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Hochschulen

Bonvicini: Professur in Berlin

Monica Bonvicini, Foto: Martin Bühler

Monica Bonvicini übernimmt zum 1. Oktober 2017 eine Professur für Bildhauerei an der UdK Berlin. „Ihre medienübergreifenden Werke sind direkt, provokant und scharfsinnig. In ihren Videoarbeiten, Rauminstallationen, Zeichnungen und Skulpturen untersucht sie Macht- und Geschlechterverhältnisse in unterschiedlichsten Kontexten – in den geometrischen Formen der Architektur, in der Sexualität, Politik und Repräsentation.“ Ihre langjährige Wahlheimat Berlin richtet ihr in diesem Jahr Einzelausstellung in der Berlinischen Galerie aus, die am 15. September eröffnet wird. Fabian Stech führte für „Kunstforum“ Bd. 218 (2912) ein Künstlergespräch mit Monica Bonvicini.

Kulturpolitik

Von Athen gelernt? documenta 14 im Finanzierungsstau

Athen, documenta 14: Zelt aus Marmor von Rebecca Belmore auf dem Filopappou-Hügel gegenüber der Akropolis steht jetzt in Kassel auf dem Weinberg, Foto: Wolfgang Träger

Ein Motto kann zum schlechten Mantra werden. Oder haben Adam Szymczyk, der künstlerische Leiter der documenta 14, und Annette Kulenkampff, ihre Geschäftsführerin, den Arbeitstitel, unter den sie das Großprojekt stellten, derart wörtlich genommen, dass es nun zum spottbefrachteten Bumerang wird? Unter dem Leitsatz „Von Athen lernen“ waren sie angetreten, jetzt titelte die Süddeutsche Zeitung (SZ) „Von Athen gelernt.“ Andere reagierten ähnlich. Der Grund: Das auf die griechische Hauptstadt ausgedehnte Großereignis ist offenbar in eine finanzielle Schieflage geraten. Zwar wollen die Stadt Kassel und das Land Hessen Bürgschaften übernehmen, für den Kasseler Anteil ist allerdings noch die Zustimmung der Stadtverordneten nötig, die am 25. September tagen. Nach Informationen der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) soll das Minus 7 Millionen Euro betragen. In einer ausführlichen Stellungnahme haben Szymczyk und seine Ko-Kuratoren inzwischen darauf hingewiesen, dass sämtliche Gesellschafter der documenta gGmbH das Konzept von Anfang an trotz der absehbaren Risiken uneingeschränkt befürwortet hätten. Die Autoren glauben, „dass es an der Zeit ist, das System der Wertschöpfung solcher Megaausstellungen wie der documenta auf den Prüfstand zu stellen“, und sprechen damit die Zukunft der documenta an. Szymczyks transnationale Ausweitung war bereits von der Frage begleitet, welche räumlichen Dimensionen wohl in fünf Jahren angepeilt würden. Mittlerweile geht das Gerücht, es gebe Überlegungen – einem allgemeinen Trend folgend – China ins Boot zu holen. Das Motto könnte dann lauten „Die Kunst als Reich der Mitte“. MH

Aktionen & Projekte

Aufruf von Wolfgang Tillmans: Poster zur Bundestagswahl als klares Zeichen gegen die AfD

Wolfgang Tillmans, eins von 7 Poster zur Bundestagswahl

Bereits letztes Jahr startete der Turnerpreisträger Wolfgang Tillmans, der selbst viele Jahre in London gelebt hat, eine Anti-Brexit-Kampagne. Bei seinem neusten Projekt, ruft er dazu auf am 24. September in Deutschland wählen zu gehen, „die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl erhöhen und ein klares Zeichen gegen die rechtsnationale AfD zu setzen“. Er stellt er sieben Poster vor, die die man posten, downloaden und verteilen kann: www.betweenbridges.net

Hier sein Aufruf im Wortlaut:

 

Liebe Freunde und Kollegen,

es besteht die reale Gefahr, dass viele Menschen am 24. September zu Hause bleiben, weil sie glauben, das Wahlergebnis bereits zu kennen.

Die Mitte der Gesellschaft wähnt sich in Sicherheit, während die AfD für die letzten Tage des Wahlkampfes eine massive Internetkampagne plant. Dabei nutzt sie die Dienste der amerikanischen Agentur Harris Media, die bereits im vergangenen Jahr geholfen hat Brexit und Trump durchzusetzen. Sie wird eine für Deutschland bisher ungekannte Polemik einsetzen.

Ihre Werbemittel appellieren an nationalistische Ressentiments und sie hoffen 15% der Stimmen zu bekommen. Damit könnte es sein, dass sie die stärkste Oppositionsfraktion werden und in jeder Bundestagssitzung als erste nach der Regierung sprechen. Dann hätten sie die Möglichkeit, wie schon in den Landtagen bewiesen, scheibchenweise Tabubrüche vorzunehmen und rechtsradikales Gedankengut zu normalisieren.

Es gibt keinen Grund entspannt zu sein und zu glauben, die neuen rechtsnationalistischen Bewegungen würden an Deutschland vorüberziehen.

Die AfD ist nicht harmlos. Nach außen ist sie bestrebt, ein nicht-radikales Bild abzugeben, doch kann ich in dem Plakatmotiv des schwangeren Bauches einer weißen Frau mit dem Spruch ‘Neue Deutsche machen wir selbst’ nur eine Vorstufe der Lebensborn-Initiative sehen.

Das wahre Gedankengut der AfD-Politiker kommt immer wieder in öffentlichen Entgleisungen und Leaks zum Vorschein. Sind sie erstmal stark im Bundestag vertreten, können sie sich dort über Jahre festsetzen und die Mittel der Demokratie nutzen und missbrauchen, um unser Gemeinwesen zu vergiften. Wir brauchen keine Partei, die aktiv und destruktiv die Spaltung der Bevölkerung vorantreibt.

Nach den Erfahrungen von Brexit, Trump und den 30% Front National in Frankreich empfinde ich das dringende Bedürfnis, das mir Mögliche zu tun, damit Rechtspopulismus in Deutschland in kleinen Grenzen bleibt.

