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Preise

Corporate Design

KUNSTHALLE BIELEFELD, Typografie des Corporate Designs, Foto: Kunsthalle Bielefeld

Die Kunsthalle Bielefeld wurde für ihr Corporate Design in dieser Sparte mit dem German Design Award ausgezeichnet. Über die Auszeichnung darf sich das verantwortliche Designbüro strobo M. Friederich J. von Klier und Thomas Mayfried Visual Communication freuen. Die Jury lobte, dass sich das typografische Konzept auf die modernistische architektonische Ästhetik des Gebäudes von Philip Johnson bezöge. www.kunsthalle-bielefeld.de

Aktionen & Projekte

UN-Ordnungsamt

HERMANN-JOSEF HACK, UN-Ordnungsamt-Aktion in Lüneburg, Februar 2015, Foto: Courtesy Hack

Der Siegburger Künstler Hermann-Josef Hack führt seit Jahren kontinuierlich Aktionen im öffentlichen Raum und am Rande politischer Gipfeltreffen und Konferenzen durch, um auf das Schicksal von Klimaflüchtlingen aufmerksam zu machen. Unlängst zeigte er zu diesem Thema eine große Zelt-Installation in der Kölner Kunststation St. Peter (s. „Kunstforum“ Bd. 231, S. 278). Als Dozent an der Leuphana-Universität Lüneburg hat er nun zusammen mit seinen Studierenden in der Lüneburger Innenstadt Wohnraum für Klimaflüchtlinge requiriert. Uniformiert als Mitarbeiter eines fiktiven „UN-Ordnungsamtes“ forderten Hack und seine Mitstreiter die Passanten auf, privaten Wohnraum für Menschen zur Verfügung zu stellen, die aufgrund der Klimakatastrophe ihre Heimat verlassen müssen. Dabei fanden sie „durchaus auch viel Zustimmung für die soziale Unterstützung der Opfer unserer Klimapolitik“, aber „es zeigte sich auch, dass viele mit dem Begriff Klimaflüchtling gar nichts anfangen konnten.“ Deswegen können solche politisch motivierten Kunstaktionen durchaus der öffentlichen Bewusstseinsbildung dienlich sein. www.hermann-josef-hack.gekko.de

Hochschulen

Seminar über "Kölner Konferenz"

1971 organisierte Bazon Brock in Köln eine fünftägige Konferenz über die Bedeutung von Kunst in der Gesellschaft. Dreißig namhafte Wissenschaftler hielten dazu Vorträge und beteiligten sich an Diskussionen vor Publikum. Unter ihnen waren auch Herbert Marcuse, Niklas Luhmann oder Max Bense. Außerdem fanden „öffentliche Arbeitssitzungen“ statt, „die sämtlich aufgezeichnet und transkribiert, aber bisher nie publiziert wurden.“ Prof. Wolfgang Ullrich behandelte im vergangenen Wintersemester diese „Kölner Konferenzzur Kunsttheorie“ in seinem Seminar an der HfG Karlsruhe. www.hfg.karlsruhe.de

Kulturpolitik

Fall Gurlitt: Verzögerung

Uta Werner, Cousine des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt hat Erbansprüche angemeldet. Dadurch verzögere sich die Herausgabe von Raubkunst, teilte der Stiftungsrat des Kunstmuseums Bern mit. Gurlitt hatte dem Museum seine Sammlung vermacht. Uta Werner zweifelt das Testament an, ließ jedoch gleichzeitig erklären, sie wolle einer Rückgabe von Raubkunst nicht entgegen stehen.

