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Aktionen & Projekte

Gaunerwörterbuch

Hans Winkler, Dada-Bibliothek in Jenesien/Bozen, Bergstation, 2016, Foto: Winkler

Wer weiß heute noch, dass Dadaisten wie die Berliner Collagistin und Fotokünstlerin Hannah Höch oder John Heartfield in ihren Arbeiten gerne Begriffe aus dem Rotwelschen einfließen ließen? „Rotwelsch“ ist ein Sammelbegriff für Sozio-Dialekte oder -Jargons im Deutschen, und dazu zählt z.B. auch die Gaunersprache: seit dem 17. Jh. gilt ein Falschspieler als „Jauner“, unklar ist allerdings, ob das Wort sich aus dem frühen neuhochdeutschen Wort „junen“ (=spielen) oder aus dem Jiddischen ableitet, wo „Jowen“ das alte Griechenland („Ionien“) bezeichnet. „Ausbaldowern“ für auskundschaften, „Bulle“ für Polizist (aus dem niederländischen „bol“ = kluger Kopf), „Polente“ für Polizei oder „Kohldampf“ für Hunger sind Vokabeln aus dieser rotwelschen Gaunersprache, die in der heutigen deutschen Umgangssprache zwar altmodisch klingen, aber durchaus noch geläufig sind. Der Dadaist Walter Serner gab nicht nur 1927 ein „Handbrevier für Hochstapler“ heraus, sondern er etikettierte auch sein Theaterstück „Posada“ 1927 als „Gauner-Stück“ und gab unter dem Titel „Das fette Fluchen“ ein „Gaunerwörterbuch“ heraus. Der Kriminologe Hans Gross hatte schon 1893 in seinem „Handbuch für Untersuchungsrichter als System der Kriminalistik“ die Gaunersprache zu erfassen versucht. Der Berliner Künstler Hans Winkler erforscht die Spuren der Dadaisten in Tirol: dort trafen sich Max Ernst und Hans Arp aus Köln, André Breton, Tristan Tzara und Paul Eluard aus Paris Anfang der 1920er Jahre mit ihren Frauen zum Wintersport in Tarrenz, hielten dort auch Dada-Kongresse ab, unternahmen ebenso Ausflüge nach Imst und Innsbruck. Auch Jenesien in Südtirol steht auf Winklers Agenda, denn hier hielt sich der Schriftsteller Franz Held längere Zeit auf, Vater der Berliner Dadaisten Wieland Herzfelde und John Heartfield. Im Rahmen des Projekts HEHEHE DADAgelage hat Hans Winkler in einer Bergstation eine Bibliothek mit Fotos, Texten und Büchern über die Tirol-Aufenthalte der Dadaisten eingerichtet und dabei einen Schwerpunkt auf ihre Beschäftigung mit der Gaunersprache gelegt. Die Bibliothek verbleibt dort bis 2017.

Galerien & Auktionshäuser

Rekordpreis für van Gogh-Aquarell

Höhepunkt der „Moderne“Auktion im Kölner Kunsthaus Lempertz war der Aufruf eines Aquarells von Vincent van Gogh in schwarzer Kreide und Aquarell ausgeführte Arbeit „Femme semant“ von Vincent van Gogh (1881). Der Erlös lag bei 1,o54 Mill. Euro – es ist damit die bislang teuerste Arbeit van Goghs auf Papier. Auf dieser Auktion wechselte ein Bild von Wilhelm Morgner („Komposition mit Feldarbeiter“, 1913) den Besitzer, und ein Blumenstillleben von Karl Schmidt-Rottluff (1947) ging für 99.000 Euro an einen Bieter aus England. www.lempertz.com

Ausschreibungen

Ginkgo Award

Der Kreativ- und Medien-Wettbewerb um den Gingko Award steht unter dem Motto „Gedankenflug und Geistesblitz – gestalte die Welt“. Zugelassen sind Fotografie, Film, Animationsfilm, Gamedesign Malerei, Zeichnung, Illustration, Comic, Werbung/PR und Journalismus. Die Preisgelder umfassen insgesamt 50.000 Euro. Kontakt: Glückliche Familie e.V., Postfach 33 04 11, 80064 München, creative2.contest2016@t-online.de, www.foto-film-game-contestr.de/conditions.html

