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Ausschreibungen

Arbeitsstipendien in Baden-Württemberg

Um Arbeitsstipendien der Kunststiftung Baden-Württemberg können sich Künstler aus diesem Bundesland bis zum 30. September 2016 bewerben. Altersgrenze: 35 Jahre, abgeschlossene Ausbildung. Stipendienhöhe: 5.000 bis 12.000 Euro, keine reine Projektförderung. Kontakt: Kunststiftung Baden-Württemberg, Gerokstraße 37, 70184 Stuttgart, Tel.: 0711 2367671 ausschreibung@kunststiftung.de

Museen & Institutionen

Andrea Büttner: Beggars and iPhones

Andrea Büttner bespielt bis zum 18. September 2016 die Kunsthalle Wien mit der Ausstellung „Beggars and iPhones“. Als „Beggars“ bezeichnet sie eine Werkreihe mit großformatigen Holzschnitten. „Die zeichenhaft reduzierten Frontalansichten körperverhüllter Gestalten mit nach unten weisenden Händen zeigen. Die Figur des Bettlers in ihrer stark abstrahierten Form hat Andrea Büttner mehrfach ins Medium des Holzschnitts übersetzt“. Die „iPhone etchings“ zeigen „persönliche Fingerspuren, die sie bei diversen Suchen im Netz auf ihrem Smartphone hinterlassen hat, stark vergrößert und ins Medium der Farbradierung übersetzt.“ www.kunsthallewien.at

Aktionen & Projekte

Sommerakademie im Zentrum Paul Klee

Unter der Leitung von Gastkurator Thomas Hirschhorn wird sich die Sommerakademie im Berner Zentrum Paul Klee nvom 12. - 20. August 2016 mit den Fragen "Wo stehe ich ? Was will ich?" beschäftigen. Aus 148 Bewerbungen hat die Jury 12 Teilnehmer als Fellows ausgewählt. In der Kunsthalle Bern finden täglich zwischen 10.00 – 20.00 Uhr Präsentationen und Diskussionen der internationalen Fellows und Speakers statt. http://www.sommerakademie.zpk.org/de/sommerakademie-2016/programm.html

Aktionen & Projekte

Vortragsreihe „Kunstwerte“

Bis Oktober 2016 führt der Kunstverein Freburg eine Vortragsriehe zum Thema „Kunstwerte“ durch. „Noch nie hat der Kunstmarkt einen so großen Einfluss auf die Gegenwartskunst ausgeübt und selten wurde dieses Phänomen so intensiv von den Medien behandelt. Dabei liegt der Fokus häufig auf dem materiellen Wert eines Kunstwerkes. Seltener sind jedoch die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Werk und seine Bedeutung für die Kunstgeschichte von Interesse. Es stellt sich die Frage wie der Mechanismus funktioniert und von wem der Markt eigentlich beherrscht wird. Die Vortragsreihe setzt sich mit einem außerordentlich komplexen Thema auseinander, das viele Gegensätze vereint und vielschichtige Konfliktpotenziale erzeugt. Um die Situation aus den Blickwinkeln der verschiedenen Bereiche zu beleuchten, referieren in regelmäßigen Abständen Experten aus Museen, Journalismus, Auktionshäusern und Galerien.“ Nächste Termine: Di, 31.5.2016: Prof. Dr. Stephan Schmidt-Wulffen, Kunsttheoretiker und Kurator, Wien/Bozen, „Markt und Methode“. Mi, 22.06.2016: Dirk Görtler, Dozent hKDM, Freiburg, „Idealisten, Schwärmer und Verkäufer. Das amerikanische Jahrhundert der Kunst“ Do, 30.6.2016: P,rof. Dr. Dirk Boll, Europa-Chef Christie’s, Hamburg, „Die 10 größten Herausforderungen der kommerziellen Kunstvermittlung“ Do, 21.7.2016, Dr. Tilmann von Stockhausen, Leitender Direktor der Städtischen Museen Freiburg, „Die Bettler? Museen und ihre Rolle auf dem heutigen Kunstmarkt“. www.kunstvereinfreiburg.de  

Aktionen & Projekte

Schwere Lasten

Dass schwere Lasten nicht nur mit Trucks und Gabelstaplern transportiert werden, sondern auf dem Kopf balanciert oder mühsam mit Handkarren gezogen werden müssen, ist außerhalb der Industrieländer auch noch im 21. Jh. vielerorts üblich. Die Kölner Stiftung Michael Horbach zeigt in ihren Ausstellungsräumen vom 5. Juni bis zum 20. Juli 2016 zu diesem Thema „Schwere Lasten“ zwei Ausstellungen mit Motiven aus Indien: Mario Marino hat unter dem Titel „Kalbelia - Die Vergessenen“ die historischen geografischen und kulturellen Ursprünge der Sinti und Roma in Pakistan und in der indischen Provinz Rajasthan erforscht. Dort werden sie heute „Kalbelia“ genannt und zählen innerhalb der indischen Gesellschaft zu den Unterprivilegierten. Zwar darf nach der indischen Verfassung seit 1950 niemand wegen seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kaste oder bestimmten Gruppe diskriminiert werden, doch die alltägliche Realität sieht anders aus. Anja Bohnhof hat in ihrer Fotoserie „Bahak“ die Arbeit der Lastenträger dokumentiert, schwerpunktmäßig in der Stadt Kolkata. www.michael-horbach-stiftung.de

