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Duisburg: Blackbox

SONJA ALHÄUSER, Schokoladenbad

„Ob Kunsthistoriker oder Kunstbanause – Kunst stimuliert unseren Geist und unsere Sinne. Der Betrachter funktioniert dabei ähnlich wie eine BLACKBOX, denn was ein Kunstwerk in uns auslöst und was wir interpretieren, kann ganz individuell sein. Die neue Ausstellung der Kunstvermittlung, BLACKBOX, nimmt diesen individuellen Spielraum unter die Lupe.“ So lautet eine Ankündigung des Lehmbruck Museums Duisburg zu eiuner Ausstellung über Kunstvermittlung (ab 3. Sept. 2015). Zur Vernissage führt Sonja Alhäuser eine Performance „Schokoladenbad“ auf. www.lehmbruck.museum.de

Aktionen & Projekte

Katzengold

KATZENGOLD; Ausschnitt aus der Einladungskarte

Anlässlich seines 20jährigen Bestehens präsentiert der Landesverband Berliner Galerien (lvbg) zur Berlin Art Week 2015 die Jubiläumssausstellung Katzengold. Sie stellt den kreativen Prozess der Entstehung eines Kunstwerks in den Vordergrund." Sensationelle Auktionsergebnisse, Messerummel und Biennalen in Gott-weiß-wo, Fälschungen und Provisionsbetrug – das sind Schlagzeilen, mit denen Kunstmarkt und Galerien in Medien und Öffentlichkeit gern in Verbindung gebracht werden. Die Ausstellung Katzengold möchte einen Gegenpol setzen. In Berlin, dem größten Produktionsstandort für zeitgenössische Kunst in Europa, möchte sie die Aufmerksamkeit auf das Prozesshafte von Kreativität lenken, das durch die kontinuierliche und eher im Hintergrund stattfindende Galeriearbeit erkannt, vorgestellt und bewahrt wird." Die Ausstellung umfasst ausschließlich Vorstudien und Skizzen zu realisierten Kunstwerken. Kuratorin ist Constanze Kleiner. Ort der Ausstellung: Positions Berlin, Arena, Eichenstraße 4, 12435 Berlin Ausstellungsdauer: 17. – 20. September 2015 www.berliner-galerien.de

Biennalen

Ruhrtriennale eröffnet

ZECHE LOHBERG, Dinslaken, Kohlenmischhalle, Spielstätte der Ruhrtriennale

Am 13. August 2015 wurde die Ruhrtriennale eröffnet. Zum Auftakt wurde in der Zeche Lohberg Dinslaken Pier Paolo Pasolinis Stück „Accattone“ inszeniert. Weitere Aufführungen finden noch bis zum 23. August 2015 dort statt. Passend zum Thema des Stücks hatte zur Premierenfeier der Koch André Amaro in der Zentralwerkstatt der Zeche ein Slowfood-Restaurant eingerichtet. Alle Premierenfeiern der Ruhrtriennale sind "offen für das Festivalpublikum", ebenso wie die Partyabende be freiem Eintritt im Refektorium der Großinstallation „The Good, the Bad and the Ugly“ in Bochum. Ruhrtriennale-Intendant Johan Simons: „Ich wünsche mir, dass sowohl unser Publikum als auch die Bevölkerung die Festivalatmosphäre spüren, bemerken, dass hier etwas Besonderes geschieht. Und ich freue mich ungemein auf viele Begegnungen und darauf, mit allen ein Festival der Künste zu feiern.“ www.ruhrtriennale.de

Ausschreibungen

Performance-Workshop in Bristol

ARNOLFINI ARTS CENTER BRISTOL

Die International Performance Association IPA organisiert vom 12. bis 24. Oktober Oktober 2015 ein „Performance Art Camp“ im Arnolfini Arts Center von Bristol. Das Symposium steht unter dem Motto „Where Performance happens“. Es finden dazu drei Workshops mit jeweils max. 10 bis 15 Teilnehmern statt. Infos und Kontaktdaten: www.ipabristol.co.uk/performance-workshop/apply/

