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Ausschreibungen

Austauschprogramm mit Emiraten

Für das Daman Art Exchange Program der Lepsien Art Foundation können sich jedes Jahr Künstler aus den arabischen Emiraten bewerben. Die Auslobung gilt ohne mediale Einschränkungen für Malerei, Bildhauerei, Installation, Fotografie, Video etc. Wichtige Voraussetzung ist jedoch eine künstlerische Auseinandersetzung mit Papierarbeiten und Drucktechniken. Das Daman Art Exchange Programm zielt darauf ab, Künstlern die Möglichkeit zu geben sich mit der Drucktechnik Siebdruck weiter auseinander zu setzen. Bewerbungen werden laufend über das Jahr entgegen genommen und für die Auswahl der kommenden Förderjahre berücksichtigt. Stichwort „Bewerbung Art Exchange Program“. www.lepsien-art-foundation.com

Galerien & Auktionshäuser

Kunstkompass

LINDE ROHR-BONGARD, Foto: S. Kallnbach

1970 entwickelte der Wirtschaftsjournalist Willi Bongard einen Kunstkompass. Sein Konzept: Die Rankingliste beurteilt den Rang eines Künstlers nicht allein an dessen Werk, sondern ermittelt empirisch dessen öffentliche Reputation. Das Punktesystem erfasst u.a. Museumsausstellungen, documenta- und Biennale-Teilnehmen etc. Anhand eines komplexen Auswertungssystems, das neben solchen Ausstellungen auch Auszeichnungen, Museumsankäufe und Medienresonanz berücksichtigt, wird alljährlich die renommierte Top-100-Rangliste internationaler zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler erstellt, die jeweils zur ART Cologne präsentiert wird. Von Anfang an hat seine Frau Linde Rohr-Bongard diesen Kunstkompass mitgestaltet; seit seinem Tod 1985 führt sie die Rangliste fort. Über viele Jahre erschien er in „Capital“ und im „Manager Magazin“. Von nun an erscheint der Kunstkompass exclusiv in der WELTKUNST.

Museen & Institutionen

Neues Museum Lüneburg eröffnet

NEUES MUSEUM LÜNEBURG, Visualisierung: Jens Gehrcken für Heidenreich und Springer Architekten

Das Neue Museum Lüneburg nahm soeben seinen Betrieb auf. Es fasst auf 3.1500 qm die Sammlungsbestände des Museums für das Fürstentum Lüneburg, dem Naturmuseum und der Lüneburger Stadtarchäologie zusammen. Diese Bestände werden nun in sieben Abteilungen präsentiert. Die Baukosten betrugen 11 Mill. Euro. www.museumlueneburg.de

Hochschulen

Rundgang

Die Hochschule der bildenden Künste (HBK) Essen / Freie Akademie der bildenden Künste, fadbk veranstaltet vom 14. bis 22. März 2015 einen Rundgang (Vernissage: 13. März 2015). Studierende sowie Absolventen zeigen ihre Semester- und Examensarbeiten. In den Werkstätten und Malsälen im Gebäude der ehemaligen Zeche Prinz Friedrich und im Atelierhaus KU20 werden auf einer Ausstellungsfläche von insgesamt rund 2400 Quadratmetern Arbeiten aus den Fachgebieten Malerei/Grafik, Fotografie/Medien und Bildhauerei/Plastik gezeigt. www.fadbk.com

Ausschreibungen

Hildener Kunstmarkt

Der Hildener Kunstmarkt findet am 20. und 21. Juni 2015 statt. Anmeldungen sind bis zum 31. März 2015 möglich. Nähere Infos und Kontaktdaten: www.stadtmarketing-hilden.de

Galerien & Auktionshäuser

Kunsthändler festgenommen

DMITRI RYBOLOWLEW, Kunstsammler, Fotoquelle: Wikipedia/Dialinda

Die Polizei von Monaco nahm einen Kunsthändler aus der Schweiz fest. Ihm wird vorgeworfen, an den russischen Kunstsammler Dmitri Rybolowlew Kunstwerke mit falschen Papieren oder zu möglicherweise überhöhten Preisen verkauft zu haben. Rybolowlew lebt in Monaco und ist dort auch Präsident des Fußballclubs AS Monaco. Er besitzt eine hochkarätge Sammlung mit Werken von van Gogh, Monet und Picasso.

Ausschreibungen

Lippische Rose

Der Kunst- und Designpreis „Im Namen der Lippischen Rose“ wird vom Kunstwerk Lippe e.V. in Kooperation mit der Lippischen Kulturagentur, Landesverband Lippe ausgerichtet. Das Preisgeld beträgt 3.000 Euro und wird unter drei Preisträgern aufgeteilt. Das Thema lautet: „Lippe-Box. Experiment Rose“. Die eingereichten Kunstwerke sollen in einer Box in den Maßen von max. 30 x 30 x 30 cm präsentiert werden. Die Vorauswahl erfolgt aus anonymisierten Einreichungen. Deadline: 15. Mai 2015. Infos und Kontakt: info@kunstwerk-lippe.de, www.kunstwerk-lippe.de

Ausschreibungen

BRITA-Kunstpreis

Bis zum 26. Mai 2015 läuft der Wettbewerb um den BRITA-Kunstpreis Preisgeld: insgesamt 10.000 Euro. Zugelassen sind Fotokünstler mit abgeschlossener Ausbildung und Wohnsitz in Deutschland. Thema: „Endlich und unendlich - Natur als ökonomische Ressource im Wandel“. Infos: www.brita.kunstpreis.de

Ausschreibungen

Master-Stipendium

Die Claussen-Simon-Stiftung vergibt Stipendien in Höhe von bis zu 1.500 Euro pro Monat für Studierende aller Fachrichtungen in Master-Studiengängen an deutschen Hochschulen. Die Kandidaten müssen einen sehr guten Bachelor-Abschluss sowie soziales Engagement nachweisen. Eine Bewerbung ist jederzeit möglich. www-claussen-simon-stiftung.com

