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Messen & Märkte

Miami: Messerstecherin abgeschoben

Die 24jährige chinesische Architekturstudentin, die auf der letzten Art Basel Miami Beach eine andere Besucherin mit dem Messer angegriffen und niedergestochen hat, wurde von den US-Behörden nach China abgeschoben. Sie erhielt lebenslanges Wiedereinreiseverbot in die USA. In China wohnt sie nun bei ihren Eltern und setzt die in den USA begonnene psychiatrische Behandlung fort.

Museen & Institutionen

Neuss: Stadtrat lehnt Schenkung ab

Clemens Sels Museum Neuss, Fotoquelle: Wikipedia/Rolf Cosar

Ein Mäzen wollte dem Neusser Clemens Sels-Museum eine Sammlung mit 600 Werken des Symbolismus und Jugendstil im Wert von 35 Mill. Euro schenken. Allerdings war die Gabe an die Bedingung geknüpft, die Stadt Neuss müsse dann für einen Erweiterungsbau des Museums sorgen. Dieser hätte 12 Mill. Euro gekostet. Angesichts der angespannten Finanzlage lehnte der Rat der Stadt Neuss die Schenkung mit knapper Mehrheit ab.

Hochschulen

Düsseldorf: Frühjahrsausstellung

Katharina Sieverding, Foto: Klaus Mettig, Copyright: VG Bildkunst Bonn

Die aktuelle Frühjahrsausstellung an der Düsseldorfer Akademie-Galerie mit Arbeiten von Katharina Sieverding läuft vom 15. April bis zum 26. Juni 2016. Sie von 1964 bis 1972 an der Kunstakademie Düsseldorf zunächst Bühnenbild bei Theo Otto und anschließend in der Klasse von Joseph Beuys, wo sie ab 1967 „ihre pionierhafte Praxis der Fotografie, der Emanzipation der Rolle der Künstlerin, der Medienreflexion und des politischen Engagements als Künstlerin begann. Die dreifache Documenta-Teilnehmerin eröffnete mit ihrer Ausstellung im Museum Folkwang 1975 das Zeitalter der großformatigen Fotokunst.“ Die Akademie-Galerie ist in der ehemaligen Kunstgewerbeschule am Burgplatz unter gebracht und versteht sich als Ort der „Selbstreflexion und Selbsterfahrung“. Im Mittelpunkt stehen Ausstellungen von Arbeiten der Professoren. Die Akademie-Galerie verfügt zudem über ein Archiv, das Nachlässe aufnimmt und Informationen und Publikationen zu den Lehrerinnen und Lehrern des Hauses sammelt. Nähere Infos s. www.kunstakademie-duesseldorf.de

Galerien & Auktionshäuser

Auktionen: Umsatz 2015 rückläufig

Die französische Online-Datenbank „Artprice“ analysiert jährlich die Entwicklung auf dem Kunstmarkt und stellt für 2015 zehn Prozent weniger Umsatz bei den Auktionshäusern fest. Weltweit wurden 16 Milliarden Dollar umgesetzt, davon 11,2 Milliarden bei Versteigerungen im Westen. Damit erweisen sich die USA seit 2010 zum ersten Mal wieder als umsatzstärker gegenüber dem chinesischen Kunsthandel. Über eine Nachfrage nach Spitzenwerken brauche sich Galeristen und Versteigerer nicht zu beklagen, denn laut „Artprice“ eröffnen pro Jahr weltweit 700 neue Museen. Aus Gründen der Imagepflege und im Wettbewerb mit der musealen Konkurrenz kaufen diese aber nur Top-Kunst an – das treibt die Preise für einzelne Künstler wie Pablo Picasso, Amedeo Modigliani oder Alberto Giacometti in die Höhe, aber auch für lebende Künstler wie Gerhard Richter, von dem ein abstraktes Bild für 46 Mill. Dollar unter den Hammer kam. Zu den finanziell einträglichsten deutschen Künstlern zählten im vergangenen Jahr ansonsten Sigmar Polke, von dem eine Arbeit für 27 Mill. Dollar bei Sotheby's versteigert wurde, und Martin Kippenberger, mit dessen Werken die Versteigerer insgesamt 40 Mill. Dollar Umsatz machten. Der deutsche Auktionsmarkt hat am weltweiten Kuchen einen Anteil von 9 Prozent mit 257 Mill. Dollar Umsatz in den Auktionshäusern zwischen Berlin, Köln und München. Nach den USA, China, Großbritannien und Frankreich liegt damit Deutschland mit seinem Marktanteil an fünfter Stelle.

