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Preise

Kardinal König-Kunstpreis

JULIA HALLER mit Erzbischof Franz Lackner, Foto: Erzdiözese Salzburg

Julia Haller empfing aus der Hand von Erzbischof Franz Lackner in St. Virgil (Österreich) den Kardinal König-Kunstpreis (11.000 Euro). In seiner Laudatio verwies Jurymitglied Dr. Rainer Fuchs (stellvertretender Direktor und Chefkurator des mumok Wien) auf den „raumsituativen Kontext“, den Julia Hallers Arbeiten herstellen. Er erläuterte er die „ausgeklügelten Strategien“, mit denen sie die „traditionelle Vorstellung von Zeichnung und Malerei, das Klischee der unmittelbaren Ausdruckskunst unterläuft“. www.kardinalkoenig-kunstpreis.at

Preise

Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preis

SABINE JACOBS, Foto: privat

Sabine Jacobs und Ralf Wierzbowski wurden als Träger des Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preises 2016 bestimmt. Die Verleihungszeremonie findet am 17. April 2016 in Schloss Zweibrüggen in Übach-Palenberg bei Aachen statt. www.kuenstler-forum.net

Hochschulen

Interimskanzler

LOGO/WAPPEN der Kunstakademie Düsseldorf

Dr. Johann Schäfer ist seit dem 1. Dezember 2015 Interimskanzler der Kunstakademie Düsseldorf. Er amtiert in dieser Funktion bis zum Abschluss des Ausschreibungsverfahrens und bis zum Dienstbeginn des neuen Kanzlers. Vor seiner Pensionierung 2013 war er 20 Jahre Kanzler der Universität Siegen. www.kunstakademie-duesseldorf.de

Preise

Zurich Art Prize

NAIRY BAGHRAMIAN, Foto: Museum Haus Konstruktiv, Zürich

Nairy Baghramian gewann den Zurich Art Prize 2016 (80.000 Franken). Der Preis wird vom Museum Haus Konstruktiv und die Zurich Insurance Group gemeinsam ausgeschrieben. Die Preisträgerin arbeitet in minimalistischer und kontextbezogener Weise im Bereich skulpturaler Installationen, Objekte, Fotografie und Arbeiten auf Papier. www.hauskonstruktiv.ch

Aktionen & Projekte

Fuhrwerkswaage Köln: Lichtinstallation

YOU WIN, (Ausschnitt), Courtesy Katerina Kuznetcowa / Alexander Edisherov

In einem ehemaligen Wiegehäuschen für Lasttransporte in Köln-Sürth leitet Jochen Heufelder den Kunstraum Fuhrwerkswaage mit dem Schwerpunkt Bildhauerei und Installation. Regelmäßig wird auch die Außenfassade in eune Projektreihe mit einbezogen. Die Beiträge dort wenden sich vor allem an die Fahrgäste der Straßenbahn auf der Linie Köln-Bonn, deren Haltestelle „Sürth“ in unmittelbarer Nähe des Kunstraums liegt: während die Bahn dort für wenige Augenblicke hält, können die Fahrgäste die Kunst an der Fassade betrachten. Immerhin sind 13.000 Fahrgäste täglich auf dieser Linie unterwegs. Das Künstlerpaar Katerina Kuznetcowa und Alexander Edisherov installierte dort eine wandfüllende Lichtinstallation für die dunkle Jahreszeit. In einer Kombination von Computer/Spielautomaten-Ästhetik und jenen Lichtanmutungen, mit denen man Fußgängerzonen, Einkaufsstraßen aufhübscht, wird bis zum 6. Januar 2016 durch den Schriftzug „You Win“ unser „alltägliches Streben nach dem Gewinnen freundlich mahnend visualisiert.“ info@fuhrwerkswaage.net

Ausschreibungen

Diskriminierung im Sport

Ausgewählte Beiträge, „die Geschlechternormen und Diskriminierungen im Sport hinterfragen und herausfordern“, zeigt der Berliner Kunstverein nGbK zwischen dem 9. Juli und dem 28. August 2016 in seinen Ausstellungsräumen und im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien. Die Ausstellung bildet das Rahmenprogramm zum Projekt contesting/contexting SPORT. Anlass sind die beiden Großereignisse der Fußball-Europameisterschaft und der Olympischen Spiele im Sommer 2016. Deadline: 12. Januar 2016. Einreichungen im PDF-Format an: cc.SPORT.2016@nGbK.de