Kulturpolitik

Peripherie

Michael Wimmer moderiert am 22. April 2015 ein eintägiges Symposion an der Universität für angewandte Künste Wien. Thema: „Peripherie.Macht.Kulturpolitik“. Das Phänomen der Peripherie wird aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet: „Immerhin lässt sich der Begriff nicht nur politisch, geographisch und soziologisch, darüber hinaus ästhetisch, in jedem Fall sowohl theoretisch als auch anhand kulturpolitischer Praktiken untersuchen.“ Referenten sind u.a. Gala Koretskaya, Malaika Toyo, Ares Shporta, Arpad Schilling, Markus Davey, Patrick Föhl, Doreen Götzky, Peter Oswald, Walter Rohn, Elke Krasny. – Infos: educult.at/events/internationale-konferenz-peripherie-macht-kulturpolitik/

Personalien

Peter Springer verstorben

Prof. Dr. Peter Springer, von 1980 bis 2009 Kunsthistoriker an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg, ist im Alter von 70 Jahren in Berlin verstorben. "Peter Springer war die Ausnahmeerscheinung eines Kollegen, der für interdisziplinäre Arbeiten offen war", erklärt Prof. em. Dr. Stefan Müller-Doohm, Soziologe an der Universität und langjähriger Weggefährte Springers. Der Verstorbene veröffentlichte zahlreiche Publikationen zur Kunstgeschichte des Mittelalters sowie des 19. und 20. Jh. www.uni-oldenburg.de

Preview

DIE GROSSE Kunstausstellung NRW Düsseldorf

MUSEUM KUNSTPALAST DÜSSELDORF, Fotoquelle: Wikipedia/ Raimund Spekking via Creative-Commons-Licence CC-by-SA-3.0

130 Künstler nehmen in diesem Jahr an der traditionellen DIE GROSSE Kunstausstellung NRW im Düsseldorfer Museum Kunstpalast teil. Dort sind bis zum 29. März 2015 Beispiele aus den Bereichen Malerei, Grafik, Plastik, Objekt,Installation, Fotografie und Videokunst zu sehen. Neue junge Positionen im Bereich der Malerei und Grafik sind zum Beispiel durch die Künstler Nico Mares und Inessa Emmer vertreten. Die Werkschau mit Künstlern aus NRW ist auch mit Preisverleihungen verbunden: Die Düsseldorfer Künstlerschaft ehrt mit dem Kunstpreis der Künstler Felix Droese für sein „beeindruckendes künstlerisches Werk“. Der Förderpreis geht in diesem Jahr an den in Berlin lebenden Performance-Künstler David Pollmann. www.diegrosse.de

Galerien & Auktionshäuser

Kromos und Zink

MICHAEL ZINK, Foto: S. Kallnbach

Die Berliner Galerie Michael Zink heißt jetzt Kromos und Zink. Florian Kromos arbeitete bereits seit 2009 für die Galerie. Die erste Ausstellung der beiden neuen Partner ist der belgischen Künstlerin Lara Gasparotto gewidmet. www.galeriezink.de

Biennalen

Ruhrtriennale Masterclass

Junge Theaterkollektive und Nachwuchskünstler, die noch in Ausbildung sind (z. B. im Rahmen eines Regiestudiums) oder kürzlich ihre Ausbildung abgeschlossen haben bzw. am Anfang ihres Berufslebens stehen, können im Rahmen der Ruhrtriennale auch eine Masterclass besuchen. Die Realisation und Präsentation der Projekte erfolgt vom 24.08. – 14.09.2015 in den Räumlichkeiten der koproduzierenden Institutionen Ringlokschuppen Ruhr, Schauspiel Essen oder Theater Oberhausen. Diese Institutionen unterstützen die Projektteams logistisch bei der Probenarbeit durch Personal und die Nutzung von Werkstätten und technischem Equipment. Für alle sonstigen Kosten (Material, Gagen etc.) erhält jedes der drei Teams ein Produktionsbudget (max. 5.000 Euro), das von den Künstlern nach Vorlage eines Finanzplans in  Abstimmung mit der jeweiligen koproduzierenden Institution verwaltet wird. Bewerbungen sind bis zum 5. April 2015 möglich. Kontakt: Ruhrtriennale, Campustriennale Masterclass, Vasco Boenisch, Leithestraße 35, 45886 Gelsenkirchen, v.boenisch@ruhrtriennale.de. www.ruhrtriennale.de

Aktionen & Projekte

Rapid Pulse

Das internationale Performance-Festival „Rapid Pulse“ ist für den Zeitraum 4. bis 14. Juni 2015 angekündigt und findet dann zum vierten Mal in Chicago statt. Ausrichter ist die Defibrillator Gallery. Das Programm umfasst in den Galerieräumen Performances bis zu 30 Minuten Dauer, des weiteren Durational Perdformances von mehr als drei Stunden im Schaufenster der Galerie, wobei das Publikum von der Straße aus zuschaut, außerdem ortsspezifische Aktionen im Außenraum. Ein Drittel der Teilnehmer kommt aus der lokalen Kunstszene, ein weiteres Drittel aus anderen Regionen der USA, und ein Drittel aus dem Ausland. www.rapidpulse.org

