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Messen & Märkte

Seattle Art Fair

Seattle Art Fair, Vernissage 2015, Foto: Tori Dickson

Die Seattle Art Fair (4.-7. Aug. 2016) hat ein Teilnehmerfeld von 75 Galerien; fast alle von ihnen kommen aus den USA. Rund 17 von ihnen sind in diesem Jahr zum ersten Mal dabei, und Messedirektor Max Fishko freut sich, dass in diesem Jahr auch viele Rückkehrer auf der Anmeldeliste stehen. Austragungsort ist das CenturyLink Field Event Center (WaMu Theater), wo auch in diesem Sommer wieder 15.000 Besucher erwartet werden. www.seattleartfair.com/

Biennalen

SITE Santa Fé

Als die SITE-Biennale von Santa Fé 1995 zum ersten Mal stattfand, wollte man unabhängigen Kuratoren die größtmögliche Freiheit bieten, ihr Programm zu realisieren, und dieser Grundsatz gilt auch heute noch, mehr als zwei Jahrzehnte später. Nach einem ähnlichen Prinzip, wie die Biennale von Venedig oder die Whitney Biennale funktionieren, gilt es auch in Santa Fé, vor Ort einen Dialog mit der global orientierten Kunstszene zu führen. SITE umfasst drei bis vier Ausstellungen über das gesamte Jahr; in den Jahren zwischen zwei Biennalen steht das örtliche Museum für Einzel- und Gruppenausstellungen regionaler Künstler zur Verfügung. Für die aktuelle SITE Santa Fé (16. Juli 2916 bis 8. Jan. 2017) bestimmen als Kuratoren das „SITElines“-Programm: Rocío Aranda-Alvarado, Kathleen Ash-Milby, Pip Day, Pablo León de la Barra, Kiki Mazzucchelli zum Thema „Much wider tha a line“. Eingeladen sind etwa 30 Künstler aus 15 Ländern. www.sitesantafe.org

Galerien & Auktionshäuser

BVDG: Neue zweite Vorsitzende

BVDG-Vorstand 2016, vlnr: Birgit Maria Sturm, Kristian Jarmuschek, Karin Schulze-Frieling, Thole Rotermund

Karin Schulze-Frieling ist neue zweite Vorsitzende des BVDG-Bundesverbands Deutscher Galerien und Kunsthändler e.V. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung wurden der Vorsitzende Kristian Jarmuschek und der Schatzmeister Thole Rotermund in ihren Ämtern bestätigt. Konzentrierten sich in den letzten Monaten die kulturpolitischen Aktivitäten des BVDG vor allem auf die Auseinandersetzung mit der Novelle des Kulturgutschutzgesetzes, das vor der Sommerpause auch den Bundesrat passierte und damit in Kraft treten kann, so dürfte die Künstlersozialabgabe als nächstes Reizthema auf der Agenda der BVDG-Aktivitäten stehen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hat zwar für 2017 eine Absenkung des Abgabesatzes von 5,2 auf 4,8 Prozent vorgeschlagen, doch „die Herausforderungen für die Künstlersozialversicherung, die sich aus den Veränderungen in einer zunehmend vernetzten, globalisierten und durch den digitalen Wandel geprägten Arbeitswelt in der Kultur- und Kreativwirtschaft“ ergeben, bedeuten, dass immer mehr Kreative wie Web-Designer und Start-Ups etc. in die Künstlersozialkasse drängen. Man wird nicht umhin kommen, den Begriff „Künstler“ im Künstlersozialversicherungsgesetz demnächst neu zu definieren. Selbständige Künstler, die im Jahr mindestens 3.900 Euro durch ihre Berufsausübung verdienen, genießen einen Versicherungsschutz bei der Künstlersozialkasse KSK. Dem Arbeitgeberanteil für die Versicherung der Angestellten vergleichbar zahlen die Verwerter künstlerischer Leistungen wie Galerien und Verlage als Umlage die erwähnten 5,2 Prozent von ihrem Umsätzen ein. Ein Dorn im Auge der Galeristen ist dabei schon seit Jahren der Umstand, dass sie diese Umlage auch für Umsätze mit ausländischen Künstlern abführen müssen, die gar nicht in den Genuss einer deutschen Kranken- und Rentenversicherung kommen. Und schon vor einem Jahr klagte der BVDG über die „überbordende Abgabepflicht“ und monierte: „Die klassische hälftige Aufteilung zwischen Künstlern und Galerien bei Kommissionsgeschäften lässt sich (auch angesichts der erhöhten Mehrwertsteuer) kaum mehr aufrechterhalten.“ www.bvdg.de

Personalien

Sammlung Bronner

Gil Bronner

Der Düsseldorfer Immobilienunternehmer und Kunstsammler Gil Bronner hat  mit seiner Sammlung „Philara“ ein Gebäude in der Birkenstraße von im Düsseldorf-Flingern bezogen. eröffnet. In einer umgebauten Glasfabrik steh insgesamt 1.700 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Die Sammlung umfasst Kunst seit den 1990er Jahren mit starker Orientierung an der Kunstakademie Düsseldorf.  www.facetime.intercollectivepicture.com

Preise

Mies van der Rohe-Stipendium

Naufus Ramírez-Figuero, Foto:Copyright Naufus Ramírez-Figuero

Naufus Ramírez-Figuero darf das Mies van der Rohe-Stipendium der Stadt Krefeld antreten (5.000 Euro). Der in Guatemala beheimatete Künstler arbeitet in den Bereichen Performance, Installation, Skulptur, Malerei und Grafik. Im Februar 2017 hat er eine Ausstellung im Krefelder Haus Lange.

