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Aktionen & Projekte

Bauhaus-Verbund

BAUHAUS DESSAU, rekonstruierte Fassade, Fotoquelle: Wikipedia/Mewes

2019 jährt sich zum einhundertsten Male die Gründung des legendären Bauhauses. Es wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar als eine Kunstschule gegründet, an der Kunst und Handwerk eine Symbiose eingehen sollten. Das Bauhaus gilt bis heute als ein weltweit bedeutsames Zentrum für die Avantgarde der Moderne auf allen Gebieten der freien und der angewandten Künste. Aus politischen Gründen erfolgte 1925 der Umzug nach Dessau, wo die NSDAP 1932 die Schließung durchsetzte. Ludwig Mies van der Rohe versuchte das Bauhaus in Berlin weiter zu führen, doch dort erzwangen die Nazis 1933 die endgültige Auflösung. Das Dessauer Bauhaus-Gebäude ist seit 1994 Sitz der Stiftung Bauhaus Dessau. Für die Koordination der Jubiläumsfeiern wurde eine „Arbeitsgemeinschaft Bauhaus Verbund 2019“ gegründet, dem der Bund und sieben Bundesländer angehören: Baden-Württemberg, Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Eine Geschäftsstelle für die praktische Koordinierung wird in Weimar eingerichtet. „Die geplanten Aktivitäten stehen unter dem übergreifenden Thema „Die Welt neu denken“, einem Anspruch, dem sich bereits das historische Bauhaus gestellt hat und der das Weiterwirken der innovativen Bauhaus-Ideen umfasst. Das Thema Bauhaus wird mit dem Jubiläumsjahr nicht enden, die zahlreichen Aktivitäten werden vielmehr Impulse für die Zeit danach setzen. Hauptereignis werden drei Ausstellungen zur globalen Wirkungsgeschichte des Bauhauses und zahlreiche Aktivitäten an den drei historischen Bauhaus-Standorten in Weimar, Dessau und Berlin sein.“ www.bauhaus.de

Ausschreibungen

New Media Narratives

Das International Center of Photography (ICP) bietet ein Ein-Jahres-Vollzeit-Bildungsprogramm zum Thema „New Media Narratives“. Das Seminar bietet eine Einführung in neue Strategien der Bildgestaltung im Umfeld von Handys, Social Media, code, Hack-a-thons, Multimedia- und Datenvisualisierung. Anmeldungen sind bis zum 6. März 20915 möglich: www.icp.org

Ausschreibungen

Artist-in-Residence

Die RWE Stiftung vergibt zwei Stipendien an Künstler, die sich mit dem Themenfeld Energie und seiner gesellschaftlicher Relevanz auseinandersetzen. Dauer: 6 Monate. Fördersumme: 1.000 Euro/mtl. Die Stipendiaten arbeiten als Artists in Residence im Konzern. Infos unter www.rwestiftung.com/visit

Ausschreibungen

Konstanzer Förderpreis

Am 31. März 2015 endet die Bewerbungsfrist für den Förderpreis der Stadt Konstanz. Er ist für Künstler bis 35 Jahre in den Sparten Bildende Kunst, Musik und Literatur ausgelobt. Preisgeld: 1.500 Euro. Bewerbungsunterlagen bei: Kulturbüro der Stadt Konstanz angefordert werden. Tel. 07531 900 904, Fax 07531 900 910 oder E-Mail: Sarah.Muessig@konstanz.de, Kulturbüro Konstanz, Wessenbergstraße 39, 78462 Konstanz.

Ausschreibungen

Wettbewerb „Vernetzung“

Die Losito Kressmann-Zschach Foundation vergibt den Losito Kunstpreis zum Thema „Vernetzung“. Drei Einzelpreise sind mit insgesamt 15.000,-Euro dotiert. Geografische Eingrenzung: nur Bewerbungen von Profi-Künstlern Berlin und Brandenburg haben. sind eingeladen, sich mit Werken der Malerei und Zeichnung/Grafik zu bewerben. Aus allen Bewerbungen mit Fotografien von maximal fünf Werken trifft die Jury eine erste Auswahl der Künstler, die zur zweiten Jurystufe eingeladen werden und dann ein Originalkunstwerk aus der Bewerbung einreichen. Die Bewerbung ist zwischen dem 9. März und 10. April 2015 ausschließlich per Postsendung möglich. Stichwort „Losito Kunstpreis 2015“, Losito Kressmann-Zschach Foundation, Kranzer Straße 6/7 in 14199 Berlin. Bewerbungsformular unter: www.lkzf.de/dev/ausschreibung-losito-kunstpreis-2015