Die AfD-Wähler/innen werden wir vielleicht nicht umstimmen können. Daher ist das Einzige, was hilft: eine hohe Wahlbeteiligung und Stimmen für die anderen Parteien, damit der prozentuale Anteil der AfD klein bleibt.

Dafür habe ich mit meinem Team Poster entworfen, die an zehntausend Adressen im ganzen Land verschickt werden. Sie sind ebenfalls als A3 / A4 Formate zum Selberdrucken und im Social-Media-Format auf der Website www.betweenbridges.net herunterladbar.

Bitte vermittelt möglichst vielen Menschen, Bekannten und Familie die Dringlichkeit der Situation. Jede Stimme zählt. Druckt die Poster aus und fragt in Kneipe, Bäckerei, Arbeitsplatz, ob ihr eins aufhängen könnt. Oder postet sie online.

Mit besten Grüßen Wolfgang Tillmans

Download Link: www.betweenbridges.net

Messen & Märkte

Art Berlin

Pressefoto zur Art Berlin, Copyright: Clemens Porikys

In Berlin gibt es etwa 300 Galerien mit einem zeitgenössischen Programm und etwa 12.000 bildende Künstler; von denen hat allerdings höchstens die Hälfte eine Galeriebindung, dies aber nicht unbedingt und nur bei lokalen Galerien. Eigentlich sind dies gute Rahmenbedingungen für die Durchführung einer Kunstmesse, doch damit tat sich die Berliner Kunstszene schwer: in den 1990er Jahren musste eine Tradition als Stadt der Kunstsammler erst einmal begründet werden, denn das preußisch-protestantisch geprägte Berlin sei früher eine Stadt der Literatur und des Theaters gewesen, aber seit den Zeiten von Max Liebermann als Kunststadt nicht so bedeutend wie Paris oder New York. Das änderte sich erst mit dem Boom der vergangenen zwei Jahrzehnte; allerdings galt die Berliner Galeristenszene jahrelang als zerstritten, und so wurde schon mal hinter vorgehaltener Hand kolportiert, die Messe artforum berlin sei ja eine Gründung abtrünniger Art Cologne-Teilnehmer aus dem Rheinland gewesen und sie sei von manchen international wichtigen Berliner Kunsthändlern nicht richtig angenommen worden. Die seit 2007 durchgeführte abc-art berlin contemporary verstand sich nicht als „richtige Kunstmesse“, sondern als „Plattform“, und so unternimmt man nun einen neuen Anlauf, in der Hauptstadt wieder eine Messe zu etablieren: in diesem Herbst geht in der „Station“ am Gleisdreieck Kreuzberg die Art Berlin (14.-17.9.2017) an den Start, sozusagen als abc-Ersatz, geleitet von der bisherigen abc-Chefin Maike Kruse. Statt Konkurrenz zu den rheinischen Kunstmärkten wie früher ist nun Kooperation angesagt: die Art Cologne und die Koelnmesse sind in Berlin als Partner mit im Boot, und die Koelnmesse tritt sogar als offizieller Veranstalter auf. „Gemeinsam“ wollen die Kölner und die Berliner die Art Berlin „langfristig als neue Messe“ etablieren. Zur Auftaktveranstaltung sind ca. 100 Galerien zugelassen. Die Kölner Messemacher wollen dabei vor allem jenen Galerien einen Berlin-Auftritt ermöglichen, die sie aus Platzgründen im Frühjahr zur Art Cologne immer wieder ablehnen müssen. www.artberlin.de

Aktionen & Projekte

Linear

Pressebild zu „Linear“, Courtesy: Christian Schoen Kunst-Konzepte

Die Künstler Thomas Huber und Wolfgang Aichner transportierten ein rotes Boot über die Alpen zur Biennale von Venedig und veranstalteten auf Island einen „Powerwalk“, bei dem sie drei Wochen lang die Windenergie auf der Insel erwanderten. Auch ihr jüngstes Projekt hat einen performativen Land Art-Charakter: „Linear“ führt sie knapp einen Monat lang durch die Wüstengegenden der US-Bundesstaaten Utah, Wyoming und Colorado. Was man später in der Filmdokumentation zu sehen bekommt, ist ein Mann im Anzug, der zu Fuß die Landschaft durchquert und mit einem Kugelschreiber über den Boden fährt und so eine kleine lineare Spur im Sand und Staub hinterlässt: „Der Mann im Anzug ist... nur eine vorübergehende, ephemere Erscheinung in einer sehr weitläufigen Landschaft. Der überdimensionierte Stift hinterlässt nur in weichen Bodenoberflächen seine flüchtige Spur. Mittels eines GPS-Trackers läßt sich in Echtzeit aber die virtuelle Linie auf einer Internet Landkarte online mitverfolgen... Die Absurdität von linear steht stellvertretend für den Bedeutungsanspruch menschlichen Tuns im Allgemeinen und dem des Künstlers im Speziellen...“ Das „eigentliche Manifest“ des Projekts ist jedoch der Film, der im Februar 2018 in München Premiere hat. www.linear2017.org.

Biennalen

Istanbul Biennale

Pressekonferenz der IKSV-Stiftung am 07.12.2016: 40 Antworten auf die Frage: „A good Neighbour“ – das Motto der 15. Istanbul-Biennale, Foto: IKSV / Ilgın Erarslan Yılmaz

