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Museen & Institutionen

Pergamon-Museum: Sanierung teurer und später fertig

Simulation der zukünftigen Museumsinsel Berlin: Blick vom Kupfergraben auf das Pergamonmuseum mit dem vierten Flügel (derzeit abschnittweise in Sanierung bzw. Bau), rechts davon die James-Simon-Galerie (derzeit im Bau), Copyright: Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Schon wieder laufen bei einem öffentlichen Bauvorhaben Kosten und Zeitplan aus dem Ruder: Beim ersten Bauabschnitt des Pergamon-Museums auf der Berliner Museumsinsel beziffern Experten die Gesamtkosten inzwischen auf 477 Millionen Euro – ursprünglich waren nur 261 Millionen Euro, an „haushaltsmäßig anerkannten Baukosten“ veranschlagt. Eigentlich sollten die Sanierungsarbeiten laut ursprünglicher Prognose im März 2019 beendet sein. Doch nun ist erst „Mitte 2023“ mit dem Zusammenpacken der Werkzeuge zu rechnen. Diesmal sind aber nicht Sonderwünsche eitler Politiker oder nachträgliche Änderungen der Planung die Ursache, sondern eine vergessene alte Pumpe zum Abschöpfen des Grundwassers aus der Zeit, als das Gebäude zwischen 1910 und 1930 entstand, die jetzt äusserst behutsam und deswegen zeitraubend abgetragen werden muss. Probleme gibt es auch bei den Stahlträgern zum Abstützen der Fassade, die zusätzlichen Aufwand erfordern. Der zweite Bauabschnitt, der 2019 beginnt, wird noch einmal weitere 134 Mill. Euro verschlingen. Aber in Berlin ist man an solche Kostensteigerungen und Verzögerungen gewöhnt: die einst im Jahre 2010 mit 235 Mill. Euro veranschlagte Sanierung der Staatsoper wird auch mit mindestens 400 Mill Euro zu Buche schlagen und mit vier Jahren Verspätung „frühestens“ im Herbst 2017 abgeschlossen sein.

Hochschulen

Mainz: Fotopanorama-Ausstellung

Hartmut Jahn, Park Bad Muskau (Ausschnitt)

Vom 30. November bis zum 21. Dezember 2016 zeigt die Hochschule Mainz (Campus-Magistrale) großformatige Panoramaaufnahmen des Film- und Medienkünstlers Hartmut Jahn. Er ist dort Professor und fotografierte im Landschaftspark von Bad Muskau, der ab 1815 vom Fürsten Pückler angelegt wurde und sich heute beiderseits der Neiße auf deutschem und polnischem Territorium erstreckt, ebenso in den Parks von Neuhardenberg und Babelsberg.

Hochschulen

Marianne Brandt-Wettbewerb

Kristin Dolz, Wettbewerbsbeitrag

Erfolgreich waren Teilnehmer von der der kunsthochschule weißensee Berlin beim Internationalen Marianne Brandt Wettbewerb für junge Designer, Fotografen und Künstler: VPreise gehen an Hochschule. Marcel Pasternak gewann einen der Preise im Bereich Produkt-Design. In der Kategorie „Versuchsanordnungen“ erhielt Kristin Dolz einen von zwei zweiten Preisen. Sonderpreise bekamen die Studentinnen Sandra Stark, Carmina Blank und Paula van Brummelen zugesprochen. Alle Arbeiten sind noch bis zum 8. Januar 2017 in der Ausstellung „Materialeffekte. Experimente, Fotografien, Entwürfe – oder warum es wichtig ist, woraus die Dinge sind“ im Industriemuseum Chemnitz zu sehen.

Hochschulen

Halle: Der unerledigte Gobelin

Inka Schottdorf Vom Werden und Vergehen, 2015 Acryl auf Karton (Tapisseriekarton), 150 x 350 cm © Inka Schottdorf Foto: Joachim Blobel

Bis zum 20. November 2016 präsentiert die Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle in der Burg Galerie im Volkspark zeitgenössische Tapisserien, Jacquardgewebe, Stickereien, Wandmalereien, aber auch textile Plastiken, Videoarbeiten in Auseinandersetzung mit dem Textilen sowie Malerei und Zeichnungen der Klasse Malerei/Textile Künste von Prof. Ulrich Reimkasten. Thematisiert werden dabei drei Schwerpunkte des Lehrprogramms: der Architekturbezug von Kunst, textile und ornamentale Prinzipien und die räumlich-malerische Qualität von Farbe. Zu dieser Ausstellung mit dem Titel "Der unerledigte Gobelin" findet am 18. und 19. November 2016 ein Symposium statt. Es heißt "Perspektiven der textilen Künste" und wird im Volkspark, im Kunstmuseum Moritzburg Halle sowie im Kunstverein ”Talstrasse“ e. V. Halle abgehalten. "Damit zeigen die Organisatoren als Vertreter einer Kunsthochschule mit textilen Fachrichtungen auf, dass neben der Ausstellungstätigkeit auch die theoretische und künstlerische Reflexion und Diskussion ein wichtiges Feld der eigenen Aktivitäten darstellt." www.burg-halle.de

Ausschreibungen

Preis der Darmstädter Sezession

Die Darmstädter Sezession vergibt ihren mit 5.000 Euro dotierten Preis und einen Förderpreis mit 2.500 Euro für Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie und Digitale Bildentwicklung. Thema: „Angstfrei“. Der Titel „bezieht sich auf die derzeitige gesellschaftlich-politische Situation, die ein Gefühl... des Ausgeliefertseins hervorruft, dem sich der Einzelne hilflos gegenüber sieht. Insofern werden auch Arbeiten erwartet, die sich inhaltlich und formal direkt mit der »German Angst« auseinandersetzen...“ Altersgrenze: 40 Jahre. Bewerbungssprache ist deutsch. Deadline: 27. Januar 2017. Es werden nur Online-Anmeldungen akzeptiert unter www.darmstaedtersezession.de

