen international wichtigen Berliner Kunsthändlern nicht richtig angenommen worden. Die seit 2007 durchgeführte abc-art berlin contemporary verstand sich nicht als „richtige Kunstmesse“, sondern als „Plattform“, und so unternimmt man nun einen neuen Anlauf, in der Hauptstadt wieder eine Messe zu etablieren: in diesem Herbst geht in der „Station“ am Gleisdreieck Kreuzberg die Art Berlin (14.-17.9.2017) an den Start, sozusagen als abc-Ersatz, geleitet von der bisherigen abc-Chefin Maike Kruse. Statt Konkurrenz zu den rheinischen Kunstmärkten wie früher ist nun Kooperation angesagt: die Art Cologne und die Koelnmesse sind in Berlin als Partner mit im Boot, und die Koelnmesse tritt sogar als offizieller Veranstalter auf. „Gemeinsam“ wollen die Kölner und die Berliner die Art Berlin „langfristig als neue Messe“ etablieren. Zur Auftaktveranstaltung sind ca. 100 Galerien zugelassen. Die Kölner Messemacher wollen dabei vor allem jenen Galerien einen Berlin-Auftritt ermöglichen, die sie aus Platzgründen im Frühjahr zur Art Cologne immer wieder ablehnen müssen. www.artberlin.de

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Aktionen & Projekte

Linear

Die Künstler Thomas Huber und Wolfgang Aichner transportierten ein rotes Boot über die Alpen zur Biennale von Venedig und veranstalteten auf Island einen „Powerwalk“, bei dem sie drei Wochen lang die Windenergie auf der Insel erwanderten. Auch ihr jüngstes Projekt hat einen performativen Land Art-Charakter: „Linear“ führt sie knapp einen Monat lang durch die Wüstengegenden der US-Bundesstaaten Utah, Wyoming und Colorado. Was man später in der Filmdokumentation zu sehen bekommt, ist ein Mann im Anzug, der zu Fuß die Landschaft durchquert und mit einem Kugelschreiber über den Boden fährt und so eine kleine lineare Spur im Sand und Staub hinterlässt: „Der Mann im Anzug ist... nur eine vorübergehende, ephemere Erscheinung in einer sehr weitläufigen Landschaft. Der überdimensionierte Stift hinterlässt nur in weichen Bodenoberflächen seine flüchtige Spur. Mittels eines GPS-Trackers läßt sich in Echtzeit aber die virtuelle Linie auf einer Internet Landkarte online mitverfolgen... Die Absurdität von linear steht stellvertretend für den Bedeutungsanspruch menschlichen Tuns im Allgemeinen und dem des Künstlers im Speziellen...“ Das „eigentliche Manifest“ des Projekts ist jedoch der Film, der im Februar 2018 in München Premiere hat. www.linear2017.org.

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Biennalen

Istanbul Biennale

Nach wie vor sind die innenpolitischen Rahmenbedingungen in der Türkei äusserst schwierig, um Veranstaltungen wie die Istanbul Biennale auszurichten, die in diesem Jahr für den Zeitraum 16. September bis 12. November 2017 angekündigt ist und an sechs Orten ausgerichtet wird. Kuratoren sind das Künstler-Duo Elmgreen und Dragset, die diese Biennale unter dem Motto „a good neighbour“ abhalten. Inhaltlich geht es um Heim und Nachbarschaft und dabei vor allem um die Frage, wie sich unser Privatleben innerhalb des letzten Jahrzehnts verändert hat – man bedenke nur, wie heut zu Tage die meisten Zeitgenossen via soziale Medien private Mitteilungen und Fotos in den Orkus des World Wide Web posten oder Suchmaschinen unser Surfverhalten am privaten Heimcomputer auswerten, oder wie die Gentrifizierung in vielen europäischen Großstädten zu Verdrängungen und damit auch zur Auflösung sozi-historisch gewachsener Nachbarschaftsstrukturen führt. Da die Istanbul Biennale sich vor allem auch an öffentlichen Orten in Istanbul abspielt, werdewn die Künstler dort mit einem Bauboom konfrontiert, den „Deutschlandfunk Kultur“ als „Gentrifizierung auf türkisch“ beschrieb: „Für große Bauvorhaben werden in Istanbul ganze Stadtviertel abgerissen, Bewohner enteignet... Ganz Istanbul wird umgekrempelt, soll schicker und moderner werden.“ Prominenteste Namen auf der Teilnehmerliste sind Monica Bonvicini, Louise Bourgeois, Lee Miller, Andra Ursuta, Fred Wilson, Olaf Metzel und Mark Dion. www.bienal.iksv.org

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Dazu in Band 246 erschienen:

Wenn man sich selbst zum Schweigen bringt, gewinnen die Autokraten

Das Kuratorenpaar Elmgreen & Dragset über die 15. Istanbul-Biennale.  Im Gespräch erläutern die beiden Künstler ihre Arbeit in einem Land, in dem Kunst und freie Presse in das Fadenkreuz des AKP-Regimes geraten sind.

