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Titel: Surreale Malerei - II. Das Surreale als politische Sprache · von Larissa Kikol · S. 130 - 141
Titel: Surreale Malerei - II. Das Surreale als politische Sprache ,

Für mich ist die Realität immer seltsamer als die Fiktion.

Ein Interview mit Amir H. Fallah
von Larissa Kikol

Die Werke des amerikanischirakischen Künstlers Amir H. Fallah treten schnell hervor. Die Mischung aus verschleierten Figuren, orientalischer Tradition und amerikanischer Pop-Art prägen seine Bildwelten. In der Musik bezeichnet man mit Samplen das Kreieren neuer Songs durch verschiedene, bereits existierende Klangstücke. In der bildenden Kunst spricht man von Collagen, wenn Versatzstücke neu zusammengebaut werden, oft bleibt die puzzleartige Komposition ästhetisch bewusst erhalten. Fallah samplet ästhetisch. Oder collagiert klanglich. Er ist ein DJ visueller Bildgeschichten, die sich aus Vorlagen sehr verschiedener Zeiten und Kulturen speisen und zu narrativen Popstücken surrealer Malerei arrangiert werden. Mit dem Künstler sprach Larissa Kikol über sein Aufwachsen zwischen dem Iran und den USA, über Portraits ohne Gesichter, Träume aus der Kindheit und Engel.

LK Sie haben einen Teil Ihrer Kindheit in Teheran verbracht. Was sind Ihre prägendsten Erinnerungen an diese Zeit?

AHF Ich habe den Iran verlassen, als ich etwa 4,5 Jahre alt war, daher sind meine Erinnerungen ziemlich begrenzt. Ich wurde 1979 geboren, direkt nach der islamischen Revolution und während des iranisch-irakischen Krieges, daher beziehen sich viele meiner Erinnerungen auf die Zeit nach der Revolution oder auf den Krieg. Ich erinnere mich daran, wie ich im Luftschutzkeller meiner Großmutter spielte und mich wunderte, warum so viel Essen unter der Treppe lag, wie meine Eltern die Vorhänge zuzogen, damit wir uns eine VHS-Kassette mit einem ausländischen Film ansehen konnten, an nächtliche Luftangriffe und an das Spielen auf einem Feld…


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