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Aktionen & Projekte

Ruhrtriennale

Ruhrtriennale-Intendant Johan Simons und die ehemalige NRW-Kulturministerin Christina Kampmann, Copyright: Björn Stork / Ruhrtriennale 2017.

Vom 18. August bis 30. September 2017 verwandelt die Ruhrtriennale die Industriehallen des Ruhrgebiets erneut in Spielorte für Musiktheater, Schauspiel, Musik, Tanz und Installation. Das Programm mit 700 Künstlern umfasst 41 Produktionen,“ darunter 26 Eigen- und Koproduktionen, 22 Uraufführungen, Neuinszenierungen, Deutschlandpremieren und Installationen.“ Eröffnet wird das Festival am 18.8. 2017 in der Jahrhunderthalle Bochum mit einer Neuinszenierung von Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“. „In dieser ‚ersten Oper der Moderne’ überführt Debussy reale Erfahrungen der Moderne in rätselhaft anmutende Szenen: die Erfahrung einer existenziellen Einsamkeit, Angst und Verlorenheit...“ Die Großinstallation „The Good, the Bad and the Ugly“ von Atelier Van Lieshout verwandelt am gleichen Tag den Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum „in ein verrücktes Kunstdorf... Auch in diesem Jahr werden bekannte Arbeiten wie der 'Domestikator“ oder das `'Refektorium' mit neuen Arbeiten wie 'Conan der Barbar' oder einer zerstörerischen Walze unter einem Oberthema verknüpft: The End of Everything“. www.ruhrtriennale.de

Personalien

Amsterdam: Beatrix Ruf tritt zurück

Beatrix Ruf, Foto: Robin de Puy

Beatrix Ruf trat als Direktorin des Amsterdamer Stedelijk Museums zurück. Sie sah sich mit Vorwürfen in der niederländischen Zeitung NRC Handelsblad konfrontiert, in ihrem Jahresbericht für 2016 eine unerlaubte Nebentätigkeit verschwiegen zu haben. Stein des Anstoßes ist eine Beratungsfirma, die Ruf neben ihrer Museumstätigkeit leitet, und zu deren Kunden auch Leihgeber des Museums gehören. Im Jahresbericht an die Handelskammer sei belegt, dass diese Firma 2015 „mindestens 437.000 Euro Gewinn“ gemacht habe. „Ruf und das Stedelijk wollen keine Fragen zu möglichen Interessenkonflikten beantworten“, beklagt sich das NRC Handelsblad. Um „Schaden vom Museum abzuwenden“, gab Beatrix Ruf ihren Museumsposten auf. „Funktionen und Entlohnung“ der Museumsleitung sollen nun „von zwei unabhängigen externen Experten evaluiert werden“: Der Stedelijk-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Grapperhaus will „sorgfältig prüfen lassen“, welche Vereinbarungen über Nebentätigkeiten Ruf mit seinem Vorgänger getroffen habe. Der frühere Vorsitzende Alexander Ribbink habe 2014 für „eine volle Arbeitswoche“ mit Beatrix Ruf ein Gehalt bis zu 181.000 Euro und eine Genehmigung für Nebentätigkeiten in der Freizeit vereinbart, heißt es. Die Hälfte dieser im Jahresbericht aufgeführten Nebentätigkeiten habe aus Mitwirkungen in Jurys bestanden; dies ist allerdings im Kunstbetrieb durchaus gängige Praxis. Der Amsterdamer Stadtrat Marcel van den Heuvel indessen wirft dem Stedelijk Museum „mangelnde Transparenz“ vor und fürchtet um dessen „internationales Image“. Van den Heuvel rechnete nach, dass Beatrix Ruf „zusätzlich zu ihrem Vollzeitjob“ noch „mindestens 200 Tage Beratungstätigkeit geleistet“ haben müsste und hält dies für „unregelmäßig“. www.nrc.nl/nieuws/2017/10/17/de-opkomst-en-ondergang-van-beatrix-ruf-13541667-a1577589

In eigener Sache

Präsentation des Jubiläumsbandes "Ressource Kreativität" in Zürich

Die Präsentation des neuen KUNSTORUM-Bandes 250 zum Thema „Ressource Kreativität“ findet zusammen mit dem Gastherausgeber Paolo Bianchi am Donnerstag, 26. Oktober, von 17 bis 19 Uhr, an der Zürcher Hochschule der Künste in der Galerie 1 statt. Das Jubiläumsheft vollzieht nach dem heißen Kunstsommer mit Venedig, Kassel, Münster etc. eher eine Kunstpause, um zum Nachdenken anzuregen, da schliesslich Kreativität der Demokratie eine Stimme und der Zivilisation eine Form gibt. Gleichzeitig kommt es zur Premiere des kurzen Videofilms über das Kreativdepot, der im erwähnten Band mit einem Kuratorenbericht und Üungsbeispielen gewürdigt wird. Darin kommt zur Sprache, dass Kreativität einen schöpferischen Denkprozess zu ihrer Grundlage hat. Sie vermag neue, unkonventionelle Ideen zu generieren. Allgemein gilt: Jeder Mensch ist kreativ – der eine mehr, der andere weniger.  https://www.zhdk.ch https://vimeo.com/230156593