Aktionen & Projekte

United Nations

ABBAS AKHAVAN „Study for a Blue Shield“

Im Wiener Museumsquartier hat das österreichische Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres zusammen mit anderen Partnern aus dem In- und Ausland einen Ausstellungsraum für die Reihe „freiraum quartier21 INTERNATIONAL“ zur Verfügung. Hier finden internationale Gruppenausstellungen statt. Das aktuelle Projekt wird von Signe Theill und Peter Winkels kuratiert und beschäftigt sich „mit bildlichen und symbolischen Akten der Politik“. Vom 11. März bis zum 10. Mai 2015 bietet ihre Ausstellung „united nations extended – The Vienna Dialog“ kritische, poetische und dokumentarische Arbeiten über künstlerische Positionen, wie sie seit den 1990er Jahren Politik reflektieren, hier konkret am Beispiel der Vereinten Nationen. Anlass ist der 60. Jahrestag der Aufnahme Österreichs in die UN: 1955 erhielt Österreich zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs seine völlige Souveränität zurück, unter der Bedingung, dass das Land militärisch bündnisneutral bleibt. Diese Neutralität war auch ein Grund, in den 1970er Jahren Wien als Standort einer UN-Dependance zu wählen und mit dem Bau einer „UNO-City“ zu beginnen (Vienna International Center). „Die Politikfelder, die die KünstlerInnen ins Visier nehmen, reichen vom Palästina-Konflikt über den Irakkrieg, den Völkermord in Ruanda, den Bürgerkrieg in Bosnien, das Flüchtlingsdrama an den EU-Grenzen bis hin zu Verbindungen von Privatem und Politischem im Umkreis der UN. Die ersten Positionen stammen aus den 90iger Jahren, die aktuellsten werden eigens für die Ausstellung gefertigt und erstmalig gezeigt“, heißt es zu den Themenfeldern des Projekts. Auch im Vienna International Center selbst sind Beiträge von einigen der beteiligten Künstler zu sehen. Künstlerliste: Marina Abramović, Abbas Akhavan, Alfred Banze, Vitshois M. Bondo, Sophie Calle, Sibylle Hofter (GER)*, Alfredo Jaar (USA), Janina Janke/Maurice de Martin, Khaled Jarrar, Sven Kalden, Thomas Locher, Goshka Macuga (POL), Josef Ramaseder, Kofi Setorji, Ivar Smedstadt, Jan Stradtmann, Tanya von Barnau Sythoff, Guy Wouete, Zentrum für politische Schönheit. www.quartier21.at

Hochschulen

Reallabor

Die Staatl. Kunstakademie Karlsruhe lädt im Rahmen ihrer Riemschneider-Kuratorenreihe mit Giovanni Carmine zu Gastvorträgen ein. Die nächsten Termine bestreiten Mariana Castillo Deball aus Berlin/Mexiko am 23. April und San Keller aus Zürich am 21. Mai 2015. Deball hatte kürzlich als Trägerin des Preises der Berliner Nationalgalerie eine Einzelausstellung dort im Hamburger Bahnhof. „Welchen Einfluss die Institution Museum und ihre Vertreter auf das Leben und den Status der Objekte haben, ist eine leitende Frage für die Betrachtungen der Künstlerin.“ San Keller zählt zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern in der Schweiz. „Vielleicht nicht als singuläres, aber als ein sehr wichtiges Charakteristikum seiner Arbeit gilt... der Gebrauch von Logo, Label, Marke und anderen Mitteln der Vermarktung, die der Künstler unternehmerischen Strategien abgeschaut hat.“ www.kunstakademie-karlsruhe.de

Hochschulen

Kuratorenreihe

MARIANA CASTILLO DEBALL

Die Staatl. Kunstakademie Karlsruhe lädt im Rahmen ihrer Riemschneider-Kuratorenreihe mit Giovanni Carmine zu Gastvorträgen ein. Die nächsten Termine bestreiten Mariana Castillo Deball aus Berlin/Mexiko am 23. April und San Keller aus Zürich am 21. Mai 2015. Deball hatte kürzlich als Trägerin des Preises der Berliner Nationalgalerie eine Einzelausstellung dort im Hamburger Bahnhof. „Welchen Einfluss die Institution Museum und ihre Vertreter auf das Leben und den Status der Objekte haben, ist eine leitende Frage für die Betrachtungen der Künstlerin.“ San Keller zählt zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern in der Schweiz. „Vielleicht nicht als singuläres, aber als ein sehr wichtiges Charakteristikum seiner Arbeit gilt... der Gebrauch von Logo, Label, Marke und anderen Mitteln der Vermarktung, die der Künstler unternehmerischen Strategien abgeschaut hat.“ www.kunstakademie-karlsruhe.de

Kulturpolitik

Irak: Kulturgüter zerstört

NINIVE, rekonstruiertes Adad-Tor, Fotoquelle: Wikipedia/Fredarch, GNU-Free documentation license

„Kulturkrieg mit dem Presslufthammer“ titelte die Online-Ausgabe des Darmstädter Echos über die Videos, auf denen zu sehen ist, wie Angehörige der Terrormiliz „Islamischer Stadt“ in Mossul und an der Grabungsstätte von Ninive antike Kulturgüter aus assyrischer Zeit zerstören, darunter eine 2.600 Jahre alte Türhüterfigur vom Nergal-Tor. Markus Hilgert, Direktor des Vorderasiatischen Museums in Berlin: „Das ist so, als würde jemand die Sphinx in Ägypten zerstören.“ Ein IS-Anhänger erklärte in dem Video, die Assyrer hätten mehrere Götter angebetet und damit die Einzigartigkeit Allahs in Frage gestellt, weshalb die Statuen zerstört werden müssten. In Mossul hatte die IS-Miliz schon vor Wochen zwei große Bibliotheken geplündert und alle nicht-islamischen Schriften verbrannt. Das Video zeigt außerdem, wie die Plünderer im Museum von Mossul mit dem Hammer große Stücke zerschlagen. Die UNESCO-Chefin Irina Bokova forderte daraufhin eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates. Dieser hatte bereits in einer früheren Sitzung die IS-Milizen als „terroristische Vereinigung“ eingestuft. Das US-Institut „Terrorism Research and Analysis Consortium“ (TRAC) beurteilt den IS nicht als eine reine Kampftruppe, sondern als eine Regierungsmacht in den eroberten Gebieten in Syrien und im Nordirak. Das politische Ziel sei nicht nur die Errichtung eines großräumig ausgedehnten Kalifats, sondern eben auch - wie der Publizist Jürgen Todenhöfer analysiert - „die größte 'religiöse Säuberung' in der Geschichte der Menschheit“, die sich gegen „alle Schiiten, Jesiden, Hindus, Atheisten und Polytheisten“ richten würde: der brutale „Kulturkampf mit dem Presslufthammer“ ist mithin Teil dieser Ideologie. Westliche Politiker und Nachrichtendienste tun sich unterdessen schwer mit einer geostrategischen Einschätzung der Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten: Der Journalist und Buchautor Bruno Schirra wirft ihnen vor, die Umwälzungen des „arabischen Frühlings“ 2011/2012 nur „naiv bejubelt“ und nicht gründlich genug analysiert und deswegen bis heute „das große Potenzial islamistischer Grundüberzeugungen“ in jenen Ländern ignoriert zu haben.

