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Ausschreibungen

iF Design Talent Award 2017_01

Bis zum 13. Januar 2017 sind Einsendnungen für den iF Design Talent Award 2017_01 möglich. Das Preisgeld beträgt insgesamt 20.000 Euro. Angesprochen sind Studenten und junge Professionals. Infos: www.ifworlddesignguide.com/if-design-talent-award-2017-01

Museen & Institutionen

Oldenburg: Rückkauf von Rohlfs-Gouache

Christian Rohlfs, Amaryllis, 1925, Tempera auf Papier, Landesmuseum Oldenburg, Foto: Sven Adelaide

1925 kaufte das Landesmuseum Oldenburg für 225 Reichsmark eine Gouache des Expressionisten Christian Rohlfs an. 1937 beschlagnahmte das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda das Stilleben als „entartete Kunst“. Insgesamt wurden damals 412 Bilder des Künstlers aus deutschen Museen entfernt. Vier ausgesuchte Galeristen durften die konfiszierten Werke später verkaufen, denn die Nazi-Führung brauchte dringend Devisen. Einer dieser Galeristen war Ferdinand Möller, der das Blatt ab 1940 in seiner Galerie anbot und 1954 verkaufte. Bis 2011 ist die weitere Provenienzgeschichte dann unklar. Ein belgischer Sammler erwarb das Werk dann im Münchener Kunsthandel, und von diesem kaufte das Landesmuseum mit Hilfe diverser Stiftungen die Tempera-Arbeit nun zurück. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Ein anderes beschlagnahmtes Gemälde von Christian Rohlfs („Tanzversuch“) konnte das Landesmuseum bereits 1989 zurück kaufen. www.landesmuseum-ol.de

Museen & Institutionen

Saló in Salzburg

Kunstverein Salzburg, Ankündigungsplakat

Die Stadt Salzburg wird von der Salzach durchflossen; Salzgewinnung und Goldbergbau verhalfen der Stadt zu wirtschaftlicher Blüte. Schon die Kelten wussten hier bereits im 6. Jh. vor Chr. das „weiße Gold“ zu schätzen. Zum Stichwort „Saló“ hat der Salzburger Kunstverein 33 Künstler eingeladen, bis zum 12. Februar 2017 anhand der Salzmetapher auf die „Ambivalenzen unserer Gesellschaft und die Widerständigkeit der Materialien“ zu reagieren, denn „Kunst ist das Salz in der Suppe und der Sand im Getriebe unserer Gesellschaft. Die Geschichte Salzburgs und der Wohlstand der Stadt bezeugen, dass Wirtschaft und Kunst ohne einander nicht möglich sind. Und trotzdem, oder gerade deswegen, stehen Kunst und Gesellschaft immer in einem Spannungsverhältnis.“ Künstlerliste: Julia Amelie, Maurizio Cirillo, Elisabeth Czihak, Helmut und Elisabeth Drucker / Kabelmann und Kabelfrau, Christian Ecker, Georg Frauenschuh, Heribert Friedl, Stephan Genser, Daniela Grabosch, Gunda Gruber, Elisabeth Grübl, Katharina Gruzei, Julia Gutweniger, Lena Rosa Händle, Michael Heindl, Moni K. Huber, Karen Irmer, Violeta Ivanova, Marion Kalter, Eginhartz Kanter, Ulrike Königshofer, Miye Lee, Dominik Louda, Olena Newkryta, Elena Peytchinska, Konrad Rainer, Simona Reisch, Oktavia Schreiner, Johannes Steidl, Rudolf Strobl, Sylvia Winkler. www.salzburger-kunstverein.at

Ausschreibungen

Kunstraum Rhein|Ruhr

Um das gesamte Spektrum des bildnerischen Schaffens in seinen Räumen abzubilden, lobt der Kunstraum Rhein|Ruhr zusammen mit "kreativ coaching.eu" drei Preise aus, nämlich den Coaches Art Award und den Kunstraum Rhein|Ruhr Award für jeweils ein Kunstwerk in max. 5 Einzelbildern oder aus einen Film von max. 20 min Länge, dies allerdings bei beiden Wettbewerben gegen eine Teilnehmergebühr von jeweils 40 Euro. Gar 80 Euro Teilnehmergebühr verlangen die Veranstalter von Bewerbern um den Kunstraum Rhein|Ruhr-Preis für Fotografie. Die Preissumme von insgesamt 3.000 Euro wird zu gleichen Teilen auf die drei Wettbewerbe aufgeteilt. Einsendeschluss ist der 31. Dezember 2016. Einzureichen ist digitales Material als PDF-Datei ausschließlich online an: Anmeldung_Kunstpreise@kreativ-coaching.eu

Museen & Institutionen

Jana Sterbak: Life-Size

Jana Sterbak, Cones on Hand, 1979, Maßbänder und Kunststoffhand, Courtesy the artist und Galerie Laroche/Joncas

In Kooperation mit dem Duisburger Lehmbruck Museum zeigt die Innsbrucker  Galerie im Taxispalais des Landes Tirol erstmals in Österreich eine Werkschau der Künstlerin Jana Sterbak unter dem Titel "Life-Size". "In ihren skulpturalen, performativen, fotografischen und filmischen Werken stellt sie mittel- und unmittelbare Bezüge zu Konflikten des Menschen in der zeitgenössischen Gesellschaft her, erprobt dessen Erweiterung wie Begrenzung, verweist auf seine Verletzlichkeit wie Belastbarkeit oder lotet den Übergang von der Sphäre der Intimität zur Sphäre der Öffentlichkeit aus. Die Materialien ihrer Objekte sind oft ephemer und veränderlich, wie das Eis, aus dem die allmählich schmelzenden Stühle der Arbeit Dissolution (Auditorium) (2001) geformt sind, oder die zu einem Kleid vernähten Fleischstücke in dem viel diskutierten Werk Vanitas: Flesh Dress For An Albino Anorexic (1987) – beides eindringliche Metaphern für physische, aber auch gesellschaftliche Prozesse...." www.galerieimtaxispalais.a