Ausschreibungen

Schwarzenberger Kunstpreis

Der Schwarzenberger Kunstpreis „art-figura 2015“ zum Thema „Aktion – Reaktion“ soll „Traditionen der Bildhauerkunst im sächsischen Raum in neuen Ausdrucksformen widerspiegeln.“ Jeder Teilnehmer kann eine einzige fertige Plastik einreichen (Innenskulpturen max. 75 kg, Außenskulpturen max. 1.000 kg). Preisgelder: 3.000/2.000/1.000 Euro, Publikumspreis 500 Euro. Bewerbungsschluss: 31. März 2015. Infos und Kontakt:  Perla Castrum, Obere Schlossstraße 36, 08340 Schwarzenberg, perla.castrum@schwarzenberg.de, Internet: http://www.burg-halle.de

Ausschreibungen

Illustrations-Wettbewerb

Bis zum 13. April 2015 läuft der Wettbewerb „Der Meefisch“ der Stadt Marktheidenfeld für das beste unveröffentlichte Bilderbuchprojekt im deutschsprachigen Raum. Ausgelobt sind ein Jurypreis in Höhe von 2.000 Euro und ein Publikumspreis in Höhe von 500 Euro. Einzureichen sind drei Originalillustrationen an: Stadt Marktheidenfeld, Luitpoldstr. 17, 97828 Marktheidenfeld, Tel. 09391-500416 0der 81785, der-meefisch@marktheidenfeld.

Ausschreibungen

Missing Link

Das Psychoanalytische Seminar Zürich lädt wieder zur Bewerbung um den „Missing Link“ ein. Es können neuere wissenschaftliche Arbeiten, Projekte und Kunstwerke eingereicht werden, innerhalb derer es zu einem interdisziplinären Austausch zwischen der Psychoanalyse und einem anderen Gebiet der Wissenschaft oder der Kultur kommt. Preissumme: 5.000 Franken/Förderpreis für junge Bewerber bis 30 Jahre: 2.000 Franken. Einzureichen sind Arbeiten bis max. 30 Seiten Umfang oder Kunstwerke (auch mehrteilig). Deadline: 31. März 2015. Kontakt: the.missing.link@psychoanalyse-zuerich.ch, Dr. phil. Olaf Knellessen , Oberdorfstrasse 13 CH-8001, Zürich, Schweiz, www.psychoanalyse-zuerich.ch/ausschreibung_2015

Kulturpolitik

Streit um Mindestlohn

Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB hegt den Verdacht, dass manche Museen bei der Bezahlung ihrer Volontäre den gesetzlichen Mindestlohn umgehen: richtet sich ihre Bezahlung stattdessen am Tarif für Anwärter im öffentlichen Dienst aus, dann sind es deutlich weniger als die gesetzlich vorgeschriebenen 8,50 Euro. Zwar gilt dieser Mindestlohn nicht für Auszubildende, doch wenn reguläre Museumsaufgaben auf Volontäre abgewälzt werden und diese eine „vollwertige akademische Leistung“ erbringen müssen, dann könne man nicht mehr von einem Ausbildungsverhältnis reden, so ein DGB-Sprecher. Insgesamt sind rund 700 Volontäre an deutschen Museen beschäftigt, und für sie gibt es bislang keine „gesetzlich oder tarifvertraglich ausgestalteten Normen“. Mehr als die Hälfte von ihnen wird derzeit schon nach einem Tarif über dem Mindestlohn bezahlt. Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbundes: „Der Deutsche Museumsbund setzt sich bereits seit vielen Jahren für eine angemessene Bezahlung von Volontären ein“.

Hochschulen

Assistenz-Professur

PROF. EVA EHNINGER, Foto: Universität Basel

Prof. Dr. Eva Ehninger ist neue Assistenz-Professorin für Zeitgenössische Kunst an der Universität Basel. Die Professur wird von der Laurenz-Stiftung finanziert und auf fünf Jahre befristet. Die Stiftung unterhält ein Schaulager in Münchenstein bei Basel, wo die nicht ausgestellten Werke der Emmanuel-Hoffmann-Stiftung aufbewahrt werden.

