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Hochschulen

Rundgang in Essen

RUNDGANG in Essen, Plakat

Von Freitag, den 11. März 2016, bis zum Sonntag, den 20.März 2016, öffnen die Freie Akademie der bildenden Künste (fadbk) und die Hochschule der bildenden Künste (HBK) Essen ihre Pforten zum jährlichen Rundgang. Studenten und Absolventen bieten einen umfassenden Einblick in ihre Semester- und Examensarbeiten. In den Werkstätten und Malsälen im Gebäude der ehemaligen Zeche Prinz Friedrich in Essen-Kupferdreh und im Atelierhaus KU20 werden Arbeiten aus den Fachgebieten Malerei/Grafik, Fotografie/Medien und Bildhauerei/Plastik gezeigt. www-fadbk.de, www.hbk-essen.de

Preise

Erfurter Stadtgoldschmiedin

Eunmi Chun, Foto: Copyright Stadtverwaltung Erfurt / D. Urban

Eunmi Chun wurde zur Erfurter Stadtgoldschmiedin 2016 ernannt. Das Amt hat symbolischen Charakter und wird alle drei Jahre vergeben. Die Amtszeit geht vom 1. Mai bis zum 31. Juli 2016 besetzt; sie ist neben einer möblierten Gästewohnung und einer Goldschmiedewerkstatt mit einem Stipendium in Höhe von 4.000 Euro dotiert. Eunmi Chun lebt nun für drei Monate in Erfurt. „In ihren Werken stellt sie eine Verbindung zwischen fernöstlich wirkender Feinheit beim Umgang mit Materialien und Verarbeitungstechniken und einem europäisch geprägten Verständnis von Schmuck als freier künstlerischer Form her.“

Ausschreibungen

Kunst am Bau-Wettbewerb

Die kommunale Gesellschaft für Wohnen und Bauen Rüsselsheim  mbH –gewobau – lobt Ende März 2016 einen Kunstwettbewerb zur Gestaltung von Fassaden aus den 1960er Jahren aus. „Dort sollen Kunstwerke entstehen, die in engem Zusammenhang mit der Künstlerin/dem Künstler oder dessen Werk stehen, deren Namen die Straße trägt. Den Auftakt bilden die Standorte Lenbachstraße und Holbeinstraße.“ Teilnahmeberechtigt sind freischaffende Künstlerinnen und Künstler mit einem ständigen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Infos und Termine: www.gewobau-online.de/kunstwettbewerb-malerviertel.html

Ausschreibungen

Polar-Expedition

Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und das Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) schreiben eine mehrmonatige Expeditionsbegleitung für Künstlerinnen und Künstler aus. Auf dem Forschungsschiff bzw. auf der Forschungsstation,auf der es um die Umsetzung eines künstlerischen Konzepts geht, werden freie Kost und Logis bereitgestellt. Das AWI trägt zudem die Kosten der An- und Abreise bis max. 6.000 Euro. Bewerbungen sind bis zum 30. April 2016 zu richten an: Dr. Monica Meyer-Bohlen, Kuratorin Hanse-Wissenschaftskolleg Institute for Advanced Study Lehmkuhlenbusch 4, 27753 Delmenhorst, e-mail: monica.a.m@meyerbohlen.de Telefon +49 (0)441 776552. Infos: www.h-w-k.de

Ausschreibungen

Ebenkoben-Stipendium

Das Ebenkoben-Stipendium ist als Anwesenheitsstipendium ausgeschrieben (mit Anmeldung als zweiter Wohnsitz). Fünf Monate lang arbeiten ein bildender Künstler und fünf Autoren im Künstlerhaus Ebenkoben zusammen. Das Stipendium beträgt 1.200 Euro/mtl. plus Reisekostenerstattung. Bewerbungen für 2017 sind noch bis zum 30. April 2016 möglich. Infos und Kontakt: www.kuenstlerhaus-ebenkoben.de

Ausschreibungen

Licht-Gestalten

Die Künstlergilde Landsberg-Lech-Ammersee lobt den Wettbewerb Licht-Gestalten aus. Anlass ist der 250. Todestag des Baumeisters Dominikus Zimmermann. Bewegte Bilder sind nicht zugelassen. Für zwei- und dreidimensionale Werke sind je 2.000 Euro ausgelobt. Regionale Eingrenzung: Nur Künstler aus Bayern. Deadline: 6. April 2016. Teilnahmegebühr: 10 Euro. Infos und Kontakt: www.kuenstlergilde-landsberg.de

 

Personalien

Leitungswechsel in Ahrenshoop

Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop

Gerlinde Creutzburg leitete seit 1994 das Neue Kunsthaus Ahrenshoop und ist zudem seit 2006 Direktorin des dortigen Künstlerhaus Lukas. Unlängst übernahm das Künstlerehepaar Iris und Reinhard Thürmer die künstlerische Leitung des Neuen Kunsthauses. Gerlinde Creutzburg kümmdrt sich weiterhin als Direktorin des Künstlerhauses Lukas um dessen Stipendienprogramm.

Preise

Stormarn-Stipendium

Verena Schöttmer

Verena Schöttmer darf das Jahresstipendium der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn in der Trittauer Wassermühle antreten. Ihre Installationen, Collagen und Skulpturen bewertete die Jury als „gekonntes Spiel mit Material und Referenzen“.