Personalien

Wien: Neuer Chefkurator am 21er Haus

21er Haus in Wien, Fotoquelle: Wikipedia/Alfred Weidinger

Harald Krejci ist neuer Chefkurator des 21er Hauses in Wien. Es gehört zur Österreichischen Galerie Belvedere, wo Krejci bereits seit 2009 als Kurator für die Kunst der Zwischen- und Nachkriegszeit bis 1960 sowie die österreichische Exilkunst des 20. Jahrhunderts zuständig war. Zu seiner künftigen Programmpolitik am 21er Haus sagte Krejci, es solle „ein Ort der Auseinandersetzung sein, an dem das Blickle Videoarchiv, das Blickle Kino, die Ausstellungen und performative Positionen zusammengedacht werden.“ www.21erhaus.at

Preise

Internationaler Bergischer Kunstpreis

David Czupryn, PaleNeonPlastics, Radio, Marble etc., 2015, Foto: D. Czupryn

David Czupryn empfängt in diesem Jahr den Internationalen Bergischen Kunstpreis der National-Bank AG (5.000 Euro). Die Verleihung findet im Kunstmuseum Solingen statt. Dort findet auch die „Internationale Bergische Kunstausstellung“ statt, aus deren Teilnehmerkreis der Träger des Publikumspreises (1.500 Euro) ermittelt wird. Der Publikumspreis wird von der Stadtsoparkasse Solingen gestiftet zbd zum Ausstellungsende am 23. Oktober 2016 verliehen. Der Preisträger Czupryn betreibt eine surreal anmutende Ölmalerei.

Kulturpolitik

Zensur in Berlin-Köpenick

Vorauseilender Gehorsam bzw. eine Schere im Kopf erfasste die Verantwortlichen im Rathaus Berlin-Köpenick: aus einer Ausstellung von Berliner Fotografen Clubs wurden zwei Aktaufnahmen entfernt. Begründung des zuständigen Kulturamts: „In das Rathaus kämen viele Menschen mit Migrationshintergrund, deren religiöse Gefühle durch die Aktfotos nicht verletzt werden sollten“, so zitierte „Die Welt“. Mitarbeiter und Bürger hätten sich „an den Abbildungen nackter Frauen gestört“. Andere Ausstellungsbesucher hingegen witterten Zensur, und aus Protest und Solidarität mit den Betroffenen hingen Mitglieder diverser Fotografenclubs ihre Bilder auch ab.

Aktionen & Projekte

Der „Wiener Kreis“ im ZKM Karlsruhe

Eingangstür des Mathematischen Seminars der Universität Wien, Boltzmanngasse. Treffpunkt des Wiener Kreises. Fotoquelle: Wikipedia/Institute Vienna Circle

