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Messen & Märkte

Cologne Fine Art Fair: Ausstellerinnen ausgeraubt

Am letzten Tag der Messe Cologne Fine Art Fair wurden zwei Ausstellerinnen aus den Niederlanden im Kölner Messeparkhaus ausgeraubt: in einem nur für Messeteilnehmer reservierten Parkhaustrakt sprangen plötzlich zwei maskierte Männer aus einem Auto und erbeuteten die Koffer der beiden Frauen mit einem Laptop, antiken Ringen, Colliers und Armbändern im Wert von mehr als 1,2 Millionen Euro. Die polizeilichen Ermittler gehen davon aus, dass die Täter Insider sind, die das Sortiment der beiden Schmuckhändlerinnen und die Abläufe auf der Messe genau kannen oder vorher gezielt ausspioniert hatten. Auf ihrer Flucht gerieten die Täter noch in einen Verkehrsunfall und begingen anschließend Fahrerflucht. Hinweise an die Polizei unter Tel. 0221/22 90.

Personalien

Leitungswechsel in Emden

Eske Nannen, Foto: S. Kallnbach

Eske Nannen hatte schon vor Monaten angekündigt, dass sie sich aus der Leitung der Kunsthalle Emden zurück ziehen wolle. Die heute 74jährige Sammlerin und Mäzenin hatte das Haus zusammen mit ihrem Mann Henri Nannen aufgebaut und seit dessen Tod 1996 geleitet. In den vergangenen 30 Jahren fanden hier 150 Ausstellungen statt. Im Februar 2017 gibt Eske Nannen nun die Geschäftsführung an Stefan Borchardt ab, der die Geschicke der Kunsthalle dann auch als Direktor leitet. Die wissenschaftliche Direktion liegt derzeit kommissarisch bei Dr. Katharina Henkel.

Aktionen & Projekte

Bonn: Rahmensponsor gesucht

Artotheken entstanden in den 1970er und 1980er Jahren als Pendant zu den städtischen Leihbüchereien - gegen eine geringe Versicherungsgebühr kann man sich aus dem Bestand einer solchen Artothek für vier Wochen oder auch länger ein gerahmtes Werk, zumeist eine Grafik, ausleihen und zu Hause an die Wand hängen. In Bonn blickt die Artothek des Kunstvereins 2017 auf 30 Jahre ihres Bestehens zurück, und zum bevorstehenden Jubiläum wünscht man sich, dass endlich alle Blätter gerahmt sein mögen. 40 Prozent des Leihbestandes harren allerdings noch auf Passepartouts und Wechselrahmen - doch die sind teuer. Daher sucht die Artothek jetzt Rahmensponsoren. Wer 100 Euro für die Rahmung stiftet, darf sich das gerahmte Werk dann anschließend sechs Monate lang zu Hause aufhängen. Bis zum 14. Januar 2017 kann man die ungerahmten Arbeiten besichtigen (Hochstandenring 22). bonner-kunstverein.de

Aktionen & Projekte

25 Jahre ZF Kunststiftung

Cover der Jubiläumspublikation

Gegründet wurde die ZF Kunststiftung im November 1990. Das 75-jährige Bestehen der ZF Friedrichshafen AG war dams ein willkommener Anlass," um das kulturelle Engagement" für die Bewohner der Bodenseeregion "in feste Bahnen zu lenken." So werden unter anderem Initiativen "wie die Festspiele Europäische Wochen Passau, das Internationale Bodenseefestival oder der Kunstverein Friedrichshafen gefördert sowie junge Pianistinnen und Pianisten mit dem ZF-Musikpreis ausgezeichnet..." Außerdem vergibt die Stiftung jährlich ein Stipendium an junge bildende Künstler aus der Region; aktueller Stipendiat ist Nándor Angstenberger, der zum Abaschluss seines Atelieraufenthalts im Zeppelin Museum in Friedrichshafen ausstellt. Nunmehr blickt in diesen Tagen die ZF Kunststiftung auf ihr 25jähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlass gibt der modo-Verlag eine Jubiläumsschrift heraus. www.zf.com/kunststiftung/de

Preise

Johann David Passavant-Preis

Dr. Corina Meyer wurde mit dem Johann David Passavant-Preis für kunsthistorische Forschung ausgezeichnet (5.000 Euro). Damit wird die Stuttgarter Kunsthistorikerin für ihre umfassende Forschungstätigkeit zu Johann Friedrich Städel und der Gründung des Städelschen Kunstinstitutes gewürdigt. Der Preis wird von einem privaten Mäzen gestiftet.

Preise

Msgr. Otto Mauer-Preis

Andreas Fogarasi, Foto: Guillermo Mendo, Courtesy Georg Kargl Fine Arts, Wien

Andreas Fogarasi wurde mit dem österreichischen Msgr. Otto Mauer-Preis bedacht (11.000 Euro). Er stellt seine Arbeiten bis zum 7. Januar 2017 im Wiener Jesuiten Foyer aus (Bäckerstr. 18). Der Preis wird an Künstler unter 40 Jahren vergeben. Der Preisträger „greift in seinen Arbeiten auf diverse Medien, wie Fotografie, Video, Skulptur und typografische Elemente zurück. Seine multimedialen Installationen weisen dabei einen starken Bezug zur Architektur bzw. zum Design des öffentlichen Raumes auf.“ Außerdem wurden diverse Projektförderungen für die Künstler und Filmemacher Roland Maurmair, Markus Hiesleitner, Tatiana Lecomte, Thomas Welte, Claudia Larcher, Ovidiu Anton, Oliver Ressler, Bernadette Anzengruber und Jakob Schieche bewilligt. Für den „Steirischen Herbst“ wurde eine Installation von Kiluanji Kia Henda teilfinanziert.

