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"DDR expressiv" in Zielona Gora

Als Erich Honecker 1971 Walter Ulbricht als Staatsratsvorsitzenden der DDR ablöste und 1973 zu den Weltjugendfestspielen den Arbeiter- und Bauernstaat als fortschrittlich peäsentiweren wollte, kündigte er in der Kulturpolitik eine Liberalisierung an. Auf einem der SED-Parteitage gab Honecker die Parole aus, „kulturelle Weite und Vielfalt“ seien nun garantiert, und es gäbe auch „keine stilistischen Tabus“, sofern eine „gefestigte sozialistische Grundhaltung“ gewahrt bliebe. Die hehren Worte lösten ab 1973 nicht nur einen Boom an privaten Galeriegründungen in der DDR aus, sondern bei vielen Künstlen auch eine Abkehr von der Doktrin des Sozialistischen Realismus. Dass es parallel zu den "Jungen Wilden" im Westen auch in der DDR eine neo-expressionistische Strömung gab, dokumentiert die Ausstellung "DDR expressiv", die das Museum für Junge Kunst in Frankfurt/Oder im polnischen Zielona Gora in der dortigen BWA Galeria ausrichtet. Laufzeit: 6. bis 29. Mai 2016. Künstlerliste: Solveig Karen Bolduan / Hartwig Ebersbach / Lutz Fleischer / Hubertus Giebe / Hans-Hendrik Grimmling / Klaus Hähner-Springmühl / Angela Hampel / Johannes Heisig / Michael Hengst / Klaus Killisch / Walter Libuda / Holger Lippmann / Frank Maasdorf / Michael Morgner / Hans Scheib / Hans Scheuerecker / Wolfgang Smy / Gerd Sonntag / Ulla Walter / Karla Woisnitza. www.bwazg.pl

Aktionen & Projekte

Trümmerbahnen-Minigolf

Wer will, der kann von Anfang Juni bis September 2016 im Gräflichen Park von Bad Driburg zum Golfschläger greifen und sich auf einer neuen Minigolf-Anlage im Einlochen üben. Das Besondere daran: die Anlage ist ein Kunstwerk, gestaltet von der Künstlerin Ina Weber. Ihre Installation besteht aus 12 Bahnen mit Trümmerhäusern aus Ruinen, geformt aus Beton, Keramik und Glasmosaiken. Es gilt, den Golfball durch kleine Architekturen wie einen Plattenbau, einen Bunker oder eine Strandbar zu schlagen, bis er am Ziel ins übliche Loch rollt. Die Skulpturen sind keine Modelle von echten Häusern, sondern phantasievolle „urbane Versatzstücke, irgendwo in der Stadt gefunden, als 'Trümmerbahnen-Minigolf' inszeniert.“

Hochschulen

Düsseldorfer Fotostudentin ist Best-Stipendiatin

An der Kunstakademie Düsseldorf darf Lucia Sotnikova, Studentin in der Klasse von Prof. Andreas Gursky, das Stipendium des Best-Kunstförderpreises antreten (ein Jahr lang monatlich 1.000 Euro). Jacqueline Hess aus der Klasse Prof. Eberhatrd Havekost und Alicia Viebrock aus der Klasser Herbert Brandl erhalten einen Projektpreis (je 500 Euro).

Personalien

Florian Steininger neuer Direktor in Krems

Florian Steininger übernimmt im Juli 2016 die künstlerische Leitung der Kunsthalle Krems. Im Mai stellt der neue Direktor seine Programmstrategie und erste Ausstellungsprojekte öffentlich vor. Bereits jetzt weiß man, dass er verstärkt auf die Gegenwartskunst setzen wird.