Aktionen & Projekte

München: Kunst im öffentlichen Raum

Die Stadt München investiert 1,5% ihres kommunalen Bauvolumens in Kunst. „Dahinter steht das Bewusst­sein, dass Kunst und Kreativität wichtige Elemente des urbanen Lebens sind, den Stadtraum positiv prägen können und zur Lebensqualität beitragen“, heißt es dazu. Aktuell findet bis zum 30. Oktober 2016 im Rahmen der Reihe „München dezentral“ das Projekt „Versprechen/Promises“ statt. Der Bildhauer Maximilian Erbacher nimmt vier Stadtteile in den Focus seiner Arbeit und bestückt sie mit Schildern, wie man sie von Baustellen her kennt: nur sind hier keine Bauherren und Baufirmen aufgelistet, sondern Textbotschaften aus dem Jargon von Immobilienfirmen, wie sie dem Künstler während eines Aufenthalts in Bangalore auffielen. Bei einem weiteren aktuellen Projekt befüllte Pia Lanzinger kürzlich eine „Zeitkapsel“ mit Inhalten über die Erfahrungen der Bewohner des Hasenbergl-Viertels. Eine solche Zeitkapsel fügte man bei der Grundsteinlegung ein, die 1960 der damalige OB Hans-Jochen Vogel dort vornahm. Doch da diese Zeitkapsel nach einem Umbau der Siedlung 2012 verschwunden ist, hat Pia Lanzinger mit ihrem interaktiven Projekt diese Plombe mit Zeitzeugnissen aus der Gegenwart nun erneuert. Bis November 2016 ist außerdem an der Brandwand des Hotels Louis am Viktualienmarkt das partizipative „Inklusionsprojekt“ von Susanne Wagner zu betrachten. Es besteht aus 79 kreisförmig angeordneten Keramikscheiben als „Inklusionspunkten“, die dann im Herbst nach der Demontage zum Verkauf von 290 Euro pro Stück angeboten werden: „Jeder Punkt ist ein Original. Jeder Punkt wird zum Symbol. Jeder Besitzer eines Punktes trägt Inklusion in die Gesellschaft.“ Damit soll für Inklusion als „gleichberechtigter Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung am sozialen Leben“ geworben werden. www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Kulturreferat/Bildende-Kunst/Kunst-im-oeffentlichen-Raum.html

Messen & Märkte

Art Vilnius

Die Art Vilnius (9. bis 12. Juni 2016) wird zum siebten Mal ausgerichtet und findet im Litexpoo-Zentrum statt. Gastland ist in diesem Jahr Polen. Die Beiträge werden von Raminta Jurėnaitė kuratiert. Im vergangenen Jahr zählte man auf der Art Vilnius 18.500 Besucher. Auch diese Messe umfasst einen Pearcours mit großformatigen Skulpturen und Installationen. www.artvilnius.com

Aktionen & Projekte

Synagoge Stommeln

Die Synagoge von Pulheim-Stommeln ist nahezu die einzige, die die Reichsprogromnacht 1938 halbwegs unbeschadet überstanden hat. In der Nachkriegszeit haben sich die Pulheimer Juden der Kölner Synagogengemeinde angeschlossen; das Synagogengebäude im Stadtteil Stommeln wird als solches nicht mehr genutzt und steht heute für Ausstellungsprojekte zur Verfügung. Einmal pro Jahr lädt die Stadt Pulheim einen renommerten Künstler ein, den Innenraum oder auch die Fassade mit einer Installation zu bespielen. Im Sommer 2016 wird die Reihe mit Walid Raad fortgesetzt. Dabei arbeitet er mit dem Architekturbüro Situ zusammen.Raads Werk umfasst Fotografie und Videokunst ebenso wie Text und Performance und widmet sich inhaltlich vor allem der zeitgenössischen Geschichte seines Heimatlandes, den arabisch-israelischen Konflikten und den Bürgerkriegen im Libanon. In seinen Arbeiten greift Raad immer wieder Traumata auf, die das kollektive Gedächtnis einer Nation prägen, und reflektiert darüber das Verhältnis von Erinnerung und ihrer Visualisierung, von Dokumentation und Repräsentation, von Realität und Bildproduktion, von Fakten und Fiktion. Raad zeigte sein Werk in zahlreichen Museen in Europa, dem Nahen Osten und Nordamerika. Er war jeweils mehrfach auf der Biennale in Venedig und der documenta in Kassel vertreten.“ Das Architekturbüro Siti ist im New Yorker Stadtteil Brooklyn ansässig und beschäftigt sich mit „Innovation in angewandter Forschung, Materialversuchen und Großkonstruktionen verschrieben. SITU sucht und erforscht in unterschiedlichsten Disziplinen Möglichkeiten, sozial und kulturell relevante Arbeiten zu schaffen, die Neuland in Kunst, Architektur und Design betreten.“ www.synagoge-stommeln.de

