Nachrichten
Museen
Im Oktober 2018 bezieht die ZERO Foundation ein neues Haus in Düsseldorf. Es befindet sich im Atelierhaus in der Hüttenstraße, das die ZERO-Künstler ab 1961 nutzten: Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker hatten dort ihre Ateliers. Otto Piene arbeitete dort sogar bis zu seinem Tod 2014, wenn er sich in Deutschland aufhielt. Im zweiten Stock betrieb er sein legendäres „Feueratelier“. Seine Witwe Elisabeth Piene, bislang Mieterin aller Etagen in dem Haus, schenkt das Atelier der ZERO Foundation, dessen Zustand für die Nachwelt authentisch erhalten bleiben soll. „Die foundation will diese Räume nutzen, um die kreative Arbeit der Künstler wissenschaftlich fortzuführen und damit lebendig zu erhalten. Es sollen Archiv-, Bibliotheks- und Büroräume entstehen. Für eine Stiftung, die die Kunst von ZERO erforscht und vermittelt, kann es kaum einen besseren Ort geben. Wenn dieses Projekt realisiert ist, hat die foundation einen Ort geschaffen, der Historisches bewahrt und dennoch in die Zukunft weist.“ Der Umbau wird etwa 550.000 Euro kosten. Aufgebracht wird das Geld hauptsächlich durch die Stiftung und durch Sponsoren. Auch die Landeshauptstadt Düsseldorf stellt Geldmittel für Miete und Personal bereit. Aus dem Medienhafen will laut „Rheinischer Post“ die Stiftung auch deswegen wegziehen, weil die Mieten dort zu teuer geworden sind.
Als der Unternehmer Karlheinz Essl mit seiner Baumarktkette in finanzielle Schwierigkeiten geriet und eine finanzielle Unterstützung des österreichischen Staates für die öffentliche Präsentation der Sammlung des Ehepaares Essl in Klosterneuburg ausblieb, musste das Museum Essl im Sommer 2016 seine Pforten schließen. Nun übernahm das Museum Albertina Wien die Sammlung mit ca. 6.000 Werken als Dauerleihgabe. Im Laufe der Zeit will man dort die Sammlung in die vorhandenen Strukturen integrieren.
Die Museumsmäzenin Barbara Lambrecht-Schadeberg ließ ihre private Kunstsammlung im Londoner Auktionshaus Christie’s versteigern. Teil der Impressionisten-Sammlung waren unter anderem Werke von Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir und Berthe Morisot. Der Erlös soll dem Museum für Gegenwartskunst Siegen zugutekommen und das zukünftige Sammeln der Werke der Rubenspreisträger ermöglichen. Die Peter Paul Rubens-Stiftung erhält rund 20 Millionen Euro.
Im 70. Jahr seines Bestehens ist das Zentralinstitut für Kunstgeschichte (ZI) in München ein Kooperationsprojekt mit Google Arts & Culture eingegangen. „Geplant ist, den kompletten Bestand der Photothek im ZI, der derzeit etwa 900.000 Medieneinheiten umfasst, über die Plattform Google Arts & Culture einer internationalen Öffentlichkeit zugänglich zu machen“. Schon jetzt ist „eine größere Auswahl an Digitalisaten von historischen Ansichten und Bauwerken Berlins zugänglich“, außerdem stellt das ZI Sonderausstellungen auf Google Arts & Culture online bereit: „Die Gründungsgeschichte der kunsthistorischen Forschungseinrichtung wird ebenso anschaulich gemacht wie die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs in Italien, die im Archiv des Deutschen Militärischen Kunstschutz dokumentiert sind. Auch das erst vor einiger Zeit entdeckte Kriegstagebuch Ludwig Heinrich Heydenreichs, Direktor des ZI von 1947 bis 1970, das hier erstmals publiziert und transkribiert wurde, schließt an dieses Thema an. Einmalige und bisher nie veröffentlichte Fotografien der Skulpturen der Medici-Kapelle in der Kirche San Lorenzo in Florenz aus dem Jahr 1941 zeigen die Kunst Michelangelos genauso wie die Meisterschaft des bisher anonymen Fotografen …“ www.google.com/ culturalinstitute/beta/partner/zentralinstitut- fuer-kunstgeschichte?hl=de
Zum 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses 2019 wird das Museumsgebäude des Berliner Bauhaus-Archivs denkmalgerecht saniert und um einen Neubau erweitert. Die Bauarbeiten sollen 2018 beginnen. Bis zum 8. Januar 2018 zeigt das Bauhaus Archiv/Museum für Gestaltung die Sonderausstellung „Bauhaus in Bewegung“ mit „Arbeiten aus dem Bauhaus-Unterricht, etwa Bewegungsstudien aus dem Vorkurs, sowie Gemälde, Fotografien, Architekturpläne, Möbel, Keramiken, Metallobjekte und Grafiken. Die Bedeutung der körperlichen Bewegung im Rahmen des Unterrichts, der Freizeit, auf der Bauhaus-Bühne oder bei Festen wird anhand künstlerischer und dokumentarischer Fotografien ebenso sichtbar gemacht wie die Mobilität des Bauhauses selbst.“
2013 und 2015 erhielt das Düsseldorfer Museum Kunst Palast zwei Schenkungen durch die Jacques and Yulla Lipchitz Foundation und ihren Präsidenten Hanno D. Mott: es handelt sich dabei um das finale Gipsmodell der Skulptur „David und Goliath“, sechs weitere Gipsobjekte und zwei Konvolute von insgesamt 27 Zeichnungen von Jacques Lipchitz. In der Düsseldorfer Sammlung bildet das Werk von Lipchitz neben jenem von Henri Laurens den wichtigsten Bestand eines kubistischen Bildhauers. Das ausgeprägt politisches Engagement von Jacques Lipchitz findet ein sinnvolles Echo in den Sammlungsschwerpunkten der politisch engagierten rheinischen Kunst der 1920-er und 1930-er Jahre (Seiwert, Hoerle, Schwesig, Ludwigs u. a.), die sich auch in der Nachkriegskunst deutlich fortsetzt (Beuys, Alvermann, Reinecke).“ Nach Abschluss der restauratorischen Aufarbeitung ist die gesamte Werkgruppe nun in der ständigen Sammlung öffentlich zugänglich.
