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Band 245

Kunst lernen?

Akademien und Kunsthochschulen heute

Wie bilden Kunstakademien heute aus? Während Hochschulgremien weltweit Curricula entwerfen, Abschlüsse internationalen Standards anpassen und Promotionsstudiengänge für Künstler einführen, tauchen Studenten auf der ganzen Welt in das Experiment eines Kunststudiums ein.


Der vorliegende Themenband spürt Ausbildungsorten weltweit nach, von Südostasien über Afrika, den Nahen Osten, Europa, Lateinamerika und den U.S.A, an denen gedacht, gemacht und geforscht wird. Besonderen Raum in den Berichten und ergänzenden Gesprächen mit Studenten, Dozenten, Alumni, Künstlern und Museumskuratoren nahmen die zentralen Fragen nach dem Verhältnis zwischen handwerklichem Tun und theoretischer Reflexion sowie zwischen Können und Wissen in den unterschiedlichen Lehrmodellen ein – mit der Absicht, ein möglichst breites Spektrum zu eröffnen, das Affinitäten und Differenzen zwischen den unterschiedlichen Kulturen im Umgang mit Techniken und Handwerk greifbar macht. Dabei soll herausgestellt werden, welche Bedeutung Akademien und Kunsthochschulen der Ausbildung von Materialfertigkeiten in der Lehre heute zuschreiben.


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Aus diesem Band

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Messen & Märkte

Art Cologne: Basel-Schelte und Blockbuster-Galerien

Polemische Worte in Richtung Basel konnte sich Art Cologne-Direktor Daniel Hug zur Eröffnung der diesjährigen Kunstmesse am Rhein nicht verkneifen: da die Art Basel-Macher im kommenden Herbst bekanntlich bei der neuen Art Düsseldorf einsteigen, warf Hug ihnen vor, die „gesamte Welt der Kunstmessen kolonisieren“ zu wollen. Doch das neue Kapitel in der ewigen Rivalität der beiden rheinischen Großstädte sorgte am Preview-Tag unter den Ausstellern und den Besuchern ebenso wenig für größere Aufregung wie Hugs Ankündigung, die Art Cologne werde künftig mit den Berlinern bei der Etablierung einer neuen Messe in der Hauptstadt kooperieren. Eher rief der Coup des Art Cologne-Chefs allgemeines Erstaunen hervor, den New Yorker Galerie-Grossisten Larry Gagosian, der weltweit ein Dutzend Filialen betreibt, erstmals zur Teilnahme in Köln-Deutz bewegt zu haben: Blickfang in dessen Koje war eine perfekt inszenierte Installation von Chris Burden mit 32 Straßenlaternen. Mit David Kordiansky (Los Angeles), der eine Solo-Show von John Pestoni bot, David Zwirner (New York), Hauser und Wirth (Zürich, London et al.) und Sprüth/Magers (Berlin, London) hatte Daniel Hug weitere sogenannte Blockbuster-Galerien in seinem Hallenplan aufgelistet, die mit ihren Programmen garantieren, dass die Kunststadt Köln in der Champions League der internationalen Messen weiterhin auf einem oberen Tabellenplatz mitspielt. Freilich hörte man hinter vorgehaltener Hand hier und da leises Grummeln, Hug vernachlässige dabei zu sehr die lokale Galeristenszene. Die fiel in der Tat diesmal nicht sonderlich auf, auch nicht oben in der Halle 3, wo Hug die Förderbereiche und die jungen Galerien unter dem neuen Label "Neumarkt" zusammengefasst hatte. Die mittlere Halle 2 war für die etablierteren Galerien mit zeitgenössischer Kunst reserviert, und die untere Halle 1 für die Klassiker – insgesamt eine wohltuend klare Aufteilung, die den Besuchern eine gute Orientierung bot. Im hochpreisigen Bereich fiel bei der Galerie Koch (Hannover) ein drei Meter hohes Nagelbild von Günther Uecker für 720.000 Euro ins Auge. 950.000 Euro verlangte Thadaeus Ropac /Salzburg) für die Bronzeskulptur "Zero Dome“ (2015) von Georg Baselitz. Die Galerie Valentin (Stuttgart) wartete mit einer Wiederentdeckung auf, nämlich dem Werk von Volker Böhringer in der Richtung einer Neuen Sachlichkeit und eines Magischen Realismus, in der Nazizeit heimlich gemalt und nach dem frühen Tod des Malers 1961 fast völlig in Vergessenheit geraten. Originell: eine Installation mit 1.400 Spiegeleiern aus Gips und Fiberglas des Künstlers Christopher Chiappa am Stand der New Yorker Kate Werble Gallery. www.artcologne.de

