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Aktionen & Projekte

Deutschlandjahr in Mexiko

ANJA JENSEN, Mexiko, Policia, 2015

Das Goethe-Institut Mexiko ist Projektleiter und Koordinator des Deuschlandjahres in Mexiko. Die Veranstaltungen beginnen im Juni 2016. „Mit einer Vielzahl von Projekten aus unterschiedlichen Kunstsparten sollen neue Impulse für die vielfältigen Beziehungen in Politik, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft gegeben und neue Allianzen für die künftige Zusammenarbeit geschaffen werden. Ziel des internationalen Kulturprojektes ist es, ein aktuelles Deutschlandbild in Mexiko zu präsentieren.“ Neben Candida Höfer, Michael Wesely, Hans Peter Kuhn und Gregor Schneider vertritt auch Anja Jensen den Bereich zeitgenössische bildende Kunst. Sie setzt sich in ihren fotografischen Inszenierungen mit dem Szenario des Überwachens auseinander und verwandelt ihre Bildorte in mögliche Tatorte. Neben den zeitgenössischen Projekten aus dem Bereich bildende Kunst wird es eine Otto-Dix-Ausstellung sowie zahlreiche ifa-Ausstellungen geben;  Konzerte und eine Marthaler-Inszenierung stehen ebenfalls auf dem Programm. www.goethe.de

Aktionen & Projekte

Stuttgart: Neuer Präsenzraum

Der Künstlerbund Baden-Württemberg hat an der Adresse seiner neuen Geschäftsstelle in Stuttgart in den ehemaligen Räumen der Galerie Angelika Harthan) einen „Präsenzraum“ namens „AKKU“ eröffnet. Dort finden nun Ausstellungsaktivitäten für die Mitglieder und eingeladene Künstler statt; zudem bietet der Raum „ein Forum für Diskussionen, Vorträge, Kontakte und Weiteres... In wechselnden Rhythmen soll der Raum vom Künstlerbund sowie von der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bespielt werden.“ Adresse: Gerberstr. 5, 70178 Stuttgart. www.kuenstlerbund-bawue.de

Messen & Märkte

Paris Photo Los Angeles abgesagt

PARAMOUNT PICTURES, Eingangstor, Fotoquelle: Wikipedia/Agnès Contensou  

Vom 29. April bis zum 1. Mai 2016 sollte die Paris Photo Los Angeles in den Paramount Picture Studios über die Bühne gehen. Eingeplant war ein Teilnehmerfeld mit etwa 80 Galerien. Dich zwei Monate vorher sagte der Veranstalter Reed Exhibitions die Messe ab. In Los Angeles gäbe es anscheinend „keinen gewachsenen Markt für Kunstmessen“. Natürlich trifft man im Sonnenstaat Kalifornien auf jede Menge Kunstsammler, aber die kaufen wohl eher auf den großen internationalen Messen ein und nicht vor Ort – dies scheint eine ähnliche Situation zu sein wie in Berlin, wo auch viele Galerien vor Ort wenig Umsätze machen und manche Berliner Galeristen ihre Kunden eher auf der Art Cologne oder auf der Art Basel treffen. Offensichtlich waren die Verkäufe bei den ersten drei Ausgaben der Paris Photo Los Angeles enttäuschend gewesen, so dass man sich nun zur Absage einer vierten Messe entschloss. Für die Paris Photo ist dies in zweiter Rückschlag innerhalb weniger Monate, denn die Muttermesse in Paris musste im November 2015 nach drei Tagen wegen der Terroranschläge in Paris geschlossen.

Ausschreibungen

Orient trifft Okzident

Der KulturPackt für Schweinfurt richtet unter dem Titel „Orient trifft Okzident“ 2016 ein besonderes Ausstellungsprojekt aus, bei dem etwa zwölf Künstlerinnen und Künstler ab dem 17. Juni 2016 Werke zeigen, die sich mit dem Aufeinandertreffen der Kulturen aus Ost und West beschäftigen. Aus Anlass des 150. Todestages des in Schweinfurt geborenen Dichters und Orientalisten Friedrich Rückert wird es einen umfangreichen Veranstaltungszyklus in Schweinfurt, Erlangen und Coburg geben. Zur Ausstellungsbeteiligung sind Künstler aufgerufen, diedie entweder aus den orientalischen Ländern stammen, deren Sprachen Friedrich Rückert beherrschte und übersetzte oder deutschsprachi ge Künstler, die sich mit diesem Thema eingehend auseinandersetzen. Zugelassen sind Malerei, Bildhauerei, Installation, Grafik, Fotografie, Objektkunst, Video - und andere Projektionsarbeiten, evtl. auch Performance. Es wird ein Ausstellungshonorar von 300 Euro gezahlt. Deadline ist der 30. März 2016. Kontakt: KulturPackt für Schweinfurt e.V., Burggasse 2, 97421 Schweinfurt, 09721/803577, www.kulturpackt.de

Messen & Märkte

TEFAF: Filialmessen in New Yok

TEFAF MASSTRICHT, Eingangshalle. Foto: Loraine Bodewes

Die Maastrichter „The European Fine Art Fair -TEFAF findet jedes Jahr jeweils im März statt. Zusätzlich sind nun auch Filialveranstaltungen in New York geplant. Zwei Veranstaltungen sollen dort im Armory Gebäude auf der Park Avenue abgehalten werden. Die erste TEFAF New York im Oktober 2016 Kunst von der Antike bis ins 20. Jahrhundert als Schwerpunkt. Zugelassen werden etwa 170 Kunsthändler. aus der ganzen Welt. Die zweite Ausgabe im Mai 2017 stellt dann moderne und zeitgenössische Kunst sowie Design in den Vordergrund und wird 80 bis 90 Anbieter umfassen. berechnet. Auf der „Muttermesse“ in Maastricht stellen 270 Kunst- und Antiquitätenhändler ihr Angebot aus. www.tefaf.com