Kulturpolitik

Streit um Omer Fast-Installation

Screenshot

Omer Fast, in Berlin lebender israelischer Videokünstler, hatte für die James Cohan Gallery in New York die Ausstellung „August“ arrangiert – der Titel bezieht sich auf den Fotografen August Sander (1876-1964). Im Zentrum steht ein 15minütiger Film als fiktives Porträt von August Sander, der in einer fotografischen Enzyklopädie die „Menschen des 20. Jh.“ porträtierte und dabei dokumentierte, wie deren urbane wie bäuerliche Lebenswelt in den 1920er und 1930er Jahren aussah, wobei man eben aus der heutigen Rückschau sehen kann, wie sie sich inzwischen veränderte. Omer Fast konzentriert sich dabei vor allem auf die letzten, bitteren Jahre im Leben von August Sander, der im Alter fast erblindet war und darunter litt, dass sein Sohn in einem Nazi-KZ umgekommen war. Ergänzend dazu hat Omer Fast die Fassade und die Räume der Galerie in ein Ambiente verwandelt, wie dies vor der Gentrifizierung dieses New Yorker Stadtteils ausgesehen haben mochte, nämlich als „Warteraum eines Chinatowngeschäfts einer eklektizistischen Ästhetik“. Auch dieser Raum ist fiktiv angelegt, als künstlerische „Beschäftigung mit Rollenspielen und Zeitreisen“, wie es in einem Ankündigungstext der Galerie heißt. Der Künstler begreift seine Installation als Verweis auf den vergeblichen Versuch, die Zeit zurück zu drehen. Es ginge bei diesem Projekt um „Nachbarschaft, Staatsbürgerschaft und Identität“. Doch dass Omer Fast dies ausgerechnet mit einem kaputten Bargeldautomaten, übervollen Papierkörben und mit Handyhüllen wie in einem Ramschladen illustrierte, rief bei einigen Aktivisten Protest hervor: das Kunstkollektiv „Chinatown Art Brigade (CAB)“ marschierte zusammen mit dem „Committee Against Anti-Asian Violence“ und der Gruppe „Decolonize This Place“ vor der Galerie auf und warf dem Künstler vor, er verbreite rassistische Vorurteile über die Bewohner des Viertels. Seine Installation ähnele nämlich überhaupt nicht dem Fischhandelsladen, der sich bis 2013 in den heutigen Galerieräumen befand, schreibt auch Danielle Wu in einem Blog und verurteilt die Ausstellung: „Fast’s August only serves as another example of how, time and again, art posited as a neutral space exempt from responsibility to the politics of the world can be destructive and bigoted.“ Was Jean Baudrillard in seiner Simulationstheorie formuliert hatte, setzten seit den 1980er/1990er bildende Künstler auf ihre Weise in Fiktionalität um, doch dies bekommt nun im Zeitalter von „Fake News“ eine ganz andere Trennschärfe: bei den frühen Installationen des belgischen Künstlers Guillaume Bijl wurde vor 20 oder 30 Jahren nie nachgefragt, wie authentisch seine detaillierten Nachbildungen von Realräumen des Alltags denn tatsächlich waren. Man akzeptierte sie als künstlerische Leistung unabhängig von irgendwelchen soziologischen Implikationen. Doch beim Streit um Omer Fasts „August“-Projekt, das aus der Sicht des Künstlers a priori durchaus einen politisch-kritischen Charakter hat, artikuliert sich der Versuch, mit ideologisch begründeten Maßstäben im Kunstbetrieb neue Tabus durchzusetzen und dabei die Deutungshoheit für sich zu reklamieren. www.jamescohan.com

Preise

Maria Lassnig-Preis

Cathy Wilkes. Untitled. 2012. Mixed media. Overall dimensions variable. Gift of the Speyer Family Foundation and Mrs. Saidie A. May (by exchange). © 2017 Cathy Wilkes

Cathy Wilkes ist die erste Preisträgerin des neu verliehenen Maria Lassnig-Preises der Maria Lassnig-Stiftung (50.000 Euro). Ihr wird eine Einzelausstellung im New Yorker MoMA PS 1 ausgerichtet. Dort hatte man für Maria Lassing 2014 die erste große Ausstellung mit Werken von ihr in einem amerikanischen Museum organisiert. Maria Lassnig verstarb im selben Jahr im Alter von 94 Jahren, hatte aber noch zu Lebzeiten die Einrichtung eines solchen Preises angedacht, der das Werk von anderen Künstlern einem breiteren Publikum öffnen soll. Cathy Wilkes arbeitet mit skulpturalen Tableaus, die sich „mit dem Lauf des Lebens beschäftigen“, mit Geburt, Ehe, Kindererziehung und dem Tod. Dabei setzt sie alltägliche Materialien, vorzugsweise Relikte aus ihrem Haushalt, ein. www.marialassnig.org.

Kulturpolitik

Gerichtsurteil über Mehrwertsteuersätze

Jörg Sasse, „4618, 2011“, 150 x 108 cm, (C) VG Bild-Kunst, Bonn, Courtesy Galerie Wilma Tolksdorf

Für die Kunsthandels- wie für die Künstlerverbände sind unterschiedliche Mehrwertsteuersätze beim Verkauf von Kunstwerken schon seit Jahren ein Ärgernis. Während ein Maler, der ein Ölbild aus dem Atelier verkauft, in Deutschland nur den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf der Rechnung notiert, muss ein Fotokünstler für den Verkauf eines Abzugs an einen Sammler hingegen 19 Prozent MWSt berechnen. Diese absurde Regelung wurde früher seitens der Finanzbehörden oft damit begründet, es sei einem Zollbeamten oder Steuerprüfer nicht zuzumuten, künstlerische Fotografie von Gebrauchsfotografie unterscheiden zu können. Der Hamburger Fachanwalt für Steuerrecht Stefan Buschmann erstritt nun für seinen Mandanten, den Künstler Jörg Sasse, nach neun Jahren Verfahrensdauer ein Urteil, dass dieser auch seine Arbeiten in Plottertechnik mit dem ermäßigten Satz von 7 % abrechnen darf. Collagen werden nämlich vom Steuerrecht genauso begünstigt wie Gemälde, und das Gericht ließ sich auf die Argumentation des Anwalts ein, dass die Arbeiten seines Mandanten „unter den althergebrachten Begriff der 'Collage' zu subsumieren“ sind, wobei das heute übliche digitale Collagieren bzw. im konkreten Fall Sasses Plottertechnik genauso wie das Aufkleben von Papieren oder bestimmten Werkstoffen wie in der klassischen Collage seit den Kubisten oder Dadaisten eine eigenschöpferische künstlerische Leistung darstellt, da nämlich „eigenständige Bild-Bestandteile geschaffen und neu zusammengesetzt werden“. Stefan Buschmann: „Mit Urteil vom 22.6.2017 hat das Finanzgericht Berlin-Brandenburg erstmals entschieden, dass Kunstwerke, geschaffen aus digital bearbeiteten Fotos, unter bestimmten Voraussetzungen lediglich dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7% unterliegen. Bisher wurde eine Begünstigung derartiger zeitgenössischer Kunst regelmäßig mit dem Hinweis abgelehnt, das Gesetz verlange eine Gestaltung in überkommenen Techniken (Malerei, Zeichnen ...). Künstler aus den Bereichen digitale (Foto)Kunst sollten die Anwendbarkeit dieses Urteil auf ihr Werk überprüfen.“