Personalien

Otto Möhwald: Tödlicher Unfall

Otto Möhwald, Maler und Grafiker, kam im Alter von 83 Jahren bei einem Verkehrsunfall in Halle/Saale ums Leben. Zwischen 1956 und 1963 konnte er nur in kunstfremden Berufen arbeiten, weil ihn nach Protesten wegen einer Ausstellung die DDR-Führung schikanierte. Möhwald war ab 1991 Lehrbeauftragter und ab 1995 Malereiprofessor an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein/Halle. Seine Malerei ist sachlich-gegenständlich und konzentrierte sich ikonografisch auf menschenleere Stadtlandschaften, Interieurs und Akte.

Preview

Gladbeck: Spekulativer Realismus

Maik Wolf, »Monrepos Resort House of Plenty 1«, 2016, Ölfarbe auf Leinwand, 220 × 190 cm, Courtesy Galerie Michael Schultz, Berlin.

In der Neuen Galerie im Rathauspark von Gladbeck ist vom 11. November 2016 bis zum 6. Januar 2017 die Ausstellung "Spekulativer Realismus" zu sehen."Diese realistisch-figürliche Ausstellung zeigt fünf außergewöhnliche figurative Positionen, die gewissermaßen das realistische Feld der Gegenwartsmalerei abstecken - mit allen Extremen bis zum Umschlag ins Fantastische, Konstruierte oder gegenständlich Harte. Das Ausstellungskonzept ist lose angelehnt an die aktuellen philosophischen Debatten um einen 'Spekulativen Realismus', der keine gemeinsame systematische Denkrichtung meint, sondern durch einen neuen Stellenwert ontologischer Fragen gekennzeichnet ist." Künstlerliste: Peter Doig – Axel Geis - Malgosia Jankowska - Melora Kuhn - Maik Wolf. www.neue-galerie-gladbeck.de

 

Biennalen

Biennale Venedig: Schweizer Pavillon

Philipp Kaiser, Foto: S. Kallnbach

Philipp Kaiser wurde von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia berufen, den Schweizer Pavillon auf der kommenden Biennale von Venedig (13. Mai bis zum 27. November 2017) zu kuratieren. Kaiser war von 2012 bis 2014 Direktor des Museums Ludwig in Köln. Anschließend ging er wieder nach Los Angeles zurück. Sein Konzept für Venedig rekurriert auf die Geschichte des seit 1952 bestehenden Schweizer Pavillons. Aus Arbeitstitel wählte er „Women of Venice“, und damit liegt der thematische Schwerpunkt zugleich auf dem Leben und Erbe des Bildhauers Alberto Giacometti. Philipp Kaiser lud die Künstler Theresa Hubbard und Alexander Birchler ein, ihre Filminstalltion „Flora“ zu zeigen. Sie beschäftigt sich mit der Künstlerin Flora Mayo, die bis 1929 die Geliebte Giacomettis war – eine Liaison, die in einer Giacometti-Biografie als „problembeladen“ apostrophiert wird. Hubbard und Birchler nähern sich an ihr Leben und an ihre gemeinsame mit Giacometti entstandene Arbeiten in einer fiktiv-dokumentarischen Form an. Auch beim Beitrag der amerikanischen Künstlerin Carol Bove geht es um die persönliche Haltung und die Formensprache von Albert Giacometti. Ihre skulpturalen Konstellationen verweisen auf Giacomettis Abwesenheit im Schweizer Pavillon: er hatte 1956 im französischen Pavillon ausgestellt und 1962 im Hauptgebäude auf Einladung der Biennale-Leitung als Künstler ohne nationale Zugehörigkeit seine Arbeiten gezeigt.

Museen & Institutionen

Antwerpen: Druckerei-Museum wiedereröffnet

Das Museum Plantin-Moretus in Antwerpen befindet sich im Gebäude einer Druckerei, die der Verleger Christoffel Plantin hier 1550 gründete. Die historischen Innenräume mit dem Druckereisaal gelten als UNESCO-Weltkulturerbe; sie zeigen den Zustand wie vor 450 Jahren. Nach viermonatiger Renovierung ist das Museum jetzt wieder öffentlich zugänglich. www.museumplantinmoretus.be

Hochschulen

Köln: Antrittsvorlesung von Prof. hans w. koch

Prof. hans w. koch, Foto: R. Schaeffer

Prof. hans w. koch ist seit dem Sommersemester 2016 Professor für Sound an der KHM-Kunsthochschule für Medien Köln. Am 10. November 2016 hält er seine Antrittsvorlesung als Lecture-Performance „Ohr+Uhr“. „Anhand von Text und Klang“ geht er „verschiedenen Beziehungen zwischen dem Hören und der Wahrnehmung von Zeit nach. Während 'Klangsinn"' mit dem Ohr als Sinnesorgan verbunden ist, lässt sich analog ein Organ für 'Zeitsinn' schwerer lokalisieren, wiewohl ein 'Sinn für Timing' unbestreitbar mit performativer Klangpraxis verknüpft ist. Zudem ticken im hörenden Körper allerlei biologische Uhren, die den Rahmen für die Erschliessung eines temporalen Terrains bilden. Die Verschränkung dieses Terrains mit den 'objets sonores', die es bevölkern, bringt letztendlich die Form hervor, die einen Klang in der Wahrnehmung unterscheidet.“ www.khm.de