Ausschreibungen

Baldreit-Stipendium

Die Stadt Baden-Baden vergibt für jeweils ein halbes Jahr das Baldreit-Stipendium an zwei Stipendiaten. Bewerben können sich Bildende Künstler, Schriftsteller und Komponisten. Die Künstler sollen in Baden-Baden präsent sein und ihre Arbeit vor Ort darstellen und vermitteln. Dafür steht eine 70 qm große Atelierwohnung mietfrei zur Verfügung (Nebenkosten tragen die Stipendiaten). Der Aufenthalt beginnt am 1. April 2017. Als Bewerbungsunterlagen sind bis zum 15. Januar 2017 keine Originale einzureichen, sondern Fotos und Fotokopien etc. Infos und Bewerbungsformular unter www.baden-baden.de/Bürgerservice

Personalien

Bücherschenkung

Gerhard Steidl, Verleger hat der Shift School for Photography Dresden 700 seiner Fotobände überlassen. Die 2014 gegründete Schule widmet sich internationalen Entwicklungen in der Fotografie.

Personalien

Basel: neue kaufmännische Direktorin

Annette Schönholzer, Foto: Copyright Kunstmuseum Basel 2016

Annette Schönholzer ist ab Januar 2017 neue kaufmännische Direktorin des Kunstmuseum Basel. Ihr Vorgänger Stefan Charles wechselt als Abteilungsleiter Kultur zum Schweizer Radio und Fernsehen. Schönholzer war über zwölf Jahre für die Art Basel tätig, unter anderem als Ko-Direktorin. www.kunstmuseumbasel.ch

Preise

Stipendium Krupp-Stiftung

Jan Paul Evers: Das Segelschiff, 2010, Courtesy Sammlung Gaby und Wilhelm Schürmann, © Jan Paul Evers

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung vergibt in Zusammenarbeit mit der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang zwei Preise in Höhe von je 10.000 Euro im Rahmen ihres Stipendienprogramms „Zeitgenössische deutsche Fotografie“. Die Auszeichnungen erhalten Jan Paul Evers und Sebastian Stumpf. Jan Paul Evers lebt und arbeitet in Köln und Braunschweig. "Seine künstlerische Arbeit entwickelt sich auf dem Feld der experimentellen, gegenstandslosen Fotografie. Er filtert und extrahiert Bruchstücke aus der sichtbaren Wirklichkeit, speichert sie in digitalen Daten und übersetzt sie in analoges fotografisches Material". Sebastian Stumpf lebt und arbeitet in Leipzig und Berlin. "Auch Stumpf blickt mit seinem Projekt auf eine sehr eigenständige künstlerische Methodik zurück, die er in den vergangenen 15 Jahren in zahlreichen Ausstellungen und in-situ-Projekten entwickelt hat: Sein Arbeitsraum ist die urbane Landschaft oder der Museumsraum, den er mit seinem Körper durchmisst. Fotoapparat und Videokamera dienen ihm als Aufzeichnungsmedien."

Aktionen & Projekte

Architektur des Orgien Mysterien Theaters

Hermann Nitsch, © Art in Motion

Bis zum 12. März 2017 zeigt die Nitsch Foundation in der Wiener Hegelgasse 5 die Ausstellung „UTOPIE - die konzeptionelle architektur des orgien mysterien theaters“. Um das Jahr 1969 begann Hermann Nitsch mit eigenen Entwürfen für sein Sechs-Tage-Spiel. „Da ihm das meiste der Gegenwartsarchitektur ein Gräuel war, war es ihm ein Anliegen seine Architektur unter der Erde anzusiedeln und auszubauen. Der analytische Abstieg in unbewusste vegetative Bereiche, welcher in seinen Aktionen angestrebt wird, findet seine Entsprechung in Erdhöhlen, in Katakomben, in Grabkammern, im lichtlosen Mutterleib.“ www.nitsch-foundation.com

Preise

UN Medien Award

Ray Mwareya erhält den UNITED NATIONS CORRESPONDENTS ASSOCIATIONS Media Award 2016 - als einziger afrikanischer Preisträger. Ray Mwareya war von Februar bis April 2016 Gast-Journalist im ZKM Karlsruhe im Rahmen der Ausstellung GLOBAL CONTROL AND CENSORSHIP. Das dreimonatige Auszeit-Stipendium war in Kooperation mit Reporter ohne Grenzen vergeben worden. Die Auszeichnung wird am 16. Dezember 2016 in Anwesenheit des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon und des UN-Friedensbotschafters Leonardo DiCaprio in New York vergeben. www.zkm.de