Ausschreibungen

Lauenburg-Stipendium

Einsendeschluss für ein Stipendium im Künstlerhaus Lauenburg ist der 31. Oktober 2016. Das Residenz-Stipendium im Bereich Bildende Kunst beträgt 5,5 Monate. Es beginnt am 15. Mai 2017 und endet am 31. Oktober 2017. Es umfasst freie Wohnungs- und Ateliernutzung, kostenlose Telefonate im deutschen Festnetz/Internetnutzung und 700 Euro/mtl. in bar. Dafür muss der Stipendiat der Stadt Lauenburg ein Werk überlassen. Ausgeschlossen sind Bewerbungen von Studenten und von Künstlern, die noch ein anderes Stipendium erhalten oder in den vergangenen drei Jahren ein Stipendium in Schleswig-Holstein erhalten haben. Bewerbungen per E-Mail (PDF-Dokument) an info@kuenstlerhaus-lauenburg.de

Museen & Institutionen

Böckstiegel-Haus: Erweiterung

Peter August Böckstiegel-Haus in Werzher-Arrode, Fotoquelle: Wikipedia/Varus111

Peter August Böckstiegel (1889-1951) gilt als wichtiger Maler des westfälischen Expressionismus. Er gestaltete sein Geburtshaus in Werther-Arrode mit Mosaiken, Glasfenstern und Schnitzereien als Gesamtkunstwerk. Als Peter August Böckstiegel-Haus ist es heute ein Museum. Im Sommer 2016 erfolgten die ersten Vermessungs- und Baggerarbeiten für eine Museumserweiterung auf dem Grundstück. Der Neubau soll mehr Platz für Ausstellungen, für die Kunstvermittlung und für ein Café bieten. Dafür wird die Böckstiegel-Stiftung vom Landschaftsverband LWL, vom Kreis Gütersloh sowie von diversen Unternehmen und Privatpersonen aus der Region finanziell unterstützt.

Biennalen

Athens Biennale

Athener Kulturzentrum Technolopolis, einer der Schauplätze der Athens Biennale, Fotoquelle: Wikipedia/Templar52

Nayia Yiakoumaki arbeitet als Director of Research and International Networks an der Organisation der Athens Biennale mit. In dieser Eigenschaft arbeitet sie eng mit dem Gründungsdirektor Poka-Yio zusammen, der diese Biennale 2005 zusammen mit Xenia Kalpaktsoglou und Augustine Zenakos ins Leben rief. Sie ist die größte Kunstausstellung in Griechenland und findet in Athen an wechselnden Orten statt, vorzugsweise in ärmeren Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil. Im Mittelpunkt steht eine ehemalige Gasanstalt, die heute als Kulturzentrum genutzt wird. Die aktuelle Biennale dauert unter dem Titel „Omonia“ (Concord) zwei Jahre lang von Oktober 2015 bis zur Documenta-Eröffnung im Juni 2017. www.athensbiennale.org

Kulturpolitik

Norwegen: Mahnmal-Einweihung verschoben

Jonas Dahlberg, Memory Wound, Illustration: Jonas Dahlberg Studio, Courtesy: KORO

Am 22. Juli 2011 brachte der norwegische Rechtsextremist Anders Behring Breivik 77 Menschen um. In Oslo zündete er einen Sprengsatz, anschließend schoss er auf Teilnehmer eines Jugendlagers auf der Insel Utøya. Zum fünften Jahrestag des Attentats sollte jetzt eigentlich auf der Halbinsel Sørbråten gegenüber dem Tatort Utøya ein Mahnmal nach Plänen des schwedischen Künstlers Jonas Dahlberg eingeweiht werden. Es sieht einen Einschnitt in den baumbewachsenen hügeligen Anstieg des Ufers vor, mit einer Einmeißelung der Opfernamen auf der Schnittfläche – das Mahnmal sieht dann wie eine offene Wunde in der Landschaft aus. Doch Anwohner, die nicht täglich an das Attentat erinnert werden wollen, protestierten dagegen und kündigten einen Rechtsstreit an. Die Einweihung kann daher nach einem Beschluss der norwegischen Regierung erst 2017 erfolgen. Das abgetragene Erdmaterial will Dahlberg in Oslo für ein zweites Denkmal in Form eines Wandelwegs verwenden.

Museen & Institutionen

Salzburg: Rupertinum wieder eröffnet

Rupertinum Salzburg, Aufnahme von 2007, Fotoquelle: Wikipedia/Ich-GNU-Lizenz

Das Rupertinum in Salzburg ist ein barockes Altstadtpalais mit einer von Friedensreich Hundertwasser gestalteten Fassade. Es ist das Stammhaus des Museums der Moderne und wurde nach einer mehrmonatigen Umbauphase kürzlich wieder eröffnet. Neu ist in dem Gebäude auch das Generali Foundation Studienzentrum mit angeschlossener Franz West-Lounge. Die Eröffnungsausstellung „Bildwitz und Zeitkritik- Satire von Goya bis Grosz“ läuft bis zum 20. November 2016. www.museumdermoderne.at

Museen & Institutionen

Kunsthalle Würth: drei Millionen Besucher

Kunsthalle Würth, Museumshof, Fotoquelle: Wikipedia/AlMare

2001 eröffnete der Unternehmer und Mäzen Reinhold Würth in Schwäbisch-Hall die Kunsthalle Würth. Die Museumshalle wird mit Wechselausstellungen aus der Sammlung Würth bespielt; der Eintritt ist frei. In den vergangenen 15 Jahren kamen drei Millionen Besucher zu diesen Ausstellungen – der dreimillionste Besucher war in diesem Sommer ein Österreicher, der sich die Picasso-Ausstellung anschaute. Bereits seit 1991 gibt es auch ein Museum Würth in Künzelsau. www.kunsthalle-wuerth.de

