Aktuelle Nachrichten

  • Alle
  • Personalien
  • Preise
  • Aktionen & Projekte
  • Museen & Institutionen
  • Ausschreibungen
  • Galerien & Auktionshäuser
  • Biennalen
  • Anzeige
  • Kulturpolitik
  • Messen & Märkte
  • Hochschulen
  • In eigener Sache
  • Preview
  • Film
  • Publikationen

Personalien

Foto- und Videopionierin Barbara Leisgen gestorben

Barbara und Michael Leisgen, Die Beschreibung der Sonne, 1975, Silber-Gelatine-Photo

‚Magier des Lichts‘ werden die Künstler Barbara und Michael Leisgen genannt, denn es ist in der Tat der immaterielle Stoff Licht, mit dem das Fotografen-Paar arbeitet; es spürt dem Phänomen Licht in Fotos und frühen experimentellen Videos nach, in der Natur, in lebendigen Wesen und Gegenständen, in Geschichte, Philosophie und Mythos. Nun ist Barbara Leisgen als eines der Künstler-Lichter erloschen: sie starb am 24. April 2017 in Aachen. Dies ist umso bedauerlicher, als die Foto- und Videopioniere mittlerweile auch in den USA Fuß gefasst und gerade an großen Ausstellungen wie „Sublime – Les Tremblements du Monde“ im Centre Pompidou – Metz 2016 und „The Sun Placed in the Abyss“ im Columbus Museum of Art 2016/17 teilgenommen hatten. Aber vor allem waren sie selbst nochmals zu neuen Ufern gestartet. Barbara Leisgen, geboren 1940 in Gengenbach/Baden, lernte Michael während ihres Kunststudiums in Karlsruhe in den 60er Jahren kennen. Bereits 1970 stellten beide gemeinsam aus und, umgezogen in den deutsch/belgischen Grenzraum, verschaffte Wolfgang Becker den Beiden 1974 mit der Ausstellung „Mimesis“ in der „Neuen Galerie-Sammlung Ludwig“ Aachen ein größeres Podium; spätestens 1975 gelang ihnen durch ihre Ausstellung im Palais des Beaux-Arts, Bruxelles und ihre Teilnahme an der Biennale in Paris der internationale Durchbruch. Seit langem sind die Leisgens mit Arbeiten in bedeutenden Museen Europas vertreten, auffallend prominent in denen Frankreichs: im Centre Pompidou in Paris, im FRAC von Metz und Dijon, in Reims und Stuttgart. Den Anfang nehmen Fotografien, in denen Michael mit der Kamera Barbara einfängt, wie sie als Rückenfigur à la C.D. Friedrich entfernt in der Landschaft stehend mit ihren Armen die Horizontlinie nachzeichnet, die Sonne umarmt oder sie unter ihren Arm nimmt. Was mit derlei mimetischen Posen beginnt, setzt sich in den ‚Sonnenschriften‘ fort: hier zeichnet die Kamera selbst eine Botschaft, indem sie vor der Sonne bewegt wird. In den experimentellen Fotofolgen „Sonnenalphabet“ 1977, „Apokalypse“1979 und „The Last Dance“ 1982 taumeln die orangefarbenen Leucht-Male in bodenlosem Weltenraum. Es ist die Aussagekraft von Zeichen und Symbolen, welche das Künstler-Paar in den unterschiedlichsten Zusammenhängen sichtbar macht, seien es Hieroglyphen (Porträts als Gesichtslandschaften), Sonnenschriften, Gebärden als Hommage an Philosophen (L. Wittgenstein und W. Benjamin) oder kulturelle Riten (Stierkampfserie). Die beiden Künstler übten neben der gemeinsamen Arbeit jeweils auch Lehrtätigkeiten aus: Michael Leisgen unterrichtete als Kunsterzieher in Aachen; Barbara ereilte nach mehreren Gastdozenturen im Jahre 1992 der Ruf als Professorin für Fotografie und Medien an die ‚École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris‘, die berühmteste Kunsthochschule Frankreichs. Dort lehrte die geschätzte Kollegin Wand an Wand mit Künstlern wie Christian Boltanski und Annette Messanger und führte ihre Professur mit großem Engagement bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 2005 aus. Renate Puvogel

Personalien

Martin Roth gestorben

Martin Roth 2017, Foto: Alexander Gronsky, Courtesy: ifa-Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart

Martin Roth starb nach schwerer Krankheit im Alter von 62 Jahren. Der gebürtige Stuttgarter hatte 1987 mit einer Dissertation über die Geschichte des kulturhistorischen Museums promoviert und wurde 1991 Direktor des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden. Er war von 1996 bis 2003 Präsident der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und von 2001 bis 2011 war er Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden; seit 2003 auch Honorarprofessor für Kulturpolitik und Kulturmanagement an der Technischen Universität Dresden. Dann ging Roth nach London und leitete dort von 2011 bis 2016 das Victoria and Albert Museum. Seinen Rücktritt begründete er mit dem Brexit-Votum der Briten – Martin Roth war ein überzeugter Europäer und trat für eine offene Gesellschaft ein. In seiner letzten beruflichen Station war er ehrenamtlicher Präsident des Stuttgarter ifa-Instituts für Auslandsbeziehungen; dieses Amt hatte er erst am 1. Juli 2017 angetreten. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel würdigte den Verstorbenen als „einen der besten und einflussreichsten Museumsleiter der Welt“ und als „streitbaren Intellektuellen“ - Roth hatte immer eine Weltkulturpolitik im Auge gehabt, und in diesem Sinne war sein – wenn auch nur kurzes - Engagement für das Stuttgarter ifa konsequent.

Preise

Deutscher Lichtkunstpreis

Brigitte Kowanz, Foto und Copyright: Alfred Weidinger

Brigitte Kowanz nimmt im Januar 2018 in Celle den Deutschen Lichtkunstpreis der Robert-Simon-Stiftung entgegen (10.000 Euro). Über die Künstlerin heißt es, sie habe „den Bildbegriff durch ihre Lichtkunstwerke erweitert. Ihre Wandarbeiten, Objekte und Rauminstallationen loten die Grenzen zwischen Immaterialität und Materialität aus. Digitale Daten werden greifbar gemacht, Zeichen, Codes und Schrift mit dem Medium Licht verknüpft. Dabei gelingt es der Österreicherin, ein integrales Verhältnis zwischen Werk, Raum und Betrachter zu kreieren.“ www.kunst.celle.de

Preise

Kulturpreis der DGPh

UpsideDown, Bildautor: Duane Michals, Courtesy Galerie Clara Maria Sels

Duane Michals wird mit dem Kulturpreis 2017 der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 21. Oktober 2017 in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln statt. Seine ersten Fotoaufnahmen machte Michals 1958 auf einer Reise nach Russland. Als Fotograf wählt er „unterschiedliche Präsentationsformen, wobei dem Moment des seriell-erzählerischen eine zentrale Bedeutung zukommt.“ Seine erste Einzelausstellung hatte er 1970 im Museum of Modern Art, New York. www.dgph.de

Aktionen & Projekte

Ruhrtriennale

Ruhrtriennale-Intendant Johan Simons und die ehemalige NRW-Kulturministerin Christina Kampmann, Copyright: Björn Stork / Ruhrtriennale 2017.

Vom 18. August bis 30. September 2017 verwandelt die Ruhrtriennale die Industriehallen des Ruhrgebiets erneut in Spielorte für Musiktheater, Schauspiel, Musik, Tanz und Installation. Das Programm mit 700 Künstlern umfasst 41 Produktionen,“ darunter 26 Eigen- und Koproduktionen, 22 Uraufführungen, Neuinszenierungen, Deutschlandpremieren und Installationen.“ Eröffnet wird das Festival am 18.8. 2017 in der Jahrhunderthalle Bochum mit einer Neuinszenierung von Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“. „In dieser ‚ersten Oper der Moderne’ überführt Debussy reale Erfahrungen der Moderne in rätselhaft anmutende Szenen: die Erfahrung einer existenziellen Einsamkeit, Angst und Verlorenheit...“ Die Großinstallation „The Good, the Bad and the Ugly“ von Atelier Van Lieshout verwandelt am gleichen Tag den Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum „in ein verrücktes Kunstdorf... Auch in diesem Jahr werden bekannte Arbeiten wie der 'Domestikator“ oder das `'Refektorium' mit neuen Arbeiten wie 'Conan der Barbar' oder einer zerstörerischen Walze unter einem Oberthema verknüpft: The End of Everything“. www.ruhrtriennale.de

Preise

Lichtwark-Preis

Martha Rosler, Cheap Charlies aus der Serie: Greenpoint New Fronts, 2015

Maria Rosler bekommt am 13. November 2017 den Hamburger Lichtwark-Preis überreicht, der alle zwei Jahre vom Senat und der Bürgerschaft der Hansestadt vergeben wird (10.000 Euro).  Benannt ist der Preis nach dem Gründungsdirektor der Hamburger Kunsthalle und Museumsvermittler Alfred Lichtwark. Rosler hat sich künstlerisch auf Fotomontagen und -serien, Videokunst, Performances und Installationen spezialisiert und behandelt damit politische und gesellschaftliche Themen. „2015 entwickelte Martha Rosler gemeinsam mit dem Urbanisten Miguel Robles-Durán eine Posterkampagne in der Hamburger Innenstadt, die die Versprechen aktueller Stadtentwicklung in Hamburg und anderen europäischen Städten in den Blick nahm.“