Ausschreibungen

KSN-Northeim-Stipendium

Am 10. Mai 2016 endet die Bewerbungsfrist um das KSN-Stipendium der Stiftung der Kreis-Sparkasse Northeim. Das Aufenthaltsstipendium in Northeim beginnt am 1. September 2016 und ist monatlich mit 750 Euro und kostenloser Nutzung von Atelier, Wohnung und Lager dotiert. Längere Abwesenheiten während der Stipendiendauer (d.h. ab einer Woche) müssen mit dem Ausrichter abgeklärt werden). Für die Abschlussausstellung übernimmt die Stiftung die Durchführungskosten sowie die Kosten für den Druck eines Plakats. Eingrenzung: Nur Bewerbungen von Künstlern bis 35 Jahre mit Geburts-, Studien- oder Wohnort in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Nordhessen. Zur Bewerbung sind neben den üblichen Unterlagen max. 10 Werkfotos einzureichen. Antragsformulare unter www.KSN-Northeim.de.

Ausschreibungen

Kastler Kunsttage

Die Kastler Kunsttage finden in dem oberpfälzischen Städtchen vom 14. Sept. bs zum 9. Okt. 2016 statt. Bid zum 1. April 2016 können sich Künstler aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie und Skulptur bewerben. Infos und Anmeldeformular unter www.kastler-kunsttage.de

Ausschreibungen

superurbanvillage

Der Kunstverein Tiergarten plant 10 installative Kunstprojekte im öffentlichen Raum Berlon-Moabits im Rahmen des Kunstfestivals Ortstermin vom 3. bis zum 19. Juni 2016 zum "Thema Flucht und Identität." Alle in Berlin lebenden Künstler sind eingeladen, Projektvorschläge für die Ausstellung im öffentlichen Raum einzureichen. Die Umsetzung soll in Moabit im öffentlichen Raum der Turmstraße (im Bereich zwischen Waldstraße und Bandelstraße) sowie in den angrenzenden Grünanlagen erfolgen. Auch der Innenhof der Turmstraße 75, Standort der Galerie Nord / Kunstverein Tiergarten steht zur Verfügung. . Anmeldeschluss ist der 14. März 2016. Jede/r beteiligte Künstlerin oder beteiligte Künstler erhält ein Honorar in Höhe von 350 EUR/brutto sowie Projektsachmittel bis zu einer Höhe von 300 EUR nach Einreichung von Belegen. Projektideen können bis zum 14.03.2016 postalisch oder per Email eingereicht werden. Kunstverein Tiergarten e.V., Turmstraße 75, 10551 Berlin oder hamm@kunstverein-tiergarten.de

Preise

BMW Art Journey

Henning Fehr und Philipp Rühr, Foto: Copyright David Heitz

Die Videokünstler Henning Fehr und Philipp Rühr sind die aktuellen Gewinner der BMW Art Journey bekanntzugeben. Die Arbeiten der für die Endrunde Nominierten wurden im Positions Sektor der Art Basel in Miami Beach im Dezember 2015 gezeigt. Das Preisträger-Projekt, „The Art of Memory: Dub Music and the CCTV Tower”, untersucht die stetig zunehmende Vernetzung des heutigen Lebens. "Die Künstler bedienen sich für die Darstellung der aktuellen globalen Zusammenhänge der Metapher der Endlosschleife – sowohl in ihrer visuellen Formgebung als auch als System kultureller Überlieferung und wechselseitiger Beeinflussung. Die in Köln lebenden Künstler Fehr und Rühr legen in ihrer Forschungsreise den Fokus auf jamaikanische Dub-Reggae-Musik und das ikonische CCTV-Gebäude in Peking."

Preise

Justus Bier-Preis

Stephanie Weber wird als Kuratorin für das Projekt und den Ausstellungskatalog „Lea Lublin: Retrospective.” (25. Juni -13. Sept. 2015) in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München mit dem Justus-Bier-Preis bedacht (5.000 Euro). Die Preisverleihung ist am 6. Juni 2916 im Münchener Lenbachhaus.

Preise

Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preis

SABINE JACOBS

Sabine Jacobs und Ralf Wierzbowski nehmen am 17. April 2016 in Schloss Zweibrüggen bei Übach-Palenberg den Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preis entgegen (3.000 Euro). Die Jury traf ihre Auswahl aus mehr als 80 Bewerbungen.„Im Mittelpunkt der Ausstellung von Sabine Jacobs steht die raumgreifende Installation 'Fließ', die von der oberen Galerie herab über den Köpfen der Betrachter schwebt.“ Zum Werk ihres Kollegen Wierzbowski heißt es: „Die Bildwelt seiner Fantasie besteht aus Erinnerungen an eine niederdrückende Kindheit, aus Werken der Kunstgeschichte (er verarbeitet eine alte Sammlung von Diapositiven) und aktuellen politischen Bildern der Massenmedien, die ihn erregen und erschüttern.“ www.kuenstler-forum.net