Aktionen & Projekte

Ars viva in Leipzig

HANNE LIPPARD, Reading for Fans, 2014, Performance, KW Institute for Contemporary Art, Berlin, Bildnachweis: Joanna Szproch, Courtesy: die Künstlerin

Die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig (GfZK) zeigt bis zum 22. Mai 2016 Arbeiten der ars viva-Preisträger 2016 Flaka Haliti, Hanne Lippard, Calla Henkel & Max Pitegoff. Der ars viva-Preis für Bildende Kunst wird vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. seit 1953 jährlich an Nachwuchskünstler vergeben. In der Leipziger Ausstellung fügen die Künstler ihre Arbeiten erstmals zu einem gemeinsamen Parcours zusammen, und und zwar entlang der Themen „Biografie“ und „Zugehörigkeit“. Kuratorin der Ausstellung ist Franciska Zólyom. www.kulturkreis.eu

Ausschreibungen

Neue Aspekte der Landschaftsmalerei

Für den Wettbewerb Neue Aspekte der Landschaftsmalerei um den Kunstpreis der Stiftung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen
kann man sich nich bis zum 15. Mäörz 2016 online registrieren. Ausgelobt sind als Hauptpreis 5.000 Euro, als Förderpreis 2.500 Euro und als Publikumspreis 1.000 Euro. Infos und Online-Anmeldung unter www.ksk-es.de/kunstpreis

Museen & Institutionen

Pariser Pinacothèque geschlossen

Pinacothèque de Paris, Fotoquelle: Wikipedia/Mbzt

Die Pinacothèque de Paris wurde erst 2007 eröffnet – jetzt stellte sie in der vergangenen Woche ihren Betrieb wegen Besuchermangels ein. Vor allem nach dem Terroranschlag am 13. November 2015 gingen die Besucherzahlen drastisch zurück. Betroffen von der Schließung ist auch eine Karl Lagerfeld-Ausstellung, die eigentlich noch einen Monat länger hätte laufen sollen.

Biennalen

9. Berlin Biennale: Kuratorenteam DIS gibt Hauptausstellungsorte bekannt

DIS, kuratorisches Team der 9. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst. Foto: Sabine Reitmaier

Die Auswahl der Ausstellungsräume der 9. Berlin Biennale 2016 ist ein starkes Statement: Durchgangs- und Veranstaltungsräume in der Akademie der Künste am Pariser Platz; die private Hochschule European School of Management and Technology (ESMT) unter den Linden, die im Haus des ehemaligen Staatsrat der DDR untergebracht ist. Laut ihrer Internetseite machte ESMT mit ihrem inhaltlichen Schwerpunkt auf „leadership und gesellschaftliche Verantwortung, europäische Wettbewerbsfähigkeit und Technologiemanagement“ 2014 einen Umsatz von 16,3 Mio. Euro. Ein weiterer Ort wird die private Feuerle Collection in einer ehemaligen Bunkeranlage am Halleschen Ufer 70-72 sein und auch das „hübsche Salon-Schiff“ Blue-Star, wie die Berliner Reederei Riedel das Fahrgastschiff mit 70 Innenplätzen nennt und es als „ideal für Ihre Berlin Rundfahrt“ anpreist. Zugelassen ist es nur für maximal 120 Personen – wie die Biennale das in den Eröffnungstagen regeln wird? Und als stete Konstante der Biennale werden auch heuer natürlich wieder die KUnstwerke (KW Institute for Contemporary Art)  in der Auguststraße bespielt.

Erstmals suchen die Kuratoren also keine leerstehenden Juwelen, die dann anschließend gentrifiziert werden. Im Gegenteil, das New Yorker Kuratorenteam DIS mit den Mitgliedern Lauren Boyle, Solomon Chase, Marco Roso und David Toro wählt die konsequente Affirmation: Orte, die für Karriere, Privatisierung, Freizeitvergnügen stehen. Orte, in denen Kultur und Kommerz in fast höfischer Freude am Repräsentieren zusammenkommen. Damit möchten sie „die Paradoxien greifbar machen, die die Welt im Jahr 2016 zunehmend prägen: das Virtuelle als das Wirkliche, Nationen als Marken, Menschen als Daten, Kultur als Kapital, Wellness als Politik“ – in Orten, die einen Hauch von der „Paradessenz (Paradox + Essenz) unserer Zeit verströmen.“ Der „erste aktive Schauplatz“ ist schon jetzt eröffnet: die website http://bb9.berlinbiennale.de/de/

 

Museen & Institutionen

Ren Rong-Retrospektive in Hagen

REN RONG, „The Genesis - Eisen Installation, Sheng Zheng China, 2000 x 700 x 15 cm, 2014, (c) Ren Rong (Ausschnitt)

Bis zum 15. Mai 2016 zeigt das Osthaus-Museum in Hagen eine Retrosoektive des chinesischen Künstlers Künstlers Ren Rong. Unter den etwa 150 Kunstwerken befinden sich Papierschnitte, Wachsobjekte, Prägedrucke und Skulpturen aus der 30-jährigen Schaffensperiode sowie die neuesten Frottagearbeiten. In diesen Arbeiten „verschmelzen Motive und Techniken aus der jahrhundertealten Volkstradition Chinas mit seriellen und konzeptuellen Prinzipien der Gegenwartskunst zu einer fruchtbaren Synthese.“ Die zweitausend Jahre alte Tradition der chinesischen Schriftzeichen sowie die Tradition der Rollbilder und Siegelschnitte klingen in Ren Rongs Gestalt des „Pflanzenmenschen“ an. www.osthausmuseum.de