Messen & Märkte

Market Art Fair Stockholm

Die Liljevalchs Konsthal 1950

Die Liljevalchs Konsthal im Stockholmer Bezirk Djurgarden in Hafennähe ist Veranstaltungsort der Market Art Fair (17. bis 19. April 2015). Die kleine Messe bietet lediglich weniger als 40 Galerien Raum, und diese haben allesamt eine Adresse in den skandinavischen Ländern. www.market-art.se

Galerien & Auktionshäuser

Teuerstes Bild

Paul Gauguins Bild „Nafea faa ipoipo (Wann heiratest du?)“ hing bis jetzt als Dauerleihgabe im Kunstmuseum Basel. Es wird im Frühjahr 2015 in der Fondation Beyeler, anschließend noch in Madrid und Washington gezeigt und dann für angeblich 300 Mill. Euro verkauft. Damit wäre es dann das teuerste Werk der bildenden Kunst. Die Preisangabe in den Medienberichten wurde aber bislang offiziell nicht bestätigt.

Hochschulen

Finissage

ULRIKA ELLER-RÜTER

Ulrika Eller-Rüter, Professorin für Kunst im gesellschaftlichen Kontext und Wandmalerei an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter, veranstaltet am 21. Februzar 2015 eine Finissage in der Galerie FRIDANORMAJEANE in Herten. Ihre Exponate in der dortigen Ausstellung beschäftigen sich mit dem Thema „Schatten“.

Aktionen & Projekte

IPA Herbst Bristol

Jelili Atiku aus Nigeria

Die Initiative IPA-International Performance Association richtet vom 12. bis zum 25. Oktober 2015 einen Performance-Herbst mit Workshops in Bristol und Glastonbury/Somerset aus. Workshop-Leiter sind VestAndPage, Jelili Atiku und Jürgen Fritz. Die Teilnehmer arbeiten in drei Gruppen zu max. 15 Personen zusammen. Infos: www.ipapress.i-pa.org/en/ipa-autum-2015

Galerien & Auktionshäuser

Portigon-Sammlung

Als Nachfolgerin der WestLB muss die Portigon AG nach EU-Recht in Kürze abgewickelt werden. Zum Betriebsvermögen des landeseigenen Bank-Instituts gehören rund 400 Kunstwerke; viele davon befinden sich als Leihgaben in NRW-Museen. Die Landesregierung will die Sammlung im Land halten und bis zur Sommerpause ein Stiftungsmodell dafür entwickelt haben.

Messen & Märkte

BRAFA Brüssel

126 Aussteller nahmen an der BRAFA Brussels teil, 51 von ihnen kamen aus Belgien, die anderen aus dem Ausland. Da kurz zuvor ein Terroranschlag in Belgien verhindert wurde, war auf der Veranstaltung eine stärkere Polizeipräsenz als sonst sichtbar. Die BRAFA blickt nun auf 60 Jahre zurück und ist längst keine reine Antiquitätenmesse mehr wie in ihren Anfangsjahren: ein Londoner Kunsthändler bot z.B. Arbeiten von Serge Poliakoff (1968) und von Damien Hirst (2008) an. „Die Galerie“ aus Frankfurt hatte Arbeiten von COBRA-Künstlern im Programm. Das „Handelsblatt“ apostrophierte die Veranstaltung trotz ihrer Öffnung gegenüber der Nachkregsmoderne als „Traditionsmesse für ein bürgerliches Publikum“.www.brafa.be

Galerien & Auktionshäuser

Rekordpreis für Richter

Gerhard Richters „Abstraktes Bild“ (1986) hing lange im Kölner Museum Ludwig. Jetzt wurde es bei Sotheby's für 41 Mill. Euro versteigert – das ist ein Rekordpreis für ein Werk dieses Malers. Der Käufer blieb anonym. www.sothebys.com

