• Manifesta 11: Kurator Christian Jankowski vor dem „Pavillon of Reflections“, eine zentrale Präsentationsplattform der Manifesta auf dem Zürichsee. © Manifesta 11
  • GEDOPPELTE PARTIZIPATION: Dank der „Halbierten Westen“ von Franz Erhard Walther sind Hotelangestellte jetzt Dienstleister und zugleich Kunst-Akteure.
  • WERTSCHÖPFUNGSKETTE: Konditoren kreieren süße Köstlichkeiten, Zahnärzte reparieren kariöse Kauwerkzeuge, Künstler regieren mit vieldeutigen Fotoarbeiten - wie der Aufnahme, die Torbjørn Rødland in der Praxis von Dr. med. dent. Danielle Heller Fontana zeigt.
  • „Arbeitspause“: Duane Hanson, Mittagspause (1989) und Sharon Lockharts Fotoarbeit aus dem Jahr 2003
  • Simon Fujiwara vor seiner Arbeit The Happy Museum, 2016, Mixed Media
  • Cécile B. Evans im Gespräch mit Heinz-Norbert Jocks am 3.6.2016 im Hof der KW
  • William Kentridge, WEIGHING … AND WANTING, 1998
  • Ausstellungsansicht "Wahlverwandtschaften", Bildmitte: K.H. Hödicke, Sturm aufs Brandenburger Tor – Der Vorhang, 1989/90, Farbe/Leinwand, Foto: T.W. Kuhn

Band 241

Künstler als Kuratoren

Manifesta 11 und 9. Berlin Biennale

Der vor Jahren bereits eingeläutete Trend zum Künstlerkurator scheint in eine heiße Phase eingetreten zu sein. Sowohl die Manifesta in Zürich als auch die Berlin Biennale kürten Künstler zu Meisterregisseuren ihrer jüngsten Ausgabe. In Zürich hat der international renommierte Künstler Christian Jankowski die Manifesta mit seiner Perspektive beseelt, während man in Berlin das so interdisziplinär arbeitende wie international vernetzte Kollektiv DIS aus New York kommen ließ.

Von ihren Prämissen könnten die beiden Großveranstaltungen in Zürich und Berlin kaum unterschiedlicher sein: Während die Manifesta als durch Europa vagabundierende Biennale sowieso eine Ausnahmeerscheinung ist, die sich alle zwei Jahre auf ein anderes Land einlässt und die Überwindung von Trennlinien zum Ziel hat, ist die Berlin Biennale stets mit dem besonderen Charakter ihrer Stadt verbunden, in der sie sich jedes Mal neu erfindet.

KUNSTFORUM International wirft mit diesem Themenband einen analytischen Blick darauf, was die die jüngste Manifesta und die Berlin Biennale ausmachen. Wie immer bei Großausstellungen, die internationale Bedeutung haben, schafft KUNSTFORUM in kommentierten, systematischen Fotorundgängen, in exklusiven Interviews mit den Kuratoren (Jankowski und DIS) und Organisatoren (Hedwig Fijen und Gabriele Horn) und zahlreichen Künstlern (z.B. Cécile B. Evans, Simon Fujiwara, Anne de Vries, Wu Tsang, F.E. Walther), begleitenden Texten, Kommentaren und Wahrnehmungshilfen die Ausstellungen nahezu komplett zu dokumentieren und kontrovers zu diskutieren.

Werfen Sie einen Blick in unser Inhaltsverzeichnis
oder bestellen Sie das Probeabo und Sie erhalten diesen Band zum Vorzugspreis.

So können Sie Kunstforum lesen:

Aktuell, ausführlich und am Puls der Kunst

Mobil und überall verfügbar

Enzy­klo­pä­disch und lese­optimiert

Leseproben

Auch für Nichtabonnenten schalten wir regelmäßig Artikel aus dem aktuellen Band oder aus unserem Archiv frei, damit Sie sich ein umfassendes Bild über KUNSTFORUM machen können
Hier finden Sie alle Leseproben