Aktionen & Projekte

Bankleer: Die Irrenden

Karin Kasböck und Christoph Leitner arbeiten als Künstlerduo Bankleer zusammen; der Autor Heinz Schütz hatte die beiden 2012 in "Kunstforum international" vorgestellt. Ihr jüngstes Projekt in München realisieren sie ab dem 31. Mai 2016 zwölf Tage lang vor der Residenz und der Staatsoper. "Die Irrenden. Europäische Defigurationen" lautet der Titel ihrer zeitpolitischen und partizipativ angelegten Performance-Reihe. "Drei gigantische, sprechende Köpfe – Konterfeis von Angela Merkel, EZB-Chef Mario Draghi und historischen Widerstandskämpfern – stehen im Mittelpunkt der Aktion und Installation. Von Schauspielern besetzt und bewegt, irren die Skulpturen wie geköpfte Denkmäler ziellos über den großen Platz. Das Publikum wird Teil der mehrstündigen Performance, die Text- und Soundcollagen (Konzept: Patric Catani) über die unsichtbaren Zusammenhänge zwischen globalen Finanz- und Migrationsströmen auf die Straße bringt. bankleer mobilisieren auf subtile, sehr physische Weise gegen die Logik einer Politik, die von einem Skandal in die nächste Krise stolpernd, immer weiter aus den Fugen zu geraten droht." (bis 12. Juni täglich 16 bis 20 Uhr bei trockenem Wetter).

Personalien

Laurie Anderson-Film im Kino

Laurie Anderson, amerikanische Performance-Künstlerin, drehte 2015 den Film „Heart of a dog“, in dem sie das Sterben ihrer Mutter, den Tod ihres Mannes Lou Reed 2013 und den ihres Hundes Lolabella thematisiert, dies vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung in den USA seit dem Anschlag vom 11. September 2001. Nach der Premiere bei den Filmfestspielen in Venedig kam der Film im Frühjahr 2016 nun auch in die deutschen Kinos. In London gab es eine Vorstellung nur mit Hunden im Publikum.

Preise

Auszeichnungen des Kölner Kulturrats

Dr. Hannelore Vogt, Direktorin der Stadtbibliothek Köln, wurde zur Kulturmanagerin des Jahres ernannt. Dr. Werner Jung, Direktor des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, wurde mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Der Kölner Kulturrat würdigt damit Persönlichkeiten, die „der Kölner Kultur bedeutende Impulse gegeben haben“. Im Kölner Kulturrat wirken die Fördervereine in der Stadt zusammen.

Museen & Institutionen

Rudolf Schlichter in Halle

Er war Kommunist und gläubiger Katholik, zeitweise anti-bürgerlich und dann ein eher konservativer Zivilisationskritiker mit geistiger Nähe zu Ernst Jünger: der Maler und Autor Rudolf Schlichter (18901955) durchlebte biografische Brüche und war als Vertreter der "Neuen Sachlichkeit" ein wichtiger Porträtist in den 1920er Jahren. Zu seinen bekanntesten Werken zählt ein Porträt von Bert Brecht. In seiner künstlerischen Frühzeit handelte er mit pornografischen Blättern, 1919 kam er nach Berlin, schloss sich dort den Dadaisten, der KPD und der Novembergruppe an. Seine erste Einzelausstellung 1920 in Berlin geriet zum Skandal wegen einer Soldatenpuppe, die zusammen mit einem Schweinskopf von der Decke hing. Schlichter, sein Galerist Otto Buchard und die Dadaisten George Grosz, John Heartfield und Wieland Herzfelde wurden wegen Beleidigung der Reichswehr strafrechtlich belangt. Nach 1925 durchlebte er eine innere Wandlung und veröffentlichte zwei Autobiografien als radikale Selbstabrechnung mit seinem früheren Leben. Das nächste Buch verboten die Nazis als zu pervers und zu pornografisch; 1935 schlossen sie ihn aus der Reichsschrifttumskammer und aus dem Reichsverband Deutscher Schriftsteller aus, 1938 auch aus der Reichskammer der bildenden Künste. Siebzehn seiner Bilder wurden aus Museen beschlagnahmt, Schlichter selbst kam wegen "unnationalsozialistischer Lebensführung" für drei Monate in Untersuchungshaft. In seiner Malerei widmete er sich nun vermehrt allegorichen Darstellungen und der Wiedergabe surrealistischer Motive. 1955 starb er in München an einer Nierenerkrankung. Eine Ausstellung über das Gesamtwerk Rudolf Schlichters ist nun vom Mittelrhein Museum Koblenz nach Halle zum Kunstverein Talstraße gewandert, wo sie noch bis zum 24. Juli 2016 läuft.