Ausschreibungen

Auslandsförderung

Für Projekte im Jahr 2017 endet die Ausschreibung des ifa-Instituts für Auslandsbeziehungen am 15. August 2016. Gefördert werden Ausstellungen zeitgenössischer deutscher und in Deutschland lebender Künstlerinnen und Künstler im Ausland durch das Institut für Auslandsbeziehungen. Förderung kann in den Bereichen Transport-, Reise- und Mietkosten für technisches Equipment beantragt werden. Dies betrifft Einzel- und Gruppenausstellungen in öffentlichen Museen und nicht-kommerziellen Galerien. Infos und Unterlagen unter www.ifa.de/kunst/kunstfoerderung/ausstellungsfoerderung.html

Aktionen & Projekte

Grünau/Leipzig: Raster-Beton

Folke Köbberling , Grünau/Leipzig 2016

Plattenbauten gelten als Inbegriff für gestaltungsarme triste Großsiedlungen. Die Bauweise einer Montage aus Betonfertigteilen ist aber keine Erfindung der Ostblock-Architekten der 1950er Jahre, sondern erste Gebäude entstanden nach diesem Prinzip, das der Architekt Grosvernor Atterbury entwickelte, bereits 1910 im New Yorker Stadtteil Queens, und in Deutschland um 1925/26 in Frankfurt/Main und in Berlin-Friedrichsfelde. Erst 1976 wurde dann in Grünau/Leipzig die größte Plattenbausiedlung der DDR aus dem Boden gestampft. Zum 40jährigen bestehen dieser Siedlung hat die Berliner Bildhauerin Folke Köbberling im Rahmen von „Raster Beton“ eine „zeitgenössische Interpretation“ einer solchen Plattenbaufassade in Wachs vorgenommen. Auf der Wand eines ehemaligen „Konsum“-Ladens hat sie ein Raster angelegt, „das die Plattenbaufassade und den häufig angewandten Dekor aus Betonformteilen, ein typisches Element der DDR-Moderne, zitiert. Inspirationen aus der Ornamentik mit Referenzen zu verschiedenen Kulturen und Traditionen sind in die Entwicklung der Formensprache eingeflossen. Die Herstellung erfolgte als gemeinsamer Prozess mit den Anwohner_innen und Neuankommenden. Maßgeblich ist der Faktor Zeit. Über mehrer Monate hinweg wird sich das Material verformen, Hitze und Regen werden sich einschreiben, Spuren von fremden Gegenständen oder Händen werden sichtbar und gleichfalls in den Prozess des Verfließens eingebunden.“

Kulturpolitik

Gesprächskreis der KuPoGe in Berlin/Brandenburg

„LaberRharbarber“ nennt sich eine Veranstaltungsreihe der Regionalgruppe Berlin/Brandenburg der Kulturpolitischen Gesellschaft (KuPoGe) als ein „offenes Format, das ohne thematische Vorgaben einen Austausch jenseits der üblichen Begegnungen im (kultur-)politischen Raum ermöglicht“. Die Treffen finden viermal jährlich statt. Nächster Termin: 13. September 2016. www.kupoge.de/regionalgruppen/berlin-brandenburg.html

Preview

Sascha Weidner in Goslar

Sascha Weisdner, Symbiose II, 2014 110 x 160 cm, Pigment print on Hahnemuehle paper Ed.5 ©Estate of Sascha Weidner & CONRADS Düsseldorf (Ausschnitt)

2015 starb der Fotokünstler Sascha Weidner. Unter dem Titel "Bleiben ist nirgends" widmet ihm das Museum Mönchehaus Goslar eine Ausstellung, die vom 6. August bis zum 18. September 2016 läuft. 2006 gab Sascha Weidner einer Bildreihe, in der er den Anschlag vom 11. September 2001 auf das World Trade Center bildlich aufzuarbeiten versuchte, den Titel: „Bleiben ist nirgends.“ Er ist ein Zitat aus Rilkes „Duineser Elegien“. Zu sehen sind u.a. Werkreihen über das Kirschblütenfest in Japan und von einer China-Reise. www.moenchehaus.de

Museen & Institutionen

Duisburg: An der Oberfläche

Medardo Rosso, La portinaia, 1883–1884, Wachs auf Gips, Lehmbruck Museum, Foto: Dejan Saric

"An der Oberfläche/On Surface- Von Rodin bis De Bruyckere" lautet der Titel der aktuellen Ausstellung im Lehmbruck Museum Duisburg ( bis 23. Oktober 2016). Dazu moderiert am 11. August Jörg Mascherrek ein Künstlergespräch zwischen Heike Weber und der Museumsdirektorin Sören Dinkla. Für die Ausstellung „An der Oberfläche" hat die Künstlerin "eine ebenso monumentale, wie leichte Wandarbeit in 20 Metern Länge und 4,50 Metern Höhe direkt im Museum geschaffen". Generell ist die Ausstellung "inspiriert von der allgegenwärtigen Präsenz der Oberflächen kleiner Screens unserer mobilen Computer, von der Ästhetik der Glätte und dem Wunsch, die Oberfläche zu durchdringen. Berührungsempfindliche Oberflächen unserer digitalen Geräte, die uns durch den Alltag begleiten, ermöglichen uns den Zugang zu einer scheinbar unendlichen Vielfalt verschiedener 'virtueller Welten', Datenansammlungen und Informationen." Künstlerliste: Auguste Rodin, Medardo Rosso, Wilhelm Lehmbruck, Constantin Brâncuși, Max Bill, Mary Vieira, Janet Cardiff & George Bures Miller, Daniel Canogar, Dorothee Golz, Rebecca Horn, Carsten Nicolai, Julian Opie, Georg Baselitz, Jeppe Hein, Elina Autio, Stella Hamberg, Evan Roth, Michael v.Kaler, Heike Weber, Berlinde De Bruyckere, Nezaket Ekici, Tony Cragg, Jenny Holzer.