Kulturpolitik

Humboldt-Forum: Manager geht

  BAUSTELLE BERLINER SCHLOSS, Zustand 2015, Fotoquelle: Wikipedia/Sbs-Hf

Manfred Rettig, Technischer Vorstand und Sprecher der „Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss“, gab zum 1. März 2016 diese beiden Posten auf. Der „Tagesspiegel“ spekulierte über einen „Dissens“ zwischen dem pragmatischen Manager der Schlossbaustelle Humboldt Forum und „den Visionen der Schloss-Nutzer“. Das „dröhnende Schweigen“ aus der Behörde der Kulturstaatsministerin Monika Grütters ließe nämlich ahnen, „das Grütters mit der Installierung von Neil McGregor als Gründungsintendant in Rettigs Augen Unwägbarkeiten riskiert, die dieser nicht mittragen“ wollte. Dank Rettigs Management wird laut offiziellen Statements beim Wiederaufbau des Schlosses der Kosten- und Terminplan derzeit wohl noch halbwegs eingehalten – was bei öffentlichen Bauvorhaben sonst keineswegs selbstverständlich ist: „Änderungen an der beschlossenen Bauplanung sollen nach dem Willen des Stiftungsrates ausgeschlossen bleiben“, lässt dieser denn nämlich verlauten. Dennoch – so berichtete „rbb“ - habe Manfred Rettig Verzögerungen beim Bau befürchtet, für die er nicht verantwortlich gemacht werden wolle. Rettig zum „Tagesspiegel“: „Man kann sich fürs zuverlässige Bauen auf den Kopf stellen, aber wenn die Disziplin bei den Nutzern nicht da ist, fährt so ein Projekt vor die Wand. Mit meinem Abgang wird das deutlich auf den Punkt gebracht“. So erblickte der „Spiegel“  – den offiziellen Verlautbarungen zum Trotz - bereits „Parallelen zum Pannenflughafen BER“, denn mit dem Lüftungssystem und mit dem Brandschutz hatten nämlich zwischenzeitlich auch die Bauingenieure am Humboldtforum arg zu kämpfen. So kolportierte denn der „Spiegel“ unverblümt in seiner Ausgabe vom 1.2. 2016, in Kreisen der politisch Verantwortlichen stelle man sich insgeheim schon darauf ein, dass es 2019 womöglich nur eine „Teileröffnung“ gäbe. Neben dem mithin als widersprüchlich zu beurteilenden Baufortschritt „treten“ zudem „nun die programmatischen Fragen zum Humboldt Forum in den Vordergrund“. Zur Beantwortung dieser Fragen sind die Gründungsintendanten Neil MacGregor, Hermann Parzinger und Horst Bredekamp zuständig. Als „notwendigen institutionellen Rahmen“ dafür will der Stiftungsrat eine Tochtergesellschaft seiner Stiftung gründen, die „Humboldt Forum Kultur GmbH“. Sie soll den „kulturellen Betrieb des Humboldt Forums in kuratorischer Gesamtverantwortung für die Stiftung aufbauen und Kulturveranstaltungen im Vorfeld der Eröffnungsphase für die Stiftung durchführen.“ Doch auch hier machen manche Kritiker bislang arge Versäumnisse aus: man habe bis jetzt nur eine bauliche Hülle geplant, ohne rechtzeitig zu entscheiden, wie diese eigentlich inhaltlich konkret gefüllt werden solle.    

Museen & Institutionen

Vortrag über Künstlermanifeste in der Nationalgalerie in Berlin

Julian Rosefeldt: Manifesto, 2014/2015,  © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Im Rahmen der Ausstellung von Julian Rosefeldt "Manifesto" führt er Verein der Freunde der Nationalgalerie in Berlin eine erste Veranstaltung zur Reihe "Perspektivwechsel" durch. Dr. Thomas Girst, Kunsthistoriker und Leiter BMW Group Kulturengagement, hält am Donnerstag, den 25. Februar 2016 um 18 Uhr einen Vortrag zum Thema "Künstlermanifeste". Die Veranstaltung findet im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin statt. Für den Besuch des Vortrags muss ein Ausstellungsticket erworben werden. s. hierzu auch die Rezension im kommenden Band von "Kunstforum international" Bd.239. www.smb.museum/hbf

Hochschulen

Offenbach: Shanghai-Film

SHANGHAI-PROJEKTGRUPPE der HfG Offenbach, v.l.n.r.: Claus Withopf, Rotraut Pape, Liu Yue, Xiao Hong, Bo Chen, Matthias Lawetzky, Alex Sahm, Lena Reidt, Wei Lin, Laura Krestan, Min-Kyung Ko

Laura Krestan, Matthias Lawetzky, Lena Reidt, Alexander Sahm und Aldin Sakic, Studenten an der HfG Offenbach, reisten für 10 Tage an die Tongji Universität in Shanghai. Unter der Leitung von Rotraut Pape, Professorin für Film und Video und Claus Withopf, Dozent und Leiter des HfG-VideoLabs, drehte das Projektteam dort den ersten Teil eines Stimmungsfilms über die Partnerschaft zwischen der HfG und der Tongji Universität / College of Design and Innovation (D&I). Der Film wird online zu sehen sein, sobald die Dreharbeiten für den zweiten Teil abgeschlossen sind. www.hfg-offenbach.de

Hochschulen

Frankfurt: Portikus-Ausstellungen

Lawrence Abu Hamdan zeigt seine Ausstellung „Earshot“ vom 13. Februar bis zum 10. April 2016 im Portikus der Städelschule Frankfurt/M. Der in Beirut lebende Künstler arbeitet mit Video und Audio-Konzepten. Zuletzt hatte er 2015 eine Einzelausstellung in der Kunsthalle St. Gallen. Die anschließende Ausstellung im Portikus bestreitet dann vom 23. April bis zum 19. Juni 2016 Sharyar Nashat. www.portikus.de