Ausschreibungen

Ausstellungen im Ausland

Das ifa-Institut für Auslandsbeziehungen fördert Ausstellungen zeitgenössischer deutscher Künstler in öffentlichen Museen und nicht-kommerziellen Galerien im Ausland. Die Förderung kann in den Bereichen Transport-, Reise- und Mietkosten für technisches Equipment beantragt werden. Dies gilt für Einzel- uns Gruppenausstellungen, Biennalen und Beteiligungen an internationalen Ausstellungsprojekten. Deadline für Projekte im Jahr 2017 ist der 15. August 2016. Infos und Kontakt: www.ifa.de

Hochschulen

Köln: Runder Tisch

9.000 Besucher zählte man im Kölnischen Stadtmuseum in den ersten drei Monaten der Ausstellung „Endstation Ubierring“ über die Auflösung des Fachbereichs Freie Kunst an den Kölner Werkschulen 1993. Die damalige NRW-Landesregierung -strikt auf regionalen Proporz bedacht – wollte keine zweite Kunstakademie im Rheinland, erhob stattdessen die Außenstelle der Düsseldorfer Akademie im westfälischen Münster zur eigenständigen Kunsthochschule. Anstelle des Fachbereichs Freie Kunst bekam Köln eine Kunsthochschule für Medien. Michael Euler-Schmidt, Vize-Direktor des Kölnischen Stadtmuseums, lud im April 2016 Historiker und Ehemalige zu einem Runden Tisch ein, um die Geschichte der künstlerischen Ausbildung in der Domstadt aufzuarbeiten. Angedacht ist z.B. die Möglichkeit der Unterstützung einer Dissertation.

Aktionen & Projekte

„Was Ihr wollt?“ -Symposium in Weikendorf

Mehr als 600 künstlerische Arbeiten wurden seit den 1980er Jahren im öffentlichen Raum in Niederösterreich positioniert. Darüber und vor allem über die Vermittlung dieser Kunst im öffentlichen Raum ist im Kunstraum Weikendorf am 21. Mai 2016 ein Dialog mit Experten „und Verantwortlichen, die an der Realisierung von Kunstprojekten in Gemeinden beteiligt sind“, geplant. Das Symposion „gibt Einblick in bisherige Verfahrensweisen und daraus resultierende Erfahrungen.“ Die Teilnehmer diskutieren „Formen von Kommunikation..., die auf eine intensive Auseinandersetzung mit Kunst im öffentlichen Raum in ländlichen Gemeinden abzielen.“

Aktionen & Projekte

Zürich meets London

Vom 17. bis zum 21. Mai 2016 findet in London das Festival «Zürich meets London» statt. Vertreter aus Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft der beiden Städte „tauschen sich in ihrem jeweiligen Tätigkeitsbereich aus – unter anderem im Zeichen von Dada. Das Programm umfasst einen kulinarischen Marktplatz, Kunst-Interventionen im Boxring, Jazz-Konzerte, Tanz-Performances, Filmvorführungen sowie wissenschaftliche Workshops und Vorträge.“ So findet im Central Saint Mar-tins College of Art and Design am 21. Mai 2016 zum Abschluss des ZHdK Kunstprojekts In-stant City Reloaded ein zwölfstündiger Dada-Marathon in einem Boxring statt. „In verschiedenen Musikclubs treten Nik Bärtsch & Sha, OY, Ingrid Lukas und Fai Baba auf. Im The Place Theatre kommt eine Tanz-Produk-tion der ZHdK und der London Contemporary Dance School zur Aufführung. Im Institute of Contemporary Arts laufen neben klassischen Dada-Filmen Kurzprojektionen, die Dada aus heutiger Perspektive beleuchten.“ www.stadt-zuerich.de.

Aktionen & Projekte

KunstFestSpiele Herrnhausen

Der Dirigent Ingo Metzmacher ist neuer Intendant der KunstFestSpiele Herrnhausen in Hannover. Die Veranstaltungsreihe bietet eine enge „Verbindung von Musik, Theater, Film, Performance, Ausstellung und Installation“ und geht in den barocken Herrnhauser Gärten mit Orangerie und Galerie vom 13. bis 26. Mai 2016 über die Bühne. Zugleich werden aber auch neue Spielorte erschlossen: für Arnold Schönbergs „Gurre-Lieder“ ist der Kuppelsaal des HCC reserviert, wo zehn Chöre aus Hannover den Abend bestreiten. Das Hagen Quartett gastiert in der Christuskirche, und das Ensemble Modern führt seine Video-Oper „Three Tales“ von Steve Reich und Beryl Korot in der Musikhochschule von Hannover auf. Genaues Programm siehe unter www.kunstfestspiele.hannover.de

