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Museen & Institutionen

Alchemie

Carl Spitzweg: Der Alchimist, um 1860, Öl auf Leinwand, Staatsgalerie Stuttgart, © Staatsgalerie Stuttgart

Die Sonderausstellungshallen des Berliner Kulturforums am Matthäikirchplatz zeigen vom 6. April bis zum 23. Juli 2017 de Ausstellung Alchemie. Die Große Kunst. Die Exponate umfassen „Gemälde und Miniaturen, Zeichnungen und Druckgrafik, Hängerollen, Handschriften und Laborbücher, Fotografien und Cyanotypien, Chemogramme und Scanografien, Skulpturen, Installationen und Videos, falsche Edelsteine und künstliches Gold, Böttgersteinzeug und Porzellan, Goldrubinglas und Schmuck. Die Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst stammen u.a. von Carl Andre, Joseph Beuys, Heinz Hajek-Halke, Anselm Kiefer, Yves Klein, Jeff Koons, Alicja Kwade, Joe Ramirez, Sarah Schönfeld, Gerda Schütte, Harry Smith, Natascha Sonnenschein, Rudolf Steiner und Maria Volokhova.“ Auf einer Fläche von 800 qm wird das Verhältnis von Kunst und Alchemie dokumentiert – es sind mehr als 200 Ausstellungsstücke aus 3.000 Jahren Kulturgeschichte. www.smb.museum

Preise

Elsa Neumann-Stipendium

Michi Schneider, „Der Fall“, Courtesy: weißensee kunsthochschule berlin

Laura Fügmann, Michi Schneider und Moreen Vogel haben das Elsa Neumann Stipendium angetreten. Damit werden Absolventen an den Kunsthochschulen des Landes Berlin gefördert. „Ein Jahr lang erhalten sie monatlich eine Basisförderung sowie diverse Zuschüsse, um ihre Arbeitsprojekte weiterverfolgen zu können“. Fügmann „beschäftigt sich mit nachhaltigen Färbeverfahren in der Textilindustrie“, Schneider „strebt eine Neu-Verortung von Malerei im sozialen und politischen Raum an“, und Vogel arbeitet an einem Projekt „Monument Globus“.

Ausschreibungen

Stipendium Kunstvermittlung

Mit dem Stipendium künstlerische Kunstvermittlung möchte die Berliner nGbK einer Einzelperson oder einem Zweier-Team „Freiraum zur Umsetzung von Ideen, Konzepten und Methoden der künstlerischen Kunstvermittlung eröffnen.“ Die Auslobung richtet sich an Künstler, Kulturwissenschaftler und Kunstpädagogen. Das Stipendium umfasst 1.200 brutto für einen Zeitraum von 12 Monaten. Bewerbungen bis zum 22. ai 2017 per e-mail an office@ngbk.de

Preise

Future Generation Prize

Dineo Seshee Bopape aus Südafrika empfing den Future Generation Art Prize für Künstler unter 35 Jahren. Das Preisgeld umfasst insgesamt 100.000 US-Dollar, davon 60.000 Dollar als Barzuwendung und 40.000 Dollar für ein Projekt. Phoebe Boswell aus Kenya wurde als artist-in-residence mit 20.000 Dollar bedacht. Auslober ist die Victor Pinchuk Foundation. Stiftungsgründer Pinchuk erklärte dazu, die zeitgenössische Kunst sei ein „Raum der Freiheit“, doch viele Menschen müssten in Angst leben, und manche Politiker nützten dies für ihre Zwecke aus: Solcje „Nationen nutzen die Sprache der Bedrohungen; Kunst ist das Gegenmittel dazu“. futuregenerationartprize.org

Ausschreibungen

Krems-Stipendium

Bewerbungen für ein AIR—Artist in residence-Stipendium in Krems an der Donau (Österreich) für 2918 werden bis zum 30. Mai 2017 entgegen genommen. Die Dauer des Aufenthaltes beträgt derzeit grundsätzlich ein bis drei Monate, eine Verlängerung ist nach Maßgabe der vorhandenen Plätze möglich. Atelier und Wohnmöglichkeit werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Stipendium beträgt 1.000,- Euro/mtl. Es werden keine Bewerbungen per E-Mail akzeptiert und keine Bewerbungsunterlagen zurück geschickt. Kontakt: AIR artist-in-residence Krems, Steiner Landstraße 3, A 3500 Krems an der Donau, Tel.: +43 (2732) 90 80 10 157, Fax: +43 (2732) 90 80 28, office@air-krems.at

Aktionen & Projekte

München: Protest gegen Mietpreise

Nabil Henid, Maler, Musiker und Theatermacher, protestierte mit einem „Bernsteinzimmer“, das er mit goldener Folie ausgekleidet hatte, gegen die hohen Mieten in München, die sich viele Künstler und auch manche Galeristen nicht mehr leisten können. „Das Zeitalter goldener Immobilien“ nennt er die Aktion und pries das 17 qm große dermaßen dekororierte Zimmer in fiktiven Wohnungsanzeigen für 1.150 Kaltmiete an. Laut „Mietspiegel München 2017“ muss man dort für eine 30 qm-Wohnung 24,84 Euro/qm zahlen – im bundesdeutschen Durchschnitt liegen die Mieten für eine 40 qm-Wohnung aber bei nur 8,84 Euro/qm. In Chemnitz bekommt man eine 30 qm-Wohnung sogar bereits für 5,40 Euro/qm, und selbst in Berlin für nur 12,16 Euro/qm. Höher als in Berlin sind die Durchschnittsmieten sonst nur noch in Köln und in Düsseldorf, doch München ist zum Wohnen mit Abstand die teuerste deutsche Stadt. Nabil Henid notierte in seiner Annonce auch, dass „Haustiere, Raucher, alte Menschen, Kinder, Studenten, Musik und Lebensfreude unerwünscht“ seien und fragte anklagend: „Wer will in solch einem München leben?“ Die Aktion beendet Henid am 8./9. April 2017 mit einer Performance als „Abrissparty“.

