Amsterdam
American Photography
Rijksmuseum 07.02.– 09.06.2025
von Damian Zimmermann
Das Rijksmuseum in Amsterdam zeigt selbstbewusst die erste Überblicksausstellung zur amerikanischen Fotografie in Europa. Der Ansatz ist allerdings eher unorthodox: Die zu erwartenden Positionen fehlen fast komplett. Stattdessen setzen die Kurator*innen auch auf angewandte und Amateurfotografie. Amerikanische Fotografie ist omnipräsent. Sie wird in Museen und Galerien gezeigt, findet in der Werbung und den Medien statt und ist Teil des westlichen Blicks auf die Welt. Einerseits. Andererseits hat es in Europa noch keine Überblicksausstellung zur Fotografie aus den USA gegeben. Was überraschend klingt, erklärt sich bei näherer Betrachtung dadurch, dass das Thema zu komplex ist, um es in einer einzigen Museumsausstellung darzustellen.
Vor allem dann, wenn man mit „amerikanischer Fotografie“ nicht nur zeitgenössische und künstlerische Positionen meint, sondern die gesamte Fotografiegeschichte seit ihrer öffentlichen Vorstellung 1839 bis heute abdecken will. Doch genau das haben sich die Kurator*innen Mattie Boom und Hans Rooseboom des Rijksmuseum in Amsterdam für ihre Ausstellung American Photography vorgenommen. Die Schau versammelt zwar bekannte Namen wie Sally Mann, Robert Frank, Lisette Model, Nan Goldin, Richard Avedon, Andy Warhol, Paul Strand und Diane Arbus, doch sie ist weit davon entfernt eine Art „Best of“ zu sein. Ganz im Gegenteil: Als Besucher*in bekommt man eher den Eindruck, dass genau das vermieden werden sollte. Und so schaut man sich von den oben genannten Größen meist weniger bekannte Motive an, die gleichberechtigt neben angewandter und Gebrauchs-, aber auch Alltagsfotografien normaler Bürger*innen hängen. „Vernacular photography“ lautet hier das trendige Zauberwort, ohne das heute gefühlt kaum noch ein…