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Galerien & Auktionshäuser

Villa Grisebach: Sehr gute Umsätze

Lyonel Feininger, Gelbe Gasse, 1932, Öl auf Leinwand, Losnummer: 34, Courtesy: Auktionshaus Grisebach

Bei einer Offerte von 3 Mill. Euro erfolgte der Zuschlag für Lyonel Feiningers „Gelbe Gasse“ (1932) – gut das Doppelte bis Dreifache wie die Taxe. Ein anderes Feininger-Bild brachte einen Erlös von 350.000 und blieb damit innerhalb der Spanne des Schätzpreises von 300. bis 350.000 Euro. Auch sonst war die Auktion „Ausgewählte Werke“ beim Berliner Auktionshaus Villa Grisebach zufriedenstellend: insgesamt 21 Mill. Euro klingelten nach dem letzten Hammerschlag in der Kasse. Ein amerikanischer Privatsammler nahm Max Beckmanns „Stilleben mit brennender Kerze“ (1921) für 2,5 Mill. Euro mit nach Hause, und die Auktion zum 30jährigen Firmenjubiläum des Versteigerers rundete ein maritimes Motiv von Emil Nolde für 1 Mill. Euro ab. Eine aquarellierte Tuschezeichnung von Paul Klee kam auf 720.000 Euro, und für das Bild „La malédiction“ des belgischen Surrealisten René Magritte (1936/37) mit einem unteeren Schätzwert von 200.000 Euro gab ein Bieter 320.000 Euro aus. Anton Räderscheidt, ein Vertreter der Neuen Sachlichkeit, weist ebenso eine solide Marktpräsenz auf: sein Bild „Haus Nr. 9“ (1921) wechselte für 700.000 Euro den Besitzer und lag damit ebenfalls deutlich über der Taxe. Zurückhaltender waren die Bieter hingegen bei August Macke (sein „Gelber Akt“ fand bei einer Taxe von 700.000 bis 900.000 Euro keinen Abnehmer) und bei Max Liebermann, von dem sich auch zwei Gemälde als Ladenhüter erwiesen (während zwei andere gute Ergebnisse erzielten). www.grisebach.com

Galerien & Auktionshäuser

Kunstmarkt: Rückgang im Hochpreisbereich

Das teuerste Werk, das 2016 versteigert wurde, war bei Christie's in New York Claude Monets Bild „Meule“ für umgerechnet 76 Mill. Euro. Der Art Market Report diagnostizierte bereits nach der Maastrichter TEFAF-Messe im Frühjahr 2016, dass der Markt schrumpfe, vor allem im hochpreisigen Segment – ein Trend, der sich bis zum Jahrwesende fortsetzte, wie die Herbstauktionen bewiesen und der sich schon 2015 andeutete. Veränderungen auf dem Finanzmarkt (die wohl auch weiterhin wegen des bevorstehenden Brexits zu erwarten sind) und eine instabilere politische Weltlage sind Indizien für ein Stimmungsbarometer, das auf dem Kunstmarkt nach den Boom-Jahren nun ein etwas konservativeres Klima heraufziehen lässt. Die Niedrigzinspolitik der EZB ist für den Kunsthandel auch eher kontraproduktiv – viele Sammler behalten derzeit lieber ihre Sachwerte an Kunst oder Immobilien, da Wertpapiere durch den derzeitigen Niedrigzins keine auskömmliche Rendite mehr abwerfen. Dennoch können die Auktionshäuser Grisebach (Berlin) und Lempertz (Köln) für 2016 einen leichtem Anstieg bei ihren Jahresumsätzen um Vergleich zu 2015 melden. Im mittleren Preissegment erweist sich der Markt als nach wie vor stabil, d.h. im oberen fünfstelligen und im mittleren sechsstelligen Bereich.

Museen & Institutionen

Joachim Bandau in Nürnberg

Joachim Bandau, Fahrbare schwarze Sesselgruppe, 1971, Detail

In Joachim Bandaus Plastiken „artikuliert sich die zeittypische, doch zugleich auch aktuelle Sorge um die Zukunft von Selbstbestimmung, Demokratie und Humanität. Der Künstler schuf eindrucksvolle Zerrbilder einer Gesellschaft, die in seinen Augen unaufhaltsam auf '1984' steuerte, auf die Perfektionierung von Unterdrückung, Manipulation und Entfremdung unter technischen Vorzeichen. „Aus dieser frühen Werkphase, die Joachim Bandau den künstlerischen Durchbruch brachte, besitzt der Künstler noch rund fünfzig, teils lebensgroße Skulpturen, die er dem Neuen Museum Nürnberg jetzt als Legat zukommen lässt. „Das Museum, das mit den Grusinischen Tänzern von 1971 bereits ein Hauptwerk des Künstlers aus dieser Phase besitzt, erfährt eine immense Bereicherung seiner Sammlung. In fünf Räumen des Obergeschosses (darunter die Fassadenräume) findet das Defilee des Bandau'schen Monstrositätenkabinetts eine geeignete Bühne. Mit dieser großen Sammlungspräsentation ehrt das Museum den Künstler, der am 18. April 2016 seinen 80. Geburtstag beging.“

Ausschreibungen

Perron-Kunstpreis

Der Perron-Kunstpreis der Stadt Frankenthal (Pfalz) wird 2017 in der Sparte Porzellan ausgeschrieben. Das Thema für 2017 lautet „Gefäß“. Die Höchstzahl der ausstellungsfertigen Arbeiten ist je Teilnehmer auf zwei Exemplare begrenzt. Ausgelobte Preisgelder: Hauptpreis 4.500 Euro, zwei Förderpreise von je 1.500 Euro. Zur Vorjurierung sind bis spätestens 17. März 2017 zunächst Fotos von den Werken in einer Größe von DIN A 4 mit der Bewerbung einzusenden. Einreichadresse: Stadtverwaltung Frankenthal, Bereich Schulen, Kultur und Sport, Karolinenstraße 3, 67227 Frankenthal (Pfalz). Infos und Bewerbungsbogen: www.frankenthal.de/sv_frankenthal/de/Homepage/Kultur und Bildung/Frankenthaler Kulturszene/Perron-Kunstpreis/PerronPreis_2017_Ausschreibung_web.pdf

