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Aktionen & Projekte

Skulpturenpark Waldfrieden

HENRY MOORE, Reclining Figure No. 7, Copyright: Henry Moore Foundation

Tony Cragg hat in Wuppertal im Park einer ehemaligen Fabrikantenvilla den „Skulpturenpark Waldfrieden“ eingerichtet. Dort finden regelmäßig Wechselausstellungen mit Bildhauerei und Installation statt. Vom 9. April bis zum 9. Oktober 2016 wird das Gelände mit mehr als dreißig Arbeiten von Henry Moore bespielt, die einen Ausschnitt aus dreißig Jahren seines Schaffens repräsentieren. Die Exponate sind Leihgaben der Henry Moore Foundation und bieten die seltene Gelegenheit, sich auch Gipsplastiken anzuschauen, die der Künstler als Vorstufen seiner Werke sah und eigentlich nicht für Ausstellungszwecke schuf. Heute aber können sie durchaus als „Werke für sich“ beurteilt werden, da Moore selbst irgendwann begann, sie nachträglich zu kolorieren und als Originalwerke zu akzeptieren. „Bezeichnenderweise sind die Markierungen des Künstlers am Gips viel besser sichtbar als an der Bronze, so dass die Skulpturen eine weitaus organischere, mitunter sogar narbige Erscheinung annehmen. Einige bildhauerische Ideen hat Moore sogar ausschließlich in Gips gestaltet, wobei diese ungleich weniger bekannten Gipsarbeiten auch nicht in das systematische Werkverzeichnis seiner Skulpturen aufgenommen wurden.“ www.skulpturenpark-waldfrieden.de

Museen & Institutionen

Düsseldorf: E.On steigt als Sponsor aus

Museum Kunstpalast Düsseldorf, Fotoquelle: Wikipedia/Raimond Spekking

Der Energiekonzern E.on kündigte an, nach Auslaufen des Sponsorenvertrags Ende 2017 aus der Förderung des Museum Kunstpalast Düsseldorf aussteigen und dann den jährlichen Betriebskostenzuschuss von 750.000 Euro streichen zu wollen. 2018 und 2019 unterstützt der Konzern nur noch zwei größere Ausstellungen. Damit endet eine öffentlich-private Partnerschaft nach 20 Jahren. Als Grund wird der bevorstehende Umzug des Unternehmens nach Essen und die „operative Aufspaltung“ des Konzerns genannt: Unter dem bisherigen Namen E.On betreibt der eine Konzernteil von Essen aus sein Kerngeschäft mit erneuerbaren Energien, Netzen und Kundenlösungen sowie das „Altgeschäft“ mit der Nuklearenergie. Von der Essener Zentrale aus kümmern sich 43.000 Mitarbeiter um diese Geschäftsfelder. Abgespalten wird das neue Unternehmen Uniper. Es verbleibt mit 14.000 Mitarbeitern in Düsseldorf und focussiert sich auf internationale Stromerzeugung und den globalen Energiehandel. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, hat der Konzern innerhalb von zehn Jahren drastische Einbußen an Eigenkapital hinnehmen müssen: betrig das finanzielle Polster 2007 noch stolze 55,1 Milliarden Euro, so sind es jetzt nur noch 20,2 Milliarden. „Der Anteil am Gesamtkapital beträgt damit nur noch 18 Prozent. Für die kapitalintensiven Geschäfte mit Kraftwerken und Stromnetzen ist das viel zu wenig“, so die „Wirtschaftswoche“. Kritiker im Kunstbetrieb, die von Anfang an in solchen Partnerschaften zwischen öffentlichen Museen und privaten Geldgebern keine sinnvolle Alternative zur Finanzierung aus öffentlichen Etats gesehen haben, können sich nun bestätigt fühlen, was die langfristige Verlässlichkeit angeht – die aber beim Museum Kunstpalast immerhin doch zwei Jahrzehnte andauerte: streichen bei finanziellen Engpässen klamme Stadtkämmerer in kommunalen Haushalten als erstes den Kulturetat zusammen, weil die Kulturförderung keine staatliche Pflichtaufgabe ist, so müssen Sponsoren aus der Privatwirtschaft ähnlich handeln, sobald aus dem geldhahn nichts mehr fließt, sondern nur noch tröpfelt: Schon 2013 musste der frühere E.On-Manager Harry Schmitz als kaufmännischer Geschäftsführer beim Museum Kunstpalast einen rigiden Sparkurs einführen. Ein Jackson-Pollock-Gemälde, das E.On dem Kunstpalast als Dauerleihgabe zur Verfügung stellte, wurde vom Konzern 2014 für 8 Mill. Euro versteigert. www.smkp.de

Kulturpolitik

Hilfe für Wiederaufbau von Palmyra

Palmyra, Fotoquelle: Wikipedia/James Gordon, Lizenz: CC-BY-SA 2.0

Die ersten archäologischen Funde in Palmyra stammen aus der Jungsteinzeit; die antike Stadt im heutigen Syrien wurde in den Annalen assyrischer Könige und im Alten Testament erwähnt, und in der Zeit des Imperium Romanum erlebte sie im 1. Jh. n. Chr. ihre wirtschaftliche und kulturelle Hochphase. Das Streben nach Unabhängigkeit von Rom scheiterte 273 n. Chr. und endete mit einer vollständigen Zerstörung durch römische Truppen. 1980 wurde die Ruinenstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. 2015 sprengten die Terror-Milizen des IS-Islamischer Stadt historische Bauwerke in die Luft: Der Baal-Tempel und anderer antike Relikte sind für sie ein verhasstes Symbol des Unglaubens. Nach der Rückeroberung Palmyras durch die syrische Armee Ende März 2016 einigten sich der russische Staatspräsident Wladimir Putin, der syrische Präsident Baschar al-Assad und die UNESCO-Leiterin Irina Bokowa darauf, dass russische Pioniere mit Suchrobotern und Spürhunden in den nächsten Monaten die Welterbestätte von Minen befreien sollen. Für die Restaurierung und den Wiederaufbau bot Putin ebenfalls die Mithilfe russischer Spezialisten an. Als eine der ersten Maßnahmen dienen Drohnen-Aufnahmen und Begehungen vor Ort der Feststellung, welchen Umfang die Zerstörungen aufweisen. Auch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist bereit, auf Anforderung durch die UNESCO und durch die syrische Antikenverwaltung Spezialisten für die Rekonstruktion zu entsenden.

Kulturpolitik

Italien will Kulturdenkmäler besser schützen

Kolosseum in Rom, Fotoquelle: Wikipedia/Foto: David Illiff, Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Nach den Terroranschlägen am 22. März 2016 in Brüssel beschloss die italienische Regierung, bis zum Jahr 2018 rund 300 Mill. Euro in einen besseren Schutz der 20 wichtigsten Kulturdenkmäler zu investieren. Neben einer Verstärkung des Wachpersonals und der Überwachung durch Carabinieri sind auch technische Maßnahmen wie der Einsatz von Metalldetektoren und eine verbesserte Videoüberwachung vorgesehen. Die beschlossenen Maßnahmen werden u.a. im Kolosseum von Rom umgesetzt, an den Ausgrabungen von Pompeji, der Akademie-Galerie in Venedig und den Uffizien von Florenz.