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Dazu in Band 239 erschienen:

50 Jahre Art Cologne: Die Jubiläumsmesse. Vom Kunstmarkt Köln '67 bis heute 

Von 1959 bis 1972 war der Kölner Galerist Hein Stünke Berater der Kasseler Documenta. Dort beobachtete er, dass an einem einzigen Tag mehr Besucher in diese Ausstellung strömten als in seine Galerieräume im ganzen Jahr. Stünke bekam kein Honorar, durfte aber stattdessen in Kassel Grafiken ausstellen und merkte, dass die Leute Kunst „nicht nur anschauen, sondern auch besitzen“ wollten: die Idee zur Gründung einer Messe für zeitgenössische Kunst war geboren. 1966 gründete Hein Stünke zusammen mit seinem Kollegen Rudolf Zwirner den „Verein progressiver deutscher Kunsthändler e.V.“, und 1967 fand zum ersten Mal im Kölner Ballhaus Gürzenich die „Mutter aller Kunstmessen“ statt – damals noch unter dem Namen „Kunstmarkt Köln '67“.  

von Jürgen Raap

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Hochschulen

Düsseldorf: Neuer Rektor

Prof. Karl-Heinz Petzinka wurde für die nächste Amtsperiode zum Rektor der Kunstakademie Düsseldorf gewählt und tritt dieses Amt am 1. August 2017 an. Er folgt auf Professorin Rita McBride, die seit 2013 Rektorin der Kunstakademie Düsseldorf ist. Als Prorektoren wurden Professor Robert Fleck und Professor Dr. Johannes Myssok bestätigt. Petzinka ist 2008 an der Kunstakademie Düsseldorf als Professor für Baukunst tätig. Seit dem Jahr 2012 ist Petzinka auch Professor an der Universidad de Austral de Chile mit dem Schwerpunkt Stadtplanungen in außereuropäischen Ländern. Die „Westdeutsche Zeitung“ stellte fest: „Kein Künstler stellte sich zur Wahl“. Weiter berichtete das Blatt, Petzinka habe sich „als Gegenkandidat zu McBride positioniert“, die nicht mehr antrat; die Prorektorin seien „recht häufig mit ihr aneinandergeraten“, und so müsse Petzinka nun „eine Struktur in den zerrütteten Laden bringen“.

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Dazu in Band 245 erschienen:

Kunstakademie Düsseldorf: Künstlerakademie

Die Düsseldorfer Kunstakademie zählt zu den renommiertesten Kunsthochschulen weltweit. Blättert man durch die vielen Publikationen, die sich mit ihrer Geschichte beschäftigen, durch Zeitschriften, Zeitungen und Internetseiten, die über ihr Renommee, ihre Künstlerprofessoren oder ihre Rundgänge berichten, stellt sich schnell der Eindruck ein, dass sich hier, hinter dem massiven, festungsähnlichen Gebäudekörper aus dem späten 19. Jahrhundert die zentralen Mysterien der modernen und zeitgenössischen Kunstwelt versteckt halten: künstlerische Freiheit und Autonomie, charismatische Künstlerindividuen, Geniekult, marktwirtschaftlicher Erfolg, viele Traditionsstränge. Nur knapp über zehn Prozent der jungen Leute, die sich hier mit einer Mappe bewerben, so liest man hier und dort, werden in eine Künstlerklasse aufgenommen – die meisten wollen zunächst Malerei studieren.  