In den 1920er Jahren gründeten der Philosoph Moritz Schlick, der Sozialreformer Otto Neurath und der Mathematiker Hans Hahn den „Wiener Kreis“. Seine Mitglieder propagierten einen „logischen Empirismus“ in Allehnung an die positivistische Wissenschaftstheorie. Sie trafen sich wöchentlich zum Gedankenaustausch; auch der Philosoph Ludwig Wittgenstein gesellte sich zu ihnen – seine Sprachphilosophie vertritt die Grundlinie, dass wissenschaftliches Denken auf empirisch-rationalem Handeln beruhen und einem Exaktheitsideal folgen müsse. Auch der Philosoph Karl Popper und der Mitbegründer der Spieltheorie Oskar Morgenstern bezogen wichtige Anregungen aus den Diskussionen im Wiener Kreis. Zum Abschluss der „Globale-Reihe“ kuratieren der Mathematiker Karl Sigmund und der Wissenschaftshistoriker Friedrich Stadler von der Universität Wien für das ZKM Karlsruhe die Ausstellung „Der Wiener Kreis – Exaktes Denken am Rand des Untergangs“. Es handelt sich dabei um eine reduzierte Version der Ausstellung, die 2015 für die Feiern zum 650-Jahre-Jubiläum der Universität Wien 2015 konzipiert wurde. Im ZKM Karlsruhe ist die Ausstellung bis zum 21. August 2016 zu sehen. www.zkm.de

Ausschreibungen

Projektförderung

Im Herbst 2016 vergibt die Karin Abt-Straubinger Stiftung wieder Fördergelder für künstlerische Projekte. Es geht bei diesem Programm um die Realisierung von Kunstwerken und Kunstaktionen. Publikationen oder retrospektive Werkausstellungen werden nicht gefördert. Aus organisatorischen Gründen ist es sinnvoll, wenn die Projekte ab Februar 2017 beginnen. Die Einreichfrist endet am 6. Juli 2016. Antragformulare und Infos unter: www.karin-abt-straubinger-stiftung.de

Ausschreibungen

Menschenräume

Anlässlich der Veranstaktungreihe „Kölner Photoszene“ lobt der lokale Künstlerverein 68elf einen Wettbewerb für eine Fotoausstellung „Menschenräume“ aus. Die Ausstellung findet vom 23. bis zum 25. September 2016 in Räumen des Freiluftateliers des Bildhauers Odo Rumpf („Odonien“) statt. Deadline ist der 29. Mai 2016. Die Bewerbungen können hochgeladen werden unter www.68elf.de/ausschreibungen/  

Ausschreibungen

Schüler-Workshop in Dresden

Die HfBK Dresden ruft Schüler ab 16 Jahren zu einem Wettbewerb auf. Die Gewinner können an einem DresdenArt Workshop teilnehmen, der ihnen einen „Einblick in den Alltag des Kunststudiums“ an einer Hochschule bietet. Bewerbungsschluss ist der 19. August 2016. Infos: www.hfbk-dresden.de/studium/bewerbung/d-art/d-art-details/

Preview

Düren: Artists' Painters

PIERRE ALECHINSKY 1965, Fotoquelle: Wikipedia/Erling Mandelmann

Ab dem 12. Juni 2016 stellt das Leopold Hoesch Musuem Düren unter dem Titel „Artists' Painters“ Werke internationaler Künstler vor, „für die das Rheinland in den 1980ern einen signifikanten Standort darstellte“. Die Werke von Cora Chohen, Greg Kwiatek und Chris Newman stammen aus der Kölner Privatsammlung Dirk Schroeder. Dazu zählen auch Gemälde und Papierarbeiten des CoBrA Künstlers Pierre Alechinsky. www.leopoldhoeschmuseum.de

Ausschreibungen

Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Der diesjährige Kunstwettbewerb der Bundeswehr steht unter dem Thema „Akzeptiert.Integriert.Respektiert“. Die Anfangsbuchstaben dieser drei Begriffe ergeben das Wort„AIR“. Teilnehmen können alle aktiven Soldaten und Zuivilbedienstete der Bundeswehr. Preisgelder: 700/500/400/200 Euro sowie 5 mal 100 Euro. Deadline ist der 30. Juni 2016. Infos: www.kunstbw.de/13-kunstwettbewerb-der-bundeswehr-2016/

Personalien

Marion Ackermann geht nach Dresden

Marion Ackermann, Foto: Copyright Sebastian Drüen

Marion Ackermann wechselt am 1. November 2016 von der Düsseldorfer NRW-Kunstsammlung nach Dresden und wird dort Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Ihr Vorgänger dort, Hartwig Fischer, leitet seit April 2016 das British Museum in London. In Dresden hat Ackermann dann die Verantwortung über einen Verbund von 15 Museen und Institutionen.