Aus dem Inhalt

Künstler als Kuratoren: Manifesta 11

Newsletter

In eigener Sache

Messen & Märkte

POSITIONS BERLIN Art Fair

Vom 15.-18. September findet die dritte POSITIONS BERLIN Art Fair im Rahmen der Berlin Art Week statt. Im Postbahnhof am Ostbahnhof werden erneut starke junge und etablierte zeitgenössische Arbeiten sowie Werke der klassischen Moderne präsentiert. Die 73 Aussteller zeigen Arbeiten von 234 Künstlern aus 37 Ländern. "Bei den hier ausgestellten Kunstwerken geht es nicht darum, den Trends hinterher zu laufen, sondern um Relevanz und Aktualität. Starke junge und etablierte zeitgenössische Arbeiten sowie Werke der klassischen Moderne werden nebeneinander präsentiert". So enthält die Künstlerliste denn auch prominente Namen wie Felix Droese, Hann Trier, Thomas Virnich, Martin Kippenberger, Rainer Fetting, Alfonso Hüppi, Hubert Berke, Martin Assig, Conrad Felixmüller, Kazuo Katase, Markus Lüpertz oder Strawalde. www.positions.de

Aktionen & Projekte

Drohne über Linz

Mit „DRONE 100 – Spaxels über Linz“ führen die Macher Ars Electronica und das Unternehmen Intel am Abend des 10. September 2016 eine spektakuläre Drohnen-Performance durch -  "gutes Wetter vorausgesetzt". 100 Spaxels heben unmittelbar vor der Visualisierten Klangwolke „Fluss des Wissens“ zu einem Flug über der Donau ab. "Nach dem Weltrekordflug Ende 2015 in Tornesch bei Hamburg, war der Drohnenschwarm bislang für Publikum nur in Sydney zu sehen: Im Rahmen des Vivid Sydney Festivals flog man im Juni dieses Jahres im Hafenbecken der australischen Metropole, direkt neben der weltberühmten Oper. Mit 'DRONE 100 – Spaxels über Linz' folgt nun die Europapremiere der 100 Weltrekord-Drohnen in Linz." www.aec.at

Preview

David Claerbout: Olympia

Das Berliner KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst zeigt im 20 m hohen Kesselhaus vom 11.9.2016 bis zum 28.5.2017 Daniel Claerbouts Arbeit „Olympia“. „Videoarbeiten von suggestiver Langsamkeit sind charakteristisch für das Werk des 1969 geborenen belgischen Künstlers. Das Fließen der Zeit wird in seinen präzise komponierten Werken auf beinahe körperliche Weise spürbar. Als Material dienen ihm dabei oft rekonstruierte oder computergenerierte Bilder, historische Fotografien oder eigenes Filmmaterial, das er vielschichtig miteinander verwebt.“ Für seine aktuelle Installation hat Claerbout das Berliner Olympiastadion von 1936 aufwändig nachgebaut und lässt es nun in den kommenden 1.000 Jahren zerfallen: die Real Time-Projektion seiner Arbeit ist auf 1.000 Jahre angelegt. 1936 fanden in Berlin die Olympischen Spiele statt – es waren die ersten Spiele der Neuzeit, die politisch-ideologisch instrumentalisiert und von den Nazis propagandistisch entsprechend ausgeschlachtet wurden. Die Anspielung an den Begriff „Tausendjähriges Reich“ ist bei Claerbout offensichtlich, ebenso der Rekurs auf die Kolossalarchitekturen von Hitlers Baumeister Albert Speer, der eine „Theorie des Ruinenwertes“ entworfen und sich dabei das römische Kolosseum als Vorbild genommen hatte. In „Kunstforum Bd. 240 erschien ein ausführliches Gespräch von Heinz Schütz mit dem Künstler (S. 212 ff.). www.kindl-berlin.de

Personalien

Köln: Neue Vizedirektorin

Rita Kersting übernimmt von Katia Baudin den Posten der Vize-Direktion am Kölner Museum Ludwig. Baudin wechselte zum 1. September 2016 als Direktorin ans Krefelder Kunstmuseum. Kersting leitete von 2001 bis 2006 den Düsseldorfer Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen und arbeitete anschließend ab 2012 als Landeau Family Curator of Contemporary Art am Israel Museum in Jerusalem. www.museum-ludwig.de

Aktionen & Projekte

Europas Beerdigung

Der Theatermacher und Performer Dries Verhoeven sorgte mit seinen Projekten schon mehrfach für Schlagzeilen: sein Projekt „Wanna play?“ musste im Oktober 2014 nach heftigen Protesten abgebrochen werden. Verhoeven hatte seine Chats über eine Dating App mit schwulen Männern auf einer LED-Wand veröffentlicht und musste sich daraufhin von Lesben- und Schwulenverbänden vorhalten lassen, er missachte die Privatsphäre der Beteiligten. In Freiburg fühlten sich Passanten provoziert, als der Künstler dort in einer Schauvitrine, in der ein Dunkelhäutiger angekettet akrobatische Übungen vollführte und ein schwangeres Mädchen zur Schau gestellt wurde. Sein Theaterstück „De Uitvaart“ (Die Beerdigung), 2014 in einer Utrechter Kirche aufgeführt, wird jetzt bei der Wiesbadener Theater-Biennale (25. August bis 4. Sept. 2016) variiert – als eine Beerdigung der europäischen Werte. An zehn Abenden zelebriert Verhoeven in der anglikanischen Kirche von Wiesbaden einen Trauergottesdienst als Happening: den Ort hat Verhoeven mit Bedacht ausgewählt, stellt doch das Brexit-Referendum in Großbritannien in den Augen an der anderen EU-Mitglieder die europäische Solidarität in Frage. www.staatstheater-wiesbaden.de