Biennalen

BJCEM Biennale Mediterrana

Die erste Biennale speziell für junge Künstler aus den Mittelmeerländern im Alter von 18 bis 30 Jahren fand bereits 1984 in Barcelona statt. 2001 wurde dann die International Association of the Biennial of Young Artists from Europe and the Mediterranean (BJCEM) in Sarajevo ins Leben gerufen. Sie versteht sich als Netzwerk und umfasst heute lokale Vereine, Ministerien und andere Institutionen aus 20 Ländern; das operative Büro hat seinen Sitz in Turin. Die Veranstaltungen finden im Wechsel in den Großstädten rund ums Mittelmeer statt. In diesem Jahr sind in Albanien vom 4. bis zum 9. Mai 2017 die Städte Tirana und Durrës die Austragungsorte unter der künstlerischen Leitung von Driant Zeneli. Die Ausstellungen dort sind anschließend noch bis zum 28. Mai 2017 öffentlich zugänglich. www.bjcem.org

Museen & Institutionen

Medienkunst in Bremen

Pipilotti Rist, Enlight my Space (Erleuchte (und kläre) meinen Raum), 2008, Bücherregal mit integrierter Videoprojektion, 40 x 130 x 35 cm Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, Foto: Marcus Meyer, Courtesy the artist, Hauser & Wirth und Luhring Augustine  

„Auto Vision. Medienkunst von Nam June Paik bis Pipilotti Rist" lautet der Titel der aktuellen Ausstellung in der Kunsthalle Bremen. Laufzeit: 8. April bis 3. September 2017. Die „Ausstellung bietet einen Überblick über die reichen Bestände in der Kunsthalle. Gleichzeitig zeigt sie, wie sich die Kunst seit den 1960ern Jahren mit Film, Video und elektronischen Medien auseinandergesetzt hat - von frühen Einkanal-Videos bis zu totalen Sinnerlebnissen in Videoinstallationen. Die Ausstellung umfasst u.a. die frühe Videoarbeit "Back Gate Cologne" von Otto Piene und Aldo Tambellini, das Gesamtkunstwerk "Writing through the Essay 'On the Duty of Civil Disobedience'" von John Cage und Diana Thater's Rauminstallation "Delphine"." Es werden rund 50 Arbeiten von 30 Künstlern ausgestellt. www.kunsthalle-bremen.de

Aktionen & Projekte

Brutalistischer Baustil

Die Architektur der Nachkriegsmoderne war in der Wiederaufbauphase der Wirtschaftswunderjahre durch einen sogenannten „Betonbrutalismus“ geprägt: in den Innenstädten entstanden nüchterne, funktionalistische Bauten mit glatten Fassaden, den Stuck und die Profilgesimse der Gründerzeitbauten mied man tunlichst. Mitte der 1950er Jahre entstanden die ersten Bauten dieser Art; vor allem in den späten 1960er und in den 1970er Jahren favorisierten die Architekten grauen Sichtbeton, der unverkleidet blieb. Eine Nostalgiewelle, die sich auf Altausanierungen focussierte, setzte erst in den späten 1970er Jahren ein, und die Architekten der Postmoderne fingen dann um 1980 wieder an, solchen Betonfassaden Klinker vorzublenden. Heute verschwindet der Beton-Brutalismus mitunter sogar wieder aus dem Stadtbild, denn nach und nach werden „die zumeist nicht denkmalgeschützten Nachkriegsgebäude abgerissen. Gleichzeitig formie-ren sich Anhängergruppen – auch im Internet. Darunter ist z.B. die Facebook-Gruppe 'The Brutalism Appreciation Society' (dt. Gesellschaft zur Wertschätzung des Brutalismus), die sich für den Erhalt der städtebaulichen Zeugnisse aus den 1950er/60er Jahren einsetzt und weltweit heute über 46.000 Mitglieder hat. Angeregt durch die Aktivitäten dieser Facebook-Gruppe zeigt die Ausstellung 'The Brutalism Appreciation Society'“ des HMKNV- Hartware MedienKunstVereins im Dortmunder U vom 8. April bis zum 24. September 2017 „ca. 20 internationale künstlerische Positionen, die sich mit dem brutalistischen Baustil der Nachkriegsmoderne auseinandersetzen sowie eine Auswahl von Beiträgen aus der namensgebenden Facebook-Gruppe. Die HMKV-Ausstellung läuft parallel zur Documenta in Kassel und zu den skulptur.projekten in Münster.“ Künstlerliste: Bettina Allamoda, Alekos Hofstetter & Florian Göpfert, Nicolas Moulin, Andrea Pichl, Marie Reinert, Heidi Specker, Philip Topolovac, Tobias Zielony u.a. www.hmkv.de

Personalien

Linz: Neue Direktorin

Hemma Schmutz hat die Direktion des Lentos Kunstmuseums und Nordico Stadtmuseums in Linz übernommen. Ihre Vorgängerin Stella Rollig wechselte als Direktorin an das Wiener Belvedere. Zum Aufgabenbereich von Schmutz gehören wissenschaftlich-künstlerische Leitung der Linzer Museen, die Gesamtverantwortung für den Museumsbetrieb und die kaufmännische Leitung.

Ausschreibungen

Mit Kunst für die Kunst

Unter dem Motto «Mit Kunst für die Kunst» veranstalten der LIONS Club Darmstadt-Mathildenhöhe und die Kunsthalle Darmstadt am Sonntag, 05. NOv. 2017 eine Kunstauktion. Künstler jeden Alters können in der jüngsten Zeit entstandene Werke zum Verkauf anzubieten." Mit dem Erlös werden Förderpreise für junge Künstler in der Metropolregion Frankfurt Rhein-Main bestritten. Die Arbeiten sind in der Woche vor der Auktion, vom 31.10. bis zum 05.11.2017 in einer Ausstellung zu sehen". Im Falle eines Verkaufs gehen 50 Prozent an den Einlieferer und 50 Prozent an den Lions Club. Deadline ist der 16. Juni 2017. Infos und Kontakt: www.kunsthalle-darmstadt.de/documents/khd/aufrufeinlieferungmitkunstfuerdiekunst.pdf

Preise

Fredrik Roos Art Prize 2017

Oskar Hult, Foto: Courtesy Moderna Museet Malmö

Oskar Hult, Jonas Silfversten Bergman und Josefine Östberg Olsson wurden für den Fredrik Roos Art Prize 2017 ausgewählt. Mit einer Gesamtsumme von 600.000 Kronen (etwa 63.000 Euro) ist dies eine der höchstdotierten Auszeichnungen in Schweden. Zum Geburtstag des Namenspatrons wurde am 28.März 2017 im Moderna Museet Malmö eine Ausstellung mit den drei Preisträgern eröffnet. Hult ist Maler, der außerkünstlerische Momente in neue Kontexte integriert, Silfversten betreibt mit Industriematerialien und Arbeiten ebenfalls eine Malerei „unterhalb“ bzw. außerhalb der Malerei, wie wir sie traditionellerweise verstehen. Östberg Olsson beschäftigt sich mit „sozialen Stigmata“ in skulpturalen und performancebasierten Zusammenhängen.

