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Museen & Institutionen

Kolumba Köln: Jubiläum

Kolumba Köln, Foto: Raap

Sein zehnjähriges Bestehen feiert das Museum Kolumba Köln, hervorgegangen aus dem früheren Diözesanmuseum. Dieses war früher in der Nähe des Doms beheimatet und bekam neben der Ruine von St. Kolumba einen Neubau nach Entwürfen des Architekten Peter Zumthor, daher der neue Name. Einmal jährlich jeweils im September wird die Dauerausstellung unter einem neuen Leitmotiv neu arrangiert. Den zehnten Geburtstag begehen die Museumsleute vor dem Aufbau der neuen Ausstellung vom 19. bis zum 21. August 2017 in einem fast leeren Haus: „Unter dem Titel 'Individuell' erkundet der Schweizer Künstler Eric Hattan... das Museum vor und hinter den Kulissen. Er untersucht weniger die Architektur, sondern befragt vor allem Ordnungssysteme und Handlungsmuster, die eine Institution wie ein Kunstmuseum lebendig halten und prägen... Der amerikanische Komponist Marek Poliks (geb. 1989) ist Urheber des „Interdictor“, dessen Titel auf die Filmsaga „Star Wars“ Bezug nimmt. Im Rahmen einer Werkstattausstellung dient der Aufbau in Kolumba als Basisstation der raumschiffartigen Klangmaschinerie, die im kommenden Jahr auf der Münchener Biennale – Festival für Neues Musiktheater uraufgeführt werden wird...“ Das Kunsthaus KAT 18 richtet ein „Büro für Augen, Nase, Zunge, Mund, Herz, Hand und Maske (die alles überdeckt)“ ein. In den übrigen fast leeren Räumen kann man an diesen drei Tagen die Architektur auf sich wirken lassen. www.kolumba.de

Preise

Lubaina Himid gewinnt Turner Preis

Lubaina Himid, 2017, Courtesy: Die Künstlerin und Hollybush Gardens, Foto: Edmund Blok für Modern Art Oxford

Der renommierte Turner-Preis für moderne Kunst geht in diesem Jahr an Lubaina Himid. Die aus Sansibar stammende Künstlerin und Professorin für zeitgenössiche Kunst widmet sich in Gemälden, Grafiken und Installationen dem Einfluss schwarzer Einwanderer auf die westliche Kultur.
Mit 63 jahren ist Himid die älteste Gewinnerin des Turner-Preises, was dank einer Aufhebung der bisherigen Altersgrenze in diesem Jahr möglich war: In den vorhergegangenen Jahren lag diese immer bei 50 Jahren. Die Jury lobte ihre "kompromisslose Herangehensweise" an Themen zu Kolonialgeschichte und Rassismus.
Der mit umgerechnet 28.000 Euro dotierte Turner-Preis ist die wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst und wird nur an Künstler verliehen, die aus Großbrtannien stammen oder dort leben und arbeiten.

Kulturpolitik

Debatte um Zukunft der Documenta

Museum Fridericianum Kassel während der Documenta 2017, Foto: S. Kallnbach

Das Defizit in Höhe von 5,4 Mill. Euro löste eine Diskussion über die Zukunft der Kasseler Documenta aus. In einem Offenen Brief wehren sich 73 Documenta-Künstler gegen Überlegungen der Politiker, die Documenta in Zukunft womöglich nur noch in Kassel stattfinden zu lassen – denn das Defizit ist nach aktuellem Kenntnisstand wesentlich durch den zweiten Standort Athen entstanden. Die Künstler verweisen darauf, dass eine solchermaßen „dezentralisierte Documenta 14, die für ein Ende des Eurozentrismus eintrat“, nun möglicherweise durch eine „Politik des 'Deutschland zuerst'... gekontert“ werden könnte. Die Unterzeichner verweisen auf den „großen Gewinn“ für die Stadt Kassel durch die ökonomischen Sekundäreffekte: Laut einer Untersuchung der Kasseler Universität hätten „die Besucher während der Laufzeit der Documenta um die 130 Millionen Euro in Kassel ausgegeben“. Der offene Brief wird von den Initiatoren als ein Plädoyer für die künstlerische Freiheit verstanden. Nun bedeutet die grundgesetzlich garantierte Freiheit der Kunst lediglich die Abwesenheit von staatlicher Zensur. Wenn Museumsdirektoren oder Kuratoren dazu verpflichtet werden, ihr Budget einzuhalten, führt dies sicherlich nicht zur Beschädigung der besagten künstlerischen Freiheit. Somit tangiert die Debatte eigentlich drei völlig verschiedene Ebenen, nämlich einmal jene der künstlerisch-kuratorischen Konzeption, jene der kulturpolitischen Bedeutung der Documenta (bzw. als Beitrag zu einer Außenkulturpolitik) und jene der politisch gewünschten buchhalterischen Deckungsgleichheit von Kostenplan und Finanzierungsplan.