Aktionen & Projekte

Das verlorene Paradies

Paradise Lost, Pressefoto

Die biblische Schilderung der Vertreibung der Urmenschen aus dem Paradies hat Literaten und Künstler immer wieder zu Phantasien angeregt, wie dieses Paradies zurück zu gewinnen wäre. Hungerphantasien brachten z.B. Vorstellungen von einem Schlaraffenland hervor: Um in dieses Paradies zu gelangen, muss man sich erst einmal durch einen Berg aus Teig oder Brei durchfressen, und dann hat man einen Ort erreicht, indem Faulheit als eine Tugend gilt und eher der Fleiß als eine Sünde empfunden wird, so wie es z.B. Pieter Brueghel in einem seiner Bilder mit einer Verdrehung und Umkehrung der Werte darstellte. Der Künstler Rolf Hinterecker schuf als Rauminstallation für den Trauerraum in einem Beerdigungsinstitut einen Paradiesgarten mit üppiger Botanik aus Plastikpflanzen. Mit dem Thema „Paradise Lost“ setzt sich aktuell die Kölner Ortsgruppe der Künstlerinnenvereinigung Gedok auseinander. Am 26. Juni 2016 führen die Künstlerinnen im Kunstraum 57 (Hartwichstr. 57, Köln-Nippes) eine Aktion mit Fotos, Installation, Musik, Materialassemblagen und literarischen Texten durch, um “die Paradiesvorstellungen nicht nur darzustellen, sondern zu hinterfragen“. Liste der Teilnehmerinnen: Christina Fuchs, Romy Herzberg, Johanna Hansen, Lieselotte Freusberg, Angelika Wittek und Renate Martinsdorf-Henrici. www.gedok-koeln.de

Aktionen & Projekte

Japan: Kunstzug

Genbi Shinkansen, Foto: Copyright Mika Ninagawa, Courtesy Tomio Koyama Gallery

„Shinkansen“ heißen die Hochgeschwindigkeitszüge in Japan, die Geschwindigkeiten bis zum 350 km/h erreichen können und die Großstädte auf der Hauptinsel Honshu miteinander verbinden. Auf einer dieser Strecken verkehrt nu n ein „Kunstzug“ zwischen Echigo-Yuzawa, Urasa, Nagaoka, Tsubame-Sanjo und Niigata in der Präfektur Niigata. Die Regisseurin und Fotografin Mika Ninagawa hat den gesamten Zug wird von abstrakt wirkenden Feuerwerken vor Sommerhimmel geschmückt und zusammen mit sechs anderen Künstlern die Waggons intervenierend umgestaltet: bei fünf Waggons wurden die Fenster verklebt, um sie als Leinwände nutzen zu können. Einen anderen Waggon hat Haruka Kojin mit einer eine elf Meter langen florale Installation bestückt. Yusuke Komuta installierte in einem weiteren Waggon eine verspiegelte Edelstahlinstallation. Fotografien von Naoki Ishikawa sind in dem Konzept ebenfalls vertreten, außerdem eine Themenlandschaft über Ernte, Feste und Licht von Nao Matsumoto. Kinder können während der Fahrt mit einer Modelleisenbahn spielen, der Speisewagen ist mit Farbstiftzeichnungen dekoriert.

Ausschreibungen

Videonale

Bewerbungsschluss für das Bonner Videonale-Festival ist der 4. Juli 2016. Das Festival im Kunstmuseum Bonn steht in diesem Jahr unter dem Motto „Perform!“ und bezieht sich auf die „Performance als künstlerische Handlung“ wie in ihren Anfängen und ebenso in der Tradition der Handlungsanweisungen in den Events der Fluxus-Bewegung, die sich heut zu Tage oft als „Befehl zur Aktion“ darbietet. Einzureichen sind experimentelle „Bewegtbildarbeiten“; das können Einkanal- und Mehrkanalvideos sein, Videoinstallationen oder Virtual Reality-Projekte aus den letzten beiden Jahren. Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro. Kontakt und Infos: www.videonale.org.

Aktionen & Projekte

Essen: Neuenthüllung

Die Brehminsel liegt in Essen-Werden im Flusslauf der Ruhr. Hier schuf die Maria Nordman 1984 eine Skulptur („Insel Werden“), die aus zwei Torbögen besteht. Der eine besteht aus Sandstein, der andere aus Basalt. Die Initiative „RuhrKunstMuseen“, in der zwanzig Museen des Ruhrgebiets zusammen geschlossen sind, kümmert sich mit ihrer Reihe „Neuenthüllungen“ um Kunst im öffentlichen Raum, die in Vergessenheit geraten ist oder restauriert werden muss. Jüngstes Projekt ist die Neuenthüllung von Nordmans Skulptur, die auf einer exakten Nord-Süd-Achse angeordnet ist, zum astronomischen Sommerbeginn am 21. Juni 2016 um 12.22 Uhr. www.ruhrkunstmuseen.com

Hochschulen

Offenbacher Grafik-Designer braut eigenes Bier

Josip Budimir, Offenbacher Bier

Zum 500. Jahrestag des Reinheitsgebots für deutsches Bier besinnt man sich in unserem Zeitalter industrieller Bierkonzerne mit ihrem geschmacklichen Einheitsgebräu gerne wieder auf die aromatische Differenzierung der alten handwerklichen Braukunst: regionale Biersorten erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Jetzt hat auch Offenbach am Main wieder ein eigenes Bier, denn Josip Budimir, als Absolvent der HfG Offenbach eigentlich von Haus aus Grafik-Designer, ist unter die Brauer gegangen und kreierte einen eigenen Gerstensaft der Sorte Pils. Das Projekt finanziert er aus eigenen Ersparnissen, gebraut wird das „Offenbacher Bier“ in der Babenhausener Privatbrauerei Michelsbräu, und Budimir hofft, dass sein derzeitiger Testlauf erfolgreich verläuft und sich sein Bier auf dem lokalen Markt etabliert. www-offenbacher-stoff.de

