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Ausschreibungen

Werkleitz-Stipendium

Die Projektförderung des Werkleitz Zentrum für Medienkunst unterstützt jährlich bis zu vier Film- und Medienprojekte durch eine kostenfreie Bereitstellung ihres Technikequipments sowie ihrer Schnittplätze für die Dauer von maximal 30 Tagen. 

Einzureichen ist z.B. in Drehbuch/ eine Beschreibung des Projektes, Curriculum Vitae, eine Stab- und Besetzungsliste, Visualisierungshilfen sowie ein Referenzprojekt in Form einer DVD bzw. URL. Projektanträge können jederzeit per E-Mail oder Post eingereicht werden. Die Bearbeitung des Antrages dauert ca. 14 Tage. Kontakt: Werkleitz Gesellschaft e.V., Schleifweg 6, 06114 Halle (Saale), Tel.: +49 345 / 682460, info@werkleitz.de

Personalien

Beckmann-Nachlass: Schenkung

Mayen Beckmann, Enkelin des Malers Max Beckmann, schenkte den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen erhalten bedeutende Dokumente aus dem Nachlass Max Beckmanns Briefe, Skizzen- und Tagebücher, Fotoalben und die Originalbibliothek des Expressionisten. Damit erfährt das Max Beckmann Archiv der Pinakotheken eine wichtige substanzielle Erweiterung. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen verfügen über die größte Sammlung von Gemälden Max Beckmanns in Europa.

Galerien & Auktionshäuser

Zürich: Galerieschließung

Sabina Kohler und Bettina Meier-Bickel kündigten an, im März 2017 den Betrieb ihrer Züricher Galerie Rotwand einzustellen. Die letzte Ausstellung bestritt die Malerin Klodin Erb. Die Galerie hatte in Zürich neun Jahre lang existiert, an Messen wie der abc Berlin oder der New Yorker Armory Show teilgenommen und in diesem Zeitraum u.a. die Künstler Constantin Luser und Mahilde ter Heijne vertreten.

Ausschreibungen

Wettbewerb „Kultur und Kirche“ zum Reformationsjahr

Zum Jahr der Reformation 2017 schreibt der Initiativkreis „Kirche und Kultur“ der katholischen Kirche Wiesbaden einen Wettbewerb „Positionierung zur Transzendenz“ aus. Künstler aller Sparten können Fotos (DINA 4) von max. fünf Werken in einem anonymisierten Verfahren einreichen. Preisgelder: 2.000 Euro, Förderpreis 1.000 Euro. Eine Auswahl von zehn Werken wird in Wiesbadener Kirchen ausgestellt. Deadline: 30. April 2017. Einsendeadresse: Kirche und Kultur, Roncalli Haus, Friedrichstraße 26-28, 65185 Wiesbaden. Projektbeschreibung: www.kirche-und-kultur.de/index.php?projekte.

Aktionen & Projekte

Fotoconvention Zingst

„Fit for future“ lautet das Leitmotiv für die Fotoworkshops im Ostseebad Zingst vom 23. bis zum 25. März 2017. Das Workshop-Programm der Fotoconvention bietet vor allem praktische Anleitungen für Kompositionen mittels Adobe Photoshop, Styling Porträts mit Models, Schwarz-Weiß-Fotografie etc. Referenten sind Laura Helena, Felix Rachor, Jens Eilers, Martin Krolop, Lasse Behnke. Lorenz Holder und Domquichotte. www.erlebniswelt-fotografie-zingst.de

Aktionen & Projekte

Berlin: MaerzMusik

Konzerte und Kunstveranstaltungen mit Rauminszenierungen, Performances, Klanginstallationen und Multimedia-Projekten bilden das Programm des Festivals für zeitgenössische Musik, dessen künstlerische Leitung in den Händen von Bernd Odo Polzer liegt. Er gab der ehemaligen Musik-Biennale auch den neuen Titel „MaerzMusik – Festival für Zeitfragen“. Es findet vom 16. bis zum 26. März 2017 statt. Spielorte für die Erst- und Uraufführungen, Gesprächsrunden und Installationen sind das Haus der Berliner Festspiele, die Sophiensaele, die Philharmonie, Radialsystem V und andere Stätten. Programminfo: www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/maerzmusik/ueber_festival_mm/aktuell_mm/start_maerzmusik.php

Biennalen

Drawing Biennal London

Als Ausstellung und Auktion von mehr als 200 Unikaten auf Papier ist die Drawing Biennal London (2. März bis 26. April 2017) angekündigt. Die Versteigerungen finden ab dem 12. April 2017 statt. Veranstalter ist die Initiative The Drawing Room, die auch außerhalb dieser Biennale ganzjährig Ausstellungen, Projekte und Events durchführt. www.drawingroom.org.uk.

Hochschulen

Mainz: neuer Rektor

Martin Henatsch, Foto: Courtesy Kunsthochschule Mainz

Dr. Martin Henatsch aus Hamburg tritt im Mai 21017 den Rektorenposten an der Kunsthochschule Mainz an. Der Kunstwissenschaftler und Ausstellungsmacher sammelte langjährige Erfahrungen „als Referent der Kunstakademie Münster bei Prof. Manfred Schneckenburger, dessen Lehrstuhl für Kunst und Öffentlichkeit er später vertrat. In seiner Funktion als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kunstakademie Münster betreute Henatsch u. a. den“ Ausstellungsraum der Hochschule Wewerka-Pavillon. „Von 2007-2015 leitete Henatsch die Gerisch-Stiftung in Neumünster...2014 eröffnete Henatsch das Büro Kunst & Öffentlichkeit in Hamburg.“