von Tanja Klemm

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Aktionen & Projekte

Protest gegen Nitsch-Aktion

Bei der Aktionsmalerei mit Schüttbildern von Hermann Nitsch kommen verschiedene organische Materialien zum Einsatz, so der ausgepresste Saft von Trauben und anderen Früchten, und bei den Aufführungen zu seinem Orgien-Mysterien-Theater auch frisches Tierblut. Tiere werden bei diesen Performance-Ritualen aber nicht geschlachtet, anders als bei den karibischen Voodoo-Zeremonien oder anderen uralten magisch-religiösen Opferritualen. Religionsgeschichtlich bedeutet das Verbot Gottes an Abraham, seinen Sohn Isaac zu opfern, den symbolischen Übergang vom Menschen- zum Tieropfer. Das dionysische Moment des Orgien-Mysterien-Theaters von Hermann Nitsch rekurriert mithin auf uralte sakrale Zeremonien und ihre Symbole, verbunden mit einer künstlerischen Intensität, die allein jene kathartische Wirkung erzeugen kann, die auch dem antiken Theater eigen war: da ging es bei der Gestalt des Dionysos in dem Drama „Die Bakchen“ (das sind Bacchantinnen) von Euripides um Wein, Rausch, Ekstase und Wahnsinn als eine „kontrollierte Trancetherapie“, wie es der Theaterwissenschaftler Michael Gissenwehrer formulierte, nämlich um eine Katharsis in Form eines „Vorführen des Bedrohlichen, Durchleben, nach überstandenem Schrecken befreit fühlen“. So hat denn auch die Einkehr zur Weinprobe, die regelmäßiger Bestandteil von Nitschs Mistelbacher „Sechs Tage Spiel“ ist, einen tieferen Sinn, und erst recht der Umgang mit Blut und Tierkadavern als Verweis auf verdrängte Topoi in unserem kollektiven Bewusstsein – der Tod wird aus dem Alltag gemeinhin ausgeblendet: statt traditionelle Metzger bei bäuerlichen Hausschlachtungen portionieren heute in den Fleischfabriken Zerlegekolonnen im Akkord ein Schwein oder Rind unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Als zivilisatorisches Pendant dazu hat sich in den modernen Industriekulturen auch die menschliche Sterbekultur verändert, nämlich vom Sterbebett zu Hause in Spitäler und Hospize verlagert. Vor diesem Hintergrund ist Nitschs Anspruch an Katharsis zwangsläufig mit Tabubrüchen verbunden. Doch nicht alle tolerieren das – gegen ein Nitsch-Happening im Juni 2017 im Rahmen des Dark Mofo-Festivals im Museum von Hobart (Tasmanien) protestieren 14.000 Unterzeichner mit ihrer Unterschrift. Sie wollen damit verhindern, dass bei der dreistündigen Performance der Kadaver eines frisch geschlachteten Bullen und sein Blut zum Einsatz kommen. Museumsdirektor David Walsh stellte sich hinter den Künstler: das Publikum solle darüber nachdenken, warum das Schlachten zum Verzehr von Fleisch als Nahrungsmittel in Ordnung sei, aber Fleisch für Rituale nicht. Dabei gehört es ausdrücklich zum dramaturgischen Konzept der Nitsch-Aktion, dass das Fleisch während der Aufführung aufgegessen wird. s. hierzu Jolanda Drexlers Rezension "Existenzfest - Hermann Nitsch und das Theater" in "Kunstforum" Bd. 239 (2016).

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Dazu in Band 159 erschienen:

Hermann Nitsch: Zu Tisch auf Schloss PrinzendorfF

Seit Jahrzehnten zelebriert Hermann Nitsch, der legendäre Wiener Aktionist, auf seinem Schloss in der Nähe von Wien sein Orgien-Mysterien-Theater. Er kultiviert ein sehr spezielles, ja dionysisches Verhältnis zu Essen und Trinken. Dabei ist Theater für ihn aus dem Vollen geschöpfte Realität, eben kein Simulationsspiel, sondern pure Lebenspraxis. Tiere werden geschlachtet. In Strömen fließt Blut, und auch der Geruch ist echt. Als Dramatiker führt Nitsch den Vorgang des Tötens uns nicht nur live vor Augen. Vielmehr besteht er auch darauf, dass der gute Geschmack des Fleisches seine Verbindung zum Tod eines Tieres bewahrt. Ein wichtiger Aspekt seines Theaters ist, das die geschlachteten Tiere nach den Aktionen auch verzehrt werden. Sie werden folglich doppelt gebraucht. Sowohl für die eigentlich Aktion als auch als Nahrungsmittel. Über das Verhältnis von Kunst und Essen sprach mit Hermann Nitsch Heinz-Norbert Jocks.  

