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Band 248/249

documenta 14

VON ATHEN LERNEN

Die documenta 14 ist eine Herausforderung in ihrem Konzept und ihrer schieren Größe. Als unverzichtbare Orientierungshilfe begleitet KUNSTFORUM diese Großausstellung traditionell mit einem großen Sonderband. Auf über 600 Seiten und mit mehr als 1000 Abbildungen wird die diesjährige documenta umfassend beleuchtet:


Kommentierte Fotorundgänge führen durch die Ausstellungsorte und schaffen Orientierung und Übersicht. Vertiefende Gespräche mit Künstlern (z.B. Oli Oguibe, Daniel Knurr, Marta Minujín uvm.), Kuratoren (wie Dieter Roelstraete, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung) und anderen Beteiligten (z.B.der griechischen Kulturministerin, Lydía Koniórdou oder Marina Forkidis), sowie ein großes Portrait des künstlerischen Leiters Adam Szymczyk, geben vielseitig Einblick in Hintergründe und Gedankengänge. In kritischen Essays diskutieren KUNSTFORUM Autoren kontrovers und analysieren aus unterschiedlichen Perspektiven die Ziele, Wege und Ergebnisse dieser Doppelausstellung.


Als Begleiter vor Ort und zur Vor- und Nachbereitung des Besuchs, bietet dieser KUNSTFORUM Band die Möglichkeit die vielfältigen Eindrücke zu sortieren und in ihrer Gesamtheit zu reflektieren. Die vollständigste Dokumentation der Weltkunstausstellung.


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Personalien

K.O. Götz gestorben

K.O. Götz (Karl Otto Götz ) starb im Alter von 103 Jahren. Der aus Aachen gebürtige Maler war von 1959 bis 1979 Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie gewesen und zählt zu den Mitbegründern des deutschen Informel in der Nachkriegszeit nach 1945. Zu seinen Schülern gehörten Gerhard Richter, Sigmar Polke, Gotthard Graubner, Franz Erhard Walther u.a. In einem Nachruf würdigt ihn Walter Smerling, Direktor des Duisburger Museums Küppersmühle, als einen jener Künstler, die unserem Land nach 1945 die kulturelle Würde wieder zurückgegeben haben, und war einer dieser wichtigen Boten der Freiheit. Diese Freiheit spiegelte sich zeitlebens in seinem künstlerischen Vorgehen.“ Als abstrakter Maler hatte K.O. Götz unter den Nazis Mal- und Ausstellungsverbot; sein Frühwerk wurde im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff zu großem Teil vernichtet. Durch Vermittlung eines britischen Besatzungsoffiziers konnte er aber bereits 1947 seine Arbeiten in Paris ausstellen, wurde kurze Zeit später Mitglied der internationalen Künstlergruppe COBRA. 1952 entdeckte er für sich - eher per Zufall – die Maltechnik, mit der er dann berühmt wurde, nämlich das Verteilen von Farbe mit verschieden großen Gummirakeln auf der Leinwand. Joseph Beuys hatte seine Professur an der Düsseldorfer Akademie u.a. auch den Bemühungen von K.O. Götz zu verdanken. In seinem Spätwerk schuf Götz auch Keramiken, bemalte Holzformen, die er mit bemalten Leinwänden verband und Luminografien.

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Dazu in Band 126 erschienen:

K.O. GÖTZ: »Ich fordere den Zufall heraus, wobei die Schnelligkeit als Mittel zur Überraschung dient«

Man hat der deutschen Nachkriegsmalerei, vor allem der Abstraktion, den wiedergewonnenen Internationalismus zuerst nachgerühmt, später aber zum Vorwurf gemacht. Er sei, so hieß es seit den späten Sechzigern, Verleugnung einer unverarbeiteten Tradition. Dennoch hat die abstrakte Malerei hierzulande unverwechselbare, ja spezifisch deutsche Charaktere hervorgebracht. Ein besonderer Fall ist der in Aachen geborene Maler K.O. Götz. Er gehörte einmal zur vordersten Front der Nachkriegsavantgarde als ein für Experimente aufgeschlossener Geist, den es immer wieder nach Paris zog. Dort lernte er über den Kunstschriftsteller Edouard Jaguer den Papst der Surrealisten, André Breton, kennen, aber auch mit Wols, Fautrier, Mathieu, Tapiès oder Max Ernst kam er zusammen. 1949 wird Götz einziges deutsches Mitglied der Gruppe "Cobra". Drei Jahre später tat er sich in Frankfurt mit drei Künstlerfreunden, Schultze, Greis und Kreutz, zur Gruppe "Quadriga" zusammen und begründete eine deutsche Schule des Tachismus. Die Franzosen erkannten hier gleich die Wiedergeburt deutscher Romantik.

