Köln: Verzögerungen bei Museumsbauten
Bürgerbegehren, Streitereien um Kostenexplosionen, um die Trägerschaft und ein Disziplinarverfahren gegen den damaligen Projektleiter belasteten von Anfang an den Ehrgeiz der Kölner Lokalpolitiker, rund um das Rathaus die historischen Denkmäler zu einer Archäologischen Zone zusammen zu fassen und dafür auf und unter dem Rathausvorplatz ein Jüdisches Museum MiQua zu errichten. Die Schreibweise „MiQua“ mit einem Großbuchstaben mitten im Wort haben die zuständigen Politiker allen Ernstes dem New Yorker „MoMa“ entlehnt. Weniger Weltstadtniveau wie durch diese Schreibweise erhofft, sondern eher Provinzialität bestimmt indessen den Alltag der musealen Bauprojekte in der Domstadt. Jetzt heißt es nämlich, wegen „aufwendiger Betonstahlarbeiten im historischen Baugrund“ verschiebe sich die Eröffnung des Museums bis Juni 2021. Die Kosten für den Museumsbau werden derzeit mit 77 Mill. Euro beziffert. Nachdem das Kölnische Stadtmuseum wegen eines Wasserschadens seine Dauerausstellung schließen musste, stellte man bei einer Prüfung der Baustoffe fest, dass beim Wandverputz in den 1960er Jahren Asbest verwendet wurde. Um Gesundheitsgefährdungen vor zu beugen, werden die Wände jetzt neu verputzt, weshalb das baulich ohnehin sanierungsbedürftige Museum erst 2019 seinen vollen Betrieb wieder aufnehmen könnte. „Probleme beim Rohbau“ verzögern auch die Fertigstellung des Neubaus für das Historische Archiv der Stadt Köln am Eifelwall. Der Ersatzbau für das 2009 eingestürzte Archiv werde nicht vor März 2020 fertig, berichtete die Lokalpresse.