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Aktionen & Projekte

Sammlung Boros im Bunker Berlin

Karen und Christian Boros präsentieren ab dem 4. Mai 2017 die dritte Ausstellung ihrer privaten Sammlung zeitgenössischer Kunst im ehemaligen Reichsbahnbunker in Berlin-Mitte. "Auf einer Fläche von 3000 qm bietet die neue Ausstellung Zugang zu Arbeiten von 18 Künstlern aus der rund 750 Werke umfassenden Sammlung". ZU sehen sind "neuerworbene Arbeiten im Verbund mit Werken der 1990er und 2000er Jahre. Im Bunker sind zudem raumspezifische Werke von He Xiangyu, Yngve Holen und Pamela Rosenkranz zu sehen. Die künstlerischen Positionen, die sich über fünf Etagen erstrecken, installierten die Künstler zum Großteil selbst. Nach dem Umbau des Bunkers und seiner Eröffnung als Ausstellungsort im Jahr 2008 besuchten bisher über 370.000 Menschen das in Berlin-Mitte gelegenen Gebäude aus dem Jahr 1942. Zu DDR-Zeiten funktionierte man den Bau als Lagerraum für Südfrüchte um. Nach der Wende war hier der legendäre Technoclub „Bunker“ beherbergt. Künstler der 3. Sammlungspräsentation: Martin Boyce, Andreas Eriksson, Guan Xiao, He Xiangyu, Uwe Henneken, Yngve Holen, Sergej Jensen, Friedrich Kunath, Michel Majerus, Fabian Marti, Kris Martin, Justin Matherly, Paulo Nazareth, Peter Piller, Katja Novitskova, Pamela Rosenkranz, Avery Singer, Johannes Wohnseifer".

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Messen & Märkte

Art Brussels

Die Newcomer-Galerie Robilant + Voena (London, Mailand, St Moritz) konnte an einen belgischen Sammler eine Arbeit von Julian Schnabel für 500.000 brit. Pfund (ca.587.000 Euro) verkaufen, und die Galerie Lelong (Paris) freute sich über den Verkauf eines Schlüsselwerks von Günter Förg: die diesjährige Art Brussels meldete in ihrem Abschluss-Bulletin gute Umsätze in allen Bereichen. Dafür sorgten nicht nur die belgischen Sammler, sondern auch jene, die aus Deutschland, Australien, Brasilien, Hongkong und Monaco anreisten. Über mangelnde Internationalität können sich die Art Brussels-Macher schon längst nicht mehr beklagen; die zeitliche Nähe zur Art Cologne ist auch kein Manko. Bewährt hat sich auch die Aufteilung in die Sektoren "Prime" mit 108 etablierten Galerien, die international renommierte Künstler zeigen, und "Solo" mit Einzelpräsentationen, ergänzt um Abteilungen mit Neuentdeckungen und Wiederentdeckungen.

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Museen & Institutionen

MMK Frankfurt: Neuerwerbung

Das MMK-Museum Moderner Kunst Frankfurt/M. erwarb Isa Genzkens Installation „Schauspieler II“ (2014). Die Arbeit wurde im MMK 2015 in der Ausstellung mit neuen Arneiten der Künstlerin gezeigt. Die Werkgruppen mit „Schauspielern“ bestehenaus unterschiedlichen Konstellationen figürlicher Skulpturen, die aus handelsüblichen lebensgroßen Schaufensterpuppen angefertigt wurden. Isa Genzken hat diese Puppen subtil mit unterschiedlichen Materialien, darunter ihren persönlichen Kleidungsstücken und Schuhen, ausgestattet und in der für sie typischen Manier künstlerisch gestaltet: Die Figuren wurden mit Arbeits- und Schutzbekleidung ergänzt und in Deko-Materialien eingefasst, mit verdrehten Gliedmaßen, an verschiedenen Körperstellen mit Spiegelfolien bedeckt, im Gesicht und an den abstrahierten Geschlechtsteilen mit greller Farbe besprüht und mit buntem Klebeband versehen. Die „Schauspieler“ sind so durch einen autobiografischen Bezugsrahmen und eine auffallend persönliche Perspektive gekennzeichnet, aus der die Künstlerin soziale und gesellschaftliche Beziehungen kommentiert und den Betrachter unerwartet nah an sich selbst heranführt“.