Aktionen & Projekte

Documenta-Filmprogramm

Dieter Roelstraete, Foto: Wolfgang Träger

Auch nach dem Ende des Athener Teils der documenta wird das Filmprogramm auf ERT 2 fortgesetzt: am 21. August 2017 werden um 24 Uhr mit einer Einführung von Dieter Roelstraete zwei Filme von Chantal Akerman ausgestrahlt: "Chantal Akermans letzter Spielfilm No Home Movie ist ein liebenswertes, herzergreifendes Porträt ihrer Mutter am Ende ihres Lebens. Er wird hier gemeinsam mit ihrem unbeschwerteren Film Golden Eighties gezeigt, einer witzigen und romantischen Musical-Komödie, die sich mit der Liebe einer Tochter zu ihrer Mutter beschäftigt..." Dieter Roelstraete stammt wie Chantal Akerman (1950-2015) aus Belgioen und gehört zum Kuratoren-Teram der Documenta. Er hat bis 2015 als Kurator an Museen in Antwerpen und Chicoago gearbeitet. Nach der Ausstrahlung sind die Beiträge zu diesem documenta-Filmprogramm sieben Tage lang verfügbar auf webtv.ert.gr

Aktionen & Projekte

Münster: Peles Empire Bar Talks

PELES EMPIRE BAR TALK mit Maria Loboda, Foto: Hubertus Huvermann.

Eine containerartige Skulptur an der Ecke Aegidiistraße / Aegidiikirchplatz, diest während der Skulptur Projekte Münster  als Treff für die PELES EMPIRE BAR TALKS. Barbara Stöver und Katharina Wolff laden datzu Künstler ein, mit denen sie in den vergangenen Jahren in ihren Ausstellungsräumen in London, Cluj oder Berlin zusammengearbeitet haben. Nächster Termin ist am 11. August 2017 um 19 Uhr ein Gespräch mit der in Berlin lebenden Performerin Mariechen Danz. Weitere Termine: 12. August 2017 Anthea Hamilton und Julie Verhoeven, 25. August 2017 Nicolas Deshayes, 22. Sept. 2017 Oliver Osborne und 23. Sept. 2017 Daniel Sinsel. www.skulptur-projekte.de

Museen & Institutionen

Kolumba Köln: Jubiläum

Kolumba Köln, Foto: Raap

Sein zehnjähriges Bestehen feiert das Museum Kolumba Köln, hervorgegangen aus dem früheren Diözesanmuseum. Dieses war früher in der Nähe des Doms beheimatet und bekam neben der Ruine von St. Kolumba einen Neubau nach Entwürfen des Architekten Peter Zumthor, daher der neue Name. Einmal jährlich jeweils im September wird die Dauerausstellung unter einem neuen Leitmotiv neu arrangiert. Den zehnten Geburtstag begehen die Museumsleute vor dem Aufbau der neuen Ausstellung vom 19. bis zum 21. August 2017 in einem fast leeren Haus: „Unter dem Titel 'Individuell' erkundet der Schweizer Künstler Eric Hattan... das Museum vor und hinter den Kulissen. Er untersucht weniger die Architektur, sondern befragt vor allem Ordnungssysteme und Handlungsmuster, die eine Institution wie ein Kunstmuseum lebendig halten und prägen... Der amerikanische Komponist Marek Poliks (geb. 1989) ist Urheber des „Interdictor“, dessen Titel auf die Filmsaga „Star Wars“ Bezug nimmt. Im Rahmen einer Werkstattausstellung dient der Aufbau in Kolumba als Basisstation der raumschiffartigen Klangmaschinerie, die im kommenden Jahr auf der Münchener Biennale – Festival für Neues Musiktheater uraufgeführt werden wird...“ Das Kunsthaus KAT 18 richtet ein „Büro für Augen, Nase, Zunge, Mund, Herz, Hand und Maske (die alles überdeckt)“ ein. In den übrigen fast leeren Räumen kann man an diesen drei Tagen die Architektur auf sich wirken lassen. www.kolumba.de

Museen & Institutionen

Wiederentdeckte Moderne: Wenzel Hablik

Wenzel Hablik, Freitragende Kuppel mit fünf Bergspitzen als Basis, 1918/23/24. Öl auf Leinwand, 166 x 191 cm © Wenzel-Hablik-Stiftung, Itzehoe