Aktionen & Projekte

Bornhagen-Mahnmal: Streit geht weiter

Zentrum für politische Schönheit, Aktion „Deine Stele“ in Bornhagen, 2017, Foto: Copyright Patryk Witt / Zentrum für Politische Schönheit

Das Zentrum für politische Schönheit hat in Bornhagen/Thüringen in Sichtweite des Wohnsitzes des AfD-Politikers Björn Höcke eine Nachbildung des Berliner Holocaust-Mahnmals auf dem Nachbargrundstück errichtet. Da die Kunstaktivisten den Politiker zu einem Kniefall à la Willy Brandt aufforderten, bevor sie die Stelen wieder abräumen würden, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Mühlhausen wegen des "Anfangsverdachts der Nötigung" gegen die Künstler. Das Medienmaguin „Thüringen 24“ berichtete unter Berufung auf die Thüringische Landeszeitung, Höcke habe inzwischen eine Einstweilige Verfügung gegen die Kunstaktivisten erwirkt: bei Verbreitung von Bildern, die Björn Höcke in seinem Haus in Bornhagen zeigen, müssen sie mit einer Strafe bis zu 250.000 Euro rechnen. Daraufhin sei das Zentrum für politische Schönheit zurück gerudert: „Die Observation sei nur ein Fake gewesen, um die vermeintliche Opfer-Mentalität der AfD zu entlarven... Was tatsächlich stimmt, müssen nun wohl die Gerichte herausfinden. Die Anwälte von Björn Höcke bestätigten, dass sie wegen sieben verschiedener Vergehen Anzeige gegen das Kollektiv erstattet haben, so die TLZ. Die Mitwirkenden des ZPS werden der Nötigung von Höcke selber, der Nötigung der Familie (Frau und Kinder), des Hausfriedensbruchs, der Bildung einer kriminellen Vereinigung, der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches wie auch des Briefgeheimnisses und der Nachstellung bezichtigt." Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) zeigte sich über die Aktion verärgert: „Auf diese Weise zerstören die Aktivisten selbst ihre stille Kunstform. Reinhard Schramm, der Vorsitzende der jüdischen Landesgemeinde Thüringen, hat gesagt, die Aktion sei vielleicht gut gemeint, aber schlecht gemacht.“ “ www.politicalbeauty.de

Galerien & Auktionshäuser

Kunst Kompass: Gerhard Richter bleibt Nr. 1

Linde Rohr-Bongard, Foto: Siglinde Kallnbach

1970 gründete der Wirtschaftsjournalist Willi Rohr-Bongard (1931-1985) den „Kunst Kompass“; er wird heute von seiner Witwe Linde Rohr-Bongard weiter geführt. Es ist die erste und älteste Rankingliste im Betrieb der zeitgenössischen Kunst, die mit der Vergabe von Ruhmespunkten den Bekanntheitsgrad und die Bedeutung eines Künstlers ermittelt. Kriterien sind Ausstellungen in den weltweit wichtigsten Museen, Teilnahmen an Großausstellungen wie der „documenta“ oder an Biennalen oder auch Monografien in der Fachpresse. Nachdem der Kompass seit 2008 bei verschiedenen Verlagen beheimatet war, gibt Linde Rohr-Bongard ihn jetzt wieder mit der Zeitschrift „Capital“ heraus. Die Tabelle der „Top 100“ unter den Gegenwartskünstlern führen in der jüngsten Ausgabe des „Capital Kunstkompass“ wie im Vorjahr Gerhard Richter, Bruce Nauman, Rosemarie Trockel, Georg Baselitz, Cindy Shermann, Anselm Kiefer, Olafur Eliasson und William Kentridge in genau dieser Reihenfolge an. Deutschland mit 28 Künstlern und die USA mit 25 sind dabei die führenden Kunstnationen. Neu in der Liste tauchen Philippe Parreno, Sarah Morris, Tino Sehgal, Hans Haacke und Jimmi Durham auf. „Grundsätzlich zeigte sich, dass die Performance- und Partizipationskunst ein Revival erlebt, Soundart an Bedeutung gewinnt und jüngere Künstler vermehrt auf Crossover-Effekte zwischen Mode, Design, Musik, Tanz, Literatur und Wissenschaft setzen.“ www.capital.de/tag/kunstkompass