Preview

Anders Petersen im Marta Herford

Anders Petersen, Stockholm, 2000

Im Marta Herford ist vom 4. Dezember 2016 bis zum 12. März 2917 eine Retrospektive des Fotografen Anders Petersen zu sehen. Mit seinen eindringlichen Schwarzweißporträts von der Hamburger Reeperbahn erreichte der schwedische Fotograf rasch eine größere Bekanntheit. Der Musiker Tom Waits suchte eine seiner Aufnahmen als Cover für seine Platte „Rain Dogs“ aus. „Früh schon richtete sich sein Interesse auf die Milieus an den gesellschaftlichen Rändern: Gefängnisse, psychiatrische Anstalten, Rotlichtviertel, Pflegeheime. Kultstatus erreichte er mit seinen in den 1960er Jahren entstandenen Schwarzweißporträts von sozialen Außenseitern auf der Reeperbahn. Bis heute verströmen seine eindringlichen Fotoessays eine rastlose Lebensenergie und einen fast lyrischen Klang. Bis in die Gegenwart seiner jüngsten Werkgruppen wie „City Diary“(2012) und „Rome“ (2012) ist der empathische Blick des Fotografen auf sein Gegenüber zu spüren. Seine Bilder sind erfüllt von Respekt gegenüber dem Anderen, seinen Aggressionen wie auch seinen Sehnsüchten...“ www.marta-herford.de

Ausschreibungen

Auslandsstipendien

Deadline für Bewerbungen um einen Studienaufenthalt in der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom, in der Casa Baldi in Olevano Romano, oder in der Cité Internationale des Arts bzw. im Deutschen Studienzentrum Venedig ist der 15. Januar 2016. Die Stipendienhöhe liegt jeweils zwischen 1.500 und 2.500 Euro/mtl. Die Bewerber müssen als Künstler bereits öffentlich anerkannt sein und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, zudem über Grundkenntnisse in der betreffenden Landessprache (italienisch, französisch) verfügen. Es besteht Residenzpflicht am jeweiligen Ort für die gesamten Stipendiendauer (zwischen 3 und 12 Monaten) www.villamassimo.de/de/informationen/villa-massimo/bewerbungsinfos

Biennalen

Biennale Venedig 2017: Mexikanischer Pavillon

Carlos Amorales, „La lengua“

Das Nationale Institut der Schönen Künste nominierte den Künstler Carlos Amorales als Repräsentanten Mexikos auf der 57. Biennale von Venedig (13. Mai bis zum 27. November 2017). Er „beschäftigt sich in seiner Kunst mit hybriden Formen der visuellen Kommunikation, mit deren Hilfe er Fragen nach dem Verstehen des Anderen und nach dem Austausch von Ideen stellt.“ Bis zum 15. Januar 2017 zeigt das Kunstmuseum Heidenheim in seiner Ausstellung „DE MUERTE PRESENTE - Der Tod in der mexikanischen Gegenwartskunst“ auch einen Beitrag von Carlos Amorales. Dazu druckte die Heidenheimer Zeitung eine Bildergeschichte des Künstlers als Fortsetzungsroman ab.

Museen & Institutionen

Kunstvereine: Jahresgaben

Vor rund 200 Jahren entstanden im deutschsprachigen Raum die ersten Kunstvereine. Sie waren und sind Ausdruck eines bürgerschaftlichen Engagements in den Städten und gründeten sich in einer Zeit, als die Museen -wie z.B. in Berlin, Dresden und München- zumeist von den adligen Herrschern getragen wurden und fast ausschließlich die jeweiligen fürstlichen Sammlungen zeigten. Im Programm der Kunstvereine indessen spiegelte sich ein bürgerlicher Kunstgeschmack wider, zumeist an der jeweiligen Gegenwartskunst. Zur Finanzierung verloste man Jahresgaben - d.h. jedes Mitglied konnte per Los ein Kunstwerk gewinnen, das der Kunstverein angekauft hatte. Wer bei der Verlosung leer ausging, bekam ein "Nietenblatt" in Form einer grafischen Reproduktion, aber diese Blätter wurden anschließend oft lebhaft getauscht und tauchten auch im Kunsthandel auf. Heute stiften oft Künstler eine ihrer Arbeiten für die Jahresgabenausstellung, die mit Grafik, Multiples und Editionen traditionellerweise immer in der Weihnachtszeit stattfindet. Über die aktuellen Jahresgaben kann man sich auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine AdKV informieren: www.kunstvereine.de

Personalien

David Hamilton gestorben

David Hamilton, britischer Fotograf, starb im Alter von 83 Jahren in Paris. Laut Medienberichten sind die Umstände seines Todes bislang ungeklärt. Einige Zeitungen berichteten von einer Selbsttötung; von den Ermittlungsbehörden gab es dazu allerdings keinen Kommentar. Sein Markenzeichen waren erotische Fotos junger Mädchen, was ihm in den 1990er Jahren Pornografie-Vorwürfe einbrachte. Drei ehemalige Models erhoben in jüngster Zeit gegen ihn auch Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs, die Hamilton jedoch zurück wies.