Museen & Institutionen

Polke-Druckgrafik

SIGMAR POLKE, Zollstockpalme, aus ...Höhere Wesen befehlen, 1968 Offsetdruck in Schwarz auf beigem Kunstdruckpapier nach einer Fotografie von Sigmar Polke und Chris Kohlhöfer, Sammlung Deutsche Bank im Städel Museum, Städel Museum, Frankfurt am Main, © The Estate of Sigmar Polke, Cologne / VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Städel Museum – ARTOTHEK

Vom 2. März bis zum 22. Mai 2016 präsentiert das Städel Museum Frankfurt eine Auswahl der frühen Druckgrafik Sigmar Polkes (1941–2010). Für seine druckgrafischen Werke aus den Jahren 1967 bis 1979 wählte er vorzugsweise mit Offset- oder Siebdruckverfahren handwerklich weniger anspruchsvolle und künstlerisch eher triviale Techniken, die aber seinem Interessen an der Alltags- und Massenkultur entsprachen. Auf diese Weise verbreitete er „scheinbar zufällige, irritierende Kommentare zu Kunst und Gesellschaft“. www.staedelmuseum.de

Aktionen & Projekte

IntraRegionale

ATELIER LANDART, Reuse, Poggenhagen 2013

Hannover, Barsinghausen, Burgwedel, Langenhagen, Lehrte, Neustadt, Ronnenberg Springe, Wedemark und Wunstorf sind von Juni bis September 2016 Schauplatz der IntraRegionale mit land Art-Projekten. Für die Verwirklichung dieses Projektes mit temporären Installationen haben sich zehn Kunstvereine und eine städtische Galerie zusammengeschlossen. Eröffnet wird die IntraRegionale 2016 mit einer gemeinschaftlich ausgerichteten Vernissage aller elf beteiligten Kunstvereine am 12. Juni 2016. nächsten Jahres. Mit der Vernetzung der beteiligten Orte soll auch „eine Stärkung der Kultur in der Region“ rund um Hannover erreicht werden. Projektleiter ist Frank Nordiek vom Projekt LandArt. Im zweiten Juryverfahren werden aus 33 Entwürfen im März 20916 schließlich elf Beiträge zur Realisierung ausgewählt. www.intraregionale.org

Museen & Institutionen

Leverkusen: Interieur

MIRIAM BÄCKSTRÖM, Museums, Collections and Reconstructions, IKEA corporate museum, “IKEA throughout the Ages”, Älmhult, Sweden, 1999, 1999; Cibachrom auf Glas, 50 x 65 cm Courtesy Miriam Bäckström und Nils Stærk, Kopenhagen; © VG Bild-Kunst, Bonn 2016 (Ausschnitt)

Bis zum 24. April 20165 zeigt das Museum Schloss Morsbroich Leverkusen die Ausstellung „Aufschlussreiche Räume. Interieur als Porträt. „Die beteiligten Künstler setzen den Innenraum als indirektes Porträt ins Bild. Sie präsentieren uns nicht die Bewohner, sondern nur deren Wohnungen, anstelle eines Porträts ein Interieur. Und obwohl wir die Person selbst nicht sehen, können wir doch unsere Schlüsse ziehen: Teppiche, Vorhänge und Tapeten, Möbel und Dekor sind einer bestimmten Zeit, einem Kulturkreis und einem sozialen Milieu zuzuordnen.“ Künstlerliste: von Richard Artschwager, Miriam Backström, Anna & Bernhard Blume, Shannon Bool, Romain Cadilhon, Simone Demandt, Robert Haiss, Roy Lichtenstein, Mark Manders, Carlo Mollino, Claus Richter, Ralph Schulz, Andreas Schulze, Ene-Liis Semper, Matthias Weischer und Andrea Zittel. www.museum-morsbroich.de

Museen & Institutionen

München: Karel Appel in der Pinakothek der Moderne

KAREL APPEL, Ohne Titel, 1947 Gouache und Tusche auf Papier, Copyright: K. Appel Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Werke auf Papier von Karel Appel präsentiert die Staatl. Graphische Sammlung in der Münchener Pinakothek der Moderne bis zum 17. April 2016. In Deutschland war das Werk von Appel schon lange nicht mehr in einer Retrospektive. Zuletzt gab es 1990 in Köln eine Gesamtschau, Skulpturen des Künstlers wurden 1999 in Karlsruhe und Bremen ausgestellt. Die aus dem Nachlass des Künstlers zusammengestellte Retrospektive in der Staatlichen Graphischen Sammlung München war zuerst im Centre Pompidou in Paris zu sehen. Sie bietet nun in der Pinakothek der Moderne den ersten umfassenden Überblick über die Arbeit auf Papier seit Appels Tod im Jahr 2006. www.pinakothek.de

Personalien

Direktorenwechsel in Wien

ANGELIKA FITZ, Foto; Copyright Pez Hejduk

Angelika Fitz übernimmt die Direktion des Architekturzentrums Wien. Sie ist Nachfolgerin von Dietmar Steiner, der das Architekturzentrum Wien 1993 gründete und bis heute leitete.

