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Personalien

Per Kirkeby gibt die Malerei auf

Per Kirkeby

Am Wochenende meldeten die beiden auflagenstärksten Tageszeitungen Dänemarks, Politiken und Jyllands-Posten, dass der dänische Künstler Per Kirkeby (geb. 1938) gesundheitsbedingt die Malerei aufgegeben hat.

Der promovierte Geologe Per Kirkeby, dessen künstlerische Karriere 1962 an der Experimentierenden Kunstschule in Kopenhagen begann, zählt zu den international bedeutendsten skandinavischen Gegenwartskünstlern. In den 1960er Jahren arbeitete Kirkeby bereits mit namhaften Fluxus-Künstlern wie Joseph Beuys und Nam June Paik in den Bereichen der Filmkunst und des Happenings zusammen. 1976 und 1980 war Kirkeby auf der 37. und 39. Biennale von Venedig vertreten. Darüber hinaus wurden auf der von Rudi Fuchs kuratierten Documenta 7 und der von Jan Hoet kuratierten Documenta IX Arbeiten von Kirkeby präsentiert. Seine erste internationale Einzelausstellung wurde 1977 im Folkwang Museum in Essen gezeigt. Ab 1978 war Kirkeby Professor für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, an der auch der deutsche Malerfürst Georg Baselitz unterrichtete. Von 1989 bis 2000 lehrte er an der Frankfurter Städelschule.

International bekannt geworden ist Per Kirkeby insbesondere durch seine großformatigen vom Abstrakten Expressionismus, der Pop Art und dem Tachismus inspirierten Gemälde und durch archetypische skulpturale Backsteinarchitekturen, die sich in zahlreichen Sammlungen deutscher Museen und Städte befinden.

Dass Per Kirkeby sich zukünftig nicht mehr der Malerei widmen kann, ist einer aufgrund von Hirnblutungen eingeschränkten Sehfähigkeit des 76-jährigen Künstlers geschuldet, die es ihm nicht erlaubt, Farben zu erkennen oder im großen Format zu arbeiten.

Das selbstausgesprochene Ende seiner Malerei bedeutet aber für Per Kirkeby kein Ende von der Kunst. Erst vor 2 Wochen fertigte Kirkeby in der Druckwerkstatt von Niels Borch Jensen in Kopenhagen zwei neue Radierungen anlässlich der im Museum Jorn, Silkeborg, vom 1. Februar bis 24. Mai 2015 gezeigten Retrospektive PER KIRKEBY KOMPLETT mit sämtlichen 1.500 Radierungen des Künstlers.

Aktionen & Projekte

Symposion in Zürich

Beatrix Ruf, Julia Moritz und Daniel Baumann haben zuum 30jährigen Bestehen der Kunsthalle Zürich ein Symposion konzipiert. Termin: Donnerstag 5. Februar und Samstag 7. Februar 2015. Zum Auftakt kommen die ursprünglichen Gründungsmitglieder erneut zusammen. Thomas Müllenbach, Peter Bosshard und Urs Stahel werden, gemeinsam mit Bernhard Mendes Bürgi (erster Direktor der Kunsthalle Zürich) und moderiert von Bice Curiger, die kulturpolitische, örtliche sowie inhaltliche Ausgangslage und die frühen Jahre der Kunsthalle Zürich diskutieren. Die Beiträge am zweiten Tag widmen sich der Frage: Schreiben die verschiedenen Formen und Inhalte von Ausstellung ihre eigene Kunstgeschichte? www.kunsthallezurich.ch

