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Ausstellungen: London · von Edgar Schmitz · S. 392 - 392
Ausstellungen: London , 2011

Edgar Schmitz
Young British Art

Limoncello, London, 28.4. – 4.6.2011

Auffallend ist erstmal die Listenlogik dieser Ausstellung: der Titel verweist auf die Young British Artists und die markthistorische Investitionslogik, für die sie mittlerweile einstehen; der Pressetext behauptet Talent als einziges Bindeglied zwischen den präsentierten Positionen, und behauptet auch, dass es sonst keine Zusammenhangslogik gebe.

Aber die Ausstellung ist eben von Ryan Gander kuratiert, dem Intelligenzkünstler, dessen Repertoire kuratorische Gesten natürlich genauso umfasst wie im engeren Sinne künstlerisch zu nennende. Und von da aus drängt sich dann auch anderes auf.

Der Teppich zum Beispiel, der im Ausstellungsraum ausgelegt ist und wohl zu Beginn der Ausstellungslaufzeit mal ganz strahlend weiß gewesen sein muss und jetzt mehr Benutzerspuren nachzeichnet, als dass er den Raum noch wirklich verfeinerte. Und natürlich ist das nicht irgendein Teppich, sondern richtig weiche, irgendwie luxuriöse Auslegeware, um die und auf der sich so etwas wie ein Kabinettgefühl herstellt, leicht exklusiv und irgendwie unangemessen, sowohl hier als auch überhaupt.

Auch dass die Ausstellung rein Schwarz-weiß funktioniert (es gibt sogar die Pressebilder auch als s/w Versionen ihrer selbst), erscheint dann als wiederum nächste Schicht eines nie ganz Ernst zu nehmenden, aber nie ganz zu leugnenden Musters dieser Ausstellung. Wovon hier abgelenkt wird, entzieht sich zwar immer wieder. Aber dass abgelenkt werden muss, von der Rolle Ganders hinsichtlich der gezeigten Künstler; von der historische Dimension des Erfolgsrezeptes yBA als Label, unter dem Hirst, Lucas, und die ganze Generation antraten; von der Logik der Aufstellungsausstellung, die als Namenssammlung auch Investitionsvorschlag ist und immer wieder als Verweis auf die…


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