Messen & Märkte

Fokus: African Perspectives bei der New Yorker Armory Show

Yvette Mutumba (l.) und Julia Grosse (r.), Gründerinnen von C&, Photo: Benjamin Renter

Julia Grosse und Yvette Mutumba, Gründerinnen des ifa-Onlinemagazins, Contemporary And (C&), sind die Kuratorinnen des diesjährigen Fokus: African Perspectives bei der New Yorker Armory Show (3.-6. März 2016). Das Onlinemagazin bietet  internationaler Kunst "aus afrikanischen Perspektiven" eine Plattform. Grosse und Mutumba sind die ersten weiblichen Kuratorinnen, die eine Ausgabe des Armory Focus gestalten. In den vergangenen Jahren waren Regionen wie China oder der MENAM-Raum im Blickpunkt der dieser Messe.  In 14 Galerien werden in diesem Jahr "eine Reihe sorgfältig ausgewählter Einzelausstellungen gezeigt, außerdem haben Grosse und Mutumba acht KünstlerInnen – vom Klangkünstler Emeka Ogboh bis zur Fotografin Lebohang Kganye – eingeladen, eine ihrer Arbeiten an ausgesuchten Orten der Messe zu präsentieren. Zur 'Armory Show Commissioned Artist 2016' haben die beiden Kuratorinnen die in Paris lebende Künstlerin Kapwani Kiwanga ernannt: Sie wird eigens für diese Messe eine neue Arbeit sowie eine exklusive Benefit Edition produzieren. Ein Highlight des Symposiums des diesjährigen Focus ist das Panel am 3. März, welches die international gefeierten Stars der zeitgenössischen Kunst El Anatsuiund Sam Nhlengethwa auf einem Podium zusammen bringt und von der Direktorin des CCA Lagos, Bisi Silva moderiert wird." www.thearmoryshow.com

Personalien

Künstler wegen Beleidigung verurteilt

David Černý, Fotoquelle: Wikipedia / Jindřich Nosek

David Černý wurde 1991 bekannt, als er einen Sowjet-Panzer rosa anstrich. Jetzt machte der tschechische Künstler erneut Schlagzeilen: ein Gericht verurteilte ihn zu einer Schadensersatz-Strafe von 4.000 Euro, weil er in einer Fernsehsendung den früheren Direktor der Prager Nationalgalerie Milan Knizak beleidigt hatte.

Messen & Märkte

Art Paris Art Fair

Vom 31. März bis zum 3. April 2016 findet im Grand Palais die Art Paris Art Fair als Frühlingsmesse für moderne und zeitgenössische Kunst statt. Mehr als 145 Galerien präsentieren „alle Formen des künstlerischen Ausdrucks und des Designs … von der Nachkriegszeit bis hin zur Gegenwart. Die Solo Show Ausstellungen vertiefen das Werk einzelner Künstler, während der Sektor Promises junge Galerien und aufstrebende Talente unterstützt....“ 2016 ist im Kontext des Frankreich-Korea Jahres Südkorea Ehrengast dieser Messe. www.artparis.com

Museen & Institutionen

Gerhard Richter protestiert gegen Leverkusener Sparpolitik

GERHARD RICHTER, Fotoquelle: Wikipedia/Raimond Spekking

Mit klaren Worten protestierte der Maler Gerhard Richter in einem Offenen Brief an den Leverkusener Oberbürgermeister Uwe Richrath gegen Schließungsvorschläge von Wirtschaftsprüfern – betroffen davon ist u.a. das Museum Schloss Morsbroich: „Dieser Vorschlag ist erschreckend!... Das Museum Morsbroich ist eine hoch angesehene Institution. Seine vorbildliche Arbeit wird weit über die Grenzen des Landes hinaus wahrgenommen und geschätzt. Eine öffentliche Sammlung ist keine Geldanlage, die je nach Kassenlage geplündert werden kann. Sie ist ein Stück Kunstgeschichte und repräsentiert das Gedächtnis ihrer Träger.“ 2009 stellte Gerhard Richter seine übermalten Fotografien dort aus. Von einer Schließung und einem möglichen Verkauf der Sammlung wäre auch er persönlich betroffen: „Von meiner Hand befinden sich zwei wichtige Gemälde und zahlreiche Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken im Haus. Sie wurden von mir oder von anderen dem Museum überlassen, weil wir davon ausgegangen sind, dass auch in Leverkusen Museumsbesitz als Erbe und Gedächtnis einer Kommune geschützt ist. Es gibt verbindliche internationale Konventionen, die die Bürger vor solchen Übergriffen bewahren sollen.“ Der Hintergrund:eine Überprüfung der Gemeindefinanzen habe ergeben, dass die Stadt Leverkusen seit über zehn Jahren im Kulturbereich über ihre Verhältnisse gelebt habe. Daher soll nun jährlich eine Million Euro eingespart werden, meldete die Leverkusener Ausgabe des „Kölner Anzeiger“. Auf neudeutsch heißt das: der kommunale Kulturbetrieb StadtLev müsse seine „Optimierungspotenziale“ besser ausschöpfen, um die „Konsolidierungsziele“ zu erreichen. Lokale Insider befürchten nun eine mögliche Schließung des Museums Schloss Morsbroich, denn dadurch könne man in der Chemiestadt auf einen Schlag 780.000 Euro einsparen und damit die Sparauflagen um mehr als drei Viertel erfüllen. 400.000 Euro an weiteren Einsparungen erhoffen sich die Prüfer, wenn bei der örtlichen Musikschule festangestellte Musiklehrer durch billige Honorarkräfte ersetzt würden. Ganz geheuer ist den Prüfern ihre Vorschlagsliste freilich nicht, denn vorsorglich notierten sie schon mal: „Es ist davon auszugehen, dass eine Schließung des Museums von Protesten begleitet sein wird“. Die Verwaltung soll nun bis zum 27. Juni 29016 konkrete Vorschläge für die Sparmaßnahmen erarbeiten.

