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Biennalen

Istanbul Biennale

Michael Elmgreen und Ingar Dragset

Michael Elmgreen und Ingar Dragset kuratieren die Istanbul Biennale (16. Sept. bis 12. Nov. 2017). Die beiden Künstler arbeiten seit 1995 zusammen. Dem Beirat zu der Veranstaltung gehören Adriano Pedrosa, Başak Şenova, İnci Eviner, Iwona Blazwick und Ute Meta Bauer an. Es heißt, diese Biennale sei das bislang größte am am meisten ambitionierte Projekt, auf das Elmgreen und Dragset sich einlassen. 2015 wurden 80 Künstler eingeladen, die verschiedene Orte im Stadtraum bespielten, und in etwa der gleichen Größenordnung dürfte sich auch die jetzige Biennale bewegen. Ihr Motto lautet „a good neighbour“. www.bienal.iksv.org

Aktionen & Projekte

Documenta-Bilanz: Finanzdebakel

documenta 14, Foto: Wolfgang Träger

Wer zum künstlerischen Leiter der Kasseler documenta berufen wird, genießt das einzigartige Privileg, dass er kuratorisch machen kann, was er will. Und noch jeder Documenta-Leiter dürfte beim Aushandeln seines Vertrags darauf geachtet haben, dass dort festgeschrieben wurde, er hafte nicht persönlich für ein eventuelles Defizit. Doch nun fürchtet Roger M. Buergel, documenta-Leiter im Jahre 2007, durch das Finanzdesaster der diesjährigen Documenta mit einem „Liquiditätsdefizit im Wirtschaftsplan“ in Höhe von 7 Mill. Euro bis Ende 2017 stünde diese bewährte künstlerische Autonomie auf dem Prüfstand; denn die Politiker, die bislang immer Zurückhaltung übten, könnten sich künftig stärker einmischen. Buergels Sorge ist nicht unberechtigt, denn angesichts der Tatsache, dass die documenta gGmbH ihre jetzige Kunstschau nur durch zusätzliche Bürgschaften der Stadt Kassel und des Landes Hessen von je 4 Mill. Euro geordnet beenden kann, fand Kassels OB Christian Geselle (SPD) klare Worte: „Die Freiheit des künstlerischen Leiters ist ein wertvolles Gut, das ich auch weiter hochhalten werde. Aber diese Freiheit hat ihren Rahmen dort, wo sie die documenta selbst in Gefahr bringt.“ Die „hessenschau“ zitiert den OB weiter: „Die vor sechs Jahrzehnten von Arnold Bode ins Leben gerufene Ausstellung ist sowohl finanziell als auch in ihrer Organisations-Struktur an Grenzen gekommen.“ Der Documenta-Aufsichtsrat bewilligte einschließlich eines „Sicherheitspuffers“ ein Darlehen in Höhe von 8 Mill. Euro, das über die erwähnten Bürgschaften abgesichert ist. Buchhalterisch ist von besagtem Liquiditätsdefizit ein „bilanzielles Defizit“ zu unterscheiden, das mit 5,4 Mill. Euro allerdings auch recht happig ist. Externe Wirtschaftsprüfer sollen nun klären, wie es bei der d 14 zu dem Finanzdebakel kommen konnte, doch für die HNA-Hessisch Niedersächsische Allgemeine sind die Gründe bereits offensichtlich: so „soll der Standort Athen viel mehr Geld verschlungen haben, als eingeplant war. Auch die Besucherzahlen sind wohl keineswegs auf Rekordkurs: Statt einer 20prozentigen Steigerung“ kamen nur 891.500 Kunstfans nach Kassel. Dass unterdessen das Abschlussbulletin der d14-Macher die 339.000 Besucher in Athen hochjubelt und Elogen auf die „bestbesuchte Ausstellung zeitgenössischer Kunst... in Griechenland“ verbreitet, dürfte der Kasseler Stadtkämmerer jetzt keineswegs als hilfreich empfinden. Die hessischen Politiker verteidigten indessen die Entscheidung für einen zweiten Standort in Athen; es ginge jetzt nur darum, heraus zu finden, „was in Athen genau passiert sei“. Die HNA hat jedenfalls schon einen Schuldigen ausgemacht: „Leiter setzte Geld in den Sand“, lautet die Schlagzeile: der Chefkurator Adam Szymczyk habe die documenta „an den Rand des Ruins“ gebracht. Die HNA beklagt seine „notorische Abwesenheit“, Szymczyk habe „kaum etwas“ getan, „um mehr Geld für die Weltkunstausstellung einzutreiben“. Auch die Rolle der Documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff sieht die HNA kritisch: ihr fehlte „womöglich... Durchsetzungsvermögen und Erfahrung, um Szymczyk zu bremsen“. Personelle Konsequenzen schloss OB Geselle allerdings vorerst aus: Kulenkampff hat einen Vertrag bis 2018. www.documenta.de

Messen & Märkte

Wiener Kunstmessen

Christina Steinbrecher-Pfandt, Foto: Copyright A. Murashkin, viennacontemporary

Bis zum 24. September 2017 versammelt das Team um die künstlerische Leiterin Christina Steinbrecher-Pfandt und den Geschäftsführer Renger van den Heuvel auf der viennacontemporary Wien Galerien, die den Schwerpunkt Zentral- und Osteuropa markieren: das ist auch viel mit historisch gewachsenen Handelsbeziehungen zu tun, die Österreich aufgrund seiner geografischen Lage und seiner Geschichte zu den Balkanländern unterhält. Etwa 110-115 Galerien sind zugelassen; die Initiatoren rechnen auch jetzt wieder mit etwa 28.000 Besuchern. „Länderspezifische Sonderpräsentationen, Podiumsdiskussionen, Führungen und ein hochqualitatives VIP-Programm ziehen die internationale Kunstszene an“. Austragungsort ist das Industriegebäude Marx-Halle, einst ein Umschlagplatz des Wiener Rinderhandels im dritten Gemeindebezirk. Nahezu gleichzeitig wird die Parallel Vienna noch bis zum 24. September 2017 in der Alten Sigmund Freud Universität, (Schnirchgasse 9A, U3 Station: Erdberg) abgehalten. Das alte Universitätsgebäude liegt in der Nähe der viennacontemporary, und das Programm der Parallel-Messe konzentriert sich auf „die Auseinandersetzung mit dem architektonisch interessanten Raum... zahlreiche ortsspezifische Projekte werden sich dem Dialog mit dem ausgedienten Gebäude stellen, das nach der Messe abgerissen“ wird. www.viennacontemporary.at/de