Kulturpolitik

EU-Orchester: keine Förderung mehr

EUYO-Orchester, Fotoquelle: youtube

Das EUYO, das European Union Youth Orchestra, bekommt ab 2016 keine finanzielle Unterstützung mehr aus dem Kulturförderprogramm der EU, und dies ausgerechnet im 40. Jahr seines Bestehens: 1976 hatte das Europäische Parlament die Orchestergründung beschlossen. Das europäische Jugendorchester arbeitete mit Weltstars wie Herbert von Karajan, Leonard Bernstein und Daniel Barenboim zusammen. Insgesamt 3.000 Musiker aus allen 28 EU-Staaten im Alter bis maximal 26 Jahre stießen in diesen vier Jahrzehnten auf den Tourneen ins Horn oder strichen die Saiten ihrer Violinen; sie spielen heute überall in renommierten Philharmonieorchestern. Am 17. August 2016 gibt das EUYO ein Jubiläumskonzert im Berliner Konzerthaus. Der Ausstieg aus der Förderung hat absurde bürokratische Gründe: „Gab es bis 2013 noch einen Fonds für institutionelle Förderung, das sogenannte „'Ambassador-Programm', hat sich das Programm mit der neuen Förderperiode von 2014 bis 2020 unter dem Titel „'Creative Europe“' grundlegend geändert“, erläutert der Berliner „Tagesspiegel“. Gefördert werden jetzt nämlich nicht mehr Darbietungen mit der „die Kunst an sich“, sondern nur noch musikpädagogische Maßnahmen. Zudem werden ab 2014 auch nur noch Anträge akzeptiert, die von mehreren EU-Staaten im Verbund gestellt werden. Andreas Richter beurteilt diese Entwicklung im „Tagesspiegel“ mit harten Worten: „Aus bürokratischer Sturheit greift Europa eines seiner wenigen positiven Symbole an, völlig ohne Not. Dieses Orchesterprojekt 40 Jahre zum Symbol für Europa zu erklären und dann fallen zu lassen, ist töricht – und Wasser auf die Mühlen derer, die schon längst nicht mehr an Europa als Projekt glauben.“ EUYO-Fans protestierten in Berlin mit einem Flashmob gegen die neue EU-Förderpolitik.

Museen & Institutionen

Horst Janssen-Museum: Ankauf bewilligt

Horst Janssen, Papageientulpen, 1982, Coypright (Horst Janssen) VG Bild-Kunst Bonn, 2016 (Ausschnitt)

Der Rat der Stadt Oldenburg gab grünes Licht für den Ankauf der Sammlung des Hamburger Professors Stefan Blessin für das Horst Janssen-Museum Oldenburg. Die Sammlung umfasst 300 Zeichnungen und Aquarelle des Künstlers, der in Oldenburg aufwuchs. Horst Janssen (1929-1995) hatte seine erste Zeichnung 1947 in der Wochenzeitung „Die ZEIT“ veröffentlicht und fand als Zeichner und Grafiker seit den späten 1960er Jahren immense Beachtung. Für den jetzigen Ankauf stehen 210.000 Euro an Eigenmitteln der Stadt Oldenburg zur Verfügung; an Drittemitteln konnten 1,2 Mill. Euro eingeworben werden.

Museen & Institutionen

João Maria Gusmão & Pedro Paiva in Aargau

João Maria Gusmão & Pedro Paiva, Shisa dog and chicken, 2015, Courtesy die Künstler und Galeria Fortes Vilaça, São Paulo; Galeria Graça Brandão, Lissabon; Sies + Höke, Düsseldorf, ZERO Milano

Bis zum 7. August 2016 präsentiert das Aargauer Kunsthaus in einer Einzelschau das filmische, plastische und fotografische Werk der portugiesischen Künstler João Maria Gusmão & Pedro Paiva. Sie halten „in ihren Filmen, Skulpturen, Fotografien und Camera obscura-Installationen magische Momente des Alltags fest.“ Ebenfalls bis zum 7. August 2018 sind dort neue Werke von Marta Riniker-Radich zu sehen, der diesjährigen Trägerin des Manor-Kunstpreises. www.aargauerkunsthaus.ch

Preise

Strabag-Preis

Jochen Höller, „Knowledge Cloud“, 2016 (Ausschnitt)

Jochen Höller gewann den Strabag Art Award (15.000 Euro). Der Bildhauer absolvierte die Kunstuniversität Linz (Österreich) und setzt sich schwerpunktmäßig mit dem Material „Buch“ auseinander, formt daraus Collagen und Skulpturen. Eine Ausstellung mit seinen Arbeiten läuft bis zum 19. August 2016 in der Artlounge des Wiener Strabag-Hauses.