Aktionen & Projekte

„Rheingold“ als Sittenspiel

Berliner Volksbühne, Pressefoto, Foto: David Baltzer

Ein „zeitgenössisches Sittenspiel“ der Berliner Volksbühne ist ab Februar 2018 auf der neuen Internet-Plattform „Volksbühne Fullscreen“ zu sehen. Die „Gesellschaftssatire“ heißt „Rheingold“ und hat den „Aufstieg und Fall eines Düsseldorfer Kunstberaters“ zum Thema – die Parallelen zu Helge Achenbach sind allzu offensichtlich. Die mehrteilige Serie über „die Sehnsüchte eines Hochstaplers“ wurde in der Volksbühne gedreht, die Mitwirkenden sind zum Teil namhafte Schauspieler wie Matthias Brandt und Joachim Król; Regie führt Jan Bonny. „Mit leichtem Ton entspinnt sich ein zeitgenössisches Sittenspiel über die Rolle der Kunst im neoliberalen Wandel und den Verlust der politischen Werte einer ganzen Generation“, heißt es in der Ankündigung, und dieser Werteverlust umtreibt auch die Kunstszene. Insofern ist das Web-Theaterstück der Volksbühne mehr als nur ein Schelmenstück über einen Kunstberater, der seine Kunden über den Tisch zog und dafür juristisch verurteilt wurde: es ist eine Analyse über die Zustände einer Zeit, in der Politik nur noch als unternehmerische Kosten-Nutzen-Rechnung gehandhabt wird wie in den USA in der Ära Trump, und in der kunstwissenschaftliche Kategorien wie „Neue Leipziger Schule“ oder „Urban Art“ nur noch als Marketinginstrument oder Label betracht werden; Kunst für viele dieser Marktteilnehmer nicht mehr Kulturgut, sondern nur noch Spekulationsobjekt ist. www.volksbuehne.berlin/de/programm/fullscreen/869/rheingold

Galerien & Auktionshäuser

Rekordsumme für Uecker-Werk aus Achenbach-Bestand

Helge Achenbach, Foto: H.-N. Jocks

Das monumentale Nagelrelief „Both“ von Günther Uecker wurde auf 600.000 bis 800.000 Euro taxiert, brachte bei einer Versteigerung im Kölner Auktionshaus van Ham unlängst jedoch die Rekordsumme von 2,2 Mill. Euro ein. Das Werk hatte die Familie Albrecht („ALDI“) zur Auktion eingeliefert. Sie hatte es vorher zur Absicherung ihrer Schadensersatzansprüche in Höhe von 18-19 Mill. Euro gegen den Kunstberater Helge Achenbach aus dem Hause der Achenbachs in Düsseldorf-Oberkassel pfänden lassen. Helge Achenbach hatte es 2011 in der Galerie Hans Mayer gekauft. Dorothee Achenbach, mittlerweile Ex-Gattin des Kunsthändlers, hatte mit dem Argument, das Werk gehöre ihr, auf Herausgabe aus der Pfändung geklagt – vergeblich: das Gericht entschied, die Pfändung sei rechtens. Lediglich Terrakottaobjekte im Wert von 2.500 Euro, die ihr schon zu Studentenzeiten gehörten, bekam sie aus der Pfändung zurück. Wegen seines sozialen Engagements für Flüchtlinge während des offenen Vollzugs gewährte das Landgericht Kleve Helge Achenbach ab Dezember 2017 Haftverschonung auf Bewährung für die restliche Haftzeit.

Museen & Institutionen

Schenkung für mumok

Leander Schönweger, Our Family Lost (2017), Ausstellungsansicht, a good neighbour, 15. Istanbul Biennial, 2017, Courtesy: der Künstler

Die philantropische Organisation „Phileas” in Wien schenkte dem mumok-museum moderner kunst stiftung ludwig wien 17 Werke österreichischer Künstler, die 2017 auf wichtigen Biennalen zu sehen waren. Phileas geht seit 2016 alljährlich Kooperationen mit Biennalen oder Großausstellungen wie der Kasseler documenta ein, um die Internationalität von Kunst aus Österreich zu stärken. Zur jüngsten Schenkung gehören Arbeiten von Susanna Fritscher, Ulrike Müller, Oliver Laric, Lois Weinberger, Søren Engsted und Leander Schönweger. www.mumok.at

Museen & Institutionen

Baden-Baden: „AMERICA! AMERICA! HOW REAL IS REAL?”

