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Band 254

Politik, Ethik, Kunst

KULTURELLER KLIMAWANDEL - STRATEGIEN UND WERKZEUGE

Sei politisch! Setze ein Zeichen! Dieses Credo scheint ein treibender Motor der gegenwärtigen Kunstproduktion zu sein. Ob auf Messen, Biennalen oder in Museen: Kunst mit politischen und ethischen Botschaften erzielt eine maximale Aufmerksamkeit, sublimiert die Kunstwelt und lässt Künstlerkarrieren befeuern. Hoch im Kurs sind Themen wie Rechtspopulismus, Donald Trump, Demokratie und die Flüchtlingskrise. Gleichzeitig scheint die künstlerische Freiheit durch Shitstorms und eine neue „Political Correctness“ zu schwinden. Welche Folgen und Gefahren entstehen hierdurch? Wie stellt man Qualitätsmerkmale in Bezug auf politische Kunst auf? Gibt es „linke“ Kunstwerke, die sich auch für rechtspopulistische Weltbilder auslegen lassen? In diesem Themenband wird in Essays diesen Fragen nachgegangen, Gespräche mit Aktivisten, einem Regisseur, sowie Künstlern diskutieren die Rolle der Kunst zwischen Aktivismus, Aufklärung und Engagement. Vor der Omnipräsenz der politischen Kunst stellt sich schließlich die Frage: Kann politische Kunst überhaupt (noch) Menschen beeinflussen? Denn: Nicht jedes politische Zeichen ist auch gleich ein gutes Kunstwerk.


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Aus diesem Band

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Biennalen

58. Biennale Venedig 2019 - Titel & Konzept bekanntgegeben

Paolo Baratta, der Präsident der Biennale Venedig, und der Kurator der 58. Internationalen Kunstausstellung, Ralph Rugoff, gaben das Konzept und den Titel für die Biennale Venedig 2019 bekannt: Die Biennale findet 2019 vom 11. Mai bis zum 24. November unter dem Titel "May You Live in Interesting Times" ("Mögest du in interessanten Zeiten leben") statt. Laut Veranstaltern bezieht sich dieser Titel auf einen vermeintlichen chinesischen Fluch, der mit "interessanten Zeiten" Unsicherheit, Krise und Aufruhr in Verbindung bringt und den Sir Austen Chamberlain 1930 in einer Rede mit den Worten einband: "There is no doubt that the curse has fallen on us, we move from one crisis to another. We suffer one disturbance and shock after another.". In seinem Statement erklärkt Rugoff, diese Beschreibung Chamberlains und seine Nutzung des Spruchs passe auf fast unheimliche Weise in unsere heutige Zeit, in der wir Krise über Krise in den Nachrichten zu sehen bekommen. "In einer Zeit, in der die digitale Verbreitung gefälschter Meldungen und 'alternativer Fakten' den politischen Diskurs und das Vertrauen, von dem dieser abhängt, zersetzt, sollten wir innehalten, wann immer dies möglich ist, um unsere Aufgabenstellung zu überdenken." - Kunst kann in solchen "interessanten Zeiten" auf eine indirekte Art eine Hilfe sein, wie zu Denken und wie zu Leben ist, so Rugoff. Die Biennale soll keinem Thema in dem Sinne folgen, sondern einen generellen Ansatz über das Machen von Kunst, das Potential von Kunst, in das zu blicken, wovon wir noch nichts wissen und die soziale Funktion von Kunst betonen. Ralph Rugoff ist seit 2006 Direktor des Londoner Musems Hayward Gallery. Zur Berufung des gebürtigen New Yorkers erklärte Biennale-Präsident Paolo Baratta, es sei das Ziel „die Ausstellung zum Platz der Begegnung zwischen Besuchern, Kunst und Künstlern“ zu machen, und das bedeutet, die Biennale einem breiteren Publikum zu öffnen. Rugoff kuratierte bereits 2015 die Biennale von Lyon, und „Deutschlandfunk Kultur“ bescheinigt ihm, ein „gewiefter Popularisierer der Kunst zu sein“ und damit den Anspruch einlösen zu können, den Baratta formuliert hat. Neben der Hauptausstellung, für die Rugoff verantwortlich ist, gibt es wie immer die verschiedenen Länderbeiträge, sowie eine Reihe Kollateralevents. www.labiennale.org

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Dazu in Band 247 erschienen:

Christine Macel

Christine Macel, 1969 in Paris geboren, seit 2000 Chefkuratorin des Centre Pompidou in Paris, ist bekannt für ihre extravaganten Ausstellungen mit Künstlern wie Sophie Calle, Philippe Parreno, John Bock und Gabriel Orozco. Mit ihrer Berufung zur Kuratorin der 57. Biennale ist sie die vierte Frau in dieser Position. Warum sie sich nicht dem Zwang zur Politisierung beugt und sich dennoch als politisch versteht, dazu äußert sie sich in den in Paris und Venedig geführten Gesprächen.  