Ausschreibungen

Kunstpreis Alzey-Worms

Bis zum 1. August 2016 läuft die Bewerbungsfrist um den Kunstpreis Alzey-Worms (4.000 Euro). Das Thema lautet in diesem Jahr: „Rom, Wein und Worte – alles so nah wie Hiwwel und Terroir“. „Hiwwel“ nennt man in Rheinhessen die dortige Hügellandschaft. Einzureichen sind Fotos und die üblichen Infos auf CD. Weitere Infos und Kontaktdaten: www.kreis-alzey-worms.eu/verwaltung/kunstpreis/ausschreibung.php

Aktionen & Projekte

Pflanzaktion

Nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages sollte das Rheinland nach dem Ersten Weltkrieg eine entmilitarisierte Zone sein; alle Festungsbauten mussten deswegen geschliffen werden, auch die beiden Festungsringe mit preußischen Forts rund um Köln. An ihrer Stelle ließ der damalige OB Konrad Adenauer den Inneren und Äusseren Grüngürtel als Naherholungsgebiet anlegen. Bis heute gilt in der Kölner Kommunalpolitik das Tabu, diese Grünflächen zu bebauen. Einzige Ausnahme: Anfang der 1960er Jahre durfte der 1. FC Köln sein Vereinsheim im Äusseren Grüngürtel errichten. Jetzt will der Fußballclub sein Areal dort erweitern und zusätzliche Trainingsplätze in dem Parkgelände anlegen. Das wird in der Kölner Bürgerschaft kontrovers diskutiert, und der Künstler Achim Mohne wollte dazu ein optisches Zeichen setzen: er griff die Tradition des Maibaum-Aufstellens auf und pflanzte in der Aue am Decksteiner Weiher und auf der Wiese, auf der künftig nach dem Willen des Fußballclubs ein neues Sportstadion sein soll, in zwei nächtlichen Kunstaktionen einen Kirschbaum und drei kleine Birken.

Ausschreibungen

Uckermarker Kunstpreis

Der Uckermarker Kunstpreis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird für Malerei, Plastik und Grafik ausgelobt. Die Sparkasse Uckermark will mit der Ausschreibung die regionale Kunstszene fördern. Bedingungen: die Einreichungen dürfen nur aus den vergangenen beiden Jahren stammen; Skulpturen dürfen nur so schwer sein, dass sie von einer Person bewegt werden können. Deadline: 24. Juni 2016. Kontakt: Dominikanerkloster Prenzlau, Uckerwiek 813, 17291 Prenzlau, leiter@dominikanerkloster-prenzlau.de.

Personalien

Direktorenwechsel am Museum Malmö

Iris Müller-Westermann übernimmt am 1. Januar 2017 die Direktion des Moderna Museet in Malmö. Derzeit ist sie Senior Kurator am Moderna Museet Stockholm. Sie hat dort seit 1997 Ausstellungen u.a. über Rosemarie Trockel, Louise Bourgeois, Jutta Koether und Max Ernst kuratiert.

Ausschreibungen

Stipendium für Kunstvermittlung

Die Berliner nGbK vergibt ab dem 1. Januar Jahr 2017 wieder ein 12monatiges Stipendium für künstlerische Kunstvermittlung. Die Ausschreibung richtet sich anInteressierte... die bereits im Feld der künstlerischen Kunstvermittlung tätig sind und ihre Arbeit als kritische und eigenständige Praxis begreifen, die zu kultur- und bildungspolitischen Instrumentalisierungen auf Distanz geht.  Die institutionelle Anbindung an die nGbK sollte als Möglichkeit betrachtet werden, die eigene vermittelnde Praxis weiter zu erproben...“ Das Stipendium beträgt 1.000 Euro/mtl. brutto zuzüglich 3.000 Euro Veranstaltungsbudget. Deadline ist der 9. Juni 2016. Infos und Kontakt: www.ngbk.de/development/images/stories/PDF/ngbk_kunstvermittlung_ausschreibung_2017.pdf