Kulturpolitik

Brüssel, die Stadt, der Terror und der belgische Surrealismus

Brüssel-Ixelles, Rue du Trone, Foto: Raap

Je suis Bruxelles – Ik ben Brussel Eine U-Bahnlinie gab es noch nicht, als ich in den 1980er Jahren häufig aus privaten Gründen mit dem Auto nach Bruxelles fuhr – die Autobahn aus Richtung Aachen geht in eine Ausfallstraße über, die am Place Rond Point Schuman endet, ein großzügig angelegter Kreisverkehr am Gebäude der EU-Kommission. Man muss sich in dem hektischen Verkehr geschickt auf die linke Abbiegespur zur Rue de la Loi einfädeln, an der 200 oder 300 m weiter heute die U-Bahnstation Maelbeek liegt, an der am 22. März 2016 Terroristen ein Bombenattentat verübten – am frühen Morgen gegen 8 Uhr fast zeitgleich zu dem anderen Anschlag auf dem Flughafen Zaventem. Mehr als 30 Menschen kamen dabei ums Leben, die meisten an jener Station Maelbeek, die in einem Viertel mit lauter Bürohäusern liegt, so dass dort am frühen Morgen vor Arbeitsbeginn immer eine hohe Frequenz an Fahrgästen und Passanten herrscht – ein Indiz dafür, dass die Terroristen nicht nur die Orte, sondern auch den Zeitpunkt ihres Anschlags so perfide gewählt haben, um eine möglichst hohe Zahl an Opfern zu erreichen. Biegt man kurz hinter der Station Maelbeek in die Rue d'Arlon ab und überquert man die Rue Belliard, an der das Goethe-Institut liegt, steuert man auf den Gare du Luxembourg zu, im Volksmund Gare Léopold genannt. Hier hat der spätere Surrealist Paul Delvaux in den frühen 1920er Jahren in expressionistischer Manier die Gleisstränge hinter dem Bahnhof gemalt, den Rangierbetrieb mit Dampflokomotiven in kaltem Nebel und mit Güterwaggons auf den Abstellgleisen. Am Bahnhofsvorplatz gab es in den 1980er Jahren noch viele billige Hotels und Kneipen – hier habe ich mir in einer dieser typischen Brüsseler Bierschwemmen 1986 das Endspiel um die Fußballweltmeisterschaft zwischen Deutschland und Argentinien angeschaut. Ich war der einzige deutsche Gast in dieser Brasserie während der TV-Übertragung, und der deutsche Torwart Toni Schumacher wurde von den belgischen Gästen bei jedem Ballkontakt heftig ausgebuht. Heute verbringen in diesen Lokalen am Bahnhofsvorplatz EU-Beamte in schwarzen Anzügen und ihre Sekretärinnen die Mittagspause. Es sind inzwischen schicke Bistros, mit entsprechend hohen Preisen für einen Vorspeisenteller Tomaten met grijse garnaalen/Tomates aux crevettes grises oder einen „Toast Cannibale“ mit Rinder-Tatar, dem man ein wenig Mayonnaise untermischt. Von dem Bahnhofsgebäude ist nur noch die historische Fassade stehen geblieben; denn der Gleisstrang dahinter, den Paul Delvaux vor 95 Jahren gemalt hat, wurde unterirdisch verlegt und mit einem protzigen Klotz für das Europaparlament überbaut. Vor 30 Jahren führte mein Weg am Bahnhof vorbei regelmäßig weiter in den Stadtteil Ixelles über das holprige Straßenpflaster der Rue d'Idalie, vorbei an wackligen Abbruchhäusern bis zur Rue du Trone. Ich gelangte in ein Viertel mit düsteren, staubig-grauen Häusern aus der Gründerzeit, die jene bürgerliche Behäbigkeit ausstrahlten, die man aus den Bildern von Paul Delvaux und René Magritte herauslesen kann – hier wirkte vor 30 Jahren Bruxelles noch ein bisschen wie eine launische alte Dame mit schwarzer Spitzen-Stola an einem verregneten Sonntag. Inzwischen ist diese Gegend von den stadtplanerischen Ausfransungen des Quartier Européene vereinnahmt worden, das sich mit der unverfrorenen Gefräßigkeit seiner Bürokraten in die Altbauviertel ausgedehnt und diese dabei baulich so brutal verändert und sozial so gründlich gentrifiziert hat, wie man es aus deutschen Großstädten in diesem Ausmaß bisher nicht kennt. Ich erinnere mich, dass damals, irgendwann Ende der 1980er Jahre, nach einem Anschlag auf ein israelisches Reisebüro die Polizei im Vorort Ixelles ganze Straßenzüge mit quer gestellten Mannschaftswagen abriegelte und dann mit Maschinenpistolen bewaffnet Razzien in den Araberkneipen durchführte. Jeder, der irgendwie verdächtig wirkte, wurde mit hartem Griff von der Theke weggezerrt und ohne viel Federlesens in diese Mannschaftswagen verfrachtet. Damals waren solche martialischen Razzien aber noch ziemlich selten, und Ixelles mit seinem bunten Nebeneinander von Belgiern, Marokkanern und Schwarzafrikanern wirkte wie ein Modellversuch für die Utopien einer multikulturellen Gesellschaft – der afrikanische Supermarkt auf der Rue Goffart hatte Scheiben vom Elefantenrüssel und Antilopenfleisch in der Tiefkühltruhe, und der Ladeninhaber riet mir, das Fleisch vier Stunden lang zu kochen, aber es war dann immer noch zäh. 1945, am Ende des Zweiten Weltkriegs, war Belgien in der Wirtschaftsstatistik das reichste Land Europas, wegen seiner Schwerindustrie und wegen seiner Rohstoffe aus der Kongo-Kolonie. Inzwischen ist aber auch in Belgien das Industriezeitalter vorbei, mit all seinen ökonomischen und kulturellen Umwälzungen. Der Stadtteil Molenbeek ist von der Brüsseler Innenstadt durch den Canal Bruxelles-Charleroi getrennt. Das Viertel hat sich seit dem 19. Jahrhundert als Arbeiterviertel entwickelt und heute den Ruf, eine Islamisten-Hochburg zu sein. Die Gebäude ehemaliger Fabriken säumen den Quai auf der Molenbeek-Seite. Dass hier längst keine Industrieproduktion mehr stattfindet, mag eine der Ursachen für die hohe Arbeitslosigkeit im Stadtteil sein. Ähnlich wie die Banlieus von Paris, so ist auch hier die Perspektivlosigkeit der sozial Deprivierten ein Nährboden für eine Radikalisierung, wie auch die anderen Modernisierungsverlierer auf die Parolen rechter Demagogen hereinfallen. Was sich in diesen sozialen Brennpunkten mit ihren Tendenzen zur Entwicklung von Parallelgesellschaften abspielt, beschrieb der Züricher „Tagesanzeiger“ nach den Attentaten vom 22. März 2016 mit den Worten: „Es ist ein Rendezvous mit der Globalisierung, mit der Realität der Kriege und Konflikte rund um Europa. Ein Europa, das zerfällt und sich fragmentiert wäre noch blinder und ungeschützter gegenüber dieser Bedrohung.“ Die Utopien von der heiteren Multi-Kulturalität sind in den sozialen Verteilungskämpfen untergegangen. Man kann auf der Brüsseler Seite des Kanals mit der Straßenbahn am Quai entlang fahren, wenn man denselben Weg nehmen will, den seinerzeit René Magritte von seiner Wohnung im Stadtteil Jette jeden Samstag mit der Tram Nr. 81 fuhr, um im Café Greenwich in der Rue de Chartreux Nr. 7 Schach zu spielen. Magritte wohnte mit seiner Frau in den 1930er Jahren in der Rue d’Esseghem, wo man die frühere Wohnung als kleines Museum rekonstruiert und zur Besichtigung frei gegeben hat, und wenn man dort die reihenhausgesäumten Straßen durchstreift, in der Magritte seinerzeit seinen Hund spazieren führte, hat man das Gefühl, an der Atmosphäre einer ruhigen, kleinbürgerlichen und etwas langweiligen Vorstadtidylle habe sich in all den Jahrzehnten wenig geändert. Eine Zeitenwende scheint hier jedenfalls noch nicht stattgefunden zu haben. Das Café Greenwich ist nicht weit von dem imposanten Gebäude der Börse entfernt. Die Straßenbahn fährt heute aber nicht mehr exakt dieselbe Strecke wie zu Magrittes Zeiten vom Friedhof Cimetière de Jette in die Brüsseler Innenstadt. Man muss jetzt nämlich am Gare du Midi in die Linie 51 einsteigen, die von der Endstation „van Haelen“ nach „Heysel“ fährt, um zu Magrittes damaliger Wohnadresse zu gelangen. Zu seinen Besuchen im Café Greenwich hatte René Magritte oft ein Bild mitgebracht, das er gerade fertig gemalt hatte, um es seinen Freunden dort zu zeigen. Die Runde am Cafétisch hatte sich jedes Mal für dieses neue Bild einen Titel ausgedacht, und Magritte hatte dann die Einfälle auf der Rückseite mit Kreide notiert, um sich später für einen dieser Titelvorschläge zu entscheiden. Ein anderes Stammcafé von René Magritte, in dem er auch seine allererste Ausstellung hatte, ist das „La Fleur en Papier Doré“ in der Rue des Alexiens 53. Dieses Café existiert heute noch. Vom Grote Markt mit dem berühmten Brüsseler Rathaus im Stil der Brabanter Gotik aus sind es nur wenige Minuten Fußweg bis zu diesem Lokal, das seinerzeit ein regelmäßiger Treffpunkt der belgischen Surrealisten und nach dem Zweiten Weltkrieg auch ein Stammlokal von Künstlern der „Cobra“-Gruppe war. Dicht gedrängt hängen überall kleine und mittelgroße Rahmen mit Briefen, Collagen, Gedichten, Ausstellungsankündigungen, Urkunden, Reproduktionen von Bildern und mit anderen Drucken, dazwischen Tafeln mit Sinnsprüchen. Über dem Durchgang zum Thekenraum hängt eine Tafel mit dem Text: „Jedermann hat das Recht, 24 Stunden am Tag frei zu sein“.