Ein Gespräch von Ingo Arend

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Aktionen & Projekte

steirischer herbst: Jubiläumslogo

Das Festival steirischer herbst feiert in diesem Jahr sein 50jähriges Bestehen. Das Logo zu diesem Anlass entwarf Horst Gerhard Haberl, ehemaliger herbst-Intendant und Rektor der Hochschule der Bildenden Künste Saarbrücken (HBKsaar). In diesem Jahr geht der steirische herbst vom 22. September 2017 bis zum 15. Oktober 2017 über die Bühne. „Als zentrales Projekt im Jubiläumsjahr zeigt das GrazMuseum in Koproduktion mit dem Festival eine Sonderausstellung zur Geschichte des steirischen herbst. Konzipiert von dem Grazer Künstler, Kurator und Journalisten Martin Behr, dem Leiter des GrazMuseum Otto Hochreiter und der Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Martina Zerovnik, in Zusammenarbeit mit dem Archivar des steirischen herbst Martin Ladinig wird die Ausstellung die gesellschaftspolitische Funktion des Festivals mit seinen Kunstaktionen, Skandalen und partizipatorischen Projekten vor dem Hintergrund ihrer Entstehungszeit in den Fokus rücken.“ Ergänzt wir dieses Projekt um eine Sonderpublikation. www.steirischerherbst.at

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Preise

Mendelssohn-Medaille für Mack

Heinz Mack wurde mit der Verleihung der Moses Mendelssohn-Medaille geehrt. Die Auszeichnung gilt dem Engagement des Künstlers für verfolgte Menschen. So hat Mack z.B. 1988 das Anne-Frank-Mahnmal am Rabbiner-Neumark-Weg in der Duisburger Innenstadt gestaltet und sich auch anderweitig mit dem Schicksal der ermordeten Juden in Europa auseinander gesetzt. Moses Mendelssohn (1729-1786) hat als Philosoph der Aufklärung in der „Berliner Mittwochsgesellschaft“ für eine uneingeschränkte Gedanken- und Redefreiheit plädiert. Nicht Gesetze und Zensurmaßnahmen sollten die Grenzen der Aufklärung bestimmen, sondern die Abwägung aufrichtiger Denker.

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Dazu in Band 232 erschienen:

Zero: Countdown to Tomorrow

Das erste, einzige und letzte Gespräch mit Mack, Piene & Uecker nach deren Trennung, moderiert von Heinz-Norbert Jocks, im Museum Kunstpalast, Düsseldorf, 2006

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Messen & Märkte

Positions Berlin

Die 6.500 qm große Halle Arena Berlin ist Schauplatz der Messe Positions Berlin (14. - 17. September 2017); geschäftsführender Direktor ist der Galerist Kristian Jarmuschek. Ein Rahmenprogramm mit Sonderausstellungen etc. ergänzt die Messeauftritte der Aussteller, wie dies inzwischen überall bei derlei Veranstaltungen üblich ist. Die Teilnehmerliste umfasst 84 Galerien. Diese versprechen, die „prägnantesten künstlerischen Positionen der zeitgenössischen und modernen Kunst“ zu zeigen und einen Diskurs zu bieten, „der sowohl etablierte Sammler als auch ein junges kunstinteressiertes Publikum erreicht. Bei den hier ausgestellten Kunstwerken geht es nicht darum, den Trends hinterher zu laufen, sondern um Relevanz und Aktualität. Starke junge und etablierte zeitgenössische Arbeiten sowie Werke der klassischen Moderne werden nebeneinander präsentiert, überholte Kategorisierungen schüttelt die Messe somit ab und eröffnet lieber neue Perspektiven“. www.positions.de