Kulturpolitik

Karikaturentreff: Absage

LE MEMORIAL DE CAEN, Foyer, Fotoquelle: Wikipedia/Nick-D

Aus Sorge um die Sicherheit wurde in der französischen Stadt Caen auch ein ursprünglich für April 2015 geplantes Karikaturistentreffen abgesagt. Stéphane Grimaldi, Leiter der lokalen Gedenkstätte für Geschichte und Frieden, erklärte, nach dem Anschlag von Kopenhagen sei die Internetseite mehrfach attackiert worden. Die Karikaturistentreffen könnten nun nicht mehr „gelassen im Geiste früherer Tagungen“ stattfinden. www.memorial-caen.fr

Museen & Institutionen

Digitale Sammlung

STÄDEL FRANKFURT, Fotoquelle: Wikipedia/Simsalabimbam

Ab dem 15. März 2015 ist die Beta-Version der "Digitalen Sammlung" des Frankfurter Städelmuseums freigeschaltet. "Das auf dem umfassenden Sammlungs- und Datenfundus des Museums aufbauende Vermittlungstool verfügt über eine semantische Suche, die sowohl kunstwissenschaftliche Interessen bedient als auch individuelle Suchpfade durch 700 Jahre Kunstgeschichte nach intuitiven und assoziativen Kriterien eröffnet. Für dieses digitale Schlendern bietet die kostenlos zugängliche, cloudbasierte Exponate-Plattform – neben großformatigen Abbildungen, multimedialen Inhalten wie Audiosequenzen und Filmproduktionen sowie unterschiedlichsten Informationen zu Kunstwerken des Städel – eine weitreichende Verknüpfung der Werke und kontextualisiert diese auf sinnfällige, oft aber auch überraschende Weise." digitalesammlung.staedelmuseum.de

Messen & Märkte

Kölner Liste

KÖLNER LISTE, Foto: S. Kallnbach

Die Kölner Liste wird vom 16. bis 19. April 2015 parallel zur Art Cologne ausgerichtet. Die teilnehmenden Galerien und Projekträume bieten zumeist Kunst zu Preisen zwischen 500 und 7.500 Euro an. Peter Funken kuratiert die Ausstellung FORMAT x mit Arbeiten von 14 Künstlern, die größtenteils in Berlin leben und arbeiten. Die Verkaufserlöse gehen vollständig an die Künstler. Außerdem bietet eine zweite Ausstellung „All the nice Picassos!“ Arbeiten von spansichen Klassikern der Moderne wie Miró, Tàpies und Picasso zu erschwinglichen Preisen. Austragungsort ist die Halle The New Yorker Dock One in der Hafenstr. 1 am Mülheimer Hafen, etwa 2 km vom Kölner Messegelände entfernt. www.koelner-liste.org

Biennalen

Bienal de la Habana

Seit 30 Jahren wird die Biennale von Havanna ausgerichtet, und in diesem Jahr findet sie zum 12. Mal statt (22. Mai bis 22. Juni 2015). Ihr Motto lautet: „Entre la idea y la experencia“ (Zwischen Idee und Erfahrung). Medial bietet die Veranstaltung ein breit aufgefächertes „intersektionales“ Programm mit Ausdrucksformen zwischen Tanz, Theatwer, Musik, Film und Literatur. Eine zentrale Ausstellung gibt es diesmal nicht. www.bienalhabana.cult.cu

Messen & Märkte

ART CONGRESS COLOGNE

Die Kunstbranche verändert sich weltweit: Zahlungskräftige Sammler aus den Golfstaaten und den Schwellenländern drängen auf den Markt. Auch China ist aus dem internationalen Gefüge nicht mehr wegzudenken. Mit 24 Prozent Markanteil lag die Volksrepublik 2013 laut „The European Fine Art Foundation“ (TEFAF) auf Platz drei des globalen Rankings. Darüber und über andere Tendenzen auf dem Kunstmarkt des 21. Jh. diskutieren am 17. April 2015 Experten auf dem ART CONGRESS COLOGNE: Wie sind die neuen Märkte Afrika, China, Middle East und Südamerika einzuschätzen? Diese Fragen zur Bewertung und aktuellen Entwicklung des Kunstmarktes diskutieren rund 30 Sammler,  Kuratoren und Kunstexperten aus Europa, USA, Afrika, Südamerika und den Golfstaaten. Referenten sind u.a. Dr. Harald Falckenberg, Prof. Dr. Dr. Thomas Olbricht, Gil Bronner, Ramin Salsali und Anita Zabludowicz. Sheikha Hoor Al-Qasimi hält eine Keynote. Per Videokonferenz zugeschaltet wird aus Los Angeles der Kunstberater Stefan Simchowitz, der sich zur Kunstmarkt-Spekulation bekennt und in Interviews gerne das Geschäftsmodell der Galerien attackiert. www.art-congress.com