Ausschreibungen

Künstler suchen Kreditgeber

Zur Rettung ihres Atelierhauses in der Mengerzeile 1–3 in Berlin Alt-Treptow benötigen die 43 Künstler Eigenkapital zum Kauf des Hauses! „Gelingt uns der Erhalt des Hauses können wir zwei Flüchtlingsprojekte bei uns aufnehmen, die sich für kreative Arbeitsräume bei uns beworben haben.“ Daher suchen die Künstler Kapitalgeber für Direktkredite ohne Bank (ab 500 Euro) und Spender. Kontakt und Info: info@atelierhaus-mengerzeile.de

Ausschreibungen

Teutloff Museum Photo Award

Der Sammler und Museumsgründer Lutz Teutloff möchte mit der Auslobung seines TEUTLOFF MUSEUM PHOTO AWARDS 2016 unbekannteren Fotografen die Chance geben, in seinem virtuellen Museum auszustellen. Über Facebook können Interessenten ab 18 Jahren ihr Foto einreichen. Thema ist „Das Gesicht der Freiheit". Preisgeld 1. Preis: 5.000,- Euro , 2. Preis: 3.000,- Euo, 3. Preis: 2.000,- Euro. Die Preisträger werden auf der Facebook Seite veröffentlicht. Die 20 Finalfotos werden auf der TEUTLOFF MUSEUM Website präsentiert. www.facebook.com/TeutloffMuseum

Ausschreibungen

nGbK-Projekte

nGbK-Arbeitsgruppen, die 2017 ein Projekt realisieren möchten und auf der Mitglieder-Hauptversammlung am Samstag, 5. März 2016 in Berlin vorstellen möchten, müssen ihre Bewerbung bis Freitag, 22. Januar 2016, 20 Uhr, einreichen. Die Berliner nGbK realisiert nur Projektvorhaben der eigenen Mitglieder in Arbeitsgruppen von mindestens 5 Personen. Projektanträge müssen in Papierform auf max. 6 DIN A4-Seiten eingereicht werden. Aktuelle Checklisten, Honorarordnung und Formblätter sind in der Geschäftsstelle der nGbK erhältlich bei: Katja Hübner, office@ngbk.de, Tel. 030 616513-0. www.ngbk.de

Ausschreibungen

Junge Kunst in der AULA

Der Kunstverein Sulzbach Saar e.V. veranstaltet für den künstlerischen Nachwuchs eine dreiwöchige Ausstellung „Junge Kunst in der AULA“. Dazu wird ein Preisgeld von 500 Euro ausgelobt. Das Thema für 2016 lautet: „Freie Kunst“. Bewerbungen bis zum 15. Februar 2016 per Post oder per Mail an: Dagmar Günther (Kunstverein Sulzbach), Bayernstr. 46, 66280 Sulzbach/Saar, kunstverein-sulzbach-saar@web.de.

Ausschreibungen

Eb-Dietzsch-Kunstpreis

Der Eb-Dietzsch-Kunstpreis für Malerei wird an Künstler/innen vergeben, die nach ihrer Hochschulausbildung am Beginn ihrer beruflichen Entwicklung stehen und noch nicht älter als 35 Jahre sind. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2016. Die Bewerbungen können hochgeladen werden unter www.dietzsch-kunstpreis.de

Preise

Kunstpreis der Stadt Nordhorn

BENJAMIN HOULIHAN, Ohne Titel, (thin stool), 2013, Holz, Foto: Ben Hermanni, Sammlung Philara

Benjamin Houlihan gewann den Kunstpreis der Stadt Nordhorn. Der Künstler überzeugte die Jury „nicht nur mit seinen oft intensiv farbigen Skulpturen sowie mit einem umfangreichen zeichnerischen Werk, sondern auch mit raffinierten Inszenierungen der höchst verschieden wirkenden Objekte im Raum.“ Verbunden mit Auszeichnung ist eine Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Nordhorn sowie eine Publikation. www.staedtische-galerie.nordhorn.de

Aktionen & Projekte

ALS-Kunstauktion

ALS-KUNSTAUKTION in Essen,  (v.l.): Künstler Markus Lüpertz; Tobia Bezzola, Direktor Museum Folkwang; Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder; Thomas A. Lange, Vorstandsvorsitzender NATIONAL-BANK AG; Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen; Walter Smerling, Vorsitzender Stiftung für Kunst und Kultur e.V., Foto: Georg Lukas, Essen