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Galerien & Auktionshäuser

Wien: "Terra Incognita“

Ernst Hilger betreibt seine Galerie in Wien in der Dorotheergasse 5. Seit 2009 bespielt er auch in der Absberggasse 25 einen 800 qm großen Raum in der HilgerBROTKunsthalle, „um die Kooperation mit internationalen Ausstellungshallen und Museen zu erweitern und intensivieren“. Hilger versteht diesen Raum als „Laboratorium der Galerie für kuratorische Projekte und Einflüsse“. Vom 15. September bis zum 28. Oktober 2017 läuft dort die Ausstellung „Terra Incognita“, kuratiert von Matthias Arndt. Vorgestellt werden 18 künstlerische Positionen aus Südostasien und dem pazifischen Raum. Die Ausstellung „Terra Incognita“ versucht, „die Liaison von Sprache und Kunst, den Moment des Narrativen und die Bedeutung von identitätsstiftenden Symbolen für die zeitgenössische Kunst mit einer Reihe von Arbeiten indonesischer, philippinischer, pakistanischer, kambodschanischer und australischer Künstlerinnen und Künstler zu ergründen. Der Name der Schau spielt auf die weiterhin vorherrschende Unterrepräsentation südostasiatischer und australischer Künstler in der eurozentrischen und nordamerikanisch geprägten Kunstwelt an. Fernab von einem westlichen Kanon der Ästhetik und Bildkultur haben sich besonders in Südostasien über Jahrtausende Bildsprachen herausgebildet, die auf den ersten Blick neu, streckenweise gar fremd erscheinen mögen. Aus den Codes und Symbolen, die sich in den gezeigten Arbeiten finden, lassen sich dabei etliche Verweise, Referenzen und Narrative lesen.“ www.hilger.at

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Ausschreibungen

Nürnberg: Blaue Nacht

Am 4. (Preview) und am 5. Mai 2018 findet wieder die Blaue Nacht als Nürnbergs Lange Nacht der Kunst und Kultur statt. Das Thema lautet diesmal: „Horizonte“. Zwölf Kunst- und Kulturorte in der Nürnberger Innenstadt werden von Projekten (Lichtinszenierungen, akustischen Projekten, Installationen, Aktionen/Performances, mediale Inszenierungen) bespielt. Der Projektetat beträgt jeweils max. 5.000 €, zusätzlich wird ein Publikumspreis, gestiftet von der N-Energie, in Höhe von 5.000 Euro vergeben. Bewerbungsschluss: 13. Dezember 2017. Ausschreibung und weitere Infos: www.blauenacht.nuernberg.de

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Biennalen

Grafik Biennale Ljubljana

Die Grafik Biennale von Ljubljana (Slowenien) läuft noch bis zum 29. Oktober 2017. Mit dem Gründungsdatum ist die Veranstaltung genauso alt wie die Kasseler Documenta, und da es in der Zeit des Kalten Krieges im ehemaligen Jugoslawien - bedingt durch Titos ideologischen Bruch mit Moskau 1949 – in der Kulturpolitik etwas liberaler zuging als in den benachbarten Ostblock-Staaten, waren bei dieser Biennale schon sehr früh Künstler von beiden Seiten des einstigen Eisernen Vorhangs vertreten. Die Veranstaltung zählt zu den weltweit größten Grafik-Shows, denn zentrale Ausstellung wird ergänzt durch zahlreiche weitere Begleitausstellungen an anderen Orten, u.a. mit den Preisträgern der vorigen Biennale. Das diesjährige Leitmotiv heißt „Geburt als Kriterium“ und greift ein Gedicht des slowenischen Dichters Jure Detela auf – als Selbstreflexion der 62jährigen Geschichte dieser Veranstaltung, die sich durch die veränderten politischen Verhältnisse in den 1990er Jahren und durch die technische Entwicklung im Medienbereich strukturell neu positionieren musste. www.mglc-lj.si