Preise

Justus-Bier-Preis

Bogomir Ecker, Raimund Kummer, Friedemann Malsch und Herbert Molderings werden am 30. April 2015 mit dem Justus-Bier-Preis für Kuratoren bedacht. Sie teilen sich das Preisgeld von 5.000 Euro. Auslober ist die „Helga Pape Stiftung Jens und Helga Howaldt“ in Hannover, die mit dem Preis Kuratoren auszeichnet, deren Ausstellungen und Kataloge fachlich und sprachlich besonders überzeugen. Justus Bier war in den 1930er Jahren Direktor der Kestner-Gesellschaft in Hannover, bevor er 1937 vor den Nazis in die USA emigrieren musste. Die vier Preisträger werden für ihre Ausstellung „Lens Based Sculpture“ gewürdigt, die die Berliner Akademie der Künste gemeinsam mit dem Kunstmuseum Liechtenstein in Vaduz durchführte. Die Ausstellung untersuchte an beiden Orten mit Beiträgen von 70 Künstlern das Verhältnis von Skulptur und Fotografie.

Preise

Kärntner Volksbank-Preis

Eric Kressnig gewann den Preis „Kunst.Volksbank.Kärnten“ (10.000 Euro). Der preisträger absolvierte die Meisterklasse von Prof. Gunter Damisch an der Wiener Kunstakademie. Mit der Preisvergabe werden Kärntner Künstler unter 60 Jahren unterstützt.

Personalien

Flick: Schenkung

FRIEDRICH CHRISTIAN FLICK vor Arbeiten von Thomas Schütte

Friedrich Christian Flick schenkte den Staatlichen Museen Berlin 104 Werke zeitgenössischer Kunst. Zu der Donation gehören u.a. Arbeiten von  Cindy Sherman, Rodney Graham, Candida Höfer, Paul McCarthy, Thomas Schütte und Thomas Struth. Sie werden in die Sammlung des Hamburger Bahnhofs integriert und im Herbst 2015 in einer Ausstellung öffentlich vorgestellt.

Personalien

Neuer Chefkurator

Bart van der Heide trat im Februar 2015 die Stelle des Chefkurators am Stedelijk Museum in Amsterdam an. Vorher war er am Kunstverein München tätig. www.stedelijk.nl

Hochschulen

Werkvortrag

Im Rahmen der Reihe „Ästhetik des Performativen“ hält Karla Black aus Glasgow einen Werkvortrag an der Staatl. Kunstakademie Karlsruhe. Termin: 12. Februar 2015, 19 Uhr. Die Bildhauerin zählte 2011 zu den Kandidaten für den Turner Prize. Im vergangenen Frühjahr hatte sie eine Ausstellung bei David Zwirner in New York. www.kunstakademie-karlsruhe.de

Ausschreibungen

Videoförderpreis

Das Filmbüro Bremen fördert die Herstellung und Präsentation zweier Videokunstprojekte. Gefördert werden ausschliesslich Konzepte, die noch nicht realisiert wurden. Preisgelder: 1. Preis: 5.000 Euro / 2. Preis: 1.500 Euro. Die Ausstellung der mit Hilfe der Preisgelder realisierten Projekte soll in Bremen stattfinden. Zugelassen sind Bewerbungen aus dem deutschsprachigen Raum und den Bremer/Bremerhavener Partnerstädten. Deadline: 20. Februar 2015. www.vkp-bremen.de

Personalien

Direktorenwechsel

Ralf Beil ist neuer Direktor am Kunstmuseum Wolfsburg. Zuvor war er neun Jahre lang an der Mathildenhöhe in Darmstadt tätig. www.kunstmuseum-wolfsburg.de