Personalien

Dauerleihgabe gekündigt

Marlene Hack, Erbin der Kunstsammlung ihres Schwiegervaters Wilhelm Hack, kündigte den Vertrag über zwei Dauerleihgaben: die beiden Bilder von Wassily Kandinsky und Kasimir Malewitsch gehen nun von Ludwigshafen nach Düsseldorf an die NRW-Kunstsammlung. Wilhelm Hack hatte den größten Teil seiner Sammlung 1973 der Stadt Ludwigshafen vermacht, die mit diesen Werken als Grundstück 1979 das Wilhelm Hack-Museum eröffnete. Einige Werke blieben aber im Besitz der Familie und standen dem Museum als Dauerleihgaben zur Verfügung. wilhelmhack.museum

Galerien & Auktionshäuser

Jubiläum

Das 15jährige Bestehen ihrer Galerie in Gräfelfing bei München feiert Marion Müller. Ihr Programm umfasst Malerei, Skulptur und Fotografie von Künstlern wie Ute Richter, Henning Voss oder Bernhard Springer. www.marion-mueller.com

Personalien

Sanierungspläne

HELLMUTH TH. SEEMANN, Präsident der Klassik Stiftung Weimar, Copyright: Klassik Stiftung Weimar, Foto: Peter Michaelis

Hellmuth Seemann, Präsident der Klassik-Stiftung Weimar, gibt sich optimistisch. Er hofft, dass mit drei Jahren Verspätung im Herbst 2015 endlich der erste Spatenstich für das Gebäude des Neuen Bauhaus Museums Weimar erfolgen kann, und dass der 22 Mill. Euro teure Bau auch pünktlich Ende 2018 fertig ist – rechtzeitig zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum 2019. Außerdem will die Stiftung in diesem Jahr mit den Sanierungen des Weimarer Stadtschlosses und des Goethe-Hauses beginnen.

Personalien

Ludlow 38

Vivien Trommer ist in diesem Jahr Kuratorin für das Jahresprogramm der MINI/Goethe-Institut Curatorial Residencies Ludlow 38 in New York. Der Raum für Gegenwartskunst ist nach dem Vorbild deutscher Kunstvereine konzipiert. Seit 2011 werden dort die Ausstellung von wechselnden Kuratoren aus Deutschland konzipiert. Trommer will mit ihren Beiträgen „neue Perspektiven auf die Themen Freiheit, Neoliberalismus und Gerechtigkeit öffnen. Geplant ist unter anderem ein längerfristiges, ortsspezifisches Projekt mit der US-amerikanischen Künstlerin Kay Rosen. Der Filmemacher und Künstler Mario Pfeifer produziert eine neue Videoarbeit in New York, die erstmals in einer Einzelausstellung im Herbst gezeigt werden soll.“ www.goethe.de

Preise

Preis der Nationalgalerie

CHRISTIAN FALSNAES, das Künstlerkollektiv SLAVS UND TATARS, ANNE IMHOF und FLORIAN HECKER (Foto: BMW Group)

Christian Falsnaes, Florian Hecker, Anne Imhof sowie das Künstlerkollektiv Slavs and Tatars treten ab dem 10. September 2015 in Berlin in einer gemeinsamen Ausstellung im Hamburger Bahnhof für den Preis der Nationalgalerie an. Einer von ihnen wird dann für den Preis ausgewählt, der aus einer kuratierten Einzelausstellung besteht. Der Preis der Nationalgalerie ist fokussiert auf „junge, wichtige Positionen der Gegenwart, die bereits Einfluss und Bedeutung in der Kunstwelt erlangt haben.“ Teilnahmeberechtigt sind Künstler, die gegenwärtig in Deutschland arbeiten und jünger als 40 Jahre alt sind.www.preis2015.de

Preise

Bonner Kunstpreis

Anna Lea Hucht wurde mit dem Bonner Kunstpreis bedacht (10.000 Euro). Er wird alle zwei Jahre als Atelierstipendium vergeben. Hucht verbringt ihren Atelieraufenthalt in Paris und recherchiert dort über die örtlichen Kunst- und Wunderkammern. www.kunstmuseum-bonn.de/extras/bonner-kunstpreis