Preview

SCHAUWERK Sindelfingen: Retrospektive Susanne Paesle

Im SCHAUWERK Sindelfingen sind bis 22.01.2017 rund 40 Werke der Künstlerin Susanne Paesler (1963-2006) zu sehen. In ihrem Schaffen diskutiert sie den Stellenwert des Kunstwerks in einer Welt bereits existierender Bilder und reproduzierbarer ästhetischer Strukturen. Dies zeigt sich bereits in frühen Gemälden, in denen die Künstlerin vordergründig an die geometrische Formensprache des Konstruktivismus anknüpft, dabei jedoch Muster und Farben wählt, die zugleich auf Alltägliches wie Karo- oder Spitzenstoffe verweisen. Indem sie diese Vorbilder nicht als Readymade direkt in ihr Kunstwerk integriert, sondern malerisch auf die Leinwand überträgt, verschwimmt die scharfe Trennung zwischen Kunst, Kunsthandwerk und Design. Ähnlich verfährt Susanne Paesler dann um die Jahrtausendwende mit Werken berühmter Künstlerkollegen wie Lucio Fontana oder Jackson Pollock. Deren Handschrift eignet sie sich an und verwendet sie in ihren eigenen Gemälden wie zuvor die Stoffmuster. Ästhetische Kategorien wie das Authentische und das Subjektive als Inbegriff der Kunst werden hinterfragt und so zeigt Susanne Paesler die Malerei auf der Suche nach sich selbst. www.schauwerk-sindelfingen.de

Aktionen & Projekte

Ruhrgebiet: Campustriennale Exhibition

Jakob Ganslmeier, Lovely Planet: Bochum (Ausschnitt)

Im Rahmen der Campustriennale Exhibition nahmen vier Nachwuchs-Fotografen an den Meisterkursen mit Daniel Josefsohn und Julian Röder teil. Die Bildserien werden nun in einer virtuellen Ausstellung, in ausgewählten Foyers der Ruhrtriennale-Spielstätten und in einem Katakog präsentiert. Louisa Boeszoermeny fand ihre Motive u.a. in der Essener Taubenklinik, in einem Fetischclub und beim Roulette der Spielbank in Dortmund. "In der Bildserie 'A 40' lenkt sie den Blick auf die Menschen und deren Lebensraum nördlich und südlich der wichtigsten, Titel gebenden Autobahn des Ruhrgebiets." Jakob Ganslmeier "kreierte mit 'Lovely Planet: Bochum' eine... 18-teilige Bildreihe im Duktus eines Reiseführers". Die Schauplätze finden sich u. a. im Deutschen Bergbau-Museum, im Schatten der Bottroper Skihalle oder in den Straßen und Gassen von Bochum, wo ein Hund vor einem Sportwagen posiert. Gregor Schmidt, setzte für die Bildreihe „Familienbild“ die Familie "der zwei Väter Jens und Andreas in Szene, die durch Leihmutterschaft zwei Kinder zur Welt brachten, mit denen sie in Essen leben."  Julian Slagman begibt sich "auf die scheinbar idyllischen Spuren des Bergbaus und der verbliebenen Arbeiterklasse im Ruhrgebiet." www.ruhrtriennale.de.

Ausschreibungen

Survival Art Festival

Am 31. August 2016 endet die Anmeldefrist für das Survival Art Festival im CAM-Museum von Neapel (23 bis 30. Sept. 2016). Mehr als 30 Künstler bieten dort auf einer Ausstellungsfläche von 1.500 qm Antworten auf die Frage, was zeitgenössische Kunst heute zu leisten vermag. Gibt es einen Unterschied zwischen künstlerischen Denken und den Regularien des Kunstmarkts? Ist der Künstler noch frei in einem Sinne von Autonomie? Wer sich an der Diskussion solher Fragen beteiligen will, findet Infos und Kontaktdaten unter www.casoriacontemporaryartmuseum.com/blog/en/survival-art-festival

Aktionen & Projekte

Ars Electronica

Die Linzer Ars Electronica profilierte sich als Medienkunstfestival mit Vorträgen Präsentationen, Ausstellungen, Performances und Interventionen. „Große Anziehungskraft hat das Festival längst auch für Musikfans, denen stets eine ganze Reihe hochklassiger Konzerte, Performances, Vorträge und Diskussionen geboten werden. Neben Beiträgen renommierter Musiker und Soundküsntler gestalten DAS Musikprogramm der Ars Electronica auch renommierte Künstler aus Linz und Oberösterreich gestaltet; U:A: Dennis Russell Davies, Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz, und sein hervorragendes Orchester, die Experten der Anton Bruckner Privatuniversität oder Sam Auinger, Soundkünstler aus Linz und seit Jahren Professor an der Universität der Künste Berlin. Die diesjährige Ars Electronica findet vom 8. bis zum 12. September 2016 statt. www.aec.at