In eigener Sache

KUNSTFORUM feierte das Redesign in der Buchhandlung Walther König

Volles Haus in der Buchhandlung Walther König: Am Samstag präsentierte KUNSTFORUM das für die Buchhandlung Walther König Köln gestaltete Schaufenster anlässlich des Redesigns des Magazins: Es zeigt alle bisher erschienenen 243 Bände und dokumentiert damit nicht nur die 43-jährige Entwicklungsgeschichte dieser ältesten Zeitschrift für aktuelle Kunst Deutschlands, sondern gibt in Covern, Themen und Gestaltung auch einen Einblick in die Kunstgeschichte seit 1973.
Walther König unterstrich in seiner Ansprache die Bedeutung, die KUNSTFORUM im Laufe seiner langjährigen Tätigkeit für ihn hatte und erinnerte in Anekdoten an die Anfangsjahre der 1973 von Dieter Bechtloff gegründeten Zeitschrift.
Andrea Bechtloff, Redaktionsleiterin und seit über 30 Jahren beim KUNSTFORUM betonte nach einigen Dankesworten die enzyklopädische Dimension der Zeitschrift, deren Cover und Themen einem Zeitstrahl der Kunst seit 1973 gleicht und stellte die Wichtigkeit des KUNSTFORUMs als FORUM heraus, in dem seit Gründung die bekanntesten Kunst- und Kulturkritiker, Philosophen und Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen Beiträge verfasst haben.
So ermöglicht das Spektrum an Kompetenzen und pluralistischen Haltungen diese gründlich aufbereiteten Themenbände. Der für das neue Design verantwortliche Art-Direktor Mike Meiré beschrieb zu diesem Anlass seine zugrunde liegenden Ideen und Gedanken zum Gestaltungskonzept. Obwohl KUNSTFORUM keine Publikumszeitschrift ist, die sich am Kiosk oder Zeitschriftenregal behaupten muss, spiele die äußerliche Darstellung eine wichtige Rolle. Im Schaufenster steht das im Zuge des Redesigns gleichzeitig reduzierte und hervorgehobene Logo in zentraler Position: Der rote Balken sei unter anderem auch deswegen etwas unbequem vor dem gesammelten Werk auf der Fensterscheibe platziert, weil sich KUNSTFORUM dem Trend zu leicht rezipierbaren und oberflächlichen Inhalten nie angepasst hat, sondern seiner ursprünglichen Konzeption treu geblieben ist. So Meiré: "Qualität muss man sich eben auch erarbeiten."
Wir bedanken uns für einen schönen Abend in der vollen Buchhandlung und freuen uns über das zahlreiche Erscheinen vieler KUNSTFORUM-Autoren und langjährigen wie neuen Lesern, Künstlern und anderen Interessierten aus dem Kunstbetrieb und die angeregten Gespräche im Anschluss.

Hochschulen

Leipziger Studienpreise

Andre Soudah (Vorstandsvorsitzender Freundeskreis der HGB), Jennifer König (3. Preis), Rebecca Korb (1. Preis), Fabian Hampel (2. Preis) und Verena Tintelnot (stellv. Vorstandsvorsitzende) (v.l.n.r.) © Jana Slaby

Rebecca Korb erreichte den ersten Platz im Wettbewerb um den Studienpreis des Freundeskreises der HGB Leipzig und der Sparkasse Leipzig (5.000 Euro). Sie studiert in der Fotografie-Klasse von Prof. Heidi Specker. Fabian Hampel ist Medienkunst-Student bei Prof. Clemens Wedemeyer und belegte den zweiten Platz (2.500 Euro). Der dritte Preis ging an Jennifer König (2.500 Euro). Seit 2011 studiert sie an der HGB Malerei/Grafik bei Heribert Ottersbach, Tilo Baumgärtel und Christoph Ruckhäberle.

Hochschulen

Karin Hollweg: Ehrensenatorin in Bremen

Karin Hollweg, Foto: Lisa Simon

Karin Hollweg ist Ehrensenatorin der HfK Bremen. „Sie zählt damit zum Kreis der Personen, die sich in hervorragender Weise um die Hochschule für Künste sowie um Musik, Kunst oder die Kultur in der Freien Hansestadt Bremen verdient gemacht haben.“ Zum Engagement der Kunstsammlerin und Malerin zeigt gehört u.a. Vergabe des Karin Hollweg Preises für Meisterschülerinnen und Meisterschüler der HfK Bremen.

Galerien & Auktionshäuser

Christie's: Jubiläum

Am 5. Dezember 1766 führte James Christie (1730-1803) in London seine erste Kunstauktion durch - der Tag gilt als Gründungsdatum des Londoner Auktionshauses „Christie's“; es feiert also in diesem Herbst seinen 250. Geburtstag. Konkurrent Sotheby's ist allerdings etwas älter; dessen Gründer Samuel Baker führte nämlich bereits 1744 den ersten Hammerschlag aus. Sein Neffe John Sotheby trat 1778 in die Firma ein und gab ihr den endgültigen Namen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich aber auch James Christie schon längst im Kunsthandel etabliert – er konnte die Königsfamilie zu seinen Kunden zählen, und 1779 gelang ihm der Coup, im Auftrag von dessen Enkel die Kunstsammlung des ersten britischen Premierministers Sir Robert Walpole (1676-1745) an die russische Zarin Katharina II. zu verkaufen. Sie bildet einen wichtigen Grundstock für die heutigen Bestände der Eremitage in St. Petersburg. Der Unternehmensgründer James Christie unterhielt in Londons Pall Mall einen ständigen Verkaufsraum; 1823 zog das Unternehmen dann in die King's Street um, wo heute noch der Hauptsitz ist. Eine Filiale befindet sich in der Old Brompton Road im Londoner Stadtteil South Kensington; dort finden jährlich etwa 60 Veersteigerungen statt. Die wichtigsten Dependancen neben der Londoner Zentrale unterhält Christie's in New York, Paris und Hongkong. So feiert das Auktionshaus in diesem Jahr auch noch zwei kleinere Jubiläen „30 Jahre in Asien“ und „10 Jahre in Dubai“. www.christies.com/