Mit einem Gesamtergebnis von rund 500.000,- Euro ging die von der Stiftung für Kunst und Kultur realisierte Benefizauktion zugunsten der Initiative „Hilfe für ALS-kranke Menschen“ im Museum Folkwang in Essen zu Ende. Der Reinerlös kommt der Forschungsarbeit der ALS-Ambulanz der Berliner Charité zugute. 80 Gäste aus Kunst, Kultur, Wirtschaft und Politik waren der Einladung von Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder und Jürgen Großmann, Schirmherren der Initiative, gefolgt, um mit ihren Geboten die Erforschung der bis heute unheilbaren Krankheit zu fördern. „Seit Jahren unterstütze ich diese Initiative gegen diese wirklich furchtbare, todbringende Krankheit. Ich habe durch sie meinen Malerfreund Jörg Immendorff verloren.“, so Gerhard Schröder. In Deutschland sind rund 8.000 Menschen an amyotropher Lateralsklerose (ALS) erkrankt; etwa die Hälfte der Patienten stirbt in den ersten drei Jahren.

Hochschulen

Plakataktion

CHRISTIAN SIEVERS, „Hop 3“, Plakataktion im öffentlichen Raum, hier: Köln, Poststraße, Winter 2015/2016

Im Rahmen der Aktion „Kunst an Kölner Litfasssäulen“ (bis Ende April 2016) bespielen Dozenten, Absolventen und Studenten der Kunsthochschule für Medien Köln 200 alte Litfasssäulen, die nach und nach aus dem Stadtbild verschwinden und bald durch moderne beleuchtete Werbeträger im öffentlichen Raum ersetzt werden. Christian Sivers plakatiert den Text „Wir haben keine Angst“ und dazu die Telefon-Nummer +49 174 276 6483. Denn von diesem Anschluss wurde „der Whistleblower und ehemalige technische Direktor des US-Geheimdienstes NSA William Binney angerufen, der als einer der ersten mit Informationen über die Programme der NSA an die Öffentlichkeit gegangen war. Durch den Anruf bei Binney steht diese Nummer ebenfalls unter Überwachung“ und die Passanten werden aufgefordert, sich selbst dem Überwachungsraster hinzu zu fügen. www.hop3.de

Hochschulen

Studienpreis der HGB Leipzig

PREISVERLEIHUNG, André Soudah, Alexander Repp, Christian Doege, Max Richter, Prof. Dr. Ana Dimke, Roman Schultze (v.l.n.r.) © Jana Slaby

Christian Doege (1. Platz), Max Richter und Alexander Repp (3. Platz) sind Träger des aktuellen Studienpreises des Freundeskreises der HGB Leipzig und der Sparkasse Leipzig. Der erste Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, die beiden anderen Plätze mit je 2.500 Euro. Der erste Preisträger wurde für eine Design-Arbeit ausgezeichnet, für jede Leipziger Straßenbahnlinie einen Ordner zu entwickeln, der sehbehinderten Menschen auf nicht-elektronischem Wege das Liniennetz erklärt. www.hgb-leipzig.de

Kulturpolitik

Nachlässe

Die Nachlässe von Martin Engelman  (1924-1992) und Andreas v. Weizsäcker (1956-2008) kommen ins Künstlerarchiv Brauweiler.
Dem stimmten die Jury und der Stiftungsrat der Stiftung Kunstfonds zu. Auf dem ehemaligen Abteigelände von Brauweiler wurde ein Gebäude zu Archivzwecken umgebaut. www.kunstfonds,de