Galerien & Auktionshäuser

Zürich: Preissprung bei Altmeister-Malerei

Michaelina Wautier, Selbstporträt mit Esel, um 1640, Privatsammlung (Ausschnitt)

Kapriolen in der Preisentwicklung meldeten die Medien in der jüngsten Vergangenheit häufig beim Handel mit zeitgenössischer Kunst – der Markt mit den Alten Meistern galt hingegen eher als solide; und vor allem Werke des 19. Jh. sind im Vergleich mit Kunst der Gegenwart auch heute immer noch recht günstig, denn vieles bleibt noch im fünfstelligen Bereich: Beim Züricher Auktionshaus Koller wechselte kürzlich eine Waldlandschaft von Jean-Baptiste Camille Corot für 84.500 Schweizer Franken den Besitzer. Eine Bleistiftzeichnung mit Baum-Motiv von Caspar David Friedrich, einst im Besitz der Kunsthalle Mannheim, kam auf 65.000 Euro. In der Kategorie der altniederländischen Meister konnte das Auktionshaus Koller hingegen einen gewaltigen Preissprung verbuchen. Von der flämischen Malerin Micheelina Wautier (1617-1689) ist nur ein recht schmales Oeuvre von 25 Bildern bekannt und auch nur wenig über ihre Biografie. Immerhin weiß man, dass sie in Brüssel arbeitete und zu Lebzeiten vier Bilder an den Erzherzog Leopold Wilhelm verkaufte. Eines ihrer raren Werke versteigerte das Auktionshaus Koller 2003 für 54.000 Euro – damals ein Höchstpreis für diese Künstlerin. Und jetzt kam das Porträt eines Jesuiten-Missionars gar für 480.000 Franken unter den Hammer, und für den gleichen Preis auch ein Stillleben von Osias Beert (ca. 1560-1623/24), der in Antwerpen wirkte und in der Kunstgeschichte immerhin als der erste Vertreter eines autonomen Stilllebens gilt. Etablierte Namen erzielen auch im Bereich der Fotografie weiterhin gute Preise. So erfolgte bei einem handkolorierten Marylin Monroe-Porträt von Bert Stern der Hammerschlag bei 23.000 Franken. Die nächste Auktion bei Koller mit „Post War and Contemporary“ ist am 25. Juni 2916. Am selben Tage werden dort auch Grafik, Multiples und Fotografie versteigert. www.kollerauktionen.ch

Personalien

Zaha Hadid gestorben

Zaha Hadid 2011, Fotoquelle: Wikipedia/Knight Foundation

Zaha Hadid, britisch-irakische Architektin, starb im Alter von 65 Jahren. Sie hatte als erste Frau 2004 den renommierten Prizker Prize erhalten und 2009 den japanischen Praemium Imperiale. Ihre beruflichen Anfänge absolvierte sie im Büro von Rem Koolhaas; 1980 eröffnete sie ihr eigenen Architekturbüro. Internationale Berühmtheit erlangte sie 1993 mit dem Entwurf für das Feuerwehrhaus des Vitra-Werks in Weil am Rhein; zu ihren wichtigsten Bauten zählen auch das das Rosenthal Center for Contemporary Arts in Cincinnati, das Nationalmuseum für moderne Kunst MAXXI in Rom, das Opernhaus im chinesischen Guangzhou und das Schwimmstadion für die Olympischen Spiele in London 2012.

Kulturpolitik

Berlin: Architekten protestieren gegen Museumswettbewerb

Modell Kulturforum Berlin, Foto: © SPK/C. Fritzsche, Courtesy Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Am Berliner Kulturforum entsteht unweit des Potsdamer Platzes in der Nachbarschaft der Neuen Nationalgalerie ein Museum des 20. Jh. Die Bestände der Nationalgalerie zur Kunst des 20. Jahrhunderts, die Sammlungen Marx und Pietzsch, Teile der bei den Staatlichen Museen angesiedelten Sammlung Marzona sowie Werke aus dem Kupferstichkabinett können dann ab 2022 erstmals in der Neuen Nationalgalerie und im geplanten Neubau zusammenhängend gezeigt werden. Zum Ideenwettbewerb reichten 460 Architektenbüros Entwürfe ein. Das Preisgericht prämierte im Februar 2016 zehn Einreichungen, für die nächste Phase werden außer ihnen noch weitere acht bis zwölf Teams eingeladen. Außerdem können sich noch weitere Büros über einen internationalen Wettbewerb qualifizieren. In einem Offenen Brief forderte der BDA-Bund Deutscher Architekten Berlin unlängst „grundlegende Änderungen in der Ausschreibung für den Realisierungswettbewerb des Museums“. Die Architekten monieren die bislang mangelnde „Möglichkeit der Entwicklung eines übergeordneten städtebaulichen Konzepts einschließen. Zudem sollte der Wettbewerb nicht an ein ÖPP-Verfahren gekoppelt werden.“. Die bisherigen Ergebnisse des Ideenwettbewerbs würden die „Befürchtungen“ des BDA bestätigen: „Sowohl in Bezug auf die preisgekrönten Entwürfe als auch allgemein lässt sich feststellen, dass die vielfältigen, an das Grundstück unmittelbar angrenzenden städtebaulichen Schwierigkeiten wie die Potsdamer Straße, die Piazetta, die Einbindung der Matthäikirche etc. mit der vorliegenden Festlegung des Grundstücks nicht überwunden werden konnten.“ Ein vorgeschalteter Städtebauwettbewerb sei jedoch „politisch nicht erwünscht“, beklagen sich die Unterzeichner. Sie wünschen sich nun für das zweite Wettbewerbsverfahren wenigstens die Focussierung auf ein „Gesamtkonzept“, das weitere gestalterische Maßnahmen in der Zukunft zuließe: „Es geht hier nicht nur um ein Museum, nicht nur um den Dialog mit den Ikonen der Moderne, es geht um einen neuen Mittelpunkt der Stadt Berlin.“

Preise

Kulturpreis der Ritter-Stiftung

Max Messemer, Foto: Courtesy Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung

Max Messemer wurde mit dem Kulturpreis der Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung für Bildende Kunst bedacht (15.000 Euro). Die Auszeichnung ist mit einer Einzelausstellung im Weytterturm Straubung verbunden. Die Preisverleihung findet am 17. Juni 20916 statt. Der Künstler hat sich auf temporäre Interventionen spezialisiert: „Die eingesetzten bildnerischen Mittel wie Malerei, Skulptur, Installation, Foto, Video oder Performance hängen nicht nur von ihm als Künstler selbst ab, sondern vor allem auch von den Veranstaltungsorten.“ www.ritter-stiftung.org