Galerien & Auktionshäuser

Umsatzbilanz

Für das Jahr 2014 ermittelte die Kunstplattforum Artnet in ihrem Report eine Umsatzsteigerung von rund 12 Prozent – weltweit wurden im vergangenen Jahr im Kunsthandel etwa 16 Milliarden Dollar (ca. 14 Milliarden Euro) umgesetzt. Am umsatzstärksten erwiesen sich die Werke von Andy Warhol, Pablo Picasso, Francis Bacon und Gerhard Richter. Insgesamt, d.h. inklusive Antiquitäten antiker Kunst und alter Uhren ermittelte der Art Market-Report im Auftrag der TEFAF-Kunstmesse für 2013 einen weltweiten Umsatz von 47 Milliarden Dollar. 53 Prozent davon erwirtschaften Galerien und Kunsthändler, 47 Prozent die Auktionshäuser. Den größten Marktanteil verbucht dabei die zeitgenössische Kunst (46 Prozent), etwa 18 Prozent vom großen Kuchen beansprucht der Handel mit den Impressionisten, und nur 10 Prozent die Verkäufe von Alten Meistern: hier befinden sich die bekanntesten und wertvollsten Stücke wohl in öffentlichen Museen. Die Zuwachsraten im Kunsthandel der leztzten Jahre haben vor allem mit einem verlorenen Vertrauen in die Finanzmärkte zu tun. Der Regierungswechsel in Griechenland und die Ankündigung der Wahlsieger, von der bisherigen Sparpolitik abrücken zu wollen, dürfte für die Anleger auch 2015 weiterhin Investitionen in Sachwerte wie Gemälde und alten Schmuck attraktiv erscheinen lassen.

Galerien & Auktionshäuser

Altmeister-Auktion

Eklatante Preissprünge erlebt man bei der etablierten Avantgarde des 20. und 21. Jahrhunderts: 2013 kam Gerhard Richters „Domplatz“ für 37 Mill. Dollar unter den Hammer, im gleichen Jahr wechselte der „Baloon Dog“ von Jeff Koons für 58 Dollar den Besitzer, und auch Barnett Newmans „Ornament IV“ wurde für knapp 44 Mill. Dollar versteigert: Richter und Koons gelten heute als die weltweit teuersten lebenden Künstler. Allein in Deutschland werden mit Art Investment jährlich etwa 150 Millionen Euro Umsatz erzielt. Wer hingegen Alte Meister als Wertanlage bevorzugt, für den lohnte sich ein Blick in den jüngsten Auktionskatalog von Christie's in New York: mit einem Schätzpreis von 3 bis 5 Mill. Dollar war ein Knabenporträt von Caravaggio relativ günstig veranschlagt, und eher solide erweist sich der Markt auch bei einer Vdute von Canaletto: seine Padua-Ansicht ging mit einer Taxe von 400.000 bis 600.000 Dollar in die Versteigerung, und in dieser Preiskategorie kann man im Jahre 2015 auch schon bei einer Parklandszene von Tiepolo oder einer Aktstudie von Rubens mitbieten. www.christies.com

Messen & Märkte

Kunstmesse Frankfurt

Mit viel Trara wollte Frankfurt/Main in den 1990er Jahren vom Image der nüchternen und kalten Bankenmetropole wegkommen und sich in eine weniger unwirtlich anmutende Kulturstadt wandeln. Der Schaumankai wurde zum „Museumsufer“ ausgerufen, und die Kunstmesse Art Frankfurt sollte sich gegenüber der Konkurrenz in Köln und Berlin behaupten, was ihr aber nie gelang, weshalb sie 2005 eingestellt wurde. Auch die Nachfolgeveranstaltung „fine art fair frankfurt“ erwies sich als Flop. Jetzt, im Jahr 2015, wagte ein neuer Veranstalter den dritten Anlauf mit der Kunstmesse Frankfurt. Mit nur 60 Teilnehmern war der Neuanfang noch relativ bescheiden, doch in spätestens drei Jahren will die Neu-Isenburger Kunstmedien GmbH 150 Galerien auf ihrem Hallenplan notieren können. Das wird auch nötig sein, um sich auf Dauer wirtschaftlich behaupten zu können. Die Frankfurter Messegesellschaft ist bei diesem Projekt nur noch Vermieter der Halle. Die neuen Messe-Macher müssen allerdings dasselbe Wettbewerbsproblem bewältigen, an dem ihre Vorgänger schon zu knabbern hatten: im Frühjahr reklamieren im deutschsprachigen Raum die Art Karlsruhe und die Art Cologne beachtliche Marktanteile für sich, im September lädt in Berlin die abc-art berlin contemporary zum Auftakt der Herbstsaison ein. Da alle drei Konkurrenzmessen nur Kunst des 20./21. Jh. bieten, setzen die Frankfurter auf ein Programmprofil mit einem Mix aus alter und aktueller Kunst. Ob das reicht, wird sich zeigen. www.kunstmessefrankfurt.de      