Biennalen

Türkei: Sinop-Biennale verschoben

Sinop, Fotoquelle: Wikipedia/Bjørn Christian Tørrissen

Wegen der aktuellen Ereignisse in der Türkei wird die "Sinopale"- Biennale von Sinop verschoben. Ursprünglich sollte die Veranstaltung im August/September 2016 stattfinden, doch der gescheiterte Militärputsch und die anschließende Säuberungswelle, die Präsident Erdgan daraufhin veranlasste, führte bei dem Kuratorenteam zum Entschluss einer Verschiebung auf Sommer 2017. In Sinop wurde u.a. die Gouverneurin für die Region suspendiert - unter diesen Umständen und im derzeitigen innenpolitschen Klima eine Veranstaltung durchzuführen, die auf "Prozessen der Teilhabe, kritischem Widerspruch und Austausch basiert", sei "derzeit nicht möglich". In diesem Jahr sollen daher nur vereinzelt Workshops und regionale Projekte durchgeführt werden. Das Kuratorenteam besteht aus T. Melih Görgün (Professor für Kunstgeschichte, Mimar Sinan Fine Arts University, Türkei), Prof. Dr. Nike Bätzner (Kuratorin und Professorin für Kunstgeschichte, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Deutschland) und Jonatan Habib Engqvist (freier Kurator, Schweden).

Museen & Institutionen

Tino Sehgal in Dresden und Paris

Tino Sehgal.Courtesy: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Die Werke des in Berlin lebenden Künstlers Tino Sehgal "sind keine materiellen Objekte. Er konstruiert Situationen, generiert soziale Interaktionen, von denen nichts bleibt außer der individuellen Erfahrung der Besucher und der anekdotischen Erinnerung, denn Tino Sehgals Arbeiten hinterlassen keine materiellen Spuren, werden nicht aufgezeichnet und dokumentiert." Den Lichthof des Dresdner Albertinums nutzt Sehgal als Raum für sein aktuelles Projekt. Hier interpretiert er seine 2012 für die Londoner Tate Modern entwickelte Arbeit „These Associations“ in einer neuen Version.Noch bis zum 14. August 2016 besetzen bis zu 40 Akteure den Lichthof des Albertinum. Mit Bewegungschoreografien zwischen schwarmhafter Ansammlung und individueller Vereinzelung, Gesang und Gesprächen füllen sie den Raum. Sehgals Akteure sind ganz normale Dresdner – verschiedenen Alters und aus unterschiedlichen sozialen Milieus und Herkunft– die mit ihren persönlichen Geschichten und Erfahrungen einen direkten Bezug zu Dresden herstellen." www.skd-museum

Vom 12. Oktober bis zum 18. Dezember 2016 präsentiert das Pariser Palais de Tokyo in der Ausstellungsreihe "Carte Blanche" Tino Sehgal. Neben den Werken anderer Künstler, die Sehgal dazu gebeten hat, zeigt er eine Inszenierung, "die sich über die gesamten 13.000 Quadratmeter des Palais de Tokyo hinweg entfaltet.... Es handelt sich um die bisher umfangreichste Ausstellung Sehgals: In der labyrinthartigen Architektur werden neue und bereits existierende Werke präsentiert. Dabei interagieren diese miteinander, gehen teilweise ineinander über auf eine Art und Weise, mit der der Künstler 2015 im Berliner Martin-Gropius-Bau und im Frühjahr dieses Jahres in Marrakesch zu experimentieren begann, so dass die Ausstellung zu einem sich wandelnden Ganzen wird. Tino Sehgal stellt grundlegende Prinzipien üblicher Ausstellungspraxis infrage: Bei ihm liegt ein zentraler Fokus auf sozialer Interaktion statt auf materiellen Objekten. Seine Kunstwerke entstehen erst durch menschliche Fähigkeiten wie etwa Tanz, Sprechen oder Gesang. Sie sind während der gesamten Öffnungszeiten der jeweiligen Institution präsent..." www.palaisdetokyo.com

Personalien

Wiener Festwochen: Meese inszeniert "Parsifal"

Tomas Zierhofer-Kin, Foto: Donaufestival Krems

Tomas Zierhofer-Kin ist neuer Leiter der Wiener Festwochen, und er hat dort Großes vor: im Theater an der Wien soll nämlich im nächsten Jahr eine völlig neu komponierte „Parsifal“-Oper uraufgeführt werden. Partitur und Libretto liefert der Komponist Bernhard Lang, der 2006 mit seinem Musiktheaterstück „I hate Mozart“ Aufsehen erregte. Langs Uraufführung von „Der Golem“ nach Gustav Meyrinck im April 2016 im Mannheimer Nationaltheater bescheinigte die „Wiener Zeitung“, sie habe eine „fantastische Reise ins Unbewusste geboten“. Es heißt, beim „Parsifal“ werde sich Lang allerdings „eng an das Libretto und die Struktur der Oper Wagners“ halten „um daraus einen vollkommen neuen Klangkosmos zu schaffen.“ Als Regisseur für Bernhard Langs „Parsifal“-Version kommt nun doch noch Jonathan Meese zum Zuge – in Bayreuth hatte man hingegen 2014 Meese als Festspiel-Regisseur wieder ausgeladen. Offiziell hieß es dazu damals, sein Konzept sei „nicht finanzierbar“. Neben der Regie übernimmt Jonathan Meese in Wien 2017 auch die Gestaltung von Bühnenbild und Kostümen. Zierhofer-Kin begeistert sich derweil über das Duo Lang/Meese, hier träfen „künstlerische Urgewalten aufeinander: Meese und Lang dekonstruieren die Mythen Wagner und Parsifal, zerlegen sie in ihre Einzelteile, laden sie in einem künstlerischen Schaffensprozess neu auf und kreieren so ein zeitgenössisches künstlerisches Kraftfeld, das die Idee Oper in Inhalt und Form neu definiert. Performance, Musik, visuelle Kunst und Theater fusionieren zu einem Kunst-Raumschiff...“