Messen & Märkte

TEFAF Maastricht

Vom 10. bis zum 19. März 2017 geht die TEFAF Maastricht über die Bühne – neben der Art Basel die weltweit bedeutendste Kunstmesse. Seit ihrer Gründung 1988 hat sich die einst als Spezialmesse für holländische und flämsiche Alte Meister gestartete Veranstaltung mit ihrem Programm immer mehr bis in die Gegenwartskunst vorgearbeitet. Zu ihrem Profil zählen u.a. die rigorosen Kontrollen bezüglich Qualität und Echtheit durch 209 Spezialisten, die in 29 verschiedene Fachbereiche von Juwelen bis Möbeln und Gemälde eingeteilt sind. 250 Aussteller bieten Manuskripte, Karten, Münzen, klassische Antiquitäten, Silber, Schmuck, Porzellan, Möbel, moderne Kunst, alte Meister und andere Objekte aus den Niederlanden, aus Belgien, England, Italien, Ägypten, Asien, Afrika und Südamerika an. www.tefaf.com

Preise

Nordwestkunstpreis

David Borgmann bei der Preisverleihung vor seinem Gemälde 'Stranger Things 1', 2016, Öl auf Leinwand, Foto: Kunsthalle Wilhelmshaven

David Borgmann ist Sieger im Wettbewerb um den Nordwestkunstpreis (3.000 Euro). Zur Begründung heißt es: „Der 33jährige Leipziger Maler... beschwört in seinem Bild 'Stranger Things 1', mit welchem er sich um die Teilnahme an der Nominierten-Ausstellung beworben hat, ein neuartiges Raumerlebnis herauf.“ In Leipzig beendete Borgmann sein Studium als Meisterschüler von Professor Ingo Meller. 2018 hat er eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Wilhelmshaven.

Kulturpolitik

Haus der Kunst: Krach um Scientology-Mitarbeiter

Isabell Zacharias, Pressefoto SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag

Seit 1996 müssen Bewerber für den öffentlichen Dienst in Bayern Angaben zu einer Scientology-Mitgliedschaft machen. Dies trifft auf das Haus der Kunst in München nicht direkt zu; es bekommt allerdings Zuwendungen aus dem bayerischen Staatshaushalt. Die SPD-Landtagsfraktion stellte daher einen Antrag auf einen offiziellen Bericht im Kulturausschuss wegen eines freien Mitarbeiters am Haus der Kunst, der Scientology-Mitglied sein soll. Der Betriebsrat hatte den Aufsichtsrat des Museums bereits im Sommer 2016 darüber informiert. Pikanterweise ist der Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) Vorsitzender des Aufsichtsrats, und obwohl er erklärte, den Fall „sehr ernst“ zu nehmen, wirft ihm die SPD-Politikerin Isabell Zacharias vor, sein Ministerium versuche bei parlamentarischen Anfragen, den Fall zu vertuschen. Angesichts der „schwierigen Vergangenheit“ des Hauses der Kunst, das in den 1930er Jahre unter dem persönlichen Einfluss Adolf Hitlers errichtet wurde, mahnt die Politikerin besondere Sensibilität an: „Es tut mir in der Seele weh, dass es durch diese jahrelang geduldeten Scientology-Umtriebe nun in einen solchen Skandal gerät. Doch derart totalitäre Gruppierungen dürfen in Bayern keinen Einfluss gewinnen...“

Preise

Follow Fluxus-Stipendium

Gerrit Frohne-Brinkmann, Foto: Volker Renner

Gerrit Frohne-Brinkmann durfte das Wiesbadener Stipendium „Follow Fluxus - Fluxus und die Folgen“ antreten. Die Stadt Wiesbaden und der Nassauische Kunstverein fördern damit seit 2008 junge Künstler, „die in ihrem Werk die Ideen der Kunstbewegung Fluxus aufgreifen und hierdurch die Kunstströmung lebendig halten. Die Gründung des Stipendiums geht auf die 'Fluxus Festspiele Neuester Musik' zurück, die 1962 in Wiesbaden stattfanden.“ Das Stipendium ist mit 10.000 Euro dotiert und mit einem dreimonatigen Arbeitsaufenthalt von Juni bis August 2017 in Wiesbaden verbunden, mit anschließender Ausstellung im Nassauischen Kunstverein ab September 2017.

Preise

Großer Kunstpreis Berlin

Emin Alper nimmt am 18. März 2017 aus der Hand des Regierenden Bürgermeisters von Berlin den Großen Kunstpreis Berlin 2017 entgegen.Die Akademie der Künste vergibt diese mit 15.000 Euro dotierten Auszeichnung jährlich und im Turnus ihrer sechs Sektionen im Auftrag des Landes Berlin. Zudem werden sechs Kunstpreise Berlin in Höhe von jeweils 5.000 Euro verliehen. Zu den Hauptwerken des Regisseurs Alper gehören die beiden Filme „Beyond the Hill“ und „Frenzy“. Den Kunstpreis Berlin in der Sparte Bildende Kunst erhält der Bildhauer Axel Anklam. In der Baukunst geht der Preis an den Architekten Francisco Mangado. Die Sektion Musik zeichnet die Komponistin Elena Mendoza aus. In der Literatur wird die Schriftstellerin Annett Gröschner beacht, und Valery Tscheplanowa wird von der Sektion Darstellende Kunst für ihre schauspielerischen Leistungen ausgezeichnet. In der Film- und Medienkunst wird die Filmemacherin Athina Rachel Tsangari geehrt. www.adk.de