Messen & Märkte

SP-Arte Sao Paulo

Die SP-Arte Sao Paulo (6.-9.4. 2017) findet in diesem Jahr zum dreizehnten Mal statt. Von den 120-130 Teilnehmern kommen etwa zwei Drittel aus Brasilien, die anderen aus dem Ausland. Die Sektoren sind in „Main“ mit etablierten Galerien, „Solo“-Shows, „Showcase“, „Design“ Open Plan und Performance unterteilt. Etwa 140 Events begleiten das Ausstellungsprogramm. Im vergangenen Jahr kamen 27.000 Besucher. www.sp-arte.com

Aktionen & Projekte

Wien: Electric Spring

Am 20. und 21. April 207 wird das Festival Electric Spring zum dritten Mal ausgerichtet. Kuratiert wird das elektronische Festival, das bei kostenlosem Eintritt im Wiener MuseumsQuartier stattfindet, im kommenden Jahr vom Frauen DJ/VJ-Kollektiv Etepetete aus Graz und Wien. 2012 wurden sie zu „Musikerinnen des Jahres“ gewählt. Für die zwei Festivaltage mit elektronischer Musik rechnen die Veranstalter mit 15.000 Besuchern.

Preise

HAP Grieshaber-Preis

Özlem Günyol und Mustafa Kunt nehmen im September 2016 den HAP Grieshaber-Preis der VG Bildkunst entgegen (25.000 Euro). Zur Preisverleihung stellen sie ihre Arbeiten im Projektraum des Deutschen Künstlerbundes in Berlin aus. präsentierten. Die Jury der Stiftung Kunstfonds bescheinigte ihnen „herausragende künstlerische Leistungen“, wenn sie „mit kritischer Distanz die Bedeutung von Sprache, von Symbolen und medialen Äußerungen vor unterschiedlichen kulturellen Hintergründen“ untersuchen. Die Auszeichnung ist nach dem Maler und Grafiker HAP Grieshaber benannt, der sich für die Urheberrechte der Künstler einsetzte und maßgeblich am Aufbau der VG Bildkunst beteiligt war.

Museen & Institutionen

Salzburg: Aktionsraum und Farbraum

Workshop Wo gehöre ich hin? Schüler_innen und Lehrer_innen, Eltern und Geschwister, Montessori-Volksschule Nonntal Nicole Baïer, Filmemacherin, Salzburg

Das Museum der Moderne Salzburg bietet vom 7. April bis zum 16. Juli 2017, mithin in einem Zeitraum von „mehr als 14 Wochen“ den Besuch von „zwei Ausstellungen im Rupertinum bei freiem Eintritt“ an. „Unter dem Motto Aktionsraum Museum steht einmal nicht die Kunst, sondern ihr Publikum in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels im Mittelpunkt. Mit Roland Goeschl. Farbraum total wird in Gedenken an den im Dezember 2016 verstorbenen Bildhauer eine Werkauswahl des 1932 in Salzburg geborenen Künstlers gezeigt.“

Ausschreibungen

Ideenwettbewerb „Ornament“

Der Ideenwettbewerb Ornament ruft zur „Spurensuche in der Torgauer Landschaft“ auf. Auslober ist der Bund Bildender Künstler Leipzig e.V., der Profi-Künstler aus Sachsen anspricht, sich mit dem heutigen Stadtbild Torgaus und dem historischen Hintergrund auseinander zu setzen. Angestrebt sind vier Plastiken oder Installationen im öffentlichen Raum, die dort längere Zeit verbleiben können. Die Ideenskizze mit technischen Angaben sollte eine DIN A 4-Seite nicht überschreiten. Das Künstlerhonorar beträgt 2.000 Euro, Materialkosten sind mit max. 1250 Euro und Fahrt- und Transportkosten mit max. 200 Euro limitiert. Deadline: 1. Juni 2917. Die Einreichungen erfolgen anonymisiert per Post (keine digitaler Einreichung!) bei: Stadtverwaltung Torgau, Referat Kultur, Dr. Michael Reiniger, Markt 1, 04860 Torgau, Weitere Infos: www.bbk-bundesverband.de/fileadmin/wetpdf/AusschreibungKunstimoeffentlichenRaumTorgau2017.pdf

Aktionen & Projekte

Urbane Künste Ruhr

Katja Aßmann ist künstlerische Leiterin der Projektreihe Urbane Künste Ruhr. Auch 2017 entstehen wieder Projekte „im gesamten Ruhrgebiet und konfrontieren Menschen mit neuen Möglichkeiten der Nutzung und Betrachtung von sichtbaren und verborgenen Orten des urbanen Lebens. Der Kontext Stadt bietet der Kunst neue Wege, sich einzumischen und gesellschaftliche und ästhetische Veränderungen anzustoßen...“ Soläuft derzeit noch bis zum 9. April 2017 in der Alten Post Oberhausen die Ausstellung „Actopolis – Die Kunst zu handeln“ mit künstlerischen Untersuchungen über „die aktuelle Situation und Zukunft städtischer Ballungszentren in Europa untersucht und Alternativen des urbanen Lebens“. Im April 2017 ist in Dortmund und im Mai in Hamm ein Workshop „Liebe schenken“ geplant. Außerdem findet im Juli 2017 dort in Hamm ein „Sommercamp“ statt. www.urbanekuensteruhr.de

Museen & Institutionen

Mainz: Biotopia

Phillip Zach: Untitled (sink) (Detail), 2016, powder coated steel, pigmented polyurethane, 89 x 66 cm, Courtesy the artist und Freedman Fitzpatrick, Los Angeles, Foto: Michael Underwood