Aktionen & Projekte

Berlin:„Proche Banlieue“

Das „Studio im Hochhaus“ (Eigenschreibweise „studio im HOCHHAUS“) in Berlin-Lichtenberg ist Schauplatz der Ausstellung "Proche Banlieu" der Künstler Matthew Burbidge, Astrid Busch, Lena von Gödeke, Yuki Jungesblut, Ulrike Mohr, Daniel Silver. "Die Bandbreite der künstlerischen Praxis der fünf in Berlin arbeitenden Künstler_innen (der israelisch-britische Künstler Daniel Silver steuert eine bereits 2004 in Berlin entstandene Skulptur bei), die von performativen über installativen, skulpturalen bis hin zu medialen Techniken reicht, behandelt nicht nur facettenreich den Horizont des künstlerisch Möglichen, sondern auch die Frage nach einer Verortung Neu-Hohenschönhausens, im geografischen, sozialen und emotionalen Sinn..." Die Projekte beschäftigen sich generell mit "städtischen Rändern" und liefern "Neuinterpretationen der eigenen Umgebung". Laufzeit: 31. Mai bis 24. August 2016. Adresse: studio im HOCHHAUS, Bezirksamt Lichtenberg, Amt für Weiterbildung und Kultur, Zingster Straße 25, 13051 Berlin

Preise

Mecklenburgisches Austauschprogramm

Sim Eun Jung, Sunette Viljoen, Nika Neelova, Hyun Hyoun und Andreas Werner dürfen als Künstler aus dem Ausland dreimonatige Arbeitsaufenthalte im Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow verbringen (Oktober bis Dezember 2016). Für einmonatige Arbeitsaufenthalte in den Künstlerhäusern in VCCA (Virginia/USA), Salzamt in Linz (Österreich) und CAMAC bei Paris wählte die Jury im Gegenzug folgende Künstler aus Mecklenburg-Vorpommern aus: Juliana Laitzsch, Sylvester Antony und Ramona Schacht. Im nächsten Jahr soll dieses Austauschprogramm um Aufenthalte in Jerusalem (Israel) und Los Angeles (USA) erweitert werden.

Ausschreibungen

Gustav Weidanz-Preis

Die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle schreibt den Gustav-Weidanz-Preis für Bildhauerei aus, die „im weitesten Sinne figürlich“ ist. arbeiten, wobei die unterschiedlichsten Materialien zur Anwendung kommen können.Der Preis ist im Jahr 2016 mit 2.500 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 1. September 2016.Teilnahmeberechtigt sind junge Bildhauerinnen und Bildhauer, die ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland und das 35. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Bewerbungsunterlagen sind zu richten an: Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, University of Art and Design, Gustav-Weidanz-Stiftung, Neuwerk 7, 06108 Halle (Saale)

Galerien & Auktionshäuser

Neue Galerie in Düsseldorf

Dirk Geuer, Galerist und Grafikverleger, eröffnet eine neue Galerie „Geuer & Geuer Art“ an der Heinrich-Heine-Allee 19 in Düsseldorf. Zum Auftakt zeigt er dort derzeit Grafik von Günther Uecker. Zur offiziellen Eröffnungsvernissage am 17. Juni 2016 präsentiert er dann neue Grafik-Editionen des amerikanischen Künstlers und Filmemachers Julian Schnabel.

Preview

Düsseldorf: Planet B

„Wir werden leidenschaftliche Häuser bauen. Ein jeder wird in seiner eigenen Kathedrale wohnen“, hieß es im Jahre 1953 im „Formular für einen neuen Urbanismus“. Im Osten wollte man damals „Paläste für Arbeiter“ bauen, im Westen luftige Gartenstädte mit viel Grün. Das Ergebnis waren jedoch oft nur die tristen Trabantenstädte des Sozialen Wohnungsbaus. Wo wie werden wir in der Zukunft leben und wohnen, d.h. im 22. Jahrhundert? Die Ausstellung „Planet B – 100 Ideen für eine neue Welt“ präsentiert im NRW-Forum Düsseldorf vom 2. Juni bis 21. August 2016 „alternative Zukunftsentwürfe und eine Ausstellung als lebendigen Organismus... Dabei bildet das Ausstellungsprojekt die Ideen nicht nur ab, sondern realisiert sie auch, in der Ausstellung und im öffentlichen Raum. Planet B ist als Prozess, als ein lebendiger Organismus konzipiert, der sich weiterentwickelt – durch Partizipation der Besucher und kooperative Prozesse mit lokalen Künstlern und Institutionen. Kern der Ausstellung ist eine Forschungsstation, in der während der gesamten Laufzeit Künstler im Rahmen von Artist-in-Residence-Programmen leben und an ihren Utopien arbeiten.“ www.nrw-forum.de

Hochschulen

Künstlerischer „Bankraub“ in Mainz

Heiner Lekszas und Benedikt Nichell aus der Klasse Schwenk an der Kunsthochschule Mainz führten auf dem Jockel Fuchs-Platz der Stadt einen „Bankraub“ durch. Allerdings überfielen die beiden Bildhauereistudenten kein Geldinstitut, sondern entwendeten dort Sitzbänke und platzierten sie auf einem Sockel: „So ergibt sich für die Passanten ein neuer Ort zum Verweilen, der den Blick vom Rhein auf den Platz und darüber hinaus auf Mainz zurücklenkt. Der Sockel wird zum entschleunigten Podium für die Bühne des städtischen Treibens.“ www.kunsthochschule-mainz.de

Preise

Marion Ermer Preis

Manaf Halbouni, Marian Luft, Katharina Schilling und Thomas Taube wurde der diesjährige Marion Ermer-Preis zugesprochen. Die Marion Ermer-Stiftung fördert mit der Preisvergabe junge Künstler bis 35 Jahre aus Ostdeutschland und kooperiert dabei mit regionalen Hochschulen und Instituten, in diesem Jahr eestmnals mit dem Museum der bildenden Künste Leipzig. Dort wird auch die Preisverleihung am 2. Dezember 2016 vorgenommen.