Biennalen

Setouchi Triennale

SETOUCHI ISLANDS, Foto: Courtesy Setouchi Triennale

Über rund ein Dutzend Inseln in der Setonaikai-See zwischen der größten japanischen Hauptinsel Honshu und der kleinsten Insel Shikoku im Südosten des Landes erstrecken sich die Beiträge zur Setouchui Triennale (20.3.-6.11. 2016). Diese beiden Inseln sind mit drei Brücken miteinander verbunden, ansonsten sind die Besucher der Triennale auf Fährverbindungen angewiesen: wer das gesamte Programm sehen will, muss also einiges an Zeit einplanen. Ein besonderer Schwerpunkt der Triennale liegt auf ortsbezogenen Installationen, für die es 2015 eine öffentliche Ausschreibung gab. Durch eine „stromlinienförmige“Anpassung an die Bedingungen der Globalisierung, d.h. durch eine Standardisierung der kulturellen Prägungen, aber auch durch die Abwanderung und Überalterung der Bevölkerung verlieren diese Inseln ihren ursprünglichen Charakter; kulturpolitisch hat die Ausrichtung der Triennale daher vor allem auch die Funktion einer Revitalisierung des Insellebens. Künstler, Architekten und lokale Aktivisten werden vor allem unter diesem Aspekt zur Teilnahme eingeladen, partizipative Projekte für die dort Ansässigen und für die auswärtigen Besucher zu entwickeln. www.setouchi-artfest.jp

Preise

Gargonza Arts Award

Museum Schloss Morsbroich Leverkusen

Zum fünften Mal vergibt der Verein zur Förderung der Künste e.V. – InterArtes die „Gargonza Arts Awards“. Die vier Preise im Wert sind je ca. 10.000 Euro dotiert. Andreas Eduardo Frank erhält den Preis für Komposition, Jan Hoeft darf das Stipendium in Bildender Kunst antreten, Christiane Heidrich wurde im Bereich Literatur und Ulrich Wiegmann im Bereich Architektur ausgewählt. Die Verleihungszeremonie ist am 20. März 2016 im Museum Schloss Morsbroich Leverkusen. www.gargonza-arts.de

Personalien

Künstler wehrt sich gegen Zensurversuch

Hermann-Josef Hack, Transparent auf Siegburger Anti-AfD-Demonstration, 2016

Hermann-Josef Hack, Siegburger Künstler und Aktivist, wehrte einen Zensurversuch ausgerechnet von „unerwarteter Seite“, nämlich einem Ordner der Linken, ab. Als der Künstler auf einer Anti-AfD-Demonstration sein Transparent mit der Inschrift „Freiheit macht Arbeit“ hochhielt, mochten sich der begriffsstutzige Ordner und andere Demonstranten nicht auf die bewusste künstlerische „Umkehrung des von den Nazis am Eingang ihrer Konzentrationslager verwendeten zynischen Spruchs 'Arbeit macht frei'“ einlassen: Hack fühlte sich „von der Antifa und jungen Anhängern der Linken aggressiv bedrängt“ und musste seine Botschaft erläutern: „Wir Künstler werden die Ersten sein, die sie in Lager sperren und mundtot machen, wenn diese Kräfte die Oberhand bekommen.“ Der Ordner jedoch forderte Hack auf, das Transparent zu entfernen, da es „von einigen Menschen nicht verstanden“ werden könnte. Der Künstler wiederum „war nicht bereit, seine Arbeit vom untersten Verständnislevel des Publikums abhängig zu machen“ und empfand den Zwischenfall als eine „Lehrstunde“, wie schnell man als demokratischer Künstler zwischen den Parolen rechter Schreihälse und der Borniertheit ihrer linken Gegner in künstlerischen Dingen gründlich missverstanden werden und fälschlicherweise ins politische Abseits geraten kann: Leider haben wir es auf der sprachlichen Ebene häufig mit unangemessenen hermeneutischen Verkürzungen zu tun, die nur zu einer bedenklichen Verzerrung der öffentlichen Debatte führen. Denn die Antifa Bonn warf Hack anschließend in einem Blog sogar vor, „ein antisemitisches und die Shoa relativierendes Transparent“ gezeigt zu haben. Ein Kommentator des Bonner Generalanzeiger nahm den Künstler hingegen in Schutz: „... Kunst darf provozieren, mehr noch: Kunst muss manchmal provozieren. Das unterscheidet sie von bemalten Schildern, die das Ansinnen der Demonstranten mit griffigen, leicht verständlichen Slogans untermauern. Es gehört sozusagen zum Wesen von Kunst, Kontrapunkte zu setzen und quer zu treiben – um zum Nachdenken und zum Diskutieren anzuregen... Einerseits in Reden für Freiheitsrechte einzutreten und andererseits die Freiheit der Kunst beschneiden zu wollen – das passt nicht zusammen.“ Der Kabarettist Richard Rogler nannte eines seiner Programme einmal "Freiheit aushalten", und Wolf Biermann befand, als Künstler müsse man auch einmal "zu weit zu weit gehen". In diesem Sinne macht in der Stimmungslage solcher Anfeindungen die Bewahrung der Freiheit tatsächlich eine Menge Arbeit.

Preview

Pina Pausch und das Tanztheater in Bonn

PINA BAUSCH, Foto: Wilfried Krüger, © Pina Bausch Foundation

Pina Bausch (1940–2009) gilt als Pionierin des modernen Tanztheaters. Gemeinsam mit ihrer Kompanie entwickelte sie in Wuppertal eine neuartige künstlerische Form des Tanztheaters, das die tänzerische Choreografie mit Schauspiel und künstlerischer Performance verbindet. In der Bonner Bundeskunsthalle wird ihr Schaffen nun erstmals in Form einer Ausstellung erfahrbar gemacht (4. März bis 24. Juli 2016). „Mit diesem Ansatz sprengte sie nicht nur die Konventionen des klassischen Balletts, sondern ließ auch den eher an formalen Prinzipien orientierten modernen Tanz hinter sich.“ Die Exponate in Form von Objekten, Installationen, Fotografien und Videos stammen aus den Beständen des Pina Bausch Archivs. Herzstück der Ausstellung ist ein Nachbau der „Lichtburg“ - das war der Proberaum in einem alten Wuppertaler Kino. „In der Bundeskunsthalle wird er zum Raum der Begegnung mit Mitgliedern des Tanztheaters, die den Besuchern Bewegungsqualitäten und kleine Bewegungssequenzen vermitteln; Performances, Tanz-Workshops, öffentliche Proben, Gespräche, Filme und mehr lassen ihn zum lebendigen Erfahrungsraum werden.“ www.bundeskunsthalle.de.