Alex Katz, Scott and John, 1966, Öl auf Leinwand, Museum Frieder Burda © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Der amerikanische Traum: jeder ist seines Glückes Schmied und kann es vom Tellerwäscher zum Millionär bringen, und in der Pionierzeit musste sich in den Weiten des Wilden Westens jeder mit der Waffe in der Hand auf sich selbst verlassen, war doch die Nachbar-Ranch mindestens einen Tagesritt weit entfernt. Solche Mythen werden in den USA bis heute fortgeschrieben, bei den arbeitslosen Stahlarbeitern des Mittelwestens ebenso wie bei texanischen Waffennarren. „Wohl kaum eine andere Nation ist sich der Wirkungskraft von Bildern so bewusst und setzt sie so gezielt ein. Die Images des 'American Way of Life', die in den Medien und der Unterhaltungsindustrie produziert werden, können bestehende Machtverhältnisse und Vorstellungen von Wirklichkeit zementieren, aber auch radikal in Frage stellen...“ Damit beschäftigt sich die Ausstellung "AMERICA! AMERICA! HOW REAL IS REAL?“ im Museum Frieder Burda in Baden-Baden. Bis zum 21. Mai 2018 sind dort 70 Arbeiten von Alex Katz, Jeff Koons, Jenny Holzer, Roy Lichtenstein, Robert Longo, Cindy Sherman, Jeff Wall, Andy Warhol und anderen US-Künstlern zu sehen, aus denen ersichtlich ist, „wie Künstler den Wandel der Gesellschaft, ihren Umgang mit Bild und Abbild, Realität und Täuschung mit immer wieder neuen Mitteln, Techniken und Strategien kommentieren“. www.museum-frieder-burda.de

Kulturpolitik

EU-Kommission stärkt geistiges Eigentum

Elżbieta Bieńkowska, EU-Kommissarin für den Binnenmarkt, Industrie und Unternehmertum sowie kleine und mittlere Unternehmen

Im Internet wird munter gestreamt, heruntergeladen, geteilt, kopiert: Verstöße gegen das Urheberrecht durch eine unbefugte Werknutzung sind für Filmemacher, Fotografen oder Musiker ein Ärgernis. Andere wiederum nehmen es mit Patentrechten und Lizenzen nicht so genau: Wirtschaftsspionage, die von anderen Staaten oder deren Nachrichtendiensten gelenkt werden, oder privatwirtschaftliche Aktivitäten in Sachen Industriespionage führen z.B. allein in Deutschland laut „FAZ“ zu einem Schaden von 50 Milliarden Euro. Die EU-Kommission entwickelte daher eine Reihe von Initiativen, mit denen die Rechte des geistigen Eigentums besser geschützt werden sollen. „Ab heute sind wir alle besser in der Lage, die 'großen Fische' hinter den gefälschten Waren und raubkopierten Inhalten zu fangen, die unseren Unternehmen schaden und unsere Arbeitsplätze, aber auch unsere Gesundheit und Sicherheit in Bereichen wie Medikamente und Spielzeug gefährden“, erklärte EU-Industriekommissarin Elżbieta Bieńkowska. „Mit einem Patentvergabesystem, das die Einführung des Internets der Dinge – vom Smartphone bis zum vernetzten Auto – begünstigt, positionieren wir außerdem Europa an weltweit führender Stelle.“ www.ec.europa.eu/germany/news_de

Museen & Institutionen

Museum Salzburg: Neues Depot

Kunstdepot des Museum der Moderne Salzburg, Außenansicht, © Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar

Das Museum der Moderne Salzburg hat sein neues Kunstdepot in Betrieb genommen. Der Neubau ermöglicht erstmals eine zentrale und technisch zeitgemäße Lagerung aller Kunstbestände des Museums sowie der dem Haus anvertrauten Sammlungen. Die rund 4.600 qm große Nutzfläche ist in knapp 3.400 qm Depotfläche und 1.300 qm für Serviceräume aufgeteilt. Die Sammlung der Generali Foundation siedelt im Februar 2018 von Wien in dieses Depot über. Damit diese Sammlung dem Salzburger Museum als Dauerleihgabe anvertraut werden kann, war der Bau des Depots eine notwendige Voraussetzung.