Heinz-Norbert Jocks im Gespräch mit der Kuratorin der 57. Biennale Venedig

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Museen & Institutionen

Staatsgalerie Stuttgart: Jubiläum

Die Staatsgalerie Stuttgart feiert ihr 175jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum bekam sie zahlreiche Schenkungen, und zwar insgesamt 21 Werke. „Darunter sind zeitgenössische Arbeiten wie das Gemälde »Raum 624« (2010) von Ben Willikens und ein Aquarell von 2017 der Frankfurter Künstlerin Anke Röhrscheidt ebenso wie ein Geburtstagspräsent der Freunde der Staatsgalerie, ein Pendant zu einem bereits vorhandenen Werk von Filippo Falciatore, der »Piratenüberfall« (1735/40) und Graphiken von Willi Baumeister.“ In der ständigen Sammlung sind derzeit 908 Werke ausgestellt; rund 12.000 Abb. Können auch online abgerufen werden. Die Jubiläumsausstellung „#mein museum“ läuft noch bis zum 26. August 2018. www.staatsgalerie.de

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Biennalen

LAM 360º – Land Art Mongolia

„Globalisierung“ ist nicht nur ein wirtschaftspolitisches Konzept eines im direkten Wortsinne grenzenlosen Freihandels und Informationsaustauschs, sondern diese Vokabel könne auch als „Angriff auf Kulturen verstanden werden, die der 'Natur' nahestehen oder die Werte der 'Natur' weiterhin respektieren“. So jedenfalls ist das Leitmotiv der Land Art-Biennale von Mongolia definiert, die vom 29. Juli bis zum 25. August unter dem Titel "WHO ARE WE NOW?" das 5. Mal stattfindet. Die Abwehr dieses kulturellen Angriffs zielt nicht in einem romantischen Sinne auf die Bewahrung natürlicher Lebensräume oder einer naturnahen Lebensweise, sondern auch aus ökologischer Verantwortung und Notwendigkeit. Naturschutz zum Erhalt biologischer Vielfalt – so führen die Initiatioren aus – erfordere Respekt vor der Tatsache, dass wir unsere Lebenswelt mit anderen Lebewesen, d.h. mit Tieren teilen. Die frühen Humanisten hätten einen solchen Respekt noch verinnerlicht gehabt; doch in unserer globalisierten Welt, in der immer mehr Raubbau mit der Natur getrieben wird, sei dies verloren gegangen. Die eingeladenen Künstler gehen der Frage nach, auf welche neuen Wertsetzungen wir uns verständigen müssten: „Das Gleichgewicht zwischen Stadt- und Landbevölkerung kippte in Richtung Urbanismus. Ein größerer Teil der Weltbevölkerung lebt in Städten als auf dem Land, und dieser Prozess beschleunigt sich weiter. Es bedeutet, dass immer weniger Menschen die komplexe und dynamische Ökologie der 'Natur' als eine Reihe von Werten oder als ein philosophisches Modell verstehen oder schätzen... www.landartmongolia.com

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Personalien

Regina Barunke wird neue geschäftsführende Direktorin der GAK

Regina Barunke, 1974 geboren, wird zum 1. Januar 2019 die kuratorische Leitung der GAK, Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen. Seit 2012 ist sie bereits künstlerische Leiterin, Kuratorin und Geschäftsführerin der Temporary Gallery – Zentrum für zeitgenössische Kunst e.V. in Köln, welche dieses Jahr mit dem ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstvereine der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine ausgezeichnet wurde. Sie studierte Kunstgeschichte und Englische Philologie in Köln und London und war währenddessen, wie danach, für zahlreiche Kunstvereine und Galerien tätig. Barunke tritt in der GAK die Nachfolge von Janneke de Vries an, die nach 10 Jahren an der GAK nun Direktorin der Weserburg | Museum für moderne Kunst wird. Am 18. September findet eine Pressekonferenz statt, in der sich Regina Barunke vorstellen wird. www.gak-bremen.de

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Dazu in Band 254 erschienen:

Ana Jotta DAS – IST – DAS?