In der Reihe "Wiederentdeckte Moderne" widmet der Berliner Martin Gropius-Bau seine zweite Ausstellung den expressionistoschen Utopien des Künstlers Wenzel Hablik (1881-1934). Als Maler, Zeichner, Kunsthandwerker und Architekt war er ein Universalkünstler, wie es ihn sonst in der Epoche der Moderne kaum noch gab. Im Mittelpunkt seines Werks stehen utopische expressionistische Architekturen, doch seine Formensprache greift bisweilen auch Kubistisches auf, und dass manche seiner Entwürfe auch phantastisch-surreal anmuten, liegt in der Natur der Sache, was den utopischen Charakter angeht. "Im Fokus der Berliner Ausstellung stehen seine Architekturvisionen und sein 1923 farbig gestaltetes Meisterwerk eines Raumkonzepts als Rekonstruktion. Sie werden durch die Präsentation von Malerei und Design ergänzt, denn erst in der Kombination wird der Grundgedanke des Gesamtkunstwerkes, wie Hablik es verfolgte, nachvollziehbar." Zu Lebzeiten hatte Hablik durchaus seine Erfolge, doch seit seinem Tod 1934 ist dies nun die erste Einzelausstellung. Habliks Nachlass befindet sich seit 1995 im Wenzel-Hablik-Museum von Itzehoe. Die Ausstellung läuft vom 2. September 2017 bis zum 14. Januar 2018. www.gropiusbau.de/

Aktionen & Projekte

Documenta: Chorus-Publikation

Kasseler Friedrichsplatz mit Documenta-Service-Containern neben dem Museum Fridericianum, Foto: S. Kallnbach

Kunstvermittler begleiten mit ihren Führungen die documenta 2017 als „Chorus“. In einer Publikation beschreiben sie nun „das Vermittlungsprogramm der documenta 14 aus“ ihrer „Perspektive“. Die Publikation erscheint in zwei Ausgaben: „Die erste Ausgabe fungiert als Einführung in den Alltag des Chorus. Sie fasst Erfahrungen, Erwartungen und Konzepte zusammen und stellt diese mithilfe verschiedener Beiträge – bestehend aus Texten, Fotografien, Zeichnungen und Plänen – dar, die sowohl den BesucherInnen als auch zukünftigen KunstvermittlerInnen einen Einblick in die Tätigkeiten der documenta 14-Kunstvermittlung geben. Das Erscheinen der ersten Ausgabe wird von wöchentlichen Veranstaltungen begleitet, in Kooperation mit weiteren Vereinen der Stadt Kassel...“ Der Veröffentlichungstermin für die erste Ausgabe ist auf den 15. August 2017, für die zweite auf den 15. September 2017 angesetzt. Die Auflage der Ausgaben beträgt jeweils 1000 Stück. www.documenta.de

Aktionen & Projekte

Chemnitz: Festival Begehungen

Kulturpalast Rabenstein Chemnitz mit Festival-Banner, Foto: Courtesy Begehungen e.V. Chemnitz

Das Kunst- und Kulturfestival „Begehungen“ findet in Chemnitz vom 27. bis zum 20. August 2017 statt. Es steht in diesem Jahr unter dem Aspekt der Teilhabe im Sinne von Inklusion: „Teilhabe ist in vielen gesellschaftlichen Bereichen mittlerweile selbstverständlich – warum also nicht auch in der (Sub)Kultur?!" erklärt Gabi Reinhardt. „Das Konzept des Festivals sieht per se vor ‚unzugängliche Räume‘ zu öffnen...“. Der Verein „Begehungen e.V.“ bespielt „in jedem Jahr leerstehende Gebäude bzw. brachliegende Flächen. Nachdem das Festival 2003 auf dem Chemnitzer Sonnenberg erstmalig stattfand, wechselten die Spielstätten an ehemals fluktuierte Orte der Stadt, wie ein DDR-Boulevard, eine Justizvollzugsanstalt oder das Poelzig-Areal...“ www. begehungen-chemnitz.de

Aktionen & Projekte

Artlake Festival

Als Veranstaltung mit Kunst, Musik und Workshops am Bergheider See in der Niederlausitzer Heide ist das Artlake Festival (17. bis 20. August 2017) angekündigt. Das Festivalgelände ist anderthalb Autostunden von Berlin entfernt. Übernachtungsmöglichkeiten bietet ein Campingplatz. Neben den Musikerauftritten besteht das Programm aus Installationen, Street Art und Interaktionen. www.artlake-festival.de