Messen & Märkte

Unseen Amsterdam

53 Galerien mit Exponaten von etwa 150 Künstlern bestreiten das Programm der Amsterdamer Fotomesse unseen (23.-25. Sept. 2016). Man trifft auf Werke etablierter Fotokünstler Isaac Julien, Anton Corbijn, Antoine d’Agata oder Zanele Muholi, aber auch auf Beiträge von weniger bekannten Fotografen. Die Veranstaltung in der Westergasfabriek dürfte auch in diesem Jahr wieder 20.000 Besucher anlocken. www.unseenamsterdam.com

Preview

Laure Prouvost im Frankfurter MMK 3

Die Turner-Preisträgerin Laure Prouvost schafft mit ihrer ersten umfassenden Einzelpräsentation in Deutschland im Frankfurter MMK 3 "ein Environment, das die gesamten Räumlichkeiten... in eine raumgreifende Installation verwandelt." Dabei verbindet sie "mehrere filmische Arbeiten mit skulpturalen und malerischen Elementen zu einer Geschichte. Hybride zwischen technischem Apparat und menschlicher Figur bilden die zentrale Struktur der Installation. Prouvost erzeugt eine bizarre Vorstellungswelt, die den Betrachter auf unterschiedlichen Sinnesebenen in ihren Bann zieht." Die Ausstellung dauert vom 3. September bis zum 6. November 2016. www.mmk-frankfurt.de

Preview

Osnabrück: Time Capsule

Eine Ausstellung zum Thema "Zeit" veranstaltet die Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück e.V. unter dem Titel "Time Capsule" in ihrem Kunstraum "hase29" vom 17. Sept. bis zum 29. Oktober 2016. Sie "thematisiert die unterschiedlichen Aspekte der Zeit. Sie hinterfragt Setzungen vorgeblich gemeinschaftlicher Definition, wie Zeitmanagement und Zeitstrategie – Echtzeit, Weltzeit und Raumzeit, aber auch persönliche Ausdeutungen des Zeitraums, Zeitpunkts, der Gleichzeitigkeit und Zeitlosigkeit. In der Ausstellung werden künstlerische Projekte präsentiert, die das Phänomen „Zeit“ in spezifischer Weise erlebbar und so ungreifbare Parameter wie „Zeitgefühl“ greifbar machen oder auch irritieren. Den Besucher erwartet „Zeit“ im Spiegel künstlerischer Bild-Medien und Objekte, Raum- und Klanginstallationen, Texte, Videos und Fotografien." Künstlerliste: Rafram Chaddaz Boaz, Satomi Edo, Angelika Höger, Christine Gensheimer, Christine Hoffmann, Daphne Keramidas, Felix Kiessling, Laura Mareen Lagemann, Reiner Nachtwey, Lars Rosenbohm, Deniz Saridas, Hiltrud Schäfer, Nicole Fuchs.

Preview

Kassel: Mensch und Natur

Um das Verhältnis zwischen „Mensch und Natur“ geht es in der Ausstellung „Z00Z00Z00“, die Ulrich Gebert, Manuel Saiz, Oliver van Berg und Ed Panar vom 2. Sept. bis zum 16. Okt. 2016 im Kasseler Kunstverein bestreiten. Ed Panar zeigt Tiere, die den Bildbetrachter oder einen Gegenstand beobachten: Ein Pfau schaut sich ein Auto an. Ulrich Gebert führt uns das Natürliche „als Widerstand von Gestaltung und widerborstiges Faszinosum“ vor und als „moderne Schwundstufe in der Form des kultivierten Geheges“. Saiz beschäftigt sich mit der Frage „Wie animalisch sind Menschen, wie menschlich das Tier?“ Oliver van den Berg lässt „Körperteile von Tieren zu Skulpturen werden“ und reflektiert die „animalische Semantik von Kriegsgerät“: wieso nennt die Bundeswehr eines ihrer Panzermodelle ausgerechnet „Leopard“? www.kasselerkunstverein.de