Preise

Medienkunst-Stipendien

Doireann O’Malley, Amir Yatziv und Zorka Wollny dürfen die Stipendien für Medienkunst am Oldenburger Edith Russ-Haus antreten. O’Malley hatte sich mit ihrem Film Realisierung „Prototypes“ beworben, Yatziv mit „Cold Fronts or Winter Wonderlands?“, eier Drei-D-Simulatio des KZ Auschwitz, und Zorka Wollny mit der intertdisziplinären Performance „Impossible Opera“. In den kommenden Monaten finden nun Gespräche darüber statt, wann die Stipendiaten ihre Werke im Edith-Russ-Haus realisieren und zeigen werden. www.edith-russ-haus.de

Museen & Institutionen

München: Projekt Föhrenwald

Michaela Melián spricht am 10. Mai 2016 im Kunstbau des Münchener Lenbachhauses über Entstehung und Hintergründe ihrer Arbeit »Föhrenwald« (2005). Der Name bezeichnet eine nationalsozialistische Mustersiedlung im Süden Münchens aus den späten 1930er Jahren. Ab 1940 wurde die Siedlung als Lager für Zwangsarbeiter in den benachbarten Munitiosfabriken benutzt. In der Nachkriegszeit brachte man dort jüdische Überlebende unter, die nicht in ihre Heimatländer zurück kehren konnten, und schließlich auch deutsche Heimatvertriebene. "Meliáns Diaprojektion imaginiert einen Spaziergang durch die heutige Siedlung. Die Bilderschleife wird überlagert von einem Soundloop aus Sprache und Musik. Die Basis liefern Texte aus der Entstehungszeit der Bauten, Berichte von Arbeiterinnen der Munitionsfabriken, Interviews mit jüdischen Bewohnern sowie mit den seit 1956 dort angesiedelten Heimatvertriebenen. Für den Soundtrack verwendete Melián Fragmente von Schellackplatten mit klassischen Werken, die von jüdischen Plattenfirmen in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Kulturbund in den Jahren 1931–38 in Deutschland veröffentlicht wurden." Bis zum 12. Juni 2016 ist im Kunstbau des Lenbachhauses Michaela Meliáns Aussellung "Electric Ladyland" zu sehen.

Museen & Institutionen

Klagenfurt: Landesmuseum wird saniert

Als 1884 in Klagenfurt das Landesmuseum für Kärnten eröffnet wurde, fügte Kronprinz Rudolf den Schlussstein ein, weshalb das Gebäude „Rudolfinum“ genannt wird. Wegen eines Wasserschadens und anderer Misshelligkeiten musste es 2014 geschlossen werden. Nun wurde das örtliche Architekturbüro Winkler und Ruck mit einer umfassenden Sanierung beauftragt. Zudem soll das Gebäude mit moderner Museumstechnik ausgestattet werden. Der Beginn der Maßnahmen ist für Ende 2017 angekündigt, und die Wiedereröffnung für 2020. Der Kostenplan sieht Investitionen von 9 Mill. Euro vor.

Museen & Institutionen

Bernd Ribbeck in Ludwigshafen

Bis zum 26. Juni 2016 ist im Wilhelm Hack-Museum Ludwigshafen eine umfassende Ausstellung mit abstrakten Bildern des Berliner Malers Bernd Ribbeck zu sehen. Mit Abreibungen von Farbschichten und Überlagerungen erreicht Ribbeck den Eindruck vin Vielschichtigkeit; die Ablage von Linien verstärken bisweilen eine räumlich-plastische Wirkung wie z.B. bei jenem Bild, bei dem man eine Seitenansicht von Treppenstufen zu sehen meint, ohne dass dies jedoch eine mathematische Perspektiv-Konstruktion ist. Da das Museum als Grundstock seinerr Sammlung vor allem über abstrakte bzw.geometrisch- konstruktive Kunst verfügt, fügt sich diese Wechselaustellung stimmig in das Programmkonzeot ein.