Messen & Märkte

art3G-Lyon Art Fair

Die art 3G- Lyon Art Fair (10. bis 12. April 2014) hat eine Schwestermesse in Bordeaux (25. bis 27. Sept. 2015); beide firmieren als art3G - Foire internationale d'art contemporain. Das „G“ steht für „Galerie“ - diese Messe ist Galeristen vorbehalten, während bei anderen Veranstaltungen mit dem Etikett „art3f“ neben den Kunsthändlern auch Künstler ausstellen dürfen. Im Euroexpo Lyon stehen 4.500 qm zur Verfügung. Die Veranstalter rechnen in diesem Jahr mit 25.000 Besuchern und betonen, dass Lyon als drittgrößte Stadt in Frankreich dem Kunsthandel gute Marktchancen biete: das Einkommen der Privathaushalte sei hier 3,5 mal höher als im französischen Durchschnitt. Nach einer Erhebung kämen daher auch 72 Prozent des Publikums mit der prinzipiellen Bereitschaft, Kunst zu kaufen, zu den „art3“-Messen. Die tatsächlichen Verkäufe beziffern die Vereanstalter mit „613 Objekten auf jeder Messe“. www.art3g.com

Messen & Märkte

Miart Milano

MIART MILANO

Vom 10. bis zum 12. April 2015 läuft die Miart Milano. Künstlerischer Direktor ist Vincenzo de Bellis. Der Hallenplan ist in die Sektoren „Established“ für internationale Kunsthändler mit moderner und aktueller Kunst und „Emerging“ für junge aufstrebende Galerien unterteilt. Nur auf Einladung dürfen in einer dritten Sektion „THENow“ ein älterer und ein jüngerer Künstler zusammen ausstellen. Ein weiterer spezieller Bereich „Object“ ist für Design-Objekte in limitierter Editionsauflage reserviert. Insgesamt nehmen 150 Galerien an der Messe teil. www.miart.it

Messen & Märkte

Art Cologne-Preis

HANS MAYER in seiner Galerie, 2008, Foto: Copyright Ralph Görtz

Hans Mayer ist diesjähriger Träger des Art Cologne-Preises. Der Bundesverband Deutscher Galeroien und Kunsthändler BVDG und die Kölner Messegesellschaft vergeben den Preis für herausragende Leistungen in der Kunstvermittlung. Der Düsseldorfer Galerist Hans Mayer ist aktives Gründungsmitglied des Kölner Kunstmarktes als Vorläufer-Veranstaltung der Art Cologne. Mayer begann seine Galeristenlaufbahn 1965 in Esslingen, gründete dann zusammen mit Denise Renée 1967 eine Galerie in Krefeld und zog Anfang der 1970er Jahre nach Düsseldorf um. Anfangs lag der Programmschwerpunkt auf konstruktivistischer und kinetischer Kunst; später auch auf der US-Pop Art und weiterhin auf Minimalismus. 2011 ließ er von Max Bill einen Neubau für seine Galerie gegenüber dem Düsseldorfer K20 errichten. www.artcologne.de

Museen & Institutionen

Internet-Museum

Eine private Initiative Internet.Museum Berlin will mit ihrem Projekt die Geschichte des Internet museal dokumentieren und sucht derzeit nach einem geeigneten Standort in der Hauptstadt. Gleichzeitig wollen die Initiatoren auch große IT-Firmen als Sponsoren gewinnen. Historisch reicht der Bogen von Mathematikern des 17. Jh wie Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), die sich mit binären Zahlendarstellungen beschäftigten und damit die Voraussetzungen für die heutige Informatik schufen, bis zu den ersten Websites, seit das World Wide Web 1991 etabliert wurde. Neben diesem historischen Bereich sind auch digitale Kunstausstellungen geplant.

Museen & Institutionen

Bestandserweiterung

Grassi-Museum für Angewandte Kunst

Die umfangreichste Bestandserweiterung seit seiner Wiedereröffnung nahm das Leipziger Grassi-Museum für Angewandte Kunst 2014 vor: im vergangenen Jahr erwarb das Museum 972 Objekte neu. Sie haben für die Stadt Leipzig einen Bilanzwert von 1,5 Mill. Euro. Für 2015 sind zehn Sonderausstellungen geplant. www.grassimuseum.de

Museen & Institutionen

Der doppelte Kirchner

ERNST LUDWIG KIRCHNER, „Drei Akte auf schwarzem Sofa“,1910, Öl auf Leinwand, 85 x 94 cm, Detail, Bündner Kunstmuseum Chur