Hochschulen

Fotografie-Symposion

Die Fachrichtung Fotografie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig organisiert begleitend zum 7. Festival für Fotografie f/stop ein Symposium," in dem die Diskussion um die Deutung und Bedeutung der in Medien zirkulierenden Bilder im Vordergrund steht. Ausgangspunkt ist die Frage, wie medial verbreitete Bilder unsere Wirklichkeit konstituieren und wie man den ihnen zugrunde liegenden Politiken auf die Spur kommen kann. Es sind insbesondere die Mechanismen der Verbreitung und der daran anschließenden Wirkung, die in diesem Zusammenhang zentral sind." Referenten: Regine Ehleiter, David Evans, Paul Feigelfeld, Boaz Levin, Bettina Lockemann, Marianna Liosi, Evelyn Runge, Philip Scheffner und Merle Kröger, Vera Tollmann und Lidwien van de Ven. Ort und Termin: Donnerstag, 30. Juni 2016, 10-20 Uhr in der Galerie der HGB, Wächterstraße 11, Leipzig. www.hgb-leipzig.de

Preise

Kunstpreis des Kunstvereins Oerlinghausen

Daniel Chluba gewann den Kunstpreis des Kunstvereins Oerlinghausen (1.000 Euro). Der Preis wurde anlässlich des 40jährigen Bestehens des Kunstvereins ausgelobt. Chluba hatte sich mit der Arbeit „Der gute Zentaur mit dem Bart von Oerlinghausen“ beworben. Bis zum 10. Juli 2016 findet eine Ausstellung mit ausgewähltn Wettbewerbsteilnehmern in der örtlichen Synagoge statt. www.kunstverein-oerlinghausen.de

Hochschulen

Sonja Alhäuser in der HBK Braunschweig

Sonja Alhäuser, Plakat zur Ausstellungf in der HBKBraunschweig, (Ausschnitt)

Bis zum 17. Juli 2016 zeigt Sonja Alhäuser in der Galerie der HBK Braunschweig ihre Ausstellung „Eucalyptica“. Sie besteht aus „einer Kombination von Bildzeichnungen und bildhauerischen Arbeiten, deren prozesshafter Charakter im Vordergrund steht. Ein Teil der Arbeiten ist aus einem Gemeinschaftsprozess mit ihren Studierenden hervorgegangen. In der Galerie der HBK werden aktuelle Arbeiten präsentiert.“ Ebenfalls bis zum 17. Juli 2016 läuft noch im raumLABOR die aktuelle Meisterschülerausstellung. www.hbk-bs.de

Messen & Märkte

Art Osaka

Die Art Osaka wird am 2./3. Juli 2016 in der 26. Etage des Gran Via Osaka Hotels veranstaltet. 53 Galerien verwandeln an diesen Tagen die Hotelzimmer mit ihren Bildern an den Wänden in Messestände. Das Programm umfasst aber nicht nur Gemälde und Grafik, sondern auch kleinere Skulpturen und Videokunst. www.artosaka.jp.

Ausschreibungen

Workshop „Rituelle Musik“

Das Nitsch-Museum in Mistelbach kündigt für den 16. Juli 2916 (14-17 Uhr) einen Workshop „Rituelle Musik“zur Gregorianik mit Marco Paolacci an. „In den Ritualen von Hermann Nitsch spielt die Musik eine wesentliche Rolle. Beeinflusst wurde er unter anderem durch den gregorianischen Choral, einem unbegleiteten, einstimmigen Gesang, der früher Teil der kirchlichen Liturgie war. Im Rahmen eines interaktiven Gesangs-Workshops tauchen die TeilnehmerInnen gemeinsam mit dem Experten Marco Paolacci in diese ungewohnte Klanglandschaft ein und blicken auf die Entstehung des gregorianischen Gesangs. Im Zentrum stehen die Neumen, die für die Notation verwendeten Zeichen sowie das Selbsterlebnis der meditativen Komponente des Choralsingens.“ Anmeldungen unter veranstaltungen@nitschmuseum.at

Preise

Karin Hollweg Preis

Claudia Piepenbrock, Meisterschülerin an der HdK Bremen, wurde mit dem Karin Hollweg Preis ausgezeichnet. Das Preisgeld von 15.000 Euro wird aufgeteilt: eine Hälfte wird an die Künstlerin in bar überwiesen; die andere Hälfte dient der Finanzierung einer Einzelausstellung. Eine Meisterschülerausstellung läuft noch bis zum 25. September 2016 im Bremer Museum Weserburg.

Preise

TEUTLOFF MUSEUM PHOTO AWARD.

Weronika Suchodolska (1. Preis, 5.000 Euro), Sebastian Wahlhuetter (2. Preis, 3.000 Euro) sowie Jakob Sponholz (3. Preis, 2.000 Euro) sind Sieger im Wettbewerb um den TEUTLOFF MUSEUM PHOTO AWARD. Das Wettbewerbsthema lautete „Das Gesicht der Freiheit“. Die Gewinnerin Suchodolska hatte als Beitrag ein Foto vom Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau durch eine israelische Jugendgruppe eingereicht. Die preisverleihung findet am 6. Juli 2916 im Museum Marta Herford statt.