Galerien & Auktionshäuser

Berlin: Gallery Weekend

Das Gallery Weekend Berlin präsentiert vom 29. April bis 1. Mai 2016 zum zwölften Mal Ausstellungen in 54 Berliner Galerien. Das Gallery Weekend Berlin zieht für drei Tage Sammlern, Kuratoren und Kunstliebhabern aus aller Welt in die Stadt. Rund 1.200 geladene nationale und internationale Sammler, Kuratoren und Vertreter von Museen und Institutionen und um die 20.000 Kunstinteressierte besuchen die Ausstellungen jedes Jahr. So zeigt z.B. die Galerie Crone Hanne Darboven und die Galerie Eigen + Art Carsten Nicolai. Die Galerie Michael Fuchs Tomi Ungerer und die Galerie Esther Schipper Tomás Saraceno- insgesamt eine bunte Mischung aus etablierten Künstlernamen und Positionen, die man neu entdecken kann. Die Ausstellungseröffnungen finden in allen teilnehmenden Galerie gemeinsam am Freitag, den 29. April 2016 von 18 – 21 Uhr statt. Am Samstag, den 30. April, und Sonntag, den 1. Mai, sind die Galerien von 11 bis 19 Uhr geöffnet.www.gallery-weekend-berlin.de

Museen & Institutionen

Umbo-Nachlass angekauft

Umbo, Porträt Clown Grock, aus der Serie „Clown Grock“, 1928/29, Sprengel Museum Hannover, © Phyllis Umbehr / Galerie Kicken Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Wie mit nationalem Kulturgut umgegangen wird, und wie schwierig das ist, macht der aktuelle Streit um eine Novelle des Kulturgutschutzgesetzes deutlich. Geklagt wird allenthalben über eine mögliche Behinderung für Privatsammler, Kunstwerke ins Ausland verkaufen zu wollen und nicht allein schon durch die verschärften rechtlichen Rahmenbedingungen von vorneherein einen Werteverlust hinnehmen zu müssen; die Galeristen protestieren seit Wochen. Doch es geht auch anders: der Fotogalerist Rudolf Kicken hatte sich schon sehr früh dafür eingesetzt, den Nachlass des Bauhausfotografen Otto Maximilian Umbehr, genannt Umbo (1912-1980) vollständig zusammen zu halten, denn ohne Zweifel zählt das Werk dieses Fotografen, der von 1921 bis 1923 am Weimarer Bauhaus studierte, zum nationalen Kulturgut. Nach langwierigen Verhandlungen mit den Erben konnten die Berlinische Galerie, das Sprengel Museum Hannover und die Stiftung Bauhaus Dessau jetzt 600 Originalabzüge erwerben, die insofern einzigartig und unwiederbringlich sind, weil Umbos Negativ-Archiv im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Die drei Institutionen wollen das Werk Umbos nun wissenschaftlich erschließen und ab 2019 zum Bauhaus-Jubiläum in einer Ausstellungsreihe der Öffentlichkeit vorstellen. Weniger erfreulich sieht derzeit hin gegen die Entwicklung da aus, wo man zunehmend dazu neigt, das Tafelsilber aus Sammlungen in öffentlich-rechtlichem Kunstbesitz auf dem Kunstmarkt zu verschleudern, wie es z.B. derzeit der Sender WDR vorhat. Inwieweit es gelingt, die Sammlung der ehedem landeseigenen WestLB/Portigon durch eine landeseigene Stiftung aufzukaufen und im Land zu halten, muss abgewartet werden. Der Wert der wichtigsten Teile der Sammlung wird auf 30 Mill. Euro geschätzt.