Hochschulen

Münster: Blumenberg Lectures

Chantal Mouffe, Pressefoto

Die Blumenberg Lectures 2017 sind nach dem Münstertaner Pholosophen Hans Blumenberg benannt und werden als Kooperation der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit den Skulptur Projekten organisiert. Die Reihe endet am 29. September 2017 im Hörsaaö JUR4 des Juridicums mit einem Vortrag von Chantal Mouffe. Sie ist "seit den 1980er Jahren eine der wichtigsten Stimmen im Feld der politischen Theoriebildung ist. An der Westminster University London leitet sie das Centre for the Study of Democracy, wo sie als erklärte Postmarxistin nach einer Antwort auf das weltweite Erstarken der politischen Rechten sucht. Mit ihrer These, dass Vernunft in der politischen Debatte zu kalt sei, um Gemeinschaft zu stiften, dass die Debatte radikal und leidenschaftlich geführt werden müsse, dass es einen linken Populismus brauche, hat Chantal Mouffe scharfe Kritik auf sich gezogen. In ihrem Vortrag wird sie erläutern, warum für sie Leidenschaft [passion] ein zentraler Begriff zum Verständnis aktueller politischer Prozesse ist und welche Schlüsse daraus für die politische Praxis zu ziehen sind. Mit ihrem daraus erwachsenden Interesse für radikale künstlerische Strategien ist sie nahe bei den Fragen, die die Kuratoren der Skulptur Projekte 2017 stellen." www.skulptur-projekte.de

Personalien

Axel Kasseböhmer gestorben

Axel Kasseböhmer in Köln 1999, Courtesy Sprüth Magers

Axel Kasseböhmer starb nach langer Krankheit im Alter von 65 Jahren. Der Maler und Zeichner studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Joseph Beuys und Gerhard Richter. Seit 2001 war er Professor an der Kunstakademie München. Eine erste größere Einzelausstellung hatte er 1983 im Bonnefantenmuseum Maastricht. Seit 1984 arbeitete er mit der Galerie Sprüth Magers zusammen. Landschaften, auch Übermalungen von Landschaftsfotografien, und Stillleben waren seine Hauptmotive. Kasseböhmers letzte Werkreihe besteht aus etwa 100 Variationen mit Ansichten der Umgebung des Walchensees in den Alpen.

Museen & Institutionen

Peter Saul in den Deichtorhallen

Peter Saul, Oedipus Jr., 1983. © Peter Saul, Courtesy Hall Art Foundation. Foto: Jeffrey Nintzel

Die Hamburger Deichtorhallen stellen vom 30. September 2017 bis zum 28. Januar 2018 in der Sammlung Falckenberg das Werk des Malers Peter Saul vor. „Lange bevor »Bad Painting« ein zentrales Anliegen der zeitgenössischen Kunst wurde, verletzte Peter Saul ganz bewusst den guten Geschmack. In seiner unverwechselbaren Sprache hat der Maler ein Cross-over aus Pop-Art, Surrealismus, Abstraktem Expressionismus, San Francisco Funk und Cartoon Culture entwickelt, in dem er politische und soziale Themen aufgreift. Mit der Pop-Art teilt er das Interesse am Banalen, an der Konsumgesellschaft und den heiteren Bildwelten des Comics in leuchtenden, ansprechenden Farben. Eine rezesion der Ausstellung, die zuvor in der Schirn in Frankfurt zu sehen war, lesen Sie in der neuesten Ausgabe von KUNSTFORUM, die am 29.9. erscheint (ab heute schon in der App).  www.deichtorhallen.de

Aktionen & Projekte

Inflatable Refugee

Schellekens & Peleman, 'Inflatable Refugee' (2015), Foto: © Dirk Kinot

 

Das belgische Künstlerkollektiv Schellekens & Peleman lebt und arbeitet in Antwerpen. Seit 2015 touren die Künstler mit einer sechs Meter hohen interventionistsichen Skulptur "Inflatable Refugee" durch Europa als "Symbol für die Entmenschlichung im Umgang mit der Flüchtlingskrise". Die Größe der Figur bezieht sich auf die Frage, als was für die Ankömmlinge begreifen, nämlich "als ein großes Problem oder als eine große Möglichkeit". Ab dem 20. Septembner 2017 gastieren die Künstler miut ihrer Skultur beim Graphic Matters Festival in der südniederländsichen Stadt Breda und präsentieren sie dort an verschiedenen Orten im Stadtraum. www.graphicmatters.nl/en/inflatable-refugee-0

Museen & Institutionen

Avantgarde in Hannover

El Lissitzky Proun R.V. N. 2 1923 Mischtechnik auf Leinwand auf Masonit 99 x 99 cm Sprengel Museum Hannover, Kunstbesitz der Landeshauptstadt Hannover Foto: Herling/Herling/Werner, Sprengel Museum Hannover Gemeinfrei