Preise

Rubens-Preis

Niele Toroni, Foto: Copyright Guiseppe Micciché

Niele Toroni zählt zu den Hauptvertretern einer konzeptuellen Malerei. 1966/1967 bildete er zusammen mit Daniel Buren, Michel Parmentier und Olivier Mosset die von der Kunstkritik BMPT (Buren, Mosset, Parmentier, Toroni) genannte Künstlergruppe, die mit radikalen Gesten traditionelle Methoden der Kunst in Frage stellte und ihnen neue theoretisch begründete Praktiken entgegensetzte. 2017 erhält er den Rubenspreis der Stadt Siegen (5.200 Euro).

Personalien

K.O. Götz: 102. Geburtstag

Karl-Otto Götz, Foto: S. Kallnbach

Der Maler Kar-Otto Götz feierte am 22. Februar 2016 seinen 102. Geburtstag. Er ist damit der älteste lebende Künstler in Deutschland. Götz gilt als Mitbegründer des deutschen Informel in den 1950er Jahren und arbeitet auch noch im hohen Alter mit seiner Rakeltechnik des Verstreichens von Farbverläufen.

Museen & Institutionen

Internetstadl

Cat sitting in a chair, Foto: Copyright Walker Art Center

Das NRW Forum Düsseldorf blickt mit einer neuen monatlichen Veranstaltungsreihe „Internetstadl - das lustige IRL-Fest der Netzkultur seit 2016“ in die digitale Zukunft. Netzkultur wird hier „in ein unterhaltsames Veranstaltungsformat übertragen“ und lässt die Besucher einmal im Monat „den Kitsch, den Spaß, den Wahnsinn, die Innovation und Genialität digitaler Querdenker erleben.“ Gleichzeitig – so der Anspruch der Initiatoren – will man mit dieser Reihe „trotzdem kritischen Umgang mit modernster Kulturtechnik“ fördern. Foodhacking und die Nahrung der Zukunft thematisiert die zweite Ausgabe des Internetstadl am 18. März 2016. „Was wäre, wenn man mit einem einzigen perfekt auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmten Drink oder Plätzchen seinen ganzen Bedarf an Nährstoffen abdecken könnte? Was ist dran an Nerd-Nahrungsmitteln wie Soylent? Der Internetstadl vermittelt beim Foodhacking-Kochkurs mit anschließendem Essen die Grundlagen der Postinternetküche. Organisiert wird der Kochkurs vom internationalen BioArt-Kollektiv Center for Genomic Gastronomy.“ Zur Nacht der Museen 2016 veranstaltet das NRW-Forum Düsseldorf am 9. April 2016 mit dem dritten Internetstadl einen „Yami-Ichi“, einen Internetflohmarkt. Hier werden „Produkte des Internets im Real Life verkauft“ – eine Art Offline-Feier für die Produkte des Netzes. Auf dem Offline-Geek-Flohmarkt wird persönlich und von Hand zu Hand getauscht, was sonst nur noch im Netz gehandelt wird. Nach Tokyo, Berlin, Brüssel und Amsterdam kommt der Yami Ichi, erfunden vom japanischen Künstlerkollektiv IDPW, jetzt nach Düsseldorf.“ Das NRW-Forum vergibt 30 Stände an Interessierte, die ihre internetbasierten Waren verkaufen wollen. Bewerbungen sind ab sofort möglich unter info@nrw-forum.de.

Biennalen

Innsbruck International Biennale

The Forman Brothers` Theatre „Obludarium“ Foto: Irena Vodakova

Die Innsbruck international. Biennal of the Arts (10. bis 20. März 2916) steht unter dem Leitmotiv „Je,.../I,.../Ich,...“. In der zweiten Ausgabe dieses Festivals beschäftigen sich die Teilnehmer „aus den Bereichen Bildende Kunst, Film, Sound und Theater mit der Frage der AutorInnenschaft in einer Zeit der Aufgeregtheit um das eigene Selbst. Denn das eigene Selbst unterliegt einem Phänomen der Verblendung im Sozialen Zeitalter: einer ständigen Re-Performance des eigenen Selbst, die an Vorbildern, Rollenmodellen, Stars, aber auch Erinnerungsgeschichten orientiert ist und die Porträtierung in den Social Media oder auf Facebook erfährt; eben dort, wo das eigene ‚ich’ flexibel und immer wieder neu konzipiert werden kann...“ Künstlerliste: Catherine Bertola, Jacob Cartwright & Nick Jordan, Cinématons (Klaus Händl, Lissie Rettenwander, Heidrun Sandbichler, Filmemacher: Guillermo Tellechea), The Forman Brothers` Theatre, Rachel Goodyear, Isaac Julien, Marmo & Harmlos, Michette & Michette, Muntean/Rosenblum, Linda Fregni Nagler, Pipilotti Rist, Heidrun Sandbichler, Matt Stokes, The Strangers, Lois Weinberger. info@innsbruckinternational.at