Personalien

Markus Lüpertz: 75. Geburtstag

Markus Lüpertz, Fotoquelle: Wikipedia/Hans Weingartz

Markus Lüpertz wurde 75 Jahre alt. 1948 musste seine Familie aus Böhmen ins Rheinland fliehen, wo Lüpertz in Krefeld aufwuchs. An der Düsseldorfer Kunstakademie war er ab 1986 Professor und von 1988 bis 2009 Rektor. Zu seinem Geburtstag gibt es zwei Ausstellungen: Die Werkschau „Lüpertz. Kunst, die im Wege steht“ ist bis zum 29. Mai 2016 im Museum Küppersmühle Duisburg zu sehen. Bis zum 18. Dezember 2016 läuft im Deutschen Glasmalerei Museum Linnich die Ausstellung „Markus Lüpertz wird 75. Ein Geschenk für das Rheinland“.

Aktionen & Projekte

HeimWeh

HeimWeh, Illustration zur Presseankündigung

Vom 1. Mai bis zum 19. Juni 2016 bilden das „CAMP“ Künstlers Tobias Regensburger im Museumshof Ansbach und die dortige Kirche St. Gumbertus Forum und Kulisse für Gespräche, Lesungen, Konzerte, Poetry Slam, Kinderkreativworkshops und Theateraufführungen. Projekttitel: „HeimWeh – Zwischen Sehnsucht und Realität“. Regensburgers mehrdeutige Installation steht für die Mobilität in unserer Zeit. In der Kirche zeigt Herlinde Koelbl eine Fotoserie mit Porträts von 29 Menschen „beim Flüstern, Lauschen, Kichern, Witzeln und Nachdenken... Es sind 18 Nationalitäten aus fünf Kontinenten in 13 Sprachen von 5 bis 71 Jahren, die sich zuhören und verstehen. 2004 hat Koelbl diese Serie für die Münchner Lichterkette gemacht, ein Verein, der sich seit Jahrzehnten um die Integration ausländischer Mitbürger kümmert.“ www.an-spruch.info

Museen & Institutionen

Krefeld: Die Kräfte hinter den Formen

Julian Charrière The Blue Fossil Entropic Stories (1), 2013 Courtesy DITTRICH & SCHLECHTRIEM, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Der Titel der Krefelder Ausstellung „Die Kräfte hinter den Formen“ geht auf den Künstler und Geologen Per Kirkeby zurück. In den Museen Haus Lange und Haus Esters sind bis zum 31. Juli 2016 künstlerische Positionen zu sehen, „die sich mit Formkräften der Natur und allgemein mit prozesshaften Strukturen auseinandersetzen.“ Dazu heißt es: „Leben wir heute tatsächlich in einer vom Menschen vollständig dominierten Umwelt? Diese breit geführte Diskussion schärft offensichtlich das Bewusstsein für die Natur und die hinter ihren Erscheinungen stehenden Kräfte – wie auch für die Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt. Natur und insbesondere die Erdgeschichte erfahren in jüngster Zeit verstärkte Aufmerksamkeit... Ob als universale Chiffre für das Lebendige wie bei den Knotenstücken von Jens Risch, als Aufzeichnung von Landschaftsstrukturen bei Jonathan Bragdon, Per Kirkeby und Olafur Eliasson oder als vielschichtiger Reflex auf die Produktionsbedingungen der Überflussgesellschaft in den neu entstandenen Skulpturen von Roger Hiorns: Gemeinsam ist den Werken der Ausstellung einerseits ihre sinnlich-materielle Qualität und andererseits die Spiegelung unseres Umgang mit der Umwelt – und damit letztlich mit uns selbst.“ Künstlerliste: Jonathan Bragdon, Nina Canell, Julian Charrière, Olafur Eliasson, Ilana Halperin, Roger Hiorns, Per Kirkeby, Katie Paterson, Giuseppe Penone, Jens Risch & Guests, Hans Schabus, George Steinmann. www.kunstmuseenkrefeld.de</p>