Preise

Werkstattpreis

ANAHITA RAZMI

Anahita Razmi ist aktuelle Werkstattpreisträgerin der Erich Hauser-Stiftung in Rottweil. Die Preisträgerin studierte an der Bauhaus-Universität Weimar, am Pratt Institute New York sowie an der Kunstakademie Stuttgart und beschäftigt sich „mit Problemen der Kunst- und Bildproduktion, die sich aus ihrer kulturellen Identität im Spannungsfeld von Orient und Okkzident ergeben“. Die Stiftung zeigt vom 2. Oktober bis 1. November 2015 eine Ausstellung mit ihren Arbeiten. www.erichhauser.de

Personalien

Genf: Direktorenwechsel

MAMCO Genf, Fassade, Fotoquelle: Wikipedia/Moumou82-GNU Free Documentation License

Lionel Bovier übernimmt am 1. Januar 2016 die Leitung des Mamco - Musée d’art moderne et contemporain in Genf. Das Museum existiert seit 1994 und verfügt über eine Sammlung von 4.000 Objekten. www.mamco.ch

Ausschreibungen

Thema „Babylon“

Am 31. Oktober 2015 endet die Bewerbungsfrist um den Kunstpreis der Bernd und Gisela Rosenheim Stiftung. Er ist für Handzeichnung, Malerei (max. 100 x 100 cm) und Skulpturen (bis max. 200 cm Größe) ausgelobt und hat das Thema: „Babylon – Wunder, Wahn und Wirklichkeit“. Preisgeld: 5.000 Euro. Voraussetzung: Studienabschluss. Kontakt: Bernd und Gisela Rosenheim Stiftung, „Kunstpreis 2016“, Postfach 12 80, 64734 Höchst, E-Mail: bundgrosenheim-stiftung@t-online.de www.berndundgiselarosenheim-stiftung.de.

Personalien

Einreiseverbot für Depardieu

GÈRARD DEPARDIEU, Fotoquelle: Wikipedia/Georges Biard

Gérard Depardieu, französischer Schauspieler und seit 2013 russischer Staatsbürger, wurde von den ukrainischen Behörden mit einem Einreiseverbot belegt. Der ukrainische Geheimdienst verfügt über eine Liste mit den Namen von mehr als 500 Künstlern und Politikern, die in Kiew als „nationale Gefahr“ eingestuft werden. Neben Depardieu, der aus steuerlichen Gründen Russe geworden ist, sind dies u.a. der Autor Wladimir Kutscherenko und der Duma-Abgeordnete Josef Kobson, der als Sympathisant der prorussischen Separatisten in der Ostukraine gilt.

Messen & Märkte

Berliner Liste

Mit 117 Galerien, Projekträumen und Künstlern aus 23 Ländern ist die Berliner Liste in diesem Jahr erneut die größte der Berliner Kunstmessen. Sie findet vom 17. – 20. September 2015 zur Berlin Art Week statt. Kurator Dr. Peter Funken sichtete mehrere hundert Bewerbungen, bevor er seine Auswahl aus Galerien und Künstlern mit einem Preisniveau von 750 bis 7.500 Euro traf. Die Messe findet wieder im Kraftwerk Berlin mit seiner sakralen Industriearchitektur statt. Im nächsten Jahr wird die BERLINER LISTE einen inhaltlichen Schwerpunkt auf die zeitgenössische Kunst aus dem asiatischen Raum legen. www.berliner-liste.org

Messen & Märkte

Internationale Messetermine

10.9.-4.10. 2015 Docks Art Fair Lyon 11.-13.9. 2015 The Affordable Art Fair Seoul 15.-20.9. 2015 Berlin Art Week 17.-20.9. 2015 abc art berlin contemporary 17.-20.9. 2015 Berliner Liste 17.-20.9. 2015 Positions Berlin 17.-20. 9. 2015 EXPO Chicago 17.-20.9. 2015 Beirut Art Fair 18.-20.9. 2015 Unseen Photo Fair Amsterdam 18.-20.9. 2015 Art Kopenhagen 23.-27.9. 2015 Parallel Vienna Wien 24.-27.9. 2015 ART.FAIR Köln 24.-27.9. 2015 Blooom Köln 24.-27.9. 2015 Viennacontemporary 30.9.-4.10. 2015 Ch.ACO Chile 1.- 4.10. 2015 Swab Barcelona 1.-4.10. 2015 Texas Contemporary Houston 4.-7.10. 2015 Fine Art Asia Hongkong Alle Terminangaben ohne Gewähr