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Museen & Institutionen

Ottmar Hörl im Zeppelin-Museum

„Aller Anfang ist schwer“ nennt sich die Kunst-Installation von Ottmar Hörl im Zeppelin Museums Friedrichshafen (22. April bis 1. Mai 2017). Anlässe sind der 100. Todesjahres Graf Zeppelins und der 80. Jahrestages der „Hindenburg-Katastrophe“ in Lakehurst am 6. Mai 1937, als sich bei der Landung eines Zeppelins in New Yersey (USA) die Wasserstofffüllung entzündete ind das Luftschiff in Flammen aufging. Das Zeppelin Museum Friedrichshafen lud Ottmar Hörl ein, eine neue temporäre Kunst-Installation zu realisieren: 300 serielle, jeweils 43 cm hohe Skulpturen verwandeln den Buchhornplatz neben dem Zeppelin Museum „in einen kommunikativen, identifikationsfördernden Kunst-Schau-Platz... Das Farbkonzept Silber, Anthrazit, Blau und Orange ist eine Referenz an die Zeppelin-Luftschiffe sowie das Zeppelin Museum. Die Aktion ist ein Vorbote der großen Ausstellung KULT! – Legenden, Stars und Bildikonen (2. Juni bis 15. Oktober 2017), die sich mit dem kulturhistorischen Phänomen des Kults in Gesellschaft, Politik und Popkultur auseinandersetzt“. www.zeppelin-museum.de

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Dazu in Band 062 erschienen:

Ottmar Hörl: Farbe wird Substanz

Daß ein und dieselbe Farbkonsistenz in der Hand eines Künstlers nicht permanent den gleichen Aussagewert besitzen muß, beweisen die beiden Werkphasen des Bildhauers Ottmar Hörl. Im Rahmen des Themenbandes "Farbe und Skulptur", 1983,  schreibt dies Renate Puvogel über den damals 33jährigen Bildhauer.

von Renate Puvogel

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Museen & Institutionen

Thomas Struth: Figure Ground

Die Übersichtsausstellung „Figure Ground“ des Fotografen Thomas Struth vom 5. Mai bis zum 17. September 2017 im Münchener Haus der Kunst ist „die bislang umfangreichste Präsentation seines genrebestimmenden Œuvres... Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen dabei die Aspekte seiner gesellschaftlichen Interessen... Von seiner ersten Serie Unbewusste Orte, die 1987 publiziert wurde, bis zu seinen jüngsten Arbeiten, die sich mit Wissenschaft und Technologie in einer globalisierten Welt befassen, entfaltet Struths Arbeit ihre eigene analytische Qualität - durch seine Themenwahl, deren fotografische Umsetzung und die Arten der Präsentation. Befragt werden die Relevanz des öffentlichen Raums und die Transformation der Großstadt, der Faktor des sozialen Zusammenhalts durch familiäre Solidarität, die Bedeutung der Beziehung zwischen Natur und Kultur und die Grenzen und Chancen neuer Technologien... Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal frühe Arbeiten sowie Ressourcen zu Struths Themen, die er über Jahrzehnte gesammelt hat, die Einblicke in die Arbeitsweise des Künstlers vermitteln... Mit rund 130 Werken, zwei Mehrkanal-Videoinstallationen und einer Auswahl von Archivmaterial liefert die Ausstellung im Haus der Kunst den bislang vollständigsten Überblick über Struths künstlerische Entwicklung bis zum heutigen Tag...“ www.hausderkunst.de

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Museen & Institutionen

Bonn: Karin Kneffel-Ausstellung

Karin Kneffels Werkschau „Bild im Bild“ vom 30.4. bis zum 3.9.2017 im Kunstmuseum Bonn ist als „Ausstellung für Kinder und Jugendliche“ tituliert. Seit 1999 zeigt das Kunstmuseum Bonn einmal pro Jahr eine Ausstellung speziell für Kinder und Jugendliche mit Arbeiten, „die aufgrund ihrer Motive, der Materialien oder Bildsprache das junge Museumspublikum in besonderer Weise ansprechen. In der umfangreichen Ausstellungsgeschichte dieses Formats waren Inszenierungen mit Arbeiten beispielsweise von Jean Tinguely, Max Ernst, Rineke Dijkstra und Christiane Löhr zu sehen. Dabei luden alle diese Ausstellungen (nicht nur) Kinder und Jugendliche zu Entdeckungen, zu eigenen Gestaltungen oder zum spielerischen Umgang mit Kunst ein“. Die Gemälde von Karin Kneffel „zeigen eine Welt zwischen Erinnerung, Traum und Realität. Lichtreflexe, Spiegelungen und beschlagene Fensterscheiben lenken den Blick auf Häuserfassaden und in Innenräume“. www.kunstmuseum-bonn.de