Kulturpolitik

Inklusion

INKLUSIVE KULTURELLE BILDUNG, Buchcover

Mit der UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 erhielt das Thema Inklusion rechtsverbindliche Grundlagen: sie sollen eine gesellschaftliche Ausgrenzung von Menschen mit Handicaps verhindern. Das Institut für Kulturpüolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft hat dazu eine Studie erstellt. „Sie widmet sich zunächst der Aktualität des politischen Themas und erläutert das Inklusionspostulat der Neuen Kulturpolitik. Anschließend werden exemplarische Förderer, Akteure und Programme der inklusiven Kulturellen Bildung und Kulturarbeit vorgestellt. Ein weiterer Teil behandelt Probleme und Herausforderungen des Themenfeldes und formuliert erste Handlungsempfehlungen. Zu guter Letzt werden exemplarische Projekte inklusiver Kultureller Bildung und Kulturarbeit präsentiert. AutorInnen sind Franz Kröger, Prof. Dr. Irmgard Merkt und Dr. Norbert Sievers. Institut der Kulturpolitischen Gesellschaft (Hrsg.), Bonn 2014, Materialien Heft 14, 48 Seiten, 10 Euro (Schutzgebühr), ISBN 978-3-923064-05-2“.www.kupoge.de

Museen & Institutionen

Beuys: "Kapital" nach Berlin

Zu den Schlüsselwerken von Joseph Beuys zählt „Das Kapital Raum 1979-1977“, das der Künstler für die Biennale von Venedig 1980 schuf. Die Installation besteht aus einem Flügel und zahlreichen beschrifteten Schultafeln aus Schiefer. 1984 baute Beuys das Werk in den Hallen für Neue Kunst Schaffhausen (Schweiz) erneut auf. Zwei Jahre später verstarb er. Über die Ausrichtung des Schaffhausener Museums gab es einen jahrelangen Streit; die drei Sammler Hans B. Wyss, Robert Strebel und Michael Liebelt erhoben schließlich im Jahr 2004 Ansprüche auf die Beuys-Installation und bekamen nach sechsjährigem Prozessieren vom Kantonsgericht Schaffhausen recht. 2014 musste das Museum seinen Betrieb aufgeben und die Stadt Schaffhausen verkaufte „Das Kapital“ unlängst an einen neuen Eigentümer. Der Sammler Erich Marx überlässt nun der Berliner Nationalgalerie die Arbeit als Dauerleihgabe. www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/neue-nationalgalerie/

Museen & Institutionen

Picasso-Schau nach Sanierung

DEICHTORHALLEN HAMBURG, Fassade der Nordhalle, Foto: Matthias Schönebäumer/Deichtorhallen Hamburg

13 Mill. Euro aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2020“ waren für die Sanierung der Nordhalle der Deichtorhallen Hamburg veranschlagt. Die alten Markthallen stammen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und stehen seit rund einem Vierteljahrhundert für Kunstprojekte zur Verfügung. Doch um weiterhin einen Ausstellungsbetrieb auf internationalem Niveau zu gewährleisten, war eine denkmalgerechte Sanierung der Fassaden, der Fenster, Oberlichter und des Mauerwerks dringend notwendig. Für die Ausstellung „Picasso in der zeitgenössischen Kunst“, die im Frühjahr 2015 an den Start geht, wären sonst kaum 160 hochkarätige Leihgaben zur Verfügung gestellt worden. So kann nun zum 25jährigen Jubiläum der Deichtorhallen auch erstmals nach 60 Jahren Picassos berühmtes „Guernica“-Bild wieder in Deutschland gezeigt werden (1. April bis 12. Juli 2015).www.deichtorhallen.de

Messen & Märkte

Femme

MARTINA KANEHL, Kostümkunst, Model: Gia LaFae, Foto: Vanessa Zimmermann

Das Bonner Frauenmuseum ist vom 20. bis zum 22. März 2015 Schauplatz für die „femme“-Messe. 80 Designerinnen präsentieren auf 3000 qm Ausstellungsfläche ihre Entwürfe und Modelle aus den Bereichen Mode, Schmuck, Accessoires und Kleiderkunst. Höhepunkte sind eine Kunstkleider-Modenschau am Freitag, 20.3., die Laufstegpräsentation der Designerinnen am Samstag, 21.3., sowie die Fotoausstellung „ICH MACHE DEINE KLEIDUNG!“ Politisch gilt die Veranstaltung auch als Werbung für faire und menschenwürdige Produktionsbedingungen im Textilgewerbe: „Wer hier sein Lieblingsstück kauft, kann sicher sein, dass kein Blut ostasiatischer Textilarbeiterinnen an seiner Neuerwerbung klebt. Auf der femme wird verkauft, was in Deutschland in kleinen Ateliers hergestellt wird...“www.frauenmuseum.de