Ein Gespräch von Heinz-Norbert Jocks

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Kulturpolitik

Kassel: AfD-Ratsherr attackiert Documenta-Obelisken

Am 5. September 2017 fällt im Kasseler Rathaus die Entscheidung, ob die Stadt den Documenta-Beitrag des Künstlers Olu Oguibe ankauft. Für den 16 m hohen Obelisken auf dem Königsplatz mit der Inschrift aus dem Matthäus-Evangelium "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt" erhielt Oguibe den Arnold-Bode-Preis. Der „Arbeitskreis für Denkmalschutz und Stadtgestalt“ plädiert bei einem dauerhaften Verbleib der Skulptur allerdings für einen anderen Standort, wie der Historiker Dr. Christian Presche erläutert: „Der denkmalgeschützte Königsplatz ist jedoch so angelegt, dass er sechs gleichberechtigte Platzsegmente voraussetzt; nur dann kann er seine charakteristische Gelenkfunktion zwischen der Königsstraße und der Altstadt erfüllen.“ In einer Umfrage der HNA-Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen stimmten indessen „mehr als 60 Prozent“ der Befragten einem Verbleib auf dem Königsplatz zu. Im Kulturausschuss zeichnet sich auch schon eine deutliche Mehrheit für den Ankauf ab, lediglich die rechte AfD lehnt das Werk mit besagter Inschrift rundweg ab. Der AfD-Ratsherr Thomas Materner vergriff sich dabei allerdings gründlich im Ton und hetzte gegen die Skulptur als „ideologisch polarisierende, entstellte Kunst“. Dass sich in der Sprache das Denken offenbart, ist eine grundsätzliche These der Psycholinguistik, und so konterte der grüne Ratsherr Gernot Rönz laut HNA, „von 'entstellter' Kunst sei es nicht weit bis zu 'entarteter' Kunst“. www.documenta.de

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Dazu in Band 248 erschienen:

Olu Oguibe: Die uralte Lehre der Gastfreundlichkeit

Olu Oguibe, 1944 in Aba, Nigeria geboren, sowohl Künstler als auch Intellektueller, Kunsthistoriker, Kurator und Professor für Kunst und African-American Studies an der Universität von Connecticut. Er verfasste bedeutende Beiträge zur postkolonialen Theorie. 1986 machte er einen Abschluss in Fine- und Applied Arts an der Universität von Nigeria und 1992 seinen Doktor in Kunstgeschichte an der School of Oriental and African Studies University in London zum Thema: „Uzo Egonu : Ein afrikanischer Künstler im Westen“. Er lehrte kritische Theorie am Londoner Goldsmiths College, bevor er in die Vereinigten Staaten zog. Er lebt in Rockville, Connecticut, und erhält am 10.September den mit 10.000 Euro dotierten Arnold-Bode-Preis. Zu den letzten Preisträgern gehörten Goshka Macuga, Thomas Bayrle und Hiwa K und Nairy Baghramian, die auch auf der documenta 14 vertreten sind.  