Museen & Institutionen

Bauhaus in Bewegung

Gruppenfoto von sechs Bauhäuslern mit Auto vor dem Prellerhaus in Weimar, 1924 - 1925, Neuabzug Bauhaus-Archiv Berlin

Bis zum 8. Januar 2018 zeigt das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung die Sonderrausstellung „Bauhaus in Bewegung“. In Werken der Bauhaus-Lehrer wie Walter Gropius, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Schlemmer oder László Moholy-Nagy "findet sich das Thema Bewegung wieder sowie in zahlreichen Schülerarbeiten. Das Spektrum der Exponate umfasst Arbeiten aus dem Bauhaus-Unterricht, etwa Bewegungsstudien aus dem Vorkurs, sowie Gemälde, Fotografien, Architekturpläne, Möbel, Keramiken, Metallobjekte und Grafiken. Die Bedeutung der körperlichen Bewegung im Rahmen des Unterrichts, der Freizeit, auf der Bauhaus-Bühne oder bei Festen wird anhand künstlerischer und dokumentarischer Fotografien ebenso sichtbar gemacht wie die Mobilität des Bauhauses selbst. Das Bauhaus (1919-1933) war die bedeutendste Schule für Architektur, Design und Kunst im 20. Jahrhundert und durch Umzüge, Direktoren- und Lehrerwechsel immer wieder räumlich, inhaltlich und personell in Veränderung. In einer zunehmend technisierten und mobilen Gesellschaft suchte man am Bauhaus nach neuen künstlerischen Sichtweisen und gestalterischen Lösungen. Vierzehn Jahre nach der Gründung wurde die Schule unter dem Druck der Nationalsozialisten 1933 geschlossen. Zahlreiche Schüler und Lehrer emigrierten. „In ‚Bauhaus in Bewegung‘ stellen wir zentrale Arbeiten aus unserer weltweit größten Bauhaus-Sammlung mit Fokus auf Wandel und Bewegung vor. Die Veränderungsprozesse an unserem Haus gaben uns dafür den Impuls“, erklärt Dr. Annemarie Jaeggi, Direktorin des Bauhaus-Archivs. Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses 2019 wird das Museumsgebäude des Bauhaus-Archivs denkmalgerecht saniert und um einen Neubau erweitert. Die Bauarbeiten sollen 2018 beginnen." www.bauhaus.de

Aktionen & Projekte

Paris: Grenzerfahrungs-Performance

Abraham Poincheval, französischer Aktionskünstler, lebte acht Tage lang im Pariser Palais de Tokyo eingeschlossen in einer Felshöhle, von außen nur durch einen Schlauch mit Luft versorgt. Er wolle die mineralische Welt erforschen und erfahren, wie man unter solchen Bedingungen sein Selbst verändern kann, ob es mithin möglich sei, ein anders Leben als das unsere zu erkudnen“, erklärte Poincheval zu seiner Performance. Das Innere des 12 Tonnen schweren Felsens bot lediglich Platz zum Sitzen. Als Nahrung hatte der Künstler Trockenfleisch und Flüssignahrung dabei. Abraham Poincheval setzt sich in seinen Performances immer wieder Grenzerfahrungen aus: 2014 verbrachte er im Pariser Naturkundemuseum 13 Tage im Inneren eines ausgestopften Bären, und 2015 ließ er sich in einer überdimensional großen Flasche von 6 Metern Länge die Rhone herunter treiben.

Ausschreibungen

Organ Vida Festival

Organ Vida Festival, Vernissage

Bewerbungen um die Teilnahme am Fotofestival Organ Vida in Zagreb (Kroatien) sind bis zum 1. April 2017 möglich. Das Thema lautet: "New Citizens". Die ausgewählten Künstler stellen vom 8. bis zum 24. September 2017 im Museum of Contemporary Art Zagreb aus. Im vergangenen Jahr umfsste das Festival zehn Ausstellungen und 30 Begleitveranstaltungen in Form von Diskussionen, Lesungen, Interviews etc. Infos: www.organvida.com/contact/

Museen & Institutionen

Helmuth Macke im Kunstmuseum Ahlen

Helmuth Macke, Wasserkessel mit Rübe, 1909/10, Öl auf Leinwand, Privatbesitz, Foto: Courtsy Kunstmuseum Ahlen

Die Ausstellung Helmuth Macke. Im Dialog mit seinen expressionistischen Künstlerfreunden im Kunstmuseum Ahlen würdigt bis zum 1. Mai 2017 das „Werk des Krefelder Künstlers Helmuth Macke mit Werken aus allen Schaffensphasen und mit ausgewählten Gegenüberstellungen zu Arbeiten seiner engsten Künstlerkollegen und Freunde, wie Johann Thorn Prikker, Heinrich Nauen, August Macke, Franz Marc, Marianne von Werefkin, Erich Heckel u.a. Die große Retrospektive zum 80. Todestag des Künstlers, der 1936 an seinem letzten Rückzugsort am Bodensee auf einem Bootsausflug auf ungeklärte Weise ertrank, ist ein Kooperationsprojekt, das Kuratorin Dr. Ina Ewers Schultz mit unterschiedlichen Schwerpunkten für insgesamt fünf Ausstellungsstationen konzipiert hat, von denen nach Konstanz die zweite Station das Kunstmuseum Ahlen ist...“ www.kunstmuseum-ahlen.de