Museen & Institutionen

Hannover: Hundert Hoffnungen

Sigmar Polke Wochenendhaus Blatt 4 der Mappe „Grafik des kapitalistischen Realismus“ 1967 Siebdruck auf Kupferdruckkarton Blattmaß: 59,4 x 83,8 cm Sprengel Museum Hannover Foto: Herling / Herling / Werner, Sprengel Museum Hannover © VG Bild-Kunst Bonn, 2017 / The Estate of Sigmar Polke, Köln

Das Sprengel Museum Hannover beschäftigt sich in seiner Ausstellung Hundert Hoffnungen. Protest und Vorstadtidyll mit der "heterogenen und von gesellschaftlichen Spannungen durchzogene Situation im Nachkriegsdeutschland auf. Die Sammlungspräsentation fokussiert dabei figurative Arbeiten der 1960er- und 1970er-Jahre: Vorstadtidylle, Rückzug ins Eigenheim, Babyboom, Konsum und Verdrängung treffen auf Protestbewegung, Abwendung von der Generation der Eltern, Wiedergutmachung und Anti-Militarismus. Ausgangspunkt der Präsentation ist die von René Block 1968 herausgegebene Mappe Grafik des kapitalistischen Realismus mit sechs Arbeiten von KP Brehmer, K. H. Hödicke, Konrad Lueg, Sigmar Polke, Gerhard Richter und Wolf Vostell, die in diesem Zusammenhang erstmalig vollständig im Sprengel Museum Hannover gezeigt wird." Außerdem sind Werke von Joseph Beuys, Konrad Klapheck, Siegfried Neuenhausen, Heinrich Riebesehl und Timm Ulrichs zu sehen. www.sprengel-museum.de

Preise

Rosa Schapire-Kunstpreis

Ana Jotta in ihrem Atelier Foto: Ricardo Campos, Courtesy Hamburger Kunsthalle

Ana Jotta wurde der Rosa Schapire Kunstpreis zugesprochen (20.000 Euro). Der Preis wird von den Freunden der Hamburger Kunsthalle in Erinnerung an Rosa Schapire (1874–1954) vergeben, „die bereits zu ihrer Zeit als große Vorkämpferin für die zeitgenössische Moderne galt.“ Ana Jotta Malerin, Bildhauerin, Zeichnerin und Fotografin. Sie „erforscht immer wieder neue Techniken, arbeitet mit Stoffen, Stickerei, Ton oder Keramik und lässt sich durch gefundene Objekte und Dinge zu ihren Assemblagen, Collagen oder Installationen inspirieren.“ www.hamburger-kunsthalle.de

Preise

Manor Kunstpreis

CHristoph Eisenring, Foto: Copyright Florian Bärtschiger

Christoph Eisenring wurde mit dem Manor Kunstpreis ausgezeichnet (15.000 Franken). Der Preis wird von der gleichnamigen Warenhauskette auslobt und jährlich in sechs Schweizer Städten verliehen, wobei sich Aarau, Basel, Biel, Chur, Genf, Lausanne, Luzern, Lugano, Schaffhausen, Sion, St. Gallen und Winterthur im Zweijahresrhythmus abwechseln. Jetzt ist das Kunstmuseum Winterthur Ausrichter der Preisträgerausstellung (Laufzeit bis 31. Deze,ber 2017). Eisenring studierte in Bern und Basel; er lebt heute in Winterthur und Schaffhausen. Künstlerisch arbeitet er im Bereich Installation. www.kmw.ch

Museen & Institutionen

Sammlung Würth erwirbt Werke aus Sammlung Essl

Prof. Reinhold Würth, Foto: Courtesy Museum Würth, Künzelsau

Nach dem Scheitern von Verhandlungen über eine staatliche Finanzierung musste das Essl-Museum in Klosterneuburg bei Wien 2016 schließen. Die Sammlungsbestände befinden sich derzeit in Obhut der Albertina in Wien. Einige Arbeiten aus dieser Sammlung hat nun die Sammlung Würth erworben. Dabei handelt es sich um Werke von Karel Appel, Georg Baselitz, Stefan Balkenhol, Tony Cragg, Asger Jorn, Alex Katz, Anselm Kiefer, Martin Kippenberger, Maria Lassnig, Arnulf Rainer oder David Salle, die die Schwerpunkte der Sammlung Würth ergänzen. Diese umfasst inzwischen 17.500 Objekte vom ausgehenden 19. Jh. bis zur Gegenwart. www.kunst.wuerth.com