Aktionen & Projekte

Innere Angelegenheiten

Pressebild, Copyright: Dirk Reinartz

Bis zum 25. Februar 2018 ist im Mauer-Mahnmal des Deutschen Bundestages die Ausstellung Dirk Reinartz - Innere Angelegenheiten zu sehen. „Der in 1947 in Aachen geborene und 2004 verstorbene Fotograf Dirk Reinartz begann seine Karriere als jüngster Reportagefotograf in der Redaktion des Stern... Ein Schwerpunkt seiner fotografischen Arbeit bestand in den Auseinandersetzung mit der politischen und mentalen Situation in Deutschland dies- und jenseits der innerdeutschen Grenze. Dafür arbeitete er mit Redakteuren und Autoren und vermochte es immer durch seine Bilder eine eigene, vom Text unabhängige Erfahrungsebene zu eröffnen. Die Ausstellung im Mauer-Mahnmal zeigt Serien aus der Zeit vor und nach dem Mauerfall und erinnert damit nicht nur an einen großen Fotografen, sondern auch an eine Zeit, die von radikalen Umbrüchen, großen Hoffnungen und der Verschiebung vertrauter Bildwelten geprägt war...“ www.kunst-im-bundestag.de

Preise

COFA-Cologne Fine Art Preis

Georg Hornemann, 2015, Foto: © Martin Klimas  

Georg Hornemann wurde als Träger des COFA-Cologne Fine Art Preises ausgewählt (10.000 Euro). Seine Ausbildung erhielt er bei einem der ehemaligen Bauhaus-Goldschmiedemeister; seine Objekte zielen aber auf einen disziplinübergreifenden Austausch mit anderen Künstlern: er arbeitet mit zeitgenössischen Künstlern wie Alicia Kwade, Rita McBride, Kris Martin oder dem Kunsttheoretiker Bazon Brock zusammen. Hornemanns Goldschmiedearbeiten „umfassen alle Formen der Haute Joaillerie: Ringe, Ketten und Anhänger, Broschen und Manschettenknöpfe. Seine freien Kunstobjekte bezeichnet er als Kreaturen oder Modern Wunderkammer.“ Der Preis wird im Rahmen der Cologne Fine Art von der Koelnmesse und dem BVDG-Bundwesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler vergeben. www.bvdg.de

Aktionen & Projekte

Ingold Airlines: Künstler auf Reisen

Res Ingold / Ingold Airlines, Thanks to heaven

Manche Provinzflughäfen tragen recht euphemistische Namen, z.B. der Flughafen Frankfurt-Hahn. Er liegt 125 km vom Frankfurter Großflughafen Rhein Main entfernt und machte unrühmliche Schlagzeilen, als die rheinland-pfälzische Landesregierung beim Versuch, ihn zu verkaufen, auf einen chinesischen Hochstapler hereinfiel. Auch der „Flughafen Düsseldorf-Mönchengladbach“ ist mit 24 km Entfernung von Düsseldorf eigentlich eher ein „Verkehrslandeplatz“, und so wird das Kunstkonzept von Res Ingold, eine fiktive Fluggesellschaft unter dem Namen „Ingold Airlines“ zu betreiben, die nur aus Logos, Corporate Identity und Werbe- und Präsentationsmaterial besteht, von den Skurillitäten des realen Flugbetriebs manchmal überrollt. In Viersen (Niederrhein), nicht weit von Mönchengladbach entfernt, wurde der Abenteuer- und Reiseschriftsteller Ferdinand Emmerich (1858-1930) geboren, der seine Expeditionen als Schiffsjunge begann und später unter Buchtiteln wie „Auf Schleichwegen nach Tibet“ oder „Das Rätsel des Orinoko“ veröffentlichte und auch einen „Leitfaden für Auswanderer“ verfasste. Ihm widmet Ingold Airlines nun im Rahmen der Reihe „Künstler auf Reisen“ die Einrichtung eines Hubschrauberlandeplatzes Ferdinand Emmerich Heliport fev*, mit dem die Festhalle Viersen „das Equipment für einen mobilen Konzertservice und eine Plattform für Extra-Publicity“ bekommt. Motto: „Viersen on the quickest way“. Stars werden zu ihren Auftritten gerne per Hubschrauber eingeflogen, und das oft auch um des PR-Effekts willen: als die „Bild-Zeitung“ kürzlich den Aufmacher „Boris sitzt pleite am Pokertisch“ brachte, bestand die Meldung im wesentlichen aus der Information, dass der Ex-Tennisstar Boris Becker als „Markenbotschafter“ für den Veranstalter „Party Poker“ durchaus „standesgemäß“ per Hubschrauber zum Spielcasino von Rozvadov in Tschechien eingeflogen wurde. Und was in Rozvadov mit Boris Becker funktioniert, das klappt laut Ingold Airlines wohl auch in Viersen: „Sicherheit, Kompetenz und Diskretion im Service sind in der Post-Privacy Gesellschaft gerade für Popstars wichtige Tourneekriterien, was sich in Viersen als Standortakzent erweist.“ Das ist allerdings nicht völlig ohne Risiko: „Erfolg und Pop-Euphorie sind globale mediale und logistische Massenphänomene und so wechselhaft wie das Wetter und ähnlich anfällig wie das Fliegen. Die Absturzgefahr besteht sowohl real, als auch im übertragenen Sinn des spurlosen Verschwindens und der Bedeutungslosigkeit. Neben unzähligen anderen Todesfällen sind zwischen 1933 und 2009 bei 32 Flugzeugunglücken 58 Popstars und Begleitmusiker ums Leben gekommen.“ www.ingolduniversal.com

Biennalen

Triennale Oostende

Jan Fabre, Het vlot. Kunst is (niet) eenzaam / The Raft. Art is (not) lonely, 1986. ©Angelos – Mu.Z