Preview

Al Hansen im Naturhistorischen Museum Wien

Al Hansen in seinem Kölner Atelier, 1993, Pressefoto Naturhistor. Museum Wien

Eine Nachempfindung der prähistorischen Venus von Willendorf hat Al Hansen seit den 1960er Jahren bis zu seinem Tod 1995 in hunderten von Arbeiten variiert. Die originale Venus von Willendorf aus dem Jungpaläolithikum ist eine elf Zentimeter hohe Figurine aus Kalkstein. Ihre Datierung erfolgt auf 25.000 Jahre v. Chr. Ein Archäologe entdeckte sie 1908 beim Bau einer Eisenbahnlinie entlang der Donau in Willendorf in der Wachau, 70 km westlich von Wien. Heute wird sie im Naturhistorischen Museum von Wien aufbewahrt. Ihre tatsächliche Bedeutung ist allerdings in der Fachwelt bis heute umstritten: die frühgeschichtliche und anthropologische Forschung sah in ihr nämlich lange Zeit ein religiöses Kultobjekt mit der Bedeutung einer „Muttergöttin“ oder auch eines Fruchtbarkeitsidols. Die Körperfülle der Figur lässt sich aber durchaus ebenso als ein Ausdruck von Hunger- und Nahrungsphantasien interpretieren, wie sie in alten Mythen und Märchen häufig auftauchen als Sehnsuchtsvorstellungen in Zeiten von Nahrungsmangel und Unterernährung. Insofern verkörpert diese Venus-Figur für manche Forscher eine Idealvorstellung von weiblicher Schönheit, der in der Realität aber nur wenige Menschen entsprochen haben mochten. Andere sehen in ihr sogar lediglich ganz profan einen Vorläufer von erotischen Pin Up-Motiven, und ob die Figur als Beleg für eine matriarchalische soziale Ordnung bei den Clans der Steinzeit angenommen werden kann, ist als These ebenfalls nicht gesichert. In Al Hansens Kölner Atelier sah ich in den 1990er Jahren eine Sammlung von kleinen weiblichen Figuren als Aschenbecher, Gewürzglas oder Stil einer Zahnbürste. Al Hansen war aber nicht an der Trivialästhetik dieser Kitschobjekte aus der Alltagskultur interessiert. Bei der Venus-Figur hat ihn vor allem deren magischer Charakter fasziniert, und dieser wird in seinen eigenen Arbeiten reflektiert und fortgeschrieben, gleichzeitig aber auch durch Stanniolpapier und andere Alltagsmaterialien bewusst profanisiert. Die Ausstellung  "Al Hansen - Venus, Venus" ist vom 8. März bis zum 26. Juni 2017 im Eiszeitgang im Hochparterre des NHM - Naturhistorischen Museum Wien zu sehen Sie zeigt in Verbindung mit dem berühmten Vorbild, der Venus von Willendorf, eine Auswahl von Werken des Künstlers aus den Sammlungen des Museums Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, der Galerie Christine König und der französischen LMV Collection.

Museen & Institutionen

Ludwig Forum Aachen: Neue Designabteilung

Unter dem Namen LuForm nimmt das das Ludwig Forum für internationale Kunst Aachen eine neue experimentelle Abteilung in Betrieb. "In kuratorischer Zusammenarbeit mit der FH Aachen, Fachbereich Gestaltung, und der Designmetropole Aachen entsteht eine sich stetig verändernde Ausstellung innovativ gestalteter Objekte, die einen Einblick in die junge, experimentierfreudige Gestalterszene der Euregio und weit darüber hinaus gibt. Die Bandbreite der präsentierten Objekte reicht von jungem Produktdesign, progressiven Möbelstücken, anwendungsorientierten Produktlösungen und Kommunikationsdesign bis hin zu sozialen Lösungen." www.ludwigforum.de

Aktionen & Projekte

Iran und die Kunst der Moderne

Eine Konferenz "Iran und die Kunst der Moderne" findet am Samstag, 11. März 2017, von 10 bis 17 Uhr in der Berliner Gemäldegalerie am Matthäikirchplatz statt. Teilnehmer und Referneten: Sussan Babaie, Dorothée Brill, Kamran Diba, Negar Diba, Feresteh Daftari, Johannes Ebert, Gisela Fock, David Galloway, Vali Mahlouji, Mohsen Vaziri Moghaddam, Gabriel Montua und Günther Schauerte. Das Kulturprogramm "Die iranische Moderne" organisiert das Goethe-Institut in enger Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin, dem CTM-Festival, der Freien Universität Berlin, der Schaubühne Berlin, dem Hebbel am Ufer und weiteren Partnern. Internationale Zeitzeugen berichten "vom Aufbau der iranischen und westlichen Sammlung am Teheraner Museum für Zeitgenössische Kunst (TMoCA) und seiner Mission als führende Institution für zeitgenössische Kunst. Neben dem kulturellen Klima im Iran der 1960er- und 1970er-Jahre beleuchtet die Konferenz das heutige Verhältnis von islamischer und moderner Kunst wie auch kulturelle Klischees, die die iranische Kunst bis heute prägen. Zudem wird der von der Nationalgalerie herausgegebene Reader zur iranischen Moderne vorgestellt." www.goethe.de/iranischemoderne

Museen & Institutionen

Alfred Kubin und die Sammlung Prinzhorn

August Klett , „Bildniß des Frhn. Wächter-Lautenbach“, 1924, Inv. Nr. 600/15 © Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg

1920 besuchte der Künstler Alfred Kubin die Sammlung Prinzhorn in der Psychiatrischen Klinik Heidelberg und notierte über seine Eindrücke: „Die meisten Sachen lassen sich neben den besten Expressionisten sehen und übertreffen diese durch Originalität“. 1922 veröffentlichte Kubin einen Bericht im Mai- Heft der Zeitschrift „Das Kunstblatt“. Darin wünschte er sich die Öffnung der Sammlung für Besucher: „Dann könne von dieser Stätte, wo gesammelt wurde, was Geisteskranke schufen, Geistesfrische ausströmen.“ Die aktuelle Ausstellung "Geistesfrische – Alfred Kubin und die Sammlung Prinzhorn" in den Räumen der Heidelberger Sammlung "gibt Gelegenheit, eine Auswahl von Klassikern und weniger bekannten Künstlern der Sammlung Prinzhorn zu sehen, zum Teil mit noch nie gezeigten Werken. Von Kubin selbst, dessen Geburtstag sich 2017 zum 140. Mal jährt, sind aus dem Oberösterreichischen Landesmuseum Linz eine Reihe von Grafiken ausgestellt, die zwischen 1907 und 1956 entstanden sind und um das Thema 'Wahnsinn' kreisen." Laufzeit: 2. März bis 30. Juli 2017, Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Psychiatrie, Voßstr. 2 www.prinzhorn-dmed.urz.uni-heidelberg.de

Preview

Jana Sterbak in Duisburg

Jana Sterbak, Vanitas: Flesh Dress For An Albino Anorexic, 1987, MNAM – Centre Pompidou, Paris, Copyright: Jana Sterbak

"Um große Themen wie Liebe, Leben und Tod kreisen die Arbeiten der tschechisch-kanadischen Künstlerin Jana Sterbak... In ihrem poetischen Werk begegnen uns Fleisch, Haut, Haare, Leder, Brot und Eis – Materialien, die unsere eigene Vergänglichkeit spürbar machen. Unter dem Titel „Life-Size. Lebensgröße“ stellt die umfassende Retrospektive im Lehmbruck Museum Duisburg den Körper und sein Maß in den Mittelpunkt. In ihrer legendären Arbeit „Vanitas. Fleischkleid für einen magersüchtigen Albino“ von 1987, die im Zentrum der Schau steht, vernähte Jana Sterbak rohes Fleisch zu einem Kleid. Das Motiv des Fleischkleides wurde 2010 international bekannt durch die Popkünstlerin Lady Gaga." Laufzeit der Ausstellung: 11. März bis 11. Juni 2017. www.lehmbruckmuseum.de/

Personalien

Lore Bert in Lublin

Die Künsterlin Lore Bert feierte im vergangenen Jahr ihren 80. Geburtstag. Das Lublin Museum in Polen präsentiert im Rahmen der Wanderausstellung zu diesem runden Geburtstag „Im Banne der Kulturen - Fragile Werte“ ab dem 3. März 2017 Werke der Papierkünstlerin. Für ihre Arbeiten benutzt sie oft asiatische Papiere,, die sie dann mit Mitteln der Zeichnung und der Collage ins Räumliche erweitert - das sind dann sowohl gedankliche als auch physische Räume. www.muzeumlubelskie.pl

Museen & Institutionen

Marl: Skulptur im Foto

Foto: Dirk Reinartz, Richard Serra, 2000, Siegen, 2001

Vom 5. März bis zum 14. Mai 2017 zeigt das Skulpturenmuseum Glaskasten Marl die Ausstellung Skulptur im Foto Über die fotografische Dokumentation hinaus mit über 40 Fotografien von Dirk Reinartz (1947-2004), die er von Werken Richard Serras im öffentlichen Raum und an ihren Produktions- und Lagerstätten machte. "Zu sehen sind darüber hinaus Werke von Anne Pöhlmann, Chargesheimer, Ivan Köves und weitere Fotografen, die in den 1960 und 1970er Jahren im Marler Stadtgebiet fotografierten. Zeitlich noch weiter zurück reichen die Vintage-Fotografien des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung von Bogomir Ecker. Diango Hernandez setzt in dieser Auswahl einen Kontrapunkt mit farbig aquarellierten Wellenzeichnungen auf Fotografien der 1930er Jahre aus dem Pariser Louvre." www.skulpturenmuseum-glaskasten-marl.de

Personalien

New York: Museumsdirektor gibt auf

Thomas Campbell gibt zum 30. Juni 2017 den Direktorenposten am New Yorker Metropolitain Museum auf. Er hatte das Museum achteinhalb Jahre lang geleitet, geriet aber nach Berichten der „New York Times“ zuletzt zusehends unter Druck. Trotz hoher Besucherzahlen mussten nämlich aufgrund finanzieller Probleme Modernisierungsvorhaben und der Bau eines neuen Gebäudeflügels zurück gestellt werden – die „New York Times“ meldete ein Defizit von fast 40 Mill. Dollar (38 Mill. Euro). Bis ein neuer Direktor gefunden ist, leitet der Museumspräsident Daniel Weiss das Institut kommissarisch.

Museen & Institutionen

Katharina Sieverding: Kunst und Kapital

Katharina Sieverding, Nachtmensch / Weltlinie, 1982, © Katharina Sieverding, VG Bild-Kunst, Bonn 2017 © Foto: Klaus Mettig, VG Bild-Kunst, Bonn 201