Nach wie vor sind die innenpolitischen Rahmenbedingungen in der Türkei äusserst schwierig, um Veranstaltungen wie die Istanbul Biennale auszurichten, die in diesem Jahr für den Zeitraum 16. September bis 12. November 2017 angekündigt ist und an sechs Orten ausgerichtet wird. Kuratoren sind das Künstler-Duo Elmgreen und Dragset, die diese Biennale unter dem Motto „a good neighbour“ abhalten. Inhaltlich geht es um Heim und Nachbarschaft und dabei vor allem um die Frage, wie sich unser Privatleben innerhalb des letzten Jahrzehnts verändert hat – man bedenke nur, wie heut zu Tage die meisten Zeitgenossen via soziale Medien private Mitteilungen und Fotos in den Orkus des World Wide Web posten oder Suchmaschinen unser Surfverhalten am privaten Heimcomputer auswerten, oder wie die Gentrifizierung in vielen europäischen Großstädten zu Verdrängungen und damit auch zur Auflösung sozi-historisch gewachsener Nachbarschaftsstrukturen führt. Da die Istanbul Biennale sich vor allem auch an öffentlichen Orten in Istanbul abspielt, werdewn die Künstler dort mit einem Bauboom konfrontiert, den „Deutschlandfunk Kultur“ als „Gentrifizierung auf türkisch“ beschrieb: „Für große Bauvorhaben werden in Istanbul ganze Stadtviertel abgerissen, Bewohner enteignet... Ganz Istanbul wird umgekrempelt, soll schicker und moderner werden.“ Prominenteste Namen auf der Teilnehmerliste sind Monica Bonvicini, Louise Bourgeois, Lee Miller, Andra Ursuta, Fred Wilson, Olaf Metzel und Mark Dion. www.bienal.iksv.org

Aktionen & Projekte

steirischer herbst: Jubiläumslogo

Jubiläumslogo steirischer herbst, Horst Gerhard Haberl, 2017

Das Festival steirischer herbst feiert in diesem Jahr sein 50jähriges Bestehen. Das Logo zu diesem Anlass entwarf Horst Gerhard Haberl, ehemaliger herbst-Intendant und Rektor der Hochschule der Bildenden Künste Saarbrücken (HBKsaar). In diesem Jahr geht der steirische herbst vom 22. September 2017 bis zum 15. Oktober 2017 über die Bühne. „Als zentrales Projekt im Jubiläumsjahr zeigt das GrazMuseum in Koproduktion mit dem Festival eine Sonderausstellung zur Geschichte des steirischen herbst. Konzipiert von dem Grazer Künstler, Kurator und Journalisten Martin Behr, dem Leiter des GrazMuseum Otto Hochreiter und der Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Martina Zerovnik, in Zusammenarbeit mit dem Archivar des steirischen herbst Martin Ladinig wird die Ausstellung die gesellschaftspolitische Funktion des Festivals mit seinen Kunstaktionen, Skandalen und partizipatorischen Projekten vor dem Hintergrund ihrer Entstehungszeit in den Fokus rücken.“ Ergänzt wir dieses Projekt um eine Sonderpublikation. www.steirischerherbst.at

Preise

Mendelssohn-Medaille für Mack

Heinz Mack, Rhythmus Farbe Licht – Chromatische Konstellation, 2006, Acryl auf Leinwand. VG Bild-Kunst, Bonn 2015. Foto: Ute Mack

Heinz Mack wurde mit der Verleihung der Moses Mendelssohn-Medaille geehrt. Die Auszeichnung gilt dem Engagement des Künstlers für verfolgte Menschen. So hat Mack z.B. 1988 das Anne-Frank-Mahnmal am Rabbiner-Neumark-Weg in der Duisburger Innenstadt gestaltet und sich auch anderweitig mit dem Schicksal der ermordeten Juden in Europa auseinander gesetzt. Moses Mendelssohn (1729-1786) hat als Philosoph der Aufklärung in der „Berliner Mittwochsgesellschaft“ für eine uneingeschränkte Gedanken- und Redefreiheit plädiert. Nicht Gesetze und Zensurmaßnahmen sollten die Grenzen der Aufklärung bestimmen, sondern die Abwägung aufrichtiger Denker.

Messen & Märkte

Positions Berlin

Arena Halle Berlin, Foto: Copyright Markus Nass, Courtesy Arena Berlin

Die 6.500 qm große Halle Arena Berlin ist Schauplatz der Messe Positions Berlin (14. - 17. September 2017); geschäftsführender Direktor ist der Galerist Kristian Jarmuschek. Ein Rahmenprogramm mit Sonderausstellungen etc. ergänzt die Messeauftritte der Aussteller, wie dies inzwischen überall bei derlei Veranstaltungen üblich ist. Die Teilnehmerliste umfasst 84 Galerien. Diese versprechen, die „prägnantesten künstlerischen Positionen der zeitgenössischen und modernen Kunst“ zu zeigen und einen Diskurs zu bieten, „der sowohl etablierte Sammler als auch ein junges kunstinteressiertes Publikum erreicht. Bei den hier ausgestellten Kunstwerken geht es nicht darum, den Trends hinterher zu laufen, sondern um Relevanz und Aktualität. Starke junge und etablierte zeitgenössische Arbeiten sowie Werke der klassischen Moderne werden nebeneinander präsentiert, überholte Kategorisierungen schüttelt die Messe somit ab und eröffnet lieber neue Perspektiven“. www.positions.de

Galerien & Auktionshäuser

Wien: "Terra Incognita“

Ernst Hilger, Foto: S. Kallnbach

Ernst Hilger betreibt seine Galerie in Wien in der Dorotheergasse 5. Seit 2009 bespielt er auch in der Absberggasse 25 einen 800 qm großen Raum in der HilgerBROTKunsthalle, „um die Kooperation mit internationalen Ausstellungshallen und Museen zu erweitern und intensivieren“. Hilger versteht diesen Raum als „Laboratorium der Galerie für kuratorische Projekte und Einflüsse“. Vom 15. September bis zum 28. Oktober 2017 läuft dort die Ausstellung „Terra Incognita“, kuratiert von Matthias Arndt. Vorgestellt werden 18 künstlerische Positionen aus Südostasien und dem pazifischen Raum. Die Ausstellung „Terra Incognita“ versucht, „die Liaison von Sprache und Kunst, den Moment des Narrativen und die Bedeutung von identitätsstiftenden Symbolen für die zeitgenössische Kunst mit einer Reihe von Arbeiten indonesischer, philippinischer, pakistanischer, kambodschanischer und australischer Künstlerinnen und Künstler zu ergründen. Der Name der Schau spielt auf die weiterhin vorherrschende Unterrepräsentation südostasiatischer und australischer Künstler in der eurozentrischen und nordamerikanisch geprägten Kunstwelt an. Fernab von einem westlichen Kanon der Ästhetik und Bildkultur haben sich besonders in Südostasien über Jahrtausende Bildsprachen herausgebildet, die auf den ersten Blick neu, streckenweise gar fremd erscheinen mögen. Aus den Codes und Symbolen, die sich in den gezeigten Arbeiten finden, lassen sich dabei etliche Verweise, Referenzen und Narrative lesen.“ www.hilger.at