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Biennalen

Ural Industrie Biennale

In Jekaterinburg (von 1924 bis 1991 Swerdlowsk) findet die Ural Industrie Biennale (14.9.-12.11. 2017) statt: so brachial, wie Josef Stalin in den 1920er Jahren die Elektrifizierung ländlicher Gebiete und die Umwandlung des bäuerlich-zarististischen Russlands in eine Industrienation vorantrieb, so vehement brach Anfang der 1990er Jahre das Sowjetsystem aufgrund seiner ökonomischen Verwerfungen auseinander. Die Globalisierung der Wirtschaft, die mit fortan günstigerem Zugang zu Rohstoffen und billigeren Produktionsbedingungen außerhalb der klassischen Industrienationen für eine De-Industrialisierung in Europa sorgte, machte auch vor Jelzins und Putins Russland nicht halt: dort wandelt sich ebenso die einstige Industriekultur in eine post-industrielle Informations-und Dienstleistungsgesellschaft, auch wenn die volkswirtschaftliche Bedeutung der Ressourcen an Erdgas, Erdöl und anderen Rohstoffen in Sibirien und rund ums Kaspische Meer immer noch enorm hoch ist. Jekaterinburg war bereits seit 1840 ein Zentrum der Metallverarbeitung; ihre wirtschaftliche Blüte erlebte die Stadt allerdings erst in der Zeit der stalinistischen Industrialisierung der 1930er Jahre mit Maschinenbau, Stahlhütten und Rüstungsgütern. Die Ural Industrie Biennale begleitet und reflektiert diesen Prozess auf der Ebene der Kunst; noch existierende Fabriken und bestehende kulturelle Institutionen werden bewusst in das Biennale-Programm einbezogen, das damit auch Impulse für die weitere regionale Entwicklung geben will. Die Ausstellungen werden daher nicht in Kunsträumen, sondern an außer- musealen Orten der 1,3 Mill. Einwohner-Stadt Jekaterinburg und in der angrenzenden Region ausgerichtet. Organisator ist das Ural branch of the National centre for contemporary arts (NCCA). Künstlerische Leiterin ist Alisa Prudnikova. Kurator der Hauptausstellung ist João Ribas. Die Biennale findet diesmal unter dem Thema „New Literacy“ statt und beschäftigt sich damit, welchen Einfluss „die vierte industrielle Revolution“ darauf hat, wie wir „lebe, arbeiten, träumen und spielen“. Ribas hat dazu die Ausstellung in die Themenblöcke „image as witness,“ „the choreographies of capital” and „the persistence of the word” eingeteilt. Susanne Boecker führte 2016 für Kunstforum Bd. 238 (S. 40) ein Interview mit Alisa Prudnikova, der künstlerischen Leiterin der Ural Industrial Biennial of Contemporary Art. www.uralbiennale.ru

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Dazu in Band 238 erschienen:

Alisa Prudnikova: Jetzt steht Kunst an erster Stelle

Die Serie „Curating Under Pressure“ beleuchtet die unterschiedlichen Bedingungen, unter denen zeitgenössische Kunst heute international ausgestellt wird.  Die Ural Industrial Biennial of Contemporary Art in Jekaterinburg operiert an der Schnittstelle verschiedener kultureller, ökonomischer und politischer Entwicklungen. Sie begreift sich als strategische Intervention in die Verwandlung der Industriehauptstadt der UdSSR in eine postindustrielle Stadt. Dieser Prozess ist in Jekaterinburg im Gegensatz zu vielen anderen Städten der Welt nicht abgeschlossen. Ein erheblicher Teil der städtischen Ökonomie ist nach wie vor mit der Industrieproduktion verbunden, wodurch ständig Spannungen zwischen verschiedenen urbanen und sozialen Räumen entstehen. In die sich hier öffnenden interpretatorischen Lücken versucht die Ural-Biennale vorzustoßen.

Susanne Boecker sprach mit der künstlerischen Leiterin der Ural Industrial Biennial of Contemporary Art

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Messen & Märkte

Art Book Berlin

Über 160 Künstler und Verleger präsentieren vom 22. bis 24. September 2017 im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin FRIENDS WITH BOOKS: ART BOOK FAIR BERLIN 2017. Das Kunstbuch-Festival findet in diesem Herbst zum dritten Mal statt. Es wird begleitet von „Lesungen, Buchpräsentationen, Diskussionsrunden, Performances und künstlerischen Interventionen“. Die Veranstaltung reflektiert „dieimmer häufigeren Überschneidungen der Praxis von Autoren, Künstlern und Designern mit der des Verlegers. Das Verlegen wird zunehmend in die künstlerische Arbeit integriert und die Publikation selbst als künstlerisches Projekt verstanden. So ist für viele zeitgenössische Künstler das Publizieren ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit geworden.“ www.friendswithbooks.org

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Museen & Institutionen

Deutschland 8 in China

Vom 19. September bis zum 31. Oktober sind rund 320 Werke von 55 Künstlern an 8 Orten in Peking zu sehen – eine für Pekinger Gepflogenheiten außergewöhnlich lange Laufzeit. „Mit 'Deutschland 8' möchten die deutsch-chinesischen Veranstalter, die Bonner Stiftung für Kunst und Kultur e.V. und die Pekinger Central Academy of Fine Arts, dem chinesischen Publikum einen repräsentativen – wenn auch naturgemäß unvollständigen – Einblick in die Vielfalt der zeitgenössischen deutschen Kunst seit den 1950er-Jahren bieten. Als „Essay zur deutschen Kunst mit den für essayistische Untersuchungen und Erkundungen typischen methodischen Freiheiten“ bezeichnet der Kunsttheoretiker Peter Weibel die Ausstellung. Eine große Bandbreite an Medien und Themen ist ebenso berücksichtigt worden wie das Nebeneinander von weltweit erfolgreichen und international weniger bekannten Positionen. Die Künstlerliste reicht von Georg Baselitz über Alicja Kwade oder David Schnell bis zu Rosemarie Trockel...“ www.stiftungkunst.de