Die Bonner Bundeskunsthalle zeigt vom 11. März bis zum 16. Juli 2017 die Ausstellung „Katharina Sieverding – Kunst und Kapital.Werke von 1967 bis 2017“. „Bekannt geworden ist Sieverding durch die beispiellose Konsequenz, mit der sie filmisch und fotografisch ihr zum Teil extrem vergrößertes und auf vielfältige Weise manipuliertes Porträt seit den 1960er-Jahren einsetzte und ab den 1970er Jahren die großformatigen Multilayer-Montagen zur Weltlage – fast vorausschauend – erarbeitete und 1977 erstmalig auf der documenta 6 international veröffentlichte. Ihre künstlerische Praxis bildet die beschleunigten Bildprozesse der Gegenwart nicht nur ab, sondern hinterfragt sie kritisch im Sinne einer Verantwortung auch sich selbst gegenüber. Der retrospektive Charakter der Ausstellung zeigt sich in einem Überblick ihrer seriellen Fotoarbeiten von 1967 bis heute, ergänzt durch raumhohe Projektionen, die es der Künstlerin erlauben, die innovative Kraft ihres Bildarchivs zu visualisieren.“ www.bundeskunsthalle.de

Messen & Märkte

Art Paris Art Fair

Art Paris Art Fair, Foto: Copyright Emmanuel Nguyen Ngoc

Vom 30. März bis zum 2. April wird die Art Paris Art Fair im Grand Palais ausgerichtet. An der Veranstaltung nehmen 130 Galerien teil, die Kunst und Design aller Sparten von der Nachkriegszeit bis heute anbieten anbieten. Der Themenschwerpunkt „liegt in diesem Jahr auf Afrika und wird von der in Deutschland geborenen Kuratorin Marie-Ann Yemsi geleitet. Darüber hinaus präsentiert Solo Show wieder monographische Ausstellungen und junge Kunst wird im Bereich Promesses gezeigt“. www.artparis.com

Personalien

Alf Lechner gestorben

Alf Lechner, @Studio Hetzer

Alf Lechner starb im Alter von 91 Jahren. Der Stahlbildhauer hinterlässt ein umfangreiches Werk an massiven Stahlskulpturen, die im Lechner Skulpturenpark in Obereichstätt, sowie im Alf Lechner Museum in Ingolstadt zu sehen sind. "Täglich arbeitete er, bis zum letzten Tag hat er neue Kunst geschaffen, sich mit den Eigenschaften des Stahls auseinandergesetzt. 'Was keinen Widerstand bietet, interessiert mich nicht!' sagte Alf Lechner oft. Diese Aussage spiegelt sich in seiner Kunst wieder. Im Stahl fand er das verbündete Material." Über das Werk des Bildhauers sagte der Kunsthistoriker Armin Zweite:„Lechner geht es um das Verhältnis von Maß und Material, von Proportion und Prozess, um Geometrie und Physik. Daneben spielt das Prozessuale eine wichtige Rolle. In seinem Schaffen manifestiert sich eine besondere Haltung, die ihn einerseits mit wichtigen deutschen Bildhauern wie Norbert Kricke, Erwin Reusch, Erich Hauser in Verbindung bringt, andererseits aber auch mit Richard Serra, Carl Andre, Donald Judd und Sol LeWitt in Beziehung setzt. So gesehen setzt sich in seinem höchsteigenständigen Oeuvre der Dialog zwischen Europa und Amerika fort.“ Seine Karriere begann Alf Lechner 1968 mit einer Ausstellung in München; in den 1970er Jahren wurden dann mehrere großformatige Skulpturen von ihm im öffentlichen Raum ausgestellt.  Der Nachlass Lechners umfasst mehr als 700 Skulpturen und 4.000 Zeichnungen.

Biennalen

Sharjah Biennale

Christine Thomé, Foto: Tarek Moukaddam

Christine Thomé kuratiert die nächste Sharjah Biennale (12.3.-12.6. 2017). Die Kuratorin ist Gründungsdirektorin der libanesischen Association für plastische Künste „Ashkal Alwan“. Die 13. Sharjah Biennale umfasst das traditionelle März-Treffen und im weiteren dreimonatigen Verlauf der Biennale auch Performances, kunstpädagogische Workshops und Film Screenings. Beim März-Treffen kommen praktizierende Künstler und Vertreter von Kunstinstitutionen aus dem Mittleren Osten und Afrika zusammen. Zu der Biennale werden immer etwa 50 Künstler eingeladen, um Projekte zu realisieren. Ausrichter ist die Sharjah Arts Foundation, die sich auch um die Rekonstruktion der Altstadt von Sharjah kümmert. Präsidentin der Stiftung und Leiterin der Biennale ist seit 2003 die Tochter des Herrschers, Sheikha Hoor Al-Qasimi. Sie lädt internationale Kuratoren ein, so dass die Veranstaltung auch eine überregionale Bedeutung hat. Fand die erste Sharjah Biennale 1993 noch in Zelten statt, so verfügt die drittgrößte Stadt in den Arabischen Emiraten heute über eine Arts Area als Austragungsort der Biennale mit ortsbezogenen und partizipativen Projekten. Neben dem Sharjah Art Museum, das ebenfalls teilweise von der Biennale bespielt werden kann, verfügt das Emirat über fast 30 weitere Museen. Die jahrzehntelange Förderung der Künste durch die Herrscherfamilie zahlt sich aus: 2014 rief man Sharjah zur islamischen Kulturhauptstadt aus und im Jahr 2015 zur Tourismushauptstadt der arabischen Welt. Insider raten angesichts der Dimension der Biennale, für eine gründliche Besichtigung aller Exponate und Projekte fünf bis sieben Tage einzuplanen, und selbst ein Schnelldurchgang sei nur mit einem vollen Tag zu schaffen. www.sharjahart.org/biennial