Ausschreibungen

Nürnberg: Blaue Nacht

Blaue Nacht, Nürnberg, Altstadt Nord 1: ...mit Rosenfingern erwacht ..., Kaiserburg, Foto: Ralf Moll

Am 4. (Preview) und am 5. Mai 2018 findet wieder die Blaue Nacht als Nürnbergs Lange Nacht der Kunst und Kultur statt. Das Thema lautet diesmal: „Horizonte“. Zwölf Kunst- und Kulturorte in der Nürnberger Innenstadt werden von Projekten (Lichtinszenierungen, akustischen Projekten, Installationen, Aktionen/Performances, mediale Inszenierungen) bespielt. Der Projektetat beträgt jeweils max. 5.000 €, zusätzlich wird ein Publikumspreis, gestiftet von der N-Energie, in Höhe von 5.000 Euro vergeben. Bewerbungsschluss: 13. Dezember 2017. Ausschreibung und weitere Infos: www.blauenacht.nuernberg.de

Biennalen

Grafik Biennale Ljubljana

Jelsen Lee Innocent, Pickets of Purpose for The People of Perpetual Protest II and As If Our Bodies Were Built To House Your Bullets, Citizens, 2017. Photo: Jaka Babnik. MGLC Archive. Installation view of the exhibition of the 32nd Biennial of Graphic Arts: Birth as Criterion at Švicarija Creative Centre.

Die Grafik Biennale von Ljubljana (Slowenien) läuft noch bis zum 29. Oktober 2017. Mit dem Gründungsdatum ist die Veranstaltung genauso alt wie die Kasseler Documenta, und da es in der Zeit des Kalten Krieges im ehemaligen Jugoslawien - bedingt durch Titos ideologischen Bruch mit Moskau 1949 – in der Kulturpolitik etwas liberaler zuging als in den benachbarten Ostblock-Staaten, waren bei dieser Biennale schon sehr früh Künstler von beiden Seiten des einstigen Eisernen Vorhangs vertreten. Die Veranstaltung zählt zu den weltweit größten Grafik-Shows, denn zentrale Ausstellung wird ergänzt durch zahlreiche weitere Begleitausstellungen an anderen Orten, u.a. mit den Preisträgern der vorigen Biennale. Das diesjährige Leitmotiv heißt „Geburt als Kriterium“ und greift ein Gedicht des slowenischen Dichters Jure Detela auf – als Selbstreflexion der 62jährigen Geschichte dieser Veranstaltung, die sich durch die veränderten politischen Verhältnisse in den 1990er Jahren und durch die technische Entwicklung im Medienbereich strukturell neu positionieren musste. www.mglc-lj.si

Biennalen

Ural Industrie Biennale

Alisa Prudnikova, Foto: Courtesy Ural Industrial Biennial of Contemporary Art

In Jekaterinburg (von 1924 bis 1991 Swerdlowsk) findet die Ural Industrie Biennale (14.9.-12.11. 2017) statt: so brachial, wie Josef Stalin in den 1920er Jahren die Elektrifizierung ländlicher Gebiete und die Umwandlung des bäuerlich-zarististischen Russlands in eine Industrienation vorantrieb, so vehement brach Anfang der 1990er Jahre das Sowjetsystem aufgrund seiner ökonomischen Verwerfungen auseinander. Die Globalisierung der Wirtschaft, die mit fortan günstigerem Zugang zu Rohstoffen und billigeren Produktionsbedingungen außerhalb der klassischen Industrienationen für eine De-Industrialisierung in Europa sorgte, machte auch vor Jelzins und Putins Russland nicht halt: dort wandelt sich ebenso die einstige Industriekultur in eine post-industrielle Informations-und Dienstleistungsgesellschaft, auch wenn die volkswirtschaftliche Bedeutung der Ressourcen an Erdgas, Erdöl und anderen Rohstoffen in Sibirien und rund ums Kaspische Meer immer noch enorm hoch ist. Jekaterinburg war bereits seit 1840 ein Zentrum der Metallverarbeitung; ihre wirtschaftliche Blüte erlebte die Stadt allerdings erst in der Zeit der stalinistischen Industrialisierung der 1930er Jahre mit Maschinenbau, Stahlhütten und Rüstungsgütern. Die Ural Industrie Biennale begleitet und reflektiert diesen Prozess auf der Ebene der Kunst; noch existierende Fabriken und bestehende kulturelle Institutionen werden bewusst in das Biennale-Programm einbezogen, das damit auch Impulse für die weitere regionale Entwicklung geben will. Die Ausstellungen werden daher nicht in Kunsträumen, sondern an außer- musealen Orten der 1,3 Mill. Einwohner-Stadt Jekaterinburg und in der angrenzenden Region ausgerichtet. Organisator ist das Ural branch of the National centre for contemporary arts (NCCA). Künstlerische Leiterin ist Alisa Prudnikova. Kurator der Hauptausstellung ist João Ribas. Die Biennale findet diesmal unter dem Thema „New Literacy“ statt und beschäftigt sich damit, welchen Einfluss „die vierte industrielle Revolution“ darauf hat, wie wir „lebe, arbeiten, träumen und spielen“. Ribas hat dazu die Ausstellung in die Themenblöcke „image as witness,“ „the choreographies of capital” and „the persistence of the word” eingeteilt. Susanne Boecker führte 2016 für Kunstforum Bd. 238 (S. 40) ein Interview mit Alisa Prudnikova, der künstlerischen Leiterin der Ural Industrial Biennial of Contemporary Art. www.uralbiennale.ru

Messen & Märkte

Art Book Berlin

Friends with Books 2016 © Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin / Foto: Rainer Jordan

