Band 253, 2018, Ausstellungen: München, S. 264

Kiki Smith

Procession
Haus der Kunst 02.02. – 03.06.2018
von Susanne Boecker

In der Kunstgeschichte gibt es unzählige Darstellungen von geschundenen Körpern – doch dieses Kunstwerk ist anders: An der Wand hängt eine zerstückelte, gehäutete Leiche. Die Arme und Beine wurden gewaltsam vom Torso gerissen, das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Noch glänzt das rohe, blutige Fleisch. Wir sehen keinen verwundeten Körper und auch keinen zwischenmenschlichen Gewaltakt. Sondern nur mehr Fleisch – roh und anonym. Das ist radikal und geht unter die Haut. Die amerikanische Künstlerin Kiki Smith hat diesen versehrten Körper aus japanischem Gampi-Papier geformt und anschließend bemalt. Ihr Untitled (1988) ist ein brutales Stück Kunst, aber auch ein fragiles skulpturales Arrangement. Widersprüchlich in seiner Anmutung und provokativ in seiner Aussage.  

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Autor
Susanne Boecker

* 1961, Wuppertal, Deutschland

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Wichtige Personen in diesem Artikel
Kiki Smith

* 1954, Nürnberg, Deutschland

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