Ausschreibungen

Konrad-Adenauer-Stiftung

Die Konrad-Adenauer-Stiftung vergibt im Rahmen ihres Künstlerförderungsprogamms Stipendien an bedürftige und besonders befähigte Künstler mit deutscher Staatsbürgerschaft. Insgesamt werden sechs einjährige Arbeitsstipendien im Bereich Bildende Kunst, zwei im Bereich Literatur, eines in der Sparte Komposition und eines in der Kategorie Tanz vergeben, die jeweils mit 12.000 Euro dotiert sind. Deadline: 30. April 2015. Kontakt: Konrad-Adenauer-Stiftung, Tiergartenstr. 35, 10907 Berlin, www.kas.de

Messen & Märkte

Art Revolution Taipeh

Art Revolution Taipeh (8. bis 11. Mai 2015, Vernissage: 7. Mai 2015) versteht sich nicht als klassische Galeristenmesse, sondern folgt einem „Kuratorenkonzept“, das mehr die „Künstler in den Vordergrund“ stellen will. An jedem Stand gibt es daher eine Einzelausstellung eines Künstlers zu sehen. Zum Beiprogramm gehört „Art Your Compassion“ mit Verkäufen von Kunstwerken für wohltätige Zwecke. Veranstaltungsort ist die Halle drei im Taipeh World Trade Center. Das Ausstellungsthema für die übernächste Messe 2016 steht jetzt schon fest: „A Great Event in Life“. www.arts.org.tw

Ausschreibungen

Hans-Meid-Preis

Der Hans Meid-Preis für Buchillustration ist mit 15.000 Euro dotiert; eine Buchpublikation kann zusätzlich mit max. 3.000 Euro gefördert werden. Zudem werden vier Förderpreise mit je 3.000 Euro sowie Studien- und Arbeitsstipendien ausgelobt und Druckkostenzuschüsse für Ausstellungskataloge gewährt. Infos über die aktuellen Ausschreibungen im Jahr 2015 findet man unter www.hans-meid-stiftung.de

Messen & Märkte

Vernice Art Fair

Bereits zum dreizehnten Mal wird in Forli (Italien) die Vernice Art Fair (20. – 22. März 2015) ausgerichtet. Aussteller sind Künstler und Kulturvereine aus Italien und dem Ausland. Mit von der Partie ist in diesem Jahr z.B. auch der Verein „Biennale Austria“ mit Arbeiten von Herbert Bauer, Fabian Freese, Gerlinde Kosina, Regina Merta, Elisabeth Rass, Hanna Scheriau, Bernhard Schinko und Herwig Maria Stark. www.verniceartfair.it

Messen & Märkte

Fine Art Kurhaus Baden-Baden

KURHAUS BADEN-BADEN, Fotoquelle: Wikipedia/Louisch

www.fineart-kurhaus.deDie Fine Art Kurhaus Baden-Baden (28.-31. März 2015) umfasst Moderne und Zeitgenössische Kunst, Asiatika, Antiquitäten, Gemälde und Grafik, Glas, Möbel, Kunsthandwerk, Schmuck, Teppiche, Silber, Porzellan, Uhren, Skulpturen, Sammlungen, Jugendstil und Art Deco. Im vergangenen Jahr wurden 3.500 Besucher gezählt. www.fineart-kurhaus.de