Hannover als Kunststadt in den 1920 Jahren - da denkt man in erster Linie an den Dadaisten Kurt Schwitters und seinen "Merzbau" in seinem Privathaus. Doch die Kunstszene jener Jahre umfasste noch viele andere Aktivitäten. Ab dem 23. September 2017 lässt das Sprengel Museum Hannover die 1920er-Jahre in Hannover mit der Ausstellung „revonnaH. Kunst der Avantgarde in Hannover 1912 – 1933“ wiederaufleben. Bis zum 7. Januar 2018 widmet sich die Ausstellung mit etwa 300 Werken aus eigenem Bestand und Leihgaben einer Blütezeit der hannoverschen Kulturgeschichte. "Vermittelt durch seine weltweiten Kontakte kamen Künstler wie El Lissitzky (Kabinett der Abstrakten), László Moholy-Nagy und Theo van Doesburg nach Hannover. Im Salon von Käte Steinitz traf sich die Avantgarde um Schwitters, Künstlergruppen wie 'die abstrakten hannover' entstanden. Im Provinzial-Museum (das heutige Niedersächsische Landesmuseum) revolutionierte Alexander Dorner als Direktor die Präsentation und Vermittlung von Kunst. Dorner beauftragte – mit finanzieller Unterstützung des Unternehmers Fritz Beindorff – den russischen Maler und Architekten El Lissitzky, eine zeitgemäße Raumgestaltung für die Präsentation der zeitgenössischen abstrakten Kunst zu entwerfen. Dessen 1927 eingerichtetes 'Kabinett der Abstrakten' gilt als einer der Höhepunkte der Kunst der 1920er-Jahre..." www.sprengel-museum.de

Biennalen

Biennale-Asssociation IBA: Generalversammlung

IBA Conference 2016 in Shanghai, veranstaltet vom Shanghai Project in Zusammenarbeit mit Power Station of Art. Von links: Gayatri Chakravorty Spivak, Alnoor Mitha, Bige Örer, Sylvie Fortin, and Wang Chunchen. Foto: Jongin Park.

Im Rahmen der diesjährigen Yokohama Triennale findet vom 25. bis zum 28. Septemner 2018 im Yokohama Museum of Art die vierte Generalversammlung der IBA-International Biennal Association statt. Die dreitägige Veranstaltung versteht sich als Plattform zur Diskusion der „zunehmenden kontextuelle Verschiebung“ von solchen Biennale-Veranstaltungen und „die Zukunft der IBA“. Nicht erst durch die Begleitumstände der diesjährigen Kasseler Documenta wird die Rolle der Kuratoren und damit auch ihr Einfluss im Kunstbetrieb kontrovers diskutiert. Daher focussiert sich die IBA-Versammlung auch auf „die Entwicklung von beruflichen Fähigkeiten und Herausforderungen mit Biennalen und Triennalen unter dem Titel 'CONNECTIVITY AS A METHODE'“... „Ein öffentliches Programm mit zwei Diskussionen, einem internationalen Seminar und einer Podiumsdiskussion findet am 27. September 2017 statt und konzentriert sich auf die Zukunft von Biennalen, Triennalen und Festivals auf der ganzen Welt. Zu den Teilnehmern gehören Künstler, Kuratoren, Regisseure und Gelehrte, die alle ein tiefes Interesse und Verständnis für den biennalen und triennalen Kontext haben.“ www.biennialassociation.org

Aktionen & Projekte

Nonhuman Networks

Saša Spacal, Mirjan Švagelj und Anil Podgornik, Myconnect, Installation, 2014, Damjan Švarc / Kapelica gallery photo archive

Die Ausstellung Nonhuman Networks im Art Laboratory Berlin präsentiert vom 30. September bis zum 26. November 2016 "ästhetische Entwürfe neuer Kommunikationsformen zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren..." Die performativen Arbeiten bieten dem Publikum die Möglichkeit, "sich auf außersprachliche Formen und Kontakt mit unterschiedlichen, scheinbar simplen Lebensformen einzulassen. Das Kollektiv mit Saša Spacal, Mirjan Švagelj und Anil Podgornik verbindet Kunst, Biologie und Kybernetik, um eine Plattform für eine Kommunikation zwischen Arten zu schaffen. In Myconnect wird das Nervensystem einer Person mit einem Pilz-Myzel in einer Biofeedback-Schleife verbunden. Nach dem Betreten der Kapsel wird eine Person mit einem Herzschlagsensor, Kopfhörer und Vibrationsmotoren ausgestattet, die auf verschiedenen Körperteilen platziert sind. Der menschliche Herzschlag setzt das System in Bewegung. Das Signal fährt durch das Myzel, wo es in Echtzeit moduliert wird..." Heather Barnett ist Künstlerin, Forscherin und Vermittlerin, "die mit Naturphänomenen und biologischem Design arbeitet, oft gemeinsam mit Wissenschaftlern, Künstlern, Teilnehmern und Organismen. Mit Hilfe lebender Materialien und bildgebender Technologien erforscht ihre Praxis, wie wir die Welt um uns herum beobachten, repräsentieren und verstehen." www.artlaboratory-berlin.org/

Galerien & Auktionshäuser

Berliner Galerien-Preis

Caroline Kryzecki, Bodeninstallation, 2, ca. 15x15m, mehr als 700 Screen Prints auf den Boden geklebt, Foto: Marcus Schneider, Courtesy Galerie Sexauer, Berlin

Der Galerist Jan-Philipp Sexauer nahm den VBKI-Preis „Berliner Galerien“ entgegen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde erstmals während der Berlin Art Week vergeben. Sexauer wurde für seine Ausstellung „Caroline Kryzecki – Come out (to show them)“ gewürdigt, bei der abstrakten Moiré-Kugelschreiberzeichnungen Caroline Kryzeckis“ auf ganz besondere Weise“ präsentiert wurden: „Über 700 handgefertigte Siebdrucke bedecken die gesamte Bodenfläche der großräumigen Galerie.“ www.sexauer.eu

 

Preise

Praemium Imperiale

Shirin Neshat, Foto: Dieter Schwerdtle

Der ghanaische Bildhauer El Anatsui, der letisch-amerikanische Tänzer und Choreograf Mikhail Baryshnikov, der spanische Architekt Rafael Moneo, der senegalesische Musiker Youssou N’Dour und die aus dem Iran stammende und heute in New York lebende Foto- und Videokünstlerin Shirin Neshat werden in diesem Jahr mit dem japanischen Praemium Imperiale bedacht. Sie erhalten jeweils 15 Mill. Yen (ca. 115.000 Euro). Ein Nachwuchspreis geht an die „Zoukak Theatre Company and Cultural Association“ aus dem Libanon. Shirin Neshat beschäftigt sich in ihren medienkünstlerischen Arbeiten vor allem mit dem Leben muslimischer Frauen in diktatorisch regierten Ländern. El Anatsui arbeitet mit Holz, Ton, Metall und Recyclingprodukten: „Das Zerstören und Wiederzusammensetzen von alltäglichen Objekten stellt ebenso ein Muster seiner Arbeit dar wie der Fokus auf Materialität und Symbolik.“ www.praemiumimperiale.org

Museen & Institutionen

Ed Atkins im Martin Gropiusbau

Ed Atkins, „Old Food“, Production Image 2017, Courtesy der Künstler, Galleria Isabella Bortolozzi, Berlin; Cabinet Gallery London; Gavin Browne's Enterprise, New York and dependance, Brüssel.