Am sonnigen Eröffnungstag im April mag der eine oder andere an das Mörike-Poem „Frühling läßt sein blaues Band“ gedacht haben, während er die zickzackförmig verlaufenden Räume der Temporary Gallery durchschritt – entlang einer mächtigen, blauen Stoffbahn. Weit gefehlt! Ebenso die Assoziation mit Sternbildern im Blau der Nacht angesichts der flimmernden Zeichnungen, die sich über das fast zwei Meter breite und 32 Meter durch den Raum mäandernde Tuch zu bewegen scheinen. Die mit „fala-só“ (Selbstgespräch) betitelte Textilinstallation von 2014 – 2017 will schlicht an den Blaumann denken lassen, was die blaue – mittlerweile meist neonfarbene – Montur der Arbeiter bezeichnet. Jede der von der Künstlerin mit Bleichmittel in rhythmischen Abständen und mit nervösen Konturen in den Stoff gezeichneten Figuren versucht in kuriosesten, gar akrobatischen Verrenkungen eine große Glasscheibe in den Griff zu bekommen. Wer denkt da nicht an die komischen Helden aus Stummfilmzeiten?  

Uta M. Reindl

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Aktionen & Projekte

Symposium: The Art of Protest

Am 21. Juli findet im Rahmen des MS ARTVILLE Festivals in Hamburg ein Symposium zu neuen Formen des kreativen Protests statt. Gesprochen wird über die zunehmende Bedeutung von Kunst als reflektierenden Gesellschaftsspiegel - vor dem Hintergrund von wachsendem Populismus - und das daraus entstandene Genre zwischen Kunst und Protest, politischer Kunst und Aktivismus. Es sollen die Möglichkeiten, Grenzen und Wirkungsweisen soclher kreativen Protestformen diskutiert werden. Die Moderation übernimmt Heike S. Bühler, es gibt Vorträge von dem Zentrum für Politische Schönheit, dem PenG! Kollektiv, Dies Irae, Rocco und seine Brüder und 1000 Gestalten. Beginn ist um 15.00Uhr, der Eintritt kostet 5,- EUR. Passend zum Thema ist bei KUNSTFORUM kürzlich ein Band erschienen: "Politik, Ethik, Kunst - Kultureller Klimawandel - Strategien und Werkzeuge", herausgegeben von Larissa Kikol. Mehr zu diesem Band finden Sie unter www.kunstforum.de. Das Open Air Festival MS ARTVILLE läuft vom 21. Juli bis zum 11. August in Hamburg, Wilhelmsburg. Es fand 2007 zum ersten Mal statt. Dieses Jahr soll das Festivalgelände als 105. Stadtteil Hamburgs funktionieren und einen Raum schaffen, in dem durch Kunst nach dem „wohin entwickelt sich unsere Gesellschaft“ gefragt werden kann. Geöffnet ist das Festival immer Dienstags, Mittwochs und Sonntags von 14 – 20 Uhr, sowie zu den gesonderten Veranstaltungen. www.msartville.de

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Dazu in Band 254 erschienen:

Loslassen

Im klassischen Sinne versteht man unter politischer Kunst Werke wie Bilder, Skulpturen, Installationen oder Videos, die im White Cube, auf der Documenta oder auf öffentlichen Plätzen ausgestellt werden. Doch wie begreift man die vielen weiteren, politisch motivierten Aktionen, Projekte und Engagements, die aus Künstlerhand stammen oder die künstlerisch ästhetische Aspekte aufweisen?

Aus dem aktuellen Band "Politik, Ethik, Kunst", von Larissa Kikol

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Hochschulen

Akademie der Künste: Vier neue Mitglieder

Douglas Gordon, Bjørn Melhus, Gregor Schneider und Luc Tuymans wurden in der Sparte Bildende Kunst als Mitglieder neu in die Berliner Akademie der Künste aufgenommen. Die Nominierung von neuen Mitgliedern erfolgt aus den Künstlerkreisen; einmal im Jahr stimmen dann die Mitglieder in der jeweiligen Sparte über die Neuzugänge ab. Als „Gelehrtengesellschaft“ ist diese Akademie ist eine der ältesten in Europa; ihre Tradition reicht bis 1696, d.h. bis in die Zeit des Preußen-Königs Friedrich I. zurück. In ihrer jetzigen Struktur ging die Akademie 1993 aus einer Fusion der ehemaligen Akademie der Künste der Deutschen Demokratischen Republik und der Westberliner Akademie der Künste hervor. Ihre Aufgaben bestehen u.a. in der Pflege des kulturellen Erbes, der Beratung der Bundesinstitutionen in Angelegenheiten der Kunst und Kultur und der kulturellen Repräsentation des Gesamtstaates. www.adk.de