Preise

Ö 1 Talentestipendium

Franziska Kabisch, Foto: ©  Mirela Maciak

Franziska Kabisch wurde für das Ö1-Talentestipendium ausgewählt. Der Förderpreis wird vom Wiener Städtsichen Versicherungsverein und dem Radiosender Ö 1 ausgelobt. Die Preisträgerin studierte in Hamburg und Wien und beschäftigt sich künstlerisch mit soziolinguistischen Fragen, etwa beim Verhältnis zwischen Sprache und Macht. Den Publikumspreis gewann Lucy Schreiber. Sie kombiniert in mixed medialer Weise vorhandene Naturmaterialien, Laser, Sound und Video bis zu Naturstoffen, die zumeist zu Landschaftsinstallationen. www.oe1.orf.at, www.wienerstaedtische.at

Hochschulen

Vicky Stratidou in der Mainzer "apotheke"

Rainbow Warriors, Illustrationsmotiv zur Ausstellungsankündigung

"apotheke" nennt sich der Ausstellungsraum der Kunsthochschule Mainz.
Vicky Stratidou
nutzt diesen Raum vom 13. Dezember 2017 bis zum 14. Januar 2018 für ihr Projekt "Rainbow Warriors", eine Mischform aus Installation, Schauspiel und Performance, das sie zusammen mit Amy Josh und  Zachary Chant dort realisiert. Dabei wird dem neugrichsichen Begriff "apothiki" entsprechend der Raum zur Abstellkammer. "Rainbow Warriors" hieß ein Schiff von Greenpeace, das seinerzeit der französische Geheimdienst versenkte. Somit ist der Ausstellungstitel eine Metapher auf staatliche Macht und wie man gegen diese scheitern kann, zugleich aber auch eine Anspielung auf die Konfliktfelder von Ökonomie und Ökologie - wo erstere obsiegt, verschwinden Lebensräume. www.kunsthochschule-mainz.de

Personalien

Brasilien: Museumsgründer verurteilt

Bernardo Paz, Gründer des Freilichtmuseums Instituto Inhotim, wurde wegen Geldwäsche und Spendenbetrugs zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erweisen an, dass Paz 2007 und 2008 im Ausland mehr als 98 Millionen Dollar an Spendengeldern für sein Kulturzentrum gesammelt, einen Teil des Geldes dann aber in seine Firmen investiert habe. Sein Firmenimperium wurde inzwischen allerdings von chinesischen Investoren aufgekauft. Künstlerischer Direktor des Instituto Inhotim war zwischen 2005 und 1012 der deutsche Kurator Jochen Volz. Der Anwalt von Bernardo Paz kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Ausschreibungen

Schwalenberg-Stipendium

Das Schwalenberg-Stipendium des Landesverbandes Lippe dauert vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2018 und ist mit 800 Euro/mtl. sowie einem einmaligen Materialkostenzuschuss von 800 Euro dotiert. Altersgrenze: 36 Jahre. Es besteht Residenzpflicht. Voraussetzung: abgeschlossenes Studium. Bewerbungsmappen im DIN A4-Format (keine Übergrößen, keine Originale) mit Rücksendeumschlag bis zum 16. Februar 2018 an: Landesverband Lippe, Kulturagentur, Dr. Mayarí Granados, Stv. Leiterin und Kunstreferentin, Bismarckstr.8, 32756 Detmold, Tel. 05231/9925422, E-mail: m.granados@landesverband-lippe.de, www.kulturagentur-online.de

Personalien

Paris: Neue Kunststiftung

agnès b. (bürgerlich Agnès Andrée Marguerite Troublé), französische Modedesignerin, will 2018 in Paris eine Kunststiftung ins Leben rufen. 400 Werke aus ihrer Sammlung zeigte sie kürzlich in Avignon im Musée Collection Lambert. Ihre Sammlung umfasst insgesamt 5.000 Objekte, die sie im Laufe von Jahrzehnten zusammen trug. Agnes b. studierte Kunst, wurde aber dann aus wirtschaftlichen Gründen Designerin und eröffnete 1984 in Paris eine Galerie, wo auch heute noch bis zu zehn Ausstellungen pro Jahr stattfinden. Mit dieser Galerie nahm sie auch an der Pariser Kunstmesse Urban Art Fair teil.