Die Jahre unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg waren insbesondere auch für die Künstler wirtschaftlich hart. „Auch ich muss jetzt sparen“, klagte der Expressionist Ernst-Ludwig Kirchner und bemalte deswegen auch die Rückseiten seiner schon fertigen Leinwand-Bilder. 16 solcher beidseitig bemalter Leinwände stellt die Kunsthalle Mannheim ins Zentrum ihrer aktuellen Ausstellung „Der doppelte Kirchner“ (6. Feb. bis 31. Mai 2015). www.kunsthalle-mannheim.de

Preise

Max Ernst-Stipendium

Sophie Schweighart tritt das Max Ernst-Stipendium der Stadt Brühl an (10.000 Euro). Die Stipendiatinst Studentin an der Hamburer Kunstakademie in der Klasse von Pia Stadtbäumer.

Preise

Peter und Luise Hager Preis

Kunstkapelle im Cusanus Haus – HBKsaar-Studentinnen Marion Cziba und Tanja Huberti initiieren Ausstellungsprogramm

Marion Cziba (1. Preis), Daniela Spinelli und Birte Spreuer (2. Preis) sowie Tarek Mawad (3. Preis) nahmen in der Galerie der HBK Saar den Peter und Luise Hager-Preis entgegen. Der Wettbewerb war für die Studenten an der Saarbrücker Kunstakademie zum Thema „Spannung“ ausgeschrieben. www.hbksaar.de

Aktionen & Projekte

Weltoffenes Dresden

Im Streit um die Führungsrolle des Dresdner „Pegida“-Gründers Lutz Bachmann hat sich die rechtspopulistische Bewegung inzwischen aufgespalten, und wenn auch die Rest-Pegida und die Abtrünnigen der „Direkten Demokratie für Europa“ bei ihren Demonstrationen inzwischen nicht mehr soviel Zulauf haben wie noch vor einigen Wochen, so ist Dresden dennoch nicht über Nacht weltoffener geworden. Das war Grund genug für einige Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen, innerhalb von nur zehn Tagen ein spontanes Festival „Weltoffenes Dresden“ zu organisieren. Sieben gelbe Container, wie sie auch als Notunterkünfte für Flüchtlinge eingesetzt werden, bieten bis zum 23. Februar 2015 an zentralen Orten der Stadt ein Programm mit Ausstellungen, Filmvorführungen, Lesungen und diversen Kunstaktionen. Beteiligt waren u.a. die Landesbühnen Sachsen, das Goethe-Institut Dresden, die Initiative für Asyl und gegen Rassismus und Künstler des internationalen Ensembles der Semperoper.

Aktionen & Projekte

Sky und Ocean

OTTO PIENE UND JÜRGEN CLAUS 2010 im Atelier Claus 2010, Foto: Nora Claus

Im vergangenen Jahr starb Otto Piene, Mitbegründer der ZERO-Gruppe. Jürgen Claus arbeitete als Künstler schon sehr früh mit Wasser und mit Sonnenlicht, entwickelte später auf der Basis der Photovoltaik auch Solarkunst-Konzepte. Beide Künstler verband seit1964 eine langjährige Freundschaft. Claus arbeitete als Fellow und Research Assistant von 1983 bis 1987 am Center for Advanced Visual Studies, das Piene bis 1994 leitete. Claus begriff als Künstler schon sehr früh die „inneren Räume“ der Erde, z.B. in den Meerestiefen, ebenso wie die äusseren Räume im Weltall als Spiegelflächen für „unsere gegenwärtigen Erfahrungen“. Zum Begriff „Sky Art“ notierte er 1981: „Der innere und der äußere Raum haben unsere visuelle Konzeption dieses Planeten verändert. Diese Metamorphose vollzieht sich in uns – in der Tiefe unserer Psyche und in unserem neuen Wissen.“ In seinem Aachener Projektaum „project.claus...“ (Kuckhoffstr. 39) zeigt er nun bis zum 24. April 2015 unter dem Titel „Sky und Ocean“ Arbeiten von sich und vion Otto Piene. Bei einer Filmsoirée am 27. März 2015 (19 Uhr) werden Filme zu den Sky Events von Otto Piene und von den Unterwasser-Skulpturengärten, die Jürgen Claus schuf, vorgeführt. www.juergenclaus.de

Messen & Märkte

World Art Dubai

Dubai World Trade Center

Das Dubai World Trade Center ist Schauplatz der World Art Dubai (8. bis 11. April 2015, nicht zu verwechseln mit der Art Dubai im März). Unter dem Motto „Inspiring Lifestyle with Accessible Art“ will die Messe „regionale und globale Künstler und Galerien“ zusammen bringen. Das Programm umfasst Gemälde, Druckgrafik, Skulptur, Fotografie, Installationen, Performances, Mixed Media, neue Medien und Street Art. www.worldartdubai.com

Biennalen

Sharjah Biennale

EUNGIE JOE. Courtesy Fitz & Co. 