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Kulturpolitik

Berliner Teufelsberg: Kulturelle Nutzung unsicher

Der Teufelsberg in Berlin-Wilmersdorf wurde nach 1945 mit Kriegstrümmern aufgeschüttet und diente dann in der Zeit des Kalten Krieges Amerikanern und Briten als Abhörstation. Die Künstlerin Rotraud von der Heide führt hier seit den 1990er Jahren Ausstellungen durch und richtete 2011 in einem Nebengebäude dieses ehemaligen Spionagezentrums auch einen Projektraum ein. Der Grundstückspächter hat ihr die Räume gratis überlassen; doch für eine solche kulturelle Nutzung ist die Situation auf längere Sicht dennoch unsicher. Die Bezirksverordnetenversammlung beschloss schon 2012, die Abhöranlage zum Baudenkmal zu erklären, doch aus der Senatsverwaltung heißt es bis heute lapidar, „die Abstimmung aller beteiligten Ebenen“ sei“ noch nicht abgeschlossen“, wie der „Tagesspiegel“ berichtete. Das Zögern der Senatsverwaltung hat finanzielle Gründe: würde das Land Berlin den Teufelsberg zurück kaufen wollen, müsste es auch eine Hypothek in Höhe von 15 Mill. Euro mit übernehmen. Doch das ist nicht das einzige Problem für die Künstlerin und ihren Projektraum: in der Berliner Szene kursieren unbestätigte Gerüchte, Naturschützer würden am liebsten den gesamten Teufelsberg sperren lassen, so dass dann auf dem Gelände jegliche gewerbliche oder kulturelle Nutzung untersagt wäre.

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Galerien & Auktionshäuser

Illies verlässt Grisebach

Florian Illies verlässt Anfang 2019 das Berliner Kunsthaus Grisebach als Gesellschafter und Geschäftsführer und will sich dann sich neuen Aufgaben außerhalb des Kunsthandels zuwenden. Illies wurde vor allem durch das Buch „Generation Golf“ und als Mitbegründer der Kunstzeitschrift „Monopol“ bekannt. Bei Grisebach kümmerte er sich vor allem um die Kunst des 19. Jh. Seit 2017 ist Florian Illies auch Mitherausgeber der Wochenzeitung „Die ZEIT“. www.grisebach.com

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Preise

Kunstpreis der Schering Stiftung

Anna Daučíková wurde der Kunstpreis der Schering Stiftung zuerkannt (10.000 Euro). Mit der Auszeichnung ist eine Einzelausstellung im Mai 2019 im Berliner Ausstellungshaus KW Institute verbunden. Die Künstlerin arbeitet in den Bereichen konzeptuelle Malerei, Videokunst und Fotografie. Sie ist Mitbegründerin eines queerfeministischen Magazins namens „Aspekt“. Daučíková nahm 2017 an der Documenta in Kassel und Athen teil. www.scheringstiftung.de

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Museen & Institutionen

Hamburger Museen: Erneuerung für 36 Mill. Euro

36 Mill. Euro kostet die Sanierung des Hamburger Museums der Arbeit und des Jenisch Hauses. 18 Mill. Euro steuert der Bund an Zuschuss bei, die andere Hälfte will die Stiftung Historische Museen Hamburg bei Sponsoren einwerben. Das Museum der Arbeit unterzieht neben einer baulichen Neugestaltung seine Dauerausstellung einem Relaunch und will künftig Aspekte der Globalisierung und Digitalisierung stärker in die Schau integrieren. Auch das Jenisch Haus, 1831-1834 von dem Kaufmann Martin Johan Jenisch d.J. Erbaut, überarbeitet seine Dauerausstellung zur Geschichte und Bedeutung des Hamburger Bürgertums. Außerdem wird das Gebäude denkmalgerecht erneuert und um behindertengerechte Zugänge modernisiert. www.historische-museen-hamburg.de

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Aus dem Archiv

„KUNSTFORUM ist ein Magazin, das so gut wie jedes Thema, das wichtig ist, beackert hat, und es ist so umfangreich, dass ich manchmal noch einmal in Heften von vor zehn Jahren schaue, und nicht selten erweist sich KUNSTFORUM als eine Fundgrube…“ (Kaspar König)

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