Kulturpolitik

Baden-Württemberg: 500 Kunstwerke verschwunden

In Baden-Württemberg gelten 500 Kunstwerke aus öffentlichem Besitz als verschollen. Sie wurden in den 1960er bis 1980 Jahren angeschafft, um Bauten und Büros zu verschönern. So kaufte z.B. die Universität Stuttgart einen Holzschnitt von Lionel Feininger aus dem Jahr 1919 und eine Farblithografie von Joan Miró von 1958. Jetzt sind diese beiden Werke nicht mehr auffindbar; aus anderen Amtsstuben verschwanden auch andere Kunstobjekte. Dies prangerte der Rechnungshof an und forderte nun eine regelmäßige Inventur der Bestände. Doch erst seit 2005 wird der landeseigene Kunstbestand katalogisiert. Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat für seine eigene Sammlung eigens eine Person aus der Stuttgarter Staatsgalerie abgeordnet, die sich um den Kunstbestand kümmern soll. Kunststaatssekretär Jürgen Walter (Grüne) hat beim Finanzministerium eine bessere Betreuung der ministeriumseigenen Kunstbestände und jener in den nachgeordneten Behörden angemahnt.

Galerien & Auktionshäuser

Düren: Galerie Die Treppe

ABDUL RAZZAK, „Tometo plastek bag“ (Ausschnitt)

Nach dem Tod des früheren Galeriebetreibers Lutz Rohs hat Pit Goertz die Leitung der Dürener Galerie „Die Treppe“ übernommen. Träger und Geldgeber ist ein Kunstverein. Die aktuelle Ausstellung dort bestreitet bis zum 20. September 2015 der syrische Künstler Abdul Razzak, der eine längere Flucht über Dschidda, die Emirate und Lybien hinter sich hat, bis er nach Deutschland gelangte. Hier hat er nun seine erste Ausstellung mit Bildern in einem hyperrfealistischen Stil, der im arabischen Raum sonst keinerlei Tradition hat. Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Heinrich-Böll-Haus in Düren-Langenbroich statt.

Aktionen & Projekte

Benefiz-Versteigerung

Für Freitag, 23. Oktober 2015, ab 17 Uhr, ist eine Benefiz-Versteigerung von Kunstwerken zugunsten des Byerischen Flüchtlingsrats am Fr 23. Oktober 2015 angekündigt. Die Auktion findet im Rahmen des Kunstsalon 2015 im Ägyptischen Museum (Kunstareal München) statt. Zum 56. Mal in Folge und zum dritten Mal im Ägyptischen Museum präsentiert die Jahresausstellung der Freien Münchener und deutschen Künstlerschaft e.V. in Selbstorganisation und nach dem Prinzip der „Freien Einsendung“ zeitgenössische Strömungen der Gegenwartkunst. Unter dem Titel ZWISCHENTÖNE präsentieren sich insgesamt 54 Künstler mit 93 Werken. Laufzeit: 8. bis 25. Oktober 2015. www.fmdk.de

Ausschreibungen

Marianne Brandt Wettbewerb

Der Marianne Brandt Wettbewerb lädt Gestalter, Künstler und Wissenschaftler zum Thema „Mein Material“ ein. Es gilt, „anschaulich und gut begründet, Materialien oder Materialkombinationen vorzustellen... Bis zu 20 der interessantesten Antworten werden im Buch zum Marianne Brandt Wettbewerb, der sich 2016 in den Kategorien Produkt, Fotografie und Versuchsanordnung dem Thema Materialeffekte widmet, veröffentlicht – zusammen mit 60 ausgewählten Wettbewerbsbeiträgen, die für Auszeichnungen nominiert worden sind.“ Umfang der Darstellungen: max. 4 DIN A 4-Seiten nur Text oder Texte mit Bildern. Deadline: 1. Oktober 2015. Kurzbeschrteibung des Beitrags (ca. 30 Zeilen) per E-mail an: Lisa Pense, lp@mbw6.de

Personalien

Christoph Inderwiesen verstorben 

Christoph Inderwiesen, Stuttgarter Künstler, starb unerwartet im Alter von 62 Jahren auf einer Wanderung. Inderwiesen arbeitete in den 1990er Jahren an Skulpturen und Installationen mit schwach radioaktiven Substanzen. Zusammen mit Susanne Hofmann publizierte er den Comic „Petzi wird Künstler“ als Satire auf die Mechanismen des Kunstbetriebs.