Für den Berliner Martin-Gropius-Bau und das Programm „Immersion“ entwickelte der Medienkünstler Ed Atkins ein „Gesamtkunstwerk, das vom allegorischen Potenzial des digitalen Filmemachens ausgeht und Phänomene wie Begehren, Historizität, Melancholie und Dummheit untersucht.“ „Old Food“ ist seine bisher umfangreichste Installation und „choreografiert ein Kammerspiel voll dubioser Sentimentalität und historischer Ungenauigkeit. Mit den Mitteln von Karikatur und Parabel beschwört der Künstler das Niemandsland einer nostalgischen Fantasywelt herauf, deren entgleisender Eskapismus das Scheitern des Fantastischen an romantischen Weltentwürfen vorführt, deren Realität am Ende immer sehr prosaisch und nüchtern ist. Atkins’ neuen computergenerierten Arbeiten auf großen Monitorwänden und Flat-Screens steht eine Fülle von Kostümen aus dem Fundus der Deutschen Oper Berlin gegenüber. Sie werden in der Ausstellung genau so präsentiert, wie sie im Opernhaus aufbewahrt werden. So sieht man die Kostüme, die sonst nur auf der Bühne im Rahmen des szenischen Worldbuilding erscheinen, plötzlich von ihrer Funktion befreit und in ihrer Existenz backstage...“ Ausstellungsdauer: 29. September bis 10. Dezember 2017. www.gropiusbau.de/

Hochschulen

Siegburg: InterPro – Interventionen und Projekte im öffentlichen Raum

Pressefoto zu „Interpro“, Foto: Nola Bunke

InterPro – Interventionen und Projekte im öffentlichen Raum heißt eine Ausstellung der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft Alfter im Stadtmuseum Siegburg vom 17. September bis zum 5. November 2017. Sie „vermittelt einen Einblick und zeigt die Vielfalt studentischer Projek­te aus der Bildenden Kunst, Architektur, Kunsttherapie und Kunst-Pädagogik-The­rapie.“ Dazu sagt Thomas Egelkamp Professor für Kunst im öffentlichen Raum: „Partizipative Kunst und Interventionen im öffentlichen Raum geben die Möglichkeit, die Öffentlichkeit auf besondere Weise einzubeziehen. Die Künstler stellen sich hier dem Dialog und lassen sich auf einen nicht vorhersehbaren Prozess ein, der neue Impulse mit sich bringt. Die Projekte wirken im Moment und hinterlassen Spuren, die nicht unbedingt sichtbar bleiben...“ Im Stadtmuseum Siegburg werden unterschiedliche Projekte und Interventionen aus den Fachbereichen der Hochschule erstmals gemeinsam präsentiert.“ Erweitert wird die Ausstellung am Dienstag, 26. September 2017, „durch die interdisziplinäre Performance Beethoven goes public auf dem Siegburger Markplatz. Um 18 Uhr setzen sich Schauspiel- und Kunststudenten mit dem weltberühmten Komponisten auseinander.“ www.alanus.edu

Preise

Berliner *foundationClass: Philipp Morris Award

Foto aus dem Fotografie-Workshop / ©*foundationClass

Die *foundationClass an der kunsthochschule weißensee berlin wurde mit dem Award der Philipp Morris-Stiftung bedacht. Dieses und drei weitere Projekte werden im Rahmen der Initiative „The Power of arts“ mit jeweils 50.000 Euro gefördert. „Der Wettbewerb galt gemeinnützigen Institutionen oder Initiativen in Deutschland, die sich für gleichberechtigte Bildungs- und Berufschancen geflüchteter Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund einsetzen.“ An der kh-weißensee wird geflüchteten Künstlern und Designern seit „eine Studienperspektive“ geboten. Der Kerngedanke ist die Schaffung eines Raumes, in dem die Teilnehmer „ihre verloren gegangenen Portfolios und Materialien rekonstruieren oder neu erstellen. So können sie sich wieder oder erstmalig auf einen Studienplatz an einer Kunsthochschule bewerben. Ein eigens dafür entwickeltes Programm beinhaltet künstlerische Workshops...“ www.foundationclass.org/

Aktionen & Projekte

Münster: Peles Empire Bar Talk

PELES EMPIRE BAR TALK, photo: Hubertus Huvermann.

Eine begehbare Skulptur an der Ecke Aegidiistraße / Aegidiikirchplatz in Münster dient als Veranstaltungsraum für die Reihe PELES EMPIRE BAR TALK. Für Freitag, 22. und Samstag, 23. September 2017, jeweils um 19 Uhr, sind dort Gespräche mit Oliver Osborne und Daniel Sinsel angekündigt. Die Ausstattung des Schlossee Peles in Rumänien dient den Künstlerinnen Katharina Stöver und Barbara Wolff als Inspirationsquelle für ihre Arbeit als "Peles Empire" und für die Bar Talks als Beitrag zu den diesjährigen Skulptur Projekten Münster. www.skulptur-projekte.de