Über 160 Künstler und Verleger präsentieren vom 22. bis 24. September 2017 im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin FRIENDS WITH BOOKS: ART BOOK FAIR BERLIN 2017. Das Kunstbuch-Festival findet in diesem Herbst zum dritten Mal statt. Es wird begleitet von „Lesungen, Buchpräsentationen, Diskussionsrunden, Performances und künstlerischen Interventionen“. Die Veranstaltung reflektiert „dieimmer häufigeren Überschneidungen der Praxis von Autoren, Künstlern und Designern mit der des Verlegers. Das Verlegen wird zunehmend in die künstlerische Arbeit integriert und die Publikation selbst als künstlerisches Projekt verstanden. So ist für viele zeitgenössische Künstler das Publizieren ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit geworden.“ www.friendswithbooks.org

Museen & Institutionen

Deutschland 8 in China

Deutschland 8 - Deutsche Kunst in China: Bahntransport von Markus Lüpertz Skulptur „Uranus“ (2015) und Michael Sailstorfers Arbeit „Brenner 05“ (2017) nach China, Foto: Daniel Biskup

Vom 19. September bis zum 31. Oktober sind rund 320 Werke von 55 Künstlern an 8 Orten in Peking zu sehen – eine für Pekinger Gepflogenheiten außergewöhnlich lange Laufzeit. „Mit 'Deutschland 8' möchten die deutsch-chinesischen Veranstalter, die Bonner Stiftung für Kunst und Kultur e.V. und die Pekinger Central Academy of Fine Arts, dem chinesischen Publikum einen repräsentativen – wenn auch naturgemäß unvollständigen – Einblick in die Vielfalt der zeitgenössischen deutschen Kunst seit den 1950er-Jahren bieten. Als „Essay zur deutschen Kunst mit den für essayistische Untersuchungen und Erkundungen typischen methodischen Freiheiten“ bezeichnet der Kunsttheoretiker Peter Weibel die Ausstellung. Eine große Bandbreite an Medien und Themen ist ebenso berücksichtigt worden wie das Nebeneinander von weltweit erfolgreichen und international weniger bekannten Positionen. Die Künstlerliste reicht von Georg Baselitz über Alicja Kwade oder David Schnell bis zu Rosemarie Trockel...“ www.stiftungkunst.de

Personalien

Auktion zum Abschied von Beat Wismer

Beat Wismer, Generaldirektor der Stiftung Museum Kunstpalast, Foto: Bernd Ahrens

Beat Wismer wird als scheidender Generaldirektor des Düsseldorfer Museum Kunstpalast am 7. Oktober 2017 feierlich verabschiedet. Mit dem Festakt verbunden ist eine Kunstversteigerung: deren Erlös soll dazu beitragen, „ein 'Wunsch'-Bild des scheidenden Generaldirektors für die Museums­sammlung zu erwerben. Es handelt sich um ein repräsentatives, aus dem Jahr 1992 stammendes Werk von Günter Förg (1952-2013), aus dessen Nachlass. Günter Förg ist bislang mit keinem seiner Gemälde in der Sammlung des Museum Kunstpalast vertreten. Zu den Kunstwerken, die zum Aufruf kommen, gehören – nach jetzigem, noch nicht finalen Stand - Arbeiten von Johannes Brus, Frauke Dannert, Elger Esser, Katharina Grosse, Evely Hofer, Thomas Huber, Imi Knoebel, Richard Lindner, Christian Megert, Wilhelm Mundt, Leunora Salihu, Nora Schattauer und Günter Uecker. Alle eingelieferten Werke wurden von den Künstlern und Galerien... als Spende für die Auktion zur Verfügung gestellt“; auch der Auktionator von Christie's verzichtet auf eine Provisionsgebühr. www.smkp.de

Museen & Institutionen

Tobias Zielony in Wuppertal

Tobias Zielony: Make up aus der Serie Maskirovka, 2017 © Tobias Zielony / KOW, Berlin

Ab dem 10. September 2017 stellt der Fotograf und Filmemacher Tobias Zielony  in der Wuppertaler Von der Heydt-Kunsthalle "seine neuesten, in Kiew entstandenen Fotoarbeiten vor. 2015 war Zielony einer von fünf Künstlern, die im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig ausstellten. Mit seinen Fotoarbeiten, die zwischen Dokumentar- und Kunstfotografie anzusiedeln sind, gilt er als ein Nachfolger von Größen der Fotografie wie Larry Clark, Nan Goldin und Wolfgang Tillmans. Zielony fotografiert an den Orten, die in der kollektiven Wahrnehmung unserer Gesellschaft lieber gemieden werden. Oft sind es Jugendliche und junge Erwachsene, die aus diesem Umfeld heraustreten und öffentlich sichtbar werden, die mit ihrem Ringen um Selbstbewusstsein und Identität die Konfrontation suchen. Diese Menschen begleitet Zielony und fotografiert sie, so etwa Jugendliche am Stadtrand von Bristol, in einer Plattenbausiedlung in Halle, in Chemnitz, in Marseille und Rom oder in dem unwirklichen Ort Trona vor Los Angeles. Funktionslos gewordene Orte bekommen in diesen Bildern als Bühne und Schauplatz einen neuen Charakter." Laufzeit: bis 14. Januar 2018. www.von-der-heydt-kunsthalle.de/

Museen & Institutionen

Vortrag über Künstlergruppen

Jürgen Raap, Foto: S. Kallnbach

Für Dienstag, 19. Sept. 2017, 19.30 Uhr hat das Kunstmuseum Villa Zanders Bergisch Gladbach im Rahmen der Ausstellung "Freunde treffen sich - revisited" mit Wolfgang Niedecken, Rainer Gross und Manfred Boecker einen Vortrag von "Kunstforum"-Mitarbeiter Jürgen Raap angekündigt: "Künstlerfreunde, Künstlergruppen, Künstlerpaare". Mit Schwerpunkt auf solche Gruppen im Rheinland spannt der Vortrag einen Bogen von der Kölner Dada-Gruppe und dem Düsseldorfer Kreis "Junges Rheinland" der 1920er Jahre über COBRA und den "jungen westen" um 1950 bis zu Künstlerpaaren wie Christo und Jeanne-Claude und der Gruppe "Mülheimer Freiheit" in den 1980er Jahren. www.villa-zanders.de