„The past, the present, the possible“ lautet das Motto der Sharjah Biennale (5. März - 5. Juni 2015). Kuratorin ist Eungie Joo, als assoziierter Kurator gehört Ryan Inouye ebenfalls zum Team. Eungie Joo begann ihr Konzept in einem Gespräch mit dem Künstler Danh Vo zu entwickeln: beide dachten gemeinsam darüber nach, mit welchen Imaginationen Künstler über den gegenwärtigen Zustand sozialer und politischer Einschränkungen hinaus denken könnten. Sharjah ist Mitglied einer noch relativ jungen Föderation der Arabischen Emirate; die Förderung von Kultur und Bildung dient dort auch einem Prozess der politischen und kulturellen Selbstfindung unter den Bedingungen des 21. Jh. Die Sharjah Biennale hat seit 1993 großformatige Installationen, Filme und Performances in ihrem Programm. In diesem Jahr sind 50 Künstler eingeladen. Das traditionelle „March Meeting“, das die Sharjah Biennale jedes Mal begleitet, wurde diesmal auf den Mai verschoben. www.sharjahbiennial.org

Aktionen & Projekte

Stückwerk-Performance

SIGLINDE KALLNBACH, „Stückwerk“, Köln 2015, Foto und Copyright: Friedhelm Schulz

Etwas zu voreilig und zu vollmundig kündigten Christoph Kuckelkorn, künstlerischer Leiter des Kölner Rosenmontagszuges, und das Festkomitee Kölner Karneval für den diesjährigen Umzug einen Mottowagen mit „Charlie Hebdo“-Motiv an. Doch dann machten die Obernarren wieder einen Rückzieher: „Im Nachhinein müssen wir erkennen, dass es möglicherweise keine so gute Idee war, den Entwurf so frühzeitig zu präsentieren und damit einen langen Zeitraum für die Entwicklung von Schreckensszenarien zu lassen“. Die kleinlaute Kehrtwendung, auf einen solchen Karnevalswagen für die Freiheit von Satire und Persiflage dann doch lieber zu verzichten, machte die Künstlerin Siglinde Kallnbach zum Thema ihrer „Stückwerk“-Performance anlässlich der Vernissage der Ausstellung „Ritualbilder“ im Kölner Kunstraum „Ba Cologne“. Aus Fotokopien mit der Entwurfszeichnung schnitt sie aus dem Text „Ich bin Charlie“ den Namenszug aus, fügte diese „Zensurschnipsel“ dann in ihre Exponate mit „Ungeschehenen Bildern“ ein und verteilte die Blätter mit dem getilgten Namen ans Publikum. Die Körpersprache und -symbolik war bewusst eindeutig inszeniert: Kallnbach reckte den Arm wie die New Yorker Freiheitsstatue hoch, hielt dabei nicht eine Fackel, sondern Bleistifte als Symbol der Meinungs- und Pressefreiheit hoch. Zugleich erinnerte die Pose auch an das berühmte Bild von Eugéne Delacroix über die Französische Revolution, wobei hier die halb entblößte Brust den Blick auf die Narbe nach einer Brustkrebsoperation frei gab. Seit sie 2011 bei einer Performance an einer Kopfbandage fast erstickt wäre, macht Siglinde Kallnbach keine Aktionen mit physischer Gefährdung mehr und nennt ihre Solo-Auftritte auch nicht mehr „Performance“, sondern Stückwerk.