Ausschreibungen

Dolder Bad

Im Dolder Bad auf dem Adlisberg von Zürich findet vom 1. Juni bis 28. August 2015 die Ausstellung Kunst im Dolder Bad statt. Kunstschaffende mit Bezug zu Zürich haben, können sich für eine Installation in einer Umkleidekabine bewerben. Die Ausscheibung umfasst zudem Skulpturen für das gesamte Dolder Bad Areal sowie Malereien und Skulpturen für den Ausstellungsraum. Eingabeschluss ist der 15. März 2015. Infos und Bewerbungsformular unter: www.doldersports.ch.

Personalien

Armani-Museum

Giorgio Armani, Modeschöpfer, will aus Anlass seines 40jährigen Firmenjubiläums ein Museum mit dem Namen „Silos Armani“ eröffnen. In den Silos wurden früher Lebensmittel gelagert. Jetzt will dort Armani „vom ersten bis zum letzten Kleidungsstück“ dort die Geschichte seines Modehauses dokumentieren. In den Umbau der Lagerräume investiert Armani 50 Mill. Euro.

 

Ausschreibungen

Baldreit-Stipendium

Das Baden-Badener Baldreit-Stipendium ist Aufenthalts-Stipendium in einer mietfreien Atelierwohnung (Nebenkosten sind vom Mieter zu tragen). Bewerben können sich Schriftsteller, Bildende Künstler oder Komponisten. Das nächste Stipendium beginnt am 1. Juni 2015 für ein Jahr oder sechs Monate. Bewerbungsschluss ist der 20. Februar 2015. Anmeldeformular unter: www.baden-baden.de (Buergerservice). E-Mail: kultur@baden-baden.de.

Ausschreibungen

Skulpturenwettbewerb

Der Skulpturenwettbewerb in Mörfelden-Walldorf wird vom 2. August bis zum 6. September 2015 durchgeführt. In dieser Zeit findet eine Ausstellung in der Parkanlage am Bürgerhaus statt. Jeder einjurierte Teilnehmer erhält eine Antrittsprämie von 400 Euro. Am Ende der Ausstellung werden ein erster Preis (Einzlausstellung der Kommunalen Galerie) und ein Publikumspreis vergeben. Die Skulpturen sollten wegen des hohen Baumbestands im Park eine gewisse Mindestgröße (ca. 2 m in Höhe oder Breite) haben und standfest einbetoniert werden können. Bewerbungen bis zum 31. März 2015 an: Magistrat der Stadt Mörfelden-Walldorf, Sport- und Kulturamt, Postfach 1455, 64529 Mörfelden-Walldorf. Für Rückfragen: Tel. 06105-938-206.

Ausschreibungen

Kunstpreis Wesseling

Am 29. März 2015 endet die Ausschreibungsfrist für den Kunstpreis Wesseling (5.000 Euro). Thema: „Auf der Suche nach Licht – nie aufhören anzufangen“. Einzureichen sind max. drei Arbeiten (keine Serien) aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Fotografie als Abb. im JPG-Format auf CD-ROM für IBM-kompatible PCs. Kontakt: Kunstverein Wesseling, Bonner Str. 43, 50839 Wesseling, info@kunstverein-wesseling.de, www.kunstverein-wesseling.de.

 

Ausschreibungen

Auslandsstipendium

Bis zum 30. April 2015 sind Bewerbungen um ein NRW-Auslandsstipendium möglich. Voraussetzungen: Wohn- und Arbeitsschwerpunkt in NRW, Hochschulabschluss, Höchstalter 40 Jahre. Für drei bis sechs Monate werden max. 1.500 Euro/mtl. überwiesen; zusätzlich kann ein einmaliger Reisekostenzuschuss gewährt werden (max. 500 Euro). Kontakt: Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturabteilung/Auslandsstipendium, Fürstenwall 25, 40190 Düsseldorf, Förderanträge unter www.kultur.nrw.de.