Museen & Institutionen

New York: Fritz Koenig-Skulptur wieder am alten Platz

Fritz Koenig, „The Sphere“ am Standort Battery Park, New York, Fotoquelle: Wikipedia/Clemens Dorda

In den Jahren 1967–1971 schuf der deutsche Bildhauer Fritz Koenig eine großen Kugel-Karyatide mit dem Werknamen „The Sphere“. Mit Beschädigungen überstand die Skulptur an ihrem Standort auf der Plaza am New Yorker World Trade Center den Terrorangriff vom 11. September 2001, der die Hochhaustürme zum Einsturz brachte. Im Inneren der aufgerissenen Kugel fand man Wrackteile der Flugzeuge, die die Terroristen in die Türme stürzen ließen. Als Mahnmal wurde die restaurierte Plastik 2002 im Battery Park aufgestellt. Jetzt kehrte sie an ihren ursprünglichen Ort zurück und steht dort im neu entworfenen Park. Darüber freut sich der 92jährige Bildhauer, der mit dem vorübergehenden Standort im Battery Park nicht ganz glücklich war und sich eine Rückkehr an den alten Platz wünschte.

Hochschulen

UdK Berlin: Jahresgabenspenden

Ai Weiwei, Fotoquelle: Wikipedia/Hafenbar

Die Berliner UdK-Professoren Ai Weiwei und Michael A. Müller haben zur Nachwuchsförderung dem Freundeskreis der UdK-Universität der Künste Berlin / Karl Hofer Gesellschaft Jahresgaben gespendet. um junge Künstlerinnen und Künstler auf dem auf dem Weg in die professionelle Existenz zu unterstützen. Die UdK führt dieses Nachwuchsförderprogramm mit Jahresgaben von Professoren, Meisterschülern und Stipendiaten seit 1980 durch. Die Arbeiten entstehen explizit für den Freundeskreis und „können auf Anfrage erworben werden“. Das jüngste Jahresgaben-Programm enthält auch noch Beiträge von Katharina Sieverding u.a. Martin Assig, Dieter Appelt, Via Lewandowsky u.a. www.karl-hofer-gesellschaft.de

Galerien & Auktionshäuser

Galerie Bastian: Generationenwechsel

Galerie Bastian Kupfergraben, Berlin, Aueßnansicht, Architektur: DAVID CHIPPERFIELD ARCHITECTS, 2007 Foto: © Jörg von Bruchhausen, Berlin

Aeneas Bastian übernimmt von seinen Eltern Céline und Heiner Bastian die Galerie am Berliner Kupfergraben. Heiner Bastian war früher Sekretär von Joseph Beuys, machte sich dann einen Namen als Literat und Kunsthändler. Er wird als Berater weiterhin der Galerie verbunden bleiben. Die Galerie residiert seit 2007 in einem Gebäude, das der Architekt David Chipperfield entworfen hat. www.galeriebastian.com

Museen & Institutionen

Tony-Cragg-Retrospektive

Tony Cragg, Castor und Pollux, 2015, Copyright: VG Bild-Kunst Bonn 2015 (Ausschnitt)

Das Von der Heydt-Museum Wuppertal zeigt bis zum 14. August 2016 meine Retrospektive des Bildhauers Tony Cragg. "Die Ausstellung gibt auf drei Etagen einen Überblick über das gesamte Schaffen, von Craggs Studienzeit bis zu aktuellen Werken aus dem Jahr 2015. Der Künstler zeigt Skulpturen, Zeichnungen und Druckgrafiken ebenso wie Arbeiten, die bisher noch nie ausgestellt wurden. In Themenräumen entfaltet sich die vielseitige Entwicklung des Bildhauers, in denen die Materialvielfalt (u. a. Plastik, Glas, Fotografie, Druckgrafik, Zeichnung, Aquarell, Bronze, Gips, Edelstahl) eine große Rolle spielt." Besucher des Wuppertaler " Skulp­turen­parks Waldfrieden" erhalten in diesem Zeit­raum gegen Vorlage Ihrer Eintritts­karte einen Nach­lass von 4€ auf den Eintrittspreis des Von der Heydt-Museums und um­gekehrt. vdh.netgate1.net

 

Aktionen & Projekte

Karlsruhe: Schlosslichtspiele

Maxin10sity „300 Fragments“, Schlosslichtspiele 2015, Foto: Copyright Bernd Hentschel

Vom 7. August bis zum 17. September 2016 ist das Karlsruher Schloss mit seiner 3.000 qm großen Fassade allabendlich Schauplatz der Schlosslichtspiele. Kurator der Beiträge ist Peter Weibel, Vorstand und künstlerischer Leiter des ZKM Karlsruhe. So lässt z.B. die Arbeit Alexander Stublics „palaced staged“ die Fassade des Schlosses „wie eine Drehbühne um eine gedachte Mittelachse rotieren: Zwischen reale Elemente mischen sich Simulationen historischer Szenerien.“ Hauslaib Lichtwelten erschafft mit der Projektion „Paperlife“ eine neue Fassade aus Papier: Wie die Seite eines Buches wird sie gefaltet, gerissen und geknittert. Das Künstlerkollektiv Xenorama filt ein maßstabgetreues Modell des Schlosses aus Papier und wirft es „digital bearbeitet auf die reale physische Oberfläche des Schlosses.“ Alle Projektionen sind abends ab ca. 20.30 Uhr bei freiem Eintritt vom Schlossplatz aus zu betrachten. www.schlosslichtspiele.info/

Personalien

Achenbach-Gattin verliert Prozess

Dorothee Achenbach, Gattin des inhaftierten Kunsthändlers Helge Achenbach, verlor in zweiter Instanz einen Prozess gegen die ALDI-Erben. Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied, dass die Erben von Bertold Albrecht ihr ein gepfändetes Werk von Günther Uecker (Wert: ca. 520.000 Euro) nicht heraus geben müssen. Es heißt, sie habe das Gericht nicht davon überzeugen können, dass sie die Eigentümerin sei und nicht Helge Achenbach, dessen Privatbesitz die Familie Albrecht zur Sicherung ihrer Ansprüche pfänden ließ. Achenbach wurde wegen Betrugs zu 6 Jahren Haft verurteilt. Familie Albrecht fordert von ihm 25 Mill. Euro Schadenersatz.