Kulturpolitik

Kader Attia klagt wegen Plagiat

Kader Attia, Foto: Heinz-Norbert Jocks

Kader Attia, Installationskünstler und Fotograf, wehrt sich mit einer juristischen Klage gegen das Musiklabel „Universal Music“ wegen eines Plagiats: Attia hatte in seiner Installation „Ghost“ Silhouetten aus Alufolie im Raum inszeniert, die wie am Boden hockende betende Figuren aussehen. Im Video „Putain d'époque“ der französischen Rapper Dosseh und Nekfeu sind ebenfalls Performer mit Rettungsfolie zu sehen, zum Teil hocken auch sie am Boden. Youtube hat das Rapper-Video inzwischen aus seinem Kanal entfernt. Kader Attia verteidigt sein Vorgehen mit den Worten: „Jeder Künstler, sei es ein Musiker oder bildender Künstler, muss für die Integrität seiner Arbeit und den Respekt ihr gegenüber kämpfen“. In Sachen „Approbation Art“ gab es auch früher schon Gerichtsprozesse um das Urheberrecht: Jeff Koons verlor z.B. 1987 einen solchen Prozess gegen den Fotografen Art Rogers, dessen Foto Koons für das Abbild eines seiner „Puppies“ als Vorlage genommen hatte – einen anderen Prozess in ähnlicher Sache im Jahr 2000 gegen die Fotografin Andrea Blanch gewann Jeff Koons allerdings. Wegen Verletzung des Urheberrechts wurde 2008 in New York auch der Künstler Richard Prince verurteilt, weil er Fotoarbeiten aus der „Canal Zone“ von Patrick Cariou ohne dessen Genehmigung benutzt und nur minimal verändert hatte. Der Galerist Larry Gagosian, der solche Prince-Werke für zehn Mill. Dollar verkauft hatte, wurde vom Gericht dazu verdonnert, seine Käufer darüber zu informieren, dass diese Werke nicht mehr öffentlich ausgestellt werden dürfen. Der südafrikanische Konzeptkünstler Kendell Geers hingegen bewertet das Plagiat ganz anders und forderte in einem offenen Brief Kader Attia auf, seine Klage gegen das Musik-Label zurück zu ziehen, denn nach Geers Meinung sollte jeder Künstler das Recht haben, „zu zitieren, zu sampeln, zu huldigen“.

In eigener Sache

...und plötzlich ist wieder Weihnachten

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Ausschreibungen

SCHOTT ROBAX Design Award

Am SCHOTT ROBAX® Design Award können sich Studierende der Studiengänge Produktdesign, Industriedesign, Architektur, Innenarchitektur und Kunst beteiligen und ihre Designentwürfe einreichen. Aus den eingereichten Entwürfen werden drei von einer Fachjury ausgewählt und prämiert. Es winken Preisgelder von 5.000 Euro, 3.000 Euro und 2.000 Euro. Die Preisverleihung ist am 14. März 2017 in Frankfurt am Main. Zudem werden die besten fünf Designentwürfe an dem Abend höchstbietend an ein Fachpublikum aus internationalen Kaminherstellern versteigert. Designentwürfe können ausschließlich online bis zum 8. Januar 2017 eingereicht werden. Kontaktdaten und Infos unter: www.schott.com/robax-design-award

Aktionen & Projekte

Global Brainstorming in Lyon

Hermann-Josef Hack, Plakat für Goethe-Institut Lyon, 2016/2017, Foto: S. Fuis

In Sachen Globalisierung erleben wir derzeit einen semantischen Paradigmenwechsel: als Anfang der 1990er Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, der vier Jahrzehnte lang Ost- und Westeuropa trennte, mithin nach dem Ende des Kalten Krieges und der Auflösung der Sowjetunion die Grenzen offen waren, dadurch eine größere Reisefreiheit herrschte und zugleich die technische Innovation mit Personal Computern und Mobiltelefonen die elektronische Kommunikation beschleunigte, begriffen wir dies als eine Chance für mehr Freiheit im Verkehr von Personen, Ideen und Waren, mehr Austausch, für eine Intensivierung der Kommunikation, mehr Offenheit, und auch mehr an gegenseitiger kultureller Bereicherung. Gegen die fatalen neoliberalen kapitalistischen Auswüchse einer Globalisierung der Ökonomie protestierten aber schon sehr früh die Aktivisten von „attac“, und heute versuchen Politiker wie Donald Trump durch nationale Abschottung einen globalen Strukturwandel aufzuhalten, den man aber im Gegensatz zu solch einer Strategie z.B. im Ruhrgebiet - weil australische Kohle auf dem Weltmarkt einfach billiger ist und dadurch einen globalen Wettbewerbsvorteil hat – rechtzeitig durch eine vernünftige Subventionspolitik abfederte, die das einstige Kohle- und Stahlrevier entlang von Ruhr und Emscher inzwischen in halbwegs prosperierende Gewerbezentren für die postmoderne Kreativwirtschaft umwandelte. Doch wo man woanders solche strukturpolitischen Maßnahmen versäumte, versuchen Demagogen und Populisten auf perfide Weise die Ängste derjenigen aufzufangen, die sich als Globalisierungs- und Modernisierungsverlierer fühlen, weil sie um ihre Arbeitsplätze und um ihre Zukunft fürchten und das Tempo gesellschaftlicher und kultureller Veränderungen sie mental überfordert: Einer, der diese Umwälzungen vor allem in medienkultureller und kommunikativer Hinsicht schon sehr früh künstlerisch begleitet hat, ist der Siegburger Künstler Hermann-Josef Hack mit seinem Projekt „Global Brainstorming“. Hack rief dieses Projekt vor 25 Jahren, mithin in der eben geschilderten Euphorie der frühen 1990er Jahre ins Leben, „um mit den kommunikativen Möglichkeiten der Kunst Menschen zur Teilhabe an der aktiven Gestaltung des sich wandelnden Planeten anzuregen.“ Dass Hack dieses Projekt jetzt im Goethe-Institut Lyon vorstellen darf (bis zum 1. März 2017), ist in der aktuellen Zeitstimmung in Europa und den USA durchaus als ein Politikum zu begreifen. Der Künstler zeigt dort großformatige Gemälde auf Zeltplanen als Metapher für die Nomadisierung und Migration als eine der Begleiterscheinungen der Globalisierung – eine Konsequenz von „Global Brainstorming“ ist z.B. die Gründung einer „Flüchtlingsakademie der Freien Künste“ durch Hack und seinen Mitstreiter Andreas Pohlmann. „Parallel zur Ausstellung lädt Hack in verschiedenen Kultureinrichtungen Lyons die Öffentlichkeit ein, sich an seinem neuen Projekt NYMPHOSE GLOBALE zu beteiligen. Ideen für eine aktive Gestaltung des notwendigen Wandels werden von den Teilnehmer/innen auf speziellen Bildträgern festgehalten, um nach einer Zeit der Verpuppung (Nymphose) der Allgemeinheit enthüllt zu werden.“