Jan Fabre kuratiert die Triennale von Oostende (20. Okt. 2017 bis 15. April 2018) zu einem maritimen Thema. Unter dem Titel „Das Floß – Kunst ist nicht einsam“ setzen sich die 50 eingeladenen Künstler mit dem Meer und der flämischen Hafenstadt auseinander, die bis zur Inbetriebnahme des Tunnels unter dem Ärmelkanal neben Calais der wichtigste Fährhafen nach England war und zu deren lokalen kulinarischen Spezialitäten die „Seezunge à la Oostende“ mit Sahnesauce, oft auch Krabben und Muscheln, gehört. Heute liegt der wirtschaftliche Schwerpunkt auf dem Tourismus (Kurbad) und auf den Yacht- und Fischereihäfen. Im Mittelpunkt der Triennale steht die künstlerische Auseinandersetzung mit einem historischen Gemälde von Théodore Géricault „Das Floß der Medusa“, das die Überlebenden eines Schiffsbruchs abbildet. www.hetvlot-oostende.be

Hochschulen

Berlin: Neue Designprofessorin

Ineke Hans, Foto: Lennard Heijer

Ineke Hans hat eine Professur für Produktdesign an der UdK Berlin übernommen. Die niederländische Designerin erforscht die „psychologischen Wurzeln von Produkten“ und spielt mit „der Wechselwirkung zwischen Mensch, Objekt und Raum“. 2014/15 lehrte Ineke Hans als Gastprofessorin für Produktdesign an der Kunsthochschule Kassel und eröffnete 2015 auch ein Studio in London. www.udk-berlin.de

Hochschulen

Düsseldorf: "Akademie" 

Sophie Isabel Urban, Everybody was here, 2017

Mit unterschiedlichen Schwerpunkten widmen sich die Kunsthalle Düsseldorf und die Initiative „KIT-Kunst im Tunnel vom 21. Oktober 2017 bis zum 7. Februar 2018 dem Thema „Akademie“. „Akademie [Arbeitstitel]“ (Kunsthalle) und „Akademie“ (KIT) heißen die beiden Ausstellungen, zu denen Lehrende und Studierende der Kunstakademien Düsseldorf und Münster sowie der KHM Köln eingeladen wurden. Sie beschäftigen sich mit dem Phänomen des „Archivs“ und reflektieren über das Leben an einer Hochschule und darüber, „was ein historisches Erbe und die Nähe von Institutionen und Akademien im Rheinland für die eigene Kunstproduktion bedeuten. Während das Archiv als thematischer Fluchtpunkt dient, indiziert der Titel, dass es sich um ein experimentelles Ausstellungsformat handelt. Die Ausstellung wird sich während ihrer Laufzeit mehrfach verändern und es werden Umbauten parallel zum Publikumsverkehr stattfinden... Ein besonderer Fokus liegt auf dem Umgang mit Dokumentation und Archivmaterial. Hier nimmt der Ausstellungsraum selbst eine akademische Anmutung an.“ Ein Rahmenprogramm „Performing Archive“ begleitet diese Doppelausstellung. www.kunsthalle-düsseldorf.de

Museen & Institutionen

Hamburg: Anita Rée-Retrospektive

Anita Rée (1885–1933), Selbstbildnis, 1930 Öl auf Leinwand, 66 x 60,8 cm, © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

Die Hamburger Kunsthalle bietet bis zum 4. Februar 2018 mit einer Retrospktive einen umfassenden Überblick über das Werk der Malerin Anita Rée (1885-1933). Die 200 Gemälde und Arbeiten auf Papier dokumentieren eine stilistische Breite von impressionistischer Plein air-Malerei bis hin zu Bildnissen im Duktus der Neuen Sachlichkeit. In der Sammlung befinden sich 13 Gemälde und 25 Papierarbeiten der Künstlerin, die jetzt für die Ausstellung um wichtige Leihgaben ergänzt wurden. „Mit ihren Bildern umkreiste Anita Rée die Frage nach Identität, nach Subjekt und Gemeinschaft, nach Zugehörigkeit in einer sich wandelnden Welt. Als Malerin zwischen Tradition und Moderne, als selbstständige Frau in der Kunstwelt, regionale Künstlerin mit übernationalem Anspruch, als protestantisch erzogene Hamburgerin mit südamerikanischen und jüdischen Wurzeln lebte Rée gleich mehrfach zwischen den Welten...“ www.hamburger-kunsthalle.de

Museen & Institutionen

Wolf Vostell in Potsdam

Wolf Vostell „Zwei Beton-Cadillacs in Form der nackten Maja“ (1986) (c) VG BILD-KUNST 2017 Foto: museum FLUXUS+

Seine Happenings in den 1960er Jahren waren spektakulär: in Köln machte Wolf Vostell (1932-1998) Stadtführungen durch die damals noch überall sichtbaren Kriegstrümmer und betonierte auf der Straße seinen Opel Kapitän ein, der heute noch als Skulptur „Ruhender Verkehr“ auf dem Hohenzollernring steht. Vostell war Mitbegründer der Fluxus-Bewegung und nahm 1962 an den „Fluxus Internationale Festspiele neuester Musik“ in Wiesbaden teil, zusammen mit Nam June Paik,  Emmett Williams, Ben Patterson, George Maciunas und anderen. In diesem Hernst wäre der Künstler 85 Jahre alt geworden. Aus diesem Ablass zeigt das museum FLUXUS+ in Potsdam bis zum 8. April 2018 in der Dauerausstellung das halbjährige Sonderthema WOLF VOSTELL - SKIZZEN UND SKULPTUREN. Zu sehen sind u.a. „elf Bronzen, die mehrheitlich bisher nicht der Öffentlichkeit gezeigt wurden, in die bestehende Dauerausstellung integrieren. Skizzen,  Fotos und Erläuterungen ergänzen diese Exponate. Insbesondere die Bronze 'Zwei Beton-Cadillacs in Form der nackten Maja' (1986) „ dürfte den älteren Berlinern noch gut in Erinnerung sein. „Die hierzu gehörige Großskulptur auf dem Rathenauplatz in Berlin, am westlichen Ende des Kurfürstendamms, entstand im Rahmen der 750-Jahr-Feier für den Skulpturenboulevard. Die Skulptur wird in Verbindung mit den Autos, die täglich um den Rathenauplatz fahren, zur 'Ereignis-Plastik'. Vostell beschrieb den stetig umkreisenden Autoverkehr als '24-stündigen Tanz ums goldene Kalb'. Eine Neuerwerbung wird gleichfalls erstmalig gezeigt. Der Objektkasten 'Luftpumpen-Museum' zeugt von Vostells Auseinandersetzung mit der Diskussion um den Neubau für die Kunstsammlung Ludwig in der rheinischen Stadt Köln. Anfang der 1970er Jahre entstand der Wunsch nach einem neuen Museum für diese Sammlung. Vostell entwickelte damals die Idee des 'Luftpumpen-Museums'. Die Arbeit von 1972 ist eine 'Objektfassung' dieser Idee.“ www.fluxus-plus.de

Museen & Institutionen

ICOM-Tagung

ICOM-Tagung in Helsingborg 2017, Abschlussveranstaltung (v.l.n.r.) Prof. Stefan Bohman, ehem. Präsident ICOM Schweden, Suay Aksoy, Präsidentin des ICOM-Weltverbandes, Prof. Dr. Beate Reifenscheid, Präsidentin ICOM Deutschland.