Museen & Institutionen

Historisches Museum Frankfurt wird teurer

Kaum ein öffentliches Bauvorhaben wird zum ursprünglich kalkulierten Preis fertiggestellt. Teurer als geplant wird auch der Erweiterungsbau des Historischen Museums Frankfurt: der Museumsdirektor Jan Gerchow musste zu den zunächst veranschlagten 49,55 Mill. Euro noch zusätzliche 3,23 Mill. Euro beantragen, „weil mehrmals neu geplant wurde und Bauzeiten verschoben werden mussten. Aber eben nicht, weil vorher jemand geschlampt hatte, sondern weil die Bauarbeiter aus der Erde unter dem Museum wahre Schätze zutage förderten“, wie die „Frankfurter Neue Presse“ reportierte. Beim Aushub wurden eine Hafenanlage aus der Stauferzeit und karolingische Mauerreste gefunden. So weit es geht, sollen die Funde künftig Teil der Ausstellung sein. Die Inbetriebnahme ist für September 2017 angekündigt.

Museen & Institutionen

Humboldt Forum: inhaltliches Konzept steht

Humboldt Forum, Ansicht von der Nord-West-Seite, © Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum / Architekt: Franco Stella mit FS HUF PG

2002 und 2007 beschloss der Deutsche Bundestag den Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Humboldt Forum mit drei historischen Fassaden und dem Schlüterhof. Wenn der Zeitplan eingehalten wird, könnte die bauliche Rekonstruktion Anfang 2018 beendet sein und Mitte 2019 die Eröffnung stattfinden. Die Gründungsintendanten Neil MacGregor, Hermann Parzinger und Horst Bredekamp stellten unlängst das inhaltliche Konzept für die Nutzung vor: „Hauptakteure sind die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst, die Kulturprojekte Berlin mit dem Stadtmuseum Berlin und die Humboldt-Universität zu Berlin. Insbesondere die außereuropäischen Sammlungen der SPK werden in Verbindung mit den Sammlungen der Museumsinsel neue Wirkung entfalten. Gemeinsam präsentieren sie eine einzigartige Konzentration an Alltagsgegenständen, spirituellen Objekten und Kunstwerken...“ Es gelte, Natur und Kultur, Forschung und Bildung „zusammen zu denken“, denn Wissenschaft soll hier nicht einfach nur illustriert, sondern „in ihrer gestaltenden Kraft verdeutlicht“ werden. www.humboldtforum.com

Aktionen & Projekte

PAS-Performance Art Studies

BBB Johannes Deimling, Performance in Kaunas 2014, Foto: Monika Sobczak

2008 begann der Berliner Performer BBB Johannes Deimling, Performance-Workshops anzubieten. Die Teilnehmer arbeiten 1-2 Wochen intensiv zusammen und führen am Ende des Workshops jeder eine eigene Performance auf. Meistens konzentrieren sich die Veranstaltungen auf ein bestimmtes Thema. Schwerpunktmäßig arbeitet Deimling in Skandinavien, in den baltischen Ländern und anderen europäischen Nachbarstaaten. In diesem Herbst findet nun der 50. Workshop statt: „Als ich das Projekt gegründet habe, habe ich überhaupt nicht gedacht, dass ein Kunst- und Bildungs- Projekt für Performance-Kunst sich so lange halten könnte. Über 900 Teilnehmer aus der ganzen Welt haben inzwischen an den studies teilgenommen“, bilanziert Deimling. Der Jubiläums-Workshop wird vom 4. bis zum 13. November 2016 in Oslo unter dem Motto „Roots in Motion“ durchgeführt und bezieht sich auf das Buch von Nicolas Bourriaud „The Radiant“. www.bbbjohannesdeimling.de

Messen & Märkte

Paris Photo

Im vergangenen Jahr musste die Paris Photo wegen der Terroranschläge vorzeitig schließen. In diesem Jahr feiert die führende Fotomesse Europas (10.-13.11. 2016) ihr 20jähriges Jubiläum: sie ist die erste Messe, die sich seit 1997 ausschließlich auf das Medium der Fotografie spezialisiert hat. Veranstaltungsort ist wieder das Grand Palais (Avenue Winston Churchill). Das Teilnehmerfeld umfasst jedes Jahr 140 bis 150 Galerien und Verleger mit Fotokunst und Fotobüchern sowohl mit einer künstlerischen Ausrichtung als auch mit dokumentarischem Charakter. Veranstalter ist Reed Exhibitions, die in diesem Frühjahr die Filialmesse zur Paris Photo in Los Angeles nach drei Ausgaben eingestellt hatten. Das Umsatzvolumen sei zu gering gewesen, um solch ein Messeprogramm in Kalifornien weiter zu verfolgen, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme. So konzentriert man nun alle Kräfte auf den Erfolg der Muttermesse in der Seine-Metropole. www.parisphoto.com

Messen & Märkte

Art Taipeh

Vom 12. bis 15. Nov. 2015 geht die Art Taipei im Taipei World Trade Center über die Bühne. Taiwans wichtigste Messe für Kunst wird von der Taiwan Art Gallery Association (TAGA) organisiert und blickt auf eine 22jährige Geschichte zurück. TAGA arbeitet in diesem Jahr auf einer JointVenture-Ebene mit der APAGA (Asia-Pacific Art Galleries Alliance) zusammen – so kann man sich besser gegenüber der regionalen Messekonkurrenz in Hongkong und auf dem chinesischen Festland behaupten. Im vergangenen Jahr kamen 47.000 Besucher. www.art-taipei.com