Biennalen

Glasgow International

GLASGOW INTERNATIONAL, Illustration zur Programm-Ankündigung, Abb. von der Internetseite

Glasgow International (8.-25.4. 2016) wird zwar seit 2005 jedes Jahr ausgerichtet und ist mithin keine echte Biennale oder Triennale, aber als Festival genauso wie eine solche konzipiert. Zeitgenössische bildende Kunst mit Beiträgen internationaler Künstler und Vertretern einer regionalen Avantgarde macht das Programm aus. Es umfasst ein „Director’s program“ mit Künstlern, die von der Direktorin Sarah McCrory eingeladen werden, außerdem ein „Wider program“ an verschiedenen lokalen Kunstorten wie den Glasgow Sculpture studios oder der Glasgow School of Art und weitere Solo- und Gruppenpräsentationen unter dem Label „Mega Hammer“ (präsentiert von Marvin Gaye Chetwynd und Jedrzej Chichosz). Insgesamt umfasst das Festival-Programm 36 Solo-Shows und 40 Gruppenausstellungen mit 200 Künstlern. Mit der Ausrichtung dieses Kunstfestivals ist auch die Verleihung des Open Glasgow Bursary Award an eine aufstrebende lokale Künstlerpersönlichkeit verbunden; 2016 kommt Georgia Horgan in den Genuss dieses Preises. www.glasgowinternational.org

Museen & Institutionen

Electric Spring im Museumsquartier Wien

Maja Osojnik, Copyright: Rania Moslam

Crack Ignaz+Wandl, Maja Osojnik & Patrick Wurzwallner aka Zsamm, Sixtus Preiss, Kœnig oder Infinite Pal zählen zu den Highlights des Musikfestivals „Electric Spring“  im Wien. Das Festival findet am 8. und 9. April 2016  in Kooperation mit der Stadt Wien und der Ausstellung „The Promise of Total Automation“ in der Kunsthalle Wien statt. Katharina Seidler ist Kuratorin. Der Schwerpunkt liegt diesmal "auf Spielarten elektronischer Musik zwischen Pop, Clubdancefloor, Noise und Avantgarde... Auftakt an beiden Tagen sind Konzerte im MQ Haupthof, der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei". www.mqw.at

Preview

Tony Cragg-Retrospektive

Tony Cragg, Plastik, Runner I, Plastik, 1985, Foto: Courtesy Marian Goodman, Copyright: VG BildKunst Bonn 2016

Das Wuppertaler Von der Heydt-Museum widmet dem Bildhauer Tony Cragg (geb. 1949) die erste umfassende Retrospektive. Die Ausstellung gibt auf allen drei Etagen einen Überblick über das gesamte Schaffen, von Craggs Studienzeit bis zu aktuellen Werken aus dem Jahr 2015. Der Künstler zeigt Skulpturen, Zeichnungen und Druckgrafiken. Bereits 1999 hatte das Von der Heydt-Museum Tony Cragg eine kleinere Einzelschau gewidmet. In den jetzigen Themenräumen entfaltet sich die vielseitige Entwicklung des Bildhauers, in denen die Materialvielfalt (u.a. Plastik, Glas, Fotografie, Druckgrafik, Zeichnung, Aquarell, Bronze, Gips, Edelstahl) eine große Rolle spielt. Ein weiteres Thema sind die Werkgruppen, die die Beziehung von natürlichen und künstlichen Formen und Strukturen untersuchen (u.a. Stapelarbeiten, Vessels and Cells, Early Forms, Rational Beings oder auch die früheren Wandarbeiten aus Plastik). Seit den 1970er Jahren lebt und arbeitet Cragg in Wuppertal. Parallel zur Ausstellung sind große Außenskulpturen im Skulpturenpark Waldfrieden, den Cragg  2008 eröffnete, zu sehen. Ab 19. April 2016. www.von-der-heydt-museum.de

Messen & Märkte

Art Karlsruhe

ART KARLSRUHE 2016, Foto: Jürgen Rösner / KMK

50.000 Besucher zählte man auf der diesjährigen Art Karlsruhe – damit hat die badische Kunstmesse hinsichtlich der verkauften Tickets mit der Art Cologne annähernd gleichgezogen. Zwar zeigten sich die meisten Aussteller mit ihren Verkäufen zufrieden, doch die „Stuttgarter Zeitung“ rezensierte die Messe mit kritischen Untertönen: „Auch in diesem Jahr sieht man, wie schwer es ist, die Balance zu finden zwischen erschwinglicher Kunst für eine breite Klientel und Einsteiger – und hoher Qualität.“ So hätten denn „eher harmlose Arbeiten“ die Schau dominiert. www.messe-karlsruhe.de

Messen & Märkte

Messen in Hongkong

ART BASEL HONGKONG 2015, Copyright: Art Basel

Vom 24. bis 27. März 2016 richten die Gründer der Art Hongkong dort nun eine neue Kunstmesse aus, die Art Central Hongkong. Sie findet zeitgleich zur Art Basel Hongkong statt. Das Programm der Art Central umfasst 90 Galerien aus Asien und Übersee mit etablierten und aufstrebenden Künstlern. Es soll vor allem „neue Käufer“ und Sammler ansprechen und ist in die beiden Sektoren „Central“ und „Rise“ aufgeteilt. Ein dritter Sektor „Projects“ ist Großskulpturen und Installationen vorbehalten. Die Art Basel Hongkong hingegen ist mit etwa 180 Teilnehmern doppelt so groß und hat ihr Programm in sechs Abteilungen aufgefächert: unter „Galleries“ findet man Aussteller mit moderner und zeitgenössischer Kunst. „Insights“ beschränkt sich auf Galerien aus Asien; „Discoveries“ ist für die nachwachsende junge Künstlergeneration reserviert und „Encounters“ für großformatige dreidimensionale Arbeiten. Zwei weitere Bereiche für Filme und Magazine runden den Hallenplan ab. www.artbasel.com, www.artcentralhongkong.com