Biennalen

Biennale von Venedig - Enwezor gibt Konzept bekannt

Okwui Enwezor. Foto: Giorgio Zucchiatti

Okwui Enwezor hat auf einer Pressekonferenz in München, wo er das Haus der Kunst leitet, sein Konzept für die Hauptausstellung „All the World‘s Future“ auf der Biennale von Venedig (9. Mai bis 22. November 2015) vorgestellt.  Enwezor versteht sein Konzept als politisches Statement: „Wie kann die gegenwärtige Unruhe unserer Zeit angemessen begriffen, nachvollziehbar gemacht, untersucht und ausgedrückt werden?“ Ihm gehe es darum, „… einen Mechanismus zu finden, der es ermöglicht, die Gegenwart mit der Geschichte zu verschalten.“ Die historische Perspektive dieser Hauptausstellung liegt in den 1970er Jahren: nach dem Militärputsch gegen den demokratischen Präsidenten Salvador Allende in Chile 1973 hatte die damalige Biennale-Leitung die Kunstschau in Venedig zu einer Solidaritätsveranstaltung gegen das faschistische Pinochet-Regime ausgerufen. Enwezor will den politischen Aspekt jedoch nicht in einer reinen Themenausstellung angehen, sondern sein Projekt von Live-Performances, Einzelpräsentationen, Lesungen und Wochenendseminaren begleiten lassen. So soll z.B. „Das Kapital“ von Karl Marx komplett vorgelesen werden. Für diese Live-Aktionen steht im Hauptpavillon eine „Arena“ als Bühnenraum zur Verfügung, die vom ghanaisch-britischen Architekten David Adjaye gestaltet wird. U.a. wird auch Olaf Nicolai hier eine Performance inszenieren. Die "Gulf Labor Coalition" wird auf dieser Bühne über die prekären Bedingungen von Bauarbeitern in den Golf-Staaten diskutieren - wie pakistanische Arbeiter beim Bau der Fußballstadien für die WM in Katar behandelt werden, haben schon mehrere Nachrichtensender dokumentiert. Insgesamt beschränkt sich dieses Hauptprogramm aber nicht nur auf den Internationalen Pavillon und die vertrauten Orte im Arsenale, sondern Enwezor hat vor, ebenso die Gartenanlagen in die Präsentation einzubeziehen. Frischen Wind bringt der Kurator zudem durch die Auswahl der eingeladenen Künstler ins Biennale-Geschehen: 88 der 136 Künstler sind nämlich erstmals auf dieser Veranstaltung vertreten. Unter den eingeladenen Künstlern sind u.a. Chantal Akerman (Belgien), Georg Baselitz (Deutschland), Kutlug Ataman (Türkei), Christian Boltanski (Frankreich), Monica Bonvicini (Italien), Tiffany Chung (Vietnam), Maria Eichhorn (Deutschland), Peter Friedl (Österreich), Isa Genzken (Deutschland), Thomas Hirschhorn (Schweiz), Andreas Gursky (Deutschland), Alexander Kluge (Deutschland), Gonçalo Mabundo (Mozambique), Ibrahim Mahama (Ghana), Helen Marten (England), Steve McQueen (England), Oscar Murillo (Kolumbien), Bruce Nauman (USA), Olaf Nicolai (Deutschland), Raha Raissnia (Iran), Joachim Schönfeldt (Südafrika), Mariam Suhail (Pakistan), Rirkrit Tiravanija (Thailand). Die komplette Künstlerliste ist bei www.labiennale.org/en/art/exhibition/artists einzusehen. Den anderen Schwerpunkt der Biennale bilden die Länderpavillons. In diesem Bereich kuratiert z.B. Yilmaz Dziewior den österreichischen Pavillon mit Heimo Zobernig und Florian Ebner den deutschen Pavillon mit Beiträgen von Jasmina Metwaly/Philip Rizk, Olaf Nicolai, Hito Steyerl und Tobias Zielony. Luxembourg wird durch Filip Markiewicz vertreten und die Schweiz durch Pamela Rosenkranz. Auch hier sind einige Länder erstmals in Venedig vertreten, nämlich Grenada, Mauritius, die Mongolei, Mosambik und die Seychellen. Im kommenden „Kunstforum international“ Bd. 232 erscheint ein Interview von Heinz Schütz mit Okwui Enwezor www.labiennale.org

Preise

Spectrum-Preis

HANNAH COLLINS, Foto: Michael Herling / Benedikt Werner, Sprengel Museum Hannover

Hannah Collins wurde der Internationale Preis für Fotografie „Spectrum“ der Stiftung Niedersachsen zuerkannt. Neben 15.000 Eurp Preisgeld darf die Gewinnerin auch eine große Einzelausstellung im Hannoveraner Sprengel-Museum für sich beanspruchen (bis 7. Juni 2015). Collins machte ihere Ausbildung in London und machte dann in dwen 1980er Jahren vor allem mit großen Schwarz-Weiß-Aufnahmen auf sich aufmerksam. www.sprengel-museum.de

Preise

Caspar-David-Friedrich-Preis

JURYSITZUNG der Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft

Lukas Janitsch gewann den Caspar-David-Friedrich-Preis. Janitsch ist zur Zeit Gaststudent an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste. Die Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft in Greifswald verleiht den Kunstpreis jährlich. Er fördert junge Künstlerinnen und Künstler, „die sich in ihrem Schaffen mit aktuellen Fragen zum Verhältnis von Mensch, Natur und Kunst auseinandersetzen und in einem geistigen Bezug“ zum Werk des Romantikers Caspar David Friedrich stehen. www.caspar-friedrich-gesellschaft.de

Preview

Cornelia Schleime in Venlo

Cornelia Schleime, aus der Reihe: See You, 2015, Aquarell auf Bütten, courtesy Livingstone gallery The Hague / Galerie Michael Schultz Berlin

Unter dem Titel 'Ich zeige nicht alles' präsentiert das Museum van Bommel van Dam in Venlo Arbeiten auf Papier von Cornelia Schleime (*Berlin, 1953). Bei dieser in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entstandenen Schau, die zuvor im Musée d'art Moderne im französischen Saint Ètienne zu sehen war, präsentiert das Venloer Museum eine Auswahl aus den expressiven, fast surrealistischen Zeichnungen der Serien Animation, Camouflage, Mutationen, Köpfe und See You. www.vanbommelvandam.nl/

Aktionen & Projekte

RDK-Labor

Das kürzlich freigeschaltete RDK-Labor ist eine Online-Plattform zur kunsthistorischen Objektforschung. Ihre Basis besteht aus den zehn gedruckten Bänden des Reallexikons zur Deutschen Kunstgeschichte, die zwischen 1937 und 2015 erschienen. Die neue Form der Veröffentlichung erlaubt Präsentationen außerhalb der sonst in Lexika üblichen alphabetischen Reihenfolge und den Einsatz von „Möglichkeiten der interaktiven Wissenschaftsgenerierung“. www.rdklabor.de

Galerien & Auktionshäuser

Globaler Kunstmarkt

2014 lagen die Umsätze im globalen Kunsthandel bei 15,2 Miiliarden Dollar (=13, 7 Milliarden Euro). Gegenüber 2013 bedeutet dies eine Steugerung von 26 Prozent. Dies meldete der Kunstinformationsdienst Artprice. Der Boom habe vor allem etwas mit der prosperierenden Museumslandschaft zu tun: zwischen 2000 und 2014 seien weltweit mehr Museen eröffnet worden als im gesamten 19. und 20. Jh. zusammen. Die höchsten Auktionsumsätze erzielten im vergangenen Jahr Andy Warhol (570 Mill. Dollar = 516 Mill. Euro) und Pablo Picasso (375 Mill. Dollar). Umsatzstärkster lebender KÜnstler ist Gerhard Richter mit einem Jahresumsatz von 254 Mill. Dollar auf Auktionen. www.artprice.com