Personalien

Kater-Museum

Max Kersting, Künstler und Designer, hat ein „Deutsches Museum des Katers“ ins Internet gestellt und betreut das Konvolut als Kurator: jeder kann fotografische Selbstporträts einsenden, die ihn nach übermäßigem Alkoholgenuss in verkatertem Zustand zeigen. „Beim Kater-Blog verschwimmen... die Grenzen zwischen passiver Betrachtung, aktiver Teilnahme und dem kulturell wertvollen Endergebnis“, rezensiert dazu das „Sleaze Magazin“. Zu einem der Abgebildeten kommentierte ein Besucher des Blogs, das Foto sei ein Fake: „Ich kenne den. Der sieht immer so aus“. www.deutsches-museum-des-katers.tumblr.com

Preview

Mondrian-Ausstellung

PIET MONDRIAN, Ovale Komposition mit bunten Ebenen 2, 1914. 113 x 84,5 cm, Öl auf Leinwand © Gemeentemuseum Den Haag, Niederlande

Der Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt die Ausstellung "Piet Mondrian. Die Linie" vom 4. September bis zum 6. Dezember 2015. Mit seiner bildnerisch strengen Reduktion auf die Grundelemente der Malerei schuf der Künstler Ikonen der Moderne. Die Ausstellung bietet Arbeiten aus allen Schaffensperioden: von frühen Zeichnungen aus den 1890er Jahren bis zu späten Werken aus den 1930er/40er Jahren des 20. Jahrhunderts. Sie dokumentiert Mondrians Suche nach einem eigenen künstlerischen Weg, der ihn letzlich zur abstrakten Kunst führen sollte. Die Ausstellung ist die erste Berliner Werkschau des Niederländers seit 1968. Kuratiert wird die Schau von Hans Janssen, Mondrian-Experte und Kurator am Gemeentemuseum Den Haag. www.gropiusbau.de

Preise

Goslarer Kaiserring

BORIS MIKHAILOV

Boris Mikhailov nimmt am 10. Oktober 2015 in der Kaiserpfakz den Goslarer Kaiserring des Jahres 2015 entgegen. Anschließend wird eine Ausstellung mit seinen Arbeiten eröffnet. Der 76-jährige ukrainische Fotograf, der in Berlin und Charkow/Ukraine lebt, gilt als einer der angesehensten Vertreter zeitgenössischer Fotografie und als wichtiger Chronist der sowjetischen und postsowjetischen Gesellschaft.Bekannt wurde er mit seinen Fotoaufnahmen von Obdachlosen in Charkow und mit Bildern vom repressiven Alltag in der Sowjetunion. Der Kaiserring Goslar ist einer der weltweit renommiertesten Preise für moderne Kunst. Er wird seit 1975 verliehen. Die ersten Preisträger waren Henry Moore, Max Ernst und Alexander Calder. Ihnen folgten dann u.a. Künstler wie Joseph Beuys, Gerhard Richter, Nam June Paik, Christo, Cindy Sherman, Jenny Holzer, Matthew Barney, Andreas Gursky, Bridget Riley, David Lynch, Olafur Eliasson und Wiebke Siem.

Aktionen & Projekte

Gruppe SPUR

GRUPPE SPUR, 1960

In München hat sich ein „Komitee SPUR e.V.“ gegründet. 1957 fanden sich der Bildhauer Lothar Fischer, die Maler Heimrad Prem, Helmut Sturm und HP Zimmer sowie das zeitweise assoziierte „schreibende“ Mitglied Dieter Kunzelmann zur Gruppe SPUR zusammen, die sich in einer Tradition expressiv-figurativer Malerei sah. Etwa zeitgleich sind auch die künstlerischen Anfänge von Georg Baselitz einzuordnen. In den 1960er Jahren geriet diese Kunstrichtung gegenüber Pop Art, Nouveau Réalisme, Arte Povera etc, etwas in den Hintergrund, ebenso in den 1970er Jahren, als zunächst Concept Art und Minimal Art im Kunstbetrieb tendenzbildend wirkten, bis dann nach 1977 die italienischen Transavantguardia-Künstler und ab 1980 die deutschen „Neuen Wilden“ dieser Stilrichtung wieder eine neue Zeithöhe verschafften. SPUR behauptete sich in den 1960er Jahren dennoch beharrlich, machte aber vor allem durch kunstpolitische Aktivitäten von sich reden und leistete damit wichtige Beiträge zur künstlerischen und politischen Aufbruchstimmung in den Jahren um 1967/1968. Die Herausgabe von Flugblättern, Manifesten und Zeitschriften beschäftigte auch die bayerische Justiz. Schlagzeilen machte vor allem ein Prozess wegen Gotteslästerung. Formal bestand die Gruppe bis 1965. Heute lebt von den Gründungsmitgliedern nur noch der Glaskünstler Erwin Eisch, der aber nur in der Anfangsphase 1959-1959 Mitglied war. „Zur Förderung des Werks und des Wirkens der Gruppe, insbesondere ihrer Mitglieder Fischer, Prem und Sturm, hat sich im März dieses Jahres das Komitee SPUR gegründet. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen die Unterstützung und Beratung bei Forschungs- und Ausstellungsprojekten. Darüber hinaus ist das Komitee den Nachlässen bei der Organisation und Verwaltung von Bestand und Archiv behilflich. Wert wird auch darauf gelegt, das Werk der Künstler in seiner Authentizität zu bewahren und dafür die auf dem Kunstmarkt sukzessiv auftauchenden Arbeiten zu sichten, einzuordnen und auf mögliche Fälschungen hin zu überprüfen.“ Kontakt: komitee@komitee-spur.de