Aktionen & Projekte

Urban Lights Ruhr

Im Oktober 2017 findet die vierte Ausgabe des Lichtkunstfestivals „UrbanLights Ruhr“ statt. Die einzelnen Projekt werden im Sommer 2017 bekannt gegeben. Schauplatz ist diesmal die Stadt Marl mit dem Skulpturenmuseum Glaskasten. Bisherige Austragungsorte waren Bergkamen, Hamm und Hagen. Die eingeladenen Künstler entwickeln eigens Projekte für den Innenstadtbereich und das Museumsgebäude. „Projekte von Urbane Künste Ruhr entstehen im gesamten Ruhrgebiet und konfrontieren Menschen mit neuen Möglichkeiten der Nutzung und Betrachtung von sichtbaren und verborgenen Orten des urbanen Lebens.“ Es gilt, mittels Kunst „neue Wege“ zu erschließen, „sich einzumischen und gesellschaftliche und ästhetische Veränderungen anzustoßen“. Veranstalter ist die Kultur Ruhr GmbH des Landes NRW und des Regionalverbandes Ruhr. Bis zum 1. Dezember 2017 läuft im Rahmen der „Urbanen Künste Ruhr“ noch das Projekt „Silent University Ruhr“ im Ringlokschuppen von Mülheim. Es beruht auf dem Projekt des kurdischen Künstlers Ahmet Öğüt, das bereits erfolgreich in London, Stockholm und Hamburg etabliert wurde. Zum „Schweigen gebrachtes Wissen wird wieder hörbar“, indem sich hier Asylsuchende und andere Flüchtlinge zum Wissensaustausch treffen: Akademiker und Dozenten, die „ihre Kenntnisse und Fähigkeiten aufgrund ihres Aufenthaltsstatus oder wegen Nicht-Anerkennung ihrer Abschlüsse nicht offiziell weitergeben können“, entwickeln gemeinsam Kursinhalte, „um ihr berufliches Wissen zu vermitteln, oft mit Fokus darauf, was dieses Wissen zum Thema Flucht oder Asyl beitragen kann.“

Hochschulen

Aktion „Macht Geschenke“

Christin Lahr, „HABEN-MACHT-SCHULD“, 2014-2016, Bodemuseum, Berlin, 3D-Prints, Acrylat (schwarz) und Sandstein (weiß), Foto: Copyright Christin Lahr

Christin Lahr, Professorin für Medienkunst an der HGB Leipzig, beteiligt sich an der Gruppenausstellung „Muse macht Moneten“ im Berliner Bode-Museum. Die Künstlerin wurde durch ihre Aktion bekannt, seit 2009 täglich einen Cent an das Bundesministerium für Finanzen zu überweisen und „damit dem wachsenden Schuldenberg entgegen“ zu wirken. In die Rubrik „Verwendungszweck“ schreibt sie „jeweils 108 Zeichen“ aus Karl Marx „Das Kapital- Kritik der politischen Ökonomie“. „Nach und nach wird das ganze Buch per Online-Banking auf das zentrale Konto des Staates bei der Bundesbank übertragen.“ Die Aktion „Macht Geschenke“ wird etwa 43 Jahre dauern, bis die 1,6 Mill. Zeichen des Marx-Textes und gleichzeitig 15.709 Cents transferiert sind.

Hochschulen

Offenbach: Neuer Dekan gewählt

Prof. Markus Holzbach, Courtesy HfG Offenbach

Im laufenden Wintersemester wurde Prof. Dr. Markus Holzbach zum neuen Dekan des Fachbereichs Design an der HfG Offenbach gewählt. Er löst Prof. Frank Georg Zebner ab, der das Amt seit 2010 innehatte. Markus Holzbach lehrt seit 2009 als Professor im Lehrgebiet Visualisierung und Materialisierung und leitet das Institut für Materialdesign IMD an der Hochschule.

Museen & Institutionen

Karl-May Museum: Sammlung wird restauriert

Dakota-Häuptling, Foto: Karl May Museum Radebeul

Der Haushaltsausschuss des Bundestages einen Zuschuss für die Restaurierung der Sammlung des Radebeuler Karl May-Museums. Die ethnologische Sammlung aus dem Kulturkreis der nordamerikanischen Indianer mit 800 Objekten aus der Zeit des 18. bis 20 Jh. zählt zu den bedeutendsten ihrer Art in Europa. Der Schriftsteller Karl May (1842-1912) hatte mit dem Aufbau der Sammlung noch zu seinen Lebzeiten begonnen; 1926 wurde das Museum eröffnet. Zur Restaurierung von 16 maroden Kostümfiguren hatte das Museum auch eine Spendenaktion gestartet; die erste dieser Figuren „Dakota-Häuptling“ wurde für 15.000 Euro restauriert und trägt in der Ausstellung nun Kopien der originalen Kleidungsstücke.

Galerien & Auktionshäuser

Auctionata-Gründer: Rückzug

Alexander Zacke, Foto: Auctionata

Erst im Mai 2016 hatte die Berliner Internetauktionsplattform Auctionata mit seinem US-Konkurrenten Paddle8 fusioniert – es hieß, der gemeinsame Umsatz läge nun bei 132 Mill. bei 800.000 Nutzern. 2015 hatte Auctionata 81 Mill. Euro Jahresumsatz erwirtschaftet. Heute gilt das Unternehmen als weltweit größte Onlineplattform für Kunstversteigerungen. Überraschenderweise ziehen sich jetzt der Auctionata-Gründer Alexander Zacke und seine Frau Susanne Zacke zum Jahresende 2016 aus Auctionata \ Paddle 8 zurück. Beide wollen dem Unternehmen aber in beratender Funktion verbunden bleiben.