Hochschulen

Nürnberg: Klassenwettbewerb der Danner-Stiftung

Matthias Brandl, Martin Karl Kufieta, Mateusz von Motz, Schläuche, 2016

An der Kunstakademie Nürnberg wurden in der Klasse für Grafik-Design/ Visuelle Kommunikation von Prof. Holger Felten und Prof. Friederike Girst im Rahmen des Klassenwettbewerbs die Preise der Danner-Stiftung vergeben. Den ersten Preis erhielt Martin Kufieta für die Ausstellung „1000 Likes“, die der Student gemeinsam mit Matthias Brandl im Sommer 2016 in der Akademie Galerie Nürnberg realisiert hat. Dabei ging es thematisch um die Autorenschaft von Fotoaufnahmen in den Zeiten des Internets. Den zweiten Platz belegten Jonas Höschl und Alf Rohn mit ihrer Publikation „Inshallah/Patatas“ mit einer Dokumentation über die Flüchtlingscamps auf dem Balkan und auf Lesbos. www.adbk-nuernberg.de

Ausschreibungen

Schwalenberg-Stipendium

Das Schwalenberg - Stipendium des Landesverbandes Lippe ist ein Aufenthaltsstipendium für den Zeitraum 1. Mai bis 31. Oktober 2017. Es bietet neben einer monatlichen Vergütung von 800 Euro sowie einem Materialkostenzuschuss von 800 Euro ein Appartement sowie einen Arbeitsplatz im großzügigen Gemeinschaftsatelier im Künstlerhaus Schwalenberg. Zum Ende des Stipendiums wird ein Katalog erstellt sowie eine Ausstellung ausgerichtet. Voraussetzung: Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. Altersgrenze: max. 36 Jahre. Deadline: 17. Feb. 2017. Kontakt: Landesverband Lippe, Kulturagentur Dr. Mayarí Granados, Stv. Leiterin und Kunstreferentin, Bismarckstr.8,  32756 Detmold, Infos: www.kulturagentur-online.de

Hochschulen

Kassel: Bewerbungstraining für Kunstwissenschaftler

Die Kunsthochschule Kassel bietet für den 30. Januar 2017 ein zweistündiges Bewerbungstraining für Kunstwissenschaftler an. In dem Kurzworkshop lernen die Teilnehmer „anhand von Praxisübungen, wie eine erfolgreiche Bewerbung erstellt wird, Tipps & Tricks zur Gestaltung von Anschreiben und Lebenslauf und worauf Arbeitgeber beim Auswahlprozess besonderen Wert legen“. Infos: www.kunsthochschulekassel.de/willkommen/veranstaltungen/events/event/bewerbungstraining-fuer-kunstwissenschaftlerinnen-1.html

Preise

Lingener Kunstpreis

Éder Olivera, Untitled, 2014 aus der Serie „Colors“, Öl auf Leinwand, Foto: Éder Olivera

Éder Olivera gewann den Lingener Kunstpreis (7.500 Euro). Der brasilianische Künstler hat sich auf Porträts junger Männer in monochromen Farben konzentriert. Seine Motive findet er in Zeitungen, die Fotos von Untersuchungshäftlingen oder Verdächtige in Polizeigewahrsam abbilden. Es heißt, diesmal habe man sich bei der Preisvergabe bewusst für einen Vertreter der figurativen Malerei entschieden, nachdem beim letzten Mal abstrakte Malerei prämiert wurde. Eine Ausstellung mit dem Preisträger läuft noch bis zum 26. Februar 2017 in der Kunsthalle Lingen. www.kunsthallelingen.de

Ausschreibungen

fotoforum.Award

"Menschen" lautet das Thema um den fotoforum-Award. Die Auszeichnung ist Geldpreisen und zusätzlichen Sachpreisen dotiert. Der Wettbewerb wendet sich vor allem an Amateurfotografen und Fotostudenten. Inhaltliche Kategorien sind Alltagsszenen, Beziehungen, Porträt, Sport und Action. Deadlone: 1. Februar 2016. Infos: www.fotoforum.de/wettbewerbe/themen-termine

Preise

Kunstpreis der Stadt Nordhorn

Katya Bonnenfant – the old boys’ club, aus der Serie „Prophètes ou marchands de tapis“, 2015, Gouache auf Papier

Katya Bonnenfant wurde für den Kunstpreis der Stadt Nordhorn ausgewählt. Die Jury würdigte ihr Projekt „the old boys club“ als „eine aufregende Vermischung von Kulturen, Erzählungen, Identitäten und Rollenbildern“. Die Preisträgerin studierte in den 1990er Jahren in Paris. Bis zum 5. Februar 2017 stellt sie Arbeiten zu diesem Projekt in der Städt. Galerie Nordhorn aus.

Preise

Gustav Weidanz-Preis

Lisa Seebach, All these signs, 2016, Metall, Keramik glasiert, 184 cm x 117 cm x 130 cm, Copyright, Lisa Seebach, Foto: Achim Kukulies

Lisa Seebach wurde der Gustav Weidanz-Preis für Plastik zugesprochen (2.500 Euro). Der Nachwuchspreis wird von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle vergeben. Die Künstlerin schloss ihr Studium 2014 als Meisterschülerin von Prof. Thomas Rentmeister an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig ab. 2017 hat sie eine Studioausstellung im Kunstmuseum Moritzburg (Halle), außerdem darf sie eine Arbeit im Herstellungswert von 1.000 Euro in einer renommierten Kunstgießerei realisieren. www.burg-halle.de

Preise

Dr.-Theobald-Simon-Kunstpreis 2016

Susan Donath

Susan Donath nimmt am 7. Januar 2017 im Künstlerforum Bonn den Dr.-Theobald-Simon-Kunstpreis entgegen. Auslober des Preises ist die Gedok - Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer. Bis zum 29. Januar 207 stellt die Preisträgerin dort in Bonn auch ihre Arbeiten aus. Donath absolvierte eine Steinmetz-Ausbildung und beschäftigt sich in vielen ihrer Werke mit Toten- und Sterbekultur.