Hochschulen

Ai Weiwei: Gastprofessur in Berlin

AI WEIWEI und PROF. MARTIN RENNERT

Ai Weiwei traf in Berlin mit dem Präsidenten der Universität der Künste Berlin, Prof. Martin Rennert, zusammen. Der chinesische Künstler nimmt ab dem 25. Oktober 2015 eine Gastprofessur wahr. „Es wurde das Modell einer offenen Klasse besprochen, die im Grundsatz für UdK-Studierende vieler künstlerischer Disziplinen zugänglich ist. Formate der Auswahl und der Lehre sollen in enger Abstimmung mit dem Künstler entwickelt werden. Die Lehrveranstaltungen werden sich daher nicht nur an Studierende der Bildenden Künste, sondern etwa auch an Architektinnen, Medienkünstler und Studenten der Visuellen Kommunikation richten, sowie an die Stipendiaten der Graduiertenschule der UdK.“ Im Gespräch ist auch die Durchführung einer Antrittsvorlesung. www.udk-berlin.de

Preview

Kunst und Telepathie

Susan Hiller, Homage to Marcel Duchamp: Aura (Blue Boy), 2011 (Ausschnitt)

Über Kunst und Telepathie geht es in der Ausstellung „Cosa Mentale“ im Centre Pompidou Metz (28. Oktober 2015 bis 28. März 2015). Die Berührungsmomente zwischen der Kunst und den Experimenten mit Gedankenübertragung bzw. parapsychologischen Phänomenen werden vom Symbolismus um 1900 bis zur heutigen Conceptual Art chronologisch nachgezeichnet. Vor allem der französische Surrealismus begeisterte sich für diese Phänomene: André Breton z.B. hielt in den 1920er Jahren mit seinen Künstlerfreunden spiritistische Sitzungen ab und war vor allem seit den 1940er Jahren vom Tarot-Kartenlegen fasziniert. Er interessierte sich ebenso für die „Gedankenfotografie“ und beurteilte solche Praktiken als „Magie des Unbewussten“. Die „Blackboards“ von Rudolf Steiner, das Genre der Science fiction-Romane und -Comics und die psychedelische Kunst der 1960er berücksichtigt der Kurator Pascal Rousseau ebenfalls in seiner Chronologie. Tony Oursler schuf eigens für diese Ausstellung eine Multimedia-Installation zu „mentalen Projektionen“. Sigmar Polke ist in dieser Ausstellung ebenfalls vertreten. www.centrepompidou-metz.fr

Preview

Blühendes Gift

ZOE LEONARD, Bride with broken fingers, No. 2, 1995, Gelatine-Silberanzug, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung seit 2008, Copyright: Zoe Leonard, Foto Copyright: mumok (Ausschnitt)

Vom 10. September 2015 bis zum 24. April 2016 zeigt das Mumok-Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien die Ausstellung „Blühendes Gift. Zur feministischen Appropriation des österreichischen Unbewussten“.Studierende und Lehrende des Programms Master in Critical Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien haben aus dem Sammlungsbestand Exponate ausgewählt und in fünf Ausstellungsteile eingeordnet, die sich gegenseitig durchkreuzen: „Imitating the Imitations of the Imitators“, „Schlachten Material Prothesen“, „Taking Pictures of the BoysW, „Love“ und „Taking Care: Capitalistic Yoga and Anger Issues.“ www.mumok.at