Aktionen & Projekte

Anja Jensen in Mexiko

Anja Jensen, Santa Muerte, Mexico City, 2016, Copyright: A. Jensen

Bis zum 1. Februar 2017 zeigt Anja Jensen im Deutschen Pavillon in Mexico-City ihre Ausstellung „CIUDADANOS – Ein Projekt mit den 'Siete Cabronas'“. Der Stadtteil Tépito erlangte „traurige Berühmtheit... „durch Kriminalität, Drogenhandel und Raubkopien. Die in Hamburg lebende Künstlerin gehört zu den wenigen Fotografen, denen ein Seiteneinstieg in das Milieu gelang...“! Die Einladung durch das Goethe-Institut Mexiko öffnete der Fotokünstlerin „Türen, die anderen Künstlern vor ihr verschlossen blieben.“ Sie bewegte sich „unter dem Schutz der 'siete cabronas' nachts durch die Straßen des gefährlichen Barrios und unterstützt damit gleichzeitig die 'Sieben Starken Frauen' in ihrem Kampf gegen Gewalt, Kriminalität und systematische Stigmatisierungen in Tépito. Anja Jensen ist bekannt für ihre verrätselten Inszenierungen, die das flirrende Unbehagen fotografisch dokumentieren. Im Herzen der 21-Millionen-Metropolregion findet die Künstlerin jene ambivalenten Biografien, die sie zu fotografischen Storyboards von hoher Eindringlichkeit zu verdichten in der Lage ist. Für aufwendige Inszenierungen sei hier oft keine Zeit, berichtet die Künstlerin, die in Begleitung ihres vierköpfigen Teams auf einem der Streifzüge bereits überfallen und bedroht wurde.“

Biennalen

Berlin Biennale 2018: Kuratorin berufen

Gabi Ngcobo, Foto: Masimba Sasa

Gabi Ngcobo wurde nach Vorschlag durch das Auswahlkomitee zur Kuratorin der 10. Berlin Biennale im Sommer 2018 berufen. Es heißt, mit dieser Wahl verfolge die Veranstaltung „auch künftig ihren Anspruch, eine experimentelle Plattform zur Untersuchung und Erweiterung des Ausstellungsformates und des kuratorischen Programms zu sein und sich mit gegenwärtigen globalen Diskursen und Entwicklungen auch mit Blick auf Berlin als lokaler Referenz auseinanderzusetzen.“ Gabi Ngcobo ist in Johannesburg/Südafrika Gründungsmitglied der beiden Initiativen „NGO – Nothing Gets Organised und Center for Historical Reenactments (CHR, 2010–14). NGO befasst sich mit Prozessen der Selbstorganisation abseits festgelegter Strukturen, Eindeutigkeiten, Kontexte oder Formate. Das CHR untersuchte mit Blick auf aktuelle Themen, wie historische Vermächtnisse in der zeitgenössischen Kunst aufgegriffen und verarbeitet werden.“ Unlängst war Ngcobo Co-Kuratorin bei der Biennale von Sao Paulo. www.blog.berlinbiennale.de

Biennalen

Manifesta 12 in Palermo

Palermo, Pressefoto

Hedwig Fijen, Direktorin der Manifesta, hat das Office for Metropolitan Architecture, kurz OMA genannt, eingeladen, zur nächsten Manifesta im Sommer 2018 in Palermo „eine nachhaltige und fruchtbare Diskussion über die komplexe Architektur und urbane Struktur der Stadt Palermo und ihre Zukunft zu initiieren und zu moderieren“. OMA hat seinen Sitz in Rotterdam und wird vom Rem Koolhaas geleitet. Es stellt ein interdisziplinäres Team zusammen, das „die Rolle der 'City Governance'“ untersucht. Dabei geht es vor allem um die Frage, „wie moderne Städte heute von Tourismus, Gentrification, Migration und Klimawechsel betroffen werden. Das OMA Team unter der Leitung von Ippolito Pestellini Laparelli, einem der OMA Partner, wird den urbanen, sozialen und kulturellen Transformationen einer Stadt wie Palermo nachgehen und gemeinsam mit Spezialisten aus den Feldern der zeitgenössischen Kunst, der Soziologie, der Musik, dem Kino und der Architektur eine Serie von interaktiven, interdisziplinären, performativen und künstlerischen Interventionen entwickeln und realisieren. Palermos reichhaltige Geschichte – im Herzen des Mittelmeeres gelegen wurde die Stadt von beinahe jeder europäischen Nation einmal besetzt und ist zugleich seit fast 2.000 Jahren eng dem Kulturraum Nordafrikas und des Mittleren Osten verbunden – hat seine Spuren in seiner multi-kulturellen Gesellschaft hinterlassen. Die komplexe kulturelle Schichtung wird anlässlich der Manifesta 12 eine Bühne erhalten, auf der zeitgenössische Kunst, Szenografie, Musik, Kino, Technologie und Raumstudien sowie der Vermittlungsbereich gleichermaßen mitwirken...“ Das Konzept für die Manifesta 12 und das erweiterte Team werden Anfang 2017 vorgestellt. http://oma.eu

Messen & Märkte

Messewoche in Miami

Art Basel Miami Beach, Foto: Art Basel

Die Art Basel Miami Beach (1. bis 4. Dez. 2016) umfasst in diesem Jahr ein Teilnehmerfeld von 269 Galerien. 21 von ihnen sind zum ersten Mal dabei. Im Sektor Nova, der jüngeren Galerien eine Plattform bietet, zeigen zum ersten Mal die Edouard Malingue Galerie aus Hongkong, House of Gaga aus Mexico City und Leo Xu Projects aus Shanghai Filminstallationen, Gemälde und Zeichnungen. 125 Galerien nehmen auch in diesem Jahr erneut an der Art Miami (29. Nov. - 4. Dez. 2016) teil. Veranstaltungsort ist „The Art Miami Pavillon“ im Midtown District der Stadt. Sie ist die älteste Messe für Gegenwartskunst in Miami. Die Context (29. Nov. - 4. Dez. 2016) mit 75 Teilnehmern gilt als ihre Schwestermesse mit einem Programm, das aufstrebende Galerien und Künstler in der Mitte ihrer Karriere präsentiert. Die Aqua Art Miami findet seit 2005 mit etwa 50 ebenfalls semi-etablierten Galerien statt (30. Nov. - 4. Dez. 2016). Sie ist die zweite Schwestermesse der Art Miami und meldete im vergangenen Jahr einen Rekord mit 10.500 Besuchern. Schauplatz dieser Messe ist wie bisher auch diesmal wieder das South Beach Hotel. Neben den beiden Flaggschiffen Art Basel Miami Beach und Art Miami mit diesen beiden Filialveranstaltungen behauptet sich unter den weiteren Satellitenmessen vor allem Scope Art Miami Beach (29. Nov.-4. Dez. 2016) mit etwa 115 Teilnehmern. Weltweit haben die Scope-Macher unter diesem Label in den vergangenen 16 Jahren etwa 75 Kunstmessen ausgerichtet. Die Pulse Miami (1.-4. Dez. 2016) wird ebenfalls an einem für regelmäßige Miami-Besucher vertrauten Ort ausgerichtet, nämlich im Indian Beach Park in der Collins Avenue. Sie versteht sich als Forum für Galerien mit progressiver Kunst und weist ein Teilnehmerfeld mit 95 lokalen und internationalen Galerien auf. Auch der 2002 als „Non Profit Kollektiv“ gegründete Kunsthändlerverband NADA (New Art Dealers Association) ist mit einer eigenen Messe in Florida präsent und etikettiert seine Nada Art Fair Miami Beach (1.- 4. Dez. 2016) als Treffpunkt für Aussteller und Sammler von „jüngster Kunst“. Bei der INK Miami Art Fair (30. Nov. bis 4. Dez. 2016) werden ausschließlich Arbeiten auf Papier von bekannten Künstlern angeboten. Mit nur 60-70 teilnehmenden Galerien zählt Red Dot Miami (30.Nov. bis 4. Dez. 2016) zu den kleineren Satellitenmessen. Sie blickt allerdings ebenfalls auf eine mittlerweile zehnjährige Geschichte zurück und rechnet 2016 wieder mit 30.000 Besuchern. www.artmiami.com/,http://www.contextartmiami.com/, www.aquaartmiami.com, www.scope-art.com, www.pulse-art.com/miami, www.inkartfair.com/, www.reddotmiamicom/, www.newartdealers.org

Preise

Premio Velázquez de Artes Plásticas an Marta Minujín

Die argentinische Künstlerin Marta Minujin

Marta Minujín erhält den Premio Velázquez de Artes Plásticas 2016 des spanischen Kulturministeriums (100.000 Euro). Die 73jährige Bildhauerin aus Argentinien wurde mit beghebaren Grißskukpturen bekannt; eine solche wird sie auch 2017 auf der Kasseler documenta zeigen: aus 100.000 verbotenen Büchern will sie auf dem Friedrichsplatz den antiken Parthenon-Tempel „als Zeichen der Demokratie“ nachbauen. Die Preisvergabe würdigt ihr politisches Engagement und ihren Einsatz für demokratische Werte.

Museen & Institutionen

Düsseldorf: Offener Brief

Kunsthalle Düsseldorf, Foto: Maurice Kaufmann
Beginnen kon

Düsseldorfs OB Thomas Geisel (SPD) plant, die Kunsthalle am Grabbeplatz und das Projekt KIT-Kunst im Tunnel  "einer im Museum Kunstpalast angesiedelten Generalintendanz zu unterstellen und beiden Institutionen damit ihre in den 90er Jahren von Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstlern erstrittene Eigenständigkeit zu nehmen." Dagegen regt sich Widerstand in der lokalen Kunstszene. Andrea Knobloch, Hedlmut Schweizer und Stefan Oehm haben einen Offenen Brief verfasst und Unterschriften gesammelt, die sie am Nikolaustag (6. Dezember 2016) im Rathaus übergeben wollen. In dem "Offenen Brief heißt es u.a.: "... in dem Augenblick, in dem die Politik ihre Argumentation derart verengt, stellt sie die Kultur unter die Kuratel eines Denkens und Handelns, das sich nur noch am Nutzwert jedoch nicht an Werten orientiert.... Seit fast einem halben Jahrhundert ist die Kunsthalle Düsseldorf im Herzen der Stadt beheimatet. In einer Zeit des fortschreitenden Umbaus ihrer Nachbarschaft in eine Zone gehobenen Konsums hat sich im markanten Gebäude am Grabbeplatz über die Jahre ein virulenter Ort der Debatten zwischen Kunst und Leben entwickelt... Die Kunsthalle Düsseldorf ist als eigenständige Institution ein in die städtische Öffentlichkeit hineinwirkender, in der nationalen wie internationalen Kunstszene anerkannter und vernetzter Ausstellungsort von hohem Renommee. Sie gemeinsam mit ihrer Partnerinstitution, dem KIT (Kunst im Tunnel) als Teil einer „Museumslandschaft“ zu verhandeln und einer im Museum Kunstpalast installierten Generalintendanz unterstellen zu wollen, erscheint als ein kulturpolitisch geradezu absurdes Unterfangen. In Kunsthalle und KIT geht es nicht um das Sammeln und Bewahren, es geht um Ungesichertes, um das Glück, einer Kunst zu begegnen, von der wir uns erhoffen dürfen, dass sie nicht das Erwartbare liefert, sondern Unerwartetes zu Tage fördert. Dass sie nicht Gewohntes bestätigt, sondern Durchblicke auf Übersehenes, Unentdecktes, Verdrängtes, Verstörendes eröffnet... Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieses Schreibens erwarten von der Düsseldorfer Stadtregierung ein entschiedenes „JA“ zur Kunsthalle Düsseldorf und dem KIT und zum Erhalt ihrer Eigenständigkeit und Zukunftsfähigkeit als unverzichtbare Foren der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst in der Mitte einer dynamischen Stadtgesellschaft..."