Hochschulen

Wien: Ästhetik der Veränderung

Oskar Kokoschka, Rock für Lilith Lang, Entwurf, 1907/08 Leinen, Wollstoff, Seidenpongé, Glas © Institut für Konservierung und Restaurierung/Kostüm- und Modesammlung der Universität für angewandte Kunst Wien; Fondation Oskar Kokoschka/Bildrecht, Wien, 201

1867 legte Kaiser Franz Joseph den Grundstein für eine neue, an das ehemalige k. k. Österreichische Museum für Kunst und Industrie (heute MAK) angeschlossene Lehrinstitution. Bereits am 1. Oktober 1868 wurde der Unterricht an der damaligen k. k. Kunstgewerbeschule aufgenommen,1877 wechselte die Schule in das Haus am Stubenring, direkt neben dem Museum, wo sie heute noch als Universität für angewandte Kunst Wien residiert. Zum 150jährigen Bestehen „taucht die Großausstellung ÄSTHETIK DER VERÄNDERUNG. 150 Jahre (15. Dezember 2017 – 15. April 2018) in den Kosmos einer der traditionsreichsten und gleichzeitig visionärsten kulturellen Hochschulen Österreichs ein. In zwei Ausstellungsteilen nähert sich die Jubiläumsschau, eine Kooperation der Universität für angewandte Kunst Wien und des MAK, der historisch gewachsenen Position der Angewandten als führendes Kompetenzzentrum für künstlerische und wissenschaftliche Bildung und Forschung: Rund 400 Exponate eröffnen in der unteren MAK-Ausstellungshalle Einblicke in die zahlreichen Highlights ihrer 150-jährigen Geschichte. Spekulativ und mitunter provokant skizzieren zeitgenössische Positionen in der oberen MAK-Ausstellungshalle die Zukunft von Kunst und Bildung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und technologischer Umbrüche.“ www.mak.at

Hochschulen

Offenbach: Wettbewerb für Fahrradbrücke

Andreas Grzesiek, „Greenline“

Andreas Grzesiek, Student an der HfG Offenbach, gewann mit seinem Beitrag „Greenline“ den Wettbewerb zum Entwurf einer Fahrradbrücke am Frankfurter Flughafen. Der Wettbewerb wurde im Rahmen des NRVP-Förderprojekts »Fahrradmobilität an großen Gewerbe- und Industriestandorten« ausgelobt. Unter der Leitung von Peter Eckart, Professor für Integrierendes Design und Produktsprache an der HfG, „hatten Studierende der HfG insgesamt zehn Entwürfe erarbeitet, bei denen Funktion und Ästhetik gleichermaßen von Bedeutung waren.“ www.hfg-offenbach.de

Biennalen

Bucharest Biennale

Beral Madra und Răzvan Ion sind Kuratoren der nächsten Bucharest Biennale (17. Mai bis 8. Juli 2018). Sie stellen ihr Work-in-progress-Konzept unter das Motto: „Edit Your Future“. Das Biennale-Programm soll eine Verbindung zwischen kreativer Praxis und sozialen Prozessen schaffen, desgleichen zwischen lokalen und globalen Kontexten. Gründer der Biennale ist Journal „Pavilion“. In einem Land, in dem es in den vergangenen Monaten immer wieder heftige Demonstrationen gegen die immer noch weit verbreitete Korruption in Politik und Verwaltung gab, ist es stimmig, solch eine Veranstaltung mit dem Wunsch nach Stärkung einer „unabhängigen zivilgesellschaftlichen Perspektive“ zu verbinden. Zugleich verweisen die Biennale-Macher aber auch auf den Standortfaktor der Stadt an einer geopolitischen Schnittstelle zwischen den Kulturräumen des Schwarzen Meeres, des Mittelmeerraumes und des Nahen Ostens. www.bucharestbiennale.org/

Ausschreibungen

Obermoschel-Stipendium

Der Kunstförderverein Donnersbergkreis schreibt ein dreimonatiges Stipendium, „Ländliche Begegnungen“, der bildenden Kunst ausgenommen Bildhauerei) aus. Bevorzugte Zeit für den Aufenthalt in Obermoschel/Pfalz ist Mai – Juli; möglich sind aber auch andere Monate (Residenzpflicht!). Das Stipendium ist mit € 1.500,-- dotiert und umfasst freie Nutzung einer Atelierwohnung. eine mögliche Materialpauschale, sowie den Ankauf einer Arbeit. Dealine: 28. Feb. 2018. Infos und Kontakt: www.kunst-donnersberg.de