Kulturpolitik

Türkei: Appell an Bundeskanzlerin

„Unter Verweis auf den Ausnahmezustand werden Dutzende Bürgermeister abgesetzt, festgenommen und durch staatliche Zwangsverwalter ersetzt.... das Parlament hat die Immunität der meisten HDP-Abgeordneten aufgehoben, die wichtigsten kurdischen Lokalpolitiker sind in Haft. Das ist, was Erdogan unter 'türkischer Demokratie' versteht“. So beschreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung die aktuelle politische Entwicklung in der Türkei. Anfang November 2016 verhängte ein Gericht in Istanbul auch einen Haftbefehl gegen den Chefredakteur der Zeitung „Cumhuriyet“ und acht seiner Mitarbeiter. Es besteht auch für neutrale Beobachter kein Zweifel: unter der Regierung von Präsident Erdogan entwickelt sich die Türkei derzeit politisch immer mehr in Richtung Diktatur. Deswegen verfassten die Berliner Kultureinrichtungen geschlossen einen Appell an Bundeskanzlerin Merkel. Beteiligt sind u.a. die Akademie der Künste, das Berliner Künstlerprogramm des DAAD, die Berliner Festspielen, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, das Deutsche Theater, die Frankfurter Buchmesse, das HAU-Hebbel am Ufer, der Hauptstadtkulturfonds, das Haus der Kulturen der Welt, das Internationalen Literaturfestival Berlin, das Kulturforum Türkei Deutschland und das Maxim Gorki Theater. In dem Appell wird „mit großem Nachdruck gefordert, sich mit den inhaftierten SchriftstellerInnen, JournalistInnen und Oppositionellen in der Türkei solidarisch zu erklären und sich für ihre Freilassung zu engagieren... In einer beispiellosen Verhaftungswelle von bekannten JournalistInnen, AutorInnen, WissenschaftlerInnen und Oppositionellen in der Türkei werden die Menschenrechte und die Demokratie fundamental angegriffen. Die gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland, die für die Zukunft beider Länder von großer Bedeutung sind, werden einer einzigartigen Belastungsprobe ausgesetzt. So wird die beidseitige kulturelle und gesellschaftliche Aufbauarbeit von Jahrzehnten in wenigen Monaten zerstört. Unsere Solidarität mit den Inhaftierten und Verfolgten werden wir durch Einladungen, gemeinsame künstlerische Projekte und kulturpolitische Debatten programmatisch weiterhin unter Beweis stellen. Wir fordern die Bundesregierung nachdrücklich dazu auf, so zeitnah wie möglich dieser verheerenden Entwicklung in der Türkei mit hohem politischem Druck entgegenzuwirken...“ www.adk.de

Ausschreibungen

Neuer Direktor gesucht

Das Kunstnernes Hus in Oslo sucht zum Frühjahr 2017 einen neuen künstlerischen Direktor. Träger ist eine Stiftung; das Programm besteht in der Förderung zeitgenössischer norwegischer und internationaler Kunst. Das Jobangebot besteht aus einer Fulltime-Stelle mit Vierjahresvertrag. Der Direktor verantwortet das künstlerische Programm, die Finanzen und den Mitarbeiterstab. Wer sich bewirbt, sollte "solide professionelle Erfahrungen" als Kurator vorweisen können und Kenntnisse über die skandinavische Kunstszene besitzen. Bewerbungsschluss ist der 1. Dezember 2016. Infos und Kontakt: www.kunstnerneshus.no

Ausschreibungen

Auslandsausstellungen

Eine Förderung von Auslandsstellungen in Deutschland lebender Künstler durch das Institut für Auslandsbeziehungen. Die Förderung kann in den Bereichen Transport-, Reise- und Mietkosten für technisches Equipment beantragt werden. Gefördert werden in öffentlichen Museen und nicht-kommerziellen Galerien stattfindende Einzel- und Gruppenausstellungen sowie Beteiligungen an international besetzen Ausstellungsprojekten und an internationalen Biennalen. Die nächste Bewerbungsrunde endet am 31. Januar 2017. Infos und Kontakt: Institut für Auslandsbeziehungen, Abteilung Kunst, Ingrid Klenner, Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart, Tel. +49.711.2225-171 klenner@ifa.de, www.ifa.de

Aktionen & Projekte

Kunstpavillon Burgbrohl

Kunstpavillon Burgbrohl

Die Künstlerin Karin Meiner betreut in Burgbrohl-Lützingen (Rheinland) einen Kunstpavillon mit einer „ArtLab-Reihe“ und skizziert das Konzept mirt den Worten: „Der Kunstpavillon ist ein Ort, wo zeitgenössische Kunstkonzepte im ländlichen Raum entwickelt und gezeigt werden. Anliegen ist: Ressourcen des ländlichen Lebens zu entdecken und das Potenzial der zeitgenössischen Kunst auch im ländlichen Raum öffentlich sichtbar zu machen“. Derzeit ist noch die chinesische Künstlerin Yingmai Duan dort „Artist in Residence“. Während ihres fast zwei Monate dauernden Aufenthaltes in Burgbrohl führt sie die Performance-Reihe „Sei mein Gast“ durch: Sie wendet „sich interaktiv an die Menschen vor Ort. Yingmei freut sich die Menschen in Burgbrohl und Umgebung kennen zu lernen und sich mit ihnen zu treffen, entweder bei ihnen Zuhause oder im Kunstpavillon oder irgendwo anders. Die gemeinsamen Erlebnisse werden von Yingmei oder den Gesprächspartnern zusammen in Gemälden, Fotografien oder anderen Medien verarbeitet“. Die solchermaßen entstandenen Kunstwerke werden zum Abschluss des Gastaufenthaltes vom 4. bis zum 6. November 2016 in einer Ausstellung präsentiert. www.kunstpavillonburgbrohl.de