„Problematische Aspekte der Museumsarbeit“ diskutierten 200 Museumsfachleute bei einer Tagung des Internationalen Museumsrates ICOM in Helsingborg (Schweden). Worüber denkt man bei der Konzeption von Ausstellungen und Sammlungskonzeptionen nach, an was erinnert man sich, und was vergisst man absichtlich oder unabsichtlich? „Im Hinblick auf die nationalsozialistische Vergangenheit, Postkolonialismus oder Gender erwiesen sich die Facetten der Probleme, denen sich Museen konfrontiert sehen. Museen müssen darauf hinarbeiten, ihre Sammlungen und Sammlungsstrategien zu überdenken und sich den drängenden Fragen der aktuellen Zeit zu stellen.“ Einigkeit besteht unter den Museumsleuten in der Auffassung, die „Aufgabe des Museums“ bestehe darin, „Verständnis für kritische Themen zu schaffen, nicht aber, diese zu lösen.“ www.icom-deutschland.de

Museen & Institutionen

Museum Barberini: DDR-Kunst

Wolfgang Mattheuer: Das graue Fenster, 1969, Museum Barberini, © VG BILD-KUNST Bonn, 2016

Das Museum Barberini in Potsdam hat die Kunst der DDR als Sammlungsschwerpunkt. Unter dem Titel „Hinter der Maske“ sind vom 29. Oktober 2017 bis zum 4. Februar 2018 mehr als 100 Werke von rund 80 Künstlern von den Anfängen bis 1989 zu sehen. „Der bildenden Kunst in der DDR war eine staatstragende Funktion zugeschrieben. Eigensinn und Selbstverständnis der Künstler gingen jedoch weit darüber hinaus. Mit Hinter der Maske. Künstler in der DDR widmet sich das Museum Barberini der Künstlerpersönlichkeit in der DDR und ihrer Selbstinszenierung im Spannungsfeld von Rollenbild und Rückzug, verordnetem Kollektivismus und schöpferischer Individualität.  Die Sicht des Künstlers auf sich selbst kommt in Selbst- und Gruppenbildnissen oder Rollenbildern zum Ausdruck. Diese in der abendländischen Kunst seit der Renaissance tradierten Bildgattungen wurden in der Malerei der DDR ebenso fortgeführt wie das Genre der Atelierbilder...“ www.museum-barberini.com

Hochschulen

UdK Berlin: Modenschau

Pressefoto Schau 17, Fotocredit: UdK Fashion

Im Berliner Estrel Convention Center präsentieren am 26. Oktober 2017Studierende des Bachelor- und Masterstudiengangs an der UdK Berlin Projektarbeiten und Abschlusskollektionen im Bereich Textildesign. "Der Studiengang widmet sich im diesem Jahr besonders den Dynamiken der Wertekonstruktion in der Mode: Prof. Valeska Schmidt-Thomsen erörtert in ihrem Projekt „Material Matter“ Fragen der Materialität und wie sie den Wert von Bekleidung beeinflussen. Verlangsamung von Produktionsprozessen, Handarbeit und Spuren der Arbeit sind nur einige Schwerpunkte, die Studierende in diesem Projekt hierfür als Ansatz wählten. Für Studierende im Entwurfsprojekt „Manifest“ von Prof. Carolin Lerch hingegen bildete die designpolitische Haltung in eigens dafür geschriebenen Manifesten, die Grundlage für die Kollektionen, die anschließend in Modefilmen präsentiert wurden. In seinen Projekten geht Prof. Wowo Kraus wiederum besonders auf etablierte Systeme in der Modeindustrie ein und beleuchtet das Kopieren als gestalterische Taktik, sowie die wechselnde Autorschaft in etablierten Designhäusern. In dem Projekt Copycat bildete die Kopie eines bestehenden Kleidungsstücks die Grundlage für den Entwurf, wohingegen in „Musical Chairs“ die persönliche Designhandschrift der Studierenden die existierende Ästhetik eines Designhauses verändern sollte..." www.design.udk-berlin.de/2017/09/schau17

Museen & Institutionen

Jil Sander in Frankfurt

Portrait Jil Sander, Foto: © Peter Lindbergh

„Meine ästhetischen Vorstellungen entwickeln sich aus dem, was ich in meinem Leben geschätzt und gelernt habe und was ich vom Zeitgeist erspüre“, sagt die Modedesignern Jil Sander über ihre Arbeit. Vom 4. November 2017 bis 6. Mai 2018 präsentiert sie im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main ihre erste Einzelausstellung. „Die Schau thematisiert in raumgreifenden, multimedialen Installationen die Ästhetik Jil Sanders. Sie umfasst neben Mode- und Produktdesign auch Architektur und Gartenkunst. Auf nahezu 3.000 Quadratmetern entfaltet sich ein mediales Panorama, dem das Archiv der Designerin zugrunde liegt.“ www.museumangewandtekunst.de

Biennalen

Performa New York

Die Performa New York (1.-19.11. 2017) wurde erstmals 2005 ausgerichtet und widmet sich einer kritischen Auseinandersetzung mit neuartigen Strategien der Performance Art innerhalb der visuellen Künste. Gründungsdirektorin und Kuratorin ist RoseLee Goldberg. Sie ist arbeitet auf internationaler Ebene mit diversen Instituten und Performanceveranstaltern zusammen; dazu ist sie mit 25 „Attachés“ von Australien bis Norwegen und Israel vernetzt. Insbesondere geht es dabei auch darum, die Performance Art im Museumsbetrieb stärker zu etablieren. Bei den bisherigen Performa-Veranstaltungen traten insgesamt 450 Künstler vor 110.000 Zuschauern auf – im Durchschnitt hatte damit jeder auftretende Performer 244 Leute im Publikum. www.performa-arts.org