Ein Gespräch von von Heinz-Norbert Jocks

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Biennalen

Biennale für aktuelle Fotografie

Das Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg findet vom 9. September bis 5. November 2017 statt, und zwar unter dem neuen Namen Biennale für aktuelle Fotografie. Das Motto lautet: „Farewell Photography“. Mit der Namensänderung sei eine „Schärfung des Profils“ und ein „neues Erscheinungsbild“ verbunden, heißt es. Die Biennale wird von einem Expertenteam um Florian Ebner und Christin Müller kuratiert. Dazu gehören Fabian Knierim, Boaz Levin, Kerstin Meincke und Kathrin Schönegg. Florian Ebner leitet die Fotografische Sammlung des Museum Folkwang, Essen. Christin Müller aus Leipzig kuratierte zuletzt die Ausstellung Cross Over – Fotografie der Wissenschaft + Wissenschaft der Fotografie im Fotomuseum Winterthur. Zusammen konzipieren Christin Müller und Florian Ebner auch die Ausstellungsreihe zu zeitgenössischer Fotografie with/against the flow für das Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart. Im Mittelpunkt ihres Konzepts für das Biennale-Festival „stehen die großen Umbrüche der zeitgenössischen Bildkultur, dazu gehört auch eine veränderte, aktuelle wie auch historische Perspektive auf das Medium Fotografie selbst.“ Die Veranstaltung folgt einem Konzept, die Gastkuratoren alle zwei Jahre auszuwechseln, um „immer wieder neue Aspekte der zeitgenössischen Fotografie“ zu behandeln, und dies „im Dialog mit den eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern, der Metropolregion, den drei Veranstaltungsstädten und den lokalen, nationalen und internationalen Besuchern.“ Beteiligt sind die bedeutendsten Ausstellungshäuser der drei Städte: Zephyr – Raum für Fotografie in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen, Port25 – Raum für Gegenwartskunst, Kunsthalle Mannheim/Ausstellung im Wasserturm, Wilhelm-Hack-Museum und Kunstverein in Ludwigshafen sowie die Sammlung Prinzhorn und der Kunstverein in Heidelberg. Neu ist auch die Regelung der Eintrittsgelderhebung: die Besucher können beim Betreten der sieben Ausstellungshäuser „die Höhe des Eintrittspreises nach dem Pay What You Want (PWYW) / Zahle, was du willst-Prinzip selbst gestalten. Anstatt des bisherigen Eintrittspreises von 7 Euro erfolgt die freiwillige Bezahlung nun im Anschluss an den Ausstellungsbesuch an eigens installierten Bezahlstationen und richtet sich ausschließlich nach dem Ermessen des Besuchers. Empfohlen seitens der Biennale wird die Zahlung von 7 Euro pro Ausstellungsort.“ Zuletzt zählte das Festival mehr als 35.000 Besucher. „In den sieben beteiligten Institutionen werden junge zeitgenössische Arbeiten, die unsere digitale Bildkultur reflektieren, historischen fotografischen Positionen gegenübergestellt. Mehr als sechzig internationale Künstlerinnen und Künstler zeigen zum Teil eigens für die Biennale entwickelte Arbeiten. Der Stadtraum wird mit künstlerischen Interventionen und performativen Formaten bespielt. Eine umfangreiche Website soll die Debatten und Ergebnisse um die Biennaleausstellung öffentlich zugänglich machen.“  www.biennalefotografie.de

 

 

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Dazu in Band 233 erschienen:

Florian Ebner: Das Denken auf dem Dach

Florian Ebner, 1970 in Regensburg geboren, Fotograf, Kunsthistoriker und seit 2012 Leiter der fotografischen Sammlung des Museums Folkwang in Essen. Er studierte Fotografie an der École nationale supérieure de la photographie in Arles sowie Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Bochum. Von 2008 bis 2009 leitete er kommissarisch die fotografische Sammlung der Berlinischen Galerie und von 2009 an das Museum für Photographie in Braunschweig. Drei Jahre später wurde er Nachfolger von Ute Eskildsen in Essen am Museum Folkwang. Seine dortige Ausstellung „Kairo. Offene Stadt“ wurde von der deutschen Sektion des internationalen Kunstkritikerverbandes zur Ausstellung des Jahres 2013 gekrönt. 2015 war er Kurator des deutschen Pavillons der Biennale di Venezia. 