Messen & Märkte

Texas Contemporary Houston

Texas Contemporary Houston

Auf der Texas Contemporary Houston (29. Sept. bis 2. Okt. 2016) trifft man etwa 60 Aussteller an. Etwa 3.500 Besucher werden zur Vernissage erwartet; insgesamt rechnet man mit 13.000 verkauften Tickets. Bedingt durch die geografische Nähe zu Mexiko und durch die engen Beziehungen zwischen dem texanischen und mexikanischen Kunstbetrieb nehmen auch viele Galerien aus dem Nachbarland an der Messe teil; neben US-Galerien ansonsten auch Aussteller aus Kanada und Großbritannien. www.txcontemporary.com

Personalien

Liebs geht zu Hatje Cantz

Holger Liebs und Verlegerin Cristina Steingräber, Foto: Corinne Rose

Holger Liebs, Kunstkritiker, ist ab September 2016 Programmdirektor beim Hatje Cantz Verlag. Zuvor war Liebs seit 2010 Chefredakteur der Kunstzeitschrift „Monopol“ und davor seit 2001 im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung tätig. Der Schweizer Ringier Verlag hatte sich wegen mangelnder Rentabilität kürzlich von „Monopol“ getrennt; die Zeitschrift wird seit Mai 2016 von der Res Publica GmbH herausgegeben; neue Chefredakteurin ist dort Holger Liebs' bisherige Stellvertreterin Elke Buhr.

Hochschulen

DAAD-Preis

Gemma Wilson, Foto: Copyright Lea Wegner

Gemma Wilson wurde der DAAD‐Preis für ausländische Studierende an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig zugesprochen. Sie hat zusammen mit ihrer Kommilitonin Alexandra Berg das literarische Postkartenmagazin „Syrinx“ gegründet. Darin werden Texte von Dichtern verfasst und dann von Illustratoren und Typografen frei interpretiert. Seit Gemma Wilson 2014 ihr Vordiplom abgeschlossen hat, studiert sie in der Klasse Illustration bei Prof. Thomas M. Müller. www.hgb-leipzig.de

Aktionen & Projekte

Bregenzer Festspiele

Bregenzer Festspiele, Copyright: Bregenzer Festspiele

„Durch diese Festwoche wollen wir unseren Glauben an die Heimat und die feste Zuversicht auf unsere Zukunft zum Ausdruck bringen", notierte seinerzeit der Bürgermeister Julius Wachter im Programmheft der „Bregenzer Festwoche 1946“. Den Begriff "Festspiele" vermied man damals noch - um Vergleichen mit den Festspielen in Salzburg und Bayreuth auszuweichen. Inzwischen heißt die sommerliche Veranstaltungsreihe allerdings duchaus selbstbewusst "Bregenzer Festspiele". Konzerte und Theateraufführungen bildeten in der unmittelbaren Nachkriegszeit wichtige Säulen des Vorarlberger Kulturlebens; inzwischen stellen aber ebenso das Kunsthaus Bregenz und das 2013 wieder eröffnete Vorarlberger Museum ein starkes Rückgrat für den Kultursommer in der Region dar. Die französische Besatzungsmacht förderte damals die Kulturaktivitäten als willkommene Maßnahme zur Re-Austrisierung Österreichs nach den Jahresn des Anschlusses an Deutschland. Deswegen durften deutsche Staatsbürger auch erst 1948 wieder einreisen, um sich als Festval-Gäste die Aufführungen in Bregenz anzuschauen. Ein Politikum war die Idee, den NS-belasteten Dirigenten Wilhelm Furtwängler in der Festwoche auftreten zu lassen - ihm wurde die Verhaftung für den Fall der Einreise angedroht. In Deutschland überstand Furtwängler hingegen das Entnazifizierungsverfahren und wurde 1947 freigesprochen, er durfte 1947 auch erstmals wieder die Berliner Symphoniker dirigieren. Ob Wilhelm Furtwängler in den späten 1940er Jahren auch in Bregenz auftreten durfte, weiß man heute nicht mehr.-  In diesem Jahr feiern die Bregenzer Festspieke also ihr 70jähriges Bestehen: dazu wurde wie schon 1946 im Gondelhaften Mozarts "Bastien und Bastienne" aufgeführt - damals wie heute spielten die Musiker auf zwei Kieskähnen. In diesem Sommer dauern die Bregenzer Festspiele bis zum 21. August 2016. Im Landesmuseum findet dazu eine kleine Jubiläumsausstellung statt: "Gezeigt werden vor allem die Bühnenbilder seit der 'Zauberflöte' im Jahre 1985. Diese Bühnenbilder sind kleine Kunstwerke, aber großartig, wie sie alle Details der weltgrößten Freilichtbühne bringen. Nicht zuletzt kann man jene Seeaufführungen, die man gesehen hat, im Modell nun wieder für sich neu erstehen lassen", kommentiert der frühere ORF-Kulturchef Walter Fink.