Kulturpolitik

IS: 100 Millionen durch Handel mit Raubkunst

PALMYRA in Syrien: zerstört und geplündert. Fotoquelle: Wikipedia/James Gordon

Rund 100 Millionen Dollar haben die Terrormilizen des IS-Islamischer Staat durch den Handel mit Raubkunst eingenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der FATF-Financial Action Task Force, die vom US-Kongress eingesetzt wurde. Kunstwerke, die die Terroristen aus den Museen, Lagern und Privatsammlungen im Irak und in Syrien und aus archäologischen Ausgrabungsstätten plünderten, gelangten in den illegalen Kunsthandel. Nach Erkenntnissen des irakischen Geheimdienstes verdiente der IS allein mit dem Raub antiker Stücke in der Region Al-Nabuk 36 Mill. Dollar. Als weitere Einnahmequellen des IS listet die US-Studie den Betrieb und die Kontrolle von Banken auf (500 Mill. Dollar), den Handel mit Öl und Gas (450 Mill. Dollar), Eintreibung von Zwangssteuern und Lösegelderpressung, Kontrolle der Landwirtschaft in den eroberten Gebieten und Spenden von Anhängern in Arabien und Europa. Insgesamt dürften die IS-Milizen über ein Vermögen von 2 Milliarden Dollar verfügen. Der illegale Kunsthandel laufe auch über Deutschland, hatte „Deutschlandradio Kultur“ schon vor Monaten berichtet – wenn eine Novelle des Kulturgüterrückgabegesetzes 2016 endlich in Kraft tritt, sei das „ganz schön spät“. Und da die Schweiz weltweit zu den sechs wichtigsten Kunsthandelsnationen gehört, bestand und besteht auch dort Handlungsbedarf: schon 2011 schloss sich die Schweiz den EU-Sanktionen gegen Syrien an, die aber in erster Linie gegen das Assad-Regime gerichtet sind. Wie unzureichend die Gegenmaßnahmen in der Vergangenheit waren, erläuterte der deutsche Archäologe Michael Müller-Karpe in einem Interview mit der „ZEIT“: „Wir haben inzwischen EU-Verordnungen, die den Handel mit irakischem und syrischem Kulturgut unter Strafe stellen – aber dann kommen die Sachen halt angeblich aus der Türkei. Deshalb muss das neue Gesetz sicherstellen, dass eine Exportlizenz des Landes mit der Fundstelle vorgelegt wird und nicht die Lizenz eines Drittlandes.“

Galerien & Auktionshäuser

Moderate Preise für Kunst des 19. Jh.

CARL SPITZWEG, Mädchen mit Ziege, Öl auf Papier, auf Karton 36,5 x 29,2 cm, Autkionshaus Nuemeister München:  Taxe: 30.000 - 40.000 Euro, Zuschlag: 52.000,- Euro (66.000 Euro brutto), Losnummer: 41

Eklatante Preissprünge hat vor allem die Kunst des 20:/21. Jh. zu verzeichnen, und Gerhard Richter zog jetzt die Reißleine: wer beim Museumsverein Mönchengladbach eine Jahresgabe des Künstlers ("Grauer Spiegel") für 5.000 Euro erwerben will, muss sich dazu verpflichten, sie nicht vor 2019 weiter zu veräussern. Weniger spekulativ geht es indessen bei der Kunst des 19. Jh. zu, wie kürzlich die Versteigerung von 105 Gemälden aus der Schweinfurter Sammlung Schäfer im Münchener Auktionshaus Neumeister offenbarte: das Grohmann Museum von Milwaukee ersteigerte eine Ölskizze von Carl Spitzweg für nur 66.000 Euro brutto. Der Maler gilt immerhin als wichtigster Vertreter der Münchener Biedermeiermalerei um 1840. Ein moderates Ergebnis erzielte mit 28.000 Euro auch ein anderer Neuer Meister jener Epoche, nämlich Wilhelm Kaulbach, und wer Landschaftsbilder von Andreas Achenbach sammelt, neben Johann Wilhelm Schirmer und Wilhelm von Schadow wichtigster Vertreter der Düsseldorfer Malerschule im 19. Jh., der muss auch nicht mehr als eine fünfstellige Summe ausgeben. www.neumeister.com

Kulturpolitik

Besserer Kulturschutz

OLAF ZIMMERMANN, Foto: Tim Flavor

Die Teilnehmer der jüngsten EU-Kulturministerratssitzung verständigten sich darauf, den Schutz von Kulturgut als „eine nationale, europäische und internationale Aufgabe“ anzusehen. Wo die Terrormilizen des Islamischen Staates Museen und Grabungsstätten plünderten und mit dem illegalen Antikenhandel ihre Aktivitäten finanzieren und aus ideologischen Gründen alte Tempelanlagen zerstören, gelte es auf allen Ebenen, „Kulturgut besser zu schützen und vor allem dem Raub und der Zerstörung von Kulturgut energisch entgegen zu treten.“ Deswegen müssten „insbesondere die Regeln zur Einfuhr von Kulturgut klarer“ gefasst werden, findet auch Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat: „Es geht es um das Gedächtnis der Menschheit, um Sammlungszusammenhänge und um Leben und Gesellschaft früherer Zeiten. Der illegale Handel mit Kulturgütern wird aktuell auch zur Finanzierung von terroristischen Organisationen, wie dem sogenannten Islamischen Staat (IS), genutzt. Es ist deshalb ein wichtiges und richtiges Signal, dass der Schutz des Kulturgutes in den EU-Mitgliedstaaten eine hohe Bedeutung hat und eine gemeinsame Haltung zum Schutz des Kulturguts besteht...“ www.kulturrat.de

