Bergisch Gladbach
Rolf Rose
Malen sehen
Kunstmuseum Villa Zanders 29.10.2023 – 03.03.2024
von Reinhard Ermen
Im Zweifelsfall erkennt man Rolf Rose (*1933) daran, wie er die Farbe anfasst. Zum Pinsel greift er eher selten, die Spuren im Material zeugen weniger von einer „Handschrift“ sondern vielmehr von seiner „DRUCKschrift“, wie er es selbst auf den Punkt bringt. Wichtige Werkzeuge bei der Strukturarbeit sind „Rakel – Zahnspachtel – Kammspachtel“. Das Handwerkliche beschwört er bei dieser Gelegenheit, ich erlaube mir, den ziemlich abgegriffenen, aber brauchbaren Allgemeinplatz zu ergänzen, dass Kunst auch von Können kommt, gerade wenn man so hochkonzentriert unterwegs ist wie dieser Unermüdliche. Der Maler fasst die Farbe an, ja er bändigt sie, ohne ihr die Freiheit zu nehmen, der Spachtel legt den Blick ins Innere des bewegten Materials frei, an den Seiten der Malwege sammelt sich die Farbe in gebirgigen Graten oder fügt sich willig den sanften Berührungen des verlängerten Arms, am Bildrand wirft sie sich schon mal auf, zu charakterstarken, sprechenden Wulsten. Aus der Perspektive einer korrekten Vorzeigekunst ist das reinster ‚Formalismus‘, warum nicht: „Art-as-Art“. Es geht hier auch um paradigmatische Erfahrungswelten, um das Andere im Naheliegenden, – man nehme sich nur die Zeit zum Sehen, um die diskreten Zeichen zu deuten. „Ein Höchstmaß an Konfusion durch ein Höchstmaß an Ordnung“, so skizziert der Künstler am 10.10.2007 eine Art Credo seiner Arbeit. Im opulenten Katalog zur umfassenden Personale in der Villa Zanders steht diese dialogische Setzung gleich zu Beginn wie ein Motto.
Rolf Rose ist ein weltläufiger Zeitgenosse, sehr gut informiert über das, was…