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Aktionen & Projekte

Kuratoren-Residenzprogramm

Im Juli 2015 startet das Kuratoren-Residenzprogramm „Berlin-Lagos“. Beteiligt ist u.a. das Goethe-Institut Lagos (Nigeria) mit dem Ziel, damit eine „Stärkung des deutsch-nigerianischen Dialogs“ zu erreichen. Den Anfang macht der Künstler und Kurator Folakunle Oshun aus Lagos, Nigeria. Er studierte Bildende Kunst (Skulptur) und Kunstgeschichte an der Universität von Lagos und kuratierte bereits mehrere Ausstellungen. Während seines Aufenthaltes in Berlin vom 5. Juli bis 30. September 2015 betreut Folakunle Oshun in der Galerie Wedding die Einzelausstellung »No Food For Lazy Man« mit Arbeiten des nigerianischen Künstlers Emeka Ogboh, die am 17. September 2015 eröffnet. www.goethe.de

Ausschreibungen

Druckgrafik-Wettbewerb

Das Ereignis Druckgraphik ist ein langfristiges Ausstellungsprojekt des BBK Leipzig e.V. zur zeitgenössischen Druckgraphik. Das Thema für 2016 lautet: „Totentanz“. Der Wettbewerb ist offen für alle Profi-Künstler. Die eingereichten Arbeiten nicht älter als 5 Jahre sein (ab 2010). Bewerbungen können bis zum 14. August 2015 nur auf postalischem Weg oder persönlich beim BBKL e.V. (Tapetenwerk, Lützner Str. 91, Haus K, 04177 Leipzig) abgegeben werden. Ohne vollständig ausgefüllte Formulare ist die Bewerbung ungültig. www.bbkl.org

Kulturpolitik

Giacometti-Fälschungen

Bis Mitte August 2015 läuft ein Prozess gegen einen Bildhauer vor dem Stuttgarter Landgericht. Der Angeklagte ist geständig, hunderte Skulpturen des Künstlers Alberto Giacometti nachgemacht und mit der Signatur des Gießereistempels versehen zu haben. Sein Anwalt räumte ein, seinem Mandanten sei bewusst gewesen, dass diese Imitate auf dem Kunstmarkt als Originale von Giacometti ausgegeben wurden, aber er sei nicht an deren Vertrieb beteiligt gewesen. Die Anklage beziffert den Schaden auf acht Millionen Euro, dennoch behauptete der Verteidiger, sein Mandant lebe „mittellos“. In anderen Verfahren wurden zwei Köpfe der Fälscherbande bereits zu Haftstrafen von mehr als sieben Jahren verurteilt, und in diesem Strafrahmen bewegt sich auch das Urteil gegen einen mitbeteiligten Mainzer Antiquitätenhändler: dieser hatte an der Legendenbildung mitgewirkt, die Werke würden aus einem Fundus der Erben Giacomettis stammen. Verbreitet hatte diese Legende ein Komplize, der sich als „Reichsgraf von Waldstein“ ausgab und den Käufern erzählte, er sei ein Freund von Alberto Giacomettis Bruder Diego (1902-1985) gewesen. Im Heimatort Stampa der Künstlerfamilie soll 2016 das Centro Giacometti eröffnet werden. Es dokumentiert die Arbeiten der Künstlerfamilie: Alberto und Diego arbeiteten im Bereich Skukptur, Malerei und Design, ihre Bruder Bruno Giacometti war Architekt.

Kulturpolitik

Dresden: erneute Attacke auf Ekici-Installation 

NEZAKET EKICI bei einer Performance, Foto: Andreas Dammertz

„Es ist schon der neunte Vorfall und wird meine fünfte Anzeige bei der Polizei. Zweimal beschmiert und über 13 Teppiche geklaut“, beklagte sich die Künstlerin Nezaket Ekici über die erneute Beschädigung ihrer Teppich-Installation vor dem Dresdner Gerichtsgebäude: Unbekannte hatten „Scheiße“ auf die Rückseite eines der Teppiche gesprüht und damit die Religion des Islam verunglimpft. Die temporäre Installation bildete ein Tor aus 34 Orientteppichen als Beitrag zur Ausstellung „Dresden? – Arbeiten mit der Stadt“ der örtlichen Kunstkommission.