Galerien & Auktionshäuser

Gerhard Mantz: Computersimulationen

Gerhard Mantz interpretierrt die emotionalen Kategorien der Landschaftsbetrachtung am Computer. Was wir bei einem kitschig anmutenden "Postkarten"-Sonnenuntergang empfinden oder die Maler der Romantik im 19. Jh. an Stille aus Ausdruck der Erhabenheit von Natur festhalten wollen, lotet Mantz mit einer digitalen Bildsprache aus. Die Galerie A®tlantis Stuttgart stellt von 12. Mai – 17. September 2016 in einer Einzelausstellung in ihrer Stadt-Galerie Arbeiten aus verschiedenen Themenfeldern des in Berlin lebenden Künstlers aus: Von kleinformatigen Pflanzenstudien über abstrakte Arbeiten, die durch ihr ausgeklügeltes Spiel von Farbe und Form bestechen, bis hin zu Großformaten von Wolkenformationen und Seestücken. www.galerie-artlantis.eu/

Aktionen & Projekte

Ai WeiWei gestaltete Tageszeitungen

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hatte den Künstler AiWeiWei eingeladen, zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai 2016 die Titelseite für deutsche Tageszeitungen zu gestalten. Am 3. Mai 2016 hatten afrikanische Journalisten in Windhoek (Namibia) eine Grundsatzerklärung veröffentlicht, in der freie, unabhängige Medien auf dem afrikanischen Kontinent und in aller Welt eingefordert werden. Die Botschaft dieses Jahrestages lautete, "dass jeder Journalist überall auf der Welt das Recht haben muss, frei und ohne Angst berichten zu können." Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" vergleicht in ihren Jahresberichten die Situation der Pressefreihit in 180 Länsdern. Deutschland liegt 2015 in der Liste auf Platz 12. Im jüngsten Bericht beklagen "Reporter ohne Grenzen" vor allem "gezielte Unterdrückung oder Manipulation der Medien in Konfliktregionen wie der Ukraine, Syrien, dem Irak und den Palästinensergebieten". Ai WeiWei nimmt derzeit eine Gastprofessur in Berlin wahr.

Museen & Institutionen

Bonn: Dialogführung mit Kasper König

Für Mittwoch, den 11. Mai 2016, um 19 Uhr lädt das Kunstmuseum Bonn zu einer Dialogführung ein: Der Ausstellungsmacher und ehemalige Direktor des Museum Ludwig in Köln, Kasper König, begibt sich mit Kurator Dr. Christoph Schreier in einen Diskurs über die aktuelle Ausstellung „Susanne Paesler“. Die Berliner Künstlerin Susanne Paesler "ist zu früh verstorben, um sich in der Kunstwelt einen großen Namen machen zu können." Die jetzige Überblicksausstellung im Kunstmuseum Bonn ist die erste ihrer Art im Rheinland. Zu sehen sind 40 ihrer Werke aus den Jahren 1991 bis 2006. "Auf den ersten Blick ähneln Paeslers Bilder den sich in der Sammlung des Kunstmuseums befindenden Stoffbilder von Blinky Palermo, den stofflichen Malgründen Sigmar Polkes oder Rosemarie Trockels Stick- und Strickbildern. Man kann in ihren Werken auch Zitate von Jackson Pollock und Lucio Fontana erkennen. Woher diese Referenzen rühren und was Susanne Paesler zu einem Kind der postmodernen Zeit macht – auch diesen Fragen soll im Rahmen der Veranstaltung... nachgegangen werden." www.kunstmuseum-bonn.de

Galerien & Auktionshäuser

Berliner Gallery Weekend: gut besucht

Zufrieden können die Organisatoren des Berliner Gallery Weekends sein - man zählte ca. 25.000 Besucher. Neben den 54 offiziellen Teilnehmern hatten auch zahlreiche andere Galerien und Kunsträume ihre Pforten geöffnet. Ein Bericht im "Tagesspiegel" räumt allerdings ein, dass der Besucherstrom zwar viel über das Interesse an zeitgenössischer Kunst, aber wenig über die Kaufbereitschaft der Besucher aussagt. Seitdem die Artforum-Messe eingestellt wurde, begreifen die Veranstalter das letzte Aprilwochenende mit den zahlreichen Vernissagen als Alternative zur Ausrichtung einer Kunstmesse: statt teurer Messekojen bespielt man lieber die eigenen Räume. Und oinnerhalb eines Stadtteils wie Berlin-Mitte können auch alle Adressen bequem fußläufig abgeganhgen werden. Allerdings machen auch Galerien in Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Kreuzberg mit. "Hot Spots sind die Potsdamer Straße, Lindenstraße 34/35, Rudi-Dutschke-Straße, Markgrafenstraße", weiß der "Tagesspiegel".