Preise

Bonner Kunstpreis

Anna Lea Hucht, Ohne Titel, 2014, Aquarell auf Papier, 40 x 60,5 cm; Courtesy Meyer Riegger

Anna Lea Hucht gewann den Bonner Kunstpreis 2005. Derzeit stellt sie vom 17. November 2016 bis zum 22. Januar 2017 im Kunstmuseum Bonn aus. „Anna Lea Huchts Zeichnungen und Aquarelle entfalten eine Welt des Skurrilen und des Märchenhaften. Wir blicken in eine Zauberwelt, in der sich Bekanntes und Ungewöhnliches in eigenwilliger Weise verbinden. Vertraut ist dabei das Setting, die Anlage der Räume, die meist von oben wiedergegeben werden. Sie bilden den stabilen Rahmen für allerlei Merkwürdigkeiten – tanzende Derwische, geisterhafte Erscheinungen –, aber auch alltägliche Dinge, die durch ihre Vereinzelung und leichte Form- und Dimensionsverschiebungen eine magische Aufladung erfahren. Irgendein Zauber liegt auf diesen Wunderkammern, so dass man eine Seelenverwandtschaft der Künstlerin mit den Meistern des Surrealismus und des magischen Realismus vermuten könnte...“ www.kunstmuseum-bonn.de

Aktionen & Projekte

Barbara Klemm im Kunstraum Tosterglobe

Eröffnung im Kunstraum Tosterglobe: links Kurator Michael Hübl, rechts Barbara Klemm. Foto: Inge Luttermann

Der Kunstraum Tosterglobe befindet sich in einem ehemaligen Bauernhof inmitten der Landschaft des Elbtales, eine Stunde südöstlich von Hamburg. Dort hat der "Kunstforum"-Autor Michael Hübl eine Ausstellung mit Barbara Klemm kuratiert, die dort noch bis zum 11. Dezember 2016 läuft. Barbara Klemm wurde als Pressefotografin bekannt, die wichtige Momente der Zeitgesachichte mit der Kamera festhielt: den "Bruderkuss" des Sowjetunion-Führers Leonid Breschnew mit dem DDR-Chef Erich Honecker 1979 oder eine Demonstration in Mutlangen gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen 1983 - das war einer der Höhepunkte der Friedensbewegung, aus der damals gerade erst auch die Grünen als Partei hervorgegangen waren. "Immer gelangen Barbara Klemm Aufnahmen , die deshalb besonders aussagekräftig wirken, weil in ihnen die Vielschichtigkeit der Verhältnisse und die Komplexität des Augenblicks sichtbar werden. Das macht die letzthin künstlerische Qualität ihrer Arbeiten aus. Dabei ist die Fotografin, die viereinhalb Jahrzehnte für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig war, nicht nur in ihrer beruflichen Praxis mit großer Zurückhaltung und voller Respekt für die Menschen vorgegangen, die sie aufnahm. Auch ihre fotografischen Mittel hat Klemm mit viel Bedacht und Sorgfalt eingesetzt. Konsequent verzichtet sie auf Farbe und spektakuläre Effekte. Mit jeder Aufnahme bestätigt sie ihren fast schon legendären Satz „Schwarzweiß ist Farbe genug.“ Zu welchen visuellen Differenzierungen sie dabei gelangt, zeigen nicht nur ihre Reportagefotos oder Künstlerporträts, sondern auch ihre Landschaftsbilder, auf die sie sich in den vergangenen Jahren vermehrt konzentriert hat." www.kunstraum-tosterglope.de

Preise

Kulturmarken Award

Dortmunder U, Pressebild

Das Dortmunder U ist „Europäische Kulturmarke des Jahres 2016“. Das die Leuchtreklame mit dem Buchstaben-Logo auf dem Dach der ehemaligen Union-Brauerei ist seit 90 Jahren das Wahrzeichen der Stadt. Als Aktiengesellschaft wurde die Brauerei schon 1873 gegründet; das Hochhaus wurde 1926/1927 gebaut, und 1968 brachte man auf dem Dach ein neun Meter hohes goldenes „U“ an. Bis auf dieses Gebäude wurde die Brauerei 2004 abgerissen. Heute wird der Bau museal genutzt, u.a. hat dort das Museum am Ostwall seinen Sitz. In weiteren Kategorien wurden u.a. auch das Museumsquartier Wien und das Staatl. Museum für Naturkunde Stuttgart mit dem Kulturmarken Award ausgezeichnet. Die Preisträger bekamen eine „Aurica“-Bronzestatue überreicht. Der rumänische Mädchenname bedeutet „Die Goldene“.

Ausschreibungen

Bewerbung zur Kölner Liste

Kölner Liste, Pressebild

Die Ausschreibung für die KÖLNER LISTE 2017 (28.-30.4. 2017) läuft. Galerien, Projekträume und Künstler können sichsich kostenfrei zu bewerben. Der Quadratmeterpreis liegt bei 175 Euro für Erstaussteller, frühere Teilnehmer bekomemn 10 Prozent Rabatt. Parallel zur Art Cologne präsentiert die Satellenmesse zum vierten Mal ein breites Spektrum an zeitgenössischer Kunst zu erschwinglichen Preisen. Diesmal gastiert die KÖLNER LISTE in der XPOST am Gladbacher Wall, am Rande der Innenstadt. Ein Shuttle zwischen den beiden Messen wird eingerichtet. Das Programm umfasst etwa 100 Aussteller; die Initiatoren erwarten über 10.000 Besucher. "Die kuratierte Messe richtet sich vor allem an junge Sammler und Kunstliebhaber, die in den Dialog mit internationalen Künstlern treten möchten und ein einzigartiges Original für die eigenen vier Wände suchen. Neben dem klassischen Publikum der Art Cologne spricht die KÖLNER LISTE neue Zielgruppen an und bietet spezielle Vorträge und Führungen um Freude an zeitgenössischer Kunst zu vermitteln und junge Sammler zu unterstützen. Nach dem Weggang der Art.Fair nach Düsseldorf ist die KÖLNER LISTE 2017 neben der Art Cologne die einzige Kunstmesse in der Domstadt, und im Gegensatz zu dieser hat sie auch am verkaufsstarken Sonntag geöffnet..." Bewerbungen unter www./koelner-liste.org/de

