Museum der Moderne: Baubeginn erfolgt jetzt
Seit 1996 ist die Sammlung Marx in Berlin im Hamburger Bahnhof untergebracht. Vereinbart ist der Bau eines Museums der Moderne am Kulturforum in unmittelbarer Nähe des Potsdamer Platzes, das dann im wesentlichen die Sammlungen Marx, Marzona und Pietsch beherbergen soll. Bis Ende dieses Jahres muss dort unbedingt der erste Spatenstich erfolgt sein, denn der Vertrag mit Erich Marx enthält nach Medienberichten eine Klausel, wonach dieser seine Werke wieder abziehen kann, wenn sich der Baubeginn über den Jahreswechsel hinaus verzögert. Daher wird der Spatenstich jetzt am 3. Dezember 2019 vorgenommen. Die Eröffnung ist für 2026 angekündigt, doch wie so oft bei öffentlichen Bauvorhaben schießen auch hier die Kosten in die Höhe: ursprünglich waren 130 Mill. Euro einkalkuliert; der Bund bewilligte bereits 200 Mill. Euro. Doch Kulturstaatsministerin Monika Grütters musste vor dem Haushaltsausschuss des Bundestags einräumen, dass nun die Baukosten mit 364, 2 Mill. beziffert werden, sie könnten bis zum Richtfest noch um weitere 52, 2 Mill. ansteigen, und wenn man dann noch 33, 8 Mill. an Risikokosten einrechnet, summiert sich der Bauetat auf 450,2 Mill Euro, bevor auch nur ein einziges Bild in dem Gebäude hängt. Im Berliner Volksmund wird die geplante Bauform nach Entwürfen von Herzog & de Meuron schon als „Scheune“ bezeichnet, und da in unmittelbarer Nähe die Neue Nationalgalerie renoviert wird und demnächst auch die Sanierung der maroden Staatsbibliothek ansteht, habe sich bei der Berliner Bevölkerung ohnehin ein „Baustellenüberdruss“ eingestellt, konstatierte der „Tagesspiegel“.
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