Museen & Institutionen

Schenkung: Archiv Marzona künftig in Dresden

Der Sammler Egidio Marzona besitzt mit etwa 1,5 Mio Objekten das weltweit größte Archiv der Avantgarden dieser Zeit. Es umfasst Materialien zum Expressionismus und Futurismus, zu Informel, Pop und Fluxus bis hin zur Postmoderne und den jungen Wilden. "Seit Ende der 1960er Jahre angelegt, umfasst das Archiv große Konvolute von Briefwechseln, Manifesten, Skizzen und Collagen, Plakaten, Fotografien und Filmen, aber auch Künstlerbüchern, Katalogen und Zeitschriften. Ergänzt um exemplarische Kunstwerke, Skulpturen, Gemälde und Designobjekte, werden die Ismen im Archiv lebendig erfahrbar... "Egidio Marzona schenkt dieses Archiv den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, "so dass es künftig in Dresden für Besucher erlebbar sein wird und neue Forschungen ermöglicht."

Messen & Märkte

Sommerkunstmesse : 16. Art Bodensee in Dornbirn

Sammler, Kenner und Neueinsteiger treffen sich vom 8. bis 10. Juli 2016 auf der Art Bodensee in Dornbirn. Die Sommerkunstmesse zeigt eine sorgsam kuratierte Auswahl moderner, neuer und neuester Kunst: Namen und Newcomer, Gemälde, Collagen, Zeichnungen, Installationen und Skulpturen von rund 50 Galerien. Daneben präsentieren sich zahlreiche Institutionen und Museen aus der Vier-Länder-Region. Eingebettet in die facettenreiche Umgebung Vorarlbergs, bietet die Art Bodensee eine optimale Gelegenheit, Kultur, Natur und Architektur zu entdecken. Eine jährlich wechselnde Sonderschau, kostenlose Führungen und der featured artist sind weitere Highlights der 16. Art Bodensee in Dornbirn. Mehr Informationen unter: www.artbodensee.info oder www.facebook.com/artbodensee

Ausschreibungen

Fassbender-Preis

Am 29. Juli 2016 ist Bewerbungsschluss um den Brühler Joseph und Anna Fassbender Preis. Der Wettbewerb ist ohne Altersbegrenzung für Grafiker und Handzeichner ausgelobt. Preisgeld: 1.500 Euro. Downloas der Bewerbunsgunterlagen unter: www.bruehl.de

Aktionen & Projekte

Not und Spiele: Flüchtlinge fressen

Als "aggressiven Humanismus" bezeichnet die Initiative "Zentrum für politische Schönheit" ihre politischen Aktionen: 2015 sorgte der Zusammenschluss verschiedener Künstler um den Aktionskünstler Philipp Ruch für Schlagzeilen, "als es zwei im Mittelmeer ertrunkene Einwanderer in der deutschen Hauptstadt beerdigte und im Anschluss mehr als 8.000 Menschen die Bundestagswiese in ein Friedhofsfeld verwandelten." 2014 verhalfen sie "zum 25. Jahrestag des 'Mauerfalls' den Mauerkreuzen zur Flucht aus dem Regierungsviertel an die EU-Außengrenzen." Mit der aktuellen Aktion will die Initiative am 28. Juni 2916 hundert syrische Flüchtlinge aus der Türkei in Sicherheit bringen und zu ihren Verwandten nach Deutschland holen - per Charter-Flugzeug, da dies die einzige sichere Transportmöglichkeit ist, ohne Schleuser, ohne die Gefahr des Ertrinkens im Mittelmeer. Dazu sammelt die Initiative derzeit via Internet Spendengelder. Ihr begleitendens Aufmerksamkeitsmanagement focussiert sich auf eine Zirkus-Arena auf dem Gelände des Maxim Gorki Theaters in Berlins Zentrum. Dort inszenieren die Künstler "Not und Spiele" mit "vier lybischen Tigern" - ein "hyperreales Rom auf dem Boden des europäischen Reichs". Die Aktion trägt den Untertitel "Flüchtlinge fressen": "Sollte die Bundesregierung gegen das Flugzeug votieren (eine Nichtäußerung interpretieren wir als Nein), suchen wir jetzt Flüchtlinge, die bereit sind, sich am 28.6.2016 wegen § 63 Abs. 3 AufenthG fressen zu lassen – für die Rettung unserer europäischen Ideale und gegen das schreiende Unrecht, das genau zum 15. Geburtstag der EU-Richtlinie endlich abgestellt werden muss." Tatsächlich hatten sich nach der Veröffentlichung des Konzepts zwei Flüchtlinge gemeldet, die bereit wären, zu den Tigern ins Freigehege zu gehen. Der Hintergrund: Fluggesellschaften können mit hohen Strafen belegt werden, wenn sie Personen ohne Einreiseerlaubnis befördern. Im Maxim Gorki Theater läuft das Theaterstück "Not und Spiele"; die Tiger-Arena verbleibt dort bis Ende Juni. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bezeichnete die Aktion als "geschmacklose Inszenierung, die auf dem Rücken der Schutzbedürftigen ausgetragen werden soll." Das von den Aktivisten kritisierte Beförderungsverbot solle die Pass- und Visumpflicht sicherstellen und sei zudem europäisches Recht, das nicht einseitig von der Bundesregierung aufgehoben werden könne.  www.flüchtlinge-fressen.de