Preview

Bonn: Echtzeit - Die Entdeckung der Langsamkeit

Bettina Pousttchi, Seoul Time, 2012, Fotografie, Courtesy: die Künstlerin und Buchmann Galerie, Berlin

Alles wird immer schneller und effizienter; die Organisation von Arbeitsprozessen ebenso wie die Gestaltung der Freizeit. Die schon im 16. Jh. von den Calvinisten vertretene Ethik, man solle den Tag voll ausnutzen, denn Müßiggang sei aller Laster Anfang, weist in unseren Tagen einer technisch beschleunigten Kommunikation über große Distanzen hinweg „in Echtzeit“ eine neue Dimension – auch uns vor allem in der wirtschaftlichen Verwertung. „Echtzeit – Die Kunst der Langsamkeit“ heißt eine Ausstellung im Kunstmuseum Bonn, die vom 9. Juni bis zum 4. September 2016 diese Phänomene untersucht. Künstlerliste: Francis Alys, Benjamin Bergmann, Charlie Chaplin, David Claerbout, Peter Dreher, Mark Formanek, Jochem Hendricks, Martin Honert, Sofia Hultén, Thomas Kitzinger, Jürgen Krause, Alicja Kwade, Harold Lloyd, Mark Manders, Christian Marclay, Kris Martin, Horst Müller, Bruce Nauman, Yelena Popova, Bettina Pousttchi, Roman Opalka, Jens Risch, Jan Schmidt, Roman Signer, Hiroshi Sugimoto, Ignacio Uriarte, Ben Vautier, Marijke van Warmerdam, Michael Wesely und Remy Zaugg. www.kunstmuseum-bonn.de

Preview

Diego Hernandez in Leverkusen

Diego Hernandez, Pressefoto zur Ausstellung

Vom 22. Mai bis zum 28. August 2016 zeigt unter dem Titel „Theoretical Beach“ das Museum Schloss Morsbroich Leverkusen eine große museale Einzelausstellung des kubansichen Künstlers Diego Hernandez. „Theoretical Beach“ umfasst ein Zusammenspiel von widerstreitenden Prinzipien - abstrakt-theoretisches Denken und die „sinnlich-materiellen Präsenz des Strandes“ treffen aufeinander. „Mit leichten und spielerischen Gesten verwandelt der Künstler die Räume in tropische Sphären, in denen maritime Architekturen, exotische Früchte und pastellige Farbgebung den Betrachter einstimmen...“

Museen & Institutionen

Sammlung Pinault

Palazzo Grassi, Fotoquelle: Wikipedia/Didier Descouens

Im Palazzo Grassi von Venedig zeigt Punta della Dogana – The François Pinault Foundation vom 17. April bis zum 20. November 2016 die beiden Ausstellungen „Accrochage“ und „Sigmar Polke“. Unter dem Titel „Accrochage“ sind 70 Werke zusammen gefasst, die nicht mehr öffentlich gezeigt wurden, seit sie in die Pinault-Sammlung Eingang fanden. Es sind Arbeiten von Absalon, Nina Canell, Tacita Dean, Peter Dreher, Fernanda Gomes, On Kawara, Edward Krasiński, Guillaume Leblon, Sol LeWitt, Bernd Lohaus, Goshka Macuga, Fabio Mauri, Prabhavathi Meppayil, Michel Parmentier, Florian Pumhösl, Haim Steinbach, Niele Toroni, Günther Uecker, Dewain Valentine, Cerith Wyn Evans, Pier Paolo Calzolari, Pierre Huyghe, Louise Lawler, Jean-Luc Moulène, Henrik Olesen, Philippe Parreno, Charles Ray, Thomas Schütte, Franz West. Die Polke-Ausstellung findet zum 30. Jahrestag der Teilnahme des Malers an der Biennale von Venedig 1986 statt. Außerdem wäre Sigmar Polke (1941-2010) in diesem Jahr 75 Jahrer alt geworden. Die Retrospektive deckt Polkes Schaffen von den 1960er bis zu den 2000er Jahren ab und umfasst 90 Arbeiten, sowohl aus der eigenen Sammlung als auch Leihgaben.