Ausschreibungen

Wettbewerb "Biere und Tiere"

Der  NRVK - Neuer Ravensburger Kunstverein e.V. braut zum Ravensburger Rutenfest und aus Anlass zum 500 jährigen Jubiläum des Deutschen Reinheitsgebots sein eigenes Bier. Dazu ist ein Gestaltungswettbewerb für Bieretiketten ausgelobt. Thema: "Bier und Tiere" (weil in historischen Brauereiwappen oft Tiere wie Löwe, Adler oder Ochse auftauchen). Abgabeschluss ist der 12. Juni 2016. Der Preis wird in Naturalien vergeben: 100 Liter Bier für den Sieger, je 10 Liter Bier für die Plätze zwei bis zehn. Wettbewerbsbeiträge werden nur digital entgegengenommen als .jpg, .pdf, oder .tiff, Format A4, 300 dpi (max 10 MB). Einsendungen nur per Email unter biereundtiere@nrvk.de

Galerien & Auktionshäuser

Sotheby's-Auktionen

Sotheby's veranstaltet Auktionen mit zeitgenössischer Kunst am 7. Juni 2016 in Paris und am 28. Juni (Abendauktion) sowie am 29. Juni 2016 in London. www.sothebys.com

Museen & Institutionen

Hannover: Stellung nehmen

2016 feiert die kestnergesellschaft Hannover ihr 100-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum zeigt sie bis zum 21. August 2016 die Gruppenausstellung „Stellung nehmen“. Sie präsentiert Exponate, „welche der Rolle der Betrachter ein besonderes Gewicht verleihen und die Betrachter dazu provozieren, selbst Stellung zu nehmen - gegenüber dem Kunstwerk, den Künstlern oder der Kunst selbst.“ Damit rekurriert die kestnergesellschaft auch die Geschichte ihrer Institution, wobei sie „auch politisch und gesellschaftlich auf eine außergewöhnliche wie einmalige Geschichte zurückblicken“ kann: „Denn die kestnergesellschaft hat während der Zeit des Nationalsozialismus weder die Moderne verraten noch ihren damaligen jüdischen Direktor Justus Bier. Über drei Jahre hinweg nahm der Vorstand große persönliche Risiken auf sich, um ihren Direktor vor Repressalien zu schützen. Bier gelang es, in die USA zu fliehen, die kestnergesellschaft wiederum, die programmatisch nicht einlenkte, wurde 1936 zwangsgeschlossen.“ Künstlerliste: Joseph Beuys, Marlene Dumas, Christian Falsnaes, Martin Kippenberger, Christian Philipp Müller, Ahmet Ögüt, Britta Thie, Franz Erhard Walther. www.kestnergesellschaft.de

Aktionen & Projekte

Goodbye Wittgenstein

Der Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889-1951) gilt als Begründer der Analytischen Sprachphilosophie. Sein Hauptwerk „Tractatus logicus philosophicus“ veröffentlichte er 1921. Posthum erschienen zwei Jahre nach seinem Tod als zweites wichtiges Werk 1953 die „Philosophischen Untersuchungen“. In Linz/Österreich hatte er von 1903 bis 1906 die Realschule besucht – es war übrigens dieselbe Lehranstalt, an der bis 1902 auch Adolf Hitler Schüler war. Seine beruflichen Anfänge führten ihn 1908 als Flugzeugingenieur nach Manchester und 1911 nach Cambridge zum Studium bei dem Mathematiker und Logiker Bertrand Russell. Dass Wittgenstein homosexuell war, machte sein Biograf William Warren Bertley 1973 öffentlich bekannt. Das österreichische Kunstkollektiv qujOchÖ nimmt „die romantische Liebesbeziehung von Ludwig Wittgenstein mit seinem jungen Freund David Hume Pinsent und die 1913 großteils in Birmingham entstandenen 'Notes on Logic' als Vorläufer des Tractatus Logico Philosophicus, zum Ausgangspunkt für eine Serie von Arbeiten im öffentlichen Raum“. Dabei verweben die Künstler auf den Spuren des Philosophen in Linz und in Birmingham reale und fiktive Geschichten, „um Wittgenstein zu neuem Leben zu erwecken“. Ihr Projekt „Goodbye Wittgenstein. On the trail in Linz and Birmingham“ realisieren sie zwischen dem 25. Juli und dem 7. August 2016 in Birmingham auf Einladung des dortigen A3 Project Space und BOM-Birmingham Open Media. Dort stellen sie ihre Arbeit vor und nehmen auch am monatlich stattfindenden Kunstfestival „Digbeth First Friday“ teil. Im Gegenzug verbringen dann als zweiten Teil eines Austauschprojekts zwischen Linz und Birmingham die fünf britischen Künstler Pete Ashton, Mike Johnston, Trevor Pitt, Emily Warner und Clare Thornton einen vierwöchigen Aufenthalt im Atelierhaus Salzamt Linz. www.britishwittgensteinsociety.org/wittgenstein-linz-birmingham-art-project