Messen & Märkte

Internationale Messetermine

27.-29.3.2015 FIAC Los Angeles
28.-31.3.2015 FINE Art Kurhaus Baden-Baden
08.-11.4.2015 World Art Dubai
09.-12.4.2015 SP-Arte Sao Paulo
10.-12.4.2015 Miart Milano
10.-12.4.2015 art3G-Art Fair Lyon
16.-19.4.2015 Art Cologne
16.-19.4.2015 Kölner Liste
17.-19.4.2015 Market Stockholm
17.-19.4.2015 Doors Art Fair Seoul
23.-26.4.2014 The London Original Print Fair
24.-26.4.2015 Paris Photo Los Angeles
24.-26.4.2015 Young Art Taipeh
25.-27.4.2015 Art Brussels
08.-11.5.2015 Art Revolution Taipeh
13.-17.5.2015 Select New York
14.-17.5.2015 Frieze Art New York
14.-17.5.2015 NADA New York
15.-17.5.2014 Art Basel Hong Kong
21.-23.5.2015 Art15 London
29.5.-.2.6.2015 The Moccow World Fine Art Fair
04.-7.6.2015 Arte BA Buenos Aires
11.-18.6.2015 Art Antiques London
15.-20.6.2015 Volta Basel,16.-21.6.2015 Liste Basel
18.-21.6.2015 Art Basel
09.-12.7.2015 Art Monaco
10.-12.7.2015 art bodensee Dornbirn
Alle Angaben ohne Gewähr.

Galerien & Auktionshäuser

Achenbach-Versteigerung

HELGE ACHENBACH, Foto: Jocks

Rund 2.000 Kunstwerke lagern in den Depots des Kunsthändlers Helge Achenbach. Der Insolvenzverwalter Marc d’Avoine plant, zwischen Juni und November 2015 in London, Köln und Düsseldorf mehrere Versteigerungen durchführen zu lassen. Wie hoch der Erlös sein wird, ist ungewiss: auf mehrere hundert Werke meldeten nämlich Dritte bereits Ansprüche an. In Liquiditätsprobleme sei Achenbach aber bereits vor seiner Verhaftung wegen Betrugsvorwürfen im Juni 2014 geraten, stellte der Insolvenzverwalter fest. Vor allem die Restaurantkette „Monkey’s Island“ sei ein Verlustgeschäft gewesen, das Achenbach dann teilweise durch seine Kunstberatungsaktivitäten ausglich. So sei dann der Umsatz aus Kunsthandel und Kunstberatung von 16 Mill. Euro 2010 auf nur noch 7,3 Mill. Euro im Jahr 2013 gesunken: die Probleme mit Achenbachs Gastronomiebetrieben hätten sich mithin auch auf seine anderen Firmen ausgedehnt. Doch den Super-GAU erlebte der Kunsthändler dann, als Babette Albrecht mit Betrugsvorwürfen einen Straf- und einen Zivilprozess ins Rollen und Helge Achenbach in Untersuchungshaft brachte. Im Zivilprozess wurde er zur Zahlung von 19 Mill. an Schadenersatz an die Familie Albrecht verurteilt. Derzeit bemüht sich der Insolvenzverwalter, das Dickicht des Firmengeflechts zu lichten und hat dazu einen Wirtschaftsprüfer hinzu gezogen. Im Strafprozess forderte die Staatsanwältin wegen wegen schweren Betrugs in ihrem Plädoyer sieben Jahre Haft.

Preise

Otto-Breicha-Fotopreis

LEO KANDL, Paris, 2014, Foto: Andreas H. Bitesnich

Leo Kandl nimmt Ende Oktober 2015im Museum der Moderne Salzburg im Rupertinum den Otto-Breicha-Preis entgegen (5.000 Euro). Eine Ausstellung mit dem Preisträger ist dort vom 31. Oktober 2015 bis 28. Februar 2016 zu sehen. Sabine Breitwieser, Direktorin am Museum der Moderne Salzburg: „Kandls fotografische Einblicke in eine Welt am Rande von Großstadt-Society und gestylten Lebensbildern gehören zu den Klassikern der österreichischen Fotogeschichte.“ www.museumdermoderne.at