Ein Gespräch von Heinz-Norbert Jocks

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Personalien

Bazon Brock kritisiert Documenta-Kuratoren

Prof. Bazon Brock, Emeritus für Ästhetik und früher der Kasseler documenta durch seine legendäre „Besucherschule“ eng verbunden, ließ kein gutes Haar an der diesjährigen Veranstaltung. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk Kultur polterte Brock: „Das, was in Kassel geboten wird, ist unter aller Sau und hat keinerlei Profil. Die Kuratoren haben auf der gesamten Bandbreite versagt und sind noch absurder organisiert als der Markt.“ Anders als der Publizist Wolfgang Ullrich glaube er auch nicht daran, dass der Kunstbetrieb in einen Bereich der Kuratorenkunst und in einen der Marktkunst auseinanderfalle. Es würden sich immer Künstler durchsetzen, so Brock, denen es um eine „Unabhängigkeit im Sinne von Freidenkertum“ ginge, was letztlich bedeutet: solche Künstler lassen sich weder von den Kuratoren noch vom Kunsthandel diktieren, was sie künstlerisch machen. Das Unbehagen an den Kuratoren und an ihrer Deutungsmacht, das in Diskussionen häufig geäussert wird, sieht Bazon Brock am d14-Team bestätigt: die documenta-Kuratoren hätten sich „am meisten blamiert“. Damit relativiert Brock die Kritik, die in den Feuilletons an der d 14 geübt wird: fragwürdig ist wohl nicht primär die ausgestellte Kunst, sondern in erster Linie der Anspruch und das Vorgehen der Kuratoren. Bazon Brock: „Wer Eulen nach Athen tragen will, hat ja sowieso nicht alle Tassen im Schrank...“

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Dazu in Band 181 erschienen:

Beispielgeber im Beispiellosen Ein Gespräch mit dem Künstler–Kritiker–Kurator Bazon Brock

von Paolo Bianchi

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Biennalen

Olafur Eliasson: Workshop

Olafur Eliasson ist an der Yokohama Triennale (bis 5. Nov. 2017) mit einem Künstlerworkshop „Green light“ beteiligt. Dabei geht es um die aktuellen „geopolitischen Konstellationen“ und um die protektionistsiche Einwanderungspolitik Japans, das nur eine sehr geringe Zahl an Flüchtlingen ins Land einreisen lässt. Der Workshop zusammen mit lokalen NGOs in Yokohama beschäftigt sich mit den „entfermdeten und isolierten Gemeinschaften innerhalb der japanischen Gesellschaft“. www.yokohamatriennale.jp/english.

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Dazu in Band 247 erschienen:

Olafur Eliasson: Schrecklich missverstanden

 
Mit einer künstlerischen Werkstatt reagiert Olafur Eliasson auf die Herausforderungen, die sich aus Massenverdrängung und Migration ergeben. An seinem Green Light Workshop als Teil der 57. Biennale von Venedig in diesem Jahr nehmen Flüchtlinge aus Nigeria, Gambia, Syrien, Irak, Somalia, Afghanistan und China teil. Der Inhalt des Projekts geht weit über die Anfertigung grüner Lichtlampen hinaus, die aus grünen, recycelten, nachhaltigen Materialien wie Holz, recycelten Joghurtbechern, gebrauchten Plastiktüten, recyceltem Nylon und grünen LEDs bestehen.  

Ein Gespräch von Heinz-Norbert Jocks

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Biennalen

Architektur-Biennale Venedig: Deutscher Beitrag

„Freespace“ lautet das Motto der nächsten Architektur-Biennale von Venedig (26. Mai bis zum 25. November 2018). Der deutsche Beitrag dazu trägt den Titel „Unbuilding Walls“ und wird von der Grünen-Politikerin Mariannne Birthler und dem Architektenbüro GRAFT mit dem Team mit Lars Krückeberg, Wolfram Putz und Thomas Willemeit gestaltet. Birthler gehörte vor 1990 zur DDR-Opposition und war von 2000 bis 2011 Bundesbeauftragte für die Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdiestes der DDR. Zum Konzept der Ausstellung erläuterte Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD), es ginge von einem Rückblick auf den Bau der Berliner Mauer 1961, die 28 Jahre lang die Stadt teilte bis zum Herbst 1989, und auf die Zeit danach, als nach einem geflügelten Wort Willy Brandts zusammen zu wachsen begann, „was zusammen gehört“. Somit setze „sich das Konzept mit architektonischen und stadträumlichen Beispielen der Trennung oder des Zusammenwachsens auseinander“, so Hendricks. „Die Ausstellung 'UNBUILDING WALLS' reagiert auf gegenwärtige Debatten über Nationen, Protektionismus und Abgrenzung. Während die Welt zusammenwächst, werden zunehmend Mauern diskutiert und errichtet, die Menschen voneinander trennen. Mauern können Spaltung, Macht und Ausschluss, aber auch Schutz bedeuten. „2018 ist Deutschland 28 Jahre vereint, exakt so lange, wie die innerdeutsche Mauer (1961-1989) bestand. Im Deutschen Pavillon nehmen GRAFT und Marianne Birthler diese Zeitengleiche zum Anlass, die Auswirkungen von Teilung und den Prozess der Heilung als dynamisches räumliches Phänomen zu untersuchen...“ www.labiennale.org