Galerien & Auktionshäuser

Portigon AG: Prüfverfahren

Als Nachfolgerin der WestLB muss die Portigon AG nach EU-Recht in Kürze abgewickelt werden. Zum Betriebsvermögen des landeseigenen Bank-Instituts gehören rund 400 Kunstwerke; viele davon befinden sich als Leihgaben in NRW-Museen. Die Kulturstaatsministerin des Bundes und die Kulturministerin des Landes NRW leiteten ein Prüfverfahren ein, ob darunter wertvolle nationale Kulturgüter sind. Damit sind sämtliche Werke der Sammlung bis zum Abschluss des Verfahrens unter Schutz gestellt: sie dürfen derzeit nicht ins Ausland verkauft werden. Bereits im Ausland befinden sich allerdings einige Werke, die schon seit längerem an den früheren Standorten der WestLB in New York und London aufbewahrt wurden.

Personalien

Kassels OB: Kulturhauptstadt-Bewerbung

BETRAM HILGEN, Foto: SPD Kassel

Bertram Hilgen (SPD), Kasseler Oberbürgermeister, tritt für eine Bewerbung Kassels zur Kulturhauptstadt Europas 225 ein. Bis etwa 2010 soll dazu ein Grundkonzept erarbeitet werden: „Bis dahin ist die Neuordnung der Museumslandschaft weitgehend vollendet; nach dieser kulturellen Aufbauleistung und dem kreativen Potenzial in unserer Stadt bin ich zuversichtlich, dass es uns gelingen sollte, eine breit getragene Bewerbung auf die Beine zu stellen, die in Europa begeistert.“ 2010 war Kassel mit seiner Bewerbung gescheitert – die Städte des Ruhrgebiets machten  damals das Rennen. 2015 darf Deutschland wieder eine der beiden europäischen Kulturhauptstädte stellen.

Museen & Institutionen

Hamm: Wiedereröffnung

GUSTAV-LÜBCKE-MUSEUM HAMM 

Nach rund anderthalbjähriger Bauphase kündigte das Gustav-Lübcke-Museum soeben für März 2015 die Neueröffnung der ersten beiden Dauerausstellungsbereiche zur Stadtgeschichte und Kunst des 20. Jahrhunderts an. Rund 5,1 Mill. Euro investierte die Stadt Hamm in die technische Instandsetzung des Gebäudes. Von diesem Geld wurden das Dach des Hauses neu gedeckt sowie die Heizungs- und Lüftungsanlage erneuert. Auch der Saal für die neue ägyptische Dauerausstellung wurde nunmehr klimatisiert. Neben der Ägyptenabteilung hat das Museumsteam auch alle anderen Dauerausstellungsbereiche komplett überarbeitet: es folgt am 14. Juni 2015 die Eröffnung der nächsten beiden Abteilungen Archäologie und Angewandte Kunst. Als erste große Sonderausstellung nach der Renovierung zeigt das Gustav-Lübcke-Museum dann vom 18. Oktober 2015 bis zum 20. März 2016 die bedeutende Schau „Sehnsucht Finnland“ und präsentiert dabei rund siebzig skandinavische Meisterwerke aus der Zeit um 1900.

Museen & Institutionen

Neuruppin: Wiedereröffnung

Museums Neuruppin

Das Büro Heidenreich & Springer Architekten aus Berlin erweiterte den klassizistischen Bau des Museums Neuruppin  um einen Anbau. Damit konnte die Ausstellungsfläche auf 800 qm erweitert werden – fast doppelt soviel wie vorher. Die Sanierung des Altbaus aus dem Jahr 1791 und der Neubau haben mit der Neueinrichtung des Museums zusammen 7 Mill. Euro gekostet. Das Museum ist nun wieder öffentlich zugänglich: seine archäologische Sammlung ist vor allem durch die Schilderungen des Schriftstellers Theodor Fontane bekannt. www.museum-neuruppin.de/