Aktionen & Projekte

Wem gehört das Museum?

Vom 18. bis zum 20. Januar 2017 findet in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen am Düsseldorfer Grabbeplatz ein Symposion mit dem Titel „Wem gehört das Museum?“ statt. Vor dem Hintergrund sich wandelnder Gesellschaften gehen die Referenten der Frage nach, wie unter den Bedingungen musealer Vermittlung im globalen Kontext die Themenfelder Repräsentation, Teilhabe, Transparenz und Diversität zu beurteilen sind. Die Veranstaltung ist an das Forschungsprojekt „museum global“ angebunden, das sich mit „den Auswirkungen und Herausforderungen von Globalisierungsprozessen“ beschäftigt. „Ausgehend von der eigenen Sammlung wird eine kritische Analyse begonnen, die den Kanon westlicher Kunstgeschichtsschreibung sowie Methoden der Präsentation und Vermittlung von Kunst hinterfragt.“ www.kunstsammlung.de/forschen/museum-global/konferenzen.html

Galerien & Auktionshäuser

Flechtheim-Erben verklagen Bayern

Alfred Flechtheim, Foto: Jakob Hilsdorf, historische Aufnahme

Erben des jüdischen Galeristen Alfred Flechtheim (1878-1935) haben vor einem New Yorker Gericht den Freistaat Bayern verklagt. Flechtheim wurde schon vor 1933 von den Nazis angefeindet und musste unmittelbar nach der Machtübernahme Hitlers im Frühjahr 1933 Deutschland verlassen; er ließ sich als Kunsthändler in London nieder. Seine private Kunstsammlung musste er zurücklassen: „Das komplette Vermögen Flechtheims und die Bilder wurden in die ganze Welt verstreut, teilweise versteckt und unter der Hand für kleines Geld verkauft. Viele der Werke landeten in Privatsammlungen und auch in deutschen Museen, wo sie teilweise heute noch hängen“, fasste die Deutsche Welle zusammen. Flechtheims Großneffe Michael Hulton (70) und seine Stiefmutter Penny Hulton (89) haben nun nach jahrelangen erfolglosen Verhandlungen über die Rückgabe von Raubkunst in den USA den Rechtsweg eingeschlagen. Sie erheben Anspruch auf acht Werke der Klassischen Moderne, darunter sechs Gemälde von Max Beckmann. Der Freitstaat Bayern will die Ansprüche prüfen, hat aber in der Vergangenheit stets darauf bestanden, es gäbe „keine Hinweise, dass dem Galeristen die Bilder von den Nazis weggenommen oder abgepresst wurden“, und die Geschäftsbeziehung zu Max Beckmann habe bereits 1931 geendet. Allerdings handelte Flechtheim danach noch weiter mit Beckmann-Werken – eine Gouache des Künstlers verkaufte er z.B. erst 1934 an Hildebrand Gurlitt. Die Vollstreckbarkeit ausländischer Gerichtstitel ist in Deutschland durch die Paragrafen 328 und 722-724 der Zivilprozessordnung ZPO geregelt.

Museen & Institutionen

Werkstatt für Photographie

WERKSTATT SMH CAMERA, Camera Nr. 8, August 1970, C. J. Bucher Verlag Luzern, Schweiz Titel ‚John Gossage, Kodak TRI-X‘

Das Sprengel Museum Hannover, C/O Berlin und das Museum Folkwang Essen realisieren vom 11. Dezember 2016 bis zum 19. März 2017 das gemeinsame Ausstellungsprojekt "Werkstatt für Photographie 1976-1986." Zeitgleich" präsentieren die drei Häuser Geschichte, Einflüsse und Auswirkungen der legendären Berliner Fotografie-Institution und ihrer Akteure – erstmals in einer städteübergreifenden Kooperation". Anlässlich des 40-jährigen Jubiläum wird die Werkstatt "als konkreter Kristallisationspunkt untersucht, aber auch als ein möglicher metaphorischer Ort für den Aufbruch der Fotografie ab Mitte der 1970er-Jahre" Gegründet wurde die Werkstatt von dem Berliner Fotografen Michael Schmidt 1976 an der Volkshochschule Kreuzberg. www.sprengel-museum.de

Biennalen

Berlin-Biennale: Förderung

Der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes beschloss, die Förderung der Berlin Biennale für die 11. und 12. Ausgabe bis zum Jahr 2022 fortzusetzen. In diesem Zuge hat die Kulturstiftung ihre Förderung bereits ab der kommenden 10. Berlin Biennale um jeweils 500.000 Euro auf 3 Millionen Euro pro Ausgabe erhöht. Die Berlin Biennale feiert mit der kommenden Ausgabe ihr 20-jähriges Bestehen. Die 10. Berlin Biennale wird von der Kuratorin und Künstlerin Gabi Ngcobo kuratiert und findet im Sommer 2018 an verschiedenen Orten in Berlin statt.

Aktionen & Projekte

Frankfurter Positionen

Zum achten Mal findet das Festival Frankfurter Positionen (27. Jan. bis 12. Feb. 2017) statt als vernetzte Veranstaltung für zeitgenössische Kunstformen präsentiert diesmal zehn Uraufführungen oder Erstpräsentationen renommierter Künstlerinnen und Künstlern aus den Sparten Theater, Performance, Tanz, Musik und Bildende Kunst. Die inhaltliche Klammer des Festivals ist das Festivalthema. „ICH RELOADED – Das Subjekt im digitalen Netz.“ Die Veranstaltungen finden im Künstlerhaus Mousonturm, im Schauspiel Frankfurt, im Frankfurt LAB und im MMK Museum für Moderne Kunst statt. Sie „hinterfragen mit den Mitteln ihrer jeweiligen Kunstsparte die omnipräsente Digitalisierung des Privaten.“ Beteiligt sind insgesamt 17 Institute. Infos: www.frankfurterpositionen.de

Ausschreibungen

Frieze Artist Award

Bis zum 10. Februar 2017 können sich Künstler zwischen 25 und 40 Jahren um den Frieze Artist Award bewerben. Der ausgewählte Projektvorschlag für eine ortsbezogene Arbeit wird im Rahmen von "Frieze Projects" als Teil der Londoner Kunstmesse "Frieze Art Fair" 2017 vorgestellt. Dieses Non-Profit-Projekt "Frieze Projects" wird von Raphael Gygx kuratiert. Für die Produktion einschließlich Recherche und Reisekosten stehen 20.000 Pfund zur Verfügung. Nähere Infos: www.frieze.com