Messen & Märkte

Art Dubai

Art Dubai 2015, Vernissage Patron's Preview, Courtesy: The Studio, Dubai

Vom 16. bis 19. März 2016indet bereits im zehnten Jahr die Art Dubai statt. Die Veranstalter begreifen ihr Projekt als "führende Leitmesse in Sachen Kunst im Mittleren Osten, Afrika und Südasien" und erwaten 25.000 Besucher. Das Programm umfasst die Angebote von 90 Galerien aus 30 Ländern sowie diverse Film- und Radiobeiträge. Thematisch ist die Messe in drei spannende Sektoren unterteilt: Die „Art Dubai Contemporary“ versteht sich als ein Dreh- und Angelpunkt der rasant wachsenden zeitgenössischen Kunstszene in der Golfregion. Die „Art Dubai Modern“ präsentiert regionale und internationale Werke. Die „Art Dubai Marker“ zeichnet sich durch den jährlich wechselnden regionalen Schwerpunkt aus. In diesem Jahr widmet sie sich der Kunst der Philippinen. www.artdubai.ae.

Messen & Märkte

Art Rotterdam: Besucherrekord

Art Rotterdam

Einen Besucherrekord meldete die diesjährige Art Rotterdam: 26.500 Besucher besichtigten das Angebot der 130 Aussteller. Die meisten Gäste kamen aus den Benelux-Ländern, Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Kenner beschreiben die Veranstaltung als eine „Mitnahmemesse“, bei der viele Spontankäufe im niedrigen bis mittleren Preissegment getätigt werden. www.artrotterdam.com

Museen & Institutionen

Deutsche Kolonialgeschichte

POSTERMOTIV, Fotocredit: Hentie van der Merwe

Helen Harris und Dr. Spunk Seipel kuratieren eine Ausstellung, die unter dem Titel „1884 to 1915- an artistic position“ bis zum 12. März 2016 in der National Art Gallery of Namibia in Windhoek zu sehen ist. Künstler aus Namibia und aus Deutschland zeigen Arbeiten, „wie man mit dem deutschen Kolonialismus, seine Verbrechen und die Verletzungen, die er bis heute hinterlassen hat, umgehen kann.“ 1868 hatte zwar der spätere Reichskanzler Bismarck in einem Brief an den preußischen König den Erwerb von Übersee-Kolonien abgelehnt, doch nach 1870 gewann in der deutschen Politik die Kolonialpropaganda die Oberhand. 1884 beginnt schließlich eine systematisch angelegte Kolonialpolitik, als die vom Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz erworbenen Besitzungen als „Deutsch-Südwestafrika“ unter den Schutz des Reiches gestellt wurden. 1914 war Deutschland schließlich nach England, Frankreich, Russland und den Niederlanden die fünftgrößte Kolonialmacht. Das deutsche Kolonialregime im heutigen Namibia war durch Grausamkeit gekennzeichnet: nach einer Viehseuche beanspruchten Großgrundbesitzer die überlebenden Viehbestände der Herero für sich. Den Aufstand der Herero schlug eine 15.000 Mann starke deutsche Kolonialarmee 1904 blutig nieder, die Überlebenden ließ die deutsche Militärführung in der Wüste verdursten. Bis 1908 kamen durch diesen Völkermord ca. 90.000 Herero und Nama ums Leben. In der öffentlichen gesellschaftlichen Diskussion spielte die deutsche Kolonialgeschichte mit solchen kriegsverbrecherischen Begleitumständen gegenüber anderen Themen keine größere Rolle; die Ausstellung betritt damit Neuland: bisher gab es in Deutschland kaum künstlerische Arbeiten, die sich mit diesem Teil der politischen Geschichte befassten. „Es ist eine Ausstellung, die keine definitive Aussage über dieses schwierige Kapitel der Geschichte geben kann, aber aufzeigt, wie wir alle damit umgehen können.“ Künstlerliste: Diana Arce, Matthias Beckmann, Berlin Postkolonial, Tahir Della, Melody Laverne Bettencourt , Nicola Brandt , Ondrej Brody & Kristofer Paetau, Judith Egger, Thomas Eller, Abrie Fourie, Tim Huepschle, Phillip Luhl, Nicky Marais, Philip Kojo Metz, Moholi Ndikung, Veico Ponofi & Nambahu Karina, Oliver Ressler, Spunk Seipel, Eric Schnak, Papa Shikongeni, Andrew van Wyk, Ella Ziegler.

Museen & Institutionen

Schütte-Skulptur beschädigt

THOMAS SCHÜTTE, Ganz große Geister, 1998-2004, Fotoquelle: Wikipedia/Wiki05

Aus Sorge vor Beschädigung ließ der Essener Sammler Thomas Olbricht die Skulpturengruppe „Ganz große Geister“ von Thomas Schütte auf dem Außengelände der Essener Philharmonie abbauen. Doch als der Kran eine der fast vier Meter Figuren hochhievte, passiert genau das, was der Leihgeber Olbricht vermeiden wollte: der Kopf wurde abgetrennt. Der Künstler Schütte hingegen fand den Abbau zwar unverständlich, reagierte aber auf die geplatzte Schweißnaht an der Skulptur ansonsten gelassen: das ließe sich reparieren.