Personalien

Museumsstiftungsvorstand in Bern: zwei neue Berufungen

Zentrum Paul Klee in Bern, Fotoquelle: Wikipedia/Florian Arnd

Nina Zimmer wird am 1. August 2016 die erste künstlerische Direktorin der in einer Dachstiftung zusammengefassten Institutionen von Kunstmuseum Bern (KBM) und Zentrum Paul Klee (ZKP). Thomas Soraperra wurde zum kaufmännischen Leiter dieser Dachstiftung berufen. Die gemeinsame Stiftung der beiden Institute wurde vor einem Jahr gegründet. www.bgbern.ch

Museen & Institutionen

Van de Velde: Arbeitszimmer rekonstruiert

Henry van de Veldes Arbeitszimmer im Haus Hohe Pappeln, Rekonstruktion (Blick nach Nordwest), Foto: Alexander Burzik, Weimar © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

1908 stattete Henry van de Velde im Weimarer Haus Hohe Pappeln sein Arbeitszimmer mit hölzernen Einbauschränken und anderem Mobiliar aus. Nach einem Umzug 1917 wurden große Teile der Einrichtung entfernt. Die Klassik Stiftung Weimar veranlasste eine Wiederherstellung des Originalzustands, die zwei Jahre in Anspruch nahm und unlängst abgeschlosssen wurde. Die ständige Ausstellung „Die Wiederherstellung des Arbeitszimmers von Henry van de Velde“ ist dort bis zum 29. Oktober 2016 öffentlich zugänglich. www.klassik-stiftung.de

Preview

Gereon Krebber im Museum Folkwang

GEREON KREBBER, o. T. (Drei Becken), Stellprobe mit Modellen, Foto: Museum Folkwang, 2015

Gereon Krebber, Professor für Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie, zeigt in seinen Arbeiten ein besonderes Interesse für „die formale Logik seiner Materielaien, ihrer räumlichen Qualität oder ihrer Oberflächenbeschaffenheit“ (Julia Höner). Im Museum Folkwang Essen kontrastiert er nun die Architektur des Chipperfield-Gebäudes mit der Stofflichkeit von Kunststoffe, Bauholz und Aluminium. Mit seiner Installation bespielt er vom 8. April bis zum 24. Juli Teile des Foyers und die beiden Innenhöfe des Neubaus.

Hochschulen

Künstlerhilfe

Arbeit von YRD.works

Yacin Boudalfa, Ruben Fischer und David Bausch von YRD.works, Malte Sänger sowie Patrick Raddatz, Studenten und Absolventen an der HfG Offenbach, wurde mit der Preis des Frankfurter Vereins für Künstlerhilfe e.V. zugesprochen. Das Preisgeld beträgt 6.000 Euro zur Unterstützung ihres Starts in die berufliche Unabhängigkeit. www.hfg-offenbach.de

Ausschreibungen

Helmut Baumann Atelier Stipendium 

Das Göppinger Helmut Baumann Atelier Stipendium ist mit der Realisierung eines künstlerischen Projektes kombiniert. Es besteht aus der mietfreien Überlassung eines Wohnateliers mit 4 Räumen (Küche und Bad). Hierzu gewährt die Helmut Baumann-Stiftung monatlich 500.- Euro. Die Dauer des Stipendiums hängt von der Vorbereitungszeit und Produktion des zu realisierenden Projekts ab. Deadline: 15. April 2016. Kontakt: Kunsthalle Göppingen, Marstallstr. 55, 73033 Göppingen, E-Mail: kunsthalle@goeppingen.de, Infos: www.goeppingen.de/,Lde/start/Kultur/Helmut+Baumann+Stipendium.html

Hochschulen

Beleuchtungskonzept

Staatslicht, Beleuchtungskonzept für die Hessische Staatskanzlei

Unter der Leitung von Peter Eckart, Professor für Produktdesign und Integrierendes Design an der HfG Offenbach, mit Unterstützung von Matthias Friedrich, Lichtdesigner bei LUNALICHT Karlsruhe, haben Studenten der HfG Offenbach ein Beleuchtungskonzept für die Hessische Staatskanzlei in Wiesbaden entwickelt. Bei der Aufgabenstellung ging es um eine zeitgemäße Ausleuchtung der historistischen Fassade eines ehemaligen Hotel-Palais. www.hfg-offenbach.de

Messen & Märkte

World Art Dubai

Skyline von Dubai, Fotoquelle: Wikipedia/Tim Reckmann

Vom 6. bis zum 9. April 2016 versammelt die World Art Dubai 150 Aussteller, die vor allem Sammler und andere Kunstinteressierte aus dem Mittleren Osten ansprechen wollen. Das Programm bietet dazu entsprechend eine Mischung aus regionaler und globaler Kunst. Interaktive Beiträge und Außenskulpturen runden dieses Programm ab. www.worldartdubai.com

Messen & Märkte

MiArt Milano

Die MiArt in Mailand (8. bis 10. April 2016) wird von Emmanuela Forlin als Ausstellungsmanagerin und von Vincenzo de Bellis als künstlerischem Direktor geleitet. Der Hallenplan ist in die Sektionen „Established“ mit internationalen Galerien, „Decades“ mit Teilnehmern, die eine bestimmte kunsthistorische Dekade des 20. Jh. repräsentieren, THENnow (kuratierter Bereich, auf Einladung) und „Emergent“ mit jungen Galerien aufgeteilt. www.miart.it

Kulturpolitik

Museumsbund: Jubiläum

Eckart Köhne, Foto: Deutscher Museumsbund

Der Deutsche Museumsbund feiert in diesem Jahr sein 100jähriges Bestehen. Er hat heute 825 Institutionen als Mitglieder und 2000 Personen, die viele weitere Museen repräsentieren. Für die nähere Zukunft sieht Museumsbundchef Eckart Köhn vor allem Anlass zur Moderniserung der Vermittlungprogramme: „Bei der Digitalisierung gibt es Nachholbedarf, auch angesichts eines veränderten Publikums.“ Denn das sich in den Schulen die Unterrichtsinhalte verändert haben, kann ein Museumsprogramm nicht mehr in jenem Maße auf ein Bildungsbürgertum zugeschnitten werden wie vierzig Jahren, als die ersten museumspädagogischen Dienste eingerichtet wurden. Kunstverkäufen aus öffentlichem Kulturbesitz erteilt Köhne eine Absage: „Die Bilder wurden mit Steuergeldern bezahlt und sollten keine Spekulationsobjekte sein. In der Preiskategorie sind sie nicht mehr zu ersetzen.“ www.museumsbund.de

Hochschulen

Portikus-Ausstellung

Shahryar Nashat bespielt den Portikus der Frankfurter Städelschule vom 23. April bis zum 19. Juni 2016. Im Mittelpunkt vieler Werke des Schweizer Künstlers iranischer Abstammung steht der menschliche Körper, den er in einer Interaktion mit dem Raum inszeniert. In anderen Arbeiten verbindet er auch Sachaufnahmen mit musikalischen Kompositionen, z.B. in einem Video, das die Herstellung einer Betonplatte zeigt. www.staedelschule.de