Aktionen & Projekte

Nischenhain

Karsten Födinger, Pressefoto zur Ausstellungsankündigung

1979 ließ die Stadt Köln im Stadtteil Volkhoven die „Simultanhalle“ errichten – ein Gebäudemodell für das damals in in Planung befindliche Museum Ludwig, um im Maßstab 1:1 die Lichtsituation erproben zu können. Seit 1983 finden dort in unregelmäßigen Abständen Ausstellungen von Künstlern der freien Szene statt. Bis zum 7. Oktober 2017 gastiert dort der Berliner Künstler Karsten Födinger, der den Bau und das Gelände nutzt, um über Fauna und Flora in der Stadt „nachzudenken": die etwas abseitig gelegene Simultanhalle ist wie viele urbane Brachflächen ein Nistplatz für Vögel und ein Lebensraum für andere Tiere und für Pflanzen. Die Architektur der Halle regte Födinger an, das „das Potenzial von Tierbehausungen“ künstlerisch aufzugreifen. Er bat mehrere Künstler und Architekten, Vogelhäuschen zu entwerfen und für die Ausstellung „Nischenhain“ zur Verfügung zu stellen. Zu sehen sind Beiträge von Saâdane Afif, AFF, Silvia Bächli und Eric Hattan, Joud Vergély Beaudoin, Katinka Bock, Björn Braun, David Brooks, Herbert Bruhin, Johannes Esper, Helen Feifel, Marcel Frey, Christin Kaiser, Florian Köhler, Max Leiß, Florian Neufeldt, Kate Newby, Natalie Obert, Taiyo Onorato und Nico Krebs, Ben Öztat, Bianca Pedrina, Manfred Pernice, Lukas Raeber, Daniel Roth, Jonas Schmitt, Klaus Schmitt, Jessica Twitchell, Alexander Wagner, Johannes Wald. www.simultanhalle.de

Aktionen & Projekte

Ursula Blickle-Archiv im Berliner HOCHHAUS

Das studio im HOCHHAUS im Berliner Bezriksamt Lichtenberg ist Veranstaltungsort für diverse Kunstprojekte. Am 13. und 15. September 2017 werden dort Videos aus dem Ursula Blickle-Archiv vorgestellt. " Die Arbeiten aus dem Ursula Blickle Video Archiv – einem virtuellen Videokunst-Archiv, das im Belvedere und 21er Haus in Wien beheimatet ist - widmen sich besonders dem Aspekt der Beschreibung und Repräsentation von urbanem Raum. Durch die unterschiedlichen künstlerischen Strategien changiert dieser zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, wird zum formbaren Material, öffnet sich Ein- wie Überschreibungen und trägt letztendlich Geschichte(n) weiter..." www.studio-im-hochhaus.de

Museen & Institutionen

Frankfurt: I am a Problem

Vanessa Beecroft: vb68, 2011, Courtesy Vanessa Beecroft, Foto: Vanessa Beecroft

Man kann das, was allabendlich in den TV-Talkrunden diskutiert wird oder was auf youtube-Kanaälen von sogenannten „Influencern“ an Schminktipps verbreitet wird, als „Diversität aktueller Identitätsentwürfe in unserer Gesellschaft“ benennen, man kann dies angesichts weltweiter aktuell höchst dramatischer Probleme in der Weltpolitik auch als Manierierheit in den Wohlstandsgesellschaften abtun: „Selfie-Hype, Veggie-Boom, Schönheits-OPs und Fitnesswahn: Was ist eigentlich unser Problem?“ Der Kurator Ersan Mondtag hat zum Stichwort „I am a Problem“ „Kunstwerke aus der Sammlung des MMK Frankfurt mit den Höhen und Tiefen der menschlichen Existenz“ ausgewählt, mit denen er „Grenz- und Doppelgänger, stille Rebellen und gescheiterte Existenzen... miteinander in Dialog setzt.“ Es geht dabei im wesentlichen um die von Coaching-Gurus, Marketing-Spezialisten und anderen neo-liberalen Leistungsfetischisten propagierte „Selbstoptimierungs-Ideologie“ und ihre Schattenseiten: „Der Körper als Material, als dynamischer Organismus, aber auch zerstörbares Objekt, wird in vielen der Kunstwerke untersucht...“ Künstlerliste: Kader Attia, Vanessa Beecroft, Will Benedict, Bernhard Johannes Blume, Shannon Bool, Miriam Cahn, John De Andrea, Marlene Dumas, Robert Gober, Douglas Gordon, Ilja Clemens Hendel, Georg Herold, Martin Honert, Jonathan Horowitz, On Kawara, Teresa Margolles, Barry Le Va, Bruce McLean, Aernout Mik, Lutz Mommartz, Bruce Nauman, Steven Parrino, Arnulf Rainer, Bettina Rheims, Thomas Ruff, Taryn Simon, Dayanita Singh, Markus Sixay, Jack Smith, Sturtevant, Juergen Teller, Oliviero Toscani, Rosemarie Trockel, Andy Warhol und ein Auftragswerk von Plastique Fantastique. Laufzeit: 23. September 2017 — 18. Februar 2018 im MMK 2. mmk-frankfurt.de

Museen & Institutionen

Wien: Naturgeschichten...

Candida Höfer, Zoologischer Garten Paris, 1997, Foto: Courtesy mumok Wien

Das Wiener mumok-Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien zeigt vom 23. September 2017 bis 14. Januar 2018 die Ausstellung „Naturgeschichten. Spuren des Politischen“. Sie befasst sich mit „ Darstellungen von Natur, die auf gesellschaftliche Prozesse und zeitgeschichtliche Ereignisse Bezug nehmen. Die Arbeiten unterlaufen sowohl die Vorstellung von Natur als geschichtsfreiem Raum als auch die Fiktion eines unveränderlichen, naturgegebenen Geschichtsbildes. Sie verdeutlichen in unterschiedlichen Themenfeldern den Wechselbezug von Natur und Geschichte jenseits romantisierender Natur- und Geschichtsverklärung. Auf drei Ausstellungsebenen spannt die Präsentation einen Bogen von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart. Wir zeigen Werke von u. a. Candida Höfer, Broodthaers, Joseph Beuys, Hans Haacke, Mario Merz, Hélio Oiticica, Stan Douglas u.a.“ www.mumok.at