Preview

J. Casebere: „Flüchtig”

JAMES CASEBERE, Sea of Ice, 2014, archival pigment print, 96 x 126 cm, Edition of 5 with 2 artist’s proof, Courtesy the Artist and Galerie Daniel Templon, Paris; Copyright: James Casebere, 2016

Okwui Enwezor kuratiert mit Unterstützung von Anna F. Schneider die Ausstellung „James Casebere. Flüchtig“ im Münchener Haus der Kunst (12. Feb. bis 12. Juni 2016). Casebere gehört zu einer Generation von Künstlern,“ welche die Wahrhaftigkeit von Bildern von Anfang an hinterfragte, und für die eine Fotografie etwas anderes ist als ein Dokument.“ Bekannt ist sein Foto eines Kühlschranks, in dem eine überdimensionale Gabel steckt (Fork in the Refrigerator, 1975). Eigens für den großen Treppenaufgang der Münchener Ausstellungsräume hat Casebere ortsspezifische großformatige Werke produziert: vier Friese, die sich auf die komplexe politische Geschichte des Hauses als nationalsozialistischer Repräsentationsbau beziehen sowie das von Albert Speer für die Zeremonien des Regimes entworfene Zeppelinfeld in Nürnberg näher ergründen. Damit reihen sie sich ein in die fortdauernde Auseinandersetzung mit historisch belasteter Architektur - ein Gebiet, das sowohl James Casebere als auch das Haus der Kunst seit langem untersuchen. www.hausderkunst.de

Preise

Art Karlsruhe-Preis

Werner Wohlhüter (links) und Werner Schmidt, Foto: Art Karlsruhe

Werner Schmidt, Künstler und sein Galerist Werner Wohlhüter (Leibertingen Thalheim) sind diesjährige Gewinner des Art Karlsruhe-Preises für die beste Einzelschau. Schmidt ist Schüler von Jürgen Brodwolf. Justin Almquist wurde auf der Art Karlsruhe mit dem Hans Platschek-Preis für Kunst und Schrift ausgezeichnet. www.art-karlsruhe.de

Hochschulen

Bonn: Stiftungsprofessuren

Bonner Universitätsgebäude, Fotoquelle: Wikipedia/Thomas Wolf

Die Essener Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hat zwei Professuren an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn eingerichtet. Am Institut für Kunstgeschichte gibt es künftig einen Lehrstuhl für Provenienzforschung und Geschichte des Sammelns. Eine zweite Professur an der Fakultät für Rechts- und Staatswissenschaften widmet Fragen des Kunst- und Kulturgutschutzrechts. Ein Lehrstuhl für Provenienzforschcung ist ein Novum im deutschen Hochschulwesen. Die beiden Stiftungsprofessoren erforschen ihre jeweiligen fachlichen Themen „im direkten Nebeneinander und kollegialen Austausch“. Die Krupp-Stiftung stattet die Lehrstühle für fünf Jahre mit jeweils einer Million Euro an Fördermitteln aus. Die Universität Bonn hat sich dazu verpflichtet, die beiden Professuren anschließend dauerhaft weiterzuführen. www.uni-bonn.de

Preview

Plakatkunst

MUSEUM DER MODERNE SALZBURG

Ab etwa 1870 eroberten farbige Bildplakate die Straßen. Ihren Ausgang nahm die „affichomanie“ in Frankreich. In Deutschland hatte der Druckereibesitzer und Verleger Ernst Litfaß sich als erster im Buntdruck versucht und 1854 die erste „Annoncier-Säule“ aufgestellt, im Volksmund „Litfaß-Säule“ genannt. Die Begeisterung für farbige Plakate erfasste in jenen Jahren fast alle europäischen Länder und auch die USA. Die Gestaltung von Werbepkakaten übernahmen oft Künstler; einer der prominentesten von ihnen war in Paris Henri de Toulouse-Lautrec. „Er gestaltete seine Motive äußerst wirksam mit einfachen Linien. Um 1900 fand der Jugendstil in der Plakatkunst sein ideales Medium: Künstler wie Alfons Mucha und Gustav Klimt warben für Ausstellungen und Produkte.“ In Kooperation mit dem Sprengel-Museum Hannover dokumentiert das Museum der Moderne Salzburg vom 12. März bis zum 10. Juli 2016 die Geschichte der Plakatkunst. www.museumdermoderne.at

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Moving the Line

Matthias Reinhold, basic needs, 2014, Zeichnungen, Fotografien und Fundstücke, Desktop mit ikonolog-Website. Museum für Zeitgenössische Kunst Banja Luka. Foto: Björn Hegardt © (Matthias Reinhold) VG Bild-Kunst Bonn, 2016

Das Horst Janssen-Museum Oldenburg präsentiert vom 28. Februar bis zum  22. Mai 2016 die Ausstellung "Moving the line - Zeichnung uns Animation". Erstmals ist hier eine Werkschau zu sehen, "bei der die Zeichnung auf Papier durch Animationen erweitert wird: von virtuellen Räumen über digitale Bleistiftgebiete und programmierte Zufallsmodule bis zu Augmented Reality. Die fünf Zeichnerinnen und Zeichner Robbie Cornelissen, Matthias Reinhold, Bettina Munk, Carolin Jörg und Michael Fragstein erweitern das Medium der Zeichnung durch Animationen in der Trickfilmtradition, und sie "setzen dabei den Computer als unerlässlichen Akteur ein." www.horst-janssen-museum.de

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Horst-Retrospektive

HORST P. HORST, Marlene Dietrich, New York, 1942, Copyright: Condé Nast / Horst Estate

Das NRW-Forum Düsseldorf zeigt bis zum 22. Mai 2016 eine umfassende Retrospektive von Horst P. Horst (1906-1999), einem der bedeutendsten (Mode)-Fotografen des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung wurde vom Londoner Victoria and Albert Museum kuratiert und bietet 250 fotografische Werken aus 60 Jahren Schaffenszeit, darunter seine berühmten Arbeiten als Vogue-Fotograf, sowie weniger bekannte Projekte und selten gezeigte Zeichnungen, Briefe, Filme und Couture-Kleider. Horst „ließ sich von verschiedenen Strömungen wie klassischer Architektur, modernem Bauhausdesign und surrealistischer Kunst inspirieren. Wie kein anderer verband Horst P. Horst dabei die Welten von Fotografie, Kunst, Mode, Design, Theater und High Society. Die Ausstellung beleuchtet seine Zusammenarbeit und seine Freundschaften mit großen Modeschöpfern wie Coco Chanel und Elsa Schiaparelli; mit Filmstars wie Marlene Dietrich und Rita Hayworth sowie Künstlern und Designern wie Salvador Dalí und Jean-Michel Frank.“ Düsseldorf ist die einzige Station dieser Ausstellung in Deutschland.