Preview

München: "essentials"

"Mit dem Begriff des Essentiellen (von lat. esse – sein) greift die Ausstellung das Bedürfnis nach dem Wesentlichen, Einfachen, dem Konzentrat, dem Wichtigen und Notwendigen auf, wie es nicht nur in der Kunst spürbar ist, sondern auch aktuell in vielen Lebensbereichen, etwa in der Warenwelt. Damit ist die Frage gestellt: Was ist wesentlich – und was kann es im Bezug auf Kunst sein? Viele Positionen der Ausstellung bedienen sich einer reduzierten Formensprache, die sich beziehen lässt auf Minimalismus in Malerei und Skulptur, auf Konkrete Kunst, Monochrome Malerei und auf die mit Gesten und Zeichen operierende Konzeptkunst seit den 1960er Jahren. Diese Bezüge und künstlerischen Verfahren werden jedoch auch spielerisch-ironisch eingesetzt, gebrochen oder neu interpretiert." Das Haus der Kunst München zeigt die Ausstellung "essentials" vom 24. September bis zum 2. Oktober 2016, begleitet von diversen Veranstaltungen und einer Versteigerung. Künstlerliste: Maximilian Bayer, Stefan Becker Schmitz, Kurt Benning, Michele Bernardi, Monika Brandmeier, Albert Coers, Peter Dobroschke, Brad Downey, Sanni Findner, Anna Frydman, Felicitas Gerstner, Patricija Gilyte, Daniel Göttin, Ekkeland Götze, Zita Habarta, Oleksiy Koval, Markus Krug, Christian Leitna, Albert Lohr, Mauser, Reprälithische Gesellschaft, Stefan Schessl, Pavel Schmidt, Spomenko Skrbic, Wolfgang Stehle, Alexander Steig, Anita Stöhr Weber, Toffaha (Rasha Ragab & Christoph Nicolaus), Stefanie Unruh, Dieter Villinger, Mitra Wakil, Georg Winter, Tim Wolff, Pavel Zele©hovsky. http://kuenstlerverbund-im-haus-der-kunst-muenchen.de/aktuell.html

Personalien

Neue Kuratorin in Oldenburg

Dr. Anna Heinze ist neue Kuratorin für Bildende Kunst am Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg. Ihre Aufgabe dort ist die „Pflege, Erschließung und Bearbeitung der Sammlung Bildende Kunst“ und die Organisation von Sonderausstellungen. Eine Kustodenstelle für Bildende Kunst hatte es an diesem Landesmuseum bislang noch nicht gegeben; sie wurde jetzt neu eingerichtet.

Museen & Institutionen

Bern: Internationale Tagung Kunsthallen

Am 2./3. September 2016 veranstaltet die Universität Bern die internationalen Tagung "KUNSTHALLEN. Architectures for the Continuous Contemporary in Europe and the US". "Im Juli 1968 umhüllen Christo und Jeanne-Claude die Kunsthalle Bern anlässlich ihres fünfzigjährigen Bestehens und im Rahmen der Ausstellung „12 Environments“ mit 2‘430 m2 weissen Polyethylenstoffbahnen – es ist das erste Gebäude in Europa, das von den Künstlern vollständig eingepackt wird. Interventionen an und in der baulichen Struktur der Kunsthalle, wie Sol LeWitts Structures (1972), setzen sich auch knapp 50 Jahre später fort und befragen Gebäude und Institution gleichermassen. Die Kunsthalle Bern und ihr 2018 stattfindendes 100. Jubiläum bilden den aktuellen Ausgangspunkt" dieser Tagung. www.kunsthalle-bern.ch

Messen & Märkte

Online-Bewerbungen zur Art Cologne

Ab sofort können sich die Aussteller zur Teilnahme an der 51. Ausgabe der Art Cologne online bewerben. Die Kölnert Kunstmesse präsentiert vom 25. bis 29. April 2017 wie gewohnt nationale und internationale Galerien Kunst der Klassischen Moderne, Nachkriegszeit sowie der zeitgenössischen Arbeiten. Der Bewerbungsprozess erfolgt erstmalig ausschließlich online. Der Bewerbungsschluss für die etablierten Galerien ist auf Donnerstag, 15. September 2016 festgelegt, für die jungen Galerien auf Dienstag, 25. Oktober 2016. Die Bewerbungsunterlagen sowie die Details zu den Teilnahmebedingungen sowie den Richtlinien zum Zulassungsverfahren können über folgenden Link heruntergeladen werden: www.artcologne.koelnmesse.online