Museen & Institutionen

Darmstadt: Mit Kunst für die Kunst

Annegret Soltau – GRIMA – Selbst mit Affe

Die Kunsthalle Darmstadt und der örtliche Lions Club führen gemeinsam das Projekt Mit Kunst für die Kunst durch. Vom 29. Oktober bis zum 5. November 2017 stellen in der Kunsthalle 14 arrivierte Künstler und 26 Nachwuchstalente gemeinsam aus. Die Ausstellung endet dann am 5. Nov. 2917 mit einer Benefenz-Versteigerung, deren Erlös der Förderung junger Künstler zugute kommt. Neben den Auktionserlösen besteht eine weitere Fördermaßnahme in der Auslobung von zwei Preisen. Beteiligen konnten sich diesmal nicht nur regionale Künstler, sondern auch alle anderen. Künstlerliste: 3Steps, Susanne Auslender, Sara Assadi, Ulrich Becker, Mia Bencun, Annette Bischoff, Thomas Georg Blank, Barbara Bredow, Marta Caradec, Raphael Danke, Ute Döring, Thomas Duttenhoefer, Katja Eckert, Harm Gerdes, Barbara Gräwe, Verena Guther, Jan Hanitsch, Christina Sarah Hartwich, Florian Heinke, Karla Höning, Jonas Höschl, Birgit Huck, Andrea Imwiehe, Mame Innete, Karwath+Todisko, Christin Lutze, Radenko Milak, Werner Neuwirth, Pavel Odvody, Oliver Christoph Orthuber, Julia Philipps, Dina Rautenberg, Kris Scholz, Annegret Soltau, Cornelius Staudt, Axel Thieme, Alexander Tillegreen, Arie van Selm, Ulrike von der Osten, Matthias Will und Gerd Winter. www.kunsthalle-darmstadt.de

Museen & Institutionen

Seth Price im Museum Brandhorst

Seth Price, Different Kinds of Art, 2004 (Detail) Vakuum-geformter schlagfester Polystyrol Foto: Ron Amstutz © Seth Price

Vom 21.10.2017 bis zum 8.4. 2018 präsentiert das Münchener Museum Brandhorst die erste größere Überblickstellung zum Werk des US-Künstlers Seth Price mit mehr als 100 Werken Mit Skulpturen, Filmen, Fotografien, Zeichnungen, Malerei, Videos, Kleidern und Textilien, Web-Design, Musik und Dichtung dringt Price "seit seinen künstlerischen Anfängen programmatisch in Territorien jenseits der bildenden Kunst vor. Er greift die Produktions- und Vertriebsformen der Musikindustrie, der Modewelt und des Literaturbetriebs auf und nutzt ihre Dynamiken für seine Kunst. Dabei beschäftigt er sich mit den fundamentalen Veränderungen der visuellen Kultur, die mit der flächendeckenden Etablierung digitaler Medien der jüngsten Gegenwart einhergehen..." www.museum-brandhorst.de

Aktionen & Projekte

Marcel Duchamp-Workshop

Marcel Duchamp, Flaschentrockner, 1964, Staatsgalerie Stuttgart, ©Association Marcel Duchamp /VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Die Volkswagen-Stiftung fördert ein Forschungsprojekt über den umfangreichen Marcel Duchamp-Bestand und das zugehörige Archiv Serge Stauffer der Staatsgalerie Stuttgart. Im Rahmen des Projekts präsentiert die Staatsgalerrie ab Ende kommenden Jahres die Sonderausstellung »Marcel Duchamp. 100 Fragen. 100 Antworten« vom 7.12.2018 bis zum 31.3.2019 präsentiert. Der ganztätige öffentliche Workshop »Marcel Duchamp – Serge Stauffer« am 27.10.2017 "gibt bereits einen Ausblick auf die Ausstellung und stellt die Duchamp-Sammlung der Staatsgalerie in den Mittelpunkt. Einflussreiche Werke aus der eigenen Sammlung sind Ausgangspunkte der Vorträge und Diskussionen dieses mit internationalen Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Künstlern besetzten Workshops (in deutscher und englischer Sprache). Ergänzt wird der Werkbestand durch ein einzigartiges Archiv, das von dem Schweizer Künstler und Duchamp-Forscher Serge Stauffer zusammengetragen wurde. Zum Auftakt der eintägigen Veranstaltung findet ein Artist Talk mit Joseph Kosuth statt. Der Künstler, in Stuttgart bekannt durch seine mehrjährige Lehrtätigkeit an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, spricht mit Carlos Basualdo, Kurator für Gegenwartskunst am Philadelphia Museum of Art, über Marcel Duchamp." www.staatsgalerie.de/museum/aktuelles.html

Hochschulen

Frankfurt: Absolventenausstellung

Mit dem Titel "Home of the Brave", einem Zitat aus der US-Nationalhymne, richtet die Frankfurter Städelschule ihre diesjährige Absolventenausstellung aus. Die 38 Teilnehmer stellen vom 18. Oktober bis zum 12. November 2017 in den Filialen MM1 und MMK 3 des Museums Moderner Kunst Frankfurt aus. Beteiligt sind Absolventen aus den Klassen von Monika Baer, Peter Fischli, Douglas Gordon, Judith Hopf, Michael Krebber, Tobias Rehberger, Willem de Rooij, Amy Sillman, Josef Strau. www.mmk-frankfurt.de