Vom 31. März bis zum 30. Juli 2917 zeigt die Kunsthalle Mainz die Ausstellung Biotopia mit einer künstlerischen "Suche nach Alternativen zur evolutionären Sackgass" im jetzigen Zeitalter des Anthropozän. Die Künstler begeben sich "in die hintersten Winkel wenig erforschter Natur, um dort Essenzen und Modelle für mögliche Gegenentwürfe oder zumindest Ansätze für ein Umdenken zu suchen. Ausgehend von den letzten Refugien des Dschungels und der Tiefsee entwerfen sie computerisierte Simulationen, biologische Experimente und futuristische Biofiktionen. Sie suchen nach dem Paradox einer vom Menschen geschaffenen unberührten Natur. Dabei mischen sie kritischphilosophische und animistische Denkweisen mit Versatzstücken von Life-Sciences, Bio- und Geo- Engineering. Gleichzeitig verwenden die Künstlerinnen und Künstler neueste Technologien der Bildkreation und der Materialverarbeitung. Mit Virtual Reality, Computeranimationen und 3D-Drucken generieren sie Bilder von berückender Schönheit oder irritierendem Hyperrealismus. Die Werke pendeln zwischen post-apokalyptischen Szenarien und öko-alternativen Visionen, abstrakt-poetischen Darstellungen und ganz konkreten Do-it-Yourself-Ideen. Auch wenn der Mensch in der Ausstellung nicht sichtbar wird, ist in allen Arbeiten die menschliche Konstruktion ablesbar. Die Künstlerinnen und Künstler begeben sich auf eine Gratwanderung zwischen alternativen Visionen und dysfunktionalen Dynamiken, die immer dann drohen, wenn Menschen irreversibel in natürliche Prozesse eingreifen..." Künstlerliste: Baggenstos/Rudolf & Hackteria Julian Charrière, David Claerbout, Daiga Grantina, Dominique Koch, Elodie Pong, Daniel Steegmann, Mangrané, Monica Studer/Christoph van den Berg und Phillip Zach.www.kunsthalle-mainz.de

Kulturpolitik

Rechtsstreit wegen Kinderfoto

Ida Ekblad, Let me not forget to record, do not to disturb if death should happen in the night. Not to let me know it until I arise at my usual time , 2017, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Oliver Reichert, Geschäftsführer des Sandalenherstellers Birkenstock, hat die Künstlerin Ida Ekblad und das Hamburger Kunsthaus verklagt. Ekblad hatte die Wände des Kunsthauses mit einem Porträt von Reicherts sechsjähriger Tochter tapeziert, das zuvor in einer öffentlichen Birkenstock-Werbekampagne Verwendung fand. Reichert beruft sich auf die „schutzwürdigen Persönlichkeitsrechte“ seiner Tochter. Nachdem die Ausstellung vorübergehend geschlossen werden musste, konnten wieder Besucher eingelassen werden, weil die Künstlerin das beanstandete Foto inzwischen gegen ein Kinderfoto von sich selbst austauschte. Wegen Verletzung des Urheberrechts hat inzwischen allerdings auch der Fotograf der Werbekampagne Anders Overgard eine Klage eingereicht, über die demnächst im April 2017 das Landgericht Hamburg verhandelt. Die Geschäftsführung des Kunsthaus Hamburg gab zu der Sache die Erklärung ab: „... Da es in der Ausstellung um die Auseinandersetzung mit persönlicher Erinnerung geht und die Ausstellung sich durch den Titel Diary of a Madam auf biografische Aspekte bezieht, machte die Verwendung des Motives, das u.a. mit der Ähnlichkeit zur Künstlerin selber spielt, aus kuratorischer Perspektive in vielerlei Hinsicht Sinn. Aufgrund der künstlerischen Freiheit und der fest etablierten künstlerischen Strategie der Appropriation (wie auch der Pop Art) sieht das Kunsthaus Hamburg darin keinerlei Fehlverhalten seitens der Künstlerin“.

Aktionen & Projekte

Oldenburg: Wild – Transgender and the Communities of Desire

Doireann O’Malley, Prototypes, Video still, 2017 Nontuthuzelo Mduba Daveyton Johannesburg 2013 © Zanele Muholi. Courtesy of Stevenson, Cape Town/Johannesburg and Yancey Richardson, New York

Vom 6. April bis zum 18. Juni 2017 zeigt das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst in Oldenburg die Gruppenausstellung Wild – Transgender and the Communities of Desire. Sie versammelt aktuelle Kunstwerke, die sich mit den Fragen und Herausforderungen des Lebens und der Communities (Gemeinschaften) von Transgendern beschäftigen. Die Konstellation der Kunstwerke erscheint dabei als neue Perspektive, aus der gegenwärtige, gesellschaftliche Verhältnisse und Lebensbedingungen formuliert und erzählt werden. !Die Ausstellung bezieht sich auf das Konzept des „Wilden“, entwickelt von dem Wissenschaftler Jack Halberstam. Es beschreibt, wie die Komplexität des sozialen Geschlechts die Aufteilung der Gesellschaft nach männlich und weiblich unaufhörlich infrage stellt. Die Ausstellung fordert dazu auf, das komplexe soziale Geschlecht nicht als problematisch anzusehen, sondern als wildes Spektrum menschlicher Möglichkeiten. So erinnert Halberstam daran, dass der Begriff des Wilden andere Gesellschaftsmodelle zulässt: andere Erzählungen, wie ein Leben grundsätzlich sein kann. Auf diese Weise kann an den Rändern der Gesellschaft – in diesem Fall durch die Stimmen, Strategien und Perspektiven von transgeschlechtlichen Menschen – eine starke und wirkungsvolle Kritik an althergebrachten Gesellschaftsbildern entstehen.“ www.edith-russ-haus.de  

Aktionen & Projekte

documenta in Athen: Olaf Nicolai präsentiert neues Projekt

Olaf Nicolai, IN THE WOODS THERE IS A BIRD …, Courtesy the artist and Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin

Anlässlich der Athener Documenta-Eröffnung stellt Olaf Nicolai einen Teil seines neuen Projektes IN THE WOODS THERE IS A BIRD… vor, ein Klangkunstwerk basierend auf archivierten Sound-Materialien von Radioberichten, beispielsweise das Hintergrundrauschen von Demonstrationen, Randalen oder Kundgebungen. Der Soundtrack wird im Rahmen von Every Time A Ear di Soun, einem Radio-Projekt der documenta 14 in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandradio Kultur, präsentiert. Das erste Mal ist IN THE WOODS THERE IS A BIRD… am 27. April 2017 um 13 Uhr (EEST) zu hören. Every Time A Ear di Soun wird ab dem 8. April bis zum 17. September 2017 täglich auf der Frequenz FM 90.4 MHz in Kassel und weltweit auf der Website der documenta 14 live übertragen.