Museen & Institutionen

Neue Nationalgalerie: Kostenkalkulation

NEUE NATIONALGALERIE BERLIN, Fotoquelle: Wikipedia/Manfred Brückels

Der britische Architekt David Chipperfield zeichnet für die Sanierung der Neuen Nationalgalerie in Berlin verantwortlich. Nach derzeitigen Berechnungen werden die Renovierungsmaßnahmen 100 Mill. Euro kosten. Ein Risikozuschlag ist in der Kalkulation nicht enthalten; auch die Kosten für die Wiedereinrichtung des Museums müssen später gesondert abgerechnet werden. Ludwig Mies van der Rohe schuf den Bau 1968. Die derzeitige Schließungszeit dauert drei bis vier Jahre.

 

Museen & Institutionen

Miro: Kunst und Literatur

JOAN MIRO, Le cheval, la pipe et la fleur rouge (Das Pferd, die Pfeife und die rote Blume), Philadelphia Museum of Art, Philadephia, Copyright Successió Miró / VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Bis zum 25. Mai 2015 zeigt das Hamburger Bucerius Kunst Forum die Ausstellung „Miró. Malerei als Poesie“. Sie beleuchtet erstmals Joan Mirós (1893-1983) Verhältnis zur Literatur und seine Freundschaft zu bedeutenden Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. An siebzig Zeichnungen und Gemälden ist ablesbar, wie Miró aus dem spielerischen Umgang mit Wort und Bild in der Malerei seine Zeichensprache entwickelte. 1920 war Miro in Paris Ateliernachbar von André Masson, und durch ihn lernte Miro 1924 die surrealistischen Schriftsteller Louis Aragon und André Breton kennen, verkehrte ebenso mit dem Dada-Dichter Tristan Tzara und dem Theaterschriftsteller Antonin Artaud („Theater der Grausamkeit“). Auch Miro experimentierte in den 1920er Jahren mit der surrealistischen Methode der „ecriture automatique“ (automatisches Schreiben), d.h. mit spontanen Niederschriften und Zeichnungen aus dem Unbewussten, gab aber im Unterschied zu seinen Malerkollegen in der Surrealistengruppe dabei eine gestalterische Kontrolle nicht völlig auf. Seine Serie „Peinture-Poème“ aus den 1920er Jahren entstand als zeichenhafte Abstraktion im Wechselspiel mit der Literatur. Zu Miros Käufern gehörte in jener Zeit u.a. Ernest Hemingway, andere Dichterfreunde gaben seinen Werken ihre Titel. www.buceriuskunstforum.de

Kulturpolitik

Nationales Kulturgut

GEORGE GROSZ, Brilliantenschieber im Café Kaiserhof, 1920, Collage,Aquarell, Feder und Tusche, Foto: Berlinische Galerie

Im April 1920 erschien die Satirezeitschrift „Simplicissimus“ mit einer Karikatur von Thomas Theodor Heine auf dem Titel: „Die ausgeplünderte Germania“ - ein Seitenhieb auf die Wucherer, Schieber und Kriegsgewinnler jener Jahre unmittelbar nach dem Ende des Weltkriegs. Papiergeld war in jenen Inflationsjahren nichts mehr wert – gegenüber dem Kurs von 1914 wies die Mark nur noch ein Zehntel ihres Wertes auf. George Grosz hat 1920 die Atmosphäre jener Zeit im Porträt eines Brilliantenschiebers eingefangen. Das Verwaltungsgericht Berlin erklärte dieses Blatt kürzlich zum wertvollen nationalen Kulturgut, das nicht ins Ausland ausgeführt werden dürfe. Damit bestätigte das Gericht eine Verfügung des Landes Berlin aus dem Jahre 2011, verschiedene Werke aus dem Besitz der Berliner Galerie Nierendorf in die Kulturgutliste aufzunehmen. Bei den anderen betroffenen Werken jedoch bekam der klagende Galerist recht, denn nur bei dem „Brilliantenschieber“ folgten die Richter den Ausführungen eines Gutachters. Die besondere Wichtigkeit dieses Grosz-Werkes liegt aber nicht so sehr in der zeitgeschichtlichen Bedeutung, sondern in der Tatsache, das es eine sehr kleinen Werkreihe zuzuordnen ist, in welcher der Künstler erstmals das Prinzip der Collage und die Aquarelltechnik miteinander verband.