Preise

Videonale-Preis

SHELLY NAHDASI, „A Hidden Quiet Pocket“, Copyright: Shelly Nadashdi  

Shelly Nadashi ist Preisträgerin des Videonale Preises der KfW Stiftung 2015.  Ihr Video „A Hidden Quiet Pocket” ist eine Arbeit über Machtverhältnisse und die zunehmend sichtbare Spannung zwischen den Betuchten und den Habenichtsen, zwischen den den Gewinnern und Verlierern des Immobilienmarktes oder auch den Meistern und Dienern in der Dienstleistungsgesellschaft. “A Hidden Quiet Pocket” – für manche ein Rückzugsort, eine Blase des privilegierten Luxus; für andere ein Ort, an dem sie arbeiten, der ihnen aber ansonsten verschlossen bleibt. www,videonale.org

Museen & Institutionen

Appropriate Museology

Appropriate Museology, Pressefoto, Copyright: Colourbox.com

Am Rande der Sharjah Biennale findet Ende März die Konferenz „Appropriate Museology = Appropiate Language“ statt. Vierzig Experten aus Europa. Afrika und Asien diskutieren darüber, wie eine multikultureller gewordene Welt neuer Verständigungsformen bedarf. Der Schwerpunkt dieses Kongresses über interkulturelle Kommunikation liegt in der Museumspädagogik. Mitinitiator der Veranstaltung ist das Goethe-Institut.

Biennalen

Lateinamerikanischer Pavillon

JOSÉ HUAMÁN TURPO, Aufnahme der Huachipaire, Courtesy: Artpress Ute Weingarten

„Indigene Stimmen – Voces indigenas“ lautet der Titel für den Beitrag im Lateinamerikanischen Pavillon auf der diesjährigen Biennale von Venedig. Ausrichter ist das Istituto Italo Latino Americano mit Unterstützung des Goethe Instituts. Als Kurator zeichnet der Leiter des Goethe-Instituts Rio de Janeiro Alfons Hug verantwortlich. Der Pavillon zeigt eine Klanginstallation mit 17 künstlerischen Positionen. Sie beschäftigen sich mit dem Verlust der indigenen Sprachen: um das Jahr 1500 gab es noch eine Vielzahl dieser Sprachen auf dem dortigen Kontinent, doch bis heute sind 85 Prozent von ihnen bereits ausgestorben. Die Yagan-Sprache auf Feuerland z.B. hat heute nur noch eine einzige Sprecherin. Für den Beiztrag in diesem Pavillon wurden Künstler ausgewählt, die „eine Affinität zum indigenen sprachlichen Erbe besitzen. Bei der Auswahl der Sprachen spielen nicht nur ihre historische und kulturelle Bedeutung und ethnische Gruppe eine Rolle, sondern auch der Grad ihrer Gefährdung sowie ihr ästhetischer Reiz. Die Künstler bestimmen über Thema und Textart: So stehen fiktive, sakrale, poetische, dramatische und sachliche Texte nebeneinander.“ Künstlerliste: ARGENTINIEN: Laura Kalauz & Sofia Medici. Sprache: Selk’nam | BOLIVIEN: Sonia Falcone & José J. Laura Yapita. Sprache: Aymara | BRASILIEN: Adriana Barreto. Sprache: Sateré-Mauwé, Paulo Nazareth. Sprache: Guarani-Kaiowá, Ellen Slegers. Sprache: Paiter Suruí. | CHILE-Deutschland: Rainer Krause. Sprache: Yagan | COSTA RICA: Priscilla Monge. Sprache: Maléku | ECUADOR: Fabiano Kueva. Sprache: Siona | EL SALVADOR: Mauricio Kabistán. Sprache: Náhuat | GUATEMALA: Sandra Monterroso. Sprache: Maya | HAITI: Barbara Prézeau. Sprache: Haitianisches Kreolisch | HONDURAS: Leonardo González. Sprache. Tol | KOLUMBIEN: Agueda Pumené. Sprache: Sáliba | NICARAGUA: Raúl Quintanilla. Sprache: Miskito | PARAGUAY: Javier López & Erika Meza. Sprache: Sanapana | PANAMA: Humberto Vélez (Performance). | PERU: José Huamán Turpo. Sprache: Harákmbut | URUGUAY: Gustavo Tabares. Sprache: Charrua. Kuratorentext und Sound Dateien: universes-in-universe.org/…/…/2015/tour/latin_america.universes-in-universe.org/…/…/2015/tour/latin_america.

Biennalen

Ruhrtriennale

JOHAN SIMONS, Foto: Stephan Glagla

Für die nächste Spielzeit der Ruhrtriennale hat der Vorverkauf bereits begonnen. Das Programm steht unter der Leitung von Johan Simons und umfasst in diesem Jahr rund 40 Produktionen, die zwischen dem 14. August und dem 26. September 2015 in diversen ehemaligen Industriehallen dargeboten werden. Die Triennale hat ihre Schwerpunkte in den Bereichen Schauspiel, Musiktheater, Tanz, Musik und Installationskunst. Ihr Motto lautet „Seid umschlungen“, ein Zitat aus Friedrich Schillers „Ode an die Freude“. Die jetzige Ruhrtriennale dauert bis 2017.  www.ruhrtriennale.de

Preview

Tino Sehgal-Ausstellung

TINO SEHGAL, Foto: Tate London

Im Berliner Martin Gropius-Bau ist vom 28. Juni bis zum 8.August 2015 eine Auswahl von Werken des Künstlers Tino Sehgal zu sehen: This Situation; Kiss; Yet Untitled; This Variation; Ann Lee. Sehgal, der 2013 den Goldenen Löwen auf der Biennale von Venedig erhielt, machte sich als Performance-Künstler einen Namen, und performativ bzw. interaktiv sind auch sein Ausstellungskonzept angelegt: „Die Kunst von Tino Sehgal wird in dem Moment erfahrbar, in dem der Zuschauer ihm begegnet. Museen, Galerien, Kunstbiennalen sind die Schauplätze seiner Interaktionen“. Die „Zeit" drückte es so aus: „Der Künstler schafft keine Werke, sondern Situationen". Daher ist sein Werkschaffen in Ausstellungssituationen nur temporär zu sehen. www.gropiusbau.de