Kulturpolitik

Evaluation

Die 9. Jahrestagung des Fachverbands Kulturmanagement findet vom 14. bis zum 16. Januar 2016 in der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, im Zentrum für Kulturmanagement, im School of Management and Law und auf dem Campus Winterthur, Zürich statt. Thema: „Herausforderungen der Evaluierung von kulturellen Projekten, Programmen und Institutionen sowie von kulturpolitischen Strategien“. Tagungsleiter sind Bruno Seger und Leticia Labaronne. Unter „Evaluation“ versteht man die Bewertung von Projekten und Organisationseinheiten. Dabei geht es nicht nur um methodische und instrumentale Aspekte, denn gerade in der Kultur(politik) tangiere ein Evaluationssprozess auch „epistemologische, ästhetische, politische und ethische Fragen“. Dazu heißt es: „Für Kulturbetriebe stellt das Thema Evaluation ein komplexes Feld dar: Dies zum Einen, weil bei Evaluationen verschiedene Dimensionen miteinander konkurrieren, wie zum Beispiel das Erreichen künstlerischer Ziele, die Wirkung der ausgestellten oder aufgeführten Kunst, die Performance der Organisation, aber auch die Satisfaktion unterschiedlicher Geldgeber, und zum anderen, weil diesen Dimensionen auch unterschiedlichen Motivationen und Logiken unterliegen. Nicht zuletzt stehen Befürchtungen und Erwartungen der verschiedene Akteure im Raum, dass Evaluationsergebnisse für oder gegen deren Interessen in Stellung gebracht werden könnten.“ Der Fachverband Kulturmanagement ist ein Zusammenschluss akademischer Kulturmanager im deutschsprachigen Raum. www.fachverband-kulturmanagement.org

Kulturpolitik

Großprojekte: Mangelnde Akzeptanz

KASSELER INNENSTADT während der documenta 2012: Akzeptanz wegen wirtschaftlicher Sekundäreffekte, Foto: Raap

Außenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßte ausdrücklich die Entscheidung des documenta-Leiters Adam Szymczyk, die nächste Veranstaltung dieser Reihe 2017 gleichberechtigt in Kassel und Athen stattfinden zu lassen. „Groß“ sei unterdessen auch die „Vorfreude in Athen“, berichtete die HNA-Niedersächsische Allgemeine über das Presseecho in den griechischen Zeitungen, während Kassels OB Bertram Hilgen bei der Pressekonferenz in Athen allerdings einräumen musste, in Kassel selbst werde „die Diskussion darüber zwiespältig“ geführt. Nachdem Hamburgs Bürger in einem Volksentscheid eine Bewerbung um die Olympischen Spiele ablehnten, hieß es in vielen Kommentaren, die Akzeptanz für teure Großereignisse nehme bei der Bevölkerung mehr und mehr ab. Ohne Bürgerbeteiligung „wird es für Unternehmen und Behörden immer schwieriger, Akzeptanz für Infrastruktur- und Großprojekte zu erlangen“ prognostizierten schon vor einiger Zeit die Autoren einer Akzeptanzstudie im Auftrag der RWE AG. Eine erneute Olympia-Bewerbung mag auf absehbare Zeit hier zu Lande wohl tatsächlich nicht mehr zum Erfolg führen, hat doch der Ruf von solch globalen Sport-Events durch Doping- und Korruptionsskandale in letzter Zeit arg gelitten. Bei Kunst-Festivals wie der documenta sieht das jedoch anders aus: weder laufen hier die Kosten für Prestigebauten aus dem Ruder wie derzeit bei der Hamburger Elbphilharmonie (von ursprünglich kalkulierten 77 Mill. auf mittlerweile 789 Mill. Euro) oder bei der Kölner Opernsanierung (460 Mill. anstatt 235 Mill. in ersten Berechnungen), noch müssen Kassels Einwohner fürchten, das alle fünf Jahre stattfindende hessische Kunstspektakel werde zu einer Gentrifizierung ganzer Stadtteile und damit zu einem exorbitanten Anstieg der Mieten führen, was bei den Hamburger Olympia-Gegnern indessen ein Hauptargument war. Im Gegenteil: Kassels Einzelhandel und Gastronomie profitieren von den wirtschaftlichen Sekundäreffekten, welche die 600.000 bis 700.000 Besucher in den documenta-Sommern der Stadt immer wieder bescheren. Deswegen rät Ulrich Müller, Geschäftsführer einer PR-Agentur mit drei Standorten in Österreich: „Das Investitionsvorhaben darf niemals als Selbstzweck gesehen werden, sondern muss einem klaren Ziel dienen. Mit diesem Ziel können sich im Idealfall alle identifizieren. Den Nutzen haben nicht nur einige wenige, sondern die Allgemeinheit“. Gestritten wird in Kassel daher höchstens über das eine oder andere als allzu sperrig empfundene Kunstwerk, nicht jedoch über den wirtschaftlichen Nutzen eines solchen Ereignisses an sich. Erhöhen partizipative und interaktive Kunstprojekte die inhaltliche Akzeptanz des Gesamtprogramms bei solchen Festivals? Entscheidend für eine positive Publikumsresonanz ist bei solchen Mammut-Projekten wohl eher die inszenatorische Präsentation, Kunst sinnlich erfahrbar zu machen.