Ausschreibungen

Zeiss Photography Award

"Bedeutungsvolle Orte" lautet das Wettbewerbsthema um den Zeiss Photography Award. Ausgelobt sind Fotoobjektive im Wert von insgesamt 12.000 Euro und eine Fotoreise. Bis zum 7. Februar 2017 können Fotografen eine Serie von fünf bis zehn Bildern zu diesem Motto einreichen. Die Preisverleihung ist am 2. April 2017 in London. Weitere Infos:www.worldphoto.org/zeiss-camera-lenses/2017/zeiss

Hochschulen

Karlsruhe: Preisträger der Jahresausstellung

Kunstakademie Karlsruhe, Gipswerkstatt

Zur aktuelln Jahresausstellung 201 der Kunstakademie Karlsruhe wurden elf Preisträger der Akademie gekürt: , die von der Professoren-Jury mit Ulla von Brandenburg, Marcel van Eeden, Julia Müller, Axel Heil und Marijke van Warmerdam ausgewählt wurden: Maria Moritz, Jana De Jonge, Anas Kahal, Tatjana Gaer, Arthur Metz, Danae Hoffmann, Carlos Gutierrez Brambila, Martin Pöll, Eva Weinkötz, Miriam Schmitz und André Wischnewski. Kilian Höfer und Julika Geißler erhielten  die Stipendien für den wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchs. Die Reisestipendien des Freundeskreises gingen an: Eduard Dick, Eva Gentner, Sang Doo Nam und Franziska Wolff. Der Preis des Toni-Merz-Museums in Sasbach wurde Laura Sacher zuerkannt. Die Jahresausstellung 2016 zeigt noch bis 21. Dezember einen Querschnitt von Arbeiten von fortgeschrittenen Studierenden. www.kunstakademie-karlsruhe.de

Preise

Falkenrot Preis

Andreas Schmitten wurde für den Falkenrot Preis ausgewählt. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Georg Herold sowie Hubert Kiecol und arbeitet als Bildhauer mit verschiedenen Materialien, vorzugsweise mit Kunststoff. Die Auszeichnung wurde von dem niederländischen Sammlerehepaar Astrid und Arie de Knecht ins Leben gerufen und wird vom Künstlerhaus Bethanien vergeben. Mit dem Preis werden Künstler bedacht, „die mit ihren Arbeiten die Grenzen künstlerischer Disziplinen überschreiten und damit neue Maßstäbe setzen.“

Ausschreibungen

Salzburger Auslandsstipendien

Das Land Salzburg stellt von Dezember 2017 bis November 2018 sein Atelier (47 m2) in der Cité Internationale des Arts in Paris drei Künstler/innen zur Verfügung. Reise- und Aufenthaltskosten werden bis zu 4.500-5.000 Euro übernommen. Ein Künstler oder eine Künstlerin kann einen Monat, zwischen August und Oktober 2017 in einer vom Österreichischen Kulturforum in Warschau angemieteten Wohnung leben und arbeiten. Vom Land Salzburg wird ein Stipendium (€ 1.800,–) zur Verfügung gestellt. Außerdem vermietet das Land Salzburg im Milchhof Berlin  für Okober/November 2017 ein Gastatelier - dafür gibt es ein Stipendium von 2.000 Euro. Weitere Stipendien sind für Taiwan (3.000 Euro), Teheran (1.000 Euro), Peking (3.000 Euro), Livis/Lemberg (Ukraine, 1.500 Euro) und Mexiko (4.000 Euro  ausgelobt, ebenso für Aufenthalte in Budapest, Yogyakarta/Indonesien und andere Städte. Erfordelrich ist ein Einreichogen (keine E-Mails!). Die Ausschreibungen gelten nur für Künstler aus Salzburg. Deadline. 28. Feb. 2017. Einreichbogen und Infos:  www.salzburg.gv.at/kultur_/Seiten/ateliers_im_ausland.aspx

Museen & Institutionen

Berlinische Galerie: Spendenaktion

Jeanne Mammen, Kaschemme (Fasching Berlin N), 1930, Museum of Modern Art New York © VG Bild-Kunst Bonn, 2016 Foto: The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence

Im Herbst 2017 will die Berlinische Galerie eine Ausstellung mit Werken der Zeichnerin Jeanne Mammen zeigen, die um 1930 das Berliner Großstadtleben in Gemälden und Aquarellen festhielt. Für den 20.000 Euro teuren Transport von zwei Leihgaben aus New York fehlt der Berlinischen Galerie jedoch das Geld, weshalb der Freundeskreis der Galerie jetzt einen Spendenaufruf startet: www.berlinischegalerie.de/freunde/spendenaufruf

Ausschreibungen

Marta Hoepffner-Preis

Der Marta Hoepffner-Preis für Fotografie prämiert Schwarz-Weiß-Arbeiten von professionellen Nachwuchsfotografen und wird am 14. Mai 2017 im Rahmen einer Fotoausstellung im Stadtmuseum Hofheim am Taunus vergeben. Teilnehmen können Studenten ab dem 4. Semester sowie Berufsfotografen in den ersten fünf Jahren ihrer beruflichen Tätigkeit. Preisgeld: 3.000 Euro. Einzureichen sind drei bis fünf Schwarz-Weiß-Arbeiten: hochwertige Handabzüge (Baryt, Edeldruckverfahren o.ä.) oder hochwertige Digitaldrucke als Einzelarbeiten oder Serie im Format bis zu 40 x 50 cm (ohne Rahmen), die nicht älter als zwei Jahre sind. Es wird eine Teilnahmegebühr von 25 Euro erhoben, "die ausschließlich in die Durchführung des Wettbewerbs fließt". Deadline: 25. Fenbruar 2017. Kontaktdaten und Infos: www.hoepffner-preis.de