Kulturpolitik

Tabubruch

TOM BUHROW, Foto: Copyright Raimond Spekking / CCBY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Der WDR ist die größte öffentlich-rechtliche Sendeanstalt in Deutschland. Zu seinem Vermögen gehört auch eine Sammlung von etwa 600 Kunstwerken, zumeist aus den Jahren 1956 bis 1965. Das sei aber keine „zielgerichtet aufgebaute Sammlung“, sondern eine „Ansammlung von Bildern, Fotos, Skulpturen und Drucken“ - ein Konvolut, das im Laufe der Jahre zusammen gekommen sei. Die meisten hätten einen Wert von 5.000 Euro; ein Verkauf würde sich wirtschaftlich nicht lohnen. Doch für einige Filetstücke will der Sender im Zuge seiner Sparmaßnahmen im Frühjahr 2016 das Auktionshaus Sotheby's mit einer Versteigerung beauftragen. Vier Werke davon hätten einen Wert jeweils im sechs- bis siebenstelligen Bereich. 1956 kaufte der WDR ein Bild von Ernst-Ludwig Kirchner für 600 DM, heute liegt sein Wert bei knapp einer Million Euro. Da auch Werke von Beckmann, Nolde oder Kokoschka zu der Sammlung gehören, lässt sich ihr Wert auf insgesamt 3 Mill. Euro taxieren. WDR-Intendant Tom Buhrow wurde für seine Absicht bereits von der Kulturstaatsministerin Monika Grütters gerüffelt: das Vorhaben sei „rücksichtslos gegenüber der Kunstgeschichte, gegenüber der eigenen und der Sammlungsgeschichte des Rheinlandes und gegenüber der Öffentlichkeit“. Sie sei irritiert darüber, „wie hemmungslos auch hier Kunstwerke zu reinen Spekulationsobjekten degradiert werden“. Immerhin sind die Werke, die jetzt zur Disposition stehen, mit Geld aus den Rundfunkgebühren angekauft worden. Dass die Eigentümer öffentlichen Kulturbesitzes in den Kunsthandel eingreifen, war in Deutschland bislang ein Tabu. Anders als in den USA, wo die meisten Museen privatwirtschaftlich organisiert sind, ist hier zu Lande der größte Teil der bedeutenden Kunstsammlungen in der öffentlichen Hand konzentriert. Wenn Politiker auf die Idee kommen, Haushaltslöcher durch Kunstverkäufe stopfen zu wollen, oder wenn – wie kürzlich in NRW geschehen – ein landeseigener Spielbankbetreiber seine Bilder im Roulette-Casino abhängen will, um sich finanziell zu sanieren, regt sich lautstarker Protest. Doch im Zuge einer seit den 1980er Jahren immer stärkeren Kommerzialisierung des Kunstbetriebs und mit Rekordmeldungen über zweistellige Millionenerlöse bei Auktionen werden Begehrlichkeiten geweckt und die Hemmschwelle sinkt. Den ersten Tabubruch in Deutschland beging das Kunstmuseum Bonn, als es 1999 mit der Ausstellung „Zeitenwenden“ ein Minus von fast zwei Millionen DM nur ausgleichen konnte, indem es auf seinen Ankaufsetat zurückgriff und außerdem ein Baselitz-Werk verkaufte. Nicht besonders glücklich sind auch die Kölner Auktionshäuser mit der Absicht des Intendanten Buhrow, die Sammlung 2016 in London zu versilbern. Die „Kölnische Rundschau“ zitierte Markus Eisenbeis vom Kölner Auktionshaus van Ham, bei einer Versteigerung in der Domstadt hätten mehr Sammler aus NRW versucht, „sich ein Stück WDR ins Haus zu holen“. Auch Henrik Hanstein vom Kölner Kunsthaus Lempertz ist laut „Kölner Stadtanzeiger“ der Ansicht, eine Auktion in Köln würde „mehr“ einbringen. Der Kunstjournalist Walter Vitt hingegen, der für den WDR seinerzeit mit einem Jahresetat von 40.000 Euro Ankäufe tätigen durfte, schlägt vor, die Sammlung für die Öffentlichkeit in eine Stiftung zu überführen. Yilmaz Dziewior, Direktor des Museums Ludwig Köln, fordert ebenfalls, den geplanten Verkauf zu „unterbinden“. NRW-Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) kündigte eine Prüfung an, ob einzelne Werke der Sammlung als „nationales Kulturgut“ einzustufen seien – dann wäre ein Verkauf ins Ausland ausgeschlossen.