Unter dem Namen LuForm nimmt das Ludwig Forum für internationale Kunst Aachen eine neue experimentelle Abteilung in Betrieb. „In kuratorischer Zusammenarbeit mit der FH Aachen, Fachbereich Gestaltung, und der Designmetropole Aachen entsteht eine sich stetig verändernde Ausstellung innovativ gestalteter Objekte, die einen Einblick in die junge, experimentierfreudige Gestalterszene der Euregio und weit darüber hinaus gibt. Die Bandbreite der präsentierten Objekte reicht von jungem Produktdesign, progressiven Möbelstücken, anwendungsorientierten Produktlösungen und Kommunikationsdesign bis hin zu sozialen Lösungen“.
Kulturpolitik
Oliver Reichert, Geschäftsführer des Sandalenherstellers Birkenstock, hatte die Künstlerin Ida Ekblad und das Hamburger Kunsthaus verklagt. Ekblad hatte die Wände des Kunsthauses mit einem Porträt von Reicherts sechsjähriger Tochter tapeziert, das zuvor in einer öffentlichen Birkenstock-Werbekampagne Verwendung fand. Reichert beruft sich auf die „schutzwürdigen Persönlichkeitsrechte“ seiner Tochter. Nachdem die Ausstellung vorübergehend geschlossen werden musste, konnten wieder Besucher eingelassen werden, weil die Künstlerin das beanstandete Foto inzwischen gegen ein Kinderfoto von sich selbst austauschte. Wegen Verletzung des Urheberrechts hatte inzwischen allerdings auch der Fotograf der Werbekampagne Anders Overgard eine Klage eingereicht; sein Antrag wurde allerdings vom Gericht abgewiesen. Die Geschäftsführung des Kunsthaus Hamburg gab zu der Sache die Erklärung ab: „… Da es in der Ausstellung um die Auseinandersetzung mit persönlichen Erinnerung geht und die Ausstellung sich durch den Titel Diary of a Madam auf biografische Aspekte bezieht, machte die Verwendung des Motives, das u.a. mit der Ähnlichkeit zur Künstlerin selber spielt, aus kuratorischer Perspektive in vielerlei Hinsicht Sinn. Aufgrund der künstlerischen Freiheit und der fest etablierten künstlerischen Strategie der Appropriation (wie auch der Pop Art) sieht das Kunsthaus Hamburg darin keinerlei Fehlverhalten seitens der Künstlerin“. Das Landgericht Hamburg hob inzwischen im Eilverfahren eine einstweilige Verfügung gegen das Kunsthaus Hamburg auf. Die Familie Reichert will Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters kündigte an, dass der neue Hauptstadt-Finanzierungsvertrag ab 2018 „finanzielle Zuwächse“ für den Kulturbereich mit sich bringen werde. Sie sprach von „struktureller Stärkung“ einzelner Kulturbereiche, nannte jedoch bisher keine konkreten Summen. 1994 und 2007 hatte das Land Berlin bereits zwei solcher Hauptstadt-Finanzierungsverträge mit dem Bund geschlossen, die die Kulturfinanzierung und Investitionen in die Infrastruktur betreffen. Der aktuelle Vertrag gilt noch bis Ende 2017. Er regelt die Finanzierung „national bedeutsamer Kultureinrichtungen in Berlin“. Der größte Teil der Bundesförderung geht an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Grütters zeigt sich zuversichtlich, dass das Humboldt-Forum wie geplant Ende 2019 eröffnet wird. Neben diesem Forum wird nun doch noch das Einheits- und Freiheitsdenkmal in Form einer begehbaren Wippfläche nach Plänen von Johannes Milla und der inzwischen aus dem Projekt ausgestiegenen Sasha Waltz gebaut. Der Haushaltsausschuss hatte das Projekt wegen gestiegener Kosten von 10 auf 15 Mill. Euro vor einem Jahr zunächst gestoppt, inzwischen jedoch eine deutlich höhere Summe für die Rekonstruktion der Kolonnaden des Kaiser Wilhelm-Denkmals am selben Standort gegenüber vom Schloss bewilligt, nämlich 18,5 Mill. Euro. Das Denkmal selbst soll nicht wieder aufgebaut werden, nur die Kolonnaden. Diese Entscheidung gab wiederum den Befürwortern des Milla und Partner-Denkmals Auftrieb, allen voran dem Politiker Wolfgang Thierse, und im Februar 2017 beschloss dann der Kulturausschuss, doch wieder an der Einheits-Wippe festzuhalten. Die „taz“ befand, diese Wippen-Installation sei zwar „kitschig“, aber dennoch die „ästhetisch bessere“ Lösung für die Neugestaltung des Areals: vor allem wollen auch die Linken dort keine baulich-skulpturale Alternative mit einer optischen Wiederbelebung von Preußens Gloria. Monika Grütters, die bislang eher kein Wippen-Fan war, gibt sich jetzt als faire Verliererin: sie sei „nicht unglücklich“ darüber, dass die Wipp-Skulptur am vorgesehen Ort nun doch noch komme.