Hochschulen

Gregor Schneider: "Wen juckt Zensur heute noch?"

Als der Bildhauer Gregor Schneider zur Ruhrtriennale in Duisburg unter dem Titel "Totlast" eine Tunnelröhre inszenieren wollte, sagte der OB Sören Link das Projekt kurzerhand ab - die Idee erinnere zur sehr an das Unglück der Love Parade; die Stadt sei noch nicht reif für solch ein Kunstwerk. Realisiert wurde das Projekt schließlich 2014 in Bochum, doch Gregor Schneider hatte allen Grund, dem Duisburger Politiker Zensur vorzuwerfen. Duisburger Bürger protestierten damals gegen die Bevormundung durch ihren OB, und der Sammler Horst Spankus zog aus Solidarität mit Gregor Schneider seine Leihgaben aus dem örtlichen Lehmbruck-Museum ab. Als Schneider zur Biennale von Venedig 2003 seine Installation "Cube" realisieren wollte, als schwarzen Würfel, der die Kaaba in Mekka und das "Schwarze Quadrat" von Kasimir Malewitsch reflektiert, schritt die Regierung in Rom ein und verbot die Aufstellung. Biennale-Präsident Davide Croff teilte dem Bildhauer per E-Mail mit, in Rom habe man sich dazu entschieden, "aufgrund seiner politischen Natur" auf das Werk zu verzichten. Auch in Berlin empfand man eine Aufstellung vor dem Hamburger Bahnhof als zu heikel - Peter Klaus Schuster, Generaldirektor der Staatlichen Museen, legte sein Veto ein. 2007 zeigte der Künstler dann dieses Werk schließlich auf dem Gelände der Hamburger Kunsthalle, und dies mit ausdrücklicher Billigung des Vorsitzenden der norddeutschen Muslim-Gemeinden: der Islam verbiete nicht die Nachbildung der Kaaba. Im Rahmen der "Münster Lectures" an der Kunstakademie Münster spricht Gregor Schneider am 10. Mai 2016 um 18 Uhr im Hörsaal der Akademie über seine persönlichen Erfahrungen mit Kunstzensur. Provokanter Titel: "Wen juckt Zensur heute noch?"

Biennalen

Berlin Biennale

Klaus Biesenbach rief die Berlin Biennale 1998 ins Leben; Vorbild war der „Aperto“-Bereich auf der Biennale von Venedig als Forum für jüngere zeitgenössische Kunst, zu dessen geistigen Paten wiederum 1980 Harald Szeemann gehörte. Die Organisation der diesjährigen Berlin Biennale (4. Juni bis 19. Sept. 2016) liegt wieder in Händen des KW-Institute for Contempoary Art. Veranstaltungsorte sind verschiedene Adressen in Berlin, als Kuratoren wurde das New Yorker Kollektiv DIS mit den Mitgliedern Lauren Boyle, Solomon Chase, Marco Roso und David Toro berufen. Generell sind die Kuratoren dieser Biennale „aufgefordert sind, in einen Dialog mit der Stadt Berlin, ihrer Öffentlichkeit, den Kunstinteressierten sowie auch mit den Künstlerinnen und Künstlern zu treten.“ DIS hat sich auf kulturelle Interventionen in einer recht großen Spannweite spezialisiert, die von ortsspezifischen Galerie- und Museumsausstellungen bis zu Online-Projekten reicht. Seit 2013 betreibt DIS auch eine Bildagentur, der Künstler Material für den privaten wie kommerziellen Gebrauch zur Verfügung stellen.

Personalien

Frieder Burda 80 Jahre

Frieder Burda, Kunstsammler, feierte seinen 80. Geburtstag. 2004 eröffnete er in seiner Heimatstadt Baden-Baden ein Museum. Seine Sammlung umfasst mehr als 1.000 Werke vom deutschen Expressionismus und dem abstrakten Expressionismus bis zur Kunst nach 1990. Zu den wichtigen Ankäufen aus jüngerer Zeit zählt das „Kanzler-Bild“ von Andreas Gursky.