Messen & Märkte

Online-Bewerbungen zur Art Cologne

Art Cologne 2016, Foto: S. Kallnbach

Ab sofort können sich die Aussteller zur Teilnahme an der 51. Ausgabe der Art Cologne online bewerben. Die Kölnert Kunstmesse präsentiert vom 25. bis 29. April 2017 wie gewohnt nationale und internationale Galerien Kunst der Klassischen Moderne, Nachkriegszeit sowie der zeitgenössischen Arbeiten. Der Bewerbungsprozess erfolgt erstmalig ausschließlich online. Der Bewerbungsschluss für die etablierten Galerien ist auf Donnerstag, 15. September 2016 festgelegt, für die jungen Galerien auf Dienstag, 25. Oktober 2016. Die Bewerbungsunterlagen sowie die Details zu den Teilnahmebedingungen sowie den Richtlinien zum Zulassungsverfahren können über folgenden Link heruntergeladen werden: www.artcologne.koelnmesse.online

Preise

Kaiserring-Stipendium

REN RI, , Yuansu Chain Series I, RG-1, 2014-2015 Acry-Box, natürliches Bienenwachs, Naturfarben; Copyright: Ren Ri, courtesy: Pearl Lam Galleries, Hongkong, Shanghai, Singapur (Ausschnitt)

Goslarer Kaiserring-Stipendiat ist in diesem Jahr Ren Ri. Er begann seine Laufbahn 2006 als Imker und arbeitet künstlerisch mit Bienenwachs. „Seine erste Serie trägt den Titel „Yuansu I: Geometrische Serie“ (2008) und beinhaltet eine Reihe von Landkarten aus Bienenwachs. Mit „Yuansu II“ hat er eine Skulpturenserie geschaffen, bei denen er sich die Psychologie der Bienen zu Nutze machte. Die Königin wurde in die Mitte einer Kiste gesetzt, während die Bienen um sie herum ihren Bau schufen. Alle sieben Tage, eine Anspielung auf die biblische Schöpfungswoche, veränderte Ren Ri ihre Position in der Kiste nach dem Zufallsprinzip, wobei ein Würfelwurf über die Form der Skulptur entschied.“ www.moenchehaus.de

Preise

Collide@CERN Ars Electronica Award

SEMI CONDUCTOR Ruth Jarman und Joe Gerhardt. Foto: Courtesy Matthias H. Risse

Der Collide@CERN Ars Electronica Award geht in diesem Jahr an Ruth Jarman und Joe Gerhardt, ein englisches Künstlerduo, das unter dem Namen Semiconductor auftritt. In den kommenden Monaten werden die beiden eine zweimonatige Residency am CERN antreten, dem weltgrößten Forschungszentrum für Teilchenphysik in Genf. Im Anschluss steht dann ein einmonatiger Aufenthalt am Ars Electronica Futurelab in Linz auf dem Programm. Im Rahmen ihrer Residency werden Gerhardt und Jarmann an einer digitalen Installation arbeiten, die sich mit der Beschaffenheit und unserer Wahrnehmung der Welt beschäftigt.

Aktionen & Projekte

Kunstreise

DORTMUNDER U, Fotoquelle: Wikipedia/Lucas Kaufmann

Für den 27. September 2015 lädt die Museumsplattform NRW zu einer "geführten Bustour" ein. Die Kunstreise führt von Wuppertal über das Kunstmuseum Bochum zum Dortmunder U. "Mit dem Angebot, in organisierter Form und mit thematischer Fokussierung mehrere Häuser an einem Tag zu besuchen, erweitert das prämierte digitale Instrument für kuratierte Kunst sein Vermittlungsangebot... Fast 40 Werke aus Bochum und etwa 100 Arbeiten aus Dortmund sind auf der »museumsplattform nrw« virtuell zu besuchen und auf dieser Tour vor Ort zu erleben." Infos: www.nrw-museum.de. Anmeldungen bis zum 13. September 2015 bei: info@nrw-kultur.de

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