Kulturpolitik

Online-Kurs Kulturmanagement

Das Goethe-Institut entwickelte gemeinsam mit der Leuphana Universität Lüneburg einen kostenlosen Fernlehrgang „Managing the Arts: Marketing for Cultural Organizations“. 17.000 Kulturmanager aus 170 Ländern nehmen derzeit das Angebot in Anspruch. Durch den 14-wöchigen „Mentored Open Online Course“ (MOOC) führt Chris Dercon, Direktor der Tate Modern in London. „Der Online-Kurs richtet sich an Menschen, die sich im Kulturbereich beruflich etablieren oder professionalisieren möchten. Die Teilnehmer können auf der Online-Lernplattform die theoretischen Grundlagen von Kulturmanagement lernen und praxisnah arbeiten: Wie ist das Verhältnis von Kunst und Kultur zu Markt und Marketing?...“ Die erste Kursphase begann soeben und behandelt das Thema „Kulturelle Ökonomie“. Die Teilnehmer arbeiten in interdisziplinären Kleingruppen gemeinsam an Lösungen für konkrete Praxisszenarien. www.goethe.de

Kulturpolitik

Korruptionsverdacht

 André Schollbach

André Schollbach, Fraktionsvorsitzender der Partei "Die Linke" im Dresdner Stadtrat, stellte Strafanzeige gegen Politiker der CDU und der FDP wegen Verdachts der Korruption. Schollbach bezieht sich dabei auf ein Interview des früheren Museums-Generaldirektors Martin Roth mit "Spiegel online": der FDP-Politiker soll seinerzeit eine Kürzung des Museumsetats angedroht haben, falls seine Privatfirma nicht einen Auftrag bekäme. Der CDU-Politiker soll ebenfalls versucht haben, den Museumschef unter Druck zu setzen, damit sein Sohn eingestellt werde. Schollbach, im Hauptberuf Rechtsanwalt, sieht darin versuchte Erpressung. Die Identität der Beschuldigten und die "konkreten Umstände" könne der Staatsanwalt durch Vernehmung von Martin Roth ermitteln, so Schollbach. Roth ist heute Museumsdirektor in London.

Preview

New Frankfurt Internationals

VALENTIN BEINROTH (rechts, gelbes Relief) und PIA LINZ (links, Fotoserie), Installationsansicht im Frankfurter Kunstverein

Lilian Engelmann (Frankfurter Kunstverein) und Elke Gruhn (Nassauischer Kunstverein Wiesbaden) kuratieren die „New Frankfurt Internationals“ als „ein besonderes Ausstellungsprojekt“, das „einen Fokus auf das große in der Region vorhandene künstlerische Potential richten und Künstler präsentieren“ möchte, „die in Frankfurt und der Rhein-Main-Region leben und/oder studiert haben“. Unter dem Titel „Solid Signs“ sind an beiden Orten bis zum 26. April 2015 Malerei, Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen, Videos, Installationen und Performances von 41 Künstlern und Künstlergruppen zu sehen. Eine Vielzahl der Werke wurden dabei für die Ausstellung neu produziert. Inhaltlich knüpft das Projekt „an das schon seit längerer Zeit zu beobachtende Interesse vieler Künstler an der physischen Präsenz von Kunstwerken und der Wiederbelebung traditioneller künstlerischer Techniken und Materialien an. Gerade eine jüngere Künstlergeneration setzt sich wieder verstärkt mit der Materialität von bildnerischen Mitteln und deren jeweiligen Ausdrucksqualitäten auseinander. Dabei hat für sie die stoffliche Dimension die gleiche Wichtigkeit wie die Ausführung und der Inhalt eines Kunstwerkes.“ Nachdem mit der zunehmenden Verbreitung von PCs und Laptops und dem Einzug des Internet in den Alltag der 1990er Jahre die medientechnische Entwicklung eine Euphorie in Sachen Digitalkunst auslöste, scheinen manche jetzt vielleicht des Umgangs mit virtuellen Welten wieder überdrüssig zu werden: „Die Betonung physischer Präsenz von Objekten und Dingen in der Kunst erscheint wie ein greifbarer Gegenentwurf im Zeitalter der Digitalisierung.“ Ganz bewusst arbeiten viele junge Fotokünstler wieder mit Analog-Kameras oder schaffen mit Papier und Bleistift großformatige Landschaftsporträts. „Auch findet die Super 8 Kamera wieder Verwendung, um atmosphärische statt technisch perfekte Bilder aufzunehmen. Einfache Grundstoffe wie Holz, Gips, Karton und Tusche werden als vielfältige Ausgangsmaterialien für Skulpturen und Bilder wiederentdeckt“, heißt es im Pressetext. www.newfrankfurtinternationals.de