Museen & Institutionen

Bottrop: Museumserweiterung

In Bottrop beschäftigt man sich derzeit mit der Erweiterung des Josef Albers Museums Quadrat. Das Bauvorhaben führt zu einem Zugewinn an 700 Quadratmetern Museumsfläche und kostet 10 Mill. Bis Ende 2018 soll der Erweiterungsbau fertig sein.

Museen & Institutionen

Peter Roehr-Archiv online

Aufnahme aus einem Fotoshooting für den Katalog zur Ausstellung in der Galerie Adam Seide vor den Schwarzen Tafeln Roehrs mit Paul Maenz und Fotomodell Silvie Winter, Copyright: Gabriele Lichter-Kotterba, Courtesy MMK Frankfurt

Der schriftliche Nachlass und das Archiv des Frankfurter Künstlers Peter Roehr (1944–1968) umfasst über 2.500 Dokumente, die zweieinhalb Jahre lang digitalisiert und für eine Online-Präsentation aufbereitet wurden. Roehr schuf in den 1960er Jahren serielle Bilder aus Werbeprospekten, Bierdeckeln, Preisetiketten und ähnlichen Alltagsmaterialen sowie Foto- und Filmmontagen, durch die ihn er zu einem wichtigen Vertreter der deutschen Nachkriegskunst avancierte. Paul Maenz, späterer Galerist von Peter Roehr, hatte 2011 das Archiv dem Museum Moderner Kunst Frankfurt geschenkt. Das komplette Archiv ist einsehbar über www.archiv-peter-roehr.mmk-frankfurt.de

Personalien

Bethan Huws kuratiert Daimler Sammlung

Bethan Huws, Konzeptkünstlerin aus Wales, durfte für die aktuelle Ausstellung der Daimler-Sammlung im Berliner Haus Huth die Präsentation neu ordnen. Sie wählte aus den insgesamt 2.700 Objekteb knapp 100 aus und ordnete sie im Geist von Marcel Duchamp an, d.h. nicht chronologisch, nicht nach Stilen und nicht als Werkkomplexe eines Künstlers, sondern nach Motiven. Für Duchamp enthält jedes Kunstwerk immer Elemente, die nicht ausschließlich vom Künstler per Hand gemacht wurden und in diesem Oeuvre fixiert sind, sondern vorgefunden oder vorgefertigt wurden, etwa industriell hergestellte Tubenfarben und im Malbedarfsladen gekaufte Pinsel in der Malerei. Die Ausstellung läuft am Potsdamer Platz 5 bis zum 14. Mai 2017.

Preise

Salzburger Kunstpreis

Ulrich Nauser, Limitation (MAK), 2015, Foto: Aslan Kudrnofsky

Ulrich Nauser freute sich über den Gewinn des Salzburger Kunstpreises. Der Preisträger verbindet in seinen Arbeiten Schrift und Bild. Die skriptural transformierten Elemente stammen aus dem Internet Der Förderpreis des Salzburger Kunstvereins ist mit 3.000 Euro dotiert und mit einer Einzelausstellung im Salzburger Kunstverein im Frühjahr 2017 verbunden.

Preise

Berlin Art Prize

Benedikt Partenheimer, „Business as usual“, Pressefoto zu „Berlin Art Prize“

Benedikt Partenheimer, Lauryn Youden und Stine Marie Jacobsen dürfen sich sich den Berlin Art Prize teilen. Raul Walch erhält eine lobende Erwähnung. Der Wettbewerb ist für alle Berliner Künstler offen; die Preisträger werden in einem anonymen Verfahren ermittelt. Es heißt, dieser Preis wolle „eine alternative Struktur bieten, in der Kunst bewertet, gedeutet und öffentlich gemacht wird“. Neben einem Preisgeld und einer Trophäe dürfen die Preisträger eine Residency beanspruchen und bekommen eine Gruppenausstellung ausgerichtet.

Kulturpolitik

Polnisches Kulturinstitut: Direktorin entlassen

Eigentlich lief ihr Vertrag noch bis Sommer 2017. Doch Katarzyna Wielga-Skolimowska wurde als Leiterin des Polnischen Instituts in Berlin vom polnischen Außenministerium bereits ein halbes Jahr vorher abberufen. Dem Institut unter ihrer Direktion wurde „eine zu große Aufmerksamkeit für jüdische Themen vorgeworfen“ berichtete die „tageszeitung“ (taz). Die Regierung in Warschau hatte von den polniaschen Kulturvermittlern wiederholt ein „Ende der Kultur der Scham“ gefordert. Wielga-Skolimowska, seit 2013 Leiterin des Instituts, bekam bereits im Frühjahr 2016 die konservative Małgorzata Bochwic-Ivanovska als stellvertretenden Institutsdirektorin zur Seite gestellt. Mit der Entlassung der Direktorin wurde das Polnische Institut nun im Sinne der nationalkonservativen Regierung „auf Linie gebracht“ (taz). Im vergangenen Jahr wurden laut „Gazeta Wyborcza“ bereits weitere 13 Leiter von 24 Polnischen Kulturinstituten ausgewechselt. In einem offenen Brief an den polnischen Botschafter und an den Außenminister in Warschau drückte das Jüdische Museum in Berlin seine „Bestürzung“ und „Irritation“ über die Entlassung der Direktorin aus. Dem Protest schlossen sich der Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und jener der Berlinischen Galerie an, ebenso der Intendant der Berliner Festspiele und der Stiftungsdirektor der Neuen Synagoge Berlin – Centrum Judaicum. Als einer der Scharfmacher gegen das Berliner Institut gilt laut „taz“ der Botschafter Przyłębski, der in einer internen Bewertung das Polnische Kulturinstitut ermahnt haben soll, es „mit polnisch-jüdischen Themen nicht“ zu „übertreiben“, und dem man nachsagt, sein eigenes Kulturverständnis mit dem Satz zu definieren: „Die blinde Nachahmung nihilistischer und hedonistischer Trends führt zivilisatorisch zu nichts Gutem“.