Ausschreibungen

GlücksSpirale-Filmwettbewerb

Die GlücksSpirale schreibt für Filmemacher den GlücksSpirale Film Award 2015 aus. Der Wettbewerb wird in den Kategorien Hochschulpreis und Publikumspreis durchgeführt. Die Teilnehmer können ihre 30- bis 90-sekündigen Beiträge rund um die Themen Glück auf der Webseite hochladen. Der Wettbewerb bietet in zwei Kategorien Studenten von Filmhochschulen sowie talentierten Regisseuren ohne akademische Ausbildung die Chance auf die Siegerprämie in Höhe von 7500 Euro. Die zweiten und dritten Plätze sind mit jeweils 750 und 250 Euro dotiert. Deadline: 16. Oktober 2015. www.gluecksspirale-filmaward.de

Kulturpolitik

Empörung über Papst-Porträt

Für Empörung sorgte die Künstlerin Niki Johnson, als sie ein Porträt des emeritierten Papstes Benedikt XVI. aus 17.000 Kondomen anfertigte. Das Erzbistum Milwaukee kritisierte die Annahme einer Schenkung dieses Werks durch das Milwaukee Art Museum. Das Museum ließ eine Sprecherin entgegnen, die Künstlern habe mit diesem Bild auf kondomfeindliche Äusserungen des früheren Papstes aufmerksam machen wollen.

Messen & Märkte

Art Central Hongkong

Vom 24. bis 27. März 2016 richten die Gründer der Art Hongkong dort nun eine neue Kunstmesse aus, die Art Central Hongkong. Sie findet zeitgleich zur Art Basel Hongkong statt. Das Programm der Art Central umfasst 90 Galerien aus Asien und Übersee mit etablierten und aufstrebenden Künstlern. Es soll vor allem „neue Käufer“ und Sammler ansprechen und ist in die beiden Sektoren „Central“ und „Rise“ aufgeteilt. Für diese beiden Sektoren werden Anmeldungen bis zum 31. Juli 2015 empfohlen; die endgültige Deadline ist der 1. Oktober 2015: INFO@ARTCENTRALHONGKONG.COM

Museen & Institutionen

Bonn: Erweiterungsbau

AUGUST MACKE-HAUS, Fotoquelle: Wikipedia/Tohma (talk)

Am Bonner August Macke-Haus haben die Arbeiten für einen Erweiterungsbau begonnen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters fördert den Ergänzungsbau mit 3,5 Millionen Euro aus ihrem Etat. 2011 hatte das Museum im ehemaligen Wohn- und Atelierhaus des Malers August Macke vom Bund 500.000 Euro für eine umfangreiche Sanierung erhalten. Mit der baulichen Erweiterung will man die Exponate zeitgemäß und den modernen Standards entsprechend präsentieren können.