Aktionen & Projekte

Documenta Athen: 50 Orte bekanntgegeben

Fridericianum, Kassel, Foto: Mathias Völzke

Am 8. April bis zum 16. Juli 2017 startet die Documenta in Athen Dort sind fast 50 verschiedene Adressen Spielorte der Documenta, darunter das Nationale Museum für zeitgenössische Kunst, die Athener Konzerthalle Megaron, das Archäologische Nationalmuseum und die Kunsthochschule ASFA. Das Byzantinische und das Christliche Museum stehen ebenfalls auf der Liste: im Christlichen Museum ist von dem 2016 verstorbenen Fluxus-Künstler Ben Patterson ein „Akustisches Graffiti“ zu hören, das Patterson noch zu Lebzeiten für diesen Ort konzipierte. Auch das ehemalige Hauptquartier der Militärpolizei in der Zeit der Obristen-Junta der 1970er Jahre ist mit seiner Ausstellung von Dokumentations- und Archivmaterial ein Documenta-Ort. Auf dem Panoramahügel Philopappos wird ein Pavillon für die Collagen von Elisabeth Wild aufgestellt, und auf dem Kaiskaki-Platz von Piräus tritt der Rapper Negros Tou Moria auf. Cecilia Vicuña inszeniert an der Ägäisküste eine Installation als Anspielung an die antiken Meeresgötter und der Wolle einheimischer Schafe als Opfergabe. Im Musikkonservatorium Odeion Athinon „spielt der explizit mystische und modernistische griechische Komponist Jani Christou eine zentrale Rolle. Seine Vorstellung, dass „Musik still sein kann“, und seine Methode der „Metapraxis“ sind für Komponisten wie Pauline Oliveros oder auch für das Scratch Orchestra von Cornelius Cardew „relevant, die an diesem Ausstellungsort zu sehen sind.“ Im Benaki-Museum tritt die Documenta mit vier Abteilungen in einen Dialog: „dem Benaki-Museum für Islamische Kunst, der Galerie Nikos Hadjikyriakos-Ghika, dem Mentis-Zentrum, das sich dem Erhalt traditioneller Textiltechniken widmet, und dem Annex in der Pireos-Straße 138... im vormals industriellen Rouf-Viertel. Die Ausstellungsräume... bieten“ für die dort ausstellenden Künstler „die Gelegenheit, nicht erzählte, unbeendete oder auf andere Weise überschattete Geschichten und neue Museologien zu erkunden...“ Das Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst residiert in einem umgestalteten Brauereigebäude, wo im Erdgeschoss der Kupferstich nach Nicolas Poussins Gemälde „Landschaft mit Diogenes“ ein Leitmotiv für die aktuellen Debatten darstellt: wenn wir heute über „Nachhaltigkeit“ diskutieren, hat dies nicht nur etwas mit Haltbarkeit zu tun, sondern auch mit Genügsamkeit. Für die Documenta-Macher stellt sich an diesem Ort die Frage, welche Art von Bürgertum ein solches Museum heute noch zu beeinflussen oder gar hervorzubringen vermag. Da geht es eben nicht um ästhetische Leistungen als kunstimmanentem Selbstzweck, sondern im Sinne des Titels der Documenta-Publikation „South as a State of mind“ auch um ökonomisches Wachstum und politische Spardiktate, Konsumüberfluss und Mangel, Gleichheit als bürgerliches Freiheitsideal im Kontext von Verteilungsgerechtigkeit etc. In der Konzerthalle Megaron sind in der leeren Vorhalle die Gemälde des Künstlers Apostolos Georgiou zu sehen. Hier kommen außerdem während der Documenta Werke zeitgenössischer Komponisten zur Aufführung – mit Partituren, „in denen politische und gesellschaftliche Umbrüche widerhallen... In Ergänzung zum regulären Programm des Megarons soll die Reihe ungekannte Hörweisen vorstellen – eine Anregung, abweichenden und zugleich prägenden Mechanismen des Klangs zu begegnen. Zusätzlich zum Konzertprogramm werden in den Foyers und in zahlreichen weiteren Übergangsbereichen räumliche Interventionen stattfinden, die sich mit den architektonischen Merkmalen und Strukturen des Hauses befassen“. Auf dem Versammlungplatz Agora in der Zeit der attischen Demokratie inszenieren die „zwei Künstler von Prinz Gholam... eine Bewegungspartitur zwischen den Statuen und ihren eigenen Körpern“. Im Industrieviertel Moschatt hat in einer ehemaligen Druckerei „Otobong Nkanga ihre Seifenproduktion untergebracht, die auf neuen Rezepten mit Einflüssen aus verschiedenen Regionen Afrikas, des Nahen Ostens und Südeuropas basiert. Direkt daneben, in einer früheren Taverne, inszeniert Nikhil Chopra eine dreitägige Performance, bei der er eine Wandzeichnung des offenen Meeres anfertigt, bevor er sich zu einer Fahrt durch Osteuropa nach Deutschland aufmacht.“ Ziel dieser Reise ist Kassel. www.documenta.de