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Aktionen & Projekte

Guy Ben-Ary im Art Laboratory Berlin

Das Art Laboratory Berlin besteht seit 2006 als Initiative vonTeam von Kunsthistorikern und Künstlern. Der Kunstverein bietet eine „Plattform für interdisziplinäre Ausstellungsprojekte im internationalen Kontext. Das Hauptinteresse gilt dabei der Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Kunst an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie“. Am 5. Mai 2017 lädt das Team zu einem Künstlergespräch mit Guy Ben-Ary ein. Er „ist Künstler und Forscher bei Symbiotica, dem künstlerischen Labor an der University of Western Australia, das sich der Forschung, dem Lernen und der praktischen Auseinandersetzung mit den Lebenswissenschaften widmet. Ben-Ary, als Künstler und Innovator in Wissenschaft und Neuen Medien international anerkannt, spezialisiert sich auf biotechnologische Kunstwerke, mit denen er unser Verständnis darüber, was lebendig ist, bereichern will... In seinem Gespräch wird Guy Ben-Ary einige der Methoden und Theorien vorstellen, die für seine künstlerische Praxis grundlegend sind, und beispielhaft vier seiner großen Projekte der letzten zehn Jahre erläutern“ (5. Mai 2017, 20 Uhr, Prinzenallee 34). Außerdem ist das Art Laboratory Berlin an der Ausrichtung der Vorträge und Gespräche beteiligt, die am 12./13. Mai 2017 im Haus der Kulturen der Welt zu den Technosphärenklängen stattfinden. In dieser Veranstaltungsreihe werden „musikalische Projekte an der Grenze zu Kunst und Wissenschaft“ vorgestellt.

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Museen & Institutionen

Swiss Pop Art

Mit Swiss Pop Art präsentiert das Aargauer Kunsthaus vom 2. Mai bis 1. Oktober 2017 eine umfassende Schau über die Pop Art in der Schweiz von 1962 bis 1972. Die Sonderausstellung umfasst rund 270 Werke von 51 Künstlern. Swiss Pop Art vereint "Gemälde, Papierarbeiten, Skulpturen, Filme und Objekte von Kunstschaffenden wie Fernando Bordoni, Samuel Buri, Niki de Saint Phalle, Emilienne Farny, Franz Gertsch, Rosina Kuhn, Urs Lüthi, Markus Raetz oder Peter Stämpfli. Die Werke stammen aus dem Besitz der Kunstschaffenden, aus diversen Museums- und Privatsammlungen und aus der Sammlung des Aargauer Kunsthauses. Viele der Arbeiten wurden kaum je in Ausstellungen gezeigt und erlauben es dem Publikum, zahlreiche Neuentdeckungen zu machen". Parallel dazu zeigt in der zweiten CARAVAN-Ausstellung in diesem Jahr zeigt der Zürcher Kevin Aeschbacher Malerei," in der sich digitale Ästhetik mit analoger Bildproduktion verbindet". www.aargauerkunsthaus.ch

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Dazu in Band 063 erschienen:

CH-Kunst - von Martin Kunz

Ein "Informationsgeflecht", keine "statistisch-wissenschaftliche Unternehmung" zur Kunstszene Schweiz, bietet dieser Doppelband 63/64 aus dem jahre 1983. In Essays, Monografien und Interviews werden aktuelle Tendenzen der Schweizer Kunst vorgestellt. Ebenso berücksichtigt werden die kunsthistorischen Vorläufer, der ästhetisch-theoretische Überbau der bestimmenden Pole, wie auch der Sektor der Kunstvermittlung. Das Ziel, "die bis ins optisch Erfahrbare reichende Disparatheit der individuellen Kunstproduktion in der Schweiz zu erfassen und so weit wie möglich zu durchleuchten", verfolgen neben Monografien (über Bernhard Luginbühl, Urs Lüthi, Meret Oppenheim, Markus Raetz, André Thomkins, Jean Tinguely, Rémy Zaugg und Dieter Roth) zwanzig Selbstdarstellungen Schweizer Künstler sowie die „Bildanthologie Schweiz ´70-´80“.