Biennalen

B3 Biennale: Fokus China

B 3 Biennale, Illustrationsfoto zur Ankündigung (Ausschnitt)

In Frankfurt wird die B3-Biennale des bewegten Bildes ausgerichtet – die nächste Veranstaltung ist für November/Dezember 2017 geplant. Doch schon in diesem Herbst steht China im Fokus der Biennale-Aktivitäten: „Mit zeitgleich stattfindenden Ausstellungen, Screenings und Panels, die interdisziplinär und crossmedial angelegt sein werden, präsentieren die B3 und die Central Academy of Fine Arts Beijing (CAFA) ab 25. September 2016 parallel zur und in Kooperation mit der Design Week Beijing (ca. 5 Millionen erwartete Besucher) rund 50 chinesische und internationale Künstler, die zwischen den Medienwelten wandeln und neue Sichtweisen bieten“. 15 ausgewählte Beiträge zu diesen beiden Veranstaltungsreihen werden dann 2017 auch in Frankfurt präsentiert. Die enge Kooperation mit China hat auch wirtschaftspolitische Hintergründe: Hessen hat von allen Bundesländern den größten Anteil von chinesischen Unternehmen, die Niederlassungen in Deutschland unterhalten. www.b3biennale.com

Museen & Institutionen

Bregenz: Billboard-Projekt

Maja Čule, Horizon, Screen Shot

Jährlich lädt das Kunsthaus Bregenz vier jüngere Künstler ein, parallel zu den Ausstellungen im KUB neue Arbeiten für Plakatwände (Biillboards) zu entwickeln. Als zweites Projekt der  KUB Billboards-Serie entwickelte das kanadische Duo Feminist Land Art Retreat" eine neue, ortspezifische Arbeit für die sieben Billboards an der Seestraße in Bregenz" Das Duo "hat sich im Jahr 2010 anlässlich einer Ausstellung über die dritte Welle des Feminismus in Vancouver zusammengetan. Zu diesem Anlass produzierten sie ein Poster im Stil eines Protestplakats, das ein anstehendes Retreat (dt.: Ausflug, Rückzug, Klausur) ankündigte und zwei gespiegelte und auf dem Kopf stehende Abbildungen von Robert Smithsons Spiral Jetty zeigte." Vom 5. August bis zum 31. Oktober 2016 bespielt dann Maja Čule die Billboards an der Seestraße. "Die in New York lebende Künstlerin Maja Čule entfaltet Narrative, die durch das Internet und digitale Technologien verbreitet werden. Ihre Filme, Fotografien, Zeichnungen und Installationen stellen die der gegenderten Bildsprache innewohnenden Sexismen ebenso in Frage wie die Erzeugnisse und Vorstellungen einer »heroischen Erschöpfung« der heutigen Do What You Love-Kultur — eine Ideologie, die davon ausgeht, dass professionelle Identität die letzte uns verbliebene ist und Arbeit die letzte uns verbliebene Möglichkeit, Zeit zu erfahren. In ihrem Film Horizon (2013) baumelt beispielsweise ein Model in einer Endlosschleife von der Dachkante des Trump Building in New York."

Galerien & Auktionshäuser

Zwischenbilanz im Fall Gurlitt

Hildebrand Gurlitt, (Mitte, mit Brille), bei einer Veranstaltung im Düsseldorfer Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, 1949, Foto: Stadtarchiv Düsseldorf

Zwischenbilanz im Fall Gurlitt: bis Ende 2015 untersuchte eine „Taskforce“ den Bestand der Sammlung von Cornelius Gurlitt, der 2014 verstarb. Bei 680 Werken konnte die Herkunft „nicht abschließend“ geklärt werden. Anfang 2016 begann eine Projektgruppe „Provenienzrecherche Gurlitt“ mit der Fortsetzung der Untersuchungen. Träger dieses Projekts ist das Deutschen Zentrums Kulturgutverluste in Magdeburg. Nach einem halben Jahr konnte die Projektgruppe eine erste Zwischenbilanz vorlegen. Von den 680 strittigen Objekten wurden 502 gründlich überprüft, und dabei wurde in 91 Fällen ein „Raubkunst-Verdacht erhärtet“. Damit gelten zum Zeitpunkt Sommer 2016 immerhin 96 Werke aus dem Konvolut als mutmaßliche oder tatsächliche Raubkunst. Die Staatsanwaltschaft München hatte 2012/2013 aus der Wohnung von Cornelius Gurlitt 1.280 Kunstwerke beschlagnahmt. Ausschlaggebend dafür waren Ermittlungen der Steuerfahndung – 2010 hatten Zollfahnder Cornelius Gurlitt bei einer Zugfahrt kontrolliert und 9.000 Euro Bargeld bei ihm gefunden; daraufhin wurden Ermittlungen wegen des Verdachts auf Schwarzgeld aufgenommen. Es stellte sich heraus, dass Gurlitt in München polizeilich nicht gemeldet und auch nicht sozialversichert war. Er besaß außerdem kein Bankkonto und lebte offensichtlich von gelegentlichen Bilderverkäufen aus der Sammlung, die er von seinem Vater Hildebrand Gurlitt geerbt hatte. Dieser gehörte in den 1930er Jahren zu den vier Kunsthändlern, die von der NS-Führung mit der Vermarktung beschlagnahmter Kunstwerke beauftragt wurden. Der Sohn Cornelius Gurlitt hat die Sammlung dem Kunstmuseum Bern vererbt. Dieses kann das Erbe jedoch noch nicht antreten, weil eine Cousine Gurlitts Erbansprüche und Zweifel an seiner Testierfähigkeit geltend macht und darüber einen Rechtsstreit führt.

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