Preview

Subkultur der 1980er Jahre

EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN, Boichum 1982, Foto: Wolfgang Burat

„Dilettanten erhebt euch!“ forderten die Dadaisten in der revolutionären Stimmung schon um 1920. Im Jahre 1981 schrieben die Initiatoren eines Konzerts im Berliner Tempodrom den Titel „Geniale Dilletanten“ bewusst falsch. Unter diesem Titel firmiert derzeit auch eine Tourneeausstellung mit der „bisher umfangreichsten Präsentation der deutschen Subkultur der 1980er Jahre. Die Ausstellung vereint Bild- und Tondokumente, die das Bild einer Bewegung zwischen provokativer Verweigerung und internationalem Ruhm nachzeichnen.“ Sie startet am 23. April 2015 im belarussischen Minsk und ist anschließend auch im Haus der Kunst in München zu sehen, wo sie mit einem Konzert der „Einstürzenden Neubauten“ eröffnet wird.

Aktionen & Projekte

Kino der Kunst

BJØRN MELHUS, „Freedom & Independence”, DEU 2014, 15’, Limboland Productions, Berlin

Vom 22. bis 26. April 2015 findet in Münchenn die zweite Ausgabe von "Kino der Kunst" statt. Das Festival kümmert such um neueste filmische Erzählformen und zeigt dazu aktuelle Filme von Phil Collins, Pierre Huyghe oder Shirin Neshat. Weltpremieren von Jochen Kuhn, Bjørn Melhus, Saskia Olde Wolbers stehen ebenfalls auf dem Programmzettel. Installationen von Sam Taylor-Wood und Jesper Just bis Ed Atkins, Ryan Trecartin und Camille Henrot verlängern die Erzähl-Kunst in den musealen Raum. Die Ausstellung „Archäologie der Zukunft" mit Videospielen von Bill Viola bis Playdead Studios oder The Chinese Room sowie Galerienausstellungen vom amerikanischen Altmeister Larry Clark bis zur jungen Moskauer Szene ergänzen das Programm. www.kinoderkunst.de

Aktionen & Projekte

Schlossmediale

SCHLOSS WERDENBERG, Fotoquelle: Wikipedia/Adrian Michael

Das Städtchen Werdenberg an der Grenze zwischen der Schweiz und Liechtenstein ist die kleinste mittelalterliche Holzbausiedlung Europas. Über den malerischen Häusern thront auf einem Weinberg das Schloss Werdenberg. Am 22. Mai 2015 wird hier zum vierten Mal die Schlossmediale Werdenberg eröffnet. Komponisten und andere Künstler bringen in Konzerten und Klanginstallationen Beiträge zum Thema „Randerscheinungen“ zu Gehör. „Das Außergewöhnliche, Seltene, Ungehörte, Einsame und Geheimnisvolle zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm des Festivals.“ So hat die Dokumentartheatergruppe „Rimini Protokoll“ eigens für dieses Festival eine interaktive Arbeit entwickelt, und das Ensemble des „Blind Summit Theatre“ reist aus London mit einer „philosophischen Puppe“ namens „Moses“ an, „welche die perfekte Symbiose zwischen Mensch und Puppe schafft“. Jürg Kienberger spielt am Flügel der früheren Schlossbewohnerin, und für Kinder wird die Musiktheaterproduktion „Der Josa mit der Zauberfiedel“ geboten. Eine Begleitausstellung bietet Installationen von Anna Kubelik, Joachim Knobloch, Manfred Schiefer u.a. Info: www.schlossmediale.ch

Messen & Märkte

Art Basel Hongkong

ART BASEL HONGKONG, Foto: MCH Messe Schweiz (Basel) AG

„Der Hongkonger Markt professionalisiert sich und adaptiert nach und nach die internationalen Regeln“, beobachtete die FAZ nach der zweiten Ausgabe der Art Basel Hongkong. 245 Galerien bemühten sich 2014 um ein Publikum aus „leisen Australiern, lauten Russen, Scheichs aus Abu Dhabi und an Investment orientierten Festlandchinesen“ (FAZ.Net). Eine ähnlich große Teilnehmerzahl darf auch bei der dritte Ausgabe der Messe die Stände beziehen (Preview: 13./14. März 2014, Publikumstage 15. bis 17. März 2015). Die Veranstalter rechnen wieder mit 65.000 Besuchern. Der Hallenplan ist in die Sektoren „Galleries“, „Insights“ und „Discoveries“ eingeteilt. Während im Galerien-Sektor zumeist renommierte Galerien (sie müssen seit mindestens drei Jahren bestehen) ihr Programm mit Kunst 20./21. Jh. anbieten, sind die „Insights“ für kuratierte Projekte von Ausstellern aus dem asiatischen und pazifischen Raum reserviert. Sie bieten Solo-Shows, Themenausstellungen oder kunsthistorische Präsentationen. „Discovery“ ist der Sektor für aufstrebende Galerien, die neue Arbeiten von einem oder zwei ihrer Künstler ausstellen. Diese Künstler sollten noch am Anfang ihrer Karriere sein. www.artbasel.com

Messen & Märkte

Zwei Messen in Wien

MARX HALLE Wien, Veranstaltungsort der Viennacontemporary, Foto: Viennacontemporary