Museen & Institutionen

Drei D-Workshop im Aachener Ludwigforum

Delta 2 D-Drucker, Visual Computing Institut RWTH Aachen

3D-Workshops beim Geometry Lab sind für den 3. bis 5. November 2017 im Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen angekündigt. In nur drei Stunden können die Teilnehmer ihren eigenen Drei-D-Drucker bauen und anschließend mit nach Hause nehmen. Der Workshop wird insgesamt dreimal angeboten. 3.11./ 5.11.2017, 12-16.30 Uhr; 4.11.2017, 10-14.30 Uhr ab 14 Jahren. Leitung: Prof. Dr. Leif Kobbelt, Ole Untzelmann, Visual Computing Institute an der RWTH Aachen Kosten 199,00 € je Termin (inkl. vollständiger 3D-Drucker-Bausatz). Ein anderer Workshop über "Paper Folding" kostet 15 Euro, ein dritter Workshop über das geometrische Spielzeug "Zoomtool" ist kostenlos. ist kostenlos. Anmeldungen für alle Workshops sind erforderlich unter www.geometrylab.rwth-aachen.de

Museen & Institutionen

Bielefeld: Schenkung

Rainer Jacobs, Düsseldorfer Rechtsanwalt und Sammler, schenkte der Kunsthalle Bielefeld 59 Arbeiten des Künstlers Ulrich Rückriem. Dazu gehören kleinformatige Objekte aus Stein, Holz und Metall, aber auch Videos und druckgrafische Mappenwerke des Bildhauers, die ab 1969 entstanden. Friedrich Meschede, Direktor der Kunsthalle Bielefeld: „Die Sammlung Jacobs bildet eine authentische Werkübersicht ab, die es so noch nicht gab“. Bis zum 22. Oktober 2017 präsentiert die Kunsthalle Bielefeld die Schenkung in der Ausstellung „Ulrich Rückriem – Multiples 1969 bis heute. Sammlung Jacobs“. www.kunsthalle-bielefeld.de

Preise

Wiesbaden-Stipendium

Daniela Kneip, Foto: Copyright D. Kneip

Daniela Kneip und Jörg Ahrnt sind 2018 Stipendiaten des Kunstvereins Bellevue-Saal Wiesbaden und erhalten vier Monate lang je 1.000 Euro sowie eine Einzelausstellung mit Katalog. Der Auslober ist ein „Verein zur Förderung von Projekten mit gesellschaftlicher Relevanz“. Die Stipendiaten wohnen und arbeiten während ihres viermonatigen Aufenthaltes in Wiesbaden in einem Atelier im Kunsthaus auf dem Schulberg. Der Bellevue-Saal war ursprünglich der Speisesaal eines Kurhotels. Neben den Ausstellungen der Stipendiaten bietet der Verein mit seiner Reihe „Solo“ älteren Künstlern Ausstellungsmöglichkeiten, und in der Reihe „1:1“ stellen jeweils ein Künstler aus der Region und einer von außerhalb gemeinsam aus. www.kunstverein-bellevue-saal.de

Messen & Märkte

Positions Berlin: Preisverleihungen

POSITIONS Berlin Art Fair, Foto: Oana Popa, Courtesy: Kulturprojekte Berlin

16.000 Zuschauer kamen in diesem Herbst zur Positions-Messe in die Arena Berlin. "Insgesamt wurden über 350 Künstler aus fast 40 Ländern im Rahmen der Messe präsentiert. Neben den höherpreisigen Werken in den Galeriekojen gab es auch für junge und angehende Sammler die Möglichkeit, hier Kunstwerke zu erwerben: An der größten Wand der Messe war unter dem Titel Selected POSITIONS eine Auswahl kleinerer, erschwinglicher Arbeiten zu finden." Auf der Messe wurden auch zwei Preise verliehen: "Die Peter-Christian-Schlüschen-Stiftung zeichnete den Fotografen Philip Bartz mit dem 1. Preis aus und vergab den 2. Preis an Eirikur Mortagne, einen dritten Preis an Manuel Hausdorfer sowie einen Sonderpreis an Sebastian Wells. Der diesjährige Berlin Hyp-Preis ging an Carolin Gasse von der marke.6 aus Weimar und Marion Eichmann von der Galerie Tammen & Partner. Eichmanns Werke werden bereits ab der nächsten Woche auch im Ausstellungsraum der IG Metall in Berlin zu sehen sein..." Darüber hinaus "waren in der POSITIONS Box die Werke der Gewinner des erstmals in Deutschland vergebenen Red Carpet-Awards ausgestellt: Julia Gruner, Maximilian Prüfer und Neringa Vasiliauskaite.

Museen & Institutionen

Delvaux-Museum: Ausstellung verlängert

Paul Delvaux Museum St. Idesbald, Foto: Raap

Das Paul Delvaux-Museum in St. Idesbald (Belgien) hat seine aktuelle Ausstellung über das grafische und zeichnerische Werk des Malers Paul Delvaux (1896-1892) bis zum 7. Januar 2018 verlängert. Eingebettet in die Gemälde in der Dauerausstellung und in der Präsentation von Objekten wie Modelleisenbahn-Waggons, die dem Maler als Vorlage dienten, repräsentiert die Ausstellung Bleistiftzeichnungen als Skizzen und Vorstudien und Radierungen, in denen Delvaux seine Malerei-Motive variierte. Die künstlerischen Anfänge liegen im Expressionismus; in den 1930er Jahren wandte sich Delvaux dem Surrealismus zu. Zu den Höhepunkten seiner Karriere zählt die Einladung zur Kasseler documenta 1959. In der Ausstellung sind auch seine letzten Arbeiten aus den 1980er Jahren zu sehen, als der Künstler zusehends erblindete und bei den Porträts aus dieser letzten Schaffensphase stilistisch wieder zu seinen expressionistischen Anfängen zurück fand. www.delvauxmuseum.com/

Messen & Märkte

Unseen Messe Amsterdam

53 Galerien nehmen bis zum 24. September 2017 an der Unseen Photo Fair Amsterdam teil. 95 Fotokünstler präsentierten Arbeiten, die vorher noch nie öffentlich gezeigt wurden, daher der Name "Unseen". 15 Galerien sind zum ersten Mal neu dabei. Während der Messetage werden u.a. der ING Unseen Talent Award und der Unseen Dummy Award vergeben. Eine Abteilung mit Fotobüchern und ein "The Living Room"-Programm mit Vorträgen und Debatten runden die Veranstaltung ab. www.unseenamsterdam.com