Ausschreibungen

Plüschow-Stipendium

Das Mecklenburgische Künstlerhaus Schloss Plüschow vergibt fünf dreimonatige Arbeitsstipendien für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2015 (Residenzpflicht!). Die Höhe des Stipendiums beträgt monatlich 1.000,- Euro, abzüglich der Energie- und Telefonkosten. Die Ausschreibungsunterlagen können unter www.plueschow.de heruntergeladen werden. Die Bewerbungsfrist endet am 15. April 2015. Adresse: Mecklenburgisches Künstlerhaus Schloss Plüschow, 23936 Plüschow, Am Park 6, Tel. +49(0)3841-61740

Ausschreibungen

Fassbender-Preis

Der Brühler Joseph- und Anna Fassbender-Preis ist für Grafik und Handzeichnung ausgelobt (1.500 Euro). Einzureichen sind max. fünf gerahmte Arbeiten (Originale), Höchstformat 1,50 x 2,00 m. Deadline: 30. April 2015. Kontakt: Stadt Brühl - Der Bürgermeister Fachbereich Kultur, Bildung und Familie/Kultur, Gisela Kroell, Uhlstraße 3, 50321 Brühl, Tel. 02232 79-2670, kunstpreise@bruehl.de, www.bruehl.de

Preview

Videonale

BEATE GEISSLER, OLIVER SANN, „Fuck the war“, 2006

Im Bonner Kunstmuseum läuft bis zum 19. April 2015 das „Videonale“-Festival. In erweiterter Form begleitet auch ein „Videonale-Parcours“ nun schon zum zweiten Mal das Programm mit aktueller Videokunst. Auf diesem Parcours dürfen Studenten diverser Kunsthochschulen ihre Werke präsentieren: Stationen sind u.a. der Bonner Kunstverein, das Frankenbad und das LVR-Landesmuseum. Im Kunstmuseum Bonn steht die Hauptausstellung unter dem Motto „The Call oft he Wild“. Künstlerliste: Ayla Pierrot Arendt, Udita Bhargava, Pauline Boudry & Renate Lorenz, Jenny Brady, Karolina Bregula, Wim Catrysse, Jos Diegel, Wojtek Doroszuk, Mahdi Fleifel, Christoph Faulhaber, Fabien Giraud & Raphaël Siboni, Shaun Gladwell, Philipp Gufler, Amina Handke, Constantin Hartenstein, Kerstin Honeit, Vika Kirchenbauer, Thomas Kneubühler, Ihra Lill, Lieux fictifs (diverse artists), Elin Magnusson, Rachel Mayeri, Marianna Milhorat, NEOZOON, Shelly Nadashi, Erkka Nissininen, Francois Nouguies, Alan Phelan, Cristina Picchi, Florian Pugnaire & David Raffini, Mateusz Sadowski, Gerhard Treml & Leo Calice, The Otolith Group, Koen Theys, Anna Zett, Mikhail Zheleznikov, Tobias Yves Zintel. Außerdem ist der zweite Teil der Jubiläumsausstellung „30 Jahre – 30 Stimmen“ zu sehen. An dieser Ausstellung nehmen Victor Alimpiev, Breda Beban & Hrovje Horvatic, Janet Biggs, Manon de Boer, Ivo Dekovic, Cerith Wyn Evans, Ken Feingold, Jeanne C. Finley, Jaqueline Forzelius, Geissler & Sann, Jean-Franҫois Guiton, Astrid Heibach, Annebarbe Kau, Dan Oki, Soc. Raffaello Sanzio, Evamaria Schaller und Herbert Wentscher teil. www.V15.videonale.org