Preview

Friedrich Kiesler im Martin Gropius-Bau

Vom 1. März bis zum 11. Juni 20917 zeigt der Berliner Martin Gropius-Bau die Ausstellung Friedrich Kiesler: Architekt, Künstler, Visionär. Friedrich Kiesler (1890 – 1965) verfolgte als Architekt, Künstler, Designer, Bühnenbildner und Theoretiker die Idee des Gesamtkunstwerks und stellte dabei „gängige Kategorien in Frage“. Er entwarf z.B. einen Kinosaal mit der Raumdecke als Projektionsfläche oder ein Büro mit schwebendem Schreibtisch und ergonomischen Sesselobjekte. Er beschäftigte sich „mit Konzepten einer Raum-Zeit-Architektur und entwickelt ein Haus mit biomorpher Struktur, das Endless House. Das einzige realisierte Gebäude Kieslers wird 1965 in Jerusalem eröffnet: der Shrine of the Book, den Kiesler gemeinsam mit Armand Bartos plant. Das symbolisch stark aufgeladene Bauwerk – es beherbergt jene weltberühmten Schriftrollen, die in Qumran am Toten Meer gefunden wurden – sowie die nicht ausgeführte Grotto for Meditation in New Harmony, Indiana, zeugen vom großen Interesse an sakralen Räumen in Kieslers Spätwerk... Im Fokus der Ausstellung steht Kieslers transdisziplinäres Schaffen in Malerei und Skulptur, Architektur und Design, Theater und Film sowie im Theoriediskurs....“ www.gropiusbau.de

Museen & Institutionen

Juergen Teller "Enjoy your life"

Juergen Teller, Eva Herzigova. Mit dem Teller nach Bonn Serie, 2016 © Juergen Teller

Juergen Teller zeigt seine Ausstellung "Enjoy your life" bis zum 19. März 2017 in der Galerie Rudolfinum Prag. Im vergangenen Sommer war die Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle zu sehen. In Prag wird sie jetzt in veränderter Form vorgestellt. Dritte Station ist dann vom 20. April bis zum 3. Juli 2017 der Martin Gropius-Bau in Berlin. Bekannt wurde Teller 1991 "als er die Band Nirvana fotografierte und seine Fotos von Kurt Cobain veröffentlichte. Juergen Tellers Arbeiten bewegen sich seitdem an der Schnittstelle zwischen Kunst und kommerzieller Fotografie. Rund 250 Bilder geben Einblicke in sein Gesamtwerk." Dem breiten Publikum ist Teller, der seit 30 Jahren in London lebt, vor allem durch seine Modeaufnahmen bekannt. Im Martin Gropius-Bau jedoch stößt der Betrachter größtenteils auf Aufnahmen, die man als „konzeptuelle Fotografie“ bezeichnen kann. Von besonderem Interesse sind für ihn skurille Alltagssituationen. www.berlinerfestspiele.de

Biennalen

Honolulu Biennale

Fumio Nanjo, Foto: Makiko Nawa, Courtesy Mori Art Museum, Tokyo

Die Honolulu Biennale (8. März bis 8. Mai 2017) findet an verschiedenen Orten in der Stadt statt. Die Beiträge rekurrieren sowohl auf die „Diversität der Kultur in Hawai'i“ als auch auf „interkulturellen Austausch“ und „kulturelle Diplomatie“. So umfasst das Programm Kunst aus Hawaiʻi, den Pacific Islands, Asien, Nordamerika, Australien und Neuseeland. Mit dieser Veranstaltung will sich Honolulu als „führendes Epizentrum für zeitgenössische Kunst und Kultur im pazifischen Raum“ stärker positionieren. Ausrichter ist die HPB-Honolulu Biennale Foundation. Die kuratorische Leitung liegt bei Fumio Nanjo und bei Ngahiraka Mason. www.honolulubiennial.org

Museen & Institutionen

Manuele Cerutti in Ludwigshafen

Wilhelm Hack Museum Ludwigshafen, © Stadtverwaltung Ludwigshafen 2014, Foto: Joachim Werkmeister

Mit Manuele Cerutti zeigt das  Ludwigshafener Wilhelm-Hack-Museum vom 25. Februar bis 16. April 2017 in seiner Projektgalerie eine  italienischen Nachwuchskünstler. "In kleinformatigen Gemälden gruppiert Cerutti alltägliche Gegenstände mit organischen Fundstücken und lässt profane Gegenwart und existentielle Vergänglichkeit in irritierenden Gegenüberstellungen immer wieder aufeinander treffen. Doch nicht nur das macht seine Malerei genauso faszinierend wie rätselhaft: Geheimnisvolle Schattenspiele, irreale Konstruktionen und Konfrontationen von Abstraktion und Gegenständlichkeit thematisieren die Darstellungsmöglichkeiten der Malerei. Schatten werden vom Gegenstand gelöst und erhalten eine objekthafte Eigenständigkeit. Übermalte Motive schimmern durch Malschichten hindurch und veranschaulichen das einst Dagewesene, das nun Vergangene. Über die Auseinandersetzung zwischen der Materialität der Leinwand und der Beschaffenheit des gemalten Gegenstandes wirft Cerutti zudem grundsätzliche Fragen der Wahrnehmung und Erkenntnis auf – das Sehen an sich wird thematisiert...."Der Künstler lebt und arbeitet in Turin, wo er 2001 die staatliche Kunsthochschule Accademia Albertina abschloss. Cerutti ist Mitbegründer von Progetto Diogene bivacco urbano, einer 2007 ins Leben gerufene Initiative mit einem internationalen Stipendium in Turin und einer unabhängigen Kunstakademie.en wurden bereits in Ausstellungen in verschiedenen Ländern Europas gezeigt und seine Werke sind in zahlreichen, privaten Sammlungen vertreten. www.ludwigshafen.de