Aktionen & Projekte

Act.Move.Perform

Act.Move.Perform, Pressefoto, Courtesy: BBB Johannes Deimling

Vom 30. September bis zum 8. Oktober 2017 führt der Performance-Künstler BBB Johannes Deimling in Dresden ein Symposion „Act.Move.Perform.“ durch, das am letzten Tag in eine wissenschaftliche Fachtagung über „Begriff und den Wirkweisen des Performativen in Bereichen der Bildungs-, Kultur- und Theaterwissenschaften, der Kunst-, Medien- und Kulturpädagogik, der politischen und kulturellen Bildung sowie der Ästhetik und Philosophie“ mündet. Zum Auftakt werden Live-Performances aufgeführt, an den anderen Tagen finden Workshops statt. Es ist ein Anliegen des Symposiums, Performance Kunst in Dresden zu präsentieren und unterschiedliche künstlerische Positionen zur Diskussion zu stellen. Etablierte Dresdener Kulturinstitutionen, wie das Albertinum, das Riesa e.V., das TJG und das Hole of Fame unterstützen uns bei diesem Vorhaben. Das Symposium wendet sich in diesem Sinne an alle kunstinteressierten Dresdener, die über das fundierte Angebot klassischer Kunst in Dresden hinaus auch an zeitgenössischen künstlerischen Positionen Interesse zeigt. Performance als Kunstform und Performativität als handelndes Erfahrungswissen beschreiben Aspekte künstlerischer Praxis, die vor allem für Bildungsprozesse unabdingbar geworden sind. Kunst und Bildung erlangen über das Performative eine spannungsvolle Symbiose. Performative Pädagogik und Kunstdidaktik entwickeln experimentelle und forschende Handlungssettings, in denen Köpfe und Körper der Lernenden zu Laboratorien werden. Hierbei werden neben kognitiv-rationalen vor allem körperliche, soziale und situative Prozesse in Gang gesetzt, also ganzheitliches Lernen gefordert. Performance als bildgebende Kunstform spielt diesbezüglich eine ganz besondere Rolle, insofern sie mit der Produktion ganzheitlichen Wissens durch faktisches Handeln experimentiert..." www.bbbjohannesdeimling.de

Ausschreibungen

Theodor Körner Fonds

Der österreichische Theodor Körner Fonds für Wissenschaft und Kunst fördert junge Künstler und Wissenschaftler mit jeweils 4.000 Euro. Ein „Österreichbezug“ sollte bei der Bewerbung erkennbar sein. Für die Bewerbung über das Online-Portal muss eine Registrierung erfolgen: dazu muss eine PDF-Datei hochgeladen und ausgefüllt werden. Deadline: 30. November 2017. Kontakt: AK Wien - Theodor Körner Fonds, Prinz Eugen Straße 20-22, 1040 Wien, +43 1501 65 2396, koernerfonds(at)akwien.at, www.theodorkoernerfonds.at.

Museen & Institutionen

Pompidou-Filiale in Shanghai

Bis zum Jahresende 2017 will Serge Lasvignes, Direktor des Pariser Centre Pompidou mit der staatlichen chinesischen West Bund Group einen Kooperationsvertrag abschließen. Der Architekt David Chippertfield soll dann einen Seitenflügel des West Bund Museums von Shanghai für einen Umbau neu planen, damit das Centre Pompidou dort 2019 eine Filiale in Betrieb nehmen kann. Zunächst soll der Vertrag bis 2014 gelten, für diesen Zeitraum planen die Pariser Museumsleute 20 Ausstellungen. In diesen sind dann Werke aus der Sammlung des Centre Pompidou und von chinesischen Künstlern zu sehen. Chipperfield entwarf den gesamten Museumsbau in Shanghai mit einer Fläche von 26.000 qm bereits; mit der Errichtung wurde 2016 begonnen. Der jetzt schon im Bau befindliche Teil soll Ende 2018 fertig sein. www.centrepompidou.fr

Aktionen & Projekte

Regensburg: Vortrag über Nazi-Kunst

Bis zum 29.Oktober 2017 zeigt das Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg die Ausstellung „artige Kunst Kunst und Politik im Nationalsozialismus“. Dazu sind zwei Begleitveranstaltungen angekündigt. Der Kunsthistoriker PD Dr. Christian Fuhrmeister hält dort in Regensburg am 14. Sept. 2017 (19 Uhr) einen Vortrag „Warum sind Ausstellungen zur nationalsozialistischen Kunst wichtig?“ Er nennt als einen wesentlichen Grund „das Begutachten der Originale. Viele der Werke waren jahrzehntelang völlig unzugänglich weshalb die Forschung nur auf alte Reproduktionen aus der NS-Zeit angewiesen war. Dieser Umstand wurde indes nicht ausreichend reflektiert. Das hatte zur Folge, dass die kunsthistorische Literatur die schematischen, polarisierenden Sichtweisen des nationalsozialistischen 'Betriebssystems Kunst' oftmals schlicht fortschrieb. Angesichts der Originale wird jedoch die Uneinheitlichkeit und Widersprüchlichkeit der Werke der 1930er und 1940er Jahre viel besser – und teils auch erstmals überhaupt – nachvollziehbar. Insofern zeigt jede Ausstellung zur NS-Kunst nicht nur historische Artefakte, sondern wirft grundsätzliche Fragen zum disziplinären Selbstverständnis der Kunstgeschichte und zur kunsthistorischen Modell- und Kanonbildung auf. Damit steht explizit und implizit die gesamte Geschichte der Kunst im 20. Jahrhundert zur Debatte, zugespitzt auf die Frage, ob der Nationalsozialismus und seine Erscheinungsformen als Teil der Moderne gedacht werden müssen.“ Am 4. Oktober 2017 „widmet das Zentralinstitut für Kunstgeschichte dem Thema „,NS-Kunst‘ zeigen“ ein Kolloquium. Experten aus den Bereichen Geschichte, Kunstgeschichte und Museumsarbeit treffen sich und diskutieren über die Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Kunst in Forschung und Ausstellungspraxis.“ www.kunstforum.net