Personalien

John Berger gestorben

John Berger (1926–2017), britischer Künstler, Kunstkritiker, Schriftsteller und Dichter, starb im Alter von 90 Jahren. Die documenta 14 hatte sein Werk 2015 in ihrer temporären Magazinreihe „South as a state of mind“ in einem Text von Nikos Papastergiadis vorgestellt. Berger begann seine Karriere in den späten 1940er Jahren als Maler, wurde später Zeichenlehrer und Kunstkritiker. Mit seinem Eintreten für einen humanen Marxismus und als Aktivist der Friedensbewegung in den 1950er Jahren war er in der Zeit des Kalten Krieges umstritten - damals war im Westen der Zeitgeist durch einen rigiden Antikommunismus geprägt. 1962 siedelte John Berger nach Frankreich über. Für seinen Entwicklungsroman „G,“ wurde er 1972 mit dem Booker Prize bedacht. 2006 machte er Schlagzeilen, als er wegen der Besatzungspolitik Israels eine Veröffentlichung seiner Texte in einem großen israelischen Verlag ablehnte. Auf deutsch erschienen zuletzt 2016 im Münchener Hanser Verlag seine Essays „Der Augenblick der Fotografie“.

Aktionen & Projekte

Toronto: Monomyths

Das FADO Performance Art Centre in Toronto/Kanada ist ein von Künstlern initiiertes Non-Profit-Kollektiv für Performance Art. Es besteht seit1993. Das Programm umfasst Performances, Künstlergespräche, Festivals, Austausch- und Residenzprogramme sowie Workshops. Die Initiative unterhält ein Büro, aber keinen festen Präsentationsraum, da ein solcher die künstlerischen Aktionsmöglichkeiten begrenzen würde. Veranstaltungsräume werden projektbezogen aquririert, was nicht schwierig ist, da das FADO-Büro in einem Künstlervieertel mit vielen Ateliers und Kunasträumen in der Nachbarschaft beheimatet ist. Die Performances der „Monomyths“-Reihe beziehen sich auf die Reise eines Helden, wie sie Joseph Campbell in seinem Buch „The Hero with a thousands faces erzählt (1949). Im Februar 2017 beginnt der dritte Teil der Reihe unter der kuratorischen Betreuung von Jess Dobkin und Shannon Cochrane.

Preise

Gerhard-Altenbourg-Preis

Pia Fries, Foto: Hans Brändli

Pia Fries nimmt 2017 den Gerhard-Altenbourg-Preis entgegen (50.000 Euro). Das Ostthüringer Lindenau-Museum in Altenburg verfügt über den weltweit größten Fundus an Werken des Grafikers Gerhard Altenbourg (1926-1989). Nach ihm ist die Auszeichnung benannt, die seit 1998 regelmäßig vergeben wird. Im dortigen Museum hat die Preisträgerin im November 2017 eine Einzelausstellung. Sie gilt als Vertreterin der „reinen Malerei“. Fries hat bei Gerhard Richter Malerei studiert und ist Professorin für Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Personalien

Trier bekommt Marx-Statue geschenkt

Wu Weishan, chinesischer Künstler, entwarf eine 6,30 m hohe Statue, die den Philosophen Karl Marx darstellt. Sie soll zum 200. Geburtstag von Marx im Mai 2018 in dessen Geburtsstadt Trier aufgestellt werden. Die Skulptur ist ein Geschenk der Volksrepublik China. Im März 2017 will der Stadtrat über die Annahme der Schenkung entscheiden.

Galerien & Auktionshäuser

Köln: artclub muss umziehen

„Meine Fresse Club“-Performance im Kölner „artclub“ 2013, links Jürgen Raap, rechts Walter Stehling, Foto: S. Kallnbach

Nach zehn Jahren musste der Kölner artclub unter der Leitung des Künstlers Parzival seine Räume in der Melchiorstraße zum Jahresbeginn 2017 aufgeben. Rund 100 Kölner Künstler stellten hier in sechswöchigem Wechsel in Petersburger Hängung ihre Werke aus. Performanceauftritte ergänzten dieses Programm, u.a. hatte hier Walter Stehling mit seinem „Meine Fresse Club“ ein regelmäßiges Forum für eine Zweistundenshow mit Gesang, Rezitation, Kabarett und Klamauk. Jetzt endete mit einem Eigentümerwechsel auch der Mietvertrag für das Ladenlokal. Derzeit sucht der artclub nach neuen Räumen.

Aktionen & Projekte

PuSH International Performance Festival

Jedes Jahr im Januar wird drei Wochen lang in Vancouver das PuSH-Festival für „Live Performing Art“ ausgerichtet. Die Festivalmacher wollen seit 2004 an der kanadischen Westküste der kulturellen Dominanz der Ostküstenmetropolen Montreal und Toronto etwas entgegen setzen; und dafür haben sie ein genreübergreifendes und multi-disziplinäres Veranstaltungspaket organisiert. Es umfasst Multimedia Performances, Theater, Tanz und Musik. In diesem Jahr findet das PuSH-Festival mit etwa 50 Einzelauftritten vom 16. Januar bis zum 5. Februar 2017 in verschiedenen Studios und Theatern statt. Infos: www.pushfestival.ca

Museen & Institutionen

Georgia O'Keeffe im Kunstforum Wien

Georgia O’Keeffe From the Faraway, Nearby , 1937 The Metropolitan Museum of Art, New York © 2016 Georgia O’Keeffe Museum/Bildrecht, Wien Foto: © BKP/ The Metropolitan Museum of Art / Malcolm Varon

Die Farmertocher Georgia O'Keeffe (1887-1986) aus Wisconsin musste ihr Kunststudium in Chicago aus finanziellen Gründen abbrechen und zählt heute zu den auf dem Kunstmarkt am teuersten gehandelten Malerinnen des 20. Jh. Die Motive ihrer Bilder sind Blumen, Flammen und später auch Stadtansichten, Wüstenlandschaften oder Knochen, bisweilen auch mit erotischen Anspielungen dargeboten. Das Kunstforum Wien bitetet nun bis zum 26. März 2017 einen Werküberblick. "In der bis dato größten europäischen O’Keeffe-Ausstellung steht das malerische OEuvre von den künstlerischen Anfängen um 1915 bis zum Spätwerk der 1970er-Jahre im Fokus. Für Wien ist diese Retrospektive eine sensationelle Premiere: O’Keeffes modernistisches Frühwerk der 1910er-Jahre zählt zu den herausragenden Beiträgen der Abstraktion in der Gefolgschaft von Wassily Kandinsky und Frantisek Kupka. Emotionalität, Unbewusstes, symbolistisch Ornamentales und Organik stehen im Zentrum. Die im folgenden Jahrzehnt entstandenen Blumen-Bilder zählen zu den populärsten und eindringlichsten Sujets ihres gesamten Werks: Orchideen und exotische Pflanzen im Close Up mit weiblich-erotischer Formensprache. O’Keeffes New York-Arbeiten schildern sowohl die Industrialisierung in den 1920er-Jahren als auch das gigantomanische Wolkenkratzerprojekt Manhattan: "I think of the City going up". Ein weiterer Schwerpunkt der Schau liegt auf den Bildern, die ab 1930 in New Mexico entstanden sind. Die Landschaftsbilder veranschaulichen die mentale Vereinigung mit der kargen Gegend – "O’Keeffes Country". Ihre legendären schwebenden Geweihe sind zu Emblemen des kollektiven US-amerikanischen Gedächtnisses geworden." www.bankaustria-kunstforum.at/

Personalien

Sylvester Stallone wird nicht Stiftungsdirektor

Sylvester Stallone, Schauspieler („Rocky“), soll unbestätigten Medienberichten zufolge vom designierten US-Präsidenten Donald Trump zum Leiter der staatlichen Kunststiftung National Endowment for the Arts (NEA) vorgeschlagen worden sein. Stallone erklärte dazu, er fühle sich geschmeichelt, lehnte ein solches Angebot jedoch ab, denn er wolle sich lieber weiterhin um die Rehabilitation und Re-Integration von Kriegsveteranen kümmern.

Aktionen & Projekte

KIPAF-Kolkata Performance Festival

Das KIPAF-Performance Festival in Kolkata (Kalkutta) dauerte früher nur vier Tage; jetzt umfasst es eine zweiwöchige Zeitspanne vom 12. bis zum 26. Januar 2017. Das Programm hat eher Seminarcharakter mit interaktiven Sessions und Performance Walks. Höhepunkt und Abschluss sind Auftritte von 10 bis 12 Performern am letzten Festivaltag an verschiedenen Orten in der Stadt. www.kipaf.blogspot.de/

Personalien

Reiner Ruthenbeck gestorben

Reiner Ruthenbeck starb im Alter von 79 Jahren. Er hatte an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Joseph Beuys studiert und nahm der 1969 an der Berner Gruppenausstellung „When attitudes become form" teil. Er arbeitete als Bildhauer mit Alltagsmaterialien wie Papier, Asche, Schlacke, Metallstangen und Möbelstücken. Der vierfache Documenta-Teilnehmer stellte 1976 zusammen mit Joseph Beuys und Jochen Gerz im deutschen Pavillon der 37. Biennale in Venedig aus. Zuletzt war in größerem Rahmen seine Kunst 2014 in der Londoner Serpentine Gallery zu sehen.

Museen & Institutionen

Berlin-Teheran: Ausstellung abgesagt

Gemäldegalerie. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Eingang Sigismundstraße. © Staatliche Museen zu Berlin / Achim Kleuker, Pressefoto

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) kündigte den Kooperationsvertrag mit dem Teheran Museum of Contemporary Art. Die Sammlung aus der Zeit von Schah Reza Pahlavi (regierte von 1941 bis 1979) sollte ursprünglich ab Anfang Dezember 2016 in der Berliner Gemäldegalerie gezeigt werden. Dies hatte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bei seinem Teheran-Besuch im Mai 2016 mit seinen iranischen Gesprächspartnern vereinbart. Doch dann hatte es diplomatische Querelen gegeben: mal hieß es, eine Umbildung des Regierungskabinetts führe zu Verzögerungen bei der Ausfuhrgenehmigung, mal mutmaßte die „Zeit“, die Sammlung sei möglicherweise verwahrlost und die iranische Seite könnte auf die Idee kommen, Falsifikate auszuleihen, mal war von Misstrauen der Iraner die Rede, sie fürchteten, die Leihgaben würden vielleicht nicht zurück gegeben. Als zur Jahreswende 2016/2017 immer noch keine Ausfuhrgenehmigung vorlag, sagte Hermann Parzinger, Präsident der Preußen-Stiftung, die Ausstellung ab.

Messen & Märkte

art palm beach

2017 kann die art palm beach ihr 20jähriges Bestehen feiern (18.-22.1. 2017). 85 Galerien bieten Kunst des 20. und 21. Jh. an. Das Programm umfasst Gemälde und Skulpturen, aber auch funktionales und innovatives Design. Austragungsort ist das Palm Beach County Convention Center in West Palm Beach. www.nextlevelfairs.com/artpalmbeach.

Hochschulen

Hans-Ulrich Reck bei den Münster Lectures

Hans-Ulrich Reck, Courtesy: Kunsthochschulen für Medien, Köln

Hans-Ulrich Reck, Rektor der Kunsthochschule für Medien Köln, hält im Rahmen der „Münster Lectures“ am 17. Januar 2017 einen Vortrag an der Kunstakademie Münster. Die Vortragsreihe wurde von Georg Imdahl eingerichtet und beruht auf einem dialogischen Prinzip: „Sie setzen es sich zum Ziel, einen bekannten Theoretiker und einen renommierten Schriftsteller zu einem zentralen Thema der gegenwärtigen Debatten ins Gespräch zu bringen. Gerade die Verbindung von Literatur und Theorie soll neue Perspektiven auf kontroverse Themen der deutschen Öffentlichkeit eröffnen. Die Münster Lectures verstehen sich in diesem Sinne ganz dezidiert als ein Forum der kulturellen Begegnung“. Zu Recks Hauptwerken zählen die Abhandlungen „Kunst als Medientheorie: Vom Zeichen zur Handlung“ (2003) und das Kompendium „Index Kreativität“, gegliedert in 140 Kapitel, in denen die Kreativitätsforschung dokumentiert wird (2007).