Hochschulen

Walter Benjamin und Brecht Brecht

Die Berliner Akademie der Künste stellt die Freundschaft zwischen Walter Benjamin und Bertolt Brecht in den Mittelpunkt einer Ausstellung (ab 25. Oktober 2017). „In ihren Konflikten wie im Produktiven, in der erstaunlichen Fähigkeit, Widersprüchliches gelten lassen zu können, in ihrem Zusammenklang wie im Verstörenden spiegelt die Beziehung zwischen Benjamin und Brecht das Jahrhundert der Extreme. Vieles, was sie umgetrieben hat, wirkt heute bestürzend aktuell: Was ist radikale Kunst? Wie begegnet man einer gesellschaftlichen Krise? Wer schreibt Geschichte?  Zum ersten Mal widmet sich eine Ausstellung dem Thema Benjamin und Brecht. Zu sehen sind eine Auswahl mitunter noch unbekannter Originale: Brechts Schachbrett und eine chinesische Laotse-Figur, Gedichtmanuskripte, Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und Fotos – Schlüsseldokumente, die Dreh- und Konfliktpunkte der Begegnung aufzeigen. Ergänzt wird das historische Material durch originale Film- und Audiodokumente, darunter Aufzeichnungen früherer Brecht-Aufführungen. Hinzu kommen zeitgenössische künstlerische Arbeiten, die das Geschehen aus der Gegenwart kommentieren: Zoe Beloff, Adam Broomberg / Oliver Chanarin, Edmund de Waal, Felix Martin Furtwängler, Friederike Heller, Alexander Kluge, Mark Lammert, Jonas Maron, Thomas Martin / Irina Rastorgueva, Marcus Steinweg und Steffen Thiemann.“ www.adk.de

Ausschreibungen

Residenz an der Kulturakademie Tarabya

Die Kulturakademie Tarabya mit sieben Künstlerappartements befindet sich auf dem Gelände der historischen Sommerresidenz des deutschen Botschafters in Tarabya (Istanbul). Für Stipendienaufenthalte ab September 2018 sind Bewerbungen von Künstlern mit Wohn- bzw. Arbeitssitz in Deutschland aus den Sparten Architektur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Design, Literatur, Musik, Film, Publizistik oder Kulturtheorie in einem Open Call bewerben. Beginn der neuen Residenzen ist der 1. September 2018 bis zum 30. November 2017 möglich. Neben der freien Unterkunft in der Kulturakademie umfasst das Stipendium 2.500 Euro pro Monat (inkl. Reise- und Transportkosten). Infos und Bewerbungsformular: www.kulturakademie-tarabya.de

Museen & Institutionen

Fritz Klemm in Ahlen

Fritz Klemm, Fenster mit Zeichentisch, um 1964-66, Aquarell, Tusche auf Papier, 50 x 63 cm, Privatbesitz.

Fritz Klemm (1902-1990) wurde 1948 Kunstprofessor in Karlsruhe und ging künstlerisch seinen eigenen Weg abseits des vorherrschenden Mainstreams in der Nachkriegsmoderne. Stilistisch ist er dem Postminimalismus zuzuordnen. „In einer Balance zwischen sachlicher Beobachtung und subjektiver Einfühlung in die Dinge, die ihn unmittelbar umgaben, gelangte er zu einem reduzierten Ausdruck, den die zunehmende Verdichtung der gegenständlichen Aussage auszeichnet. Vor allem die Präsenz der gestischen Prozesse des Malens und Zeichnens und die Wirkung des eingesetzten Materials verleihen den Werken ihre ruhige Kraft.“ Das Kunstmuseum Ahlen zeigt vom 21. Oktober 2017 bis zum 28. Januar 2018 über 100 werke von ihm mit Malerei und Arbeiten auf Papier. Ergänzend zeigt seine Tochter, die Fotografin Barbara Klemm, eine Reihe von rund 35 Fotoporträts ihres Vaters. www.kunstmuseum-ahlen.de

Museen & Institutionen

Fishing for Islands

Pressefoto zu Fishing for Islands, 27.–29. Oktober 2017 im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin / Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin, © Markus Reymann, TBA21–Academy

An die Konferenz „Die Idee des globalen Museums“ im Dzezember 2017 schließt sich nun vom 27. bis zum 29. Oktober 2017 eine Veranstaltung „Fishing for Islands“ im Hamburger Bahnhof Berlin an. Diese entstand aus "dem Programm der TBA21–Academy, die 2011 als mobile Stätte der Kulturproduktion gegründet wurde und Künstlerinnen und Künstler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und andere Denkerinnen und Denker an Bord des Schiffs Dardanella auf Expeditionen in die entlegensten Regionen im Pazifik führte... Beide Veranstaltungen verstehen sich als Prolog zur Ausstellung „Globale Resonanzen. Revision einer Sammlung“ (AT), die vom 23. März bis 19. August 2018 auf der gesamten Ausstellungsfläche des Hamburger Bahnhofs präsentiert wird und die den Sammlungsbestand der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin auf seine internationalen und transkulturellen Verflechtungen hin befragt." Chus Martinez organisiert für die jetzige Berliner Veranstaltung einen "experimentellen Zirkus", an den sich Sound Performances Vorträge und Panels über künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit dem ozeanischen Raum anschließen. "Fragen der Legalität und Artenvielfalt werden ebenso diskutiert wie Konsequenzen der Umweltverschmutzung für das ökologische Gleichgewicht und herkömmliche Maßnahmen zum Schutz der Ozeane. Über den gesamten Zeitraum eröffnen performative Interventionen und Installationen neue Perspektiven auf die traditionellen und mythologischen Dimensionen der Meere sowie auf Infrastruktur und Migration. Darunter die Installation „Dræbergople“ (2017) von Tue Greenfort und die Videoinstallation „Ozeane – Dialog zwischen Meeresgrund und Wassersäule“ (2017) von Armin Linke, die Aufnahmen wissenschaftlicher Forschung in der Tiefsee aus bis zu 5.000 Metern unter dem Meeresspiegel zeigt." www.smb.museum/hbf

Aktionen & Projekte

Berlin: „moving – images – underground“

Annika Keilen, Philipp Borochow, Projektbeitrag, Pressebild

Unter dem Motto „moving – images – underground“ zeigen Studenten der Universität der Künste Berlin vom 18. bis zum 31. Oktober 2017 Videoarbeiten auf dem Berliner U-Bahnhof Friedrichstraße. Auf zwölf großformatigen Projektionsflächen sind Beiträge aus den Studiengängen Visuelle Kommunikation und Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation zu sehen. „Die ca. 30-sekündigen Videos (ohne Ton) wechseln sich mit Werbung und lokalen Veranstaltungshinweisen ab. Am Abend der Eröffnung sind die Videos für eine Stunde exklusiv geschaltet, ohne Werbung. Für die Studierenden und Lehrenden der UdK Berlin besteht die Herausforderung in der markanten Unterbrechung kommerzieller und informeller Inhalte, wie auch in der inhaltlichen und formalen Auseinandersetzung mit der besonderen Situation im U-Bahnhof: Es gilt, sich auf die Architektur einzulassen, die Geschichte und Bedeutung des Ortes einzubinden und in den Dialog mit den Passanten auf dem Bahnsteig zu treten." www.moving-images-underground.de