Preise

ZKM Karlsruhe: "Best of"-Auszeichnungen

ZKM Karlsruhe, Pressebild

Das ZKM Karlsruhe ist mit zwei Ausstellungen in der »Best of 2016«-Ausgabe des internationalen Kunstmagazins ARTFORUM vertreten. Ausgezeichnet werden die Ausstellungen  »Allah’s Automata« als »unbelievable show of automatons built in the Arab world between 800 and 1200« und »Reset Modernity!«, die Gedankenausstellung von Bruno Latour zur GLOBALE. Letztere wird als »unconventional exhibition« gelobt. Die Autoren schreiben: »It was a real experience – fascinating and disorienting«. Holland Cotter, Kunstkritiker und Pulitzer-Preisträger, kürte im Artikel »The Best Art of 2016« in der The New York Times die ZKM-Monografie über Lynn Hershman Leeson, »Civic Radar«, zu einem der "unverzichtbaren Bücher". www.zkm.de

 

Aktionen & Projekte

Köln: Lichtaktion zur Silvesternacht

Philipp Geist, Time Drifts Cologne, 2016, Konzeptsimulation

Einig waren sich Kölns Kommunalpolitiker und die örtliche Polizeiführung, dass sich solch schlimme Ereignisse wie in der vergangenen Silversternacht nicht wiederholen dürften. Darüber, wie dies beim kommenden Jahreswechsel zu verhindern sei, wurde im Rathaus allerdings wochenlang gestritten: die einen wollten keine martialischen Absperrgitter rund um den Dom, die anderen hingegen einen umfangreichen Maßnahmenkatalog umsetzen. Die ansonsten in Köln immer bewährte Idee, vor den "Kameras der Welt" auch diesmal wieder als Garant für friedliches und fröhliches Feiern Kölsch-Bands wie die "Bläck Fööss" oder die "Höhner" vor der Kathedrale auftreten zu lassen, scheiterte allerdings am Geld. Schließlich einigte man sich darauf, dass die Domumgebung diesmal böllerfreie Zone sein soll; für entsprechende Einlasskontrollen an der Domplatte werden brusthohe Drängelgitter aufgestellt. Eine spezielle Ausleuchtung der Umgebung und die Präsenz von 300 zusätzlichen Bundespolizisten sollen das Sicherheitsgefühl der Feiernden stärken. Künstlerische Unterstützung für diese Maßnahmen gibt es auch, und zwar durch den Berliner Künstler Philipp Geist und seine kuratorische Begleitung seitens "Luminapolis".  Unter dem Motto "Time Drifts Cologne" illuminiert Geist die Domfasade und die unmittelbar angrenzenden Platzflächen; inszeniert solchermaßen einen "Lichtcollage". "Die Bürger bewegen sich im Strom der Zeichen, driften über großflächige Lichtbilder und reagieren auf faszinierende Lichträume...." Dazu greift der Lichtkünstler collagehaft die "Wünsche und Hoffnungen" der Kölner für 2017 auf, die sie ihm in Form eines "Schlüsselworts bis zum 28. Dezember 2016 zugesandt haben: der Künstler "wählt aus den Einsendungen aus und komponiert seine Licht-Collagen der Worte und Begriffe, die in der Silvesternacht am Dom projiziert werden..." Kontakt für die Schlüsslwörter: deinwortfuerkoeln@videogeist.de

Biennalen

Kochi-Muziris Biennale

Sudarshan Shetty

Soeben begann die Kochi-Muziris Biennale. Sie zählt zu den größen und wichtigsten Veranstaktungen mit zeitgenössisdcher Kunst in Indien und zeigt derei Monate lang bis zum 29. März 2017 in der 600.000 Einwohner umfassenden Stadt Kochi bildende Kunst, Design und andere Kulturprojekte. Eingeladen sind 97 Künstler, die denkmalgechützte historische Orte, Galerien und öffentliche Plätze rund um Fort Kochi und Ernakulam bespielen. Fort Kochi liegt auf einer halbinsel und bildet das historische Zentrum der Stadt; der Stadtteil Ernakulam liegt auf dem Festland und besteht größtenteils aus moderner Bausubstanz. Muziris war eine Hafenstadt, die bei einer Überflutung an der Küste von Malabar 1341 vollständig verschwand und deren Relikte heute in archäologischen Ausgrabungsstätten und rund zwei Dutzend Museen dokumentiert werden - es ist das größte Denkmalschutzprojekt in Indien. Der Architekt Tony Joseph hat für die Veranstaltungsreihe der Kochi-Muziris-Biennale einen Biennale-Pavillon entworfen, der als Künstler-Kino, Performance-Bühne und Seminarraum dient. Kurator ist Sudarshan Shetty, mit dem im kommenden Band 245 von "Kunstforum international" ein Interview erscheint. Shetty wuchs in Bombay auf und studierte Malerei. Als Kurator legt er einen besonderen Schwerpunkt auf Performance-Beiträge: in diesem ist u.a. Anamika Haksar vertreten, ebenso Aki Sasamoto mit einer performancebasierten Installation und im Aspinwall House Zuleikha Chaudhari mit ihren Video- und Performancearbeiten. Parallel zu dieser Biennale wird auch noch eine Studenten-Biennale ausgerichtet.