Preview

AiWeiwei in Wien

Alfred Weidinger kuratiert die Ausstellung von Ai Weiwei im 21 er Haus des Wiener Belvedere, die sich dort bis in den Garten erstreckt. Die Ausstellung "translocation – transformation" läuft dort vom 14. Juli bis zum 20. November 2016. „Vertreibung, Migration und gewollter Ortswechsel als Auslöser transformativer Prozesse in Menschen und an Objekten ist ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch Leben und Werk von Ai Weiwei zieht. Dieses entscheidende Thema steht im Zentrum seiner ersten monumentalen Einzelpräsentation in Wien. Das Kernstück bildet der Ahnentempel einer Teehändlerfamilie aus der Ming-Dynastie (1368-1644), dessen Haupthalle originalgetreu im 21er Haus wiederaufgebaut wird.“ www.21erhaus.at

In eigener Sache

Der aktuelle Band: GET INVOLVED! Partizipation als künstlerische Strategie

„Get involved! Partizipation als künstlerische Strategie“ stellt sich einem hochaktuellen und umstrittenen Thema. Längst setzen das Web 2.0 und neoliberale wie alternative Wirtschaftsformen erfolgreich auf Partizipation, sind Forderungen nach direkter politischer Teilhabe im rechten wie linken Mainstream angekommen. Und auch die Kunst hat sich Partizipation als künstlerische Strategie schon seit den Anfängen der Moderne und mit Nachdruck in den Neoavantgarden der 1960er-Jahre auf ihre Fahnen geschrieben.

Vierzehn Autoren, Künstler und Kuratoren machen sich daher an eine vorläufige Bestandsaufnahme, die versucht, unter dem Horizont eines neuen systematischen Ansatzes, der die Partizipation in ihre Modi der Kollaboration, Kooperation und Interaktion auffächert, die Fülle partizipatorischer Kunst an ausgewählten Beispielen zur Diskussion zu stellen: „Get involved!“

Museen & Institutionen

Museum Ludwig Köln: Jubiläum

Museum Ludwig Köln, Foto: Raap

1968 kam die Sammlung Ludwig von Aachen nach Köln, wurde dort zunächst an das Wallraf-Richartz-Museum angegliedert. Seit 1976 firmiert der Bestand mit Kunst ab 1900 als eigenständiges Museum Ludwig Köln, und seit 1986 verfügt es dafür auch über ein eigenes Gebäude. Zum 40jährigen Jubiläum versammelt die Ausstellung „Wir nennen es Ludwig. Das Museum Ludwig wird 40!“ vom 27. August 2016 bis zum 8. Januar 2017 Werke der Künstler Georges Adéagbo, Ai Weiwei, Ei Arakawa, Minerva Cuevas, Maria Eichhorn, Andrea Fraser, Meschac Gaba, Guerrilla Girls, Hans Haacke, Diango Hernández, Candida Höfer, Bodys Isek Kingelez, Kuehn Malvezzi, Christian Philipp Müller, Marcel Odenbach, Ahmet Ögüt, Claes Oldenburg, Pratchaya Phinthong, Alexandra Pirici & Manuel Pelmus, Gerhard Richter, Avery Singer, Jürgen Stollhans, Rosemarie Trockel, Villa Design Group und Christopher Williams. Die Ausstellung umfasst Künstler aus allen Kontinenten und unterstreicht so den „globalen Sammlungsansatz“ des Ehepaares Irene und Peter Ludwig. www.museum-ludwig.de

Aktionen & Projekte

Treppe der Gefühle - 10 Jahre Projekt „Scala“

Horst Gläsker, „Scala – Treppe der Gefühle“, Wuppertal, 2006/2008, Foto: Courtesy H. Gläsker

In Wuppertal-Ostersbaum befindet sich eine einzigartige Ansammlung unterschiedlicher Treppenanlagen. Diese Treppen verbinden den Höhenrücken mit der Innenstadt in der Talsohle. Eine von ihnen heißt „Holsteiner Treppe“ und wurde im Rahmen eines Partizipations-Projekts 2006 der Bonner Elisabeth Montag Stiftung bemalt: der Düsseldorfer Künstler Horst Gläsker verwandelte die 112 Stufen in eine „Treppe der Gefühle“. Jede Stufe malte er in einer anderen Farbe aus und versah sie mit einem Wort, das ein Gefühl ausdrückt: „Güte“, „Tiefe“, „Würde“ oder „Klärung“. Horst Gläsker: „Durch Farbe und präzise Wörter wird eine poetische Logik in Gang gesetzt, die die Sinne öffnet und die gesamte Situation erneuert und aufwertet. Beim Steigen zeigt sich sehr schnell die körperliche und seelische Konstitution. So wird die Treppe zu einer Metapher für das Menschsein.“ Ursprünglich war diese Bemalung nur als temporäre Aktion gedacht. Nach dem Ende des Projekts entfernte man die Farbe, doch eine Bürgerinitiative setzte sich dann für einen dauerhaften Verbleib der Bemalung ein, die Gläsker schließlich 2008 erneut vornahm. Nach wie vor erfreut sich das Kunstwerk bei den Anwohnern großer Beliebtheit, doch da die Farbe durch Witterungseinflüsse inzwischen arg verblichen ist, nimmt der Künstler nun zum 10jährigen Jubiläum seiner „Scala“ im Juni/August 2015 eine farbliche Auffrischung vor.