Museen & Institutionen

Tastsinn in der Kunst

MARCEL DUCHAMP, Prière de toucher. Vorderseite des Einbandes der nummerierten Edition des Ausstellungskataloges zu «Le Surréalisme en 1947», 1947, Sammlung Hummel, Wien, Copyright: Succession Marcel Duchamp / 2016, ProLitteris, Zürich; Foto: Galerie Hummel, Wien

Bisweilen gibt es in Museen Spezialführungen für Blinde, die dann Skulpturen auch anfassen und ertasten dürfen, was sonst streng verboten ist. Obwohl für jeden Bildhauer auch die haptischen Momente eines Werkstoffes sensuell eine Rolle spielen, begreifen wir Malerei und Plastik in erster Linie als optisches Medium. Doch lässt sich Kunst auch ertasten? „Welche Rolle spielt die taktile Dimension beim Erleben von Kunst? Das Museum Tinguely Basel setzt seine Reihe zu den menschlichen Sinnen in den Künsten fort und zeigt in dieser Gruppenausstellung Arbeiten, die die zahlreichen Facetten unserer haptischen Wahrnehmung aufgreifen. Der abwechslungsreiche, viele Jahrhunderte umfassende Parcours lädt zu direkten taktilen Erfahrungen ein und fordert unsere Fähigkeit des ‚Embodiment‘. Barocke Allegorien, die Avantgarde mit Marcel Duchamp, körperbezogene Kunstformen der 1960er- und 1970er-Jahre (u.a. Valie Export, Bruce Nauman) und zeitgenössische Positionen (u.a. Pipilotti Rist, Pedro Reyes, Ana Mendieta) bilden Schwerpunkte der Ausstellung.“ Bis 16. Mai 2016. www.tinguely.ch

Hochschulen

Honorarprofessur

MICHAEL EISSENHAUER, Copyright: Staatliche Museen zu Berlin / Achim Kleuker, 2015

Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, wurde zum Honorarprofessor für Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität ernannt. Der Museumschef übernimmt am 1. August 2016 zusätzlich die Leitung die Leitung der Gemäldegalerie und der Skulpturensammlung.

Aktionen & Projekte

Mole Room

KINDERZIMMER IN DER WIENER U-BAHN

„Mole People“ nennt man in New York die „Tunnelmenschen“, die dort in den U-Bahnschächten leben – bereits Ende der 1980er Jahre schätzte man dort ihre Zahl auf etwa 5.000. Auch in anderen Großstädten wie Bukarest gibt es „Mole Rooms“ im U-Bahnsystem, in denen Obdachlose hausen und elternlose Kinder. Manchmal haben auch Jugendbanden dort ihre Verstecke. Die düstere Unterwelt hat Drehbuchautoren immer wieder zu Szenarien inspiriert, in denen die Filmregisseure wilde Verfolgungsjagden durch die Tunnelschächte inszenieren oder die „Mole People“ als eine geheimnisvolle Untergrund-Gesellschaft darstellen. Offensichtlich lassen sich aber auch Künstler zu Interventionen in den Hohlräumen zwischen den U-Bahnröhren inspirieren: kürzlich entdeckte man in der Berliner U-Bahn ein komplett eingerichtetes Wohn- und Schlafzimmer. Bereits 2012 hatten in Wien unbekannte Künstler in einem Betriebsraum der U-Bahn ein Kinderzimmer inszeniert: „Neben Möbeln und Spielutensilien waren dort Nahrungsmittel, Bekleidung und Dinge des täglichen Gebrauchs zu finden. Teppich und Tapete sowie Bilder und Poster sorgten für eine beinahe 'gemütliche' Atmosphäre.“ Das Zimmer wurde dann „verschlossen und anschließend nie wieder aufgesucht.“ 2014 erschien dazu ein Interview im österreichischen Kulturmagazin „The Gap“; außerdem publizierten die Künstler ein Video auf youtube. Während sich die Berliner Verkehrsbetriebe BVG nicht zu dem entdeckten Zimmer äussern und sein Sinn und Zweck unklar bleibt, lieferten die Wiener Künstler zu ihrer Intervention eine ausführliche kunsttheoretische Begründung: „Eine künstlerische Intervention vor Ort hat eine andere Präsenz, als ein medial gefilterter Ansatz wie etwa eine rein filmische Aufarbeitung. An diesem Raum gehen Tag für Tag hunderte Menschen vorbei. Das ist eine real existierende Situation, nur eine Handbreit entfernt vom Alltag der Menschen in Wien – kein Filmstudio. Das Dokumentationsvideo wurde zu einer Art Prothese des Raums, die die Entdeckung dieses Ortes eventuell erst ermöglicht und ihn einem größeren Publikum näher bringt... Ein Kinderzimmer bietet aber einen sehr scharfen Kontrast zur Betonarchitektur des Raumes. Es ist freundlich eingerichtet und bildet so einen naiven Kontrapunkt zur bedrückenden Ästhetik der Umgebung. Der Anblick des Raums ist gerade deshalb so aufwühlend, weil die Installation die Fremdbestimmung aufgreift, die ein Kind durch Erwachsene tagtäglich erfährt...“

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