Aktionen & Projekte

Nackt-Performances

In Zagreb kannte die Polizei kein Pardon: als Thomas Zollinger, Elias Kirsche, Glynis Ackermann dort als Performer nackt über die Straße defilierten und sich auf einem Platz auf den Boden legten, schritten die Ordnungshüter ein und verdonnerten die drei Künstler wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses zu 300 Euro Geldbuße, obwohl der Festivalleiter Emil Matesic vorher eine Genehmigung für die Straßenaktion eingeholt hatte. Jetzt will Zollinger am 21./22. August 2015 das Naked Performance Festival im schweizerischen Biel wiederholen: „Auf Theaterbühnen und in Kunsthäusern ist der nackte Körper gang und gäbe, im Stadtraum kommt er nicht oder nur selten vor, ganz im Unterschied zu Skulpturen, Plastiken, Strassentheater, Flashmobs, Material-Inszenierungen, künstlerischen Statements, performativen Interventionen... Es darf mittlerweile im Stadtraum alles gezeigt und performt werden, was auch im Kunstraum und im Theater stattfindet, nur der nackte Körper scheint hier ein Tabu zu sein...“ Vorsorglich hat Zollinger auch diesmal eine behördliche Genehmigung eingeholt, um die „Möglichkeiten des nackten Körpers im städtischen Raum und Alltag ausloten und dazu beitragen, ihn hier als Mittel künstlerischer Gestaltung zu etablieren...“ In der örtlichen Fußgängerzone bieten 16 eingeladene Künstler Auftritte mit Butoh-Tanzperformances, Körper-Skulpturen etc. Künstlerliste: Le Corps collectif, Miru Kim, Maria AA, Imre Thorman, Elya May/Alina Kopytsa, Valentin Tszin/Flavia Ghisalberti, Lan Hungh, Abraham Hurtado, Karolin Kent/Sarah Armstrong, Till Alexander Lang, Gisela Hochuli, Manuel Scheiwiller, Elias Kirsche, Glynis Ackermann, Jacob Jensen/Luc Müller, Foofwa d'Imobilité, Katharina Vogel, Kaspar Bucher. www.ritualtheater.ch.

Preise

Stipendien der Krull-Stiftung

Patrycja German, Cyrill Lachauer und Peter Pumpler  erhalten die Arbeitsstipendien der Hans und Charlotte Krull Stiftung (je 12.000 Euro). Sie wurden aus 159 Bewerbern ausgewählt. Das Stipendium wird für in Berlin lebende Künstler ausgelobt. Patrycja German thematisiert in ihren Konzept-Performances die Beziehungen zwischen Künstler und Publikum. Cyrill Lacher beschäftigt sich in seinen Filmen mit „der Idee von Landschaft und Wildnis sowie nach der Verfasstheit von Orten“, während Peter Pumpler in seiner Malerei die Grundlagen dieses Mediums erforscht. www.krull-stiftung.de

Ausschreibungen

Gabriele-Münter-Preis

Der Gabriele Münter Preis soll dazu beitragen, Künstlerinnen über 40 Jahren in ihrer weiteren künstlerischen Entwicklung zu unterstützen. Auslober ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), dem Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer (GEDOK) und dem Frauenmuseum in Bonn. Das Preisgeld von 20.000 Euro wird im Frühjahr 2017 in Berlin übergeben. Zum Wettbewerb eingeladen sind Bildende Künstlerinnen mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland, die vor dem 30.11.1975 geboren sind. Die Bewerbungsunterlagen sind bis zum 30. November 2015 digital einzureichen. Download der Wettbewerbsbedingungen und Teilnahmeunterlagen unter www.gabrielemuenterpreis.de

Personalien

Akademie der Künste: neue Mitglieder

Auf der diesjährigen Frühjahrsmitgliederversammlung wurden 13 neue Mitglieder in die Berliner Akademie der Künste gewählt.Neue Mitglieder sind in der Sektion Musik: Philippe Manoury, Daniel Ott und Helmut Zapf. In die Sektion Literatur wurden gewählt: Jenny Erpenbeck, Günter Kunert, Reiner Kunze, Marie-Luise Scherer und Kathrin Schmidt. Neue Mitglieder der Sektion Darstellende Kunst sind Boris Charmatz, Mark Lammert, Eva Mattes, Thomas Quasthoff und Krzysztof Warlikowski. Die Akademie der Künste zählt nun in ihren sechs Kunstsektionen insgesamt 414 Mitglieder. wwwadk.de