Aktionen & Projekte

Ruhrtriennale

„Seid umschlungen“ lautet das aktuelle Motto der Ruhrtriennale, die vom 12. August bis 24. September 2016 bringt rund 32 Produktionen bietet, davon 23 Eigen- und Koproduktionen und 20 Weltpremieren. Die Theateraufführungen, Installationen und Konzerte reichen von einer Neuinszenierung der Barock-Oper „Alceste“ von Willibald Gluck bis zu Julian Rosefeldts Installation „Manifesto“ und einem Kunstdorf des Atelier van Lieshout unter dem Titel „The good, the bad, the ugly“. Eine Entdeckungsreise der etwas anderen Art erarbeitet das Künstlerkollektiv Rimini Protokoll mit „Trucks Tracks Ruhr #3“ (ab 12.8. 20916 auf den Straßen Duisburgs), einer Produktion von Urbane Künste Ruhr zwischen Roadmovie und Theaterstück. Ein weiterer Beitrag von Urbane Künste Ruhr setzt sich unter dem Titel „well,come“ mit dem urbanen Alltag auseinander. Bei „Earth Diver“ (Uraufführung am 21.9. 2016) treffen alte und neue Chormusik auf Literatur und Film. Thema ist der Umgang des Menschen mit der globalen Krise. Konzipiert und inszeniert wird die Musiktheaterkreation von Wouter van Looy, die musikalische Leitung von ChorWerk Ruhr hat Florian Helgath.

Biennalen

Goldener Löwe für Spanien

Bei der diesjährigen Architekturbiennale von Venedig (noch bis 27. Nov. 2016) wurde der spanische Länderpavillon in den Giardin mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Die beiden Ausstellungskommissare und Kuratoren Iñaqui Carnicero und Carlos Quintans haben zum Thema „Unfinished” eine Auswahl aus der zeitgenössischen spanischen Architekturszene zusammen gestellt, deren Ünberzeugungskraft vor allem darin läge, wie „Kreativität und Engagement Materialzwänge” überwinden könnten. Ebenfalls einen Goldenen Löwen bekam als bester Teilnehmer der internationalen Ausstellung das Büro Gabinete de Arquitectura aus Paraguay zugesprochen. Ein Silberner Löwe ging an Kunlé Adeyemi (Nlé) aus Nigeria als bester junger Teilnehmer. An der Architekturbiennale beteiligen sich mehr als 60 Länder. www.labiennale.org

Hochschulen

Basel: Poesie des Realen

Mit dem Symposium „Poetry of the Real: Conversations on Arts Research" bietet die Baseler Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW im Kontext der Kunstmesse Art Basel ein Programm an,"das die einer Kunsthochschule immanente Perspektive des Neuen verhandelt. Gleichzeitig macht die Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW die Entwicklung ästhetischer Praktiken sowie eine neue Generation ästhetischen Denkens und Handelns sichtbar." Unter "Poetry of the Real" verstehen die Initiatoren des Symposions "ein künstlerisch-gestalterisches Schaffen, das aus der Begegnung mit erlebter Realität erwächst und sich mit dieser experimentell auseinandersetzt. Kennzeichnend hierfür ist das Hervorbringen von künstlerisch-gestalterischen Synthesen oder Artefakten, die ihre Wirkung durch einen kollektiv verhandelbaren Ausdruck der sinnlichen Erfahrung entfalten.". Termin: Mittwoch, 15. Juni 2016, ab 9 Uhr in der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Hochhaus, Aula, u.a. mit Corina Caduff, Francesco Erspamer, Susanna Hertrich, Mikhail Karikis, Pierluigi Sacco, Bernd Scherer und Maxa Zoller. Neben dieser Hauptveranstaltung auf dem Campus der Künste wird die Hochschule das Thema auf der Art Basel im Rahmen des Art Basel Talks Program am Samstag, 18. Juni 2016, zwischen 13.00 und 14.00 Uhr öffentlich diskutieren. www.campusderkuenste.ch

Kulturpolitik

Abgeordneter schlägt Kunstankauf-Fonds vor

Rüdiger Kruse, Hamburger Bundestagsabgeordneter und Haushaltsexperte der CDU, will im Herbst 2016 in die Haushaltsberatungen für das kommende Jahr den Vorschlag zur Gründung eines neuen Fonds einbringen. Dieser soll organisatorisch an die Kulturstiftung der Länder angebunden sein und den öffentlichen Ankauf von Kunst ermöglichen. „Die Museen haben heute kaum noch Geld, um selbst Werke zu erwerben“, sagte Kruse zur Begründung. So solle der Fonds mit 100 bis 200 Mill. Euro ausgestattet werden, um z.B. „rasch und flexibel reagieren“ zu können, wenn sich etwa ein Sammler von einem wichtigen Werk trennen will“. Angesichts eines Bundeshaushalts von 300 Milliarden Euro hält Kruse seinen Vorschlag für durchaus praktikabel.