Aktionen & Projekte

documenta Kassel: Verwaistes Eigentum

Bibliothek mit von Nazis geplünderten Büchern, die 1943 von der Berliner Stadtbibliothek erworben wurden. Aus einer Fallstudie für Maria Eichhorns Rose Valland Institute, 2017, Foto: Jens Ziehe. Courtesy Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Während der Kasseler Documenta residiert vom 10. Juni bis zum 17. September 2017 in der Neuen Galerie das Rose Valland Institut. Dabei handelt es sich um ein künstlerisches Projekt von Maria Eichhorn zum Thema „Verwaistes Eigentum in Europa“. Für den 11./12. Sept.2017 ist dazu ein Workshop angekündigt. Das Institut „erforscht und dokumentiert die Enteignung der jüdischen Bevölkerung Europas und deren Nachwirkungen bis in die Gegenwart. Benannt wurde es nach der Kunsthistorikerin Rose Valland, die während der deutschen Besatzungszeit in Paris die Plünderung der Nazis in geheim gehaltenen Listen aufzeichnete... Ausgehend von Maria Eichhorns vorherigen Ausstellungsprojekten Restitutionspolitik / Politics of Restitution, 2003 und In den Zelten ..., 2015 widmet sich das Rose Valland Institut dem Themenbereich ungeklärter Eigentums- und Besitzverhältnisse von 1933 bis heute. Das Institut thematisiert grundsätzliche Fragen zu Eigentum an Kunstwerken, Grundstücken, Immobilien, Vermögenswerten, Unternehmen, beweglichen Objekten und Artefakten, Bibliotheken, wissenschaftlichen Arbeiten und Patenten“, die seinerzeit jüdischen Bürgern entwendet und bis heute nicht zurück gegeben wurden. www.documenta14.de

Personalien

Florian Ebner geht nach Paris

Florian Ebner, © Foto: Jens Nober / Museum Folkwang, Essen, 2017

Florian Ebner verlässt am 1. Juli 2017 das Essener Museum Folkwang und wird dann Chef der Fotoabteilung am Pariser Centre Pompidou. Von dort wechselt sein Vorgänger Clément Chéroux als Fotokurator ans Museum of Modern Art San Francisco. Die Pariser Fotosammlung zählt mit 40.000 Abzügen und 60.000 Negativen zu den größten in Europa. Vor allem die Fotografie der 1920 und 1930er Jahre ist hier umfassend dokumentiert.

Preise

Wolfgang Hahn -Preis

Installationsansicht, „Trisha Donnelly at Serralves Villa, Serralves Museum of Contemporary Art, Porto, vom 1. Juli – 10. September 2016. Foto: Filipe Braga, © Serralves Foundation, Porto, Portugal

Trisha Donnelly nimmt im April 2017 während der Art Cologne den Wolfgang-Hahn-Preis 2017 der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig Köln entgegen. Der Preis besteht aus einem Ankauf für die Museumssammlung und der Ausrichtung einer Ausstellung vom 25. April bis zum 30. Juli 2017 im Museum. In den letzten zehn Jahren war sie in zahlreichen Gruppenausstellungen vertreten, u.a bei der 54. als auch 55. Biennale von Venedig (2011 und 2013), bei der dOCUMENTA (13) (2012), in The Quick and the Dead im Walker Art Center (2009) und bei Il Tempo del Postino (2009 in Basel, 2007 in Manchester). In Deutschland hatte Donnelly ihre erste institutionelle Einzelausstellung im Jahr 2005 im Kölnischen Kunstverein im Rahmen des an sie in 2004 verliehenen Central-Kunstpreises. Trisha Donnely arbeitet mit Fotografie, Audio- und Videomedien, Zeichnung, Bildhauerei und mit Performances. Bekannt wurde sie mit kurzen Auftritten, die sie „Demonstrationen“ nennt. Zu ihrer künstlerischen Strategie gehört die Weigerung, etwas über ihr persönliches Leben preiszugeben. Der Preis ist nach Wolfgang Hahn (1924-1987) benannt, der Chefrestaurator am Museum Ludwig war. Die Preissumme für Ankauf, Präsentation und Publikation beträgt insgesamt 100.000 Euro.

Aktionen & Projekte

Skulptur Projekte Münster: Vermittlungsprogramm

Kulturvermittler (v.l.n.r.): Anna Mondain-Monval, Anna-Lena Treese, Stefanie Bringezu (Kunstvermittlung Skulptur Projekte 2017), Bernd Theilig (Vorstandsvorsitzender der Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost), Martin Woermann (Leitung Marketing Projektkoordination Brillux GmbH & Co. KG), Britta Peters und Dr. Marianne Wagner (Kuratorisches Team Skulptur Projekte 2017), Ingrid Fisch (Leitung der Kunstvermittlung Skulptur Projekte 2017), Frauke Schnell (Kulturamtsleiterin der Stadt Münster), Immanuel Krüger (Vorstand des Kiepenkerlviertels) und Dr. Barbara Rüschoff-Thale (Kulturdezernentin des LWL). Foto: Hanna Neander

Vom 10. Juni bis 1. Oktober 2017 findet die fünfte Ausgabe der Skulptur Projekte in Münster statt. Nachdem die Initiatoren Klaus Bußmann und Kasper König „die Münsteraner 1977 zum ersten Mal mit damals provokanten Skulpturen im Stadtraum schockierten“, findet das Projekt alle zehn Jahre erneut statt und lockt jedesmal,“mehrere Hunderttausende Kunstbegeisterte aus aller Welt nach Westfalen, um die Ausstellung zu erleben.“ Auch in diesem Jahr sind rund 35 Künstler eingeladen, „nach Besuchen vor Ort und in engem Austausch mit dem künstlerischen Leiter Kasper König und den beiden Kuratorinnen Britta Peters und Marianne Wagner jeweils neue Projekte für Münster...“ zu entwickeln. Ein Vermittlungsprogramm „schafft kommunikative Situationen und stößt Prozesse an, in denen Veränderungen wahrgenommen und Wahrnehmungen verändert werden können, Unbekanntes im scheinbar Vertrauten wird aufgespürt und zur Sprache gebracht“. 320 öffentliche Touren für maximal 5120 Teilnehmer werden kostenlos angeboten. Deren Zahl ist auf jeweils 16 begrenzt, damit es zu einem Austausch mit den Besuchern kommen kann. Allein 13 Touren pro Woche finden auf Deutsch statt – insgesamt 208. Weitere Touren werden auf Englisch (48), Französisch (16), Niederländisch (16), Arabisch, Kurdisch, Dari/Farsi und Russisch (jeweils vier Touren) angeboten. Workshops ermöglichen „die intensive Beschäftigung mit einem oder mehreren Kunstwerken im Vergleich, die Entwicklung eigener Ideen und deren Weiterführung in künstlerischer Praxis. Im Fokus stehen formal- und materialästhetische Aspekte, das Verhältnis des Kunstwerks zur Geschichte des Standorts und seine aktuelle Beschaffenheit, die Beziehung zu anderen räumlich benachbarten Kunstwerken oder die Verwandtschaft mit historischen ‚Vor-Bildern“...“www.skulptur-projekte.de