Aktionen & Projekte

Truck Tracks Ruhr

Truck Tracks Ruhr, Premiere, 2016, Copyright: Volker Hartmann/Urbane Künste Ruhr 2016

Bis März 2017 lassen Rimini Protokoll und Urbane Künste Ruhr einen Lastwagen, der zu einem fahrbaren Zuschauerraum umgebaut wurde, durch sieben Städte des Reviers touren. An entlegenen und untypischen Orten wird Halt gemacht, um diese „neu in Szene zu setzen“. Die Initiatoren begreifen ihre Aktion als „Forschungsreise“ und „Schaufenster ins Ruhrgebiet“ aus einer „künstlerischen Sicht“. Für jeden der sieben Orte produzieren Künstler kurze Hörspiele, die als „Alben“ der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Fünf Minuten lang wird jeder Ort zu einem Theaterstück ohne Darsteller: „Alles, was sich in fünf Minuten innerhalb dieses Rahmens ereignet, wird Teil einer Aufführung. Was das Auge sieht wird akustisch überschrieben oder konterkariert. Der Lastwagen hält, die Leinwand geht hoch, das Theaterstück der Stadt läuft, dann geht die Reise weiter. Zwischen den Stationen zieht die Stadt als Roadmovie vorbei und wird an Bord vertont als wäre das Ruhrgebiet die Szenerie eines 90-minütigen Films...“ Nächste Termine: Recklinghausen 1. bis 18. Juni 2016, Duisburg, 12. August bis 24. September 2016.

Aktionen & Projekte

Köln: PAErsche Performances

PAErsche Performance, Pressefoto

„Open Source“ nennt die nordrhein-westfälische Künstlerinitiative PAErsche ihre Gruppenperformances, bei der nichts vorher abgesprochen oder gar dramaturgisch festgelegt ist und die Akteure spontan miteinander und nebeneinander im Raum oder auf einem Platz agieren. Auch die Dauer ist völlig offen – manche dieser Performances dauern mehrere Stunden, andere auch einen ganzen Tag. Für den 1. Mai 2016 hat PAErsche eine solche Open Source-Perfoemance auf dem Kölner Ebertplatz angekündigt. Das Motto rekurriert auf Politisches: „Anstatt Steine zu werfen praktizieren wir den künstlerischen Widerstand“.

Personalien

Beate Ermacora gestorben

Beate Ermacora, Foto: Land Tirol

Beate Ermacora starb im Alter von 60 Jahren. Die promovierte Ethnologin arbeitete schon zwischen 1986 und 1988 als Kuratorin an der Innsbrucker Galerie im Taxispaleis, war dann freie Kuratorin in Düsseldorf und Anfang der 1990er Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Frankfurter Kunstverein und der Schirn Kunsthalle, anschließend Kustodin in Kiel. Nach weiteren beruflichen Stationen in Krefeld und Mülheim/Ruhr wurde sie 2009 Direktorin der Galerie im Taxispaleis.

Ausschreibungen

ESA-Residenzstipendium

Im Rahmen des European Digital Art and Science Network schreibt die Linzer Ars Electronica einen Wettbewerb aus: für einen Aufenthalt bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) sowie am Ars Electronica Futurelab aus. Das Residenzprogramm für Künstler bietet „die einmalige Chance, die Landung der Rosetta-Sonde oder die ExoMars-Mission vor Ort im European Space Research and Technology Centre (ESTEC) in Noordwijk (Niederlande) live mit zu verfolgen. Im Anschluss an den Besuch bei der ESA folgt dann ein einmonatiger Aufenthalt am Ars Electronica Futurelab, wo an einem konkreten Projekt gearbeitet werden kann.“ Die Bewerbungsfrist läuft bis einschließlich 6. Juni 2016. Bewerbungen von Interessenten erfolgen auf www.aec.at/artandscience

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