Ausschreibungen

Trittau-Stipendium

Die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn vergibt ab Januar 2018 einen Arbeitsraum im Atelierhaus Trittau bei Hamburg. Die Mietkosten übernimmt die Stiftung. Zu zahlen sind anteilige Betriebskosten, die bei monatlichen 125 Euro liegen. Die Ausschreibung richtet sich an Künstlerinnen bzw. Künstler aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.Bewerbungsende ist der 15. Oktober 2017. Einreichadresse: Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn, Dr. Katharina Schlüter, Hagenstr. 19, 23843 Bad Oldesloe, Infos: http://www.stiftungen-sparkasse-holstein.de/was-wir-tun/atelierhaus-trittau/ausschreibung-2018/. Nachfragen nur per E-Mail an: katharina.schlueter@spkstholstein.de

Biennalen

Biennale de Paris

Christopher Forbes ist Präsident der Biennale de Paris (12.-18.9. 2017), die diesmal u.a. eine Präsentation der Sammlung Jean Paul Barbier-Müller im Grand Palais in ihren Mittelpunkt stellt. Unter der Ägide des Nationalen Verbandes der Antiqutätenhändler – SNS-Syndicat Nationale des Antiquitaires - stellen außerdem 100 bis 120 Galeristen, Juweliere und Antiquitätenhändler aus, so dass diese Biennale eigentlich eher eine Messe ist. www.biennaledeparis.org

Aktionen & Projekte

Michael Horbach Stiftung

Henry Maitek, Plakat zur Ausstellung

Eine Doppelausstellung kündigt die Kölner Michel Horbach Stiftung ab dem 14. September 2017 in ihren Kunsträumen an: Unter dem Titel America '67 wirft sie „einen Blick auf den Zustand der USA im Jahr des großen gesellschaftlichen Umbruchs vor 50 Jahren. Ermöglicht wird diese Reise in die Vergangenheit – die beredt von der Gegenwart erzählt – durch die Arbeiten der beiden Fotografen Henry Maitek (1922 – 2007) und Pete Marifoglou (1954). Sie zeigen Amerika aus sehr unterschiedlichen Perspektiven...  Mit dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln 2009 schien das Werk des jüdischen Fotografen Henry Maitek komplett ausgelöscht. Von den 24.000 Foto-Negativen, die dort gelagert waren, konnten bis zuletzt nur wenige geborgen werden. Im letzten Jahr tauchte jedoch ein Konvolut mit Fotografien einer Amerikareise auf, die Henry Maitek 1967 unternommen hatte. Sie gehören zu den bedeutendsten Arbeiten des Fotografen, der als junger Mann die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald überlebt hatte. Gleich einer Serie großformatiger Fenster öffnen seine Farbfotografien über die historische Distanz eines halben Jahrhunderts hinweg den Blick auf das Leben in New York und den Mittleren Westen... 1967 fotografierte auch Pete Marifoglou in den Straßen von New York. Der 1954 geborene Sohn griechischer Einwanderer wuchs in Lower Manhattan auf und studierte an der School of Visual Arts.... Vom Baseballfeld bis zum Porno-Dreh will die Ausstellung das Panorama dieses besonderen historischen Moment zum Ende der Sechziger Jahre anhand der Dokumente zweier großer Fotografen spannen...“ www.michael-horbach-stiftung.de

Hochschulen

Aleppo-Dokumentation

Hosam Katan, ehemaliger Gasthörer an der HfG_Hochschule für Gestaltung Offenbach und heute Student des Fotojournalismus an der Hochschule Hannover - University of Applied Sciences and Arts publiziert im Oktober 2017 einen Bildband mit seinen Fotos aus Aleppo »Yalla Habibi. Living with War in Aleppo«. Die 15.000 Euro Herstellungskosten sammelte er über eine Kickstarter-Kampagne. Hosam Katan dokumentierte unter Lebensgefahr den Krieg in seiner Heimat Aleppo und arbeitete für ausländische Medien, nachdem diese ihre Fotografen aus Syrien abgezogen hatten. Nachdem er von einem Scharfschützen verletzt wurde, floh er nach Deutschland. www.hfg-offenbach.de

Messen & Märkte

Berliner Liste

Kurator Peter Funken

Die Berliner Liste (15.-17. 9. 2017) findet mit etwa 115 Galerien im Kraftwerk Berlin in der Köpenicker Str. statt und wird von Peter Funken und Stefan Maria Rother kuratiert. Erwartet werden auch diesmal wieder 10.000 Besucher zur Besichtigung eines Programms, das von „großformatiger Malerei bis hin zu Editionen im Taschenformat. Vertreten sind neben klassischer Malerei auch Bildhauerei, Druckgrafik, Mixed Media, Installationen, kinetische Objekte, Lichtkunst, Performance- und Videokunst“ reicht. „Einen besonderen Fokus legt die Messe auf die Bereiche Fotografie und Urban Art, deren innovative Werke inzwischen den Weg in renommierte Galerien auf der ganzen Welt gefunden haben“. Die Veranstaltung versteht sich als eine Messe „ohne akademisch-musealen Filter.“ Ihre Selbstwahrnehmung beschreiben die Macher mit den Worten: „Die Messe dümpelt nicht im komfortablen Wohlbekannten, Langweiligen dahin, sondern begibt sich vielmehr auf eine abenteuerlustige Wildwasserfahrt“. www.berliner-liste.org.

Ausschreibungen

Perspektive Donau

Bewerbungsschluss für das Programm Perspektive Donau: Bildung, Kultur und Zivilgesellschaft ist der 31. Oktober 2017. Die Baden-Württemberg Stiftung Fördermittel für gemeinnützige Organisationen aus Baden-Württemberg, die gemeinsame Projekte mit Partnern aus dem Donauraum durchführen. Die Höchstsumme pro Antrag beträgt 50.000 Euro. „Kulturprojekte verschiedenster Richtungen (Film, Musik, Theater, etc.) sind willkommen. Wichtig ist: die Projekte sollten sich mit einer gemeinsamen Donauraumidentität befassen.“ Infos: bwstiftung.de/bildung/programme/voelkerverstaendigung/perspektive-donau-bildung-kultur-und-zivilgesellschaft

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