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Museen & Institutionen

Donald Trump als Schauspieler

Entsetzen herrscht weltweit über Donald Trumps halbherzige verbale Reaktion auf den Anschlag von Charlotteville und über sein außenpolitisches Muskelspiel gegenüber Nordkorea, das die pazifische Region an den Rand eines Krieges bringt. Wirkt im Weißen Haus ein Präsident oder nur ein Präsidentendarsteller? Im Deutschen Filmmusuem Frankfurt hielt soeben der Filmwissenschaftler Urs Spörri einen Vortrag über "Donald Trump als Schauspieler" und belegte anhand von zahlreichen Filmausschnitten, dass der heutige US-Präsident in früheren Jahren 25 Schauspieleinsätze absolvierte. "Oscar"-reif war das alles freilich nicht, denn 1991 erhielt Trump sogar die "Goldene Himbeere" für die "schlechteste männliche Nebenrolle" in John Dereks Film "Ghosts can do it". Nach Spörris Vortrag wurde der Film "Donald Trump's The Art of the Deal: The Movie" gezeigt. In der fiktiven Verfilung von Trumps Bestseller, 1987 verfasst mit Hilfe eines Ghostwriters und von Trump selbst als das "zweitwichtigste Buch nach der Bibel" apostrophiert, spielt Johnny Depp den Immobilientycoon Donald Trump und karikiert auf satirisch brilliante Weise, wie dieser in seinem Buch mit narzistischer Attitüde eine Selbststilisierung zum erfolgreichen Businessman vornimmt. Ein Trailer zu diesem Film ist zu sehen auf www.youtube.com/watch?v=VJm-E38G3-0</p>

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Museen & Institutionen

Hanne Darboven: Finissagen-Konzert

Zum Abschkluss der Hanne Darboven-Ausstellung im Berliner Hamburger Bahnhof-Museum für Gegenwart findet am 27. August 2017 ein Orgelkonzert mit Werken von Hanne Darboven in der Epiphanienkirche in Berlin-Charlottenburg statt. Veranstalter sind die Freunde Guter Musik Berlin e. V. in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie. Darbovens Arbeiten basieren "auf Zahlenadditionen nach Kalenderdaten, die sie in Zeichnungen und Büchern ausschrieb und in wand- bzw. raumgreifenden Installationen präsentierte. Die Werke der bedeutenden Vertreterin der Konzeptkunst in Deutschland sind als Abläufe zu begreifen und haben einen zeitlichen Charakter, der Parallelen zur Musik als 'zeitliche' Kunst aufweist. Seit 1979 hat sie die ihren visuellen Arbeiten zugrundeliegenden Zahlenkonstruktionen auch in musikalische Strukturen übertragen; die Zahlen bestimmter Zeitrechnungen wurden von ihr selbst in Noten umgesetzt und dann von professionellen Musikern in musikalisch aufführbare Partituren für Solobesetzungen bis hin zu Orchesterwerken transkribiert." www.hannedarboveninberlin.de