Preise

Villa Aurora Stipendium

Alwin Lay, TILT-SIFT, Motiv von der Einladungskarte (Ausschnitt)

Alwin Lay ist aktueller Träger des Villa Aurora-Stipendiums. Es ermöglicht ihm §einen dreimonatigen Aufenthalt in der ehemaligen Feuchtwanger-Villa bei Los Angeles und damit die Gelegenheit zum internationalen Austausch auf Spitzenniveau". Lay wurde an der an der Kunsthochschule für Medien Köln und der Kunstakademie Düsseldorf ausgebildet und stellt die Ergebnisse seiner Arbeit am 1. Oktober 2017 im Kölner Fuhrwerkswaage Kunstraum vor. www.fuhrwerkswaage.de

Museen & Institutionen

Harald Welzer im Kunstverein Hannover

»Ästhetik und Politik. Die Kunst des Zukünftigen« lautzet das Thema des Vortrags von Prof. Dr. Harald Welzer am Dienstag, 26. September 2017, um 19.00 Uhr im Kunstverein Hannover. Der Referent ist Soziologe und Sozialpsychologe, "Mitbegründer und Direktor von »FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit«, die sich das Aufzeigen und Fördern alternativer Lebensstile und Wirtschaftsformen zur Aufgabe gemacht hat". Er spricht über "die Weiterentwicklung der modernen Gesellschaft und das in diesem Zusammenhang greifbare Verhältnis von Kultur und Politik. Auch das Fehlen einer zeitbasierten Ästhetik innerhalb unserer von Transformationsprozessen geprägten Gegenwart wird Thema seines Vortrags sein." www.kunstverein-hannover.de

Biennalen

Architekturbiennale Venedig: niederländischer Pavillon

Hafen von Rotterdam, Foto: Raap

Unter der Leitung der Kuratorinnen Yvonne Farrell und Shelly McNamara findet vom 26. Mai bis zum 25. November 2018 die Architekturbiennale von Venedig statt. Kommissar für den niederländischen Pavillon ist Het Nieuwe Institut in Rotterdam, das seinen Beitrag unter das Motto „Work, Body, Leisure“ (Arbeit, Körper, Freizeit) stellt. Kuratorin ist Marina Otero Verzier. Die teilnehmenden Künstler werden durch einen Wettbewerb ermittelt. Sie beschäftigen sich mit den Auswirkungen neuer Technologien der Automation auf das Arbeitsethos: in post-industriellen Ländern wie Deutschland fallen nach seriösen Prognosen durch Robotisierung etc. bis 2030 möglicherweise die Hälfte aller jetzigen Arbeitsplätze weg; in den Niederlanden ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Wie verändern sich dadurch „räumliche Konfigurationen“, alltägliche Lebensbedingungen und Vorstellungen des menschlichen Körpers? „Das Projekt versucht, neue Formen der Kreativität und Verantwortung im architektonischen Bereich als Reaktion auf aufkommende Technologien der Automatisierung zu fördern.“ Der Open-Call-Künstlerwettbewerb zur Teilnahme läuft bis zum 5. November 2017; das Leitthema wird durch die Schlagzeile "From New Babylon to Rotterdam Harbour" konkretisiert. „New Babylon“ ist ein architektonisches Paradigma des Künstlers Constant aus den 1950er Jahren über „freien Raum und Freizeit“ durch Automatisierung – gerade an Rotterdams Hafen-Skyline kann man beobachten, wie die um 1950/60 einsetzende Containerisierung das Berufsbild der Hafenarbeiter verändert hat und wie -ähnlich wie in Hamburgs Hafen City – sich in Hafennähe auch die Wohnviertel in ihrem baulichen Erscheinungsbild und in ihrer Sozialstruktur stark gewandelt haben. Die einjurierten Wettbewerbsbeiträge werden im und am niederländischen Pavillon präsentiert. Infos zum Wettbewerrb: www.internationaal-programma.hetnieuweinstituut.nl/en/open-call-extended-program-dutch-pavilion-2018

Aktionen & Projekte

Willem de Rooij im Berliner KW Institute

Willem de Rooij, Blue to Blue, 2012, Polyestergarn auf Holzkeilrahmen gespannt, 135 x 280 x 5 cm, Installationsansicht Museum Abteiberg, Mönchengladbach

Willem de Rooij, Professor an der Frankfurter Städelschule, „untersucht die Produktion, Kontextualisierung und Interpretation von Bildern. Seine facettenreiche Praxis umfasst Fotografie, Film, Video, Skulptur, Tonaufnahmen und Schreiben. Appropriierte Materialien, wie etwa gefundene Bilder, Objekte, die er kunstgeschichtlichen oder ethnografischen Sammlungen entnimmt, oder die Arbeiten anderer Künstlerinnen und Künstler, spielen eine bedeutsame Rolle...“ Unter dem Titel „Without“ präsentiert das Berliner KW Institute for Contemporary Art vom bis zum 17. Dezember 2017 eine Auswahl an Arbeiten aus den vergangenen 20 Jahren. Parallel dazu hat Willem de Rooij fünf andere Künstler eingeladen, unter dem Titel „Compound“ Neuproduktionen darzubieten, und zwar in Form von Performances, Screenings oder „kurzen Ausstellungsformaten“. www.kw-berlin.de