Museen & Institutionen

Fernand Léger und Heimo Zobernig im Kölner Museum Ludwig

Fernand Léger, The Divers, 1943, Harvard Art Museums/Fogg Museum, Gift of Mr. and Mrs. Josep Lluís Sert, Foto: Imaging Department, Courtesy of President and Fellows of Harvard College, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Das Kölner Museum Ludwig feiert in diesem Jahr sein 30jähriges Jubiläum: Ende der 1960er Jahre kam die Sammlung Ludwig mit dem Schwerpunkt Pop Art von Aachen nach Köln und wurde zunächst an das Wallraf-Richartz-Museum angegliedert. 1986 wurde der Neubau neben dem Dom eingeweiht - die Stadt Köln hatte sich dem Stifterehepaar Ludwig gegenüber verpflichtet, für die Sammlung adäquate räumliche Voraussetzungen zu schaffen. Heute nutzt das Museum Ludwig das Gebäude allein; das Wallraf-Richartz-Museum bekam 2001 ein eigenes Gebäude. Im Jubiläumsjahr zeigt das MUseum Ludwig in diesen Wochen zwei bemerkenswerte Ausstellungen: bis zum 22. Mai 2016 ist Heimo Zobernigs Installation "Hier und Jetzt" zu sehen. Der Künstler entwickelte "für den öster­reichischen Pav­il­lon der Bien­nale in Venedig 2015 zwei raum­greifende sch­warze Ein­baut­en an Bo­den und Decke, die das Ver­hält­nis von Kör­pern im Raum lustvoll be­fra­gen. Ein Teil des radikalen, dabei min­i­mal­is­tischen Ein­baus wird ins Mu­se­um Lud­wig trans­feri­ert. Der maßstabs­ge­treue Nach­bau di­ent hi­er als Präsen­ta­tions­sock­el für die Skulp­turen-samm­lung des Mu­se­ums." Gleichzeitig ist vom 9. April bis zum 3. Juli 2016 "Malerei im Raum" die erste Überblicksausstellung zu den Wandmalerien von Fernand Lèger. "Die in­ten­sive ma­lerische Au­sei­nan­derset­zung mit dem ge­baut­en Raum war für den gel­ern­ten Ar­chitek­turzeich­n­er Léger von höch­ster Be­deu­tung. Von Légers Be­streben die Malerei über die Grenzen der Staf­felei hi­naus zu er­weit­ern und in den sozialen Raum und in die Ar­chitek­tur zu in­te­gri­eren zeu­gen eine Vielzahl an re­al­isierten und nicht-re­al­isierten Pro­jek­ten." www.museum-ludwig.de

Ausschreibungen

Atelierstipendium Esslingen

Der Landkreis Esslingen fördert mit einem dreijährigen Atelierstipendium junge bildende Künstler Für den Zeitraum von August 2016 bis Juli 2019 können vier Stipendien neu vergeben werden, mit denen kostenlos Ateliers im Kulturpark Dettinger in Plochingen zur Verfügung gestellt werden.Die Bewerber sollen aus dem Landkreis oder der Region Stuttgart kommen und ein vielversprechendes Potential für eine künstlerische Weiterentwicklung aufzeigen. Jeder Stipendiat präsentiert Werke aus der Atelierzeit zum Abschluss in einer öffentlichen Ausstellung. Bewerbungsschluss ist der 8. April 2016. Infos und Anforferung bewerbungsunterlagen über: www.landkreis-esslingen.de/,Lde/start/kultur/Stipendiaten.html

Museen & Institutionen

Geta Brătescu: Geburtstagsausstellung

Geta Brătescu, Alteritate, 2002/2011, Fotografie, 9-teilig, je 50 x 50 cm, Copyright: Courtesy die Künstlerin, Ivan Gallery und Galerie Barbara Weiss, Foto: Aurora Kiraly

Geta Brătescu (Jahrgang 926) gilt als Grand Dame der konzeptuellen Kunst Rumäniens. Zu ihrem 90. Geburtstag richtet die Hamburger Kunsthalle ihr eine umfassende Werkschau aus, die wichtige Schlüsselwerke und Werkserien aus über sechs Jahrzehnten versammelt. „Brătescu arbeitet sowohl abstrakt als auch gegenständlich, kleinteilig wie raumgreifend, und bedient sich unterschiedlicher Medien wie Zeichnung, Fotografie, Film, Stoffarbeit, Skulptur. Sie selbst versteht sich vor allem als eine Zeichnerin im Dienst der Linie...“ Die Ausstellung läuft vom 30. April bis zum 7. August 2015. www.hamburger-kunsthalle.de

Preview

Rita McBride in der Düsseldorfer Kunsthalle

Rita McBride, Foto: H.-N. Jocks

Vom 9. April bis zum 26. Mai 2016 zeugt die Bildhauerin Rita Mc Bride ihre Ausstellung "Gesellschaft" in der Kunsthalle Düsseldorf. Seit den 1980er Jahren befasst sich die Künstlerin "mit den Schnitt­stel­len von in­dus­tri­el­lem De­sign, mi­ni­ma­lis­ti­scher Skulp­tur, mo­der­nis­ti­scher Ar­chi­tek­tur, öf­fent­li­chen Räumen und den Leerstellen, die diese erzeugen". In bildhauerischer Hinsicht ist nicht nur das Produkt mit seinen formalästhetischen Kategorien entscheidend, sondern eben­so "die Pro­zes­se und Si­tua­tio­nen, aus de­nen sie her­vor­ge­hen. Das Wech­sel­ver­hält­nis von Ar­chi­tek­tur und Kunst ist Teil ei­nes kom­ple­xen Sys­tems, in dem po­li­ti­sche und kul­tu­rel­le Macht­struk­tu­ren be­fragt und her­aus­ge­for­dert wer­den..." Die jetzige Ausstellung besteht aus Skulpturen und Installationen der Jahre 1997 bis 2015. www.kunsthalle-duesseldorf.de

Biennalen

Manifesta Zürich

CHRISTIAN JANKOWSKI auf der Pressekonferenz zur Manifesta 11, Seebad Enge, Zürich, Sept. 2015, Foto: Copyright Livio Baumgartner

Die Manifesta 11 Zürich ist für den 11.6.–18.9.2016 angekündigt. Zum ersten Mal in der Geschichte dieser Biennale wurde mit Christian Jankowski ein einzelner Künstler als Kurator ernannt. Unter dem Titel „What People Do For Money: Some Joint Ventures“ will er Künstler mit Angehörigen verschiedener anderer Berufssparten zusammen führen. Inhaltlich stehen dabei die Fragen im Mittelpunkt: „Inwiefern sind Berufe prägend für die eigene Identität? Welchen Stand hat der eigene Beruf in der heutigen Gesellschaft und Kultur?“ Der amerikanische Künstler und Designer John Arnold plant z.B. für die Manifesta in Zusammenarbeit mit einem Ein-Sterne-Chefkoch eine Neuinterpretation von Speisen für Staatsbanketts und spielt dabei mit dem phonetischen Gleichklang von „Imbiss“ und „Embassy“ (Botschaft). Angekündigt sind 35 Neuproduktionen, die als Ausstellungsorte die jeweiligen Arbeitsplätze haben. Daneben fungieren das Löwenbräukunst-Areal (Migros Museum für Gegenwartskunst, LUMA Westbau / POOL etc. und Kunsthalle Zürich), das Helmhaus und das Cabaret Voltaire als Hauptausstellungsorte. Den Kern bildet eine schwimmende Plattform im Zürichsee („Pavillon of Reflections“). „Seit der ersten Manifesta-Ausgabe vor 20 Jahren stellen die Initiatoren immer das kritische Denken, die wissenschaftliche Recherche und das künstlerische Experiment in den Vordergrund. Ihr hoher Vermittlungsanspruch und das umfangreiche Begleitprogramm sichern den Dialog mit jüngeren Kunstinteressierten sowie einem 'kunstfremden' Publikum.“. Jankowskis kuratorisches Konzept „beruht auf drei Grundsätzen, die auch für seine künstlerischen Untersuchungen richtungsweisend sind: Kollaborationen, dem Einbinden von Publikumsgruppen jenseits des traditionellen Kunstpublikums sowie der Reflektion von massenmedialen Formaten.“ s. hierzu auch das Interview von Max Glauner mit Christian Jankowski in "Kunszforum international" Bd. 239, S. 38 ff. www.manifesta11.org

Aktionen & Projekte

Die Unbeugsamen

Lela Ahmadza, Exponat in der Ausstellung „Die Unbeugsamen“, Stiftung Michael Horbach, Köln (Ausschnitt)