Biennalen

Shanghai Biennale

Power Station of Art, Gebäude der Shanghai Biennale bei Nacht. Foto: Heinz-Norbert Jocks

Das Motto „Why Not Ask Again? - Maneuvers, Disputations & Stories” der diesjährigen Shanghai Biennale ist einem Filmtitel des indischen Regisseurs Ritwik Ghatak entlehnt und bezieht sich gleichzeitig auf die Dreikörperlehre in der Physik (Himmelsmechanik). Dabei handelt es sich um das mathematische Problem, wie eine Vorhersage für den Bahnverlauf dreier Körper unter dem Einfluss ihrer gegenseitigen Anziehung berechnet werden kann. Vom 11.11. 2016 bis zum 12.3. 2017 bietet die Veranstaltung in einem ehemaligen Elektrizitätswerk Künstlern und Publikum Foren zu einem regen Austausch: Existenzielle Fragen, mit denen sich Künstler beschäftigen, seien wie physiologische Druckpunkte, d.h. wie die vitalen Druckpunkte entlang der Meridiane des Körpers, die man in der traditionellen Medizin als entscheidende Punkte für Gesundheit und Erkrankung, für Lust und für Schmerz annimmt. Für die Biennale bedeutet dies in einer parabelhaften Weise, mit künstlerischen Strategien die „Druckpunkte“ am „Körper unserer heutigen Welt“ zu befragen. Als Künstler eingeladen sind u.a. Georges Adéagbo, Moinak Biswas, Lee Mingwei, Yang Zhenzhong, Wang Haichuan, Patty Chang, Sun Yuan und Peng Yu, Tomás Saraceno, SUPERFLEX, Zheng Chongbin sowie Robin Meier. www.shanghaibiennale.org

Personalien

Zum Tod von Raffael Rheinsberg

Raffael Rheinsberg - der "Bewusstseinsarchäologe" und "Wertewandler" - ist tot. Er starb 73-jährig nach schwerer Krankheit am Donnerstag in Forst im Hunsrück, wo er mit der Künstlerin Lilli Engel gelebt hatte. Weltweit hat er zahlreiche Arbeiten in Museen und Privatsammlungen hinterlassen, besonders auch in Schleswig-Holstein, wo seine künstlerische Entwicklung begann. Rheinsberg hatte Ausstellungen in allen Ländern Europas, in Nord- und Südamerika, in Nahost und Asien. Eine seiner frühen Ideen aus Kieler Zeiten war, einst in jeder größeren Stadt der Welt eine Arbeit gemacht zu haben. Das ist ihm nur symbolisch gelungen - allerdings in erstaunlicher Vielfalt und Ausdehnung. Dabei stellt die Liebe zu den gebrauchten Gegenständen eine Konstante in seinem gesamten Werk dar. Rheinsberg, das 1943 im Krieg geborene Arbeiterkind, das als Jugendlicher selbst Arbeiter geworden war, blieb bis heute dem Einfachen verhaftet, vorwiegend den Gegenständen aus der Arbeits- und Alltagswelt. Seine großflächigen Bodenarbeiten mit Feldern säuberlich gelegter hinterlassener Genstände sind zum Markenzeichen geworden. Dabei sind diese scheinbar banalen Ansammlungen Dokumente seines ausgeprägten Beobachtungs- und Assoziationsvermögens.

Museen & Institutionen

München: Two suns in a sunset

Joana Hadjithomas and Khalil Joreige, Equivalences, 1997, part of Archeology of our Gaze, Photographic print on Dibond

Bis zum 12. Februar 2017 bespielt das Künstlerduo Joana Hadjithomas & Khalil Joreige das Münchener „Haus der Kunst“ mit einer Ausstellung, in der sie mit Mitteln des Films und der Fotografie Geschichten erzählen. In der Ausstellung „Two suns in a sunset“ setzen sie fünf Kategorien von Bildern bzw. Werkkomplexen ein: Erstens Bilder von Gewalt und Krieg wie die von Straßenlaternen in Beirut, die durch Explosionen so deformiert sind, dass sie sich in eine Art Lebewesen verwandelt haben ("Archeology of our gaze: Bestiaries", 1997); zweitens ‚latente‘ Bilder, die das Verschwundene sichtbar machen, wie die Schubladen mit nicht entwickelten, analogen Filmrollen des fiktiven Fotografen Abdallah Farah und alle anderen Arbeiten über die Anwesenheit verschwundener Personen; drittens konstruierte Bildfindungen, die ‚den Blick verschieben‘, etwa wenn sie die Aufnahme einer Nachbildung der Rakete aus dem Umfeld der Libanese Rocket Society der frühen 1960er-Jahre mit historischem Dokumentationsmaterial zu einer Rauminstallation verbinden ('The president's Album'); viertens die virtuelle Beziehung zwischen Netzwerken und Internet zum Bild, bei der Nichtmaterielles eine Materialhaftigkeit erhält, wie in 'The Rumour of the World, und schließlich fünftens Bilder, die der Gegenwart mit dem Gegenmittel der Poesie begegnen wie in 'Waiting for the Barbarians', 'Remembering the light' und 'Ismyrna'“. www.hausderkunst.de