Kulturpolitik

Frankreich: Kulturpolitik der Front National

Bei den Regionalwahlen in Frankreich erreichte die rechtspopulistische Front National in einigen Stimmbezirken bis zu 30 Prozent Wähleranteil. Die Parteichefin Marine LePen bezog auch die Kulturpolitik in ihren Wahlkampf mit ein: Sie will die vom damaligen Präsidenten François Mitterand etablierten FRAC-Fonds régionaux d'art contemporain zur Förderung zeitgenössischer Kunst in der Provinz wieder abschaffen und durch „Pépinières“ ersetzen. Wörtlich übersetzt heißt das „Baumschulen“ - nach dem Willen der Parteichefin sind das Förderprogramme, die strikt non-kommerziell ausgerichtet sein sollen und ausschließlich aus staatlicher Künstlerbetreuung bestehen. Einigkeit über die Kulturförderung besteht in der Familie Le Pen indes nicht: die Nichte Marion Maréchal-Le Pen, die ebenfalls bei den Regionalwahlen kandidierte, will die Kunstförderung am liebsten ganz abschaffen, um nicht „den Wahn gestörter Geister“ durch Steuergelder zu finanzieren. Die französischen Künstler protestierten gegen solche Äusserungen mit der Initiative #vavoterpourlaculture und mit dem Facebook-Eintrag eines „collectif des artistes“, mit dem sie Marine Le Pens Baumschul-Projekt brüsk zurückweisen: „Nur die Intriganten, Verräter und die Naiven glauben auch nur einen Moment, dass die Freiheit der Kunst Ihrer Partei etwas bedeutet“. Unterzeichnet haben den Protestbrief auch prominente Künstler wie Christian Boltanski und Daniel Buren.

Biennalen

Architektur-Biennale Venedig

DAM-TEAM Architekturbiennale 2016 (v.l.n.r.): Peter Cachola Schmal, Anna Scheuermann, Oliver Elser, Foto: Copyright Kirsten Bucher

Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) Frankfurt ist auf der kommenden Architektur-Biennale 2016 in Venedig (28. Mai bis 27. November 2016) für die Ausstellung im Deutschen Pavillon verantwortlich. Die Ausstellung heißt „Making Heimat. Germany, Arrival Country“ und beschäftigt sich mit der Frage, was eine gut gestaltete Ankunftsstadt für Flüchtlinge und Migranten ausmache: „Wie werden aus den Neuankömmlingen gesellschaftlich integrierte Bürger? Und welchen Beitrag können Architektur und Städtebau in diesem Prozess leisten?“ Dabei geht das Teram von den Thesen aus, die der kanadische Journalist Doug Saunders in seinem Sachbuch „Arrival City“ entwickelt hat. Saunders steht auch als Berater für die Ausstellung zur Verfügung. www.dam-online.de

Messen & Märkte

Messerstecherei auf Art Basel Miami Beach

ART BASEL MIAMI BEACH, Stand der Galerie Miguel Ángel Rojas, Foto: Copyright Art Basel