Preview

Baselitz: „Helden“-Bilder im Frankfurter Städel

In den 1960er Jahren schuf Georg Baselitz seine Serie „Helden“. Fünfzug Jahre nach ihrer Entstehung präsentiert das Städel Museum Frankfurt die gesamte Werkreihe mit 70 Gemälden und Arbeiten auf Papier nun in einer Sonderausstellung (30. Juni bis 23. Oktober 2016). Die dargestellten Personen sind „zerschlissene Soldaten, resignierte Maler, denen ihr latentes Scheitern ebenso eingeschrieben ist wie ihre ungewisse Zukunft. Die inhaltliche Brüchigkeit und Widersprüchlichkeit der „Helden“ findet ihr Äquivalent im Formalen. Die stets mittig frontal gegebene und klar konturierte Figur kontrastiert mit der Wildheit der Farbwahl und Heftigkeit der Malweise.“ www.staedelmuseum.de

Preview

Michel Landy in Basel

Unter dem Titel „Out of order“ widmet das Museum Tinguely Basel dem Installationskünstler Michael Landy eine retrospektive Einzelausstellung vom 8. Juni bis zum 25. September 2016. Landy gehörte in den 1990er Jahren zu den „Young British Artists“ und wurde 2001 einem größeren Publikum mit der Aktion „Break down“ bekannt: „Er inventarisierte in einem Ladenlokal in London sämtliche Gegenstände, die ihm zu diesem Zeitpunkt gehörten, um sie anschliessend in einem  geregelten Prozess zu zerstören.“ www.tinguely.ch

Personalien

Anti-Trump-Nackt-Performance

Spencer Tunik, amerikanischer Fotograf, machte sich einen Namen durch seine performativen Installationen mit nackten Menschen im öffentlichen Raum. Er selbst begreift diese Inszenierungen nicht als Abwandlung der klassischen Aktfotografie, sondern als „Landschaftsskulpturen“. Im Juli 2016 kommen in Cleveland/Ohio die Delegierten des Parteitags der Republikaner in den Genuss einer solchen Installation: „Everything She Says Means Everything“ heißt die Aktion, bei der einhundert unbekleidete Frauen große Spiegel tragen, um den „Himmel über Cleveland zum Leuchten“ zu bringen. Geplant hat der Fotograf sein Projekt schon lange vor Donald Trumps Bewerbung um die US-Präsidentschaftskandidatur, nun aber versteht Spencer Tunik seine Aktion ausdrücklich auch als Protest gegen die sexistischen Äusserungen Trumps in dessen Wahlkampfauftritten. In einem Zeitungsinterview erklärte Tunik, er wolle, dass seine Töchter in einer fortschrittlichen Welt aufwachsen, in der es „Gleichberechtigung, gleiche Bezahlung und eine bessere Behandlung von Frauen“ gäbe. www.spencertunick.com

Museen & Institutionen

Positionen zur Zukunft der Fotografie

Bis zum 21. August 2016 zeigt der Hamburger Kunstverein die Ausstellung VI x VI Positionen zur Zukunft der Fotografie in der Landesgalerie Linz (Oberösterreich), die 2015 zur Triennale der Photographie im Kunstverein eröffnet wurde. Bettina Steinbrügge und Amelie Zadeh haben eine Ausstellung kuratiert, die "die Relevanz des Fotografischen innerhalb zeitgenössischer Bilddiskurse" thematisiert. "In sechs Kapiteln werden verschiedene Möglichkeitsräume gezeigt, um das eigene Denken über das Fotografische zu überprüfen und neu zu formulieren". Künstlerliste: Peggy Buth, Charlotte Dualé, Harun Farocki, Abrie Fourie, Anne Hardy, Inga Kerber, Philipp König, Susanne Kriemann, Michael Part, Josephine Pryde, Clunie Reid, Max Schaffer, Dirk Stewen, Una Szeemann & Bohdan Stehlik, Toilet Paper Magazine, Tris Vonna-Michell, Lidwien van de Ven. www.landesmuseum.at

Aktionen & Projekte

Shoah & Pin-ups: Der NO!-Artist Boris Lurie

Der Film "Shoah & Pin-ups" erzählt von einem Tabubruch, den der New Yorker NO!-Artist Boris Lurie begeht. "Er bringt in seiner Kunst zusammen, was nicht zusammen gehören darf: Die Vergasten und die Nackten, die Shoah und die Pin-ups. Keine perverse Kunst, sondern Ausdruck einer perversen Gesellschaft, findet Lurie, und spannt einen Bogen vom Holocaust zum Irak-Krieg. Dabei hätte er gerne Angenehmes gemalt so wie die Impressionisten. Aber etwas hat ihn immer daran gehindert. Diesem »Etwas« gilt die filmische Spurensuche." Der Film wird am 6. Juni 2016 im Jüdischen Museum Berlin gezeigt. Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit, mit den Filmemachern Reinhild Dettmer-Finke und Matthias Reichelt ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung über Boris Lurie dort läuft noch bis zum 31. Juli 2016.