Biennalen

Dak'Art Biennale

Seit 1992 bzw. 1996 wird eine Biennale für zeitgenössische afrikanische Kunst in Dakar (Senegal) als Dak'Art Biennale ausgerichtet; die historischen Wurzeln reichen bis in die 1970er Jahre zurück, als lokale Künstler begannen, jährliche Ausstellungen zu organisieren. Bei den ersten Biennalen in Dakar war auch Textilkunst noch sehr stark vertreten; darauf verzichten die Ausrichter nun, ebenso auf Häkelobjekte – stattdessen nehmen jetzt die digitalen Künste mehr Raum ein. In diesem Jahr (3. Mai - 2. Juni 2016) nehmen Künstler u.a.aus Südafrika, der Demokratischen Republik Kongo, Burkina Faso, Nigeria, Äthiopien, Malawi und dem Sudan teil, außerdem afrikanische Künstler, die in Europa in der Diaspora leben. Insgesamt sind es 65 Künstler; Kurator ist Simon Njami.

Preise

Hannah Höch-Preis für Cornelia Schleime

Cornelia Schleime erhält den Hannah-Höch-Preis 2016. Der Förderpreis geht an Tatjana Doll. Die beiden Preisträgerinnen stellen vom 25. November 2016 bis zum 24. April 2017 in der Berlinischen Galerei aus. Schleime gehörte seinerzeit zur Gegenbewegung gegen die offizielle Kunstpolitik in der DDR und siedelte 1984 von Ostberlin in den Westteil der Stadt über. Dort vollzog sie zunächst ihre in der DDR zurück gelassenen Werke nach, bevor sie sich in den 1990er Jahren auf großformatige Porträts und Figurenbilder konzentrierte. Tatjana Doll setzt sich in ihren großformatigen Bildern mit der Massenkultur auseinander.

Aktionen & Projekte

Women at Work

Vom 13. Mai bis zum 14. Juli 2916 ist im Oldenburger Edith-Russ-Haus für Medienkunst eine Gruppenausstellung mit Werken von Olga Chernysheva, Im Heung-soon, Wendelien van Oldenborgh und Anette Rose zu sehen. „Die Ausstellung soll zu den Diskussionen über das Verhältnis zwischen feministischen Ideen und der gegenwärtigen Situation erwerbstätiger Frauen vor dem Hintergrund globaler Ökonomien und sich schnell verändernder Gesellschaften beitragen.“ Ein Symposium „Burnout Feminism?“ begleitet das Projekt. Noch immer arbeiten auch in den Industrieländern vor allem Frauen in sogenannten „Leichtlohngruppen“ - im schlecht bezahlten Reinigungsgewerbe oder an der Supermarktkasse sind fast nur Frauen beschäftigt. Außerhalb Europas ist die Ausbeutung von Frauen als billiger Arbeitskraft noch prekärer – wie es z.B. in vielen asiatischen Textilfabriken zugeht, wird immer wieder in den Medien dargestellt. Die Ausstellung „strebt eine zeitgemäße Reflexion über zentrale Fragen der Frauenemanzipation an und kombiniert unterschiedliche künstlerische Praktiken und Herangehensweisen. Dabei setzt sich die Ausstellung mit den klassischen feministischen Idealen von Gemeinschaftlichkeit, Solidarität und Gleichheit in Zeiten von 'verführten' und kommerzialisierten Feminismen auseinander.“ www.edith-russ-haus.de