 

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Galerien & Auktionshäuser

Atelier-Genossenschaft und Berliner Immobilienmarkt

Bis zum Herbst 2017 ziehen 30 Künstler in ein neues Atelierhaus in Berlin-Charlottenburg ein. Da durch die Gentrifizierung mit steigenden Mieten immer mehr Künstler aus den zentralen Bezirken der Hauptstadt verdrängt werden, haben sie die AHGB-Atelierhaus-Genossenschaft-Berlin eG gegründet. Diese erwarb als „Gegenmodell“ zu der Entwicklung auf Berlins Immobilienmarkt ein Haus an der Adresse Stiefring 7. Hier können sie nun ohne Existenzsorgen arbeiten: es gibt keinen Investor, der das Gebäude teuer vermarkten will, und niemand muss um seine Bleibe zittern, weil er eine Kündigung fürchtet, etwa durch zukünftigen Wegfall der kommunalen Atelierförderung für ihn. Für die kleinste Raumeinheit von 20 qm Atelierfläche konnte man sich bereits mit einem Anteil von 8.000 Euro Einlage in das Projekt einkaufen; die Miete soll alsdann „langfristig“ bei 8 Euro/Monat bleiben. Knapp zwei Drittel der Erwerbskosten finanzieren die Initiatoren über eine Berliner Bank, den Rest mit Eigenmitteln. Öffentliche Fördermittel oder politische Unterstützung gab es nicht; an das Land Berlin mussten die Künstler 80.000 Euro an Grunderwerbssteuern überweisen. Auch kommerzielle Galerien und selbstorganisierte Kunsträume stehen in Berlin mitunter vor Raumproblemen – 27 Jahre nach dem Mauerfall sind die meisten zentral gelegenen Stadtviertel durchsaniert: wo die Immobilienwirtschaft potenzielle Anleger mit „guten Renditeprognosen“ umgarnt, dürfte man in „1 A -Lagen“ für Ladenlokale und Einzelhandelsimmobilien wie Kurfürstendamm/Tauentzienstraße, Wilmersdorfer Straße, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Hackescher Markt als Galerist nur etablierte hochpreisige Künstler im Programm haben, um sich an solch einem Standort behaupten zu können. Nur in Randlagen wie Rudow oder Lichtenrade sind die Gewerbemieten für Läden und Werkstätten noch halbwegs erschwinglich. Der Kunsthandel im Internet kann zwar auf repräsentative Räume in teuren Lagen für Vernissagenempfänge etc. verzichten, braucht für seine Ware dennoch Lagerräume in Real-Immobilien. www.ahgb.info

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Museen & Institutionen

Raketenstation Hombroich Neuss

Die Stiftung Insel Hombroich zeigt vom 23. April bis zum 5. Juni 2017 die Trilogie La Malattia del Ferro des italienischen Künstlers Yuri Ancarani. „Kunst und Dokumentation zugleich, widmen sich die drei Filme Il Capo, Piattaforma Luna und Da Vinci mittels einer Ästhetik der Reduktion und Fokussierung dem Verhältnis von Mensch und Maschine in drei hochspezialisierten Arbeitswelten. Die Filme werden im Haus für Musiker des Architekten Raimund Abraham auf der Raketenstation Hombroich präsentiert, das wie ein bauliches Pendant zu den gezeigten Welten wirkt und erstmalig nach seinem Ausbau öffentlich zugänglich sein wird“. In einer neuen Ausstellungsreihe zu klassischen wie neuen Positionen der Fotografie bildet die zweiteilige Ausstellung Fotografische Inkunabeln aus der Sammlung Kahmen I+II den Auftakt (23. April bis 20. August 2017). Die Sammlung umfasst „Höhepunkte der Fotografiegeschichte von der historischen Fotografie bis heute..., darunter auch fotografische Arbeiten bildender Künstler, die dieses Medium gelegentlich genutzt haben. Fotografische Inkunabeln aus der Sammlung Kahmen II wird ab dem 9. September 2017 gezeigt.“ www.inselhombroich.de

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Aus dem Archiv

„KUNSTFORUM ist ein Magazin, das so gut wie jedes Thema, das wichtig ist, beackert hat, und es ist so umfangreich, dass ich manchmal noch einmal in Heften von vor zehn Jahren schaue, und nicht selten erweist sich KUNSTFORUM als eine Fundgrube…“ (Kaspar König)

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