Aktionen & Projekte

KulturInvest-Kongress

Am 9. und 10. November 2017 wird im Verlagshaus des Berliner Tagesspiegels der KulturInvest-Kongress als „Denkfabrik und Kontaktbörse für Kulturanbieter und Kulturförderer in Europa“ ausgerichtet. Motto: „Digital. Und mit allen Sinnen!“ In zehn Themenfeldern beleuchten die Referenten und Moderatoren aus Wirtschaft, Kultur, Politik und Medien... die aktuellen Trends und Zukunftsperspektiven im europäischen Kulturmarkt auf. Globale ökonomische und soziale Entwicklungen sowie digitale Transformationsprozesse sind die großen Herausforderungen für den Kulturmarkt im 21. Jahrhundert. Kulturpolitisches Umdenken ermöglicht Partizipation und die Übernahme kultureller Verantwortung durch Wirtschaftsunternehmen eine Erweiterung von Kulturangeboten... Wie... können sich Kulturanbieter in ihrer programmatischen Ausrichtung und ihrer Markeninszenierung auf diese neuen Bedürfnisse der Zielgruppen einstellen und damit wettbewerbsfähig bleiben?“ www.kulturmarken.de

Ausschreibungen

Eb-Dietzsch-Kunstpreis

Der „Eb-Dietzsch-Kunstpreis für Malerei“ wird von der Volksbank eG Gera-Jena-Rudolstadt für Künstler bis 35 Jahre mit Hochschulabschluss bundesweit ausgelobt (Preisgeld: 5.000 Euro). Jeder Teilnehmer darf Arbeit einreichen, die zunächst durch ein Foto belegt wird. Sämtliche Techniken der Malerei sind möglich. Das Bild darf die Größe von 60 x 80 cm bzw. 80 x 60 cm nicht überschreiten. Die Arbeit darf noch nicht in anderen Wettbewerben prämiert worden sein. Für das Jahr 2018 muss die Bewerbung bis zum 31. Januar 2018, vorgenommen werden, und zwar nur über Bewerbungsformular auf der Internetseite www.volksbank-vor-ort.de/kunstpreis

Ausschreibungen

Künstlergut Prösitz

Das Künstlergut Prösitz zwischen Leipzig und Dresden schreibt monatliche Teilnahmen am Symposium innerhalb Mai bis Oktober 2018 aus. Ziel des Symposiums „ist ein gemeinsames Leben und Arbeiten von professionellen Künstlerinnen mit ihren (Klein-) Kindern auf dem Künstlergut Prösitz.“ Das Stipendium beträgt 500 Euro,die Kinder werden von einer Tagesmutter betreut. Formlose Bewerbungen (keine DVDs, keine CDs oder andere digitale Materialien) werden bis zum 30. November 2017 entgegen genommen: Künstlergut Prösitz e.V., 04668 Grimma, Prösitz.1, Tel. 034385 51315, E-Mail: info@kuenstlergut-proesitz.de, www.kuenstlergut-proesitz.de

Ausschreibungen

Kunst-Stipendium Meinersen

Der Verein Künstlerhaus Meinersen e.V. organisiert einen Stipendienaufenthalt im Künstlerhaus Meinersen ab1./15. März 2018 für max. 12 Monate für Hochschulabsolventen bis 35 Jahre (Anwesenheitsstipendium!). Neben miet- und kostenfreiem Aufenthalt gibt es eine monatliche Unterstützung in Höhe von 800,- €. Disziplinen: Malerei und Zeichnung. „Außerdem verpflichtet sich der Stipendiat/die Stipendiatin zur Konzeption und Durchführung von mindestens einem Projekt der zeitgenössischen Kunstvermittlung. Das Projekt soll einen Bezug zum eigenen Werk haben und die Bevölkerung in geeigneter Form beteiligen“. Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen sind bis zum 15. Dezember 2017 einzureichen bei: Künstlerhaus Meinersen e.V., Herrn Jochen Weise, Hauptstr. 2, 38536 Meinersen, Email: mail@atelier-jochen-weise.de

Ausschreibungen

Thema „Knoten“

Zum 20jährigen Bestehen der kunstwerkstatt sohle 1“ ist ein Wettbewerb zum Thema „Knoten“ für das östliche Ruhrgebiet ausgeschrieben. Einjurierte Teilnehmer können ihre eingereichten Werke der Malerei, Bildhauerei, Fotografie und Druckgrafik im Juni 2018 in der Städt Galerie Sohle 1 der Stadt Bergkamen ausstellen. Ausgelobt sind drei Preise in Höhe von 300, 150 und 50 Euro. Deadline: 5. Januar 2017. Kontakt: Kulturreferat der Stadt Bergkamen, „kunstwerkstatt sohle 1“, z. Hd. Frau Susanne Jonas, Rathausplatz 1, 59192 Bergkamen, www.kunstwerkstatt- sohle1.jimdo.com.

Preise

Dagmar Chobot-Skulpturenpreis

Sofie Thorsen, Foto: Hannes Böck

Sofie Thorsen gewann den Dagmar Chobot-Skulpturenpreis (10.000 Euro). Die Auszeichnung wird seit 2016 von der Wiener Galeristin Dagmar Chobot und der Stiftungspartnerin Bildrecht, der Urheberrechtsgesellschaft für Bildende Kunst, ausgelobt. Der Wettbewerb ist explizit „dem Medium Skulptur gewidmet und berücksichtigt neben klassischen Zugängen auch experimentelle Ansätze und Installationen. Der Preis unterliegt keiner Altersbeschränkung.“ Sofie Thorsen erforscht „formale, materielle und haptische Parameter, Formen und Körper und kombiniert in raumgreifenden Installationen die für ihren Skulpturenbegriff charakteristischen Materialien Stahl, Aluminium und Papier.“ www.sofiethorsen.net

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