Vom 1. bis 3. Juni 2017 lädt das Goethe-Institut mit der neuen Veranstaltungsreihe Kultursymposium Weimar Experten aus Wirtschaft, Kultur und Politik nach Deutschland ein, „die sich mit dem Thema ‚Teilen und Tauschen‘ als zeitlos-universelle Grundlagen menschlicher Kulturpraxis auseinandersetzen“. Dabei geht es z.B. um die Fragen: „Welche gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen ergeben sich aus den verschiedenen Erscheinungsformen des Teilens und Tauschens? Was bedeutet Vertrauen in Zeiten von Couchsurfing oder Carsharing?“ Referenten sind u.a. Jeremy Rifkin, Tomáš Sedlácek und Eva Illouz. Infos unter
Nachdem das Europaparlament dem Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit Kanada (CETA) zugestimmt hat, können nun ab April 2017 einzelne Teile des Abkommens in der Praxis angewandt werden. Endgültig in Kraft tritt es aber erst nach Ratifizierung durch alle Parlamente der EU-Mitgliedstaaten. In Deutschland müssen sowohl der Bundestag als auch der Bundesrat noch grünes Licht geben, und möglicherweise steht dann noch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Rechtmäßigkeit aus. Das kann aber noch Jahre dauern. Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat weist darauf hin, dass deswegen „CETA in Politikfeldern, die nicht im Kompetenzbereich der EU liegen“, derzeit“ nicht vorläufig angewandt werden“ dürfe. „Der Kulturbereich ist, so hoffen wir, also derzeit nicht betroffen!“
Seit 1996 müssen Bewerber für den öffentlichen Dienst in Bayern Angaben zu einer Scientology-Mitgliedschaft machen. Dies trifft auf das Haus der Kunst in München nicht direkt zu; es bekommt allerdings Zuwendungen aus dem bayerischen Staatshaushalt. Die SPD-Landtagsfraktion stellte daher einen Antrag auf einen offiziellen Bericht im Kulturausschuss wegen eines freien Mitarbeiters am Haus der Kunst, der Scientology-Mitglied sein soll. Der Betriebsrat hatte den Aufsichtsrat des Museums bereits im Sommer 2016 darüber informiert. Pikanterweise ist der Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) Vorsitzender des Aufsichtsrats, und obwohl er erklärte, den Fall „sehr ernst“ zu nehmen, wirft ihm die SPD-Politikerin Isabell Zacharias vor, sein Ministerium versuche bei parlamentarischen Anfragen, den Fall zu vertuschen. Angesichts der „schwierigen Vergangenheit“ des Hauses der Kunst, das in den 1930er Jahre unter dem persönlichen Einfluss Adolf Hitlers errichtet wurde, mahnt die Politikerin besondere Sensibilität an: „Es tut mir in der Seele weh, dass es durch diese jahrelang geduldeten Scientology-Umtriebe nun in einen solchen Skandal gerät. Doch derart totalitäre Gruppierungen dürfen in Bayern keinen Einfluss gewinnen …“
Hochschulen
Anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Folkwang Universität der Künste Essen beschäftigt sich die die Hochschule sich das ganze Jahr 2017 hinweg mit ihrer Identität unter dem Motto „Folkwang ist …“. Alle „Freunde, Partner, Förderer sowie die interessierte Öffentlichkeit sind aufgerufen, die Frage zu beantworten, was Folkwang ist: über Social Media, im öffentlichen Raum, bei Ausstellungen, auf der Bühne, per Postkarte“ oder auf der Kampagnenwebsite. Dort finden sich bereits Statements u.a. der Schauspieler Armin Rohde und Anke Engelke oder auch des Pop-Theoretikers Diedrich Diederichsen. Kontakt:
Dr. Martin Henatsch aus Hamburg tritt im Mai 21017 den Rektorenposten an der Kunsthochschule Mainz an. Der Kunstwissenschaftler und Ausstellungsmacher sammelte langjährige Erfahrungen „als Referent der Kunstakademie Münster bei Prof. Manfred Schneckenburger, dessen Lehrstuhl für Kunst und Öffentlichkeit er später vertrat. In seiner Funktion als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kunstakademie Münster betreute Henatsch u. a. den“ Ausstellungsraum der Hochschule Wewerka-Pavillon. „Von 2007–2015 leitete Henatsch die Gerisch-Stiftung in Neumünster … 2014 eröffnete Henatsch das Büro Kunst & Öffentlichkeit in Hamburg.“
Michael Riedel ist mit Beginn des Sommersemesters 2017 neuer Professor für Malerei an der HGB Leipzig. Er übernimmt den Lehrstuhl von Astrid Klein, die die Hochschule nach 23 Jahren Lehrtätigkeit nun verlassen hat. Der 45jährige Riedel studierte selbst in Düsseldorf, Paris und Frankfurt und stellte zuletzt in der Kunsthalle Zürich aus.
Prof. Andreas Brandolini verließ zum Ende des Wintersemesters 2016/2017 die HBKsaar und tritt nach nahezu 30 Jahren Lehrtätigkeit in Saarbrücken in den Ruhestand. Brandolini vertrat seit Gründung der Hochschule der Bildenden Künste Saar im Jahr 1989 im Studiengang Produktdesign das Lehrgebiet „Möbel- und Ausstattungsdesign“. Er war mit seinen Arbeiten bei zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen beteiligt, u.a. auch bei der documenta 8.
Neuer Name, verändertes Konzept: die Sommerakademie Paul Klee, getragen von der Hochschule der Künste Bern HKB und dem Zentrum Paul Klee, ist „leicht anders konzipiert“ als es die bisherige Sommerakademie im Zentrum Paul Klee war: „Unter der künstlerischen Direktion des Kurators und Autors Tirdad Zolghadr werden sich im August 2017 und im August 2018 acht Fellows während jeweils drei Wochen in Bern zu einem Austausch treffen, der auch die Gelegenheit zu künstlerischer Produktion mit der professionellen Infrastruktur der Hochschule einschliesst. Der Rahmen von Seminaren und Tutorials wird erweitert um Gruppenrecherchen und die Verbindung von Diskurs und künstlerischer Praxis. Die Fellows werden über zwei Jahre miteinander in Kontakt bleiben und im Frühjahr 2019 gemeinsam ein öffentliches Ereignis schaffen. So entsteht ein neues Format, das die Energien von Diskursplattformen, Residencies und kollektiver Aktion vereint, ohne die individuelle künstlerische Arbeit zu unterbrechen …“
„Künstlerporträts Düsseldorf 1800 bis heute“ lautet der Titel der aktuellen Ausstellung in der Akademie-Galerie der Kunstakademie Düsseldorf (bis 25. Juni 2017). „Die ausgestellten Künstlerporträts wurden entweder von 1800 bis heute in diesem künstlerischen Biotop geschaffen oder betreffen langjährige Protagonisten des Düsseldorfer Kunstgeschehens der Stadt. Gemälde, Zeichnungen und Grafiken aus der Alten Sammlung der Kunstakademie Düsseldorf zeigen, dass eine systematisch betriebene Praxis des Künstlerporträts bis in die Klasse von Wilhelm von Schadow zurückreicht …“ www.kunstakademie-duesseldorf.de
Die weißensee kunsthochschule berlin kündigt ihren Rundgang – Tage der offenen Tür für das Wochenende 22. und 23. Juli 2017 (jeweils von 12–20 Uhr) an (Bühringstraße 20), Besucher treffen auf eine Präsentation von Arbeiten der Studenten der Fachgebiete Bildhauerei, Bühnen- und Kostümbild, Malerei, Mode-Design, Produkt-Design, Raumstrategien, Textil- und Flächen-Design, Visuelle Kommunikation und Künstlerische Grundlagen sowie dem Masterstudiengang Raumstrategien aus dem Studienjahr 2016/17.