Galerien & Auktionshäuser

Outset Germany_Switzerland: Benefiz-Auktion

Tony Cragg, Skulptur, Pressefoto zur Ankündigung der Auktion

2033 entstand der Outset Contemporary Art Fund „als gemeinnützige Organisation zur Förderung zeitgenössischer Kunst für öffentliche Institutionen“. Es „ist weltweit die einzige unabhängige philanthropische Organisation, die private wie Unternehmensgelder... bekommt, um neue Kunst für die Öffentlichkeit finanziell zu fördern und dabei die eingenommenen Gelder zu 100 Prozent ausschließlich in die Produktion der geförderten Kunst fließen lässt. Darüber hinaus unterstützt Outset Artist Residencies und unter bestimmten Voraussetzungen auch Ausstellungen. Outset konnte bis dato mit insgesamt 6,0 Millionen Euro mehr als 160 Künstler und 80 Institutionen weltweit fördern und unterstützen...“ Der Stiftungsfonds hat Kapitel in England, Schottland, Estland, Deutschland, der Schweiz, Indien, Israel, den Niederlanden sowie Griechenland. Am Freitag, dem 29.09.2017, 18 Uhr versteigert Outset Germany_Switzerland in der Sammlung PHILARA in Düsseldorf dreiundfünfzig zeitgenössische Kunstwerke im Rahmen einer Benefiz Veranstaltung. „Der Erlös fließt zu 100 Prozent in die von Outset Germany_Switzerland geförderten Kunstprojekte. Künstler, Galeristen und Sammler stiften die zu versteigernden Kunstwerke. Der Katalog reicht von Julian Charrière & Julius von Bismarck, über Tony Cragg (im Bild), Elmgreen & Dragset, Henning Fehr & Philipp Rühr, Keith Haring, Gregor Hildebrandt, Leiko Ikemura, Arik Levy, Jonathan Meese, Seungmo Park, Susanne Rottenbacher, Thomas Ruff, Tomás Saraceno, SEO, Wolfgang Tillmans, Henning Strassburger, Andreas Schmitten bis zu Wim Wenders. - Die Benefizauktion wird in Kooperation mit PHILLIPS (Live Auction) und ARTSY (Silent/Onlince Auction) durchgeführt...“ www.outset.org.uk

Museen & Institutionen

Georg Herold in Bonn 

Georg Herold, Rumsfeld, Pressefoto zur Ausstellung

Georg Herold war von 1977 bis 1983 Schüler Sigmar Polkes und stellte in den 1980er Jahren die Kunst und den Kunstbetrieb auf neo-dadaistische Weise in Frage. Bekannt wurde er u.a. mit seinen „Kaviar-Bildern“, bei denen er echten Beluga-Kaviar auf der Leinwand fixierte. „Im bewusst beiläufigen Charakter der Arbeiten, die neben Malerei, Skulptur, Installation und Objekten auch Texte und Videos umfassen, spiegelt sich dabei eine künstlerische Grundüberzeugung, die eine genau kalkulierte Unfertigkeit als Strategie gegen den Mythos der Perfektion und des Meisterwerks stellt. Seine Werke aus Materialien und Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs setzen sich kritisch und ironisch mit Denkgewohnheiten auseinander und versetzen den Betrachter in eine immer wieder überraschende Konfrontation mit seinen eigenen Kunsterwartungen...“ Im Kunstmuseum Bonn hat Georg Herold nun ab dem 21. September 2017 „eine monografische Präsentation, welche die zentralen Aspekte des Werks beleuchtet und zugleich die vitale, humorvolle Frische seines Œuvres beweist.“ www.kunstmuseum-bonn.de

Museen & Institutionen

Erik van Lieshout im Kunstverein Hannover

Erik van Lieshout »Untitled«, 2017  verschiedene Materialien, 150 x 272 cm, Courtesy der Künstler

Mit »Sündenbock« zeigt der Kunstverein Hannover die bislang umfassendste Ausstellung von Erik van Lieshout in Deutschland. Auf schonungslos direkte wie auch satirisch-humorvolle Weise thematisieren seine Werkkomplexe gesellschaftspolitische Fragestellungen unserer Zeit und führen politische Missstände und gesellschaftliche Konflikte vor Augen. Dabei werden persönliche Grenzen und gesellschaftliche Tabus unterlaufen und Mechanismen der Rollenzuschreibung, des Rollenverständnisses und der Schuldübertragung offengelegt....“ Es ist die „umfassendste Ausstellung von Erik van Lieshout in Deutschland...“ „Indem er in seinen prozessual angelegten Filmen auf emphatische wie auch konfrontative Weise agiert, gelingt es ihm, einen unmittelbaren Zugang zu Orten und Menschen herzustellen, deren Haltung und Einstellung er sichtbar werden lässt. Gleichermaßen sind van Lieshouts persönliche Verfassung und die Herausforderungen des Künstlerdaseins Gegenstand seines sezierenden Blicks. So entsteht durch die Verbindung von sozialem Bewusstsein und Egozentrik, voyeuristischer und exhibitionistischer Direktheit ein unverwechselbarer Kosmos, in dem der Ernst des Lebens freimütig und respektlos verhandelt und das Verhältnis zwischen privat und politisch, Individuum und Gesellschaft immer wieder neu ergründet wird.“ www.kunstverein-hannover.de

Museen & Institutionen

Krefeld: EXAT 51

EXAT 51, Pressefoto, Courtesy Kunstmuseen Krefeld

Ab dem 1. Oktober 2017 zeigen die Kunstmuseen Krefeld an ihren beiden Spielstätten Haus Lange und Haus Esters Ausstellungen unter dem Obertitel „Ideologie, Abstraktion und Architektur“. Damit führt die neue Direktorin Katia Baudin "ein dialogisches Ping- Pong-Prinzip zwischen den Häusern ein, das auch in Zukunft fortgesetzt werden soll.“ Im Fokus stehen das kunsthistorische Erbe des Bauhauses im Kontext mit den Ideologien und Künsten des früheren Ostblocks seit 1945 bis zu dessen Zusammenbruch zwischen dem Mauerfall in Berlin 1989 und der Auflösung der Sowjetunion Ende 1991. Im Haus Lange ist eine Dokumentation der interdisziplinären Künstler- und Architektenvereinigung „EXAT 51“ zu sehen. Die Mitglieder „strebten eine experimentierfreudige Synthese der angewandten und bildenden Künste an und setzten sich dezidiert für die gegenstandslose Kunst im sozialistischen Jugoslawien der 1950er Jahre ein. Zu den Mitgliedern gehörten: Bernardo Bernardi (Architekt, Designer), Zdravko Bregovac (Architekt), Vladimir Kristl (Künstler, Filmemacher), Ivan Picelj (Künstler, Grafiker), Zvonimir Radic ́ (Architekt), Božidar Rašica (Architekt, Bühnenbilder, Künstler), Vjenceslav Richter (Architekt, Bildhauer), Aleksandar Srnec (Künstler, Grafiker, Filmemacher), Vladimir Zarahovic (Architekt). Die Ziele von EXAT 51 wurden im Dezember 1951 in einem Manifest veröffentlicht, das die Protagonisten in der Fortführung der Ideale der Vorkriegsmoderne – Bauhaus, Konstruktivismus und de Stijl – positionierte. Dies geschah zu einer Zeit, in der das ehemalige Jugoslawien nach Titos Bruch mit Stalin und der Sowjetunion (1950) versuchte, sich geopolitisch neu zu positionieren und eine eigene sozialistische nationale Identität zu schaffen. EXAT 51 war der Überzeugung, dass gegenstandslose Kunst die Weiterentwicklung der Gesellschaft bereichert, im Gegensatz zur dogmatischen Kunst des Sozialistischen Realismus.“ Im Museum Haus Esters hat die slowenische Künstlerin Jasmina Cibic ihre erste Einzelausstellung. Sie durfte Slowenien auf der Biennale von Venedig 2013 präsentieren und arbeitet im Bereich Performance, Installation, Film. www.kunstmuseenkrefeld.de.