Museen & Institutionen

Köln: Hausbesuch

Marwa Arsanios Words as Silence, Language as Rhymes, 2012 Pinchuk Art Center © / Courtesy Marwa Arsanios

Jan Hoet (1936-2014) war der erste Museumsmacher gewesen, der 1986 mit der Ausstellung "Chambres d'amis" 51 Privatwohnungen in Gent für die Präsentation von Musealem aquirierte. Solche Ausstellungen in Privaträumen kannte man zu jener Zeit sonst nur in der DDR und in anderen Ostblockländern, wo Dissidenten-Künstler und Off-Künstler ihre Werke in Wohnzimmerausstellungen zeigten, weil sie vom offiziellen Kunstbetrieb ausgeschlossen waren. Hoet ging damals den umgekehrten Weg, nämlich vom öffentlichen und offiziellen Museum ins Private, wie jetzt in Köln auch der Direktor Yilmaz Dziewior. Unter dem Titel „Hier und Jetzt“ hat Dziewior im Kölner Museum Ludwig eine neue Ausstellungsreihe initiiert, mit der das Museum „die Grundlagen seiner musealen Arbeit sowie konventionelle Formate von Museumsausstellungen neu verhandelt. Dabei gilt es, das Möglichkeitsspektrum der musealen Präsentation von Kunst experimentell zu erweitern und die Institution in verschiedene Richtungen produktiv zu öffnen“.Nach dem Auftakt der Reihe durch Heimo Zobernig wird als zweites Projekt nun unter dem programmatischen Titel Hausbesuch „eine Ausstellung realisiert, die nicht im Museum stattfindet, sondern in Privatwohnungen und -häusern der Stadt“. Eingeladen sind die Künstler Marwa Arsanios, åyr, Neïl Beloufa, Pia Camil, Calla Henkel & Max Pitegoff, Mélanie Matranga, „neue ortsspezifische Arbeiten in Auseinandersetzung mit ausgewählten Wohnräumen zu entwickeln und dort zu zeigen... Die experimentelle Ausstellung fokussiert aktuelle Begriffe von Privatsphäre, Intimität oder Gastfreundschaft in unserer digital vernetzten und nomadischen Gesellschaft. Ebenso werden Konventionen und neue Formen des Wohnens wie auch die Möglichkeiten und Grenzen ihrer Repräsentation unmittelbar überprüft. Durch soziale Medien und die Sharing Economy wird das private Zuhause einerseits zunehmend öffentlich geteilt und exponiert. Andererseits wird das eigene Heim als Rückzugsort von vielen als immer dringlicher erachtet. Doch was passiert, wenn nicht nur das Private öffentlich wird, sondern auch das Öffentliche privat?“ (5. bis 27. Nov. 2017). www.museenkoeln.de

Museen & Institutionen

Lichtkunst in Celle

David Camargo, LuxFero, 2016, interaktive Videoinstallation, Foto: David Camargo

Bis zum 6. März 2916 beleuchtet im direkten Wortsinn die Ausstellung „[p:lux] licht teilen“ die spezielle Verbindung von Lichtkunst und Teilhabe. Initiiert von Medienkünstler Mischa Kuball, Professor an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) und Kuratorin Magdalena Götz entsteht das Projekt als Kooperation zwischen der Kunsthochschule und dem Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon. Eigens für die Ausstellung entwickeln 14 Studierende der KHM Arbeiten, die ein breites Spektrum aktueller Lichtkunst auffächern. Mit kritischen Perspektiven, philosophischen Ansätzen und experimentellen Licht-Ideen setzen sich die jungen Künstlerinnen und Künstler mit unterschiedlichen Facetten von Teilhabe in digitalen, öffentlichen und institutionellen Räumen auseinander.“ Mischa Kuball erhielt im Januar 2016 den Deutschen Lichtkunstpreis der Robert Simon Kunststiftung. www.kunst.celle.de

Biennalen

Manifesta Zürich: 200.000 Besucher

Manifesta 11, Illustrationsfoto zur Pressemeldung

Als die diesjährige Züricher Manifesta ihre Pforten schloss, hatte man fast 200.000 Besucher gezählt. Zufriedenheit herrschte bei den Veranstaltern auch über ihr Mediationsprogramm: 18.000 Menschen nahmen daran teil. An dem 100tägigen Biennale-Programm waren 150 Künstler beteiligt. Und da es auch bei solchen Festivals um Nachhaltigkeit geht, verbleib nach dem letzten Manifesta-Tag der Pavillon of Reflections erst einmal an seinem an seinem angestammten Ort auf dem See beim Bellevue. Das Zurich Film Festival übernahm anschließed hölzernen Bau, der ein Zentrum der hunderttägigen Biennale war. Die Manifesta 12 findet 2018 in Palermo statt.