Galerien & Auktionshäuser

Streit um Kiefer-Ausstellung in China

Anselm Kiefer, Foto: Heinz-Norbert Jocks

Beate Reifenscheid, Direktorin des Museums Ludwig in Koblenz, geriet in die Kritik, weil sie für die in Hamburg ansässige Bell Art GmbH eine Anselm Kiefer-Ausstellung mit 82 Bildern und Skulpturen in Peking kuratierte, von der Anselm Kiefer wiederum sich mit klaren Worten distanzierte: „Die behandeln mich wie einen toten Künstler“, vertraute er der „Süddeutschen Zeitung“ an, er fühle sich „vergewaltigt“. Die Werke stammen aus zwei Sammlungen, und dass eine Ausstellung mit Werken eines Künstlers auch ohne dessen Mitwirkung oder Einwilligung erfolgen kann, ist juristisch unstrittig. Dennoch sorgte laut SWR Kiefers schriftliche Erklärung für gehörigen Wirbel, er sei „tief enttäuscht“, dass die Organisatoren den Eindruck erweckt hätten, er sei „mit im Boot“, das Projekt werde aber „vollkommen gegen seinen Wunsch“ betrieben. Laut „DW-Deutscher Welle“ sekundierte ihm Kiefers Salzburger Galerist Thaddaeus Ropac, der Künstler sei „nicht einmal gefragt“ worden; die Koblenzer Kuratorin habe „sich weder bei Kiefer noch bei seiner Galerie um Zusammenarbeit bemüht“. Reifenscheid wiederum erklärte etwas kryptisch, sie habe „mit mehreren Personen über mehrere Monate hinweg immer wieder Kontakt gehabt“, nannte aber keine Namen. Ihr stärkte immerhin Eckart Köhne den Rücken, Chef des Deutschen Museumsbundes, zwar sei Kiefers Unmut verständlich, aber ein Kurator müssen sich auch „gegen jeglichen Einfluss von außen verteidigen“. Dennoch bekam Beate Reifenscheid weiterhin scharfen Gegenwind zu spüren: „Am 1. Januar 2017 soll Beate Reifenscheid Präsidentin von ICOM Deutschland werden, der deutschen Sektion des Internationalen Museumsrats. Unter den Vorstandsmitgliedern gibt es nun Befürchtungen, der Ruf des Museumsrats könne beschädigt werden. Vermutlich zu Recht“, kommentierte Deutschlandradio Kultur die Affäre. „Alarmiert“ sei auch die „Irene und Peter Ludwig Stiftung“: „Sie fürchtet, dass die Verärgerung über diese Ausstellung auf den Namen Ludwig zurückfallen könne“ (SWR). Stein des Anstoßes ist die Tatsache, dass die städtische Museumsdirektorin Beate Reifenscheid „auf der Homepage“ der Bell Art GmbH „als 'Hauptkuratorin' angeführt“ wurde (später allerdings nur noch als „freie Kuratorin“); laut SWR sei die Bell Art GmbH jedoch „ein Unternehmen mit kommerziellen Interessen, das in Peking ein Zollfreilager betreibt“. Derlei kommerzielle Interessen unterstellt die Zeitschrift „art“ aber auch Reifenscheids Gegnern und zitiert dazu Montieth M. Illingworth, Präsident der New Yorker Kommunikationsberatungsfirma Montieth & Company: „Eine Ausstellung mit mehr als 80 Werken aus einer Privatsammlung bedroht das offenkundige Interesse dieser Galerien, den Markt für Kiefers Kunstwerke in China zu monopolisieren. Es geht den Händlern einzig und allein darum, die Kontrolle zu behalten.“ So ist die Affäre ein Lehrstück darüber, wie eine Kuratorin und ein sich nun düpiert fühlendes staatliches Museum in China in den Strudel der wilden Gewässer des Kunsthandels geraten können. Michael Henker, bisheriger Präsident des Museumsrats ICOM, rät seiner Zunft jedenfalls zur Mäßigung bei derlei beruflichen Umtrieben: „Ich würde mich... nicht in die Situation begeben haben, mich in meinem professionellen Feld so eng an ein eindeutiges Wirtschaftsunternehmen anzuschließen und damit zu verbinden“.

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Jürgen Klauke und Joan Miro im Brühler Max Ernst Museum

Jürgen Klauke, Körper Zeichen / Zeichen Körper, 2012-13, Tusche auf Papier, 41 x 31 cm, Sammlung des Künstlers © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

Zwei große monografische Ausstellungen hat das Max Ernst Museum Brühl für 2017 angekündigt: vom 12. März bis zum 2. Juli 2017 ist dort eine Ausstellung "Jürgen Klauke - Selbstgespräche und Zeichnungen 1970-2016" zu sehen. Klaukes kümstlerische Wurzeln liegen in der Tat in der Zeichnung; in diesem Bereich hatte er auch einen Lehrauftrag in den 1970er Jahren an den Kölner Werkschulen, bevor er dann als Performer, Foto- und Medienkünstler bekannt wurde. In Zentrum seines Werks steht der menschliche Körper, sowohl in den Selbstinszenierungen seiner (foto)-Performances als auch in den Zeichnungen. Klauke selbst bezeichnet sich als einen "intermediären Aktionisten". Die Zeichnungen wurden im Ausstellungsbetrieb bislang äusserst selten gezeigt, und so gibt die kommende Werkschau im Max Ernst-Museum nun "zum ersten Mal einen retrospektiv angelegten Überblick, der vier Jahrzehnte überspannt und somit die Entwicklung von den frühen, täglich entstandenen Notaten in Bild und Text bis zu den großen, farbigen Gouachen und umfangreichen, in Schwarz-weiß gehaltenen Zeichnungssuiten aufzeigt." - Vom 3. September 2017 bis zum 28. Januar 2018 können MUseumsbesucher Max Ernst in »MIRÓ – Welt der Monster« in die Farb- und Formenwelt des  Malers, Grafikers und Bildhauers Joan Miró eintauchen. "Das Werk des in Barcelona geborenen Katalanen bietet ein faszinierendes Spektrum von bildnerischen Mitteln, die sich durch ihre Vielfalt und Erfindungskraft auszeichnen. Die Ausstellung widmet sich insbesondere dem plastischen Schaffen Mirós in den 1960er und 70er Jahren, das im Verhältnis zum malerischen und grafischen Werk weniger bekannt ist"

Hochschulen

Juergen Teller kuratiert Mapplethorpe-Ausstellung

Robert Mapplethorpe, Frogs, 1984, Silbergelatineabzug, Quelle: Alison Jacques Gallery

Juergen Teller, Professor für Fotografie an der Kunstakademie Nürnberg, durfte für die Londoner Alison Jacques Gallery eine Ausstellung zu Robert Mapplethorpe (1946-1989) kuratieren. Mapplethorpe wäre jetzt 70 Jahre alt geworden. Bekannt wurde er mit Porträts von Künstlern, Musikern und Schauspielern wie Patti Smith, Andy Warhol, Richard Gere oder Peter Gabriel und mit Aktaufnahmen, die homoerotische Motive zeigten, was ihm in den USA schon zu Lebzeiten Anfeindungen ultrakonservativer Kreise und religiöser Hardliner einbrachte. „Die Galeristin Alison Jacques sieht darin eine Analogie zu den Arbeiten von Prof. Juergen Teller: 'Provocative and subversive, making images which are the antithesis of conventional fashion photography, Juergen Teller was the only choice to curate this special exhibition of Robert's work. There are obvious parallels between these two artists and I believe Juergen's eye will bring a new reading of Robert's work.' Prof. Juergen Teller legt in der Tat gemäß seiner eigenen Lesarten einen Filter über die Arbeiten von Robert Mapplethorpe. Er wählt aus, ordnet an und vergrößert. In Abstimmung mit The Robert Mapplethorpe Foundation dehnt er zwei Bilder auf über vier Meter aus.“ Die Ausstellung läuft noch bis zum 7. Januar 2017. www.alisonjacquesgallery.com