Prof. Susanne Kühn lehrt seit dem Sommersemester 2015 freie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Derzeit stellt sie bis zum 5. Juni 2017 ihre Arbeiten unter dem Titel „Spaziergänge und andere Storys“ in Museum für Neue Kunst der Städtischen Museen in Freiburg (Breisgau). Die Exponate bestehen aus großformatigen Tuschezeichnungen: sie macht das Genre der Grafik „zum Thema und transferiert ihre Bildsprache in gezeichnete Bildkompositionen, wodurch die traditionsreiche Kunstgattung durch die zeitgenössische Sichtweise der Malerin gefiltert wird. Bedingt durch die Wahl des Mediums reduziert Susanne Kühn die Farbpalette auf Schwarz und Weiß. Dabei entdeckt sie neue Bildthemen, die um Fragen der Identität und des künstlerischen Selbstverständnisses kreisen.“
Winfried Speitkamp ist mit Beginn des Sommersemesters neuer Präsident der Bauhaus-Universität Weimar. Seine Amtszeit dauert sechs Jahre; außerdem wurde er zum Universitätsprofessor für „Kulturgeschichte der Moderne“ berufen worden. Speitkamp war zuletzt Dekan bei den Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel. Seit 2010 lehrte er als Professor Neuere und Neueste Geschichte. Seine Forschungsschwerpunkte reichen von der Verfassungs- und Landesgeschichte, der Geschichte der Denkmalpflege sowie der Geschichtskultur und politischen Symbolik bis zur Geschichte Afrikas und des Kolonialismus.
Biennalen
„Warten auf die Barbaren“ lautet das Thema der 6. Athen Biennale 2017/2018. Kuratoren sind Heart & Sword Division, eine Gruppe von Künstlern, Kuratoren und Theoretikern. Sie nehmen sich für die „Warte“-Aktivitäten ab April 2017 ein Jahr Zeit und präsentieren die Ergebnisse dann im April 2018 in einer Ausstellung. Dabei greifen sie das aktuelle Documenta-Motto auf und fragen, ob und wie denn ein „Lernen von Athen“ möglich sei. Was leisten Vokabeln wie „Erziehung“, „Freiheit“, „Norden“, „Süden“, „queer“ oder „einheimisch“ in signifikanter Weise für die zeitgenössischen kulturellen Debatten? Die Istanbul-Biennale 2013 hatte das Motto „Mutter, bin ich ein Barbar?“: hier wurde die Figur des „Barbaren“ als Gegenbild zur zivilen, d.h. bürgerlichen Identität definiert, und auch die irische EVA-Biennale 2016 war mit „Still /The) Barbarians“ betitelt, als Diskussion für Irland als Testfall für die moderne europäische Kolonialisation. Dazu erklären die Macher der Athen-Biennale: „Der Barbar ist weder der ominöse Andere, der Flüchtling, der Migrant, der Muslim, noch der exotisierende und erotisierende Orientalist, die ‚Bedrohung‘ des ‚Nordkolonialisten‘. Dennoch ist der Barbar näher als je zuvor. Wir sind keine Gastgeber, aber wir laden die Barbaren ein.“ www.
Die Kuratoren der nächsten Manifesta, die 2018 in Palermo stattfindet, heißen „Creative Mediatoren“. Der eigentlichen kuratorischen Arbeit sind Urbane Studien des Rotterdamer Office for Metropolitan Architecture (OMA) vorgeschaltet, die im Frühjahr 2017 öffentlich vorgestellt werden. Bis zum Sommer soll aus dem Material dann anschließend ein Konzept entwickelt werden. Ippolito Pestellini Laparelli vom OMA-Büro sitzt als Creative Mediator dem Vierer-Team vor, dem außer ihm als Mediatoren noch die Kuratorin Mirjam Varinidis, der Architekt Andrés Jaque sowie die Filmemacherin und Journalistin Bregtje van der Haak angehören. In diesen Wochen arbeitet das Team mit lokalen Initiativen, Profi-Künstlern und internationalen Gästen zusammen, um die Stadt Palermo hinsichtlich der Wirkungen von Klimawandel, Migration, kulturellem Erbe und der aktuellen politischen Situation in Europa zu erforschen. Es gelte, die Texturen einer Stadt, speziell der Manifesta-Städte, genauer zu verstehen. Die Manifesta-Direktorin Hedwig Fijen verweist in diesem Zusammenhang auf die Mobilität in unseren Gesellschaften (die aber sowohl bei Berufspendlern als auch bei Arbeitsmigranten oft eine Zwangsmobilität ist, und bei Flüchtlingen erst recht), und die uns (wieder) eine „nomadische Natur“ aufnötigt, indem wir „von einer Stadt zur anderen wechseln“. Das erfordere eine „spezifische Strategie“ zur Entschlüsselung der heutigen Städte – diese Vorstudien zur Manifesta bereiten sozusagen „eine Leinwand vor, auf der ein Maler später anfangen kann“.
57. Biennale Venedig 2017, Pavillons: Julian Heinen kuratiert den Georgischen Pavillon in Venedig. Er lud den Künstler Vajiko Chachkhiani ein, dort sein Land zu repräsentieren. Im Arsenale-Bereich wird der Künstler als Pavillon eine Holzhütte nutzen, wie sie typisch für die georgische Landschaft ist. Im Inneren bestückt Chachkhiani diese Hütte mit typischem Mobiliar, Bildern und anderen Alltagsobjekten. Zugleich installiert der Künstler dort im Inneren ein Bewässerungssystem, das Dauerregen simuliert und solchermaßen die Innen-Außen-Beziehung umkehrt. Während der sechsmonatigen Ausstellungsdauer bildet sich Moos, das die Installation sukzessive zerstört.