Aktionen & Projekte

CYNETART Dresden

CYNETART Dresden, Poster, Key Visual: © Lu Yang

Als Festival für computerbasierte Kunst wird die CYNETART in Dresden vom 10. bis zum 16. November 2016 im Festsspielhaus Hellerau ausgerichtet. In diesem Jahr feiert die Veranstaltung ihr 20jähriges Bestehen. Neben der Ars Electronica in Linz und neben dem ZKM Karlsruhe gilt das Dresdener Festival als wichtige Plattform für Medienkunst im deutschsprachigen Raum. Spezifikum ist eine enge mixed-mediale Verbindung von computerbasierter Kunst mit Tanz und Performance. Denn der thematische Schwerpunkt liegt immer auf einem körperlichen Aspekt in Verbindung mit Informationstechnologien. In jährlichem Wechsel findet CYNEART als Programmfestival und als Wettbewerb statt – in diesem Jahr haben auf die Ausschreibung Teilnehmer aus 47 Ländern reagiert. Programm s. www.cynetart.org

Museen & Institutionen

Kindl-Zentrum: mehr Raumnutzung

Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Foto: Jens Ziehe

Zwischen 1926 bis 1930 errichteten die Architekten Hans Claus und Richard Schepke die Berliner Kindl-Brauerei im zeittypischen Backstein-Expressionismus. Seit 2014 präsentieren dort die Sammler im Kesselhaus Kunstinstallationen. Nun steht ihnen hierfür das gesamte Gebäude als Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst zur Verfügung. Kurator für die Programminhalte ist Andreas Fiedler. Das frühere Maschinenhaus bietet auf drei Etagen Platz für großzügige Inszenierungen monografischer und thematischer Ausstellungen. Derzeit werden dort bis zum 19. Februar 2017 eine Einzelausstellung mit 60 Arbeiten von Eberhard Havekost und eine Gruppenausstellung „How Long is Now?“ gezeigt. Bis zum 28. Mai 2017 ist im Kesselhaus die Ausstellung „David Claerbout – Olympia“ zugänglich. Sie bietet eine auf 1.000 Jahre angelegten Real-Zeit-Projektion über den Zerfall des Berliner Olympiastadions. www.kindl-berlin.de

Ausschreibungen

documenta 14: Chormitglieder gesucht

 documenta 14 Summer Intensive, Guillermo Galindo Resonanz Übung, Foto: Liebschuh

In Vorbereitung für die documenta 14 (Arbeitstitel Von Athen lernen) sucht das Organisationsteam "motivierte, enthusiastische und dynamische Chorist_innen., Die Mitglieder des Chors verbinden die Besucher_innen mit der documenta 14. Ihre Aufgabe ist es, auf die Interessen und Bedürfnisse der Besucher_innen einzugehen sowie Dialoge, Diskussionen und Debatten anzustoßen, die sich in der Auseinandersetzung mit den Arbeiten der documenta 14 sowie damit verbundenen soziopolitischen und geografischen Kontexten ergeben. Während der Chor traditionell eher im Theater verortet ist, wo er mit einer gemeinsamen Stimme spricht und agiert, sollen die Besucher_innen der documenta 14 gemeinsam mit den Mitgliedern des Chors einen neuen, vielstimmigen Zugang entwickeln. Bewerber_innen für den Chor sollten offen und freundlich sein, enthusiastisch sehen, zuhören und nachforschen können, gern diskutieren, sich mit anderen austauschen und Konzepte zeitgenössischer künstlerischer Praxis hinterfragen... Die Reise- und Übernachtungskosten während der Bewerbungsgespräche (Kassel: Dezember 12–16, 2016, Athen: Dezember 19–20, 2016), der Schulungs- und Vorbereitungstage; sowie über den Zeitraum der documenta 14 in Kassel oder Athen (je nach Einsatzort) müssen von den Bewerber_innen übernommen werden. Bewerbungen über ein Online-Formular bis zum 5. Dezeber 2016 an: https://documenta14-jobs.jobbase.io/job/fgh91fvt

Museen & Institutionen

Georg Baselitz in Stockholm

Georg Baselitz, Versperrter Maler, 1965 © Georg Baselitz 2016, Foto: Archiv Sammlung Ströher

In den 1960er Jahren schuf Georg Baselitz eine Serie mit "Helden"-Bildern. Sie sind nun vom 10. November 2016 bis zum 19. Februar 2017 im Moderna Museet Stockholm zu sehen. Über die Präsentation dieser Bilder im Frankfurter Städel-Museum schrieb Christian Huther eine Rezension in "Kunstforum international" Bd. 242 (S. 306). Manche dieser Helden wirken wie geschundene Kriegsheimkehrer - es sind die Traumata der Weltkriegsgeneration und die Verdrängung dieser Traumata in der Nachkriegszit der Wirtschaftswunderjahre, die hier anklingen. Insofern sind es keine strahlenden Helden, sondern gebrochene, sie wirken entwurzelt und isoliert. Baselitz deutete einmal an, der Zyklus enthielte insofern biografische Bezüge, weil er sich damals nach der Übersiedlung aus der DDR nach Westberlin auch entwurzelt gefühlt habe, vor allem auch künstlerisch, weil er weiterhin figürlich malte. Dies war in der Zeit der abstrakten Farbfeldmalerei und der Fluxus-Events im Westen eher verpönt - auch die US-Pop Art wurde im deutschen Kunstbetrieb erst ab Ende der 1960er Jahre mit der Sammlung Ludwig in Aachen und Köln bekannt. www.modernamuseet.se

Personalien

Hamburger Kunsthalle: Neuer Direktor

Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr, Foto: Oliver Mark, Copyright Hamburger Kunsthalle

Christoph Martin Vogtherr ist neuer Direktor der Hamburger Kunsthalle. Er promovierte 1996 an der Freien Universität Berlin mit einer Dissertation über die Gründung der Berliner Museen 1797-1835. Vor seiner neuen Aufgabe an der Hamburger Kunsthalle war er an der Wallace Collection tätig, zunächst als Kurator, später als Sammlungsleiter und zuletzt als Direktor (2008-2011). www.hamburger-kunsthalle.de

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