UTA M. REINDL
Stepanek&Maslin
Thomas Rehbein Galerie, Köln, 11.9. – 25.10.2003
Der Wald, die Wiese, die Flora einer makellosen Natur war immer das Sujet der gemeinsam gemalten Bilder von Alice Stepanek und Steven Maslin. Störungsfrei, entvölkert von der Tierwelt, ganz frei von ökologischen Irritationen. Ähnlich wie die dort erfassten Realitätsfragmente ist der Farbgebrauch in der mit naiven Perspektiven spielenden Malerei von überhöhter Präzision. Und die handwerkliche Perfektion war schon immer das Markenzeichen der Bilder des Künstlerduos, das seit 1983 konsequent miteinander malt.
Manieristisch romantisch waren die frühen Gemälde mit einsamen Gestalten in weiter Landschaft und dem von Licht symbolistisch durchfluteten Firmament, wie in KUNSTFORUM-Band 106 über Künstlerpaare kommentiert. In romantischer Pose denn auch – mit Pinsel und Leinwand in freier Natur nebeneinander sitzend – schuf die 49-jährige Berlinerin gemeinsam mit dem 1959 in London geborenen Briten anfänglich Pleinair-Malerei, auch nachts bei Lampenlicht. Doch zunehmend entstanden die Bilder im Atelier nach fotografischen Vorlagen oder gar nach Postkarten. Deren Fokus rückte der Natur immer näher, ebenso veränderte sich bald die Farbpalette ins Künstliche. Schließlich ging es dem Maler-Tandem nie darum Natur abzubilden oder von ihr zu erzählen.
Dichte Wälder bei Tag und Nacht besehen, eine weitgehend gebändigte Natur wird schließlich zum Gegenstand der von Stepanek und Maslin geschaffenen Bilder in den Neunzigern, aber auch noch der karg belaubte Baum, der in der Dunkelheit und bei Vollmond als knorriges Geäst romantisiert wird. In der Serie “Die Nacht” reduziert sich der nächtliche Sternenhimmel zu einer fast monochromen Fläche mit Lichtpunkten. Die Natur wird offensiver inszeniert, wenn Bäume bei…