Biennalen

Berlin Berlinale gibt Künstlerliste bekannt

Am 3. Juni 2916 beginnt die aktuelle Berlin Biennale. Die Veranstaltung wird zum neunten Mal ausgerichtet. Sie „will die Paradoxien greifbar machen, die die Welt im Jahr 2016 zunehmend prägen: das Virtuelle als das Wirkliche, Nationen als Marken, Menschen als Daten, Kultur als Kapital, Wellness als Politik, Glück als Bruttoinlandsprodukt und so weiter. Sie wird dafür an verschiedenen Orten, die immer auch einen Hauch von der „Paradessenz“ (Paradox + Essenz) unserer Zeit verströmen, Gestalt annehmen: In der Akademie der Künste, der ESMT European School of Management and Technology, der Feuerle Collection, auf dem Fahrgastschiff Blue-Star der Reederei Riedel und in den KW Institute for Contemporary Art.“ Eingeladen sind 120 Künstler: # 69, Antoni Abad Halil,  Altindere Ei Arakawa in collaboration with Dan Poston, Stefan Tcherepnin, Korakrit Arunanondchai/Alex Gvojic, atelier le balto, Armen Avanessian/Alexander Martos in collaboration with Christopher Roth åyr, Will Benedict, Julien Ceccaldi Centre for Style in collaboration with Anna-Sophie Berger, Burkhard Beschow & Anne Fellner, Max Brand, Rare Candy, Susan Cianciolo, Marlie Mul, Liam Osborne, H.B. Peace & Kate Meakin, Joshua Petherick, Lin May Saeed, Eirik Sæther Brody Condon CUSS Group in collaboration with ANGEL-HO, FAKA, Megan Mace NTU, sowie Kathleen Daniel Debora Delmar Corp., Simon Denny, Cécile B. Evans,Nicolás Fernández, Lizzie Fitch/Ryan Trecartin, Simon Fujiwara, GCC, GUAN Xiao, Calla Henkel/Max Pitegoff, Camille Henrot, Yngve Holen, Calla Henkel/Max Pitegoff, Camille Henrot, Yngve Holen, Alexa Karolinski/Ingo Niermann, Josh Kline, Korpys/Löffler, Nik Kosmas, Christopher Kulendran Thomas, M/L Artspace, Shawn Maximo, Ashland Mines, New Scenario Katja Novitskova, Trevor Paglen/Jacob Appelbaum, Juan Sebastián Peláez, Adrian Piper, Alexandra Pirici, Josephine Pryde, Puppies Puppies, Babak Radboy, Jon Rafman, Timur Si-Qin Lucie Stahl, Hito Steyerl, TELFAR, Wu Tsang, Anna Uddenberg, Amalia Ulman, Anne de Vries. Außerdem stehen auf der Liste: Anthem: Abu Hajar, Halil Altindere, Math Bass, Lizzi Bougatsos & Brian Degraw, Elysia Crampton, Lizzie Fitch/Ryan Trecartin, Isa Genzken, Juliana Huxtable, Kelela, Nguzunguzu, Adrian Piper, Fatima Al Qadiri, Carles Santos, Jacolby Satterwhite, Hito Steyerl, Total Freedom, Amalia Ulman, Nick Weiss und andere LIT: Will Benedict, Dora Budor, Cao Fei, Simon Dybbroe Møller, Roe Ethridge, Hood by Air, Bjarne Melgaard, Zanele Muholi, Johannes Paul Raether, Torbjørn Rødland, Akeem Smith, Martine Syms, Stewart Uoo Open Workout: Nina Cristante, Sabine Gottfried, Nik Kosmas, Lesley Moon, Helga Wretman Not in the Berlin Biennale: Frank Benson, Asger Carlsen, Casey Jane Ellison, Roe Ethridge, Avena Gallagher, Tilman Hornig, Chris Kraus, Bjarne Melgaard, Jason Nocito, Sean Raspet, Andrew Norman Wilson, Anonymous, Anonymous, Anonymous. bb9.berlinbiennale.de

Aktionen & Projekte

Interval °8 - Performance-Festival in Essen

In Essen kann man am 10. Juni 2016 im Rahmen des Kulturpfadfestes im Glückaufhauspark und am 11. Juni im Kunstraum ERDgesachoss (Essen - Rüttenscheid, Emmastr. 1a) dem Interval-Festival beiwohnen und Performances von Vivian Chinasa Ezugha Bartolomé Ferrando Esther Ferrer, Markus Goessi (CH) Eunhye Hwang sowie Nicolas Puyjalon sehen. Die sechs Künstler „spannen hier den Bogen zwischen Performance Kunst als Prozess und körperlicher Präsenz im Hier und Jetzt“. Die Initiatorin Marita Bullmann „sieht die Organisation von Performancefestivals und -projekten als Teil ihrer künstlerischen Arbeit, daher ist Interval nicht nur ein Performance-Kunst Plattform sondern auch die Erweiterung der eigenen künstlerischen Handlungsstrategie. Für sie stellt die Performance-Kunst erneut mit ihrer Virulenz eine wichtige Position in der zeitgenössischen Kunst dar. Immer dort wo Kunst und Leben radikal interagieren...“ www.paersche.org

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