Personalien

Pinault eröffnet Museum in Paris

Bourse de Commerce Paris, Fotoquelle: Wikipedia/Mbzt

François Pinault, französischer Sammler, der bislang in Venedig zwei Ausstellungshäuser unterhält, will nun auch in Paris einen Teil seiner Sammlung präsentieren. Ende 2018 soll in der ehemaligen Warenbörse „Bourse de Commerce“ ein Privatmuseum eröffnet werden, für das der Architekt Tadao Ando das Gebäude umgestaltet.

Biennalen

Bristol Biennal

CHRISTOPHER CHAN, Mauna Kea Observatory, Courtesy Bristol Biennal

Seit 2012 wird die Bristol Biennal als „Festival für Kunst und Ideen“ durchgeführt. Das Team um die künstlerische Direktorin Hannah Clark organisiert die diesjährige Veranstaltung für den Zeitraum 2. bis 9. September 2016. Es gehört zu den Besonderheiten dieser Biennale, dass sie immer von Künstlern geleitet wird. Der Wettbewerb um die Teilnahme war 2015 abgeschlossen. Das Thema der Biennale lautet diesmal: „In Other Worlds“. Das mediale Spektrum der Beiträge umfasst Performance, Skulptur, Installation, Literatur, bewegte Bilder, Diskussionsveranstaltungen sowie diverse kollaborative und partizipative Projekte. www.bristolbiennial.org

Preview

Anne Imhof: Projekt "ANGST"

Anne Imhof inzeniert ihr Projekt Angst wie eine Oper - die Werkschau ersatreckt sich über drei Ausstellungen. Dabei verändern sich die Bilder über die Dauer einer Ausstellung," lösen sich wieder auf und setzen sich in folgenden Arbeiten" fort. Die Produktion "ANGST" erstreckt sich über die Kunsthalle Basel, die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof und La Biennale de Montreal. Sie sind "– wie drei Akte – durch eine von Imhof als 'Oper' bezeichnete Komposition miteinander verbunden und in Beziehung gesetzt werden. Je ein Akt von ANGST wird als spektakulärer Höhepunkt an einem der drei Ausstellungsorte aufgeführt. Imhof dekonstruiert an jeder der drei Stationen die Komposition zu einer jeweils unterschiedlichen „Ausstellung-als-Oper“, in der sie die Einzelelemente über die Laufzeit zu wechselnden neuen Bildern zusammensetzt. Am 9. Juni 2016 eröffnete zunächst der erste Akt (ANGST 1) in Basel (kuratiert von Elena Filipovic). Die Eröffnung von ANGST 2 im Hamburger Bahnhof findet am 14. September statt (kuratiert von Anna-Catharina Gebbers und Udo Kittelmann). Einen Monat später eröffnet am 19. Oktober ANGST 3 während La Biennale de Montréal, kuratiert von Philippe Pirotte." www.freunde-der-nationalgalerie.de

Museen & Institutionen

New Tate Modern eröffnet

Das Architekturbüro Herzog & de Meuron entwarf den Erweiterungsbau New Tate Modern, der in London seit Juni 2016 der Präsentation von Film, Installation und Live-Kunst (Performance, Aktion, Interaktion, zeitbasierte Künste) dient. Die Höhe des 64 m hohen neuen Gebäudes korrespondiert optisch mit dem 99 m hohen Kamin des schon existierenden Tate Modern-Baus, der in den 1950er Jahren als Elektrizitätswerk errichtet wurde. Der zehnstöckige Anbau ist pyramidenförmig angelegt und hat 328 Mill. Euro gekostet. Ursprünglich sollte New Tate Modern bereits zur Olympiade 2012 seinen Betrieb aufnehmen, doch nicht nur in Deutschland sind solche öffentlichen Bauvorhaben oftmals mit ärgerlichen Verzögerungen und Kostensteigerungen verbunden. Das zehnte Stockwerk ermöglicht den Zugang zu einer Aussichtsterrasse mit einem Panoraramablick über die Stadt. Mit dem Erweiterungsbau gewinnt Tate Modern 60 Prozent an Ausstellungsfläche hinzu und kann nun 75 Prozent aller Ankäufe der letzten fünfzehn Jahre zeigen. Das Museumsmanagement rechnet mit 5 Mill. Besuchern jährlich.