Messen & Märkte

New Positions auf der Art Cologne

Art Cologne, Foto: S. Kallnbach

Das Förderprogramm „NEW POSITIONS” ermöglicht seit 1980 jungen Künstlern, auf der Art Cologne ihre Werke auf einer 25 Quadratmeter großen Sonderfläche neben den Ständen ihrer Galerien zu zeigen. Auch für dieses Jahr hat eine Jury wider insgesamt 20 junge künstlerische Positionen ausgewählt. Zusätzlich wird von der Deutschen Telekom der ART COLOGNE Award for NEW POSITIONS ausgelobt. Der Preis beinhaltet eine Einzelausstellung in der Kölner Artothek und einen Katalog. Das Spektrum in den Förderkojen reicht von Malerei über Fotografie, Objektkunst und Installation bis zu Video und Performance. „Die Werke der jungen Künstler beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Phänomenen und politischen Entwicklungen, (re-)konstruieren Realität, reflektieren den Kunstbetrieb, zeigen standortbezogene Installationen und Interaktionen oder setzen sich kritisch mit den eigenen künstlerischen Ausdrucksmitteln auseinander.“ So hat z.B. der französische Medienkünstler Clément Cogitore (Galerie Reinhard Hauff, Stuttgart) für die Fotoserie „Digital Desert“ im Atlasgebirge zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten Uniformen fotografiert, „die aus einem Material gefertigt sind, das die Zielsuchsysteme von Drohnen nicht erkennen können“. Weitere Beispiele: Mia Goyette (Galerie Luis Campana, Berlin) befasst sich in ihren Arbeiten „mit den Spuren des Agierens des Menschen in Räumen, mit den Spuren des Zugriffs auf und der Veränderung von Objekten, die sie durch Neukombination, Reduktion oder Akzenturierung sichtbar macht,... Tobias Nink (Galerie Heinz Holtmann, Köln) erschafft seine Objekte aus ausgedienten Möbelstücken, und die bildhauerischen Werke von Toni Schmale (Christine König Galerie, Wien) erinnern an Alltagsgegenstände, Geräte, Maschinen, Möbel oder Architekturdetails. „Im Spannungsfeld zwischen Rauminstallation, autonomer Skulptur, Modell und Mobiliar bewegt sich das Schaffen von Andreas Schmitten (König Galerie, Berlin)“. Zwischen Collage, Malerei und Zeichnung, zwischen Raumerfahrung und Poesie changiert das vielschichtige Schaffen von Stefan Vogel (Galerie Fred Jahn, München). www.artcologne.de

Aktionen & Projekte

European Media Art Festival

EMAF-Logo

Vom 26. bis zum 30. April 2017 findet in Osnabrück das EMAF-European Media Art Festival statt. Es ist „ein Treffpunkt für Künstler, Kuratoren, Verleiher, Galeristen und Fachpublikum prägt es entscheidend die Thematik, Ästhetik und Zukunft der medialen Kunst. Das Festival bietet einen aktuellen und historischen Überblick mit einem Programm aus Experimentalfilmen, Installationen, Performances, digitalen Formaten und hybriden Formen“. Das Kinoprogramm umfasst Kurz- und Featurefilme, Dokumentationen, Musikvideos, Specials, Retrospektiven. Dazu gibt es in einer Kunsthalle Osnabrück vom 26. April bis zum 21.Mai 2017 eine Ausstellung mit aktuellen Medieninstallationen, außerdem unter dem Stichwort „Expanded Media“ mediale Aktionen und Live Performances, Musik- und Soundprojekte sowie andere Projekte im Internet, Talkrunden und Workshops, und des weitweren ein Forum INIT - EMAF Media Campus, auf dem sich europäische Hochschulen vorstellen. www.emaf.de/

Hochschulen

Neuer Malereiprofessor in Leipzig

Michael Riedel, © Wolfgang Guenzel, Courtesy HGB Leipzig

Michael Riedel ist mit Beginn des Sommersemesters 2017 neuer Professor für Malerei an der HGB Leipzig. Er übernimmt den Lehrstuhl von Astrid Klein, die die Hochschule nach 23 Jahren Lehrtätigkeit nun verlassen hat. Der 45jährige Riedel studierte selbst in Düsseldorf, Paris und Frankfurt und stellte zuletzt in der Kunsthalle Zürich aus. www.hgb-leipzig.de

Museen & Institutionen

Maria Lassnig in Athen

Maria Lassnig, Woman Laokoon, 1976, Neue Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum, © Maria Lassnig Foundation; Foto: Neue Galerie Graz, UMJ

Zeitgleich mit der documenta 14 in Athen eröffnet in der Municipal Gallery of Athens die Ausstellung „Maria Lassnig. The Future is Invented with Fragments from the Past“ (7. April bis 16. Juli 2017). „Die Schau ist das letzte Ausstellungsprojekt, das Maria Lassnig noch persönlich mit Kurator Hans Ulrich Obrist entwerfen konnte. Im Fokus stehen signifikante Werke, die das Verhältnis der Künstlerin zur klassischen Antike, Mythologie und zur besonderen griechischen Landschaft widerspiegeln.“

Preview

Lena Henke in der Schirn Kunsthalle

Porträt Lena Henke, Foto: Topical Cream

Vom 28. April bis 30. Juli 2017 präsentiert die Schirn Kunsthalle Frankfurt eine Raumskulptur der Bildhauerin Lena Henke. "In der eigens für die Rotunde entwickelten Arbeit mit dem Titel Schrei mich nicht an, Krieger! reagiert sie auf die spezifischen Bedingungen des frei zugänglichen, öffentlichen Ortes. Die Künstlerin verschränkt in ihren Arbeiten Themenbereiche wie Architektur, öffentlichen Raum und Stadtplanung mit subjektiven Erfahrungen. Dabei verwendet sie den vorgefundenen Ort als Ausgangsmaterial, erhöht ihn und setzt in wahrnehmbar in Szene. Henke verwandelt so die Rotunde der Schirn in eine begehbare und sich konstant verändernde Raumskulptur, die Innen und Außen verbindet. In ihrer Formensprache und ihrem Einsatz von Materialien setzt sie bewusst Referenzen, insbesondere zur modernen und jüngeren Kunstgeschichte, bringt Surrealismus mit Minimal Art zusammen". www.schirn.de