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Alberto Burri in Düsseldorf

Alberto Burri, Rosso plastica (Rotes Plastik), 1962, Plastik (PVC), Acryl und Verbrennungen auf schwarzem Stoff, 65 x 100 cm, Privatsammlung, © Fondazione Palazzo Albizzini Collezione Burri, Città di Castello/ VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Als Kooperation mit der Solomon R. Guggenheim Foundation New York zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf ab dem 5. März (bis 3. Juli 2016) die umfangreiche Retrospektive "Alberto Burri. Das Trauma der Malerei." Die rund 70 Arbeiten sind nach der Präsentation in New York als einzige europäische Station im K21 zu sehen. Burri (1915-1995) fügte in seine Bilder einfache Materialien wie Eisen, Jute oder Plastik ein und zählt damit zu den Pionieren der italiensichen Arte povera in den 1960er Jahren. www.kunstsammlung.de

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Buthe-Retrospektive

Michael Buthe, Sonnentraum, 1976

Das S.M.A.K. in Gent zeigt eine Retrospektive des Kölner Künstlers Michael Buthe (1944-1994). Er war bereits in Ausstellungen wie "When Attitudes become Form" (1969) und auf der  documenta V (1972) vertreten und wandte sich in dieser Zeit nicht-europäischen Kulturen zu, vor allem aus Marokko, wo er sich immer wieder längere Zirt aufhielt. "Seine künstlerische Praxis war eine bildhafte, jedoch subversiv gemeinte Antwort auf das Verschwinden der Spiritualität und des Mythos in der westlichen Welt." Die Genter Ausstellung ist um die einzigen zwei vollständig überlieferten Installationen gruppiert, die von einer Auswahl einiger Schüsselwerke begleitet sind. www.smak.be

Aktionen & Projekte

Kunst im Regierungsbunker

Baumgärtel/Klemm, Exponat aus der Ausstellung

In den Zeiten der Bonner Republik gab es einige Kilometer von der Bundesstadt entfernt einen geheimen Regierungsbunker unterhalb eines Weinbergs an der Ahr - die Stollen waren so tief in die Erde gegraben, dass die Bundesregierung dort auch einen Atomangriff hätte überstehen können. Fast 40 Jahre lang blieb dieser Atombunker vor der Außenwelt verborgen - unter strengster Geheimhaltung spielten Mitglieder eines Krisenstabs hier sogar zwölf Mal manöverhaft das Szenario eines Dritten Weltkriegs durch. Mit der deutschen Wiedervereinigung wurde der Bunker überflüssig; von dem einstmals 17 km langen Stollen ist heute nur noch ein 203 langes Teilstück erhalten. Hier dürfen nun die beiden Künstler Thomas Baumgärtel und Harald Klemm vom 5. März bis zum 1. Mai 2016 ausstellen. Beide setzen sich in Einzelwerken und Gemeinschaftsarbeiten seit Jahren mit der jüngeren deutschen Geschichte, speziell mit der deutschen Teilung von 1945 bis 1990 auseinander.

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Gutes böses Geld

Marinus van Reymerswaele, Die Steuereintreiber, ca. 1590, Öl auf Holz, 100 x 76 cm, Museum Stibbert Florenz

Vom 5. März bis zum 19. Juni 2016 zeigt die Staatl. Kunsthalle Baden-Baden die Ausstellung "Gutes böses Geld. Eine Bildgeschichte der Ökonomie". Einer der Kooperationspartner ist sinnigerweise das Casino Baden-Baden, denn die Künstler stellen in manchen ihrer Beiträge auch, "wie auf den Märkten heute um Geld gespielt wird" - sich auf Warentermin- oder Devisentermingeschäfte einzulassen hat eher den Charakter einer Wette, und seit die einst soliden Bankiers zu verzockten Bankern mutiert sind, leidet die Geldbranche unter ihrem schlechten Ruf. Seit 2.600 Jahren gibt es Zahlungsmittel mit Muscheln, Perlen oder Münzen, die den Naturalientausch ablösten. Dennoch herrsche bis heute keine Einigkeit darüber, was Geld eigentlich ist: "Große Teile der modernen Wirtschaftswissenschaft verbinden mit Geld als Zahlungsmittel ein rein neutrales und objektives Konzept. Demgegenüber steht die Annahme, dass Geld ausschließlich innerhalb historischer und sozialer Kontexte existiert und daher nicht ahistorisch zu betrachten ist... Die Darstellung von Geld unterliegt über die Zeiträume hinweg einem beachtlichen Wandel. Dominieren beispielsweise in einem Jahrhundert die positiven, emanzipatorischen Effekte von Geld, werden in einem anderen Jahrhundert die Versuchungen von Reichtum angeprangert. Die Zuschreibungen changieren zwischen gut, böse und den vielen Graubereichen dazwischen. So verbildlicht ein Sieneser Bild aus dem Jahr 1264, als sehr frühes Zeugnis...  Mitte des 20. Jahrhunderts markiert Andy Warhol mit seiner Darstellung „40 Two Dollar Bills“ eine Zäsur in der Bildgeschichte des Geldes und konzentriert sich dabei auf die formale Erscheinung und die Materialität von Geld. Hanne Darboven verweist mit ihren fast unendlichen Kassenbucheinträgen auf die komplexen Mechanismen und die Absurdität des buchhalterischen Finanzwesens..." Nur eine Konstante gibt es über alle Epochen hinweg: Steuereintreiber waren vor 500 Jahren gewiss genauso unbeliebt wie heute. Neben dem Casini ist auch das Stadtmuseum ein weiterer Ausstellungsort. www.kunsthalle-baden-baden.de