Den Isländischen Pavillon im Kunstraum Spazio Punch auf Giudecca wird Stefanie Böttcher, Direktorin der Kunsthalle Mainz kuratieren. Der ausgewählte Künstler Mixed media-Künstler Egill Sæbjörnsson wiederum „überlässt die Gestaltung des Pavillons“ zwei Phantasiewesen aus der archaischen Welt der Fabeln und Märchen: Ūgh und Bõögâr sind zwei Trolle, wie sie in der nordischen Mythologie als Riesen, manchmal auch als Unholde beschrieben werden. Per Projektion bzw. Animation werden sie während der Biennale zum Leben erweckt; und in der Presseerklärung heißt es, die beiden Künstler-Trolle seien 36 m hoch und hätten kannibalistische Neigungen. In Island regte wohl vor allem die nebelverhangene Landschaft mit ihren bizarren Felsformationen in grauer Vorzeit die Barden und Erzähler dazu an, sich das Treiben eines Trollvolks von Ungeheuern vorzustellen. Mit großen Felsbrocken, Licht, bewegten Bildern und Sound schuf Sæbjörnsson 2011 im Künstlerhaus Bremen 2011 eine Installation, in der er dann mit verstellter Stimme in verschiedenen Rollen performte.
Seit ihrer Gründung 1970 ist die Art Basel (15.–18. Juni 2017)zur „wichtigste Weltmesse des internationalen Kunstmarktes“ avanciert. Die 300 Teilnehmer gelten als Trendsetter und Global Player des Kunstbetriebs; wer hier vom Zulassungsausschuss akzeptiert wird, hat als Galerist einen Ritterschlag bekommen. Der Sammler Harald Falckenberg fasste einmal in der „ZEIT“ das Phänomen dieser Messe mit den Worten zusammen: „Die Art Basel ist eine Klasse für sich, keine andere Kunstmesse reicht an sie heran. 99 Prozent aller Galeristen, die einmal auf der Messe vertreten waren, wollen wieder hin“. Für ihre „Art Basel Cities initiative“ haben die Veranstalter in diesem Jahr Buenos Aires als erste Partnerstadt des neuen Programms gewählt. Ende 2017 will man dort diverse Events ausrichten. Derweil hofft man sich für die Basler Veranstaltung im Juni Synergieeffekte durch die anderen europäischen Großveranstaltungen: Da in Kassel die Documenta fünf Tage vor der Art Basel eröffnet wird und am gleichen Tag auch die Skulptur Projekte Münster (10. Juni 2017), dürften vor allem viele Kunstfreunde aus Übersee die Anreise zur Messe mit dem Besuch dieser beiden Veranstaltungen kombinieren und dann vielleicht nach Venedig zur Biennale weiter reisen. So dürfte vor allem zur Preview zwischen Kojen noch mehr Gedränge herrschen als sonst. Die Atmosphäre der Messe als Kommerz-Veranstaltung beschrieb die „Neue Zürcher Zeitung“ mit den Worten: „Die Art Basel … nimmt sich wie ein Gemischtwarenladen aus, die einzige erkennbare Struktur ist hier meistens die Auslegeordnung des Angebots selber, die vor allem Nachfrage generieren will. Zelebriert wird hier Kunst als Warenwert …“ www.artbasel.com
Die ARCO Lisboa (18.–21.05.2017) wird hauptsächlich von Galerien aus Portugal, Spanien und Südamerika bespielt. Sie findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt; mit 40 Teilnehmern war die Auftaktveranstaltung allerdings relativ klein. Der Großraum Lissabon weist zwar eine recht quirlige Kulturszene auf, und es gibt auch in Portugal engagierte Sammler, doch die Bereitschaft zu öffentlichen wie privaten Investitionen in Kunst hängt natürlich immer und überall auch von den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab: Spanien wie Portugal meldeten im vergangenen Jahr zu hohe Defizite an die Brüsseler Wächter über die Stabilität in der Euro-Zone, bei Portugal waren es eine Neuverschuldung von 4,4 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung, die Mitte-Links-Regierung steht immer noch vor großen Schwierigkeiten, um eine wirtschaftliche Erholung zu forcieren; das Land gilt allerdings als politisch äusserst stabil, was wichtig für die Investitionsbereitschaft der Wirtschaft ist. So darf man gespannt sein, ob es den ARCO-Machern gelingt, ihren Lissabon-Ableger dort dauerhaft zu etablieren. www.ifema.es/arcolisboa
Die art bodensee in Dornbirn (21.– 23.07.2017) ist die einzige Kunstmesse, die in Europa während der Ferienzeit im Hochsommer stattfindet – und dies nicht ohne Grund, liegt Dornbirn doch in einer touristischen Region mit guter Anbindung an die Nachbarländer Schweiz und Deutschland. 53 Prozent der Besucher kommen denn auch aus Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein – insgesamt reisten 3.000 Besucher aus dem angrenzenden Ausland an. Mit 60 Galerien findet die Messe 2017 erstmals in den neuen Hallen von Marte.Marte statt. Der Sender ORF bescheinigte der letztjährigen Veranstaltung, sie habe sich „nach einer Schwächephase“ inzwischen „zu einer ernstzunehmenden Salonmesse etabliert“.
Die Loop Fair Barcelona ist eine Messe für Film und Video (25.–27. Mai 2017). Ein begleitendes Festival beginnt schon einige Tage vorher am 18. Mai 2017. In diesem Jahr feiert die Messe ihr 15jähriges Bestehen. Ihr Programm reicht von Beispielen aus der Frühzeit von Film und Video bis heute – man beschäftigt sich mit der Geschichte der Cineastik vor allem auch deswegen, um die heutige Medienwirklichkeit besser verstehen zu können („A Contemporary Archaelology of video). Das Auswahlkomitee hat für die Messe etwa 45 Künstlerfilme und Videos ausgewählt.