Verwirrung herrscht in Wien: die Viennafair wandert ab und gleichzeitig findet unter diesem Namen dennoch eine Messe am alten Ort statt. Christian Steinbrecher-Pfand und Renger van den Heuvel, Leiter der bisherigen Wiener „Viennafair“, empfanden den Oktober-Termin wegen der zeitlichen Nähe zur Londoner Frieze Art Fair als zu ungünstig. Also trennten sie sich vom Veranstalter Reed Exhibitions und zogen mit einer neuen Kunstmesse in die Marx-Hallen um. Ihre Messe trägt jetzt den neuen Namen Viennacontemporary und findet dort vom 24. bis zum 27. September 2015 statt. Die Umbenennung war notwendig, denn der bisherige Veranstalter Reed Exhibitions „besitzt weiterhin die Rechte an der Marke 'Viennafair' und tritt als Vermieter der Messehalle auf“, so berichtete der Wiener „Kurier“. Und Reed Exhibitions fand inzwischen auch einen neuen Lizenznehmer für den alten Namen und Mieter für die Halle zum bisherigen Oktober-Termin: Wolfgang Pelz, der ebenfalls die Messe „Art Austria“ im Wiener Leopold-Museum und eine weitere Kunstmesse in Salzburg ausrichtet, griff zu und organisiert nun seinerseits eine Viennafair vom 8. bis 11. Oktober 2015. Pelz sieht im Unterschied zu seinen Vorgängern keine Überschneidungen zur Frieze Art Fair, weder bei den Ausstellern noch beim Publikum. „Die Presse“ berichtete von Überlegungen, das Erfolgsmodell der Frieze auf Wien zu übertragen: demnach plane Wolfgang Pelz neben der „Viennafair“ mit zeitgenössischer Kunst auch noch eine zeitlich parallele aber räumlich getrennte „Viennafair Masters“ mit Antiquitäten und Asiatica. 70 Galerien wolle er für den zeitgenössischen Parcours einteilen und 30 Kunsthändler bei den Alten Meistern. Die Macher der Viennacontemporary müssen derweil den Absprung ihres bisherigen Hauptsponsors Erste Bank kompensieren und sehen, wie sie mit der Infrastruktur in der Marx-Halle zurecht kommen. www.viennafair.at

Preview

DYSTOTAL in Aachen

DYSTOTAL, Ausstellungsansicht, Jan van der Ploeg, WALL PAINTING No.421, Untitled, 2016, Foto: Carl Brunn/ Ludwig Forum Aachen (Ausschnitt)

Die Künstlergruppe Konsortium (Lars Breuer, Sebastian Freytag, Guido Münch) kuratiert für das Ludwig Forum für internationale Kunst in Aachen die Ausstellung "DYSTOTAL" (13. März bis 5. Juni 2016). In der Gruppenausstellung werden Visionen über eine "schöne neue Welt" behandelt: "In Auseinandersetzung mit dem visuellen Vokabular der historischen Avantgarde loten die in DYSTOTAL versammelten Arbeiten den Begriff des Totalen oder des 'Gesamtkunstwerk' neu aus, von Sehnsucht über emphatischen Aufbruch bis hin zum Scheitern in der Stagnation." Zahlreiche Künstlerbeiträge sind "ortsspezifische Arbeiten unterschiedlichster Gattungen – Wandmalereien, Installationen, Skulpturen und Architekturen. Allen gemein sind Strategien der Aneignung, des Kopierens und der Imitation der Sprache historischer Avantgarden." www.ludwigforum.de

Museen & Institutionen

The New Social

ESPEN RASMUSSEN, aus der Serie: Oddballs, Copyright Espen Rasmussen, Courtesy Deichtorhallen Hamburg

Vom 1. April bis 31. Mai 2015 zeigt das Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg die fotografischen Essays von zwölf herausragenden jungen europäischen Fotografen zum Thema „The New Social“. Es rekurriert „auf die bedeutenden politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen, die in Europa neue Formen der demokratischen Teilhabe ermöglichen, aber auch eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Werten erfordern. Die Fotografen konnten in ihren Foto-Essays neue Lebensstile, Umgangsformen und Wege der Kommunikation ebenso aufgreifen wie veränderte Arbeitsbedingungen und Fragen der Mobilität und kulturellen Identität.“ Die Wanderausstellung findet nach den Stationen Oslo, Lucca und Paris nun ihren Abschluss in Hamburg. Das European Photo Exhibition-Projekt wird gemeinsam von der Hamburger Körber-Stiftung und den Stiftungen Fondazione Banca del Monte di Lucca (Italien), Fundação Calouste Gulbenkian (Portugal) und Fritt Ord (Norwegen) durchgeführt. Künstlerliste: Patrícia Almeida, Massimo Berruti, Linda Bournane Engelberth, Jan Brykczynski, André Cepeda, Simona Ghizzoni, Eric Giraudet de Boudemange, Kirill Golovchenko, Arja Hyytiäinen, Espen Rasmussen, Stephanie Steinkopf, Paula Winkler. www.epeaphoto.org

Messen & Märkte

SCHAUWERK Sindelfingen auf der Art Karlsruhe

SCHAUWERK SINDELFINGEN, Nachtansicht, Foto: Frank Kleinbach, Copyright: SCHAUWERK Sindelfingen

Seit 2010 ist die Sammlung von Christiane Schaufler-Münch und Peter Schaufler im SCHAUWERK Sindelfingen öffentlich zugänglich. Zum fünfjährigen Jubiäum präsentiert sich die Sammlung nun in einer Sonderausstellung auf der Art Karlsruhe. Dreißig Hauptwerke aus der Sammlung Schaufler sind dort auf 360 Quadratmetern versammelt und spiegeln unter dem Motto SOME LIKE IT COOL die ästhetischen und künstlerischen Vorlieben des Sammlerehepaars wider. Neben bekannten Lieblingsstücken von Not Vital oder Gary Webb sind auch noch nie im SCHAUWERK präsentierte Schätze der Sammlung, u. a. Arbeiten von Jason Martin, Peter Halley oder Subodh Gupta zu sehen. "Sie verdeutlichen stellvertretend die besonderen Charakteristika der Sammlung: Kühle und klare Reduktion, die Verwendung bestimmter Materialien wie Metall und Spiegel sowie die Monochromie vieler Werke, oftmals in Weiß, Silber und Blau." www.schauwerk-sindelfingen.de

Preise

Hans Purrmann-Preis

Loretta Fahrenholz

Loretta Fahrenholz empfing den Großen Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer (20.000 Euro). Der Förderpreis ging Lukas Glinkowski. Der Preis unterstützt „junge Künstler im Blick, die einen relevanten Beitrag zum aktuellen Kunst-Diskurs leisten.“ Der in Speyer geborene Maler Hans Purrmann (1880-1966) war Matisse-Schüler und gehörte zu den international bekannten Künstlern des frühen 20. Jahrhunderts. Er ist Ehrenbürger der Stadt. www.speyer.de

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