Biennalen

Videonale Bonn

Christian Jankowski, Casting Jesus, 2011, 2 channel video, 60 min, Courtesy the artist, Klosterfelde and Lisson Gallery, Foto: Luise Müller-Hofstede (Videonale-Pressefoto)

Bis zum 2. April 2017 läuft in Bonn die Videonale zum Thema „PERFORM!“ Das Festival wird im Kunstmuseum Bonn und auf einem Videonale-Parcours in der Stadt ausgerichtet. Veranstalter ist der Verein „Videonale e.V.- Vereinigung zur Förderung kultureller Bildung im audiovisuellen Bereich“. Er widmet sich der „Präsentation, Vermittlung und Verbreitung zeitgenössischer Videokunst-Produktion und zeitbasierter Kunstformen sowie der Pflege und Erforschung ihres historischen Erbes“. Im Organisationsteam ist Taja Langenbach für die künstlerische Leitung verantwortlich. Projektleiterin uns Ko-Kuratorin für den Videonale-Parcouts ist Lisa Bosbach. www.videonale.org/

Aktionen & Projekte

Sehwelten"-Symposium in Basel

Am Haus der elektronischen Künste - Hek Basel ist für den 3. März 2017 ein Symposium angekündigt. Die Veranstaltung «Sehwelten in Kollision» diskutiert "anlässlich der Ausstellung «Die Ungerahmte Welt» mögliche Einsatzgebiete von Virtualität für den Kunstmarkt von morgen. Virtuelle Ausstellungsräume ermöglichen neue Formen der Begegnung, des Austausches, der globalen Vernetzung. Die Organisation der virtuell begehbaren Wissens- und Dokumentationsräume wird völlig neu gedacht werden, wodurch sich unser Kunstinteresse umformen und unabsehbar erweitern wird. Virtuelle Rundgänge kreieren neue individuelle Kunsterfahrungen, zeit- und ortsunabhängige Räume eröffnen bisher undenkbare Möglichkeiten für zukünftige Kunstpräsentationen." www.hek.ch

Museen & Institutionen

Charlotte Moorman in Salzburg

Charlotte Moorman performt Nam June Paiks One for Violin Solo, DIAS—USA—Preview, New York City, 22. März 1968. © Julie Abeles. Courtesy of Charlotte Moorman Archive, Charles Deering McCormick Library of Special Collections, Northwestern University Library

Die Ausstellung Ein Fest des Staunens. Charlotte Moorman und die Avantgarde, 1960–1980 im Museum der Moderne Salzburg ist die einzige Station in Europa (4. März bis 8. Juni 2017). „Ihr künstlerisches Schaffen und ihre Rolle als Vermittlerin von Avantgardekunst werden in dieser Ausstellung erstmals umfassend gewürdigt und Moorman in ein neues Licht gerückt.“ Das Werk der 1991 verstorbenen Künstlerin umfasst Musik, Film, Performancekunst, Audio- und Videoinstallation, Fotografie und Literatur; die Werkbeispiele in der Ausstellung werden ergänzt durch und Materialien aus Moormans Archiv. „Ausgehend von ihrer intensiven Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik, Kunst, Literatur, Tanz und innovativen genreübergreifenden Ausdrucksformen engagiert sie sich dafür, diese auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Zwischen 1963 und 1980 organisiert sie insgesamt 15-mal das Annual New York Avant Garde Festival. Ab 1966 versammelt das legendäre Festival die Avantgarde der Welt an öffentlichen Orten New Yorks wie dem Central Park (1966), der Staten Island Ferry (1967) oder dem Grand Central Terminal (1973). Parallel dazu entwickelt Moorman ein sehr persönliches Repertoire an Stücken, die sie wiederholt aufführt. Dazu zählen Werke von John Cage, Giuseppe Chiari, Philip Corner, Jim McWilliams, Yoko Ono und Nam June Paik. Ihre Arbeit führt sie auch nach Europa, wo sie unter anderem 1965 am 24-Stunden-Happening in Wuppertal, 1973 an der Bochumer Kunstwoche und 1982 am Ars Electronica Festival in Linz teilnimmt.“ www.mdmsalzburg.at

Museen & Institutionen

Düsseldorf: Restitutionsverfahren abgeschlossen

Abraham Mignon, Stillleben mit Fruchtkorb an einer Eiche, um 1670, Öl auf Leinwand, Museum Kunstpalast, Foto: Inken Holubec

Anlass für die „Spot on“-Ausstellung „Augenschmaus mit Abraham Mignon“ im Düsseldorfer Museum Kunst Palast mit Stillleben (bis 2. Juli 2017) ist die Beendigung eines Restitutionsverfahrens. Im Zentrum steht ein Waldbodenstillleben des Barockmalers Abraham Mignon(1640 –1679), das 1924 nach der Aufhebung der Adelsprivilegien im Rahmen der „Fürstenabfindungen“ an den Familienverein Haus Wettin kam. Individuelle Abfindungsverträge regelten in der Weimarer Republik die Aufteilung der Vermögensmassen zwischen den entmachteten Fürstenhäusern und den deutschen Ländern. Die Wettiner verkauften das Bild an einen jüdischen Sammler, der 1928 starb. Als die Besitztümer der Witwe 1935 versteigert wurden, kaufte das Kunstmuseum Düsseldorf das Bild an. Die Erbengemeinschaft stellte einen Antrag auf Restitution, den die „Lambach-Kommission“ 2015 zunächst ablehnte mit dem Ratschlag, eine Ausgleichszahlung an die Erben zu leisten. Diese ist inzwischen aus öffentlichen Töpfen und aus Mitteln der Kulturstiftung der Länder erfolgt.

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