Biennalen

Venedig: irakischer Pavillon

Francis Alÿs während seines Besuchs des Camp Shariya in Norden des Irak im Februar 2016. Foto: Courtesy Ruya Foundation

Die Künstler Luay Fadhil, Sherko Abbas, Sakar Sleman, Ali Arkady, Sadik Kwaish Alfraji, Nadine Hattom sowie die Vertreter der irakischen Moderne Jawad Salim (1919-1961) und Shaker Hassan Al Said (1925-2004) wurden von der Ruya Foundation für den irakischen Pavillon auf der Biennale von Venedig 2017 ausgewählt. Der Titel ihrer Werkschau lautet „Archaic“; sie wird als Co-Kuratoren von Tamara Chalabi und Paolo Colombo betreut. Die acht Künstler sind mit Video, Fotografie und Installation vertreten; sie reflektieren die Bedeutung des kulturellen Erbes und seine Gefährdung und Zerstörung in der jetzigen äusserst fragilen politischen Situation. Archaische Denkmuster können für modernes Denken ein Ballast bzw. ein Hemmnis sein, zugleich aber sind historische Überlieferungen auch wichtige Orientierungsmarken für eine identitätsstiftende Verortung in der Gegenwart. Außerdem darf der aus Belgien gebürtige Künstler Francis Alÿs in dem Pavillon neue Arbeiten über den Krieg ausstellen, die während eines Aufenthalts in Mossul entstanden, als die irakische Armee ihre Offensive gegen die IS-Kämpfer in der Stadt durchführte. https://ruyafoundation.org/en/

Personalien

Bruce Nauman: Runder Geburtstag

Bruce Nauman, Foto: Copyright Jason Schmidt, 2009, Courtesy: Schirn Kunsthalle Frankfurt/M.

Bruce Nauman, Pionier der Video- und Performancekunst, feierte soeben seinen 75. Geburtstag. Bis zum 22. Januar 2017 zeigt die Schirn Kunsthalle Frankfurt sein Werk in einer Gegenüberstellung mit Alberto Giacometti. Nauman präsentiert dort Videos, Zeichnungen, Fotoarbeiten, Skulpturen und raumgreifende Installationen. Im deutschen Kunsthandel wird Bruce Nauman von der Konrad Fischer Galerie (Düsseldorf/Berlin) vertreten. Aktuell ist Bruce Nauman außerdem noch bis zum 1. April 2017 an der Gruppenausstellung „Mouse in the Machine: Nature in the Age of Digital Art“ der Thoma Art Foundation in Santa Fé beteiligt.

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Samson Young und Simon Fujiwara in der Düsseldorfer Kunsthalle

Die Kunsthalle Düsseldorf zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung unter dem Titel „A dark theme keeps me here, I’ll make a broken music” von Samson Young in Europa. Er studierte in Sydney und promovierte in Komposition in Princeton. „Aus dieser audio-basierten Perspektive entwirft er nicht nur Musik sondern auch Installationen, Performances, Zeichnungen, Walks und Filme. Seine musikalisch-skulpturalen Arbeiten haben sehr oft einen konkreten historischen Bezug und setzen sich mit Orten des Konflikts auseinander. Hinter jedem seiner Projekte steht ein hoher Aufwand an Recherche und Feldforschung. Sounds und Musik werden dabei als Vehikel für die Aufarbeitung und Darstellung historischer Ereignisse genutzt...“   Parallel wird eine große Einzelpräsentation „Figures in a Landscape “ von Simon Fujiwara  präsentiert. Er untersucht mt Skulptur, Video und Performance „grundlegende Fragen der Beziehung von Bild, Medium und Körper... Sein Bild-Begriff umfasst ideelle wie materielle Bildwelten, moralisch-ethische Zuschreibungen, digitale Oberflächen, Mülltrennungsvorrichtungen oder das Make-up Angela Merkels.“ Beide Ausstellungen laufen vom 17.12.2016 bis zum 5.3.2017. www.kunsthalle-duesseldorf.de

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Retrospektive Susanne Paesler im SCHAUWERK Sindelfingen

Im SCHAUWERK Sindelfingen sind bis 22.01.2017 rund 40 Werke der Künstlerin Susanne Paesler (1963-2006) zu sehen. In ihrem Schaffen diskutiert sie den Stellenwert des Kunstwerks in einer Welt bereits existierender Bilder und reproduzierbarer ästhetischer Strukturen. Dies zeigt sich bereits in frühen Gemälden, in denen die Künstlerin vordergründig an die geometrische Formensprache des Konstruktivismus anknüpft, dabei jedoch Muster und Farben wählt, die zugleich auf Alltägliches wie Karo- oder Spitzenstoffe verweisen. Indem sie diese Vorbilder nicht als Readymade direkt in ihr Kunstwerk integriert, sondern malerisch auf die Leinwand überträgt, verschwimmt die scharfe Trennung zwischen Kunst, Kunsthandwerk und Design. Ähnlich verfährt Susanne Paesler dann um die Jahrtausendwende mit Werken berühmter Künstlerkollegen wie Lucio Fontana oder Jackson Pollock. Deren Handschrift eignet sie sich an und verwendet sie in ihren eigenen Gemälden wie zuvor die Stoffmuster. Ästhetische Kategorien wie das Authentische und das Subjektive als Inbegriff der Kunst werden hinterfragt und so zeigt Susanne Paesler die Malerei auf der Suche nach sich selbst. www.schauwerk-sindelfingen.de

Biennalen

La Biennale de Montréal

Philippe Pirotte, Fotocredit: Büro Schramm für Gestaltung.

La Biennale de Montréal endet nach dreimonatiger Laufzeit am 15. Januar 2017. 1998 richtete das Centre international d’art contemporain de Montréal (CIAC) die erste dieser Veranstaltungen aus, die internationale Künstler und solche aus der Provinz Quebec gleichermaßen vorstellt. 2013 gingen die Veranstalter mit dem Musée d’art contemporain de Montréal eine Partnerschaft ein, das seitdem auch Austragungsort dieser Biennale für bildende und mediale Künste ist. Kurator der aktuellen Biennale ist Philippe Pirotte, Rektor der Frankfurter Städelschule und von deren Portikus-Ausstellungsraum. www.biennalemontreal.org

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