Kulturpolitik

Moskau: Beutekunst-Skulpturen entdeckt

Deutschlandradio Kultur berichtete, im Staatlichen Museum für Bildende Künste A. S. Puschkin Moskau seien 59 bislang verloren geglaubte Skulpturen aus der Sammlung des Berliner Kaiser-Friedrich-Museums (heute Bode-Museum) entdeckt worden. Es handelt sich um Werke von italienischen Künstlern der Gotik und der Renaissance wie Donatello, Lucca della Robbia und Giovanni Pisano. Im Zweiten Weltkrieg hatte man diese Werke in einen Flakbunker ausgelagert; nach Kriegsende 1945 gelangten sie dann nach Moskau. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin und das Puschkin-Kunstmuseum in Moskau versuchen, in einem gemeinsamen Kooperationsprojekt den Verbleib möglicher Beutekunst aus Kriegszeiten zu klären. Vermutlich werden rund 1 Million Kunstwerke noch immer als „Beutekunst“ in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion gehortet. Verhandlungen über eine mögliche Rückgabe oder zumindest gemeinsame kunsthistorische Betreuung erwiesen sich in der Vergangenheit immer als schwierig, weil Russland diese Kunstwerke als Entschädigung für eigene Kriegsverluste betrachtet. Die derzeitige eher frostige Atmosphäre zwischen Russland und dem Westen macht solche Verhandlungen nicht einfacher. Russland hatte erst 1992 die Geheimhaltungsbestimmungen über den Verbleib „kriegsbedingt verbrachter Kulturgüter“ aufgehoben; gegen den Widerstand des damaligen Präsidenten Boris Jelzin hatte das Parlament Duma mehrfach diese Beutekunst als „ständiges Eigentum Russlands“ deklariert. 2013 eröffneten Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam in St. Petersburg eine Ausstellung mit 600 solcher Kunstschätze aus Deutschland. Auf Merkels Forderung, die Exponate sollten „wieder zurück nach Deutschland kommen“, entgegnete Putin damals: „Was macht es einem ganz normalen Bürger aus, wo die Kulturgüter zu sehen sind...“ Der Deutsche Museumsbund stellt allerdings fest, dass im Zweiten Weltkrieg sowohl Hitler-Deutschland als auch die Sowjetunion den Bestimmungen der Haager Landkriegsordnung von 1907 zuwider handelten: „Mit Artikel 46, Absatz 2, und Artikel 56 wird das Verbot der Wegnahme von Kulturgütern in kriegerischen Auseinandersetzungen oder in der unmittelbaren Folge hieraus in einem multilateralen Vertragswerk festgehalten. Dies etablierte sich seitdem als Völkergewohnheitsrecht. Hiernach nicht zulässig sind Einziehungen von Kulturgegenständen, die als Reparationsleistungen verstanden werden. Ebenso ist eine Aneignung, die zum Schutz der Kulturgüter dient und dann in den eigenen Museen zur Ausstellung gelangt, nicht gesetzeskonform.“

Messen & Märkte

Berliner Liste: Bewerbung läuft

Die 13. Ausgabe der BERLINER LISTE findet erneut parallel zur Berlin Art Week vom 15. bis 18. September 2016 im Kraftwerk Berlin statt. Zugelassen weden etwa 120-120 Galerien. Die Ausstellungsfläche beträgt insgesmat 4.000 qm. Aufstrebende Galerien, Projekträume und Künstler sind herzlich eingeladen sich bis zum 30. Juni zu bewerben. Infos und Kontakt: www.berliner-liste.org

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Painting 2.0 in Wien

Im Mumok Wien geht die Ausstellung „Painting 2.0: Malerei im Informationszeitalter“ der Frage nach, wie sich die Malerei seit den 1960er Jahren in einer Wechselbeziehung zu den neuen Informationstechnologien entwickelt hat: „Sie zeichnet nach, wie sich bereits seit dem Beginn des Informationszeitalters in den 1960er-Jahren die fortschrittlichsten Ansätze der Malerei in produktiver Reibung mit der Massenkultur und ihren medialen Bedingungen entwickeln. Vom Aufkommen des Fernsehens bis zur sogenannten Internetrevolution ist es der Malerei stets gelungen, jene Mechanismen zu integrieren, die ihren Tod zu bedeuten schienen.“ Laufzeit: 3. Juni bis 6. November 2016. www.mumok.at

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Stuttgart: Sound in motion

Die Ausstellungsreihe "Sound in Motion" widmet sich im Kunstmuseum Stuttgart den Wechselwirkungen von Kunst und Musik aus der Perspektive zeitgenössischer Video- und Performancekunst. Auf dem Programm stehen jetzt zwei Videoarbeiten von Ragnar Kjartansson. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Kjartansson, der in Reykjavík und Stockholm Malerei studierte, als Videokünstler, Performer, Theatermacher und Musiker erfolgreich. "Mercy" (2004. Laufzeit in Stuttgart 27. Mai – 19. Juni 2016) ist eine frühe, einstündige Videoarbeit. Der Sänger agiert allein auf der Bühne mit akustischer Gitarre vor einem roten Samtvorhang stehend und in einen weißen Blazer gekleidet. Er singt immer wieder die Liedzeile "Oh, why do I keep on hurting you?" Die zweite Arbeit, "The Man" (2010, Laufzeit 27. Mai – 19. Juni 2016 ) „ist ein berührendes Porträt der Mississippi-Blues-Legende Pinetop Perkins, entstanden nur wenige Monate vor dessen Tod... Mit der Szenerie des Filmsets am Stadtrand von Perkins Wohnort Austin, Texas, bezieht sich Ragnar Kjartansson auf das berühmte Bild "Christina’s World" des US-amerikanischen Malers Andrew Wyeth von 1948: ein flacher, weitläufiger Hang, ein Holzhaus am Horizont, an Stelle des Mädchens, das zum Haus kriecht, der afroamerikanische Musiker an seinem Klavier...“ www.kunstmuseum-stuttgart.de.

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