Aktionen & Projekte

Körper als Ereignis

GÜNTER BRUS, Zerreißprobe, 1970, Fotocredit: Mein Körper ist das Ereignis

Ein international besetztes Symposion beschäftigt sich am 24. und 25. April 2015 mit dem Wiener Aktionismus der 1960er Jahre und mit Entwicklungen im Bereich der performativen Künste, die zeitgleich woanders oder später stattfanden. Anlass ist die Ausstellung „Mein Körper ist das Ereignis“, mit der das Mumok-Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien bis zum 23. August 2015 seinen Sammlungsschwerpunkt „Wiener Aktionismus“ dokumentiert. Dabei werden die Aktionen der Wiener Künstler Rudolf Schwarzkogler, Günter Brus, Otto Muehl und Hermann Nitsch den Auftritten anderer Performer wie Valie Export, Marina Abramovic, Paul Mc Carthy, Bruce Neuman,Yoko Ono oder Carolee Schneeman gegenüber gestellt. Einer der Ursprünge dieser aktionistischen Kunst liegt in den „Literarischen Cabarets“ der Gruppe um 1958 und 1959. An einer Klavierzertrümmerung exerzierten die beteiligten Künstler ihre Idee von der „befreienden Kraft... der Destruktion“, wie auch die Frühzeit des Happenings und der Fluxusbewegung stark durch Materialaktionen geprägt war. Ein anderes Thema war die „Entgrenzung der Malerei“, vor allem bei Hermann Nitsch. Dabei wurde Farbe oft durch andere Substanzen ersetzt (bei Nitsch z.B. durch ausgepresste Früchte) oder der Körper als Malutensil oder Bildträger eingesetzt (so bei Günter Brus, Paul McCarthy).  Vor allem ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre werden physiologische Abläufe zunehmend zu Themen vieler KünstlerInnen. Der Bogen reicht von elementaren Vorgängen wie Atmen oder einfachen Handlungen wie Gehen bis zur Auseinandersetzung mit Tabuthemen wie Urinieren, Defäkieren und Sexualität. Yoko Onos Flux-Film „Eye Blink“ (1966) konzentriert sich auf die simple Bewegung des Auges in extremer Nahaufnahme. Auch Bruce Naumans oder Paul McCarthys Videos zeigen einfache Vorgänge wie Gehen, Drehen oder Hängen...“ Wer die Auftritte der heutigen jüngeren Performer-Szene verfolgt, wird bei dem Symposion sicherlich die Erkenntnis gewinnen, dass die aktionistische Konzentration auf die Intensität einer physischen Präsenz keineswegs kunsthistorisch abgeschlossen ist, sondern neben neuen, multi-medial angelegten Formen der Performance immer noch ihre künstlerische Berechtigung und Zeithöhe hat. www.mumok.at

