Kölner Alt-OB Schramma will Gerhard Richter-Museum
In der Kölner Lokalpolitik und Kulturverwaltung kursieren Überlegungen, die „Historische Mitte“ an der Südseite des Doms museal aufzuwerten. In der Straße „Am Hof“ soll daher das jetzige Kurienhaus (Volksmund: „Prälatenbunker“), das im Erdgeschoss derzeit eine Polizeistation beherbergt, abgerissen werden. Laut Ratsbeschluss von 2018 soll an dieser Stelle „ein Neubau des Kölnischen Stadtmuseums sowie eines Studiengebäudes für das Römisch-Germanische Museum und von kirchlicher Seite der Neubau eines Kurienhauses“ entstehen. Der Kölner Alt-OB Fritz Schramma mischte sich jetzt in die Diskussion ein – mit der Idee zu einem Museum für den Ehrenbürger Gerhard Richter. Schon in seiner Amtszeit habe er diese Idee verfolgt, erklärte Schramma gegenüber „Deutschlandfunk Kultur“; es sei aber damals bei „Vorgesprächen geblieben“. Als Standort schlägt Schramma die „Historische Mitte“ vor – anstelle des dort geplanten Kölnischen Stadtmuseums, das dann an seinem alten Standort im Zeughaus verbleiben solle. Allerdings gehen die bisherigen Berechnungen der städtischen Gebäudewirtschaft davon aus, dass eine Sanierung des alten Zeughaus-Baus mit 125, 4 Mill. Euro um 9 Mill. Euro teurer sein würde als ein Neubau. Die Finanzierung eines Gerhard Richter-Museums müsse von der Stadt und von einem Förderverein der Kölner Bürger aufgebracht werden, schlägt Schramma vor. Ralph Elster, kulturpolitischer Sprecher der lokalen CDU, und Lorenz Deutsch von der FDP signalisierten bereits Zustimmung, auch Klaus Schäfer von der SPD ist grundsätzlich dafür, will aber die Standortfrage noch offen halten. Offiziell reagierte die Stadt Köln allerdings noch „zurückhaltend“, wie dpa meldete, und der WDR fasst die städtische Sprachregelung zusammen: „Zur Zeit sei Etliches im Museumsbereich im Bau. Dazu gehöre ein Jüdisches Museum über dem ausgegrabenen mittelalterlichen Judenviertel direkt vor dem Rathaus.“