Galerien & Auktionshäuser

Gurlitt-Testament ist gültig

Foto: Kunstmuseum Bern

Das Oberlandesgericht München entschied, dass das Testament des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt gültig ist. Eine Revision ist nicht zugelassen. Eine Cousine des 2014 verstorbenen Sammlers hatte dessen Testierfähigkeit angezweifelt, doch dem folgte das Gericht nicht. Mit dem Urteil ist das Erbscheinverfahren nun abgeschlossen; die Werke können nun wie im Testament vorgesehen an das Kunstmuseum Bern gehen. Insgesamt hatte die Staatsanwalt 2012 im Zuge einer Zollfahndung 1.280 Kunstwerke aus Gurlitts Münchener Wohnung beschlagnahmt. Bei 91 Werken besteht nach Ansicht von Experten allerdings Raubkunst-Verdacht. Gurlitts Vater hatte in der Nazi-Zeit als Kunsthändler gearbeitet und in jenen Jahren den Grundstock zu der Sammlung angelegt.

Museen & Institutionen

Skulptur Projekte Münster: Kooperation mit Marl

Münster, Rathaus am Prinzipalmarkt, Foto: Presseamt Münster / MünsterView

Die Skulptur Projekte Münster (10. Juni 2017 bis 1. Oktober 2017) erweitern ihr Aktionsfeld über das Stadtgebiet hinaus und gehen eine Kooperation mit dem Glaskastenmuseum Marl ein: „Die nordrhein-westfälische Stadt Marl mit 85.000 Einwohnern gehört sowohl zum Regierungsbezirk Münster als auch zum Ruhrgebiet. Anders als die kontinuierlich gewachsene Universitäts- und Kaufmannsstadt Münster mit ihren gut 300.000 Einwoh­nern entstand Marl durch den Zusammenschluss ehemaliger Dörfer mit den Siedlungen der Bergarbeiter und der Chemiebeschäftigten.“ Aufgrund dieser Entwicklung hat Marl aber kein historisches Zentrum, sowie Münster mit seinem Prinzipalmarkt. Dafür verfügt Marl über Bausubstanz als „als innovatives Beispiel deutscher Nach­kriegsmoderne heute unter Denkmalschutz und repräsentiert somit eine Epoche, die man in der nach historischem Vorbild wiederaufgebauten Stadt Münster nahezu ver­geblich sucht.“ So werden denn im Rahmen des Skulpturenprojekts auch die „nach dem Zweiten Weltkrieg von beiden Städten gewählten Identitäten, Wiederaufbau und Kontinuität in Münster, radikaler Gestus in Marl“ reflektiert. Diskutiert werden derzeit die Möglichkeiten eines temporären Skulpturentauschs zwischen den beiden Städten und die Einladung von Künstlern, die in beiden Städten arbeiten wollen. Zudem plant der Glaskasten Marl „eine Ausstellung mit Modellen aus dem eigenen und aus dem Archiv der Skulptur Projekte“. Für den 13. bis 15. September 2017 wird ein Symposion zu der Frage vorbereitet, „ob und unter welchen Bedingungen Skulpturen, Mahnmale und Denkmäler im öffentlichen Raum ihre Berechtigung verlieren“.

Biennalen

Kathmandu Triennale

Philipp Van Cauteren, Foto: Mathias Depardon

Nach 2009 und 2012 findet die Kathmandu Triennale jetzt zum dritten Mal statt (24. März bis 9. April 2017). Kurator ist Philippe Van Cauteeren, künstlerischer Direktor des S.M.A.K-Museums in Gent. Bei der Biennale von Venedig 2015 hatte Van Cauteren den irakischen Pavillon kuratorisch betreut. Zum Triennale-Thema „My City, My Studio / My City, My Life“ lädt er jetzt ca. 50 Künstler nach Katmandu ein. Sie kommen aus 25 Ländern, „Patron artist“ für die Ausstellung ist der gebürtige Belgier Françis Alÿs. Austauschmöglichkeiten, Gesprächsrunden, Workshops und Meisterklassen ergänzen das Programm.

Aktionen & Projekte

KW Institute for Contemporary Art

Hanne Lippard, Syzygy, 2015, Performance, Baulampen, LED-Taschenlampen, Duftdiffusor, 6th Moscow Biennale of Contemporary Art, Moskau, Foto: Ivan Erofeev

Nach der Renovierungsphase widmet sich das Berliner KW Institute for Contemporary Art im Januar 2017 dem Künstler Ian Wilson mit drei korrespondierenden Einzelausstellungen von Hanne Lippard, Paul Elliman und Adam Pendleton. „Im Geiste von Wilsons Ansatz werden unter dem Titel 'The Weekends' eine Serie von in Auftrag gegebener oder für die KW adaptierter Performances, Lesungen, Vorträge und Events in und um die KW herum sowie im Berliner Stadtraum stattfinden. Dialog und der experimentelle Umgang mit Sprache bilden – angelehnt an Wilsons Werk – für das zukünftige Programm die Schlüsselstrategie, um den Austausch zwischen KünstlerInnen und dem Publikum in Berlin und an anderen Orten voranzubringen. Weitere zentrale Themen sind die Beziehung zum Anderen sowie die Bedeutung kultureller Adaption als Prinzip des globalen Zusammenlebens im Zeitalter von Migration und hybriden kulturellen Identitäten...“ Anschließend untersucht im Frühjahr 2017 eine Reihe von Ausstellungen die verschiedenen Politiken und ihrer Verwendung von Sprache. „Den Anfang macht eine vom US-amerikanischen Künstler Jason Dodge kuratierte Gruppenausstellung, in der die künstlerische und theoretische Praxis von Ronald Jones zum gegenwärtigen politischen Klima in Beziehung gesetzt wird... Zeitgleich werden zwei Einzelausstellungen des australischen Künstlers Nicholas Mangan und des irakisch-kurdischen Künstlers Hiwa K... präsentiert.Mit Strategien der Geologie und Systemtheorie kartiert Mangans Arbeit unser (kolonialistisches) Verständnis von Land, Handel und Ökonomie. Hiwa Ks autobiografische Konstruktionen liefern dagegen den Hintergrund für performative Interventionen, mit denen die Politik der Migration und Flucht kritisch hinterfragt wird...“ www.kw-berlin.de

Aktionen & Projekte

„ÜBER_DRUCK“

KOMBINAT, „ÜBER-DRUCK“, Pressebild

Paula E. Paul (Choreografin) und Sirko Knüpfer (Medienkünstler) haben sich zu „KOMBINAT kombiniert Tanz und Film“ zusammen gefunden und eröffnen am 12. Januar 2017 mit ihrem Stück „ÜBER_DRUCK eine Filminstallation mit Luftdruckobjekt“ das Festival „Made in Potsdam“. Sie haben dazu monatelang Menschen beobachtet, in deren Beruf der Umgang mit Druck eine besondere Rolle spielt. Das bedeutet Druckluft im physikalischen und meteorologischen Sinne, Druckereibetriebe (vom Pressen der Druckwalze leitet sich bekanntlich die Bezeichnung „Presse“ für Zeitungen und Zeitschriften ab): „Daraus entstand eine Serie von Kurzfilmen mit einem Meteorologen (Hoch- und Tiefdruck), einer Lehrerin für Business Yoga (Druckabbau), Wasserball-Spielern (Unterwasserdruck), einem Kursleiter für 1. Hilfe (Lebens-Rettungs-Druck), einer Cellistin (Aufführungsdruck), einer Papierrestauratorin (historischer Hochdruck) und einem Drucker (Zeitungsdruck) und vielen anderen Beteiligten...“ Da Festival findet im Potsdamer T-Werk statt.

Aktionen & Projekte

Fotografietagung auf youtube

DGPh-Logo

Mit der Tagung „Smart as Photography – Die Wucht des Wandels“, der ersten umfassenden Tagung zum Thema Smartphone-Photographie, betrat die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh)  Neuland: Als interdisziplinäre Tagung in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim diskutierten die iExperten erstmals in dieser Bandbreite Fragen," welche die sich geradezu explosionsartig ausbreitende Smartphone-Photographie mit sich bringt... Die Tagung... bietet eine gute Basis, die verschiedenen Aspekte dieses hochaktuellen Themas weiter zu vertiefen. Die Tagung wurde per Livestream auf der Webseite der DGPh und von FAZ online übertragen. Alle 13 Vorträge, einschließlich der Keynote von Prof. Dr. Mikko Villi (University of Jyväskylä), sind nun auch auf YouTube unter dem Stichwort "smart as photography" im YouTube-Channel der DGPh zu sehen." Weitere Infos: www.dgph.de

Messen & Märkte

London Art Fair

London Art Fair, Quelle: www.londonartfair.co.uk/news/welcome-london-art-fair/

Die London Art Fair (18.-22. Jan. 2017) legt ihren Schwerpunkt auf moderne und zeitgenössische britische Kunst vom frühen 20. Jh. bis heute. Die Hauptmesse wird ergänzt durch zwei kuratierte Sondershows „Art Projects” mit jungen Galerien und neuen Projekten und „Photo 50” mit zeitgenössischer Fotografie. www.londonartfair.co.uk

Aktionen & Projekte

Keimena-Filmprogramm zur documenta

Shaina Anand und Ashok Sukumaran (CAMP), From Gulf to Gulf to Gulf, 2013, Indien / United Arab Emirates, Film still, Courtesy: documenta 14

Keimena nennt sich das Filmprogramm, das die Documenta gestaltet und das wöchentlich vom griechischen TV-Sender ERT ausgestrahlt wird. Bekanntlich findet die documenta 2017 in Athen und in Kassel statt, und so versuchen die Macher der Doppelausstellung, via Fernsehen "neue und andere Öffentlichkeiten zu imaginieren", nämlich nicht nur in Museumsräumen, sondern auch zu Hause vor dem Flachbildschirm. Vom 19. Dezember 2016 bis zum 18. September 2017 erfolgen die Ausstrahlungen auf ERT 2 immer am Montag um Punkt Mitternacht. Gezeigt werden experimentelle und dokumentarische Spielfilme, "deren Ansätze und Themen gesellschaftliche, politische und poetische Anliegen betreffen und deren Konzepte, Themen und Positionen mit den übergreifenden kuratorischen Visionen der documenta 14 im Dialog stehen." Die Dauer der Sendung hängt jeweils von der Länge des Films ab. Das Programm reicht bis zu Filmen aus den 1970er Jahren zurück. "Die Auswahl der Filme erfolgt aufgrund der Relevanz ihrer Themen sowie ihrer singulären filmischen Form. Sie reflektieren einige der unsichtbarsten, flüchtigsten und alltäglichsten Aspekte menschlicher und sozialer Beziehungen genauso wie die globaler Machstrukturen. Jeder Film entwickelt und präsentiert seine eigene einzigartige Sprache als Echo einer ungreifbaren Realität". "Nach den jeweiligen Ausstrahlungsterminen sind die Filme weitere sieben Tage auf webtv.ert.gr frei verfügbar. Weitere Informationen zum Programm, kurze Einführungssequenzen auf Griechisch mit deutscher und englischer Übersetzung, sowie die ersten Minuten jedes Films sind nach jeder Ausstrahlung auf der Webseite der documenta 14 verfügbar." www.documenta14.de