Nur zwei oder drei Provinzen in Afghanistan gelten derzeit als relativ sicher. Andere Gebiete werden zu großem Teil von den Taliban beherrscht und terrorisiert, indem sie der dortigen Bevölkerung ihr archaisches Weltbild aufzwingen. Auch die Hauptstadt Kabul ist immer noch Schauplatz „von brutalen Angriffen durch radikale Kräfte“. Frauen, die in dieser extrem patriarchalisch geprägten Kultur „für ein Leben in Freiheit alles riskieren“, geraten immer wieder ins Visier der radikalen Eiferer. Die Fotografin und Multimedia-Künstlerin Lea Ahmadzai hat vier afghanische Frauen aus unterschiedlichen sozialen Schichten porträtiert: eine Bäckerin, eine Parlamentsabgeordnete, eine Polizistin und Filmproduzentin sowie eine Schauspielerin und Sängerin. Die Kölner Stiftung Michael Horbach zeigt in ihren Kunsträumen die Multimedia-Ausstellung „Die Unbeugsamen“ vom 10. April bis zum 25. Mai 2016. www.michael-horbach-stiftung.de

Biennalen

Triennale di Milano

Triennale di Milano 1933, Impluvium, Fontana di Mario Sironi

Die Triennale von Milano (2.4. bis 12. 9. 2016) hat eine lange Tradition: schon 1923 fand im Vorort Monza eine Triennale statt, seit 1933 firmiert sie unter ihrem heutigen Namen „Triennale di Milano“. Die diesjährige 21. Veranstaltung der Reihe steht unter dem Motto „Design after Design“, umfasst aber außer Ausstellungen aus dem Design-Bereich auch noch Programm-Beiträge zur Kunst, Architektur, Mode, Kommunikation und Film. Inhaltlich geht es um das „Design in einer globalisierten Welt“, und dies vor allem unter dem Einfluss der Folgen der Wirtschaftskrise von 2008: Wie wirkt sich dies z.B. auf die Produktionsbedingungen im Fernen Osten aus? Dorthin hatten seit Jahren viele Produzenten ihre Herstellungsprozesse ausgelagert, dies aber wohl nicht nur wegen der niedrigeren Löhne, sondern auch, um besseren Zugang zu den dortigen Märkten zu haben (aus dem gleichen Grund unterhalten z.B. deutsche Autokonzerne Fabriken in den USA). Somit thematisiert diese Triennale nicht nur die ästhetischen Aspekte von Design, sondern vor allem die enge Verzahnung von Kreativität, Innovation und Ökonomie. www.21triennale.org

Museen & Institutionen

Candice Breitz im Kunstmuseum Stuttgart

Candice Breitz, Working Class Hero (A Portrait of John Lennon), 2006, Foto: Courtesy Kunstmuseum Stuttgart

Arbeiten der Foto- und Videokünstlerin Candice Breitz sind im Kunstmuseum Stuttgart unter dem Titel "Ponderosa" bis zum 28. August 2016 zu sehen. Die Ausstellung umfasst "einen retrospektiven Überblick zum Schaffen von Candice Breitz (*1972 in Johannesburg, lebt in Berlin). Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht oft die Auseinandersetzung mit den komplexen Prozessen, die den Menschen in seinem jeweiligen sozialen und kulturellen Kontext prägen, wobei die bekanntesten Werke den Einfluss populärer Massenkultur auf die Identitätsbildung des Einzelnen untersuchen. Ihre mehrkanaligen Videoinstallationen bestehen dabei sowohl aus Found-Footage-Montagen, bei denen sie Sequenzen aus Musikvideos, Fernsehserien und Kinofilmen neu zusammensetzt, als auch aus Filmmaterial, das die Künstlerin selbst produziert. Die große Sonderausstellung spannt einen Bogen von den 1990er-Jahren bis heute und veranschaulicht die Entwicklung von Breitz’ Œuvre. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf Arbeiten, die sich mit der Wirkung von Popmusik auf ihre Zuhörer beschäftigen..." www.kunstmuseum-stuttgart.de

Preview

Osnabrück: Systems of Weight

Ernesto Pujol, Baptism, 2009, Skowhegan, Maine, USA. Foto: Ernesto Pujol

Der Performancekünstler Ernesto Pujol entwickelt für die Kunsthalle Osnabrück die Gemeinschaftsperformance „Systems of Weight“ als kollektive Erfahrung stillen Gehens. Der meditative Charakter dieser Performance könne „die Leichtigkeit und Schwere von Vergangenheit und Vergangenem erfahrbar machen“, so hofft der Künstler, der auch lange Jahre als Sozialarbeiter wirkte und daraus Bezüge zu seinen kollaborativen Performances entwickelt. Die Kunsthalle von Osnabrück nutzt für ihr Programm eine ehemalige Dominikanerkirche. „Ortsbezug bedeutet für Ernesto Pujol, die dokumentierten, nicht dokumentierten und undokumentierbaren Geschichten eines Ortes zu erschließen, ihren Geheimnissen, eingeschriebenen Erfahrungen von Gewalt, Schmerz, Trauer, aber auch den Energien von psychischer Heilung und existenzieller Freude nachzugehen. In Vorbereitung auf das Projekt in Osnabrück hat er unterschiedliche historische Orte im Umkreis besucht, sich mit historischer Literatur beschäftigt und eine Ortsbefragung begonnen.“ Die Performance dauert von Sonnenaufgang am Samstag, 4. Juni 2016 bis Sonnenuntergang am darauffolgenden Sonntag, 5. Juni 2016: „Das Publikum wird den Raum still betreten und wieder verlassen“. www.osnabrück.de/kunsthalle

Museen & Institutionen

Andernach: Bewerbung um Museumsneubau

Stadtmuseum Andernach, Fotoquelle: Wikipedia/Xocolatl (talk)

Das 1936 eröffnete Stadtmuseum Andernach benötigt dringend einen Neubau. 2016 wollen die Stadtoberen einen neuen Anlauf nehmen und sich um eine Förderung aus dem Bundesprogramm „Investition in nationale Projekte des Städtebaus“ bewerben. Wie die „Rhein Zeitung“ berichtet, spricht Bürgermeister Claus Peitz lieber von einem „Erlebniszentrum“, weil eine solche Vokabel attraktiver klingt: „Heimatmuseen erfahren nicht mehr den gleichen Zuspruch wie früher“, klagt der Bürgermeister nämlich.

Personalien

Fotografin in Afghanistan erschossen

Anja Niedringhaus, Foto: Martin Ritzmann

Anja Niedringhaus, Fotografin und Pulitzer-Preis-Gewinnerin, wurde bei einem Mordanschlag in Afghanistan erschossen. Der mutmaßliche Täter ist offenbar ein Polizist, der offenbar gezielt auf die Fotojournalistin und eine kanadische Kollegin schoss, die dabei schwer verletzt wurde.