Preview

Olaf Nicolai: 7 Postkarten für Innsbruck

Arbeitsfoto Werkstatt Olaf Nicolai, 2016 Courtesy Olaf Nicolai und Galerie Eigen+Art, Leipzig/Berlin © 2016 Olaf Nicolai und Bildrecht, Wien

Die Galerie im Taxispalais Innsbruck präsentiert vom 19. März bis zum 29. Mai 2016  die erste österreichische Einzelausstellung von Olaf Nicolai. "Er entwickelt vielfältige interdisziplinäre Projekte, die elementare Erfahrungen von Raum, Zeit und Körperlichkeit hinterfragen. Dabei durchkreuzt er immer wieder mediale Formate quer zu deren funktionaler Bestimmung und entwickelt vielschichtige und unerwartete Bezüge. Sei es ein Science-Fiction-Roman, ein Musikstück oder Prozesse des Industriehandwerks: Nicolai handelt als Mittler zwischen gegebenem Raum und Ideenformen, um soziales Verhalten an der Schnittstelle zu historischen Umständen zu betrachten." Die Ausstellung mit dem Titel "7 Postkarten für Innsbruck" zeigt neue Werke des Künstlers "und bringt diese in Bezug zu wichtigen Motiven seiner künstlerischen Arbeit. So wird die Bedeutung der Interpretation als Bestandteil der künstlerischen Produktion in verschiedenen Konstellationen erfahrbar".  In der mehrteiligen Arbeit 7 Postkarten für Innsbruck "werden innere Formationen und Strukturen von Steinen zum Ausgangspunkt für die Frage, wie sich Nachrichten übermitteln. Er bezieht sich darin ebenso auf die visuelle Kultur des Geologischen wie auf das historische Gebäude der Galerie im Taxispalais, das früher als Poststation diente." Olaf Nicolai wurde 2015 im Deutschen Pavillon und in der von Okwui Enwezor kuratierten Ausstellung All the World’s Futures auf der 56. Biennale von Venedig präsentiert. Zu seinen Werken im öffentlichen Raum zählt seit 2014 das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz auf dem Ballhausplatz in Wien. www.galerieimtaxispalais.at

Museen & Institutionen

Zeppelin Museum: Jubiläum

MARIELE NEUDECKER, Over and Over, Again and Again, Detail, 2004

Das 1996 in Friedrichshafen gegründete Zeppelin Museum feiert in diesem Jahr sein 20jähriges Bestehen. Das Museum verfügt über eine Sammlung zur Geschichte der Luftfahrt und über süddeutsche Künstler vom  Mittelalter bis zur Gegenwart. Im Jubiläumsjahr bestreitet die Künstlerin Mariele Neudecker dort bis zum 3. April 2016 die Ausstellung „Some Things Happen All at Once“. Mit Soundinstallationen, Videodokumentationen, Skulpturen, Fotografien und künstlichen Nachinszenierungen setzt sie sich mit dem Kunstbegriff der Romantik auseinander. Es folgt ab dem 29. April 2016 die interdisziplinäre Ausstellung „Möglichkeit Mensch. Körper | Sphären | Apparaturen“. www.zeppelin-museum.de

Museen & Institutionen

Kunsthalle Marcel Duchamp

KUNSTHALLE MARCEL DUCHAMP am Kunstmuseum Wolfsburg, Foto: Christian Burkert

Auf dem Hollerplatz am Kunstmuseum Wolfsburg wurde unlängst die Kunsthalle Marcel Duchamp in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um eine Modellarchitektur der Künstler Caroline Bachmann und Stefan Banz mit dem Volumen eines viertel Kubikmeters. Sie bietet Einblicke in das Werk der Künstler Meret Oppenheim, Sonja Alhäuser, Vik Muniz, Robert Gober, Marcel Duchamp, Ed Ruscha, Dieter Roth und Also Walker.

Aktionen & Projekte

Köln: ArchivKomplex

MISCHA KUBALL, verhüllte künstlerische Arbeit für ArchivKomplex an der Baugrube Waidmarkt, Köln (ehem. Standort Historisches Archiv), Foto: Courtesy ArchivKomplex, Copyright: Archiv Mischa Kuball, Düsseldorf  

Am 3. März 2009 stürzte das Historische Archiv an der Kölner Severinstraße ein; zwei Menschen kamen dabei zu Tode. Man vermutete einen Zusammenhang mit dem U-Bahn-Bau; die Ermittler stießen auf gefälschte Bauprotokolle und auf Hinweise für die Unterschlagung von Moniereisen, die wahrscheinlich in den Schrotthandel verschoben wurden. Doch auch nach sieben Jahren ist die genaue Ursache für den Einsturz noch nicht aufgeklärt. Taucher versuchen noch immer in der 40 Meter tiefen Baugrube nach konkreten Indizien zu forschen. Mit der endgültigen Inbetriebnahme der U-Bahn über die gesamte Strecke ist nicht vor 2023 zu rechnen. Die Künstlerinitiative ArchivKomplex führt seit Jahren an der Baugrube Gedenkveranstaltungen durch und macht Vorschläge für die architektonische und städtebauliche Neuordnung des Häuserblocks nach Abschluss der Ermittlungen spätestens bis 2019, weil dann die Verjährung droht. Bei der jüngsten Gedenkveranstaltung am 3. März 2016 führt ArchivKomplex nach den Schweigeminuten eine Kunstaktion durch, bei der der Konzeptkünstler Mischa Kuball eine von ihm zur Markierung des Ortes entwickelte Arbeit enthüllt und der Stadt köln zum Geschenk macht.