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Museen & Institutionen

Berliner Sonnenaufgang in Basel

Wie man das Volk mit Brot und Spielen bei Laune hält, wussten schon die antiken Machthaber mit der Ausrichtung von sportlichen Olympiaden im alten Griechenland und die römischen Cäsaren mit der Inszenierung von Gladiatorenkämpfen. Als die Nazis zwischen 1934 und 1936 in Berlin das Olympiastadion mit einem Fassungsvermögen von 100.000 Zuschauern errichten ließen, mischte sich Adolf Hitler persönlich in die Bauplanung ein und ließ Albert Speer die ursprünglichen Entwürfe des Architekten Werner March gründlich korrigieren. Nach heutiger Kaufkraft hätte der Bau 183 Mill. Euro gekostet; das Stadion war der erste protzige propagandistisch orientierte Großbau des NS-Regimes, und die Olympiade von 1936 war die erste, deren Inszenierung unter politischen Aspekten auf höchst perfide Weise ideologisiert wurde. Die Ausrichtung der Spiele sollte Deutschland nämlich als friedliebend und wirtschaftlich stark darstellen. Der Stadionbau selbst war aber auch steinernes Symbol für die Fiktion von einem "Tausendjährigen Reich" gedacht. Darauf nimmt der Videokünstler David Claerbout Bezug: in seinem Videoprojekt "Olympia (The real time disintegration into ruins of the Berlin Olympic stadium over the course of a thousand years) zeigt er, wie das Stadion in Realzeit in einem Zeitraum von 1.000 Jahren nach und nach zerfällt. Derzeit ist die Arbeit als Großprojektion im Schaulager der Laurenz-Stiftung in Münchenstein/Basel  zu sehen. Aus besonderen Service öffnet das Schaulager an manchen Tagens schon früh morgens und spätabends, damit man dort in der Schweiz "in Echtzeit" den Sonnenaufgang und -untergang über dem Stadion in Berlin miterleben kann. Termine: 20. August 2017, 5.30-18 Uhr, Sonnenaufgang 3. September, 6-18 Uhr, Sonnenaufgang 22. September, 13-20 Uhr, Sonnenuntergang 5. Oktober, 13-21 Uhr, Vollmond 13. Oktober 2017, 13-19.30 Uhr, Sonnenuntergang. www.schaulager.org

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Museen & Institutionen

Geoffrey Farmer & Gareth Moore im Salzburger Kunstverein

Die kanadischen Künstler Geoffrey Farmer und Gareth Moore entwickeln gemeinsam eine kollaborative ortsbezogene Installation für den Salzburger Kunstverein. Farmer, der in diesem Jahr den kanadischen Pavillon auf der Venedig Biennale bespielt, und Moore, der im Sommer Artist-in-Residence ist, verwandeln „den Galerieraum mit Hilfe von Münzen aus dem Bauch einer Schildkröte, einer Kanone, die in einem Auto quer durch’s Land gefahren wurde, einer Glühbirne, einem nebligen Morgen und Wasserspielen in einen großen Teich“ verwandeln. Ausstellungsdauer: 29. Juli bis 1. Oktober 2017. www.salzburger-kunstverein.at

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Dazu in Band 247 erschienen:

Kanadischer Pavillon der 57. Biennale Venedig: Geoffrey Farmer: A Way out of the Mirror

Eine riesige Fontäne schießt im kanadischen Pavillon empor. Halten die Aufschüttungen, mit denen Napoleon Bonaparte einst die Gärten der Giardini in der Lagune anlegen ließ, dem enormen Druck der umgebenden Wassermassen etwa nicht mehr stand? Ist die Spielstätte der Mutter aller Biennalen in ernster Gefahr? Zumindest hat sich das Wasser im Bereich des kanadischen Pavillons diverse Ventile gesucht, durch die es herausspritzen kann. Und das mit offenbar enormer Druckkraft: Das halbe Dach des Pavillons ist weggeflogen, die Dachlatten liegen kreuz und quer herum. Auch sämtliche Fensterscheiben hat es erwischt. Und überall sprudelt, spritzt und tröpfelt es. Aus Bodenlöchern ebenso wie aus verschiedenen rostfarbenen Skulpturen.  Geoffrey Farmer ist bekannt für seine bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Projekte von oft epischen Dimensionen. In seinen Arbeiten verknüpft er private Erinnerungen und Erlebnisse mit historischen Ereignissen, spürt den Verästelungen und Verbindungen zwischen Gegenwart und Vergangenheit nach, gibt dem Nachhall von Traumata ihren Raum, nimmt den Schrecken wahr, aber auch die Poesie. Seine Installation „A Way out of the Mirror“ ist ein Zeugnis dieser hochsensiblen Durchlässigkeit, dabei gleichermaßen witzig und kraftvoll, detailverliebt und monumental.  

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