Galerien
Esther Schipper eröffnete zum diesjährigen Berliner Gallery Weekend am letzten Aprilwochenende 2017 neue Räume in der Potsdamer Str. 81E. Die erste Ausstellung dort bestreitet bis zum 17. Juni 2017 Anri Sala mit einer ersten Einzelausstellung unter dem Titel „Take Over“. Parallel dazu sind ebenfalls neue Skulpturen von Angela Bulloch zu besichtigen.
www.estherschipper.com
Zwei neue Adressen meldet die Berliner Galerie Mehdi Chouakri. Sie hat ihre bisherigen Räume in Berlin-Mitte verlassen und nimmt zum Gallery Weekend am 28. April 2017 zwei neue Standorte in Berlin-Charlottenburg in Betrieb, und zwar am Fasanenplatz (Fasanenstrasse 61) und in der Mommsenstraße (Ecke Bleibtreustrasse 41).
Die Galerie Hauser & Wirth habe in Zusammenarbeit mit dem Urenkel und Galeristen Julian Sander den Nachlass des Fotografen August Sander übernommen. Das gesamte Negativ-Archiv werde weiterhin kunsthistorisch von der Kölner SK Stiftung Kultur in Köln betreut. Auf diese Pressemitteilung der Galerie reagierte die SK-Stiftung Kultur allerdings “mit Unverständnis“: denn sie habe dem Enkel Gerd Sander (dem Vater von Julian Sander) 1992 den Nachlass abgekauft und ebenso die Nutzungsrechte erworben und sei somit „die einzige legitime Repräsentanz dieses Nachlasses von August Sander.“ August Sander hatte 1925 das fotografische Konzept für „Menschen des 20. Jahrhunderts“ entwickelt. Das Werk umfasst über 600 Aufnahmen mit Porträts, Stadt-, Architektur- und Landschaftsaufnahmen und bietet ein Abbild der Gesellschaftsgruppen in der Epoche zwischen den beiden Weltkriegen. Julian Sander gegenüber „Kunstforum international“: „Ich mache das nur, um das Werk von August Sander weiter voran zu bringen“.
Susanna Kulli, Galeristin in Zürich, schenkte ihr Galerienarchiv der dortigen Zentralbibliothek. Gleichzeitig kündigte sie für April 2017 die Schließung der Galerie an. Im Sommer 2017 erscheint „eine Publikation über die Galerietätigkeit von 1983 bis 2016, mit dem Titel 33 Jahre Galerie Susanna Kulli im Spiegel der Presse, ein Materialbuch, herausgegeben von Peter Zimmermann und Max Wechsler. Das Materialbuch enthält, u.a. chronologisch geordnete Presseauszüge …“ www.susannakulli.ch
Mit ihrem Programm für zeitgenössischen Künstlerschmuck, Fotografie, Zeichnungen und Skulpturen ist die Münchener Galerie Spektrum mit dem Gründungsdatum 1981 eine der ältesten ihrer Art in Deutschland. Mit zwei Ausstellungen verabschiedet sich der Galerist Jürgen Eickhoff jetzt aus der Theresienstraße, um im Herbst 2017 in Karlsruhe neue Räume zu eröffnen. Der Grund für den Umzug sei „typisch für München“, erklärt Eickhoff: „Das Haus in dem wir seit über 40 Jahren wohnen wird abgerissen werden. Eine bezahlbare Wohnung in München zu finden ist für uns nicht mehr möglich.“ www.galerie-spektrum.de
Andrea Rosen, New Yorker Galeristin, will keine Ausstellungen mehr durchführen. Sie will zwar ihre Galerie behalten und weiterhin ihre Stammkünstler wie Josephine Meckseper oder Andreea Zittel unterstützen, möchte aber in der aktuellen Zeitstimmung keinen öffentlichen Raum mehr haben: ihre erste Einzelausstellung richtete sie als Galeristin 1990 dem Künstler Felix Gonzáles-Torres aus, dessen Nachlass sie nun zusammen mit David Zwirner betreut. Zu Lebzeiten habe sich der Künstler in seinen Werken immer gegen Homophobie, Rassismus und soziale Ungleichheit gewandt, doch in der Ära von US-Präsident Donald Trump werden diese Probleme in den USA nun stärker diskutiert – Trumps Wahlkampf hat die Kluft zwischen einer stockkonservativen Bevölkerung im ländlichen Mittelwesten und im Süden auf der einen und den liberalen Kräften in den Metropolen an der Ost- und Westküste auf der anderen Seite massiv vertieft. Andrea Rosen verweist darauf, dass homosexuelle Künstler wie Robert Mapplethorpe auch früher schon Zensurversuchen ausgesetzt waren, aber „vor allem in dieser Zeit“ wolle sie nun lieber mehr in der Felix Gonzáles-Torres Foundation mitarbeiten.
www.andrearosengallery.com
Vittoria Castiglioni und Lea Kontak haben am 1. April 2017 die Leitung der Leipziger Galerie b2_ s übernommen. Die Galerie residiert im Stadtteil Plagwitz auf dem Gelände der alten Baumwollspinnerei, die heute ein Kulturzentrum ist. Die Galerie vertritt Hubert Becker, Benjamin Dittrich, Doris Frohnapfel, Caroline Hake, Katharina Immekus, Bea Meyer, Heide Nord, Selma van Panhuis, Christian Schellenberger, Hayahisa Tomiyasu, V I P, Anna Vovan und Verena Winkelmann.
Personalien
Susanne Gaensheimer (49) wechselt vom Posten der Direktorin des Museums für Moderne Kunst (MMK) Frankfurt/Main in die künstlerische Leitung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Sie übernimmt den Chefsessel von Marion Ackermann, die im November 2016 als Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen nach Dresden ging. Die Kunsthistorikerin hat den Posten im MMK seit 2009, als Nachfolgerin von Udo Kittelmann. Davor leitete sie die Sammlung für Gegenwartskunst in der Städtischen Galerie am Lenbachhaus in München. 2011 und 2013 kuratierte Gaensheimer den deutschen Pavillon in Venedig, die posthume Christoph-Schlingensief-Ausstellung gewann den Goldenen Löwen.