Biennalen

Moskau Biennale

DEFNE AYAS

Bart De Baere, Direktor des MUHKA Antwerpen, Defne Ayas, Direktorin des Witte de With Center for Contemporary Art Rotterdam und Nicolaus Schafhausen, Direktor der Kunsthalle Wien sind Kuratoren der sechsten Moskau Biennale für zeitgenössische Kunst (22. Sept. bis 1. Okt. 2015). Das Leitthema der Biennale lautet: „How to gather? Acting in a center in a city in the heart of the Island of Eurasia. Austragungsort ist der Pavillon Nr. 1 des all-russischen Ausstellungszentrums VDNKh. Als Teilnehmer eingeladen sind u.a. die Künstler Flaka Haliti, Rana Hamadeh, Fabrice Hyber, Alevtina Kakhidze, Suchan Kinoshita, Hanne Lippard, Taus Makhacheva, Amalia Ulman, Anton Vidokle, Peter Wächtler und Qiu Zhijie, ebenso der Schriftsteller Robert Menasse.www.6th.moscowbiennale.ru

Biennalen

Biennalen-Termine

4.9.-8.12. 2015 Trio Biennal Rio de Janeiro 5.9.-1.11. 2015 Istanbul Biennale 9.9. -10.11. 2015 Ural Industrial Biennale 10.9. 2015 – 3.1. 2016 Biennale de Lyon bis 30.9. 2015 Thessaloniki Biennale bis 4. 10. 2015 Vienna Biennale 12.9. - 22.11. 2015 Göteborg International Biennal 16.-20.9. 2015 Triennale Grenchen bis 15.9. 2015 Prague Biennale 18.9. - 31.12. 2015 Kaunas Bienal 18.9. 2015 – 7.2. 2016 Lichtsicht-Biennale Bad Rothenfelde 19.9. - 23.11. 2015 Kobe Biennale

Hochschulen

Gebrüder Tobias: Einzelausstellung

GERT und UWE TOBIAS, ohne Titel, Holzschnitt auf Leinwand, 2014, 200 x 300 cm, Courtesy Contemporary Fine Arts, Berlin; © VG Bild-Kunst, Bonn 2015; Foto: Alistair Overbruck

Gert und Uwe Tobias, von 2012 bis 2013 Verwalter einer Professur an der HBK Braunschweig, haben bis zum 23. August 2015 eine große Einzelausstellung im Museum Morsbroich Leverkusen. Fritz Emslander kuratiert die Ausstellung, in der „Wandmalereien die in unterschiedlichen Medien ausgeführten Arbeiten zu einer Art Gesamtkunstwerk“ verbinden. Ihr Werk umfasst schwerpunktmäßig „großformatige, sehr farbintensive Holzschnitte und  Schreibmaschinenzeichnungen“. www.museum-morsbroich.de

Aktionen & Projekte

Kurt-Kurt

CHRISTIAN JANKOWSKI, „No profit“, Pressefoto

Im Geburtshaus von Kurt Tucholsky führen Simone Zaugg und Pfelder die Projektreihe „Kurt-Kurt – Kunst und Kontext im Stadtlabor Berlin-Moabit“ durch. Die Beiträge beschäftigen sich mit der Frage: „Wo, wann, wie entstehen Zusammenhänge in der Realisation und Rezeption von Kunst?“ Zur Beantwortung haben die beiden Initiatoren drei Künstler eingeladen, „die in den unterschiedlichen Medien Installation, Sound, Performance und Fotografie arbeiten und in ihren im Kurt-Kurt präsentierten Werken die Frage nach dem Kontext direkt oder indirekt reflektieren: with or without?“ Bis zum 1. August 2015 ist dort eine Installation von Christian Jankowski zu sehen. Den Neon-Schriftzug „No profit“ hatte er zusammen mit Wandtexten schon einmal in Florenz im Projektraum „BASE“ gezeigt. „Durch Wiederholung des vermeintlich Gleichen“ an einen anderen Ort verweist er auf ein strukturelles Grundmuster aller Projekträume – sie arbeiten nämlich fast überall immer unter finanziell äusserst prekären Bedingungen. Die nächsten „With ort without“-Projekte bestreiten dann Stefan Schneider (10. bis 27. September 2015) und Siggen Stinessen (5. bis 21. November 2015). www.kurt-kurt.de

Aktionen & Projekte

Das Fremde ganz nah

UTOPIA SPACE - Münchener Künstlerhaus, Sitz des litte ART e.V.

