Ägypten
Islam Abdullah, Ahmed Chiha, Ahmed Abdel Karim
Khnum Across Times Witness
Kommissar: Kulturministerium
Kurator: Ahmed Chiha
Ort: Giardini
Der Pavillon von Ägypten befindet sich in dem 1932 auf Sant’Elena erbauten Komplex, der ursprünglich gänzlich den venezianischen Künsten diente. Bald bezogen Schweden und Schweiz hier eigene Standorte, übersiedelten dann in ihre neuen Pavillons, wodurch Jugoslawien, Polen, Rumänien und Ägypten die Räume übernahmen. Dieses Jahr werden hier drei Künstler gezeigt. Kurator – und zugleich Ausstellender – ist Ahmed Chiha. Der Stil seiner Malerei wird in der Kairoer Tageszeitung Daily News Egypt als „mythologischer Realismus“ beschrieben, mit Rückgriffen auf Motive der „glorreichen“ Geschichte Ägyptens. Darauf zielt auch der Titel des Pavillons: Khnum oder Chnum heißt ein ägyptischer, widderköpfiger Gott, der seit dem Alten Reich belegt ist und später oft als die Quelle des Nils dargestellt wurde, mit einem Glas in der Hand, aus dem ein Wasserstrahl fließt. Im Pavillon von Venedig ist dieser Bezug allerdings recht kryptisch: Direkt im Eingang des Pavillons liegen auf einem beiläufigen Regal an Widder und also an Khnum erinnernde Hörner. Dann führt ein dunkler Gang in einen Raum, offenbar das Innere einer Pyramide. Dort stehen sechs Sphinx-Figuren, vor deren Köpfe Monitore montiert sind, auf denen lose aneinander gereihte Alltagsszenen laufen. Einer Sphinx sitzt eine Satellitenschüssel auf den Schultern, Titel: The Beginning of Idea. Dazwischen dienen an Papyrusrollen erinnernde, runde Formen ebenfalls als Monitore. Der Ausgang führt durch ein Dreieck, in dem der niedrige Gang uns zum Bücken zwingt. Offensichtlich dient diese Grabkammer im Namen der Gottheit als Sammelstelle eines umfassenden Archivs…