Biennalen

Performatik

Zum vierten Mal findet in Brüssel die Performatik als Biennale für Performance-Kunst statt (18.- 29. März 2015). Das Festival versteht sich als „intermediates Gelände“, in dem die verschiedenen Facetten und Beziehungen zwischen den plastischen und den performativen Künsten ausgelotet werden: der Besucher könne im Laufe des Programms von der Rolle des Theaterzuschauers in die eines Betrachters wie in einem Museum schlüpfen und umgekehrt. Als Highlights sind u.a. ein Projekt der Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker und eine Theater-Performance von Joelle Turlinckx angekündigt. Die Performance-Biennale geht im Kaai-Theater und an anderen Aufführungsorten über die Bühne. www.performatik.be.

Biennalen

Irischer Pavillon

Sean Lynch, Adventure: Capital

Mit einer neuen Arbeit von Sean Lynch beteiligt sich Irland an der kommenden Biennale von Venedig. Sein Beitrag ist mit „Adventure: Capital“ betitelt und folgt den Spuren einer Reise „vom Mythos zum Minimalismus in Irland und Großbritannien“. Dabei führt er in Videos und Skulpturen unter Verwendung von Archivmaterialien griechische Flussgötter, Ansichten von Kunst am Bau auf Regionalflughäfen, Steinbrüche und die Kunst des Steinschneidens und andere Elemente zusammen.

Galerien & Auktionshäuser

Koons: Runder Geburtstag und Editionen

JEFF KOONS, Fotoquelle: Wikipedia/David Shankbone

Die Nürnberger Galerie Fluegel-Roncak hat sich auf Pop Art spezialisiert. Zu den Highlights des aktuellen Programms gehört eine Edition mit einem Porzellanteller und der roten „Baloon Dog“-Skulptur von Jeff Koons (1995). Die Figur ist auch aus Porzellan und mit einem rot glänzenden Metallüberzug. Diese Arbeit ist eine kleinere Version einer orangefarbenen Baloon Dog-Skulptur in Versailles, die 2014 bei Sotheby's für 27.000 Dollar versteigert wurde. Die große Skulptur kam bei Christie's unter den Hammer und erzielte mit 58,4 Mill. Dollar den höchsten Preis, den jemals ein Werk eines lebenden Künstlers erreichte. Damit löste Jeff Koons Gerhard Richter als teuersten lebenden Künstler ab. Koons, der am 21. Januar 2015 sechzig Jahre alt wurde, gilt mit seiner Vorliebe für eine schmerzfreie ästhetische Symbiose aus Hochkunst und Kitsch als provokant und als ebenso geschäftstüchtig. So umfasst das Repertoire des Künstlers auch die bekannte Trickfilmfigur „Rudolf das Renntier“: den Elch mit der roten Nase bekommt man als Thermoprint-Edition ebenfalls in der Nürnberger Galerie. www.fluegel-roncak.com/kuenstler/koons-jeff.aspx

Kulturpolitik

Absage

Hermann Nitsch, Foto: BildendeKunst,Wien,Österreich,HOG,APA

Fast ein Jahr lang arbeitete Hermann Nitsch an der Vorbereitung einer Ausstellung im Museo Jumex (Mexico) und an seiner „Sinfonie für Mexico City“. Doch dann sagte die Fundación Jumex mit Hinweis auf die aktuelle politische und soziale Situation in Mexico das Projekt ab: es seien „unerfreuliche Reaktionen“ von Tierschützern zu befürchten. An Proteste gegen seine Kunst und hämische Zeitungskommentare („Blutorgie in Kölner Kirche“, so titelte z.B. der Kölner „Express“ in den 1990er Jahren über eine Nitsch-Aktion mit Schüttbildern) ist Nitsch gewöhnt. Doch eine Ausstellungsabsage ist auch für ihn ein Novum. Eine mexikanische Künstlerin initiierte eine Petition „Si a Hermann Nitsch“ und sammelt via Internet dazu Unterschriften: www.change.org/p/fundaci%C3%B3n-jumex-si-a-hermann-nitsch?, - www.nitsch.org

Messen & Märkte

Fotomessen: Neue Leitung

Florence Bourgeois und Christoph Weisner

Florence Bourgeois ist neue Direktorin der Fotomessen Paris Photo und Paris Photo Los Angeles. Neuer künstlerischer Leiter ist Christoph Wiesner, der in den vergangenen Jahren in der Berliner Galerie Esther Schipper und der Pariser Galerie Yvon Lambert tätig war. www.parisphoto.com