Preise

Wien: Medienkunst-Preis und MUSA-Preis

Susanne Schuda, Selbstporträt (Ausschnitt)

Am 6. Dezember 2016 werden in Wien zwei Preise verliehen, und zwar der Medienkunst-Preis der Stadt Wien sowie der MUSA-Preis für junge Kunst.
Die Verleihung findet im MUSA Museum Startgalerie Artothek statt. Den Medienkunst-Preis der Stadt Wien 2016 erhält die Künstlerin Susanne Schuda. "In ihren Videos, Texten, digitalen Collagen, interaktiven Installationen und Performances legt Susanne Schuda einen inhaltlichen Schwerpunkt auf psychologische Dynamiken, die Konstruktion von Realität sowie die Verortung des Individuums in sozialen Kontexten." Den MUSA-Preis für junge Kunst 2016 nimmt Andreas Werner entgegen. "Seine Arbeiten kreisen in einer zeitgemäßen Auseinandersetzung um das traditionsreiche Thema der Landschaft. Dabei changiert Werner mit ästhetischer Leichtigkeit zwischen Abstraktion und Figuration sowie zwischen menschenleerer Idylle und fiktionaler Utopie." www.musa.at

Biennalen

Venedig: Nordischer Pavillon

Nordischer Pavillon

Mats Stjernstedt ist Kurator für den gemeinsamen Nordischen Pavillon der skandinavischen Länder auf der Biennale von Venedig (13. Mai bis zum 27. November 2017). Er präsentiert dort die Gruppenausstellung „Mirrored“ mit den sechs Künstlern Siri Aurdal, Nina Canell, Charlotte Johannesson, Jumana Manna, Pasi “Sleeping” Myllymäki und Mika Taanila. Seine Auswahl ist generationenübergreifend und rekurriert auf diverse künstlerische Praktiken; die meisten von ihnen bewegen sich im Bereich der Urban Art, experimentieren mit industriellen und digitalen Materialien oder mir Design im Kontext bewegter Bilder. Der Titel ist Guiliana Brunos Spiegel-Allegorie entlehnt.

Galerien & Auktionshäuser

Galerie Grässlin: Filiale in Frankfurt

FILIALE, Foto: Jens Gerber, Frankfurt

Die Galerie Bärbel Grässlin wurde 1985 in Frankfurt am Main gegründet. Seit 2007 befinden sich ihre Räume in einer ehemaligen Glasgroßhandlung in der Schäfergasse. Soeben haben Bärbel Grässlin, Marina Rüdiger und Klaus Webelholz die Eröffnung einer FILIALE in der Stiftstr. 9 angekündigt. In dieser Dependance der Galerie Bärbel Grässlin, zeigen Marina Rüdiger und Klaus Webelholz in Kooperation mit Bärbel Grässlin junge künstlerische Positionen. Die erste Ausstellung dort bestreitet der Städel-Absolvent Martin Kähler. Ab Februar 2017 folgt eine Ausstellung mit Malerei der Künstlerin Rachel von Morgenstern und im April 2017 eine Installation von Laura Schawelka.