Aktionen & Projekte

Skulpturengarten Neuperlach

Ehemaliger Springbrunnen soll zum Skulpturengarten werden, Pressefoto

Neuperlach im Südosten Münchens ist eine der größten Satellitenstädte in Deutschland. Die 1974 angelegte Siedlung ist eine architektonische Variante des DDR-Plattenbaus jener Jahre. Eine „autogerechte Stadt“ mit kleinteiliger Durchgrünung und einer aus heutiger Sicht ungenügenden Durchmischung urbaner Funktionen prägten das Leitbild der Planer – in vielen Trabantenstädten dieser Art hat man erst später in den 1980er und 1990er Jahren eine sozio-kulturelle Infrastruktur mit Bürgerzentren, Seniorencafés und Kunsträumen nachgerüstet. Die Künstlervereinigung Kunstrefugium e.V. unterhält dort einen Kunsttreff namens „Quidzentrum“. Hinter diesem Treff befindet sich eine Springbrunnenanlage, die aber nach ihrer Fertigstellung nur kurz in betrieb war und dann abgeschaltet wurde, denn den Anwohnern war das Geplätscher zu laut. Inzwischen ist das Areal verwahrlost und zugewachsen. Zusmamen mit der Bildhauerin Manuela Clarin will der „Kunstrefugium“-Verein dort nun einen Skulpturengarten anlegen. In den 56 Becken des ehemaligen Brunnens will man zum Motto „Fauna und Flora“ (der Neuperlacher Zoo befindet sich un unmittelbarer Nachbarschaft) Plastiken aus unterschiedlichen Materialien aufstellen. Mitmachen darf jeder, der sich zutraut, aus den im Kunstzentrum vorhandenen Materialien eine Skulptur zu schaffen. Ende November/Anfang Dezember 2017 sollen alle Skulpturen fertig sein und in der Brunnenanlage aufgestellt werden. Für 2018 hat der Verein schon ein nächstes Projekt in Planung, es heißt „Grüngeflüster“. www.momente-des-menschseins.de

Ausschreibungen

Art Brandenburg

Art Brandenburg, Illustration

Die Art Brandenburg wird vom 9.-12. November in Potsdam ausgerichtet. Austragungsorte dieser Messe, bei der "Künstlerinnen und Künstler vor Ort am Messestand stehen", sind dasErlebnisquartier Schiffbauergasse in der Schinkelhalle, die Waschhaus-Arena und der Kunstraum Potsdam. Bewerbungen von Künstlern sind bis zum 10. September 2017 möglich. Infos über Teilnahmebedingungen findet man unter: www.art-brandenburg.de

Ausschreibungen

Schlossmediale Werdenberg

Bis zum 15. Oktober 2017 läuft die Bewerbungsfrist zur Teilnahme an der Schlossmediale Werdenberg (Schweiz) an Pfingsten 2018. Ausgelobt ist ein fünfwöchigs Aufenthaltsstipendium für den Zeitraum 16. April – 27. Mai 2018. Das Jahresthema der Veranstaltung lautet „Wild“. Die Stipendiaten sollen mit abgeschlossenem Studium aus den Bereichen STIPENDIUMlangkunst /Sound Studies/ Audiovisuelle Kunst/Experimenteller Instrumentenbau, Visuelle Kunst/ Installationen/ Skulptur/ Land Art kommen. Es wird erwartet, dass die Künstler ihr vor Ort entstandenes Werk während des Festivals am Ende ihres Aufenthaltes präsentieren. Die Stipendiaten erhalten eine pauschale Vergütung von jeweils CHF 5.000,- zuzügl. 1.500,- CHF Reise- und Verpflegungsspesen. Die Unterkunft wird zur Verfügung gestellt, für die Verpflegung ist selbst zu sorgen. Bewerbungen (nicht größer als A 4) per Post oder E-Mail an: Aufenthaltsstipendium Schlossmediale, Verein Schloss Werdenberg, Städtli 31, CH-9470 Werdenberg, Tel. +41 81 599 19 35, stipendium@schloss-werdenberg.ch, www.schloss-werdenberg.ch

Ausschreibungen

Arte-Sono-Messe

Die Arte-Sono-Messe für musische und bildende Künste wird am 13. und 14. Januar 2018 im "clubcann" Stuttgart ausgerichtet. Künstler aus der Region Stuttgart haben hier eine kostelose Präsentationsmöglichkeit; favorisiert werden männliche und weibliche Künstler unter 40 Jahre sowie Künsttlerinnen über 40 Jahre. Bewerbungsschluss ist der 30. September 2017. Kontakt: Atelier MaMuk, Friedhofstr. 29, 70794 Filderstadt, Tel. 07158-9548260, atelier@mamuk.de, www.arte-sono.de

Galerien & Auktionshäuser

Christie's schließt Filiale

Das Londoner Auktionshaus Christie's gibt zum Jahresende 2017 seine Filialräume in South Kensington auf. Dort wurden bisher vor allem Kunst im unteren Preissegment, Einlieferungen von Sammlern und Interieur-Objekte versteigert. Diese Ware soll künftig verstärkt im Internet angeboten werden. Durch due Umstrukturierung fallen 250 Arbeitsplätze weg. www.christies.com

Biennalen

LIAF - Lofoten International Art Festival

Heidi Ballet und Milena Hoegsberg kuratieren das diesjährige LIAF-Lofoten International Art Festival (1.9.-1.10. 2017). Der norwegische Insel-Archipel am Rande der Arktis ist von geostrategisch und ökonomisch wichtiger Bedeutung – man vermutet hier noch unentdeckte Ressourcen unter dem Meeresboden; gleichzeitig wird entlang der Lofoten eine neue Schiffsverbindung erprobt, die die Strecke Hamburg-Shanghai für Containerschiffe um ein Drittel verkürzt. Angefangen hatte LIAF 1991 als Projekt für Lokalkünstler; mit einem stärker forcierten internationalen Profil wird die Biennale seit 1999 ausgerichtet. Der künstlerische Schwerpunkt liegt auf ortsbezogenenen Arbeiten. Prominenteste Teilnehmer waren in den vergangenen Jahren Lawrence Weiner, Olafur Eliassson, Elmgren & Dragseth und Pipilotti Rist. www.liaf.no

Preise

Hans-Thoma-Preis

Platino, Foto: Mélanie Lachièze-Rey

Platino, Stuttgarter Künstler, wurde der Hans-Thoma-Preis 2017 des Landes Baden-Württemberg überreicht (10.000 Euro). Die Auszeichnung gilt einem künstlerischen Werk, das „die Möglichkeiten von Malerei, Fotografie und Rauminstallation in einem künstlerischen Prozess seit den 1970er Jahren konsequent neu verortet“. Der Künstler benennt seine ortsspezifischen und raumbezogenen Arbeiten als „Spaces“ und bezeichnet deren Übertragung in die Fotografie als „Externs“. www.mwk.bwl.de

Ausschreibungen

Braunschweig: Vorstudienprogramm für Geflüchtete

Bis zum 1. September 2017 sind Bewerbungen zur Teilnahme an einem einsemestrigen Vorstudien-Programm der HFBK Braunschweig für Asylsuchende und Geflüchtete möglich.,  Aufgenommen werden ca. 20 Kurstreilenhemer, die sich für ein Kunststudium interessieren, und die im Rahmen des Programms "Denktraditionen der westlichen Kunst, Kultur und Gesellschaft... diskutieren und in künstlerischen Workshops (z.B. Malerei, Film, Design) Arbeitsformen hiesiger Kunsthochschulen praktisch" erproben. Wer sich dann später um einen regulären Studienplatz bewerben will, muss sich wie alle anderen auch der Aufnahmeprüfung (Mappenvorlage) unterziehen. Infos: www.hfbk-hamburg.de/aco/

Galerien & Auktionshäuser

Dieter Lange: privater Kunstraum

Dieter Lange, Foto: S. Kallnbach

Dieter Lange hat seine aktive Galerietätigkeit beendet und einen privaten Kunstraum im ehemaligen Wasserwerk der Stadt Siegburg eröffnet. Im „KunsTraum.Wasserwerk“ zeigt er seine Sammlung, die er in den vergangenen 45 Jahren zusammen getragen hat, seit er 1972 seine Galerie gründete. www.galerie-lange.de

Aktionen & Projekte

Bonn: Sonotopia

Fritjof Mangerich, Eine andere Stimme, Video, Foto und Copyright: Sophia Hamann

Das Künstlerforum Bonn ist vom 23. September bis zum 1. Oktoberr 2017 einer der Schauplätze des Klangkunstfestivals bonn hoeren – sonotopia 2017. Hier stellt derGewinner des sonotopia-Wettbewerbs 2017 Falco Pols von der Royal Academy of Art Den Haag aus. Er erhielt das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro zur Realisierung einer neuen Klanginstallation "Collision Ritual", die ab dem 22.9.2017 für zehn Tage im Hauptraum des Bonner Künstlerforums aufgebaut wird. Weitere Ausstellunsgbeiträge stammen von den Preisträgern des Award of Distinction:  Natalia Bustamante stellt ihre Arbeit "Cautiverio" aus, bei der ein Konzertflügel in ein Seilgeflecht eingespannt ist. Fritjof Mangerich präsentiert in einem Video seine Arbeit "Eine andere Stimme" mit Aufnahmen von nächtlichen Geräuschen in einem leer stehenden Haus. Ein weiterer Festivalort ist die Kurfürstenquelle im Stadtteil Bad Godesberg mit einer Soundinstallation von Andreas Oldörp.

Aktionen & Projekte

Kraftquellen

Michael Zeynsler Flucht nach Ägypten um 1525-30

Die Ausstellung "Kraftquellen" auf Schloss Achberg (12. August bis 22. Oktober 2017) besteht aus "Patenschaften zwischen historischer Sakralkunst und zeitgenössischen Positionen". Die 18 beteiligten KÜntsler haben sich jeweisl ein historisches Werk aus der Zeit vor 1800 ausgesucht, um "neue Beziehungen und erweiterte Bedeutungen" zu erarbeiten. "Alte Kirchenkunst aus der Sammlung der Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) wird so in einen ganz neuen Kontext gesetzt. Dabei hinterfragen die Künstler das Vorbild und beschäftigen sich mit seiner ursprünglichen Funktion. Wofür wurde das sakrale Werk erstellt? Welche Inhalte transportierte es über die Jahrhunderte und was kann es uns Menschen heute noch oder wieder sagen?" Künstlerliste: Sonja Alhäuser, Thom Barth, Matthias Beckmann, Daniel Bräg, Karolin Bräg, Christoph Brech, Jan Dietrich, Christoph Frick, Klaus Illi, Pietra Löbl, Susanna Taras, Laurenz Theinert, Wilm Weppelmann, Rolf Wicker, Iris Wöhr-Reinheimer und Jeanette Zippel. www.schloss-achberg.de/ausstellungen/kraftquellen.html

Ausschreibungen

Wilhelm-Morgner-Stipendium

Bis zum 14. Oktober 2017 läuft die Einreichfrist für das Wilhelm Morgner-Stipendium des Kulturparlaments Soest. Das Anwesenheitsstipendium ist für Bewerber mit abgeschlossenem Hochschulstudium und einem Höchstalter von 35 Jahren ausgeschrieben. Das Stipendium umfasst einen sechsmonatigen kostenfreien Aufenthalt im Künstlerhaus 7a. Leistungen: Zuschuss von 1.000 Euro/mtl., bei Paaren vier Monate lang jeweils 1.500 Euro. Infos und Kontaktdaten unter www.wilhelm-morgner-stipendium.de

Ausschreibungen

Goldrausch Künstlerinnen Projekt

Das Goldrausch Künstlerinnenprojekt ist ein umfassendes Programm zur Professionalisierung für Bildende Künstlerinnen. In dem einjährigen Postgraduiertenseminar werden berufsspezifische Kenntnisse vermittelt. Der nächste Kurs geht vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018. Kurszeiten sind Mittwoch und Donnerstag von 10–14 Uhr und Freitag von 10–17 Uhr. Bewerbungen sind bis zum 30. September 2017 möglich, und zwar ausschließlich digital per E-Mail. Keine Altersbegrenzung; Wohnsitz in Berlin muss nachgewiesen werden. Bewerbungsflyer: www.goldrausch-kuenstlerinnen.de/wp-content/uploads/pdf-files/goldrausch-bewerbung-2017_2018-de-neu.pdf

Personalien

Tübingen: Neue Direktorin

Dr. Nicole Fritz, Foto: Susi Donner

Dr. Nicole Fritz, Gründungsdirektorin und bislang Leiterin des Kunstmuseums Ravensburg, ist ab dem 1. Januar 2018 neue Direktorin der Kunsthalle Tübingen und alleiniger Vorstand der Stiftung Kunsthalle Tübingen. „Nicole Fritz hat in Tübingen Empirische Kulturwissenschaften und Kunstgeschichte studiert und über Joseph Beuys promoviert. Gearbeitet hat sie unter anderem bei Sotheby‘s in London. Nach einem Volontariat an der Staatlichen Kunsthalle Baden‐Baden war sie Kunstkoordinatorin an der Akademie Solitude und kuratierte später Ausstellungsprojekte unter anderem in Stuttgart, Wolfsburg, Krems (A) und Amstelveen (NL).“ www.kunsthalle-tuebingen.de

Kulturpolitik

nGBK: Protest

Die nGbK- neue Gesellscghaft für bildende Kunst protestierte vor dem Auswärtigen Amt in Berlin, weil die deutsche Botschaft in Kairo der Künstlergruppe "Team of love"aus dem Südsudan die Einreise verweigert hatte. Zur Beteiligung an einem lange geplanten Projekt "The Swan Song Operetta" hatte die nGbK die Performer und Musiker nach Berlin eingeladen, doch in der Konsularabteilung der Kairoer Botschaft meldeten die Beamten Zweifel am Rückkehrweilen der Eingeladenen nach Ägypten, wo sie sich derzeit aufhalten, an und verweigerten die Visa mit der Begründung, der „Zweck und die Bedingungen des beabsichtigten Aufenthalts waren nicht glaubhaft“ nachgewiesen. Die nGbB empfindet das Vorgehen als "diskriminierend": "Wir sind wütend und wir protestieren gegen die Behandlung unserer Gäste". www.ngbk.de

Preise

Kunstpreis in Ahrenshoop

Florian Neuner, Foto: Jörg Gruneberg 

Florian Neuner empfing den Preis des Freundeskreises NEUE KUNST HAT FREUNDE des Künstlerhaus Ahrenshoop e.V. 2017. „Dem Wettbewerb ging eine Ausschreibung zum Thema „Mee(h)r“ im Bereich Literatur voraus. Die Jury prämierte den Text „auf & ab (blasen)“ von Florian Neuner. Weiterhin wurde drei Ehrungen für die Arbeiten von Silke Peters, Ilja Tschlaki und Barbara Bongartz ausgesprochen.“ www.kuenstlerhaus-lukas.de

Preise

Kunstpreis Alexander Bürkle

Judith Kakon wird mit dem Kunstpreis Alexander Bürkle ausgezeichnet, der von einem Elektrogroßhandel ausgelobt und in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Freiburg verliehen wird (10.000 Euro). Eine Ausstellung mit der Preisträgerin findet vom 16. September bis zum 5. November 2017 im Kunsthaus L6 der Stadt Freiburg statt. Judith Kakon übersetzt „Sachverhalte nach einem langen Recherche-Prozess in vielschichtige Kunstwerke. Häufig geht es ihr dabei um eine subtile Analyse des globalen Handels. In mehrteiligen Installationen verortet sie ihre eigene Stellung, ihr Abwägen und Entscheiden als zeitgenössische Künstlerin im 21 Jahrhundert.“ www.kunstraum-alexander-buerkle.de

Preise

Marileis-Hess-Kunstpreis

Laura J. Padgett

Laura J. Padgett wurde der Marileis-Hess-Kunstpreis zugesprochen (4.000 Euro). Die Preisverleihung fand im Frankfurter Museum Giersch statt. Marielies-Hess-Stiftung e.V. unterstützt Künstler mit besonderem Bezug zum Land Hessen. Zum Werk der Preisträgerin heißt es: „Ihr spezifisches Thema der sensiblen Rolle der Wahrnehmung in der ästhetischen Realitätsspiegelung des öffentlichen und privaten Lebensraumes. Ihre Fotografien und Filme sind vielschichtige Beobachtungen unserer Alltagswelt. Als Meisterin der Linse integriert sie Architektur und Kunstgeschichte in ihre eigenständigen zeitgenössischen Kunstwerke, die zwischen Nüchternheit und Traum oszillieren.“ www.hr.de/engagement/kultur/marielies-hess-stiftung,marielies-hess-stiftung-104.html

Galerien & Auktionshäuser

Galerie Braun: Jubiläum

Galerie Klaus Braun, Plakat zur Jubiläumsausstellung

Ihr 30jähriges Jubiläum begeht in diesen Wochen die Stuttgarter Galerie Klaus Braun. 1982 startete Braun seine Karriere als Galerist noch im Nebenberuf unter dem Label „art bohnenviertel“, fünf Jahre später firmierte er dann unter dem Namen Galerie Klaus Braun. Das Programm konzentriert sich auf „zeitgenössische gegenstandsfreie Kunst“, etwa von Diet Sayler oder Guiseppe Scaiola, die Braun seit vielen Jahren vertritt. Später erweiterte er dieses Galerieprofil konsequent um internationale Künstler, die der Farbmalerei oder der konstruktiven Malerei zugeordnet werden, erweitert (Donald Martini, Rita Ernst, Erin Lawlor, Joseph Marioni).“ Die Jubiläumsausstellung heißt „Ganz Konkret“ und läuft bis Ende Oktober 2017. Ab dem 3. November 2017 stellt Braun dann Joseph Marioni und Alan Ebnother aus. www.galerie-klaus-braun.de

Personalien

Bern: Neue Chefkuratorin

Fabienne Eggelhöfer, Foto: Copyright Maria Horst

Fabienne Eggelhöfer trat die Stelle als Chefkuratorin am Zentrum Paul Klee in Bern an. Ihr Vorgänger Michael Baumgartner ging in Pension. Die neue Chefkuratorin betreut auch die Bereiche Sammlung, Ausstellung und Forschung. Eggelhöfer promovierte 2012 mit einer Dissertation über „Paul Klees Lehre vom Schöpferischen“. www.zpk.org

Anzeige

In eigener Sache

Anzeige

In eigener Sache

Eine Woche vor Erscheinen der Printausgabe können Sie als Abonnent die neue Ausgabe als App im App-Store und im Google Play-Store kostenlos downloaden und lesen.