Band 242, 2016, Kunstforum-Gespräche, S. 362

Artist-in-Residence Programme als Kriterium der Qualitätsfindung

Als international erfolg­reiche Galeristin setzt Ursula Krinzinger mit ihren AIR-Projekten seit 40 Jahren neue Initiativen

Ein Gespräch mit Ursula Maria Probst

Als Ursula Krinzinger 1971 ihre erste Galerie in Bregenz eröffnete, hatte sie noch stark gegen Ressentiments gegenüber zeitgenössischer Kunst zu kämpfen, leistete Pionierarbeit für Performancekunst, Body Art und Aktionismus. Heute ist sie als Grande Dame und profunde Kennerin des österreichischen Kunstbetriebs eine eifrige Netzwerkerin, die internationale Kunsttendenzen in neue Kontexte spannt, 20 Ausstellungen pro Jahr organisiert und auf wichtigen Art Fairs präsent ist. Auf Bregenz folgte ihre Galerie in Innsbruck (bis in die frühen 1990er Jahre), wo sie parallel dazu das „Forum für aktuelle Kunst“ leitete. Überblicksartig Themen gegenwärtig relevanter Kunsttendenzen aufzuspüren, zu recherchieren und durch Veranstaltungen dem Publikum zugänglich zu machen, zählt nach wie vor zu ihren Passionen.  

Seit 1986 betreibt Ursula Krinzinger ihre Galerie in Wien, wo sie internationale Positionen wie Atelier van Lieshout, Kader Attia, Hans Op De Beeck, Jonathan Meese, Johanna Calle, Gülsün Karamustafa, Chris Burden, Martin Walde, Christian Eisenberger, Angela De La Cruz, Mark Wallinger, Sakshi Gupta oder Thomas Zipp präsentiert. Als Galeristin agiert Ursula Krinzinger global, bereist die Welt und bringt SammlerInnen und KuratorInnen wie Diana Campbell Betancourt nach Wien. Das gängige Tätigkeitsfeld einer Galeristin hat sie durch ihren intensiven Fokus auf künstlerische Prozesse und Projektkonzeptionen längst erweitert. Wesentlicher Teil ihrer derzeitigen Aktivitäten sind ihre Artist-in-Residence Projekte mit den Krinzinger Projekten in Wien, Petömihályfa/Westungarn, Kuberton/Kroatien und Sri Lanka.  

Ursula Maria Probst: Sie haben bereits sehr früh mit einem Artist-in-Residence Projekt 1976 gestartet, als der Begriff noch gar nicht existierte. Als Galeristin sind Sie in Ihrem Engagement für internationale AIR-Programme eine Vorreiterin.  

Ursula Krinzinger: Das erste Artist-in-Residence Projekt in Brdo/Kroatien wird mittlerweile historisch aufgearbeitet. Im vergangenen Jahr standen plötzlich zwei kroatische KuratorInnen - Jerica Ziherl und Branka Bencic - in der Galerie. Anlass ihres Besuchs war das von ihnen geplante Projekt Brdo 1976 – 2016.  „Unfolding the history of the artist residence“, welches sie als zentrale Ausstellung zum diesjährigen Festival mit Schwerpunkt Film und bildende Kunst in Porec /Istrien/Kroatien (das ist ca. 50 km vom Brdo entfernt) präsentieren. Die Ausstellung eröffnete am 11. August 2016.  

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Ursula Maria Probst

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