Nach Berichten des „Miami Herald“, „Spiegel online“ und anderer Medien hat auf der Art Basel Miami Beach eine Besucherin eine andere Frau mit einem Messer attackiert. Die Verletzungen an Arm und Schulter seien „nicht lebensgefährlich“, so eine Sprecherin der örtlichen Polizei. Die mutmaßliche Täterin, eine 24jährige Studentin, wurde festgenommen und sagte bei der polizeilichen Vernehmung aus, die habe ihr Opfer mit der Tat „läutern“ wollen. Umstehende Messebesucher hielten die Attacke zunächst für eine Performance: „Besucher applaudieren“, meldete „BILD.de“. Die Messeleitung wies darauf hin, dass nach den Attentaten von Paris die Sicherheitsstandards deutlich erhöht wurden und Security-Kräfte schon Sekunden nach dem Vorfall vor Ort gewesen seien. Der Korrespondent von ORF.at indessen erlebte nur „oberflächliche Taschenkontrollen“ und hatte den Eindruck: „Primär scheint man sich auf das Bewachen der teuren Kunstwerke zu konzentrieren, nicht zuletzt weil 2014 hier ein Werk von Picasso (Schätzwert: 85.000 Dollar) gestohlen wurde“. Ansonsten ging es auf dem Ableger der Art Basel in Florida wie immer zu: „Agenten von Investoren aus China, der arabischen Welt und Russland machen hochpreisige Spekulationsgeschäfte und helfen ihren Auftraggebern, ihr Vermögen steuerschonend zu 'dollarisieren'“, so der ORF-Korrespondent. Allerdings: so ausufernd wie in den vergangenen Jahren erlebten die Vertreter der Fach- und Wirtschaftspresse den Kaufrausch diesmal nicht, „FAZ.Net“ registrierte gar ein „Ende der Hysterie“: „Es ist ruhig in Miami, trotz der knapp zwanzig Satellitenmessen. Während deutsche Galerien stark vertreten sind, reisen nur wenige deutsche Sammler an... Es wurde gekauft, aber es wurde zweimal nachgedacht. Vielleicht haben die Auktionen des Herbstes tatsächlich das Ende des Spekulierens nach dem Gießkannenprinzip eingeläutet.“ www.artbasel.com/miami-beach

Aktionen & Projekte

Eis, Eisbaby

DANIEL MAN, „Eis, Eisbaby“, 2014, Foto: Courtesy Lenbachhaus München

Ende Februar 2016 beendet Daniel Man seine Aktionsreihe „Eis, Eisbaby“: Knapp zwei Jahre lang hat er im Sechswochen-Rhythmus den Kiosk vor dem Münchener Lenbachhaus immer wieder neu gestaltet. Dabei nahm der Künstler, der aus der Sprayer-Szene kommt, immer wieder Bezug auf das Lenbachhaus und sein Ausstellungsprogramm, oder er nahm Bezug auf aktuelle Ereignisse. Zum Auftakt im Frühjahr 2014 sprühte er den Kiosk komplett schwarz, brachte dann auf dieser Fläche weiße Linien an, die beim nächsten Eingriff von einem bunten Muster überlagert und schließlich durch einen Text ergänzt wurden: „Künstler sind gemein und grausam respektieren weder sich noch andere“ – das Zitat eines Slogans einer amerikanischen Anti-Graffiti Kampagne der 1980er Jahre. In den weiteren Arbeitsschritten schuf Daniel Man ein „in gedeckten Orange- und Brauntönen gehaltenes Camouflage-Muster, welches den Kiosk geradezu als festen Bestandteil der Lenbach-Villa erschienen ließ. Als wolle Man anhand seiner Bemalung die sich sukzessive einstellende Gewöhnung an das Fremdobjekt am Königsplatz widerspiegeln,“ verwandelte er Schritt für Schritt den schwarzen Kubus in ein Objekt, das mit seiner Umgebung symbiotisch verschmolz. Im Museumsshop des Lenbachhauses ist eine Edition zur Aktion erhältlich. www.lenbachhaus.de

Aktionen & Projekte

Refugees in a State Departement

JENS ULLRICH, Refugees in a State Appartement, 2015, Foto: Copyright Jens Ullrich/VG Bild-Kunst 2015

„Wenn Sie nicht in Ihr Heimatland zurückkehren können und deshalb einen Asylantrag stellen möchten, kommen Sie bitte montags, dienstags, mittwochs oder donnerstags in der Zeit von 9.00 bis 12.30 Uhr und 13:30 Uhr bis 15:00 Uhr oder freitags von 09.00 Uhr bis 13.00 Uhr zur Zentralen Aufnahmeeinrichtung des Landes Berlin für Asylbewerber (ZAA)....“ informiert das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales in korrektem Bürokratendeutsch auf der offiziellen städtischen Internetseite. Wie die Realität des Ankommens und Wartens vor der Zentralstelle tatsächlich aussieht, dokumentiert der Berliner Künstler Jens Ullrich seit Monaten: die Flüchtlinge harren in einer Art Niemandsland aus. Das Warten ist zermürbend, weil es in den meisten Fällen zu lange dauert und die Ungewissheit über den Ausgang des Verfahrens die Situation der Bedrückung noch verstärkt. In seinen Fotomontagen entwirft Ullrich neue Lebensräume, montiert Fotos von den Asylbewerbern in historische Aufnahmen von einer Fabrikantenvilla, die zum Verkauf steht. Bis zum 7. Februar 2016 ist die Foto-Installation auf dem Vorplatz des ZKM in Karlsruhe zu sehen.

Aktionen & Projekte

Vorläufig ist die Zeit

RAMONA CZYGAN, Beitrag zur Ausstellung (Ausschnitt)

Bis zum 22. Februar 2016 präsentieren das Künstlerhaus Lukas und das Neue Kunsthaus in Ahrenshoop ein deutsch-estnisches Projekt „Vorläufig ist die Zeit“. Künstler und Autoren aus Deutschland und Estland näherten sich in einem zweiwöchigen Workshop dem Thema an. Es entstanden Texte, Bildwerke und Künstlerbücher, die anschließend in einer Ausstellung vorgestellt werden. Die Beiträge „erzählen in bester Tradition der EDITION HOHES UFER AHRENSHOOP von der Begegnung über Ländergrenzen, diesmal mit einem Fokus auf Zeit und Raum mittels der Fotografie, der Zeichnung und dem Künstlerbuch.“ Künstlerliste: Renee Altrov, Ramona Czygan, Doris Kareva, Eve Kask, Margot Kask, Anna Knüppel, Susanne Nickel, Piia Ruber und Daniela Seel. www.kuenstlerhaus-lukas.de

Preise

Oskar Kokoschka-Preis

ANDREA FRASER, „May I Help You“, Performance im Museum Ludwig, Köln, 2013, Foto: Rheinischeas Bildarchiv, Copyright Andrea Fraser

Andrea Fraser empfängt am 1. April 2016 den Oskar-Kokoschka-Preis (20.000 Euro). Die Preisträgerin sei „eine Künstlerin von wegweisender Bedeutung, die ein beeindruckend konzises Werk aufweist und dennoch völlig unberechenbar geblieben ist“, so die Begründung der Jury der Universität für Angewandte Kunst Wien. Die in New York und Los Angeles lebende Künstlerin wurde durch ihre Performances „Museum Highlights“ mit einer kritischen Haltung gegenüber der Verbindung von Kunstbetrieb und Kapital bekannt.

Preise

Turner Prize

GROUP ASSEMBLE, Yardhouse Frame taking shape, Foto: Copyright Assemble

Die britische Architektengruppe Assemble erhält den Turner Prize. Mit 25.000 Pfund (ca. 35.600 Euro) zählt dieser Preis für Künstler unter 50 Jahren zu den wichtigsten Auszeichnungen in Großbritannien. Die Gruppe Assemble besteht aus 18 Architekten, Künstlern und Designern und wird u.a. für ihre Renovierung eines Liverpooler Problemviertels geehrt.

Preise

Preis der Sammlung Ricola

HELMUT FEDERLE, Fotocredit: obs/Ricola/Patrick Federli, 2015

Helmut Federle wird mit dem schweizerischen Preis der Sammlung Ricola ausgezeichnet (20.000 Franken). Damit würdigt die Jury einen Künstler, der „in seinem Werk die westliche Moderne und ihre Sprachen mit anderen Kulturen, Epochen und Traditionen auf immer neue Weise in Verbindung bringt und mit seiner Person dafür einsteht, die Kunst als ‚Spiegel übergeordneter existentieller Fragen‘ zu verstehen.“ www.sammlung.ricola.ch  

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