Preise

Klangkunstpreis der Burgauer-Stiftung

Julian Sartorius

Julian Sartorius, Schlagzeuger und Klangforscher, nahm den Förderpreis 2016-2018 der Erna und Curt Burgauer Stiftung entgegen (30.000 Schweizer Franken). Das Preisgeld fließt in die Erforschung neuer Formen des Schlagzeugs. Der Berner Künstler erforscht Klänge, indem er „sein Schlagzeugset mit Sammelstücken aus aller Welt“ präpariert. „In Zusammenarbeit mit Schlagzeugbauern, Schlossern und Handwerkern soll zum Beispiel über verschiedene Systeme die Tonhöhe der Trommeln verändert werden oder mittels neuer Materialien neue Möglichkeiten zur Veränderung des Klanges erprobt werden.“

Personalien

Stoschek Collection: Dependance in Berlin

Julia Stoschek, Foto: S. Kallnbach

Julia Stoschek eröffnet zum Beginn der Berlin Berlinale Anfang Juni 2016 eine Dependance für ihre Sammlung mit Videokunst, Fotoarbeiten und Installationen in Berlin. Standort ist das ehemalige tschechische Kulturinstitut in der Leipziger Straße, wo bislang der Club Konzulát Publikum anlockte. Die Sammlerin erklärte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“, dass Düsseldorf weiterhin Hauptsitz der Julia Stochek Collection bliebe, dass sie aber zugleich ebenso „dort präsent sein“ wolle, „wo die meisten Interessenten für mein aktuelles Programm sind. Das ist nun mal Berlin“. Zur Berlin Berlinale ist dort eine Gruppenausstellung mit 40 Werken von 18 Künstlern zu sehen. www.julia-stoschek-collection.ne

Biennalen

Manifesta 11: Künstlerliste

Visualisierungen der Aussenansicht Cabaret der Künstler – Zunfthaus Voltaire. © Manifesta 11/ETH Assistenzprofessur Prof. Dr. Alex Lehnerer

Was mache ich für Geld? Was macht meine Arbeit gleichzeitig aus mir? Die in Zürich repräsentierten Arbeitsfelder und ihr Verhältnis zur Kunst sind Untersuchungsgegenstand des kuratorischen Konzeptes, das Christian Jankowski für die Manifesta 11 entwickelt hat. In gut zwei Monaten, am 11. Juni 2016, eröffnet Manifesta 11 in Zürich. Wie heute in einer grossen Präsentation vor viel Publikum in der Zürcher Berufsfeuerwehr vorgestellt wurde, laufen die Vorbereitungen für die internationale Kunstausstellung auf Hochtouren: Die Neuproduktionen, die zwischen Künstler und Künstlerinnen aus aller Welt und Zürcher Berufsleuten entstehen, konkretisieren sich. So arbeitet der katalanische Künstler Carles Congost mit der Zürcher Berufsfeuerwehr und reflektiert in seinem Film Simply the Best den Unterschied zwischen Berufung und Lohnarbeit. Maurizio Cattelan arbeitet zusammen mit einem paralympischen Athleten, Teresa Margolles mit einer transsexuellen Sexarbeiterin, Marguerite Humeau mit einem Ingenieur für Robotik und Shelly Nadashi mit einer Literaturlehrerin zusammen. Zu den teilnehmenden Künstlern zählt auch der französische Schriftsteller Michel Houellebecq. In Zusammenarbeit mit einem Arzt nimmt er die Manifesta-Besucher mit auf einen minutiösen Check-Up seines Körpers. Die Liste der Künstler und Künstlerinnen der Manifesta 11 ist jetzt online.

Preise

Wolfgang Hahn-Preis an Huang Yong Ping

Huang Jong Ping

Huang Yong Ping gilt als einer der wichtigsten Vertreter der chinesischen Avantgarde. „Seine Arbeiten enthalten subtile Querverweise zwischen konzeptueller, westlich geprägter und traditioneller fernöstlicher Kultur.“ Am 12. April 2016 nimmt er im Kölner Museum Ludwig den Wolfgang Hahn-Preis entgegen. Mit der Auszeichnung verbunden ist der Ankauf eines Werks für das Museum. Der Preisträger lebt seit 1989 in Paris. Das KUNSTFORUM-Gespräch „Chan ist Dada, und Dada ist Chan oder ein Jahr der Einsamkeit“, das Heinz-Norbert Jocks mit dem Künstler führte  - jetzt als Leseprobe. www.museum-ludwig.de

Biennalen

Soonsbeek 2016: Künstlerliste

Ruangrupa, Ruru Huis Arnhem, Foto: Courtesy Stichtung Sonsbeek Sonsbeekpark, Fotoquelle: Wikipedia/Ciell

Vom 4. Juni bis 18. September 2016 findet im Sonsbeekpark, im Museum Arnhem und an verschiedenen Orten innerhalb der niederländischen Stadt Arnheim die Ausstellung „Sonsbeek '16 -transaction“ statt. Ausrichter ist die Stichting Sonsbeek; Kuratoren sind die Mitglieder des indonesischen Kollektivs ruangrupa. Die erste Ausstellung dieser Reihe wurde bereits 1949 durchgeführt. Seitdem war eine Entgrenzung der Kunst aus dem rein musealen Raum zugunsten von Projekten im öffentlichen Raum immer ein wichtiger Schwerpunkt gewesen. Auch jetzt reflektieren die Kuratoren „aktuelle, gesellschaftliche Themen im Arnheimer Kontext“. Auf diese Weise erfahren sie selber „etwas über die Stadt und ihre Bewohner. Dafür schließt sich ruangrupa mit gut vierzig renommierten Künstlerinnen und Künstlern aus zweiundzwanzig Ländern zusammen. Im Sonsbeekpark werden Kunstinstallationen zu sehen sein, die größtenteils begehbar sind und für die Dauer der Ausstellung auch als Plattform dienen, u.a. für Lesungen, Workshops und Performances. Künstlerliste: Richard Bell, Maze de Boer, Rossella Biscotti, Kevin van Braak, Cinema Caravan, Louie Cordero (Philippinen), Shilpa Gupta, Zbigniew Libera, Folkert de Jong, KUNSTrePUBLIK, Eko Prawoto, Slavs & Tatars, Rob Voerman, Eva Kotatkova, Agung Kurniawan, Tiffany Chung, Charles Lim, Tayeba Lipi, Otobong Nkanga, Jean Gabriel Periot, Marco Paulo Rolla, Roy Villevoye & Jan Dietvorst. www.sonsbeek.org

Preise

Kurt Schwitters-Preis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung

Theaster Gates, Foto: Sara Pooley

Theaster Gates, amerikanischer Künstler mit einer Spezialisierung auf urbane Projekte, wurde für den Kurt Schwitters- Preis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung 2017 ausgewählt (25.000 Euro). Gates wurde „vor allem mit seinen ‚Dorchester Projects‘ in seinem Heimatort Chicago und zuletzt auf der documenta 13 mit seinem Projekt im ‚Hugenotten-Haus‘ einen großen Publikum bekannt...“ Er „aktiviert mit seinen urbanen Projekten wie in Chicago oder Kassel sozialpolitische Energien, die ganze Stadtviertel verändern können.“ Die Jury würdigte seinen „ausgesprochen interdisziplinären Ansatz, die ungewöhnlichen Arbeitsmaterialien, das Arbeiten und Denken in und mit Räumen, seine performative Praxis und die gesellschaftspolitische Zielrichtung seiner Kunst...“ Die Preisverleihung findet Ende 2017 statt.

Biennalen

Christa Steinle ist Kommissarin für die Biennale von Venedig 2017

Christa Steinle, Foto: BKA/Andy Wenzel

Josef Ostermayer, Bundesminister für Kunst und Kultur in Österreich, berief die Kunsthistorikerin Christa Steinle zur Kommissarin für den österreichischen Pavillon auf der Biennale von Venedig 2017. Steinle war von 1998 bis 2011 Leiterin der Neuen Galerie in Graz. Sie hat Brigitte Kowanz und Erwin Wurm ausgewählt, den Pavillon zu bespielen. Die Kommissarin betonte, dass "beide Künstler in den letzten Jahrzehnten bedeutende österreichische Beiträge zu internationalen Kunstströmungen entwickelt und den Diskurs maßgeblich mitgeprägt haben. So habe Brigitte Kowanz den Bildbegriff durch ihre Lichtkunstwerke immateriell und Erwin Wurm den Skulpturenbegriff mit Skulptur-Installationen materiell erweitert."