Aktionen & Projekte

Transmediale

Bildquelle: transmediale/presse

Die transmediale ist ein Festival und ganzjähriges Projekt in Berlin, „das neue Verbindungen zwischen Kunst, Kultur und Technologie herausstellt. Die Aktivitäten der transmediale zielen darauf ab, ein kritisches Verständnis der gegenwärtigen, von Medientechnologien geprägten Kultur und Politik zu festigen.“ Daphne Dragona und Robert Sakrowski kuratieren die „Capture all“-Ausstellung mit „künstlerische Positionen, die auf die Ungleichmäßigkeiten und Fehlannahmen der datafizierten Welt reagieren.“ Künstler: Timo Arnall, Art is Open Source [AOS]: Salvatore Iaconesi + Oriana Persico, Zach Blas, Heather Dewey-Hagborg, Eastwood – Real Time Strategy Group, LaTurbo Avedon, Jonas Lund, Jennifer Lyn Morone, Tobias Revell, Sebastian Schmieg, Silvio Lorusso, Erica Scourti  (28. Jan. bis 1. Feb. 2015). Eine zweite Ausstellung steht unter dem Titel „Time & Motion – Redefining Wortking life“. Kuratoren sind Mike Stubbs and Emily Gee, FACT, Liverpool. Künstlerliste: Tuur Van Balen, Revital Cohen, Ellie Harrison, Tehching Hsieh, Sam Meech, Oliver Walker. Das diesjährige Performance-Programm umfasst diverse audiovisuelle Stücke. www.transmediale.de

Aktionen & Projekte

Böse Clowns

CLOWNS im Kölner Straßenkarneval, Foto: Raap

Clowns sind Tölpel, die seit dem 16. Jahrhundert in den Pausen englischer Bühnenstücke auftraten, um das Publikum zum Lachen zu bringen. Seit Mitte des 19. Jh. sind Clowns mit zumeist pantomimischen Darbietungen fester Programmpunkt in der Zirkusmanege und in Varieté-Darbietungen. Die klassische Figurenkombination sind der Weißclown und sein Gegenpart, der dumme August. Im rheinischen und rheinhessischen Karneval sind Bajazzo- und Clownskostüme fester Bestandteil des rituellen Rollentauschs mittels Maskerade. Seit einiger Zeit allerdings sehen sich Passanten in den Großstädten mit „Bösen Clowns“ konfrontiert: sie treiben keinen harmlosen Schabernack, sondern sie wollen Schrecken verbreiten und ihr Publikum ängstigen. Meistens sind sie im Gewühl der Menschenmenge oder in engen Seitengassen genauso schnell wieder verschwunden, wie sie unverhofft aufgetaucht sind. Inke Arns hat für den Dortmunder Medienkunstverein „hartware“ die Ausstellung „Böse Clowns“ kuratiert. Bis zum 8. März 2015 sind dort nicht nur künstlerische Arbeiten mit Clownsfiguren zu sehen, sondern auch eine Dokumentation von Strategien des künstlerisch-politischen Aktivismus, von Flashmobs etc. Die Austellung umfasst Beiträge von Cindy Sherman, Christoph Schlingensief, Pussy Riot, The Yes Men, George Grosz, Deichkind, Guerilla Girls u.v.a. www.hmkv.de

Aktionen & Projekte

4000 Lichter

ANTI-NAZI-DEMO in Köln, Foto: Raap

Köln ist nicht Dresden: wenn die „Kögida“, der domstädtische Ableger der „Pegida“-Bewegung zu Demonstrationen aufruft, finden sich allenfalls ein paar hundert Anhänger ein. Die Zahl der zeitgleichen Gegendemonstranten hingegen ist etwa zehnmal so hoch, und der Domprobst ließ auch einmal das Licht am Dom abschalten, um den Rechten für ihren Aufmarsch keine Kulisse zu bieten. So hofft denn auch der Künstler Hermann-Josef Hack auf rege Beteiligung bei seiner Aktion am 2. Februar 2015, im katholischen Kirchenkalender der Tag von Maria Lichtmess: „4000 Lichter für über 4000 Flüchtlinge in Köln“ mögen die Besucher seiner Kunst-Installation „Basislager“ in der Kirche St. Peter anzünden. Jeder ist aufgerufen, eine dafür eine Kerze mit zu bringen. Das sei „keine rituelle Glaubensfeier“, sondern „ein wichtiges, stilles Statement für alle, die sich für neue Nachbarn stark machen“, erklärt Hack dazu. Es soll „ein Signal für alle“ sein, „die zu uns kommen, weil sie ihre Heimat verloren haben, weil sie vor Krieg und Terror aus ihrer Heimat fliehen mussten, weil sie verfolgt werden.“

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