Florian Ebner verlässt am 1. Juli 2017 das Essener Museum Folkwang und wird dann Chef der Fotoabteilung am Pariser Centre Pompidou. Von dort wechselt sein Vorgänger Clément Chéroux als Fotokurator ans Museum of Modern Art San Francisco. Die Pariser Fotosammlung zählt mit 40.000 Abzügen und 60.000 Negativen zu den größten in Europa. Vor allem die Fotografie der 1920 und 1930er Jahre ist hier umfassend dokumentiert. Der 1970 in Regensburg geborene Kunsthistoriker begann Ebner begann 2012 seine Arbeit am Folkwang-Museum. Zuvor war er Direktor des Museums für Fotografie in Braunschweig und kuratierte 2015 den Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig.
Niele Toroni wurde 80 Jahre alt. Aus diesem Anlass und zur Würdigung seines Lebenswerks wird der schweizerische Maler und Konzeptkünstler am 2. Juli 2017 mit dem Rubenspreis der Stadt Siegen geehrt. „Gegen den Pinselstrich als Ausdruck emotionaler oder gedanklicher Regungen wehrt er sich vehement und hat dies auch schon immer so gehalten: bereits im Jahr 1967 demonstrierte er mit seiner Künstlergruppe „BMPT“ (Buren, Mosset, Parmentier, Toroni) gegen das Prinzip der Botschaft in der Kunst. Die Gruppe wendete sich gegen die herrschenden malerischen Strömungen, entfernte sich davon, in ihrer Kunst expressiv zu sein, etwas aussagen zu wollen. Die Vertreter der Gruppe legten den Fokus auf die künstlerische Idee an sich; die malerische Geste ist auf das Minimum reduziert.“
Britta Peters wechselt von den Skulptur Projekten Münster ins Ruhrgebiet. Dort übernimmt sie ab dem 1. Januar 2018 die Künstlerische Leitung von Urbane Künste Ruhr übernehmen. Peters studierte Kulturwissenschaftlerin in Lüneburg und profilierte sich beruflich als Kuratorin und Leiterin des Kunstvereins Harburger Bahnhof in Hamburg.
Werner Spies feierte seinen 80. Geburtstag. Der aus Tübingen gebürtige Kunsthistoriker zog Anfang der 1960er Jahre als Literaturagent, Übersetzer und Lektor nach Paris, arbeitete von dort aus ab 1964 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und für den Süddeutschen Rundfunk. 1966 lernte er Max Ernst kennen und pflegte mit ihm bis zu dessen Tod 1976 eine enge Freundschaft. Er gilt als einer der versiertesten Kenner der Werke von Pablo Picasso und Max Ernst, in letzterem Falle vor allem als Herausgeber (zusammen mit Sigrid und Günter Metken) des sechsbändigen Werkkatalogs über Max Ernst und anderer Publikationen über ihn und den Surrealismus. Spies erhielt mehrere hohe Auszeichnungen des französischen und des deutschen Staates; er ist Ehrendoktor an der FU Berlin und der Universität Tübingen.
Ingvild Goetz wurde von der Konrad Adenauer-Stiftung als „herausragende Sammlerin und emphatische Vermittlerin zeitgenössischer Kunst ebenso wie als beispielhafte Mäzenin“ geehrt, „die die bürgerliche Idee generös und nachhaltig mit Leben erfüllt“. Dabei ging es nicht nur um die Schenkung ihrer privaten Kunstsammlung, sondern auch um ihr soziales Engagement,„sei es für die Unterstützung von Asylbewerbern oder für Menschen mit Essstörungen, sei es für die Ausbildung junger Mönche in Nepal oder für die Errichtung von Schulen in Mali.“
Preise
Die US-Künstlerin Carolee Schneemann wird von der Biennale in Venedig mit dem diesjährigen Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Schneemann gilt als Pionierin der feministischen Performance in den frühen 1960er Jahren und als Mitbegründerin der Body Art. “Im Gegensatz zur traditionellen Darstellung der Frauen bloß als nacktes Objekt, hat Schneemann den nackten Körper als ursprüngliche, archaische Kraft genutzt, die Energien bündeln kann. […] Mit der Nutzung einer breiten Palette an Medien wie Malerei, Film, Video und Performance schreibt Schneemann ihre persönliche Geschichte der Kunst und widersetzt sich der Idee einer Geschichte, die ausschließlich vom männlichen Blickwinkel aus erzählt wird”, begründete Christine Macel, Kuratorin der 57. Biennale von Venedig die Wahl. Die Auszeichnung wird ihr am 13. Mai 2017 zur Eröffnung der Biennale übergeben.
Jonathan Meese nahm auf der Art Karlsruhe den Hans Platschek-Preis entgegen. Ausgewählt wurde er von Florian Illies, Autor und Geschäftsführer der Villa Grisebach. Er begründete seine Entscheidung für Meese mit den Worten: „Präzision, Verschlossenheit und Witz verbindet Meese mit Platschek.“ Im Anschluss an die Preisverleihung beschrieb Meese seine Kunst- und Weltsicht in einer 90minütigen Performance. Gewinner des art KARLSRUHE-Preises des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe ist die Galerie SMUDAJESCHECK aus München mit der Künstlerin Neringa Vasiliauskaite. Die Fachjury wählte aus den 193 One-Artist-Shows ihre Präsentation als die „überzeugendste Einzelpräsentation“ aus.