Biennalen

New Museum Triennal

LAUREN CORNELL, Fotoquelle: Wikipedia/Régine Debatty

Die New Yorker New Museum Triennal (25.2. bis 24.5. 2015) wird von der Kuratorin Lauren Cornell organisiert. Die Veranstaltungsreihe hat sich auf die Präsentation von „early-career artists“ spezialisiert und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Surround Audience“. Dazu versammelt das Programm 51 Künstler und Künstlergruppen aus 25 Ländern, und für viele von ihnen ist dies ein allererster Auftritt in einem US-Museum. Cornell arbeitet bei der Programmgestaltung kuratorisch eng mit Ryan Trecartin zusammen, der vor einigen Monaten seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland im Berliner KW Institute for Contemporary Art hatte. Trecartin ist als Künstler auf Sound Installationen spezialisiert. Klangkunst ist auch bei dieser aktuellen Triennale neben Installation, Skulptur, Malerei, Tanz, Comedy, Poetrie und Video schwerpunktmäßig vertreten. Eine Online-Talkshow rundet die Triennale ab. www.newmuseum.org

Hochschulen

Ongaeshi Bremen-Nagoya

ONGAESHI JUMP ROPE JACK,

Anna Bart und Sabrina Meißner initiierten ein Austauschprojekt "Bremen-Nagoya" mit Studierenden an der HfK Bremen. Nachdem die Bremer Kunststudenten im vergangenen Herbst in Japan waren, kommen nun ihre japanischen Kollegen zu einem Gegenbesuch in die Hansestadt. Im Kulturzentrum „Kukoon“ (Buntentorsteinweg 29) arbeiten die sieben japanischen Gäste einen Monat lang mit den Kunststudenten der HfK zusammen. Das Austauschprogramm nennt sich "Ongaeshi". Das bedeutet sinngemäß "jemandem einen Gefallen erweisen" und bezieht sich auf die Gastfreundschaft. Kunstinteressierte sind herzlich willkommen, die Künstlergruppe während des Projekts bei „Werkstattbesuchen“ kennenzulernen und die entstandenen Arbeiten bei der Abschlussausstellung (22. bis 29. März 2015) zu besichtigen. www.hfk-bremen.de

Aktionen & Projekte

Month of Performance Art-Berlin

SHANNON ROSE RILEY, „Ich bin ein Berliner: Mis(s) Translation USA goes to Berlin“, Performane, Foto: Lindsay Tunkl & Amanda Ribas Tugwell / MPA-B

Die Initiative MPA-B (Month of Performance Art-Berlin) ruft den Mai zum Performance-Monat aus und bietet in der fünften Auflage dieses Festivals vom 1. bis zum 31. Mai 2015 ein Programm unter dem Titel „The Anthology“. MPA-B hat sich auf die Organisation und Präsentation alternativer Wege in der Performance-Kunst spezialisiert und ist in der freien Künstlerszene Berlins verankert. Eine Teilnehmerliste mit genauem Programm wird ab dem 1. April 2015 veröffentlicht unter www.mpa-b.org

Aktionen & Projekte

Bring your own Beamer

BRING YOUR OWN BEAMER, Einladungsflyer, 2015

Daniel Spoerri war der erste Künstler gewesen, der 1982 den Hochbunker in der Körner Str. von Köln-Ehrenfeld als Ort für Kunstaktionen entdeckte. Als 2011 bekannt wurde, die Bundesimmobilienverwaltung wolle den Weltkriegs-Bunker auf dem freien Markt zum Verkauf anbieten, setzte sich eine Initiative aus lokalen Künstlern für den Erhalt dieses Kunstortes ein. Inzwischen hat sich  ein Trägerverein gegründet, der dort regelmäßