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Ausschreibungen

Förderung für Fotokünstler

Der Professional Imagers Club e.V. (PIC) lobt ein Förderprogramm für junge Fotografen und Existenzgründer aus. Fünf Nachwuchstalente aus dem Bereich der Fotografie dürfen ein Jahr lang alle Leistungen des PIC beitragsfrei in Anspruch zu nehmen. Das sind u.a. vier Workshops pro Jahr zu fotografischen, gestalterischen, technischen und betriebswirtschaftlichen Themen, Erstattung der Reise- und Unterkunftskosten für die Workshops, intensiver Informationsaustausch zwischen Anwendern, Herstellern und Experten, Einsendeschluss ist der 31. Januar 2016. Infos und Anmeldung unter www.pic-verband.de.

Messen & Märkte

Zürich: neue räume 15

STEHLEUCHTE der Firma Leuchtenmanufaktur FEZ – Baltensweiler

Neue Stehleuchten und Sitzelemente, Regalsysteme und Seidenteppiche. Die Züricher Messe "neue räume 15" ist eine Plattform für Hersteller, die im Bereich Inneneinrichtung und Design ihre jüngsten Produkte vorstellen. Rund 100 Aussteller bespielen vom 18. bis 22. November 2015 das Programm in der ABB-Halle voin Zürich-Oerlikon. Sechs Sonderausstellungen, u.a. mit Schweizer Nachwuchstalenten und mit Design uin der Züricher Innenstadt, runden die Veranstaltung ab.

Ausschreibungen

Berlin Studio Programm

Das 2009 gegründete Berlin Collective versteht sich als Netzwerk. Zusammen mit der Stiftung the kulturspace foundation lobt es ein internationales Studioprogframm aus. Der Auslobungstext ist auf der Internetseite ausschließlich in Englisch nachzulesen: www.kulturspace.org/studio-program/

Aktionen & Projekte

Brandenburger Tor

BRANDENBURGER TOR in der Zeit des Kalten Krieges 1963, Fotoquelle: Wikipedia/Ludwig Wegmann, Bundesarchiv/Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

1788 beauftragte der preußische König Friedrich Wilhelm II. den Architekten Carl Gotthard Langhaus mit der Errichtung des Brandenburger Tores in Form eines antiken Triumphtores. Es ersetzte einen Vorgängerbau an der Zollmauer in Richtung Brandenburg. Nach dem Abriss der Zollmauer blieb es als einziges Berliner Stadttor erhalten. Bis 1918 durften nur Mitglieder der preußischen Herrscherfamilie die mittlere Durchfahrt benutzen. Nach 1945 befand sich das Brandenburger Tor exakt an der Demarkationslinie zwischen den westlichen Sektoren und dem Ostsektor, und mit dem Bau der Mauer 1961 mitten im Sperrgebiet - es wurde so zum Symbol der deutschen Teilung. In der Wendezeit wurde das Tor im Dezember 1989 wieder geöffnet; in der Silvesternacht 1989/90 kletterten sogar die Zuschauer des Feuerwerks auf das Brandenburger Tor. Der Kunstverein Langenfeld (zwischen Düsseldorf und Köln gelegen) hat nun zum 25jährigen Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung diverse Künstler eingeladen, sich bildnerisch mit dieser Thematik auseinanderzusetzen und dazu auch weitere Leihgaben besorgt: Thomas Baumgärtel, Hermann Josef Hack, Jörg Immendorf, Harald Klemm, Wolfgang Peuker, Klaus Staeck, Gerd Winner, Manfred Zimmermann. Die Ausstellung läuft bis zum 17. Januar 2016.

Personalien

Würzburg: Gründungsdirektor berufen

ERICH SCHNEIDER (rechts) mit Wissenschafts- und Kunststaatssekretär Bernd Sibler Foto: Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Erich Schneider wird am 1. Januar 2016 Gründungsdirektor des Fräniischen Landesmuseums in Würzburg. Das Museum soll 2017 vom Zweckverband Mainfränkisches Museum Würzburg in die Trägerschaft des Freistaates Bayern übergehen. Die Umbaumaßnahmen am Standort auf der Festung Marienberg dauern zehn Jahre.

Museen & Institutionen

Rodin-Museum wieder eröffnet

MUSEE RODIN in Paris, Fotoquelle: Wikipedia/Dada

1919 wurde im Pariser 7. Arrondissement ein Museum für den Bildhauer Auguste Rodin (1840-1917) eingerichtet. Den Stadtpalast Hotel Biron hatten vorher zahlreiche Künstler bewohnt, darunter auch Rodin in den Jahren 1908 bis 1917. Er hatte sich dafür eingesetzt, das Barock-Gebäude nicht abzureißen, um an seiner Stelle einen Wohnkomplex zu errichten. Unlängst wurde das Gebäude für 16 Mill. Euro grundlegend modernisiert, u.a. wurde ein zeitgemäßes Lichtsystem installiert. Jede Skulptur hat nun ihre eigene computergesteuerte Beleuchtung, die sich jeweils dem Tageslichteinfall anpasst. Pünktlich zum 175. Geburtstag des Künstlers am 12. November 2015 ist das Museum nun wieder öffentlich zugänglich. www.musee-rodin.fr/en/museum/musee-rodin-paris/hotel-biron

Galerien & Auktionshäuser

Achenbach: Klage abgewiesen

Dorothee Achenbach, Ehefrau des inhaftierten Kunsthändlers Helge Achenbach, unterlag vor dem Landgericht Düsseldorf mit ihrer Klage gegen die Pfändung eines Günther-Uecker-Nagelbilds durch die Familie Albrecht. Der Wert der Arbeit wird auf 520.000 Euro geschätzt. Der Richter wies die Klage ab mit der Begründung, sie habe das Gericht nicht davon überzeugen können, dass sie und nicht ihr Mann Eigentümerin des Kunstwerks ist. Die Erben des Sammlers Bertold Albrecht machen Schadenersatzansprüche gegen Helge Achenbach wegen überhöhter Preise geltend und hatten die Pfändung zur Absicherung ihrer Ansprüche vornehmen lassen.

Ausschreibungen

Phoenix-Kunstpreis

Der Phoenix-Kunstpreis dient der Nachwuchsförderung durch einen Ankauf in Höhe von 20.000 Euro. Auslober sind  die Evangelische Akademie Tutzing und die Eurobuch GmbH. Die Ausschreibung gilt für Malerei, Skulptur und Papierarbeiten aus dem deutschsprachigen Raum. Deadline: 31. Dezember 2015. Anforderung der Bewerbungsunterlagen unter info@barbara-haubold.de

Biennalen

Whitney Biennale

Biennalen

Fotofest Biennal

Steven Evans ist neuer Executive Director der FotoFest Biennal 2016 . Sie findet vom 12. bis 24. April 2016 in Houston Texas statt und wird dann bereits zum sechzehnten Mal ausgerichtet. Das Programm umfasst Fotografie und andere künstlerische Disziplinen mit Bezügen zur Fotografie. Als Leitthema hat Evans „CHANGING CIRCUMSTANCES: Looking at the Future of the Planet“ gewählt. Welche Rolle spielt die Kunst in den globalen Veränderungsprozessen, die wir derzeit durchleben? Zur Beschäftigung mit dieser Frage laden Evans und sein Kuratorenteam nicht nur Künstler ein, sondern auch Autoren, Wissenschaftler und andere Fachleute, und ebenso Politiker. Sie präsentieren auf der Veranstaltung verschiedene Projekte zum Thema. www.fotofest.org

Biennalen

Brno Biennal

Die Wurzeln der Brno Biennal für Grafik-Design liegen in den 1960er Jahren: die erste Veranstaltung fand 1964 statt und wurde von der Moravian Gallery organisiert. Damals, im atmosphärischen Vorfeld des „Prager Frühlings“ mit seinen Versuchen einer Liberalisierung des tscheslowakischen Kommunismus, forderten auch viele Künstler und Designer mehr Freiheiten ein. Die nächste Biennale findet in Brno (Brünn) vom 16. Juni bis zum 30. Oktober 2016 statt. Im Zentrum steht eine internationale Ausstellung mit Exponaten, die in den vergangenen vier Jahren entstanden sind. Bewerbungen sind bis zum 15. Januar 2016 per E-mail möglich unter www.27.bienalebrno.org/en/Index

Hochschulen

VIDEONALE.scope

Christoph Girardet & Matthias Müller, Kristall, 2006, 14'30''

Matthias Müller ist Professor für Experimentellen Film an der KHM-Kunsthochschule für Medien Köln. Er hat im Rahmen des 25-Jahre-KHM-Jubiläums für das Festival VIDEONALE.Scope unter dem Titel "Wie wir sehen" zwei Programme mit künstlerischen Filmen von Studierenden und Absolventen der KHM zusammengestellt. Im Rahmen des Festivals sind außerdem in Kölner Kinos Beispiele für den "Found Footage"-Film zu sehen, zu dessen Protagonisten neben Müller auch Christoph Girardet zählt. Found Footage ist ein Begriff für gefundenes Filmmaterial, das vermissten oder verstorbenen Personen zugeordnet wird und erst im Nachhinein entdeckt wurde. Vorführungen im Rahmen von VIDEONALE.scope finden vom 18. bis 20. Noiv. 2015 statt. Genaues Programm unter www.videonale.org/videonalescope-2015

Aktionen & Projekte

Hellweg konkret

IMI KNOEBEL, Blau Rot Gelb Weiß, 1994, Acryl auf Aluminium, Holz, 101 x 100,5 x 14 cm, Foto: Sebastian Kempa © VG Bild-Kunst, Bonn

Der Hellweg war im Mittelalter eine Fernhandelsstraße, die in der Breite einer Lanzenlänge (ca. 3 m) dauerhaft von Bewuchs freigehalten werden musste. Der Westfälische Hellweg verband den Rhein mit der Elbe und führte durch das heutige Ruhrgebiet. Dort haben sich Museen, Stiftungen und Archive der Region zur mehrteiligen Ausstellungsreihe „Hellweg konkret“ zusammen geschlossen. Sie dokumentieren Konkrete Kunst aus der Hellweg-Region. „Zu entdecken sind Malereien, Grafiken und Skulpturen von Künstlern der Hellweg-Region, deren Schaffen auf die konkreten Bildmittel wie Linie, Farbe, Fläche, Volumen und Raum konzentriert ist. Ihrer Kunst liegt die Idee zugrunde, rein geistigen Inhalten ästhetischen Ausdruck zu verleihen. In der Einfachheit der meist geometrischen Formensprache zeigt sich eine erstaunliche Bandbreite der Variationen, die mit den Augen erkundet und nachvollzogen werden will.“ „Hellweg Konkret und die internationale Gegenwartskunst Teil II“ läuft derzeit bis zum 10. April 2016 im Kloster Wedinghausen/Arnsberg und bis zum 24. Januar 2016 im Kunstmuseum Ahlen. Dort sind Werke der Künstler Douglas Allsop, Hartmut Böhm, Daniel Buren, Callum Innes, Imi Knoebel, Vera Molnar und François Morellet aus der Soester Sammlung von Carl-Jürgen Schroth zu sehen. www.hellweg-konkret.de

Aktionen & Projekte

Augen der Freiheit

AIDAN SALAKHOVA, „Eyes of Freedom“, Videoarbeit, 2002, Courtesy: Teutloff Museum e.V.

Zwei schwebende weiße Derwischfiguren tanzen schemenhaft um einen großen schwarzen Würfel, aus dem zwei Frauenaugen durch die „Nikab“, den arabischen Gesichtsschleier, nach draußen blicken. Der Würfel ist eine Anspielung an die Kaaba, das würfelförmige Heiligtum im Innenhof der Heiligen Moschee von Mekka, laut Koran von Adam erbaut. Dann wird in dem Video die Interview-Frage eingeblendet: „Wie schätzen Sie die Rolle der Muslima im Islam ein?“ Die Antwort gibt der Berliner Medienprofessor Siegfried Zielinski: „Seit Mohammed hat jede Zeit ein anderes Bild der Frau hervor gebracht. Heute konkurrieren viele unterschiedliche Vorstellungen um die Gunst der Frauen, was gut ist. Die schönsten und kraftvollsten Identitäten werden sich durchsetzen“. Zur Frage, ob eine „interne Reform“ des tradierten Rollenverständnisses möglich sei, verweist Zielinski auf die technische Entwicklung und Ausbreitung der heutigen Informationsmedien: in einer solchermaßen vernetzten Welt gäbe es kein „Internes“ mehr, niemand könne sich isolieren. Reformieren müsse sich der Islam genauso wie die christlichen Kirchen (wobei übrigens aktuellen Zeitungsberichten über die jüngste katholische Bischofssynode zu entnehmen ist, es gäbe einen Widerstand konservativer Kardinäle gegen Papst Franziskus, der in vielen Fragen aufgeschlossener auftritt als seine Amtsvorgänger). Diese Videoarbeit der georgischen Künstlerin Aidan Salakhova stammt zwar aus dem Jahre 2002, erhält aber in unseren Tagen eine neue Brisanz durch das Auftreten der Terrormilizen „Islamischer Staat“ in Syrien, im Irak und in Lybien. Der Sammler und Medienkunstförderer Lutz Teutloff zeigt dieses Video bis zum 31. Dezember 2015 in seinem virtuellen Museum für Foto- und Videokunst unter www.teutloff-museum.net. Für Teutloff ist diese Videoarbeit ein Beitrag zu dem „offenen Dialog“, den Zielinski einfordert: „Wir werden als Museum für Foto- und Videokunst diese Arbeit auf unserer Website präsentieren, um einen friedlichen Dialog zwischen den Religionen zu unterstützen“. www.teutloff-museum.net

Messen & Märkte

St-Art Strasbourg

ERRÓ, „Volutes“, Aquagravure, 2014, Courtesy L'Estampe

Die St-Art im Messepark von Strasbourg-Wacken (27. bis 30. Nov. 2015) setzt einen ihrer Schwerpunkte auf Galerien, die Fotografe anbieten. In diesem Kontext präsentiert sich auch das Pariser Fotomuseum MEP. Frankreichs zweitälteste Messe für zeitgenössische Kunst feiert ihr 20jähriges Bestehen in diesem jahr mit einigen Neuerungen: die Einteilung der Kojen erfolgt z.B. jetzt nach kunsthistorischen Etiketten wie „historische Sektion“, „Hyperrealismus“ oder „Street Art“. Einen eigenen Sektor bespielen auch diesmal wieder die Anbieter von Editionen. Insgesamt nehmen 90 Galerien an der Messe teil. www.st-art.com

Aktionen & Projekte

Künstler verübt Brandanschlag

LUBJANKA-Gebäude während der Umbaumaßnahmen in den 1990er Jahren, Fotoquelle: Wikipedia/Not home

Das Lubjanka-Gebäude des früheren sowjetischen Geheimdienstes KGB weckt beivielen Russen schreckliche Erinnerungen: wer zwischen 1920 und 1991 hier inhaftiert war, der hatte im wahrsten Wortsinne nichts zu lachen: Mehrere hunderttausend Oppositionelle sind in diesem Zeitraum dort verhört und dabei oft gefoltert worden, manche wurden auch ohne Prozess exekutiert. Das Gefängnis blieb nach 1991in Betrieb und wurde Hauptquartier der Grenztruppen. Der heutige Präsident Wladimir Putin reorganisierte den Lubjanka-Betrieb 1998 und versorgte die Geheimdienst-Mitarbeiter des KGB-Nachfolgers FSB sogar mit einer russisch-orthodoxen Kapelle neben dem Gebäude. Die Denkfarbik des FSB, das Russische Institut für strategische Studioen, untersteht dem Präsidenten direkt. Aus protest gegen den "endlosen tTrror" des Sicherheitsapparats hat der Performance-Künstler Pjotr Pawlenski eine Tür am Lubjanka-Gebäude in Brand gesteckt. Er wurde daraufhin festgenommen und wird wohl wegen Vandalismus angeklagt, was ihm drei Jahre Haft einbringen könnte. Im Rahmen des Nordwind-Festivals Ende November 2015 in der Hamburger Kampnagel-Fabrik ist eine Retrospektive mit Videos, Bildern und Dokumenten von seinen Aktionen angekündigt. Dass Pawlenski dafür eine Ausreisegenehmigung erhält, ist ziemlich ungewiss. Russische Menschenrechtler verurteilten indes den Brandanschlag: Man müsse mit Worten handeln, nicht mit Gewalt, erklärte z.B. Ljudmilla Alexejewa von der Moskauer Helsinki-Gruppe.

Aktionen & Projekte

Black Posters

SANTIAGO SIERRA, Black Posters, Aktion, Basel, 2015

Im Stadraum von Basel prangen derzeit überall schwarze Poster an Mauern und Wänden. Santiago Sierra erweitert damit seine Ausstellung "Black Sun" in den öffentlichen Raum. "Die Nicht-Farbe Schwarz sowie ein auf den ersten Blick vertrautes Format gehen einen Dialog mit der Diversität des urbanen Raums ein. Das Werk fesselt den Blick des Passanten, wirft Fragen auf, stellt einen Kontrapunkt zu Signaletik oder Werbebotschaften dar... Gemeinsam mit Santiago Sierra sind insgesamt 36 Künstlerinnen und Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Installation und Film in der Ausstellung „Black Sun“ versammelt. Bis zum 10. Januar 2016 werden in der Fondation Beyeler, im Berower Park und im Stadtraum Basel Werke gezeigt, die inhaltliche und formale Beziehungen wie auch Spannungsverhältnisse zwischen dem Schwarzen Quadrat und der Kunst der letzten 100 Jahre seit der Präsentation des ikonenhaften Werks von Kasimir Malewitsch 1915 beleuchten. Kasimir Malewitsch suggerierte mit seinem Schwarzen Quadrat – in seinen Worten bezeichnet als „Empfindung der Gegenstandslosigkeit“ – einen neuen Blick und einen Perspektivenwechsel in der Kunst. "www.santiago-sierra.com

Aktionen & Projekte

Berliner Herbstsalon

MAXIM GORKI THEATER BERLIN, Fotoquelle: Wikipedia/Beek 100

Vom 13. – 29. November 2015 findet am Maxim Gorki Theater der 2. Berliner Herbstsalon statt. Mit einer Ausstellung, Interventionen, Performances und Debatten thematisieren mehr als dreißig beteiligte Künstler "das Thema Flucht und die Grenzen, die die Bevölkerungen Berlins und Europas zerreißen." Bei den meisten Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Mit 440 Plätzen ist das Maxim Gorki Theater das kleinste der Berliner Staatstheater. Es wurde 1952 als Reaktion auf Brechts episches Theater zur Pflege der russischen Theaterkultur gegründet. Zu den  Hausregisseuren zählt heute u.a. Sebastian Nübling, der für den Herbstsalon "In unserem Namen" inszeniert, ein Projekt nach Elfriede Jelineks "Die Schutzbefohlenen" und dem antiken Stück "Die Schutzflehenden" von Aischylos. www.gorki.de

Aktionen & Projekte

Warten

MARTINA GEIGER-GERLACH, „Warten 1“, Kunstverein Ellwangen, Juli 2014, Videostill: Copyright: Martina Geiger-Gerlach

„600 Flüchtlinge täglich werden mittlerweile registriert, danach aber dauert es bis zur eigentlichen Bearbeitung des Falls, und das zu lange“, schreibt der „Tagesspiegel“ über die Situation der Flüchtlinge, die in diesen Wochen Berlin ankommen. Sie harren in „Erstaufnahmeeinrichtungen“ aus, in Wartezelten, in leeren Flughafenhallen oder Turnhallen, die man als Notunterkünfte hergerichtet hat, und dies in wochenlanger Ungewissheit, bis endlich über ihren Asylantrag entschieden ist. Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) waren im November 2015 jedenfalls rund 330.000 Anträge zu bearbeiten. Das Warten ist für die Betroffenen deprimierend und zermürbend, vor allem wegen der fehlenden Arbeitsmöglichkeiten für Asylbewerber. Auf der anderen Seite ist bei vielen Instituten des Kunstbetriebs die Bereitschaft groß, sich mit dem Flüchtlingsthema auseinander zu setzen. Deshalb versucht die Künstlerin Martina Geiger-Gerlach nun, diese beiden Bereiche zusammen zu bringen und bietet Museen, Kunstvereinen etc. „eine partizipativen Performance-Reihe zur experimentellen Zusammenarbeit von Asylsuchenden und Kunstinstitutionen“ an. Ihr Projekt „Warten (Work in progress)“ setzt dabei „auf die Präsenz und Schönheit des Einzelnen, auf die gegenseitige Wahrnehmung ohne persönlichen Kontext und auf das Wirken von Raum und Zeit.“ Die bloße Anwesenheit „inmitten der laufenden Ausstellung“ verleiht nach diesem Konzept den Flüchtlingen die Rolle eines Performers oder einer Performerin. Allein durch ihre physische Präsenz kommunizieren sie etwas ihre Situation des Wartens und der Ungewissheit. Weiter heißt es in der Konzeptbeschreibung: „Die Tätigkeit der asylsuchenden PerformerInnen wird mit einer Aufwandsentschädigung von 1,05 €/Std. bezahlt, die flexible Arbeitszeit darf 100 Stunden pro Monat nicht überschreiten (§5 AsylbLG).“ Nun sucht Martina Geiger-Gerlach Kontakt zu großen Ausstellungshäusern, die bereit sind, ihr Konzept aufzugreifen: Info/Kontakt unter www.geiger-gerlach.de

Museen & Institutionen

Creating Worlds

OLAFUR ELIASSON, Yellow corridor, 1997 Installationsansicht: Winterpalais/Belvedere, Wien, 2015 Lichtinstallation, Maße variabel The Juan & Patricia Vergez Colletion, Buenos Aires, Foto: Irina Gavrich, 2015

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung ""Baroque Baroque" von Olafur Eliasson laden das Belvedere Wien und Thyssen-Bornemisza Art Contemporary zu einer Diskussionsrunde im Marmorsaal des Prinzen Eugen im Oberen Belvedere ein. Termin: 20. November 2015, 17 Uhr. "'Creating Worlds' erkundet unterschiedliche Vorstellungen von Weltenerschaffung, der Neuschöpfung von Universen und Weltordnungen. Olafur Eliasson, der Physiker Aurélien Barrau, die Philosophin Mirjam Schaub und TBA21-Kuratorin Daniela Zyman diskutieren Fragen der Kreativität und Wissensproduktion sowie die expressiven Überschreitungen von Realität und Illusion, die sowohl im Barock als auch in Eliassons Werk auftreten." In englischer Sprache, Eintzritt: 10 Euro. www.olafurbaroque.at

Aktionen & Projekte

Flüchtlingsakademie

HERMANN-JOSEF HACK, Foto: KP Kremer

Die Künstler Hermann Josef Hack und Dr. Andreas Pohlmann haben die „Erste Flüchtlingsakademie der Freien Künste (EFFK)“ gegründet. „So wichtig wie Nahrung, Kleidung und Unterkunft sind für Menschen auf der Flucht auch Möglichkeiten der Kommunikation und Integration. Die Kunst in ihrer Übersprachlichkeit bietet genau hierfür eine ideale Form des gegenseitigen Austauschs“, finden die beiden. Kunst wird hier nicht als als Trauma- bzw. Beschäftigungstherapie eingesetzt, sondern Hack und Pohlmann wollen vor Ort in den „Erstaufnahmeeinrichtungen“, wie es im Bürokratendeutsch heißt, die Flüchtlinge „über ihre aktuelle Situation, ihre Herkunft, ihre Erwartungen an das Gastland sowie ihre persönlichen Visionen im Kontakt mit ihren Nachbarn und der Öffentlichkeit zu befragen und ihnen einen Raum für kulturelle Betätigung zu bieten.“ Zum Auftakt ihrer Aktionsreihe entstehen am 10. November 2015 in einer Notunterkunft in Köln-Porz großformatige Bilder auf Zeltplanen. www.hermann-josef-hack.de

Museen & Institutionen

Kunst gegen AIDS

HENNING FEHR und PHILIPP RÜHR, Signature Merkel, 2015

Am 25. Novembe 2015 findet in der Bundeskunsthalle Bonn die Benefizauktion „Artists against Aids“ zugunsten der Deutschen AIDS-Stiftung statt. 51 zur Auktion stehende Kunstwerke werden vom 11. bis zum 25. November in der Ostgalerie des Hauses in einer Sonderausstellung zu sehen sein. Der Eintritt ist frei. Kurator ist der Art Cologne, Direktor Daniel Hug, der zahlreiche Künstler zur Teilnahme bewegen konnte, darunter Boris Becker, Alexander Bornschein, Tony Cragg, Jürgen Klauke, Frances Scholz, Rosemarie Trockel und Christopher Williams. Schirmherrin ist die Schauspielerin Hannelore Elsner. Der Erlös der Auktion kommt HIV-positiven Menschen in Notlagen in Deutschland zugute. Ein Teil des Erlöses soll gezielt Migrantinnen und Migranten mit HIV und AIDS helfen. www.artists-against-aids.de

Galerien & Auktionshäuser

Lovis Corinth: Restitution

LOVIS CORINTH, Selbstbildnis, 1896, Lenbachhaus München

Das Kölner Auktionshaus van Ham stellte über die Einlieferung eines Bildes von Lovis Corith (1918) detaillierte Recherchen an und fand heraus, dass das Bild 1936 aus einem Lager gestohlen wurde, in welchem ein jüdisches Ehepaar sein Umzugsgut deponiert hatte. In weiteren Nachforschungen ermittelte das Auktionshaus auch die Erben in den USA, die völlig überrascht waren, dass sie einen Restitutionsanspruch hätten. Der Erlös aus der Auktion wurde zwischen dem jetzigen bisherigen Eigentümer und den Erben geteilt. „Sobald ein eingeliefertes Kunstwerk Anzeichen auf eine problematische Provenienz zeigt, setzt VAN HAM sich zur Recherche u.a. mit bekannten Institutionen wie dem Art Loss Register in London, der Lost-Art-Koordinierungsstelle in Magdeburg oder dem Holocaust Claims Processing Office in New York in Verbindung, wo verschollene, gestohlene oder vermisste Kunst dokumentiert wird“, heißt es auf der Internetseite des Versteigerers. „Fingerspitzengefühl in Restitutionsangelegenheiten“ (Handelsblatt) und „untadeliges Vorgehen“ (Süddeutsche Zeitung) bescheinigte die Presse van Ham schon in früheren Fällen von Provenienzrecherche und Restitution. www.van-ham.com

Galerien & Auktionshäuser

Benefiz-Auktion

Florian Wegenstein aus Wien gründete Verein Delta Cultura, der seit 2002 "intensiv an der Verbesserung der Lebensituation und Zukunftsperspektive der Kinder und Jugendlichen in Tarrafal auf den Kapverdischen Inseln" arbeitet. Am 19. November 2015 ab  findet ab 18.30 Uhr eine Benefiz-Kunstauktion zugunsten des Bildungszentrums Tarrafal in Kap Verde statt.. Die Versteigerung ist in Kooperation mit dem Dorotheum Wien unter der Adresse Cserni Vienna, Wipplingerstraße 37, 1010 Wien angekündigt. Versteigert werden Werke namhafter österreichischer Künstler, unter anderem Arik Brauer, Gunter Damisch, Bettina Patermo, Hermann Nitsch, Klaus Rinke oder Hubert Scheibl. An diesem Abend wird auch die Grafikmappe Delta Cultura mit einer Edition vorgestellt. In der leinengebundenen Mappe befinden sich 4 Druckgrafiken von den Künstlern Erwin Bohatsch, Thomas Redl, Hubert Scheibl und Walter Vopava. Die Mappe wird zum Subskriptionspreis von 2.600 Euro angeboten, bei der Auktion wir auch je ein Druck der Edition versteigert. www.deltacultura.org/de/wp-content/uploads/2015/10/Katalog1.pdf

Preise

Deutsche Börse Photography Foundation Prize

TOBIAS ZIELONY

Laura El-Tantawy, Erik Kessels, Trevor Paglen und Tobias Zielony sind Finalisten des Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2016. Ihre Arbeiten werden vom 16. April bis 26. Juni 2016 in der Photographers' Gallery in London ausgestellt und sind anschließend am Hauptsitz der Deutschen Börse in Frankfurt/Eschborn zu sehen. Die Auswahl weist vielfältige Ansätze und Themen in der Fotografie auf und umfasst ebenso Video sowie objekt- und textbasierte Arbeiten. Der Gewinner wird im Frühjahr 2016 bekannt gegeben. www.deutsche-boerse.com.

Preise

IBB-Preis für Photography

ANDREAS GREINER, Olli, Inkjet Print, 21cm x 21cm, gerahmt, sign., dat. 2015, 1/3 Expl. + 2AP,Copyright: Andreas Greiner

Andreas Greiner gewann den IBB-Preis für Photography. Eine Anerkennung wurde Paul Hutchinson zugesprochen. Der Preis wird von der Investitionsbank Berlin zusammen mit dem Freundeskreis der UdK Berlin-Karl Hofer Gesellschaft vergeben. Neben dem Preis bekommt der Gewinner auch einen Katalogzuschuss von 5.000 Euro und eine Ausstellung im IBB-Atrium ausgerichtet. DiePreisträger sind Absolventen der UdK Berlin.

Preise

Förderpreise Dokumentarfotografie

SUSANNE HEFTI, „Unsound Trajectories“, Copyright: Susanne Hefti (Ausschnitt)

Susanne Hefti, Alina Schmuch, Andrzej Steinbach und Malte Wandel nehmen am 25. November 2015 um 19 Uhr im SANAA-Gebäude (Gelände Welterbes Zollverein Essen) die Förderpreise Dokumentarfotografie der Wüstenrot Stiftung entgegen (je 10.000 Euro). Die Auszeichnungen werden alle zwei Jahren in Zusammenarbeit mit der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang, Essen vergeben. Mit dem Preisgeld wird anschließend ein Projekt realisiert. www.museum-folkwang.de

Preise

Otto Steinert-Preis

GEORG BRÜCKANN, Copyright: Georg Brückmann

Georg Brückmann bekommt den Otto-Steinert Preis 2015 der deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) überreicht. Er wirsd ausgezeichnet, weil er  "mit seinen bildhaften Konstruktionen der Wirklichkeit die Jury durch seine theoretische und reflexive Arbeitsweise überzeugte." Der preisträger lebt und arbeigtet in Leipzig, "wo er 2012 als Meisterschüler von Professorin Tina Bara das Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst abschloss. Brückmann stellt das realistische Erbe d er Photographie als Abbild der Wirklichkeit in Frage, indem er fiktive Räume schafft, die offensichtlich konstruiert sind, aber realistische Fragmente zur I rritation des Betrachters nutzt." www.dgph.de

Preise

Hiscox-Kunstpreis

ALEXANDER PRÖPSTER

Alexander Pröpster erhielt den Hiscox-Kunstpreis (7.500 Euro). Damit geht die Auszeichnung zum achten Mal in Folge an einen Studenten der HfbK Hamburg. Pröpster studiert in der Malerei-Klasse von Prof. Jutta Koether; seine Arbeiten sind konzeptuell und minimalistisch angelegt. www.hfbk-hamburg.de

Personalien

Ernst Fuchs gestorben

ERNST FUCHS, 2007, Fotoquelle: Wikipedia/Tsui

Ernst Fuchs, Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, starb im Alter von 85 Jahren. Die surrealistisch anmutenden Arbeiten der 1950er und 1960er Jahre konzentrieren sich auf religiöse und mythologische Themen; in den 1970er Jahren widmete er sich vermehrt der Skulptur und Operninszenierungen, dann auch der Architektur. Das Museum von Bratislava zeigte in einer Retrospektive im vergangenen Jahr auch Porträts aus dem Spätwerk von Ernst Fuchs in den vergangenen 3-4 Jahren.

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