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NO, IT IS! William Kentridge

William Kentridge und Philip Miller: Paper Music, 2014. Video still from projections © Courtesy the artist

Der Südafrikaner William Kentridge ist Filmemacher,  Regisseur und bildender Künstler. Sein interdisziplinäres Gesamtwerk wird nun im Rahmen der Berliner Festspiele vorgestellt. Ausstellungen, Performances und Lectures sind im Berliner Martin-Gropius-Bau für den Zeitraum 12. Mai bis 21. August 2016 und im Haus der Berliner Festspiele vom 5. bis 17. Juli 2016 bei Foreign Affairs - International Performing Arts Festival angekündigt. „In seiner Performance-Reihe ‚Drawing Lessons‘ erzählt der Künstler von seiner speziellen Art zu arbeiten und aus seinem politischen Umfeld von der Apartheid bis heute. Die ‚Drawing Lessons‘, die William Kentridge in einem Marathon selbst aufführen wird, sind autobiographische Lectures, hybride Kunstwerke zwischen Theater, Film, Zeichnung und Quintessenz seiner transdisziplinären Arbeitsweise und der Nucleus des in Berlin präsentierten Werkes.“ www.gropiusbau.de

Personalien

Anselm Kiefer in der Albertina

Anselm Kiefer, Foto: Heinz-Norbert Jocks

Anselm Kiefer hat derzeit bis zum 19. Juni 2016 eine umfassende Retrospektive in der Wiener Albertina. Gegenüber dem Sender SWF betonte der 71jährige die künstlerischen Qualitäten des ausgereiften Alterswerks: er hoffe auf sein „richtiges Werk, das bald kommt“; auch van Gogh habe die besten Bilder in den letzten drei Jahren seines Lebens gemalt. In Bans 238 hat Heinz-Norbert Jocks ein ausfühliches Interview mit Kiefer geführt. Es ist als Textprobe auf unserer Website /www.kunstforum.de) nachlesbar. www.albertina.at

Hochschulen

Gregor Schneider wird Professor in Düsseldorf

Gregor Schneider, Foto: Helga Meister

Gregor Schneider tritt zum Sommersemester 2016 eine Professur für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf an. Er wird dort Nachfolger von Tony Cragg. Schneider war bislang Professor an den Kunsthochschulen von Berlin und München und ist seit 2015 auch Mitglied der nordrhein-westfälischen Akademie der Künste. Seine Rauminszenierungen sind oft unheimlich und verstörend konzipiert und politisch brisant: in seiner Heimatstadt Mönchengladbach-Rheydt kaufte er das Geburtshaus des NS-Ideologen Joseph Goebbels, ließ es abreißen und stellte den Schutt 2015 in Warschau aus. www.kunstakademie-duesseldorf.de 

Preise

Dr.-Erich-Salomon-Preis

Rolf Nobel, Foto: Copyright Thilo Nass

Rolf Nobel, Professor für Fotografie an der Hochschule Hannover, nimmt am 17. Juni 2017 den Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) entgegen. Die Preisverleihung findet im Rahmen des LUMIX-Festivals für jungen Fotojournalismus in Hannover statt. Dort präsentiert die Galerie für Fotografie (GAF) mit der Ausstellung „Vom Aufhören und Weitermachen“ Arbeiten aus Nobels umfangreichem Werk neben Arbeiten von Studierenden. www.dgph.de

Ausschreibungen

Sommerakademie Venedig vergibt Stipendienplätze

Die Internationale Sommerakademie für Bildende Künste und Medien | Venedig findet mitten in Venedig im Renaissancepalast Palazzo Zenobbio statt. Von 20. Juni bis 17. Juli werden 14 unterschiedliche Meisterklassen angeboten. Die Sommerakademie vergibt dieses Jahr 9 Stipendienplätze an junge talentierte Künstler für die Klassen mit den Schwerpunkten Innovation und Experiment: Skulptur I mit Willie Bester, New Media Art mit Jens Barth und Art & Performance mit Jay Pather. Die Einreichfrist ist der 31. Mai 2016. Bewerbungen unter www.sommerakademievenedig.com/files/talents.pdf

Messen & Märkte

Förderprogramm der Art Cologne

Art Cologne 2015, Foto: Courtesy Koelnmesse

Mit dem Förderprogramm „New Positions“ bietet die Art Cologne seit 1980 dem künstlerischen Nachwuchs die Chance, Arbeiten in eigenen Förderkojen neben den Ständen ihrer Galeristen zu präsentieren. Zur 50. Ausgabe der Messe (14. bis 17. April 2016) hat die Fachjury 14 solcher Positionen nominiert. Zusätzlich wird einer der Teilnehmer an diesem Förderprogramm mit dem „ART COLOGNE Award for NEW POSITIONS“ ausgezeichnet: das Preisgeld von 10.000 Euro ist für eine Einzelausstellung in der Kölner artothek gedacht. Während der diesjährigen Art Cologne stellt Sabrina Frisch, Preisträgerin von 2015, dort aus. Viele der Förderkünstler „!arbeiten interdisziplinär und zeichnen sich durch besondere Experimentierfreude aus. Ungewöhnliche Materialien dienen als Ausdrucksmittel künstlerischen Schaffens, das seinen Ausgangspunkt häufig in der eigenen Biographie findet. Gleichzeitig werden gesellschaftliche Phänomene und politische Entwicklungen in Fotografien, Performances, Aktionen und partizipativen Projekten reflektiert.“ In diesem „New Positions“-Programm sind diesmal Melanie Bonajo, Andreas Duscha, Henrik Eiben, Gerrit Frohne-Brinkmann, Toulu Hassani, Simon Mathers, Fabian Herkenhoener, Monika Michalko, Peter Miller, Katarina Sévic, Sara Sizer, Luke Willis Thompson, Ma Yujiang sowie Maltes Zenses vertreten. www.artcologne.de

Messen & Märkte

Kölner Liste 

CARLSWERK KÖLN-MÜLHEIM, Kupferhütte, Fotoquelle: Wikipedia/Beos6

Neu ist eine Foto-Sektion auf der diesjährigen Kölner Liste (15.-17. 4. 2016). Sie gehört seit Jahren zum festen Bestandteil der Mutterveranstaltung „Berliner Liste“ und bereichert nun auch den Kölner Messeableger. „Ziel des Formates ist es, auf Fotografie spezialisierten Galerien sowie Fotokünstlern ein internationales Forum zu bieten.“ Kurator ist der Fotograf und Kunstsammler Stefan Maria Rother. Neben seiner Tätigkeit als freischaffender Fotograf ist er Studiengangsleiter der Medienfotografie an der School of Entertainment and Technology, SET und Lehrbeauftragter für Fotografie an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee. Die Kölner Liste wird parallel zur Art Cologne im Carlswerk Köln-Mülheim ausgerichtet. www.koelner-liste.org.

Messen & Märkte

Far Off Cologne

Ehemaliger Verschiebebahnhof Köln-Ehrenfeld, Foto: Raap

Für eine Off-Messe, gar Off-Off-Messe, ist der ehemalige Güterbahnhof Köln-Ehrenfeld an der Vogelsanger Str. der ideale Ort: auf der riesigen Brachfläche tummeln sich bis zur anstehenden Neubebauung die Betreiber eines Trödellagers, eine Initiative aus dem grün-alternativen Milieu, die hier in Holzkisten einen „Gartenbahnhof“ angelegt hat, und die Initiative „Jack on the Box“, die hier diverse Kulturveranstaltungen der freien Szene durchführt. Die Halle von „Jack in he Box“ dient vom 14. bis zum 17. April 2016 als „experimentierfreudige Netzwerk- und Verkaufsplattform für aktuelle Kunst“. Far Off Cologne nennt sich die „neue Kunstmesse für Gegenwartskunst“, die 20 professionelle Galerien, Produzentengalerien, Kunsträume, Kunstvereine und Off-Spaces versammelt. „Während vier Tagen entsteht ein Pop-Up-Store in dem Plastiken, Malereien, Grafiken und Objekte gehandelt werden und wo sich die Protagonisten im Kunstbetrieb vernetzen... Mit einem vollgepackten Lineup internationaler Künstler und spannender Positionen aus Köln“ verspricht das Programm „unterhaltsame Tage mit Performances, Sound Art, Video-/Filmkunst, Bar+Essensständen und Aftershow-Parties“. www.faroff.de

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