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Kunsturteil

Herausgegeben von Roland Schappert

Direkte oder indirekte Urteile fällt fast jeder, der mit Kunst in Berührung kommt. Einer begründeten Bewertung von Kunst, unter Angabe von eigenen Fragestellungen, Interessen oder Kriterien, kann man ausweichen, was auch oft genug der Kunstkritik vorgeworfen wird. Dem Kunsturteil lässt sich dagegen kaum entkommen, solange man nicht schweigt und jeder selbstbestimmten Betrachtung aus dem Weg geht. Wer über einzelne Kunstwerke nachdenken möchte, muss individuelle Urteile treffen. Wer ein Kunstwerk bloß erfahren oder kaufen möchte, urteilt auch. Nach welchen Kriterien werden aber heutzutage die Werke ausgewählt, die man weitergehend erfahren möchte oder deren Anschauung und Erkenntnismöglichkeiten vielleicht auch von persönlichem Interesse sein könnten? Zwölf Autoren fokussieren zahlreiche Aspekte des Umgangs mit zeitgenössischer Kunst und nähern sich dem Problem der Beurteilung von ganz verschiedenen Seiten aus: Rechtfertigen versteckte Geschmacksurteile einen Neokonzeptuellen Style? Oder ist das individuelle Urteil am Ende, weicht es einer friedlichen Embeddedness, ersetzen der Stellenwert hoher Marktpreise, Klicks und Follower das Risiko des eigenen Urteilens? Wo stehen wir mit der Kunst?

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