Aktionen & Projekte

Kassel: Faschismus-Symposion

A New Faschism, Ankündigungsplakat

„Der Spiegel“ setzte nach dem Wahlsieg Donald Trumps unlängst „die gefährdete Demokratie“ auf den Titel, und mit Spannung schauen jetzt alle auf die Präsidentschaftswahlen im April 2017 in Frankreich, wo die rechtspopulistische „Front national“ mittlerweile zweitstärkste Partei ist. Anlass genug für das Kasseler Museum Fridericianum, am 17. Dezember 2017 ein Symposion zum Thema „A New Faschism?“  mit den Referenten Franco “Bifo” Berardi, Didier Eribon, Wilhelm Heitmeyer, Chantal Mouffe und G. M. Tamás abzuhalten. Als Vorform des historischen Faschismus gilt die 1898 gegründete Action française mit ihrer Mischung aus Nationalismus, Führerprinzip, Antisemitismus und Rassismus. In Deutschland waren in den 1920er Jahren u.a. vor allem die Ängste des Kleinbürgertums vor sozialem Abstieg durch die Verwerfungen von Inflation und und Weltwirtschaftskrise eine der Ursachen für die Erstarkung der radikalen Rechten. Den Rahmen für das Kasseler Symposion bildet die Ausstellung von Loretta Fahrenholz im „Fridericianum“ (bis 1. Januar 2017), in deren Mittelpunkt ihr Film „Two A.M.“ steht. Er nimmt Irmgard Keuns Roman „Nach Mitternacht“ als Ausgangspunkt, 1937 im Exil geschrieben mit einer Schilderung von „Angst, Kontrolle und Willkür“ im Alltag der Nazi-Zeit. Im Vergleich mit der Gegenwart ergeben sich „erschreckende Parallelen“ hinsichtlich eines entfesselten Turbo-Kapitalismus, der das Denken der Modernisierungsverlierer radikalisiert, hinsichtlich der Überwachungspraktiken, die für Nachrichtendienste wie für mediale Großkonzerne heute durch die vernetzten digitalen Medien technisch möglich sind, und hinsichtlich eines Rechtsrucks in vielen europäischen Ländern, bei dem die ideologischen Grenzen zwischen bürgerlichem Rechtskonservativismus und extremistischem Neo-Faschismus oftmals verschwimmen. Die Optik dieses „New Faschism“ prägt nicht mehr der Skinhead mit Springerstiefeln, sondern der Demagoge mit Schlips und Kragen: „Eines der zentralen Merkmale der neuen Rechten, vom ungarischen Ministerpräsidenten bis zu Marine Le Pen, ist, dass sie ihrem Selbstverständnis nach allesamt Demokraten sind“, ist in der Ankündigung zu dem Symposion nachzulesen. Weiter heißt es dort: „Man kann... in der Undurchsichtigkeit der europäischen Institutionen einen der Gründe für das Aufkommen neurechter Bewegungen in allen Ländern Europas markieren. Ebenso, wie man die mit Sicherheit in der nächsten Zeit nicht abnehmenden Migrations- und Fluchtbewegungen als einen weiteren Grund für das Erstarken der neuen Rechten und nationalen Parteien benennen kann. Dabei muss man mit Zeev Sternhell feststellen, dass die faschistische Mentalität seit ihrem Beginn zu Anfang des 20. Jahrhunderts nie verschwunden war. Faschistische Strömungen waren immer mehr oder weniger sichtbar vorhanden. Sie treten aktuell wieder sichtbar und in neuem Gewand auf. Der Faschismus hat sich neu erfunden, wie Alain Badiou bereits vor über zehn Jahren anmerkte. Er hat neue Formen angenommen, die man analysieren muss, und dazu reichen die alten Faschismustheorien nicht mehr aus.“ www.fridericianum.org

Aktionen & Projekte

Bochum: Sammeln, Sammeln, Sammeln

Pin-Sammlung von Herrn Bühmann (Ausschnitt), Foto: Stephan Strsempski

Der eine sammelt Bierdeckel oder Briefmarken, der andere originell gestaltete Spazierstöcke, der vierte Devotionalien über Elvis Presley. Museen und Kunstvereine haben immer wieder gezeigt, was sich an Kitsch und Kunst, an Souvenir-Mitbringseln und Muschelschalen vom Strand im bürgerlichen Wohnzimmer angesammelt hat. Der Ursprung eines Zusammentragens von Kunst und Kuriosa liegt in den fürstlichen Kunst- und Wunderkammern der Renaissance; die berühmteste ist jene von Rudolf II. von Habsburg, der in Prag Bilder des Manieristen Arcimboldo und Exotika aus den gerade eroberten Übersee-Kolonien zusammentrug. Solche Wunderkammern waren unstrukturierte Sammelsurien, ein wissenschaftlich-systematisches Sammeln (und damit auch ein wissenschaftlich orientiertes Museumswesen) setzt erst im späten 18. Jh. ein. Jetzt hat der Bochumer Künstler Matthias Schamp seine Mitbürger eingeladen, bis zum 5. Februar 2017 im Kunstmuseum Bochum unter dem Titel „Sammeln, Sammeln, Sammeln“ ihre persönlichen Kollektionen auszustellen. Gleichzeitig spürte er den Geschichten und Beweggründen nach, die mit der privaten Sammellust verbunden sind: „Die Resonanz war überwältigend. Gemeinsam mit Studierenden der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe werden die privaten Schätze im Proberaum Kunst zu einem überbordenden Environment arrangiert: Stephen-King-Devotionalien, Zahnstocher, Schneekugeln, Sissi-Andenken, Eulenfiguren, Klapptoaster, Tischtennisschläger, Bochumer Bierkrüge… Hier steht Geordnetes neben Chaotischem, Persönliches neben Skurrilem. Dies alles fügt sich zu einem überwältigenden Panoptikum zusammen...“ www.kunstmuseumbochum.de

Galerien & Auktionshäuser

Grisebach: Neue Führungsstruktur

Florian Illies, Foto: Daniel Hofer, Berlin

Das Berliner Auktionshaus Grisebach hat ab dem 1. Januar 2017 eine neue Führungsstruktur: Bernd Schultz, Mitbegründer des Unternehmens, zieht sich mit dem Ablauf seines 75. Lebensjahres aus dem Tagesgeschäft zurück. Nun tritt Florian Illies an seine Stelle und führt Grisebach gemeinsam mit Micaela Kapitzky führen. Nach außen wird Illies die Gesellschaft als Sprecher der Geschäftsführung vertreten.

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