Aktionen & Projekte

Kunst in der U-Bahn

U-Bahn-Station Schadowstr., Düsseldorf, Foto: Jörg Hempel, Quelle: Bureau N

Alle sechs Stationen der neuen Düsseldorfer U-Bahnstrecke „Werhahn-Linie“ wurden von Künstlern gestaltet. Die 3,4 km lange Strecke führt von der S-Bahnstation Wehrhahn zum südlichen Stadtteil Bilk. Studenten der Düsseldorfer Kunstakademie entwarfen die Motive der neuen U-Bahnstationen, die nun auf sechs Straßenbahnen abgebildet werden. Für die künstlerische Gestaltung der Bahnhöfe selbst hat die Stadt 3 Mill. Euro ausgegeben. Innerhalb der Station Graf-Adolf-Platz hat Manuel Franke hunderte von grünen Glasplatten so arrangiert, dass die grüne Farbe zu zerfließen scheint und grau-bräunliche Muster sichtbar werden. An der Pempelforter Straße hat Heike Klussmann ihr Konzept „Raumtiefe“ mit der dreidimensionalen Wirkung von Raumgeometrien umgesetzt. Die Station Schadowstraße durfte Ursula Damm mit medienkünstlerisch gestalten: Eine Videokamera in der Schadowstraße hält das Geschehen vor der U-Bahn-Station fest und projiziert es abstrahiert auf eine LED-Fläche. In veränderter Form nehmen auch die blauen Glaswände neben der Rolltreppe die Konzeptidee auf mit Visualisierung einer Luftaufnahme Düsseldorfs. Am nächsten Halt an der Heinrich Heine-Allee hat Ralf Brög die architektonischen Schnitträume mit Klangräumen überlagert. Die Station Benrather Straße bestückteThomas Stricker mit Himmelsmotiven. Am Kirchplatz trifft man auf Schriftspuren von Enne Haehnle.

Galerien & Auktionshäuser

Aachener Galeristin Marie-Helène von der Milve ist gestorben

Galeristin Marie-Helène von der Milve, 22.1.2016. Foto: Andreas Herrmann

Die Aachener Galeristin Marie-Helène von der Milve ist gestorben. Dies ist ein großer Verlust, denn sie war als unabhängiger, unbestechlicher Geist stets auf der Suche nach neuen progressiven Tendenzen, experimentellen Formen und feinen, skriptural-zeichnerischen Äußerungen aktueller Kunst. Dadurch hat sie manche Künstler sehr früh entdeckt und ihnen eines der ersten Foren bereitet, so etwa für Heike Kati Barath oder Yukako Ando. Beide beweisen von der Milves Qualitätsgefühl und sensibles Gespür speziell für solche Begabungen, die à la Fluxus Hintergründiges und Welthaltiges hinter Witz oder Maske verstecken. Sie hat ihre Künstler in ihrer über 25 jährigen Galerietätigkeit treu begleitet und war für nicht wenige ein wichtiges Sprungbrett. Aus der Papierstadt Düren stammend, galt ihr Faible insbesondere auch den Zeichnerinnen, wie etwa Nanne Meyer, Heike Weber und Suse Wiegand.

In Aachen war von der Milve eine Institution. Nach kurzer Galerietätigkeit in Düren eröffnete sie in einem typischen schmalen Zweifensterhaus im Zentrum Aachens ihre „Kunstruhe“, in welcher es kunstvolle Sense- und Nonsense-Dinge zu erstehen gab. Nachdem dieser Shop bereits zu einem gesellschaftlichen Zentrum herangewachsen war, setzte sie ab 1988, ermuntert von Rune Mields, dann als Galeristin einen ansonsten längst ausgestorbenen unkonventionellen, warmherzigen Umgang mit Künstlern und Kunden fort. Das Merkantile verschwand bis zuletzt hinter ihrem engagierten Einsatz für namhafte Künstler wie Klaus Dauven, Michael Krupp, Bea Otto, Johanna Roderburg, Takako Saito, Stefan Sous oder Andreas von Weizsäcker.

Hartnäckig stellte sie sich auch gesellschaftspolitischer Verantwortung. So hat sie sich in städtebauliche Entwicklungen eingemischt, wie etwa mit einer historisch bedeutsamen Fotodokumentation von Algirdas Milleris anlässlich der Renovierung ihrer Straße und beim Bestreben, am Rathaus eine Farbfeldarbeit von Peter Lacroix anzubringen. Geradezu spektakulär war 2008 die Aktion „Roland – Kunstprojekt in der Soers“. Als beim Bau des gigantischen Fußballstadions 'Tivoli' die Gartenkolonie „Roland“ zu Gunsten eines Parkhauses weichen musste, hat sie spontan all ihre Künstler dazu eingeladen, temporär auf den bereits weitgehend geräumten Arealen ortsspezifische Installationen und performative Eingriffe auszuführen, sozusagen als politisch-künstlerischen Protest.

Derzeit sind in der Galerie Fotos von Milleris „Syrien – Spuren einer Kultur“ ausgestellt.

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