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Messen & Märkte: Köln · von Jürgen Raap · S. 306 - 309
Messen & Märkte: Köln , 2014

Vorsichtig optimistisch

Jürgen Raap über die 48. Art Cologne und die Kölner Liste 2014

Seit vier Jahren führt die Sammlerin Corinna Krawinkel privat Besucherinnen über die Art Cologne. Diesmal rückten die Damen für ein Gruppenfoto im Foyer vor einer Wallpaper-Arbeit von Ai Weiwei zusammen. Eine der beiden Wände bildete die Blumensträuße ab, die seine Freunde in Peking jeden Tag in den Korb seines Fahrrads legen, bis der Künstler endlich seinen Reisepass zurück erhält. Als man Ai Weiwei zu diesem Beitrag einlud, entschied er sich zu dieser Wallpaper-Arbeit als „non-kommerzielles Kunstwerk“. Für den Berliner Galeristen Alexander Ochs bot die jüngste Art Cologne „zum ersten Mal“ eine Plattform „für eine gemeinsame Kampagne von Kunst und Politik“ zugunsten des Dissidenten. Der war aber nicht nur mit Non-Kommerziellem vertreten: am Stand der Galerie Ochs kosteten eine vergoldete Fahrrad-Skulptur von Ai Weiwei 110.00 Euro und ein Objekt-Set aus sechs stählernen Kleiderbügeln 66.000 Euro.

Eine Kunstmesse gewinnt ihre wesentlichen Akzente vor allem durch die Prominenz der gezeigten Künstler. Dass Michael Schultz (Berlin, Seoul, Beijing), der vor zwei Jahren ausschließlich chinesische Künstler zeigte, diesmal mit Großformaten von Gerhard Richter (für 8,5 Mill. Euro) und A.R. Penck (für 350.000 Euro) anreiste, war allerdings keine strategische Entscheidung: „Letztes Jahr wurde ich abgelehnt. Dieses Jahr empfahl mir der Zulassungsausschuss, auf Seo und Cornelia Schleime lieber zu verzichten. Gerhard Richter auszujurieren konnten sie sich allerdings nicht erlauben. Deshalb zeige ich jetzt nur große Namen auf der Art Cologne. Nirgendwo sonst gibt es einen so hohen Neidfaktor wie unter Galeristen. Und in Köln ist das…

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