Museen & Institutionen

Sammlung Gurlitt in Bonn und Bern

Die Bundeskunsthalle Bonn und das Kunstmuseum Bern arbeiten derzeit an einer gemeinsamen Präsentation der Sammlung von Cornelius Gurlitt. Mit dem Titel „Bestandsaufnahme Gurlitt“ stellen die beiden Museen zeitgleich unterschiedliche thematische Schwerpunkte aus der Sammlung mit 1.500 Kunstwerken vor. In Bern liegt der Schwerpunkt auf Werken, die von den Nazis als „entartete Kunst“ diffamiert wurden aus dem Kreis der Familie Gurlitt. Die Bundeskunsthalle kümmert sich unterdessen um Werke konzentrieren, die NS-verfolgungsbedingt entzogen wurden oder deren Herkunft bis jetzt nicht geklärt werden konnte. Anschließend wandert diese Ausstellung von Bonn nach Bern. Den Grundstock zu der Sammlung legte Hildebrand Gurlitt, einer der vier Galeristen, die in der NS-Zeit autorisiert waren, beschlagnahmte moderne Kunst zu verkaufen. Zollfahnder beschlagnahmten 2013 die Sammlung in der Wohnung des Sohnes Cornelius Gurlitt. Dieser hatte vor seinem Tod 2014 die Sammlung dem Kunstmuseum Bern vererbt. Die Ausstellungen beginnen in beiden Häusern ab Anfang November 2017 und dauern bis März 2018. www.bundeskunsthalle.de

Museen & Institutionen

Lars von Trier im Brandts Museum Odense

Lars von Trier, Foto: Jan Buus, 2003, Pressefoto, Courtesy; Brandts Museum Odense

Das Brandts Museum in Odense (Dänemark) dokumentiert unter dem Titel „Det Gode met det Onde“ (Das Gute mit dem Bösen) vom 29. September 2917 bis zum 25. März 2018 das Werk des dänischen Regisseurs Lars von Trier. Zu den Exponaten gehören unter anderem Bilder, Filmausschnitte, Interviews Requisiten und auch Manuskripte, von denen es heißt, der Filmemacher habe die meisten im Rausch geschaffen. Sein erster längerer Film aus dem Jahr 1984 „The Element of Crime“ ist Teil einer Trilogie über die Geschichte und den Verfall Europas. Mit dem Film „Antichrist“ gewann von Trier 2009 den nordischen Filmpreis, doch „Die Welt“ rezensierte ihn als den „meistgehassten Film des Jahres“. Mit dem Film „Melancholia“ wurde er 2011 von den Filmfestspielen von Cannes ausgeschlossen, weil der Regisseur sich in einem Interview missverständlich über Adolf Hitler geäussert hatte, doch die dänische Staatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen wegen Verharmlosung von Kriegsverbrechen schließlich ein. Sein bislang jüngstes größeres Filmprojekt „Nymphomania“ (2013) erzählt das Liebesleben einer Nymphomanin. Man urteilte über das Werk von Lars von Trier oft, er bevorzuge pornografische und gewalttätige Szenen. 2005 sagte er in einem Interview mit der „ZEIT“: „Meine Familie hatte sehr genaue Vorstellungen von Gut und Böse... Mit meiner Arbeit stelle ich all das in Frage... ich attackiere die Gutmenschen-Philosophie, die in meiner Familie herrschte.“ www.brandts.dk

Personalien

Witte de With Center: neue Direktorin

Sofía Hernández Chong Cuy, Foto: Zach Hyman

Sofía Hernández Chong Cuy ist neue Direktorin des Witte de With Center for Contemporary Art in Rotterdam. Sie tritt die Stelle am 1. Januar 2018 an. Ihre Vorgängerin Defne Ayas leitete das Zentrum seit 2012 muss dann nach dem Governance Code des Instituts nach zwei Amtsperioden von jeweils drei Jahren aufhören - länger soll dort niemand im Direktorensessel sitzen. Sofía Hernández Chong Cuy arbeitete seit 2011 als Kuratorin für zeitgenössische Kunst für die Colección Patricia Phelps de Cisneros, die mit Adressen in New York und Caracas auf Kunst aus Lateinamerika spezialisiert ist. www.wdw.nl

Personalien

Winterthur: Direktorenwechsel

Nadine Wietlisbach, Foto: ® Rothenberger, Courtesy: Photoforum Pasquart Biel

Nadine Wietlisbach übernimmt als Nachfolgerin von Thomas Seelig ab dem 1. Januar 2018 die Leitung des Fotomuseums Winterthur. Seelig bleibt jedoch weiterhin als Kurator dem Museum verbunden. Wietlisbach kommt aus Biel, wo sie derzeit noch das Photoforum Pasquart leitet. Das Fotomuseum wurde 1993 in Winterthur gegründet. www.fotomuseum.ch

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