Messen & Märkte

SP-Arte Sao Paulo

Performance auf der SP-Arte 2014

140 Galerien aus 17 Ländern reisen zur SP-Arte Sao Paulo an (9. bis 12. April 2015). Sie kommen u.a. aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, England, Mexiko, Portugal, Südafrika und der Slowakei. Darunter finden sich auch prominente Namen wie Gagosian Gallery und David Zwirner. Die brasilianischen Galerien stellen 80 Teilnehmer. Die Messe wird seit 11 Jahren ausgerichtet. Neu sind in diesem Jahr ein Sektor „Open Plan“ für Installationen und ein Bereich für Performances. Diverse Talkshows und Paneeldiskussionen runden das Programm ab. www.sp-arte.com

Personalien

Runder Geburtstag

KONRAD KLAPHECK porträtiert von Lothar Wolleh, Quelle: Wikipedia

Konrad Klapheck feierte seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass richtet ihm das Kunstfoyer München (Versicherungskammer Kunststiftung) eine Ausstellung mit seinem grafischen Werk aus. Bekannt wurde Klapheck durch seine Bilder mit Schreibmaschinenmotiven, das erste malte er bereits 1955. Um 1961 pflegte er Kontakte zu den Pariser Surrealisten. 1979 wurde er Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. www.versicherungskammer-kulturstiftung.de

Preise

Hans Purrmann-Preis

LORETTA FAHRENHOLZ, * 1981 in Starnberg

Loretta Fahrenholz empfing den Großen Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer (20.000 Euro). Der Förderpreis ging Lukas Glinkowski. Der Preis unterstützt „junge Künstler im Blick, die einen relevanten Beitrag zum aktuellen Kunst-Diskurs leisten.“ Der in Speyer geborene Maler Hans Purrmann (1880-1966) war Matisse-Schüler und gehörte zu den international bekannten Künstlern des frühen 20. Jahrhunderts. Er ist Ehrenbürger der Stadt. www.speyer.de

Preise

Wolfgang Hahn-Preis

MICHAEL KREBBER, “MK/M 2014/15”, 2014, acrylic and spray paint on canvas, 160 x 120 cm, detail

Michael Krebber und R. H. Quaytman dürfen am 14. April 2015 im Kölner Museum Ludwig den Wolfgang Hahn-Preis entgegen nehmen. Zum ersten Mal in der 20jährigen Geschichte dieses Preises geht die Auszeichnung in einem Jahr an zwei Künstler. Die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig stellt bis zu 100.000 Euro für den Ankauf von Werken der Preisträger bereit. „Beide Künstler beschäftigen sich seit vielen Jahren mit den Prämissen, Herausforderungen und Möglichkeiten aktueller Malerei und haben dieser zu Diskussion unverwechselbare Beiträge beigesteuert“, erklärte der neue Museumsdirektor Yilmaz Dziewior. www.museum-ludwig.de

Personalien

Luzern: Neues Museumsfoyer

KULTUR- UND KONGRESSZENTRUM LUZERN, Nachtaufnahme, Fotoquelle: Wikipedia/ch-info. CC-BY-SA-3.0; CC-BY-SA-3.0-DE; BILD-GFDL-NEU; GNU-Free Documentation License.

Urs Lüthi bekam den Auftrag, im Rahmen der Sanierung des Kunst- und Kulturzentrums Luzern ein neues Foyer für das Kunstmuseum Luzern zu gestalten. Das Gebäude wurde im Jahr 2000 von dem Architekten Jean Nouvel errichtet. Dort befindet sich das Museum in der vierten Etage, bislang freilich ohne einen eigenen Eingang. Wer den Lift verlässt, der gelangt bis jetzt in eine Situation, die man aus Sicht der Museumsleitung als optisch und räumlich unbefriedigend empfand. Lüthi gestaltet nun ein neues Foyer, das mit einem Buchladen und einem Café künftig zu angenehmem Verweilen einlädt. Dazu entwickelte Lüthi ein Konzept „Nature Morte“ mit eigens entworfenen Möbeln und integrierten Vitrinen, dessen Umsetzung dem Besucher die Atmosphäre einer Wunderkammer suggeriert. Der Umbau von 250 qm Fläche kostet 1,8 Mill. Franken und soll bereits im Sommer 2015 abgeschlossen sein. www.kkl-luzern.ch

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