Museen & Institutionen

Mood Swings

Hertog Nadler, Stimmt, Fotografie, Detail der Zeitung The Monograph, 2006, Copyright: Hertog Nadler, Courtesy: frei_raum Q 21, Wien

Der frei_raum Q 21 im Wiener Museumsquratier widmet sich „Stimmungspolitiken, Sentiment Data, Market Sentiments und anderen Sentiment Agencies“. Vom 31. März bis zum 28. Mai 2017 zeigt die Ausstellung „Mood swings“ künstlerische Beiträge zu „manipulativen Techniken ideologischer Stimmungspolitiken“; sie „analysieren Einflussnahme und Auswirkung von Stimmungen an den Finanzmärkten, reflektieren über Definitionshoheit zwischen Realität und Fiktion oder setzen sich mit technischen Entwicklungen auseinander, die über Emotionsanalysen Einfluss auf menschliche Verhaltensweisen nehmen“. Künstlerliste: Antoine Catala, Xavier Cha, Florian Göttke, Femke Herregraven, Hertog Nadler, Micah Hesse, Francis Hunger, Scott Kildall, Barbora Kleinhamplová, Tom Molloy, Barbara Musil, Bego M. Santiago, Ruben van de Ven sowie Christina Werner. www.Q21.at

Museen & Institutionen

Wirt­schafts­wer­te / Mu­se­ums­wer­te

Joseph Beuys Wirtschaftswerte, 1980 Sammlung S.M.A.K., Gent © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Wirt­schafts­wer­te / Mu­se­ums­wer­te nennt sich eine Ausstellung zum 50-jäh­ri­gen Ju­bi­lä­um der Kunst­hal­le Düs­sel­dorf am Grab­beplatz (8. April – 18. Ju­ni 2017). „Die Ausstellung zeigt dabei vor allem Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler, die ihre erste Öffentlichkeit in der Kunsthalle Düsseldorf hatten und heute in musealen Sammlungen vertreten sind. Diese Werke haben nicht nur maßgeblich zur Konstitution der Identität der Kunsthalle beigetragen, sondern sind auch für die internationalen Entwicklungen der damalig zeitgenössischen Kunstlandschaft von immenser Bedeutung“. Künstlerliste: Art & Lan­gua­ge, Bernd & Hil­la Be­cher, Jo­seph Beuys, Mar­cel Broodtha­ers, Da­ni­el Bu­ren, Chris­to, Tony Cragg, Han­ne Dar­bo­ven, Bra­co Di­mit­ri­je­vić, Jim Di­ne, Hans-Pe­ter Feld­mann, Bar­ry Flana­gan, Lu­cio Fon­t­a­na, Jef Geys, Gil­bert & Ge­or­ge, Hans Haa­cke, On Ka­wa­ra (tem­po­rär), Yves Klein, Imi Knoe­bel, Jan­nis Kou­n­el­lis, Bernd Lo­haus, Ri­chard Long, Nam Ju­ne Pa­ik, Blin­ky Pa­ler­mo, Pa­na­ma­ren­ko, Ger­hard Rich­ter, Die­t­er Roth und An­dy War­hol. www.kunsthalle-duesseldorf.de

Biennalen

Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2017: Socle du monde-Biennale

Jenna Sutela Gut-Machine Poetry, 2017 Foto: Mikko Gaestel, Courtesy the artist

Die dänische Stadt Aarhus ist Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2017. Als Programmbeitrag dazu ist in diesem Jahr die Socle du monde-Biennale angekündigt (22.4.-27.8. 2017). Sie steht unter dem Motto „To challenge the Earth, the Moon, the Sun & the Stars“ und wird HEART - Herning Museum of Contemporary Art sowie der ZERO foundation aus Düsseldorf organisiert. Wie schon in den vergangenen Jahren, so gilt auch die jetzige Biennale als Hommage an den Bildhauer Piero Manzoni (1933-1963), von dessen Schlüsselwerk „Sockel der Welt“ (1961) der Titel entlehnt ist. Das Museum in Herning besitzt eine der weltweit größten Sammlung von Manzoni-Werken. Eingeladen sind die fünf Kuratoren Mattijs Visser, Olivier Varenne, Jean-Hubert Martin, Daniel Birnbaum und Maria Finders, jeweils ein „Kapitel“ der Ausstellung zu konzipieren. Die Skulpturen im Außenraum werden von dem Team gemeinsam kuratiert, zu dem auch Lotte Korshøj, Michael Bank Christoffersen und Holger Reenberg gehören. Künstlerliste: Agostino Bonalumi, Anders Bonnesen, Armando, Art Barter, Asger Jorn, Barbara Hoheisel, Cameron Robbins, Carl-Henning Pedersen, Celeste Boursier-Mougenot, Charles Fréger, Chiharu Shiota, Christian Megert, Conrad Shawcross, Dadamaino, Enrico Castellani, Ernest Mangoba, Francois Morellet, Gerhard von Graevenitz, Gianni Colombo, Gutai, Günther Uecker, Hannah Heilmann, Hans Haacke, Hans Salentin, Heinz Mack, Henk Peeters, Herman Bartels, Herman De Vries, Hermann Goepfert, Hesselholdt & Mejlvang, Ilja & Emilia Kabakov, Jan J. Schoonhoven, Jef Verheyen, Keisuke Matsuura, Koen Vanmechelen, Lucio Fontana, Mahsa Karimizadeh, Nanda Vigo, Oliver Beer, Oskar Holweck, Otto Piene, Paul Gadegaard, Paul van Hoeydonck, Piero Manzoni, Rirkrit Tiravanija, RomualdmHazoume, Ryoji Ikeda, Sadamaso Motonaga, Shen Yuan, Spencer Tunick, Sven Dalsgaard, Tomás Saraceno, Wim Delvoye , Yayoi Kusama, Yves Klein, Zoro Feig. www.socledumonde.org

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