Hochschulen

Berlin: Rundgang

Der Rundgang an der Universität der Künste Berlin findet als „Tage der offenen Tür“ vom 22. bis 24. Juli 2916 statt. An diesen Tagen „öffnet die größte künstlerische Hochschule Deutschlands für drei Tage wieder die Werkstätten, Ateliers, Studios und Probenräume ihrer vier Fakultäten Bildende Kunst, Musik, Gestaltung und Darstellende Kunst sowie des Zentralinstituts für Weiterbildung und gibt der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit“, einen Blck hinter die Kulissen des Lehrbetriebs zu werden. Über das Begleitprogramm informiert die Website www-udk-berlin.de/kalender

Museen & Institutionen

Aktuelle italienische Kunst in Kiel

Valerio Rocco Orlando

Die Stadtgalerie Kiel zeigt bis zum 28. August 2016 „VII. Premio Fondazione VAF. Aktuelle Positionen Italienischer Kunst“. Die ausgestellten Arbeiten von 15 jungen italienischen Künstlern umfassen Malerei, Fotografie, Video. Die Ausstellung war im Frühjahr 2016 im MARCO Testaccio in Rom zu sehen und wird nach der Station in Kiel noch in den Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhausen gezeigt. Die Ausstellungstournee dokumentiert sozusagen das Ergebnis des Wettbewerbs um den Kunstpreis „Premio Fondazione VAF“, der alle zwei Jahre von der Stiftung VAF (Volker und Aurora Feierabend) für junge italienische Künstlerinnen und Künstler ausgelobt wird. Den diesjährigen Preis (15.000 Euro sowie Ankauf eines Werkes durch die VAF-Stiftung) erhielt der Dramaturg und Künstler Valerio Rocco Orlando. „In seinen Installationen, Filmen und Fotografien thematisiert er die komplexen Beziehungen zwischen Individuum und Gesellschaft.“ Künstlerliste vertreten: Michele Bubacco, Ottavia Castellina, Alice Cattaneo, Paolo Chiasera, Michael Fliri, Chiara Fumai, Hilario Isola, Andrea Mastrovito, Davide Monaldi, Valerio Rocco Orlando, Gianni Politi, Luigi Presicce, Roberto Pugliese, Alice Ronchi und Mona Lisa Tina. www.stadtgalerie-kiel.de

Aktionen & Projekte

Parallelausstellung zur Documenta 2017

Anne Gathmann

In Kassel ist es gute Tradition, dass die Kirche St. Elisabeth gegenüber dem Museum Fridericianum, auf der anderen Seite des Vorplatzes in dessen Sichtweite gelegn, eine eigene Ausstellung parallel zur jeweiligen documenta zeigt. Dechant Harald Fischer von der Katholischen Kirchengemeinde Kassel: „Bei einer solchen Veranstaltung in Kassel, zu der Hunderttausende Menschen aus der ganzen Welt anreisen, wird die katholische Kirche nicht die Türen geschlossen halten, sondern den Raum der Elisabethkirche durch eine eigene künstlerische Installation in besonderer Weise erlebbar machen. Die documenta-Zeit bietet uns viele Möglichkeiten, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.“ 2012 kam man mit den documenta-Machern freilich anders ins Gespräch als erwartet: der damaligen künstlerischen Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev missfiel nämlich die Skulptur von Stephan Balkenhol oben auf dem Glockenturm; sie sprach gar von einem „zerstörerischen Akt“ und löste damit eine Kontroverse aus, wer denn nun die Hoheitsrechte über den Friedrichsplatz habe: Diese Rechte nimmt zwar die Stadt Kassel wahr, doch das Grundstück von St. Elisabeth ist kirchliches Terrain. 2017 wird unter der Leitung von Christoph Baumanns erneut ein künstlerisches Projekt in der Kirche die documenta-Wochen begleiten. Die Berliner Künstlerin Anne Gathmann wird den Kirchenraum mit einem Band aus mehreren tausend Aluminiumelementen durchmessen. „Die Elemente sind auf zwei Stahlseile gezogen, die an zwei Punkten unter der Decke befestigt werden: vor der Orgel und vor der Altarwand. Das Band folgt also der Längsachse des Raums und findet seine Position auf Grund der Gravitation. Der Wendepunkt befindet sich auf knapp drei Meter Höhe.“ Dorthin, in die Höhe wird der Blick des Betrachters gelenkt, da sich der Raum eben durch diese Installation „nach oben hin entwickelt und öffnet“, wie der Basler Kulturkritiker Aurel Schmidt erläutert: „Der physikalische Raum verwandelt sich in einen geistigen Raum“. Die Installation ist dort von Mai bis September 2017 zu sehen.

Personalien

Jooss leitet Documenta-Archiv

Birgit Jooss übernimmt am 1. Juli 2017 die Leitung des Kasseler Documenta-Archivs. Die Archivwissenschaftlerin war zuvor u.a. am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg sowie an den Akademien der Bildenden Künste in München und Berlin tätig. Das Documenta-Archiv wurde 1961 eingerichtet und verfügt heute über 1,4 Mill. Archivalien.

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