Kito Nedo wurde mit dem ADKV-ART COLOGNE-Preis für Kunstkritik 2017 ausgezeichnet. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wird von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) in Kooperation mit der ART COLOGNE an freie Journalisten verliehen. Über den Preisträger heißt es: „Nedo ist ein Kritiker, der seinen Platz noch nie allein dort gesehen hat, wo der Kunstbetrieb stillschweigend Macht und Bedeutung konzentriert. Oft greift er zu klassischen journalistischen Formaten, um in Berichten, Analysen und Interviews von seiner enzyklopädischen Kenntnis auch selten beachteter Ausstellungsorte zu profitieren. So unterläuft er die hypnotische Fixierung auf Groß-Events und Stars, um auch kritische Stimmen einzufangen. Er verteidigt einen Ton gelassen ruhiger Beobachtung, der sich von Verlautbarungs- und Huldigungsprosa fernzuhalten weiß. Kritik ist für Kito Nedo immer auch Umverteilung von Aufmerksamkeit und damit ein Beitrag zur Fairness gegenüber Einzelpositionen und Randphänomenen.“Der Dortmunder Hartware MedienKunstVerein erhält den diesjährigen ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstvereine (8.000 Euro). Zu Begründung erkläre die Jury, die Arbeit des Vereins überzeuge „durch ihre konzeptionell stringente Orientierung. Im Vordergrund stehen gesellschaftsrelevante und genreübergreifende Fragestellungen, die mit aufsehenerregenden Themenausstellungen inszeniert werden. Besondere Sorgfalt legt der Verein auf seine Öffentlichkeitsarbeit und auf moderne Vermittlungsstrategien. Aus einer besonderen Schwerpunktsetzung im Bereich der Medienkunst hat der Verein breiter angelegte Programme entwickelt und sich Prinzipien der Interaktion zu eigen gemacht, die unter kuratorischen Leitlinien gleichermaßen Künstler wie Publikum in Entscheidungsfindungen einbezieht“.
Okwui Enwezor, künstlerischer Leiter des Haus der Kunst München, nimmt am 9.Oktober 2017 den Essener Folkwang-Preis entgegen (25.000 Euro). Die Auszeichnung gilt Personen, „die sich im Sinne des Museumsgründers Karl Ernst Osthaus (1874 – 1921) in besonderer Weise für die Förderung und Vermittlung von Kunst an eine breite Öffentlichkeit verdient gemacht haben“. Enwezor, u.a. Leiter der Documenta 2012 und der Biennale von Venedig 2015, wird für seinen Erfolg gewürdigt, „zeitgenössische Kunst jenseits des euro-amerikanischen Kanons ins internationale Bewusstsein zu bringen“.
Ausschreibungen
In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern initiiert und fördert das Goethe-Institut Gruppen- und Einzelausstellungen in allen Sparten der Bildenden Kunst: Malerei, Skulptur, Grafik, Architektur, Fotografie, Medienkunst, Design und Mode. Ansprechpartner für Projekte in der Bildenden Kunst im Ausland sind die Goethe-Institute vor Ort. Die Auslandsinstitute sind grundsätzlich offen für Projektideen, die von Künstlern oder Kuratoren aus Deutschland oder auch von Partnern aus dem Gastland an sie herangetragen werden. Voraussetzung für die Zusammenarbeit ist jedoch, dass das Goethe-Institut von Anfang an in die Konzeption und Planung eines Projekts einbezogen wird. Das Goethe-Institut ist nicht in der Lage, kurzfristig zur Deckung von Finanzierungslücken bei Kunstprojekten Dritter beizutragen. Bewerbungen sind laufend möglich. ,
Mit dem Stipendium künstlerische Kunstvermittlung möchte die Berliner nGbK einer Einzelperson oder einem Zweier-Team „Freiraum zur Umsetzung von Ideen, Konzepten und Methoden der künstlerischen Kunstvermittlung eröffnen.“ Die Auslobung richtet sich an Künstler, Kulturwissenschaftler und Kunstpädagogen. Das Stipendium umfasst 1.200 brutto für einen Zeitraum von 12 Monaten. Bewerbungen bis zum 22. Mai 2017 per e-mail an: office@ngbk.de
Die Stiftung Kunstfonds fördert Ausstellungen zur zeitgenössischen bildenden Kunst mit nationalem Schwerpunkt sowie Publikationen und Dokumentationen zur zeitgenössischen bildenden Kunst mit nationalem Schwerpunkt. „Künstlergruppen (auch projektbezogene freie Gruppen) können neben Kunstvereinen, Artotheken, Galerien, Museen und Organisatoren künstlerischer Projekte Zuschüsse für modellhafte und überregional bedeutsame Ausstellungen vorwiegend deutscher bzw. dauerhaft in Deutschland lebender bildender Künstler/ innen beantragen.“ Finanziert werden bis zu 50 bzw. 75 % der Projektkosten, jedoch höchstens 25.000 bzw. 35.000 Euro. Der Bewerbungsschluss für alle Förderprogramme ist der 30. Juni 2017. ; www.kunstfonds.de
Bewerbungen für ein AIR—Artist in residence-Stipendium in Krems an der Donau (Österreich) für 2918 werden bis zum 30. Mai 2017 entgegen genommen. Die Dauer des Aufenthaltes beträgt derzeit grundsätzlich ein bis drei Monate, eine Verlängerung ist nach Maßgabe der vorhandenen Plätze möglich. Atelier und Wohnmöglichkeit werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Stipendium beträgt 1.000,- Euro/mtl. Es werden keine Bewerbungen per E-Mail akzeptiert und keine Bewerbungsunterlagen zurück geschickt. Kontakt: AIR artist-in-residence Krems, Steiner Landstraße 3, A 3500 Krems an der Donau, Tel.: +43 (2732) 90 80 10 157, Fax: +43 (2732) 90 80 28,
Frank Homeyer und Boris Nieslony führen vom 3. bis zum 5. Juni 2017 einen Performance-Workshop im Kunstpavillon Burgbrohl/Rheinland durch. Es gibt einfache Übernachtungsmöglichkeiten (Empfehlung: Schlafsäcke mitbringen) im Kunstpavillon und in einem Studio Apartement. Teilnahmegebühren: 250 Euro (Studenten 150 Euro). Anmeldungen bis zum 15. Mai 2017 bei Kunstpavillon Burgbrohl, Hechenbergweg 6a, 56659 Burgbrohl, info@hammes-meiner.de
Die Lepsien Art Foundation schreibt fünf Stipendienplätze mit Ateliernutzung für „Emerging Artists“ im Düsseldorfer Art House aus. Altersgrenze: 39 Jahre. Gefördert werden Malerei, Bildhauerei und Fotografie. Voraussetzung für die Bewerbung:abgeschlossenes Kunststudium und erste öffentliche Anerkennungen durch Ausstellungen oder Publikationen. Förderzeitraum: 1. Sept. 2017 bis 31. Aug. 2018. Reisekosten und Kosten für Wohnung/Unterkunft werden nicht übernommen. Bewerbungen bis zum 15. Mai 2017 per e-mail an , www.the-art-house.org
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