Ausschreibungen

Bierkrug-Gestaltung

Einen Offenen Künstler-Wettbewerb zur Gestaltung des Maidultkrugs 2019 lobt die Brauerei Hacklberg in Passau aus. Teilnahmeberechtigt sind Profi-Künstler. Sie können vergleichbare Abbildungen ihrer Werke auf max. zwei DIN A4-Seiten beim BBK Niederbayern e.V. Ringstraße1, 94081 Fürstenzell, einreichen. Ausgewählt werden drei Künstler, die eine Aufwandsentschädigung von 500 Euro erhalten. Der Sieger unter ihnen bekommt für die Nutzung seines Motivs noch zusätzlich 1.000 Euro. Deadline: Anmeldung bis 14. Februar 2018, Abgabe der Entwürfe durch die drei Einjurierten bis 30. April 2018. Infos: www.hacklberg.de

Preise

Kunstpreis der Stadt Wolfsburg

Julius von Bismarck , © Julius von Bismarck; Courtesy alexander levy, Berlin

Julius von Bismarck, aktueller Träger des Kunstpreises der Stadt Wolfsburg, zeigt derzeit bis zum 3. Juni 2018 seine Arbeiten dort in der Städtischen Galerie. Die Ausstellung trägt den Titel „Gewaltenteilung“ und beschäftigt sich mit einer Verbindung von Kunst und Wissenschaft, dabei speziell mit Naturgewalten. Die „Gewaltenteilung“ zwischen den Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer ist nicht nur symbolischer Natur. Zentrales Exponat in der Ausstellung ist ein Video vom Hurrikan „Irma“, der Florida verwüstete. www.staedtische-galerie-wolfsburg.de

Museen & Institutionen

Sammlung Brabant in Schwerin

Franz Radziwill, Der Winterapfel, 1952, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Der Wiesbadener Kaufmann Frank Brabant sammelt figurative Kunst aus dem Zeitraum 1890 bis 1990. Die Sammlung umfasst etwa 400 Werke. Geboren wurde Brabant in Schwerin, weshalb der 79jährige Sammler beschloss, nach seinem Tod die Sammlung je zur Hälfte den Museen von Schwerin und Wiesbaden zu überlassen. Unter dem Titel „Von Beckmann bis Jawlensky. Die Sammlung Frank Brabant in Schwerin und Wiesbaden“ zeigt das Staatl. Museum Schwerin bis zum 18. Februar 2018 „heute schon die Werke, die die Sammlung des Schweriner Museums in Zukunft ergänzen werden.   Bisher besitzt das Museum nur wenige Werke, die dem Expressionismus oder der Neuen Sachlichkeit zuzurechnen sind, insofern schließt diese Schenkung eine Lücke.“ Im Sommer 2018 stellt dann auch das Museum Wiesbaden seinen Teil der zukünftigen Schenkung der Öffentlichkeit vor. www.museum-schwerin.de

Galerien & Auktionshäuser

Arno Breker-Skulptur versteigert

Das Kunsthaus Schloss Ahlden e.V. versteigerte die 2,36 m hohe Skulptur „Der Wager“ (1939) von Arno Breker (1900-1991) für 168.000 Euro. Vermutlich war die Plastik für eines der Architekturprojekte bestimmt, die Albert Speer und Adolf Hitler entwarfen, um Berlin zu einer Hauptstadt „Germania“ umzubauen. Später wurden sechs Exemplare in Bronze gegossen; das jetzt versteigerte Werk kam in eine norddeutsche Privatsammlung. Als die von den Nazis verfemten Künstler in die Emigration gingen, kehrte Breker 1934 aus Frankreich nach Deutschland zurück; erhielt dort ab 1935 erste öffentliche Aufträge, wurde 1937 NSDAP-Mitglied und galt fortan als einer der prominentesten Bildhauer des NS-Staates, dessen Führer seine Formensprache als richtungsweisend für den „neuen deutschen Stil“ lobten. www.schloss-ahlden.de

Ausschreibungen

Medienkunst-Stipendien

Die Bewerbungsfrist für drei Medienkimst-Stipendien am Oldenburger Edith-Russ-Haus für Medienkunst endet am 28. Februar 2018. „Es handelt sich um drei Produktions- und Aufenthaltsstipendien zu je 10.000 Euro, mit denen ein breites Spektrum der Medienkunst gefördert werden kann: von Videokunst und netzbasierten Projekten bis hin zu Klang- oder audiovisuellen Installationen.... Die Stipendien gelten für eine Dauer von sechs Monaten, von Juli bis Dezember 2018. In diesem Zeitraum sollte die künstlerische Arbeit abgeschlossen werden. Vorgesehen ist dabei eine Residenzpflicht in Oldenburg von mindestens einem Monat“. Die Bewerbung ist nur online möglich unter der Adresse www.edith-russ-haus.de/stipendien

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