Ausschreibungen

Mahnmal in Salzburg

Salzburger Residenzplatz von oben; Quelle: Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Am 17. Februar 2017 endet der Wettbewerb für ein Mahnmal zur Erlangung von Entwürfen für die Errichtung eines künstlerisch gestalteten, in den Boden eingelassenen Mahnmals zur Erinnerung an die Bücherverbrennung am Residenzplatz vom 30. April 1938 mit einem zweisprachen Erläuterungstext“. Das Mahnmal soll auf dem Salzburger Residenzplatz realisiert werden. Räumliche Vorgabe ist „ein in den Boden eingelassener Kubus aus Beton“. „Der unterirdische Kubus wird seitens der Ausloberin im fertigen Zustand mit einem Stromanschluss zur Verfügung gestellt, die obere Abdeckung bzw. die Gestaltung des Bereiches bis zu 45 cm über Niveau ist Teil des künstlerischen Auftrages.“ Ausgelobt ist ein Preisgeld von 2.500 Euro. Abgabeort: Magistrat Salzburg, MA 2/00 – Kultur, Bildung und Wissen, Mozartplatz 5, 5024 Salzburg, Zimmer 14. Kontakt: kultur.bildung.wissen@stadt-salzburg.at

Preise

Marion Ermer-Preis

Manaf Halbouni, Arbeiten in der Ausstellung „Marion Ermer Preis 2016“, Museum der bildenden Künste Leipzig, 2016/17 Foto: Museum der bildenden Künste Leipzig

Manaf Halbouni, Marian Luft, Katharina Schilling und Thomas Taube sind die Sieger im Wettbewerb um den Leipziger Marion Ermer-Preis. Bis zum 19. Februar 2017 stellen die vier Preisträger zusammen im Museum der bildenden Künste Leipzig aus. Manaf Halbouni gestaltet Landkarten um und schreibt dabei die Geschichte der industriellen Revolution um, als ob sie nicht von Europa, sondern von Arabien ausgegangen wäre. Katharina Schilling malt stilllebenhafte Bilder, der Medienkünstler Marian Luft konstruiert Collagen aus Materialien, die er in Internet-Blogs findet, und Thomas Taube hat während eines Stipendienaufenthalts in Nwew York an einem Film gearbeitet, der am 25. Januar 2017 im Leipziger Museum uraufgeführt wurde.

Aktionen & Projekte

Die Welt ohne uns

Screenshot der Arbeit „Dark Content“, 2015, Copyright Eva und Franco Mattes im Rahmen der Ausstellung „Die Welt Ohne Uns. Erzählungen über das Zeitalter der nicht-menschlichen Akteure“ 2016/2017 im HMKV im Dortmunder U

Schon bald werden Taxis und Omnibusse ohne Chauffeur durch unsere Straßen rollen, prophezeit man uns. In Alten- und Pflegeheimen wird man es nicht allzu fernen Tages Robotern überlassen, bettlägerige Patienten umzudrehen oder herauszuheben. „In einer gar nicht so weit entfernten „Welt ohne uns“ werden Menschen von Maschinen ersetzt, Künstliche Intelligenzen von anderen KIs optimiert und Algorithmen von selbst-lernenden Algorithmen programmiert. So könnte eine radikal andere, post-anthropo-zentrische Welt entstehen, in der sich nicht-menschliche Lebensformen unter Umständen als anpassungsfähiger erweisen als der Mensch selbst“, heißt es zur Ankündigung der Ausstellung „Die Welt Ohne Uns“ im Dortmunder HMKV-Hartware MedienKunstVerein. Die Kuratorin Dr. Inke Arns hat verschiedene Künstler ins Dortmundert U eingeladen, dort bis zum 5. März 2017 „Erzählungen über das Zeitalter der nicht-menschlichen Akteure“ zu visualisieren. Sie thematisieren „eine Ökologie nach dem Menschen, ein Zeitalter des Post-Anthropozäns, in dem andere ‚Lebens’-Formen – Algorithmen, KIs, künstlich erzeugte Nanopartikel, gen-technisch veränderte Mikroorganismen und aus heutiger Sicht ‚monströs’ erscheinende Pflanzen – die Macht übernommen haben.“ Künstlerliste: Morehshin Allahyari & Daniel Rourke, Timo Arnall, LaTurbo Avedon, Will Benedict, David Claerbout, Laurent Grasso, Sidsel Meineche Hansen, Wanuri Kahiu, Ignas Krunglevicius, Mark Leckey, Eva & Franco Mattes, Yuri Pattison, Julien Prévieux, Suzanne Treister sowie Pinar Yoldas. www.hmkv.de

Aktionen & Projekte

Sammlung Prinzhorn: Tagung

Paul Goesch, Ohne Titel [Sitzender], 1920, Inv. Nr. 1090/137 © Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg.

Paul Goesch (1885-1940) „wanderte als Künstler zwischen Anstalt und Avantgarde – und wurde in Grenzbereich dieser beiden Welten lange vernachlässigt und fast vergessen“. Die Sammlung Prinzhorn beendet deshalb die laufende Ausstellung zu Goesch mit der wissenschaftlichen Tagung „Paul Goesch – Ein Künstler zwischen Anstalt und Avantgarde“. „Die Tagung mit Vortragenden aus ganz Deutschland sowie Frankreich beleuchtet dabei exemplarisch sowohl die Verbindungen Paul Goeschs zu Avantgarde und Kulturgeschehen seiner Zeit, als auch seine Verortung in psychiatrischen Institutionen und Diskursen.... Als anerkannter professioneller Künstler des Expressionismus mit Psychiatrie-Erfahrung nimmt Paul Goesch... eine herausragende Stellung in der wesentlich von Hans Prinzhorn zusammengetragenen Heidelberger Sammlung“ von „Kunstwerken psychiatrischer Patienten ein. Goesch war Profi-Künstler unsd Architekturzeichner, verbrachte allerdings ab 1921 zwanzig Jahre in psychiatrischen Anstalten, bis er 1940 von nationalsozialistischen Ärzten ermordet wurde. Die interdisziplinäre Tagung nähert „sich dem Künstler aus den Bereichen Architekturgeschichte, Kunstgeschichte, Medizingeschichte, Psychiatrie und Philosophie an“. Die Tagung findet am 13. und 14. Januar 2017 im Karl-Jaspers-Zentrum und in der Sammlung Prinzhorn auf dem Gelände des alten Universitätsklinikums in Heidelberg-Bergheim statt.

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