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Personalien

Auktion zum Abschied von Beat Wismer

Beat Wismer wird als scheidender Generaldirektor des Düsseldorfer Museum Kunstpalast am 7. Oktober 2017 feierlich verabschiedet. Mit dem Festakt verbunden ist eine Kunstversteigerung: deren Erlös soll dazu beitragen, „ein 'Wunsch'-Bild des scheidenden Generaldirektors für die Museums­sammlung zu erwerben. Es handelt sich um ein repräsentatives, aus dem Jahr 1992 stammendes Werk von Günter Förg (1952-2013), aus dessen Nachlass. Günter Förg ist bislang mit keinem seiner Gemälde in der Sammlung des Museum Kunstpalast vertreten. Zu den Kunstwerken, die zum Aufruf kommen, gehören – nach jetzigem, noch nicht finalen Stand - Arbeiten von Johannes Brus, Frauke Dannert, Elger Esser, Katharina Grosse, Evely Hofer, Thomas Huber, Imi Knoebel, Richard Lindner, Christian Megert, Wilhelm Mundt, Leunora Salihu, Nora Schattauer und Günter Uecker. Alle eingelieferten Werke wurden von den Künstlern und Galerien... als Spende für die Auktion zur Verfügung gestellt“; auch der Auktionator von Christie's verzichtet auf eine Provisionsgebühr. www.smkp.de

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Museen & Institutionen

Tobias Zielony in Wuppertal

Ab dem 10. September 2017 stellt der Fotograf und Filmemacher Tobias Zielony  in der Wuppertaler Von der Heydt-Kunsthalle "seine neuesten, in Kiew entstandenen Fotoarbeiten vor. 2015 war Zielony einer von fünf Künstlern, die im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig ausstellten. Mit seinen Fotoarbeiten, die zwischen Dokumentar- und Kunstfotografie anzusiedeln sind, gilt er als ein Nachfolger von Größen der Fotografie wie Larry Clark, Nan Goldin und Wolfgang Tillmans. Zielony fotografiert an den Orten, die in der kollektiven Wahrnehmung unserer Gesellschaft lieber gemieden werden. Oft sind es Jugendliche und junge Erwachsene, die aus diesem Umfeld heraustreten und öffentlich sichtbar werden, die mit ihrem Ringen um Selbstbewusstsein und Identität die Konfrontation suchen. Diese Menschen begleitet Zielony und fotografiert sie, so etwa Jugendliche am Stadtrand von Bristol, in einer Plattenbausiedlung in Halle, in Chemnitz, in Marseille und Rom oder in dem unwirklichen Ort Trona vor Los Angeles. Funktionslos gewordene Orte bekommen in diesen Bildern als Bühne und Schauplatz einen neuen Charakter." Laufzeit: bis 14. Januar 2018. www.von-der-heydt-kunsthalle.de/

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Dazu in Band 233 erschienen:

Tobias Zielony: Eine andere Annährung an Flüchtlinge

Tobias Zielony, 1973 in Wuppertal geboren, Fotograf und Filmemacher, setzt sich als Fotograf mit jugendlichen Randgruppen auseinander. Er studierte von 1998 bis 2001 Dokumentarfotografie an der University of Wales, Newport in Großbritannien. Mit der Fotoserie Curfew über Jugendliche in Bristol schloss er 2001 sein Studium ab. Im gleichen Jahr wechselte er an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Dort wurde er Meisterschüler bei Timm Rautert. Für sein Buchprojekt „Behind the Block“ beobachtete er Jugendliche in vier europäischen Städten. Dafür erhielt den Preis des Instituts für Buchkunst Leipzig 2002. In Marseille nahm er Kontakt zu Jugendlichen auf, deren Eltern von der süd-ost-afrikanischen Inselgruppe Komoren nach Frankreich emigrierten. In Neapel zu Jugendliche aus den nördlichen Stadtteilen, die als Hochburg der Camorra gelten. Dadurch, dass es ihm gelingt, das Vertrauen derjenigen zu gewinnen, denen er sich annähert, gewinnt er Einblicke, die üblicherweise nicht jedem zuteil werden. werden.  

Heinz-Norbert Jocks im Gespräch mit ihm anlässlich der Biennale Venedig 2015

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