Für minderjährige Flüchtlinge hat der Münchener Verein „little ART e.V.“ das Kunstprojekt „Willkommenskultur“ initiiert. Seit Januar 2015 besucht ein Künstlerteam wei Mal im Monat die Kinder und Jugendlichen in ihrer Unterkunft und in zwei Übergangsklassen für Flüchtlingskinder an der Mittelschule in München-Ramersdorf, um mit ihnen zu malen. „Durch künstlerisches Gestalten soll ihnen die Möglichkeit gegeben werden, sich auszudrücken und sich in ihrer neuen Situation zurecht zu finden.“ Vom 7. Juli bis zum 24. Juli 2015 wird eine Auswahl der Werke in einer Ausstellung mit dem Titel „Das Fremde ganz nah“ in der Zentrale der GEWOFAG in der Kirchseeoner Straße 3 gezeigt. Die Ausstellung „lässt die Öffentlichkeit nun teilhaben an der Welt der Flüchtlinge, ihre Gedanken, Erfahrungen und Botschaften. Gezeigt werden Bilder, Objekte, Texte und Kunstinstallationen, darunter überdimensionale Werke, die im Raum zu schweben scheinen.“ Die in München ansässige unabhängige Non-Profit-Organisation little ART e.V. „fördert die intellektuelle, emotionale und künstlerische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.“ Der Sitz von little ART befindet sich im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz. Seine Räumlichkeiten dort nennt der Verein „Utopia Space”, „weil es eine Idee ist, die erst durch die Unterstützung der Münchner Künstlerhaus-Stiftung und die Hilfe zahlreicher Menschen und Unternehmen real geworden ist.“ www.little-art.org

Museen & Institutionen

Stuttgart: Sound in Motion

CARSTEN NICOLAI, „Unidisplay“, 2012, Echtzeit-Projektion, Großbildleinwand, Spiegelwände, Bank mit Lautsprecher, Ausstellungsansicht MMK, Frankfurt (2013), Foto: Axel Schneider, Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn 2015 / Courtesy Galerie EIGEN+ART, Leipzig/Berlin (Aussschnitt)

2006 wurde hinter dem Kunstmuseum Stuttgart auf dem Kleinen Schlossplatz Carsten Nicolais interaktive Plastik „Polylit“ installiert. Sie zählt inzwischen zum festen Bestandteil des Stuttgarter Stadtbildes. Bis zum 4. Oktober 2015 ist außerdem im Kunstmuseum Nicolais Videoinstallation „unidisplay“ (2012) zu sehen. Das Konzept konzentriert sich auf die Untersuchung von „Aspekten optischer Wahrnehmung... und deren Mechanismen“. Zu seinem 10jährigen Bestehen führt das Museum Sonderausstellungen sowie ein Rahmenprogramm zum Thema „Kunst & Musik“ durch. Dazu gehört auch die Ausstellungsreihe „Sound in Motion“ mit Beispielen über die „Wechselwirkungen zwischen den beiden Kunstformen aus der Perspektive zeitgenössischer Video- und Performancekunst, zwei Gattungen, in denen sich visuelles und akustisches Erleben besonders anschaulich miteinander verbindet.“ Der vierte Teil dieser Reihe widmet sich dem bildenden Künstler, Komponisten und Musiker Carsten Nicolai. Anschließend präsentiert das Kunstmuseum vom 14. Oktober 2015 bis zum 15. Januar 2016 die Arbeit „Videoquartet“ (2002) von Christian Marclay. www.kunstmuseum-stuttgart.de.

Kulturpolitik

Gesetz gegen illegalen Kunsthandel geplant

ZERSTÖRTE UND GEPLÜNDERTE KULTURDENKMÄLER IN SYRIEN, Foto: www.unesco.org

In Deutschland stochern des nachts „Sondengänger“ mit Metalldetektoren in Äckern herum, in der Hoffnung dort wertvolle Schätze zu finden. Wo einst die Römer siedelten, buddeln nicht nur Hobbyarchäologen gerne in Baugruben nach Öllämpchen und antiken Münzen herum, sondern sehr häufig auch kriminelle Raubgräber. In Mexiko wurde seit der Eroberung durch die spanischen Conquistadores nicht nur das Gold und Silber der Azteken fortgeschleppt, sondern auch Kulturgut, das sich heute anderswo in den großen Museen der Welt befindet. Unzählige Relikte der Vergangenheit sind aber auch heute dort noch unter der Erde verborgen: offiziell haben die mexikanischen Behörden rund 48.700 archäologische Stätten erfasst – das ist auch ein Tummelfeld für Plünderer. Im arabischen Raum finanzieren Dschihadisten ihre terroristischen Aktivitäten mit dem Verkauf illegal ausgegrabener Objekte. Allein in Syrien gibt es rund 10.000 Grabungsstätten, bei denen die Raubgräber sogar mit Bulldozern anrückten, wie Maamoun Abdulkarim, Chef der syrischen Antikenverwaltung, beobachtet hat. Dschihadisten haben im Nahen Osten auch Museen geplündert – aus religiös-ideologischen Gründen zerstören sie Statuen, aber man kann vernuten, dass sie mit dem illegalen Verkauf ihrer Beute auch ihre para-militärischen Operationen finanzieren. Die Plünderer scheren sich nicht um das Gesetz aus dem Jahr 1963, das den Verkauf syrischer Antiquitäten verbietet. Nach einer Kriminalstatistik der UNESCO ist nach Drogen- und Waffenhandel der Handel mit illegalen Kulturgütern der drittgrößte Bereich der Schattenwirtschaft. Unzureichend war bisher die Gesetzeslage in Deutschland, um den Handel mit illegalen Kulturgütern einzudämmen. Experten monieren, dass bisher Gesetzeslücken Deutschland sogar zu einem attraktiven Umschlagplatz für den Handel mit Objekten fragwürdiger Provenienz gemacht haben. Angesichts zunehmender Plünderungen archäologischer Stätten in Kriegs- und Krisengebieten will die Bundesregierung nun handeln und die Gesetze verschärfen: falls der Deutsche Bundestag es schafft, spätestens im Herbst 2015 ein Gesetz zu verabschieden, das schärfere Kontrollen für die Einfuhr von Antiken vorsieht, könnte dieses schon 2016 in Kraft treten“ „Klare Angaben zur Herkunft und Provenienz eines Objektes beim An- und Verkauf“ sollen künftig verbindlich festgeschrieben werden, erklärte dazu Kulturstaatsministerin Monika Grütters.    

Preise

Käthe Kollwitz-Preis

BERNARD FRIZE, Foto: Copyright privat

Bernard Frize nimmt am 10. September 2015 den diesjährigen Käthe-Kollwitz-Preis der Berliner Akademie der Künste entgegen. Anlässlich der Preisverleihung zeigt der französische Maler dort bis zum 25. Oktober 2015 eine Auswahl jüngerer und älterer in Berlin entstandenen Gemälde. „Seine mittel- und großformatigen Werke entsprechen einer gleichermaßen sinnlichen wie konzeptuellen Arbeitsweise, der selbst geschaffene Regeln und Systeme zu Grunde liegen. Auch wenn seine farbig gemalten Systeme überraschend einfach erscheinen, erweisen sie sich kompositorisch als komplizierte Strukturen.“ www.adk.de

Preise

Hessischer Kulturpreis

ARNOLD BODE, Foto: Floris M. Neusüss, Quelle: Documenta-Archiv Kassel (Ausschnitt)

Arnold Bode (posthum), Harald Szeemann (posthum), Jan Hoet (posthum), Manfred Schneckenburger, Rudi Fuchs, Catherine David, Okwui Enwezor, Roger M. Buergel und Carolyn Christov-Bakargiev wurden mit dem Hessischen Kulturpreis ausgezeichnet (45.000 Euro). Damit ging der Preis komplett an sämtliche Leiter der Kasseler documenta in den vergangenen 60 Jahren. Arnold Bode realisierte die erste documenta 1955 und war dann noch drei weitere Male Leiter dieser Großausstellung als „Museum der 100 Tage“.

Preise

Frese-Designpreis

CAROLIN NOWICKI, Wettbewerbsabeitrag, Foto: Copyright Luisa Eugeni (Ausschnitt)

Carolin Nowicki, Absolventin des Studiengangs Integriertes Design (Diplom) an der HFK Bremen, belegte den ersten Platz des Frese-Design-Preises (5.000 Euro). Die Auszeichnung würdigt ihre Abschlussarbeit „Zzgl. 1 Euro pro Stockwerk“. Die beiden zweiten Plätze, jeweils dotiert mit 2.500 Euro, wurden an Leonard Rokita, Absolvent des Studiengangs Integriertes Design (Diplom), sowie an Vincent Brinkmann, Absolvent des Bachelorstudiengangs Digitale Medien, vergeben.

Preise

Preis der Nationalgalerie

KANDIDATEN für den Preis der Nationalgalerie: v. l. n. r. Christian Falsnaes, Slavs and Tatars, Anne Imhof, Florian Hecker, Foto: David von Becker

Das Künstlerkollektiv Slavs and Tatars, Anne Imhoff, Florian Hecker und Christian Falnaes sind für den Preis der Nationalgalerie nominiert. Der Preis wird alle zwei Jahre für künstlerische und filmische Ansätgze verliehen. Die Kandidaten stellen ab dem 10. September 2015 im Hamburger Bahnhof Berlin aus und stellen sich damit demVotum der zweiten Jury, die den Gewinner kürt.

Preise

Kunst und Konstrukt-Preis

DIANA SIRIANNI

Diana Sirianni (1. Preis) und Katharina von Hagenow (2. Preis) wurden mit dem Kunst&Konstrukt-Kunstpreis der Leinemann-Stiftung für Bildung und Kunst in Kooperation mit dem Freundeskreis der UdK Berlin-Karl Hofer Gesellschaft ausgezeichnet. Mit dem Preis, der mit insgesamt 4000 € dotiert ist, werden die interessantesten Arbeiten, die in diesem Zusammenhang an Europas größter Kunsthochschule eingereicht wurden, honoriert. www.karl-hofer-gesellschaft.de

Personalien

Neuer Direktor in Basel

JOSEF HELFENSTEIN im Foyer der Menil Collection, Texas, Foto: Lynn Lane

Josef Helfenstein tritt am 1. September 2016 seine neue Stelle als Direktor des Kunstmuseums Basel an. Der jetzige Direktor Mendes Bürgi geht dann in Pension. Helfenstein war Chefkurator der Grafischen Sammlung und der Paul Klee-Stiftung und auch Vizedirektor am Kunstmuseum Bern, bevor er ans Krannert Art Museum der University of Illinois ging und 2004 die Leitung der Menil Collection and Foundation in Houston / Texas übernahm. www.kunstmuseumbasel.ch

Personalien

Bundesverdienstkreuz

CHRISTOPH STIEGEMANN

Christoph Stiegemann, Museumsdirektor am Diözesanmuseum Paderborn, wude wegen seines Engagements für die Kultur mit dem Bundesverdienstkreuz bedacht. „Insbesondere wurden die Verdienste Stiegemanns um die kulturhistorischen Paderborner Großausstellungen wie ‚Kunst und Kultur der Karolingerzeit‘ (1999), ‚Canossa – Erschütterung der Welt‘ (2006) und ‚CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter‘ (2013) hervorgehoben. Mit seinen Ausstellungen wage er sich an große Themen der Zeit, etwa an die christliche Identität Europas, heran, ohne dabei die Region aus dem Blick zu verlieren.“

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