München: Baselitz fordert Entfernung von Nazi-Kunst
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Der Maler Georg Baselitz forderte die Entfernung des Bildes „Die vier Elemente“ des Nazi-Künstlers Adolf Ziegler (1892-1995) aus der Münchener Pinakothek. „Die Süddeutsche Zeitung“ berichtete über einen Brief, den Baselitz an den Generaldirektor der Staatsgemäldesammlungen, Bernhard Maaz und an Kunstminister Markus Blume geschrieben hatte: „Das Triptychon beleidigt seine Umgebung! Es schockiert, dass Nazipropaganda auf diese schmuddelige Art in einem Münchner Museum möglich ist“, erregte sich Baselitz. Das Bild zeigt vier weibliche Akte als Allegorie auf Feuer, Wasser, Luft und Erde. Zwar wird in einem Wandtext die Ikonografie des Bildes erläutert und auch auf Zieglers Rolle im NS-Regime hingewiesen, aber dennoch ist es äußerst fragwürdig, ein Bild auszustellen, dass ein antikes kosmologisches Thema mit „nationalsozialistischen Rassen- und Weiblichkeitsvorstellungen verknüpft“. Adolf Ziegler war von 1936 bis 1943 Präsident der Reichskammer der bildenden Künste und in dieser Eigenschaft für die Beschlagnahme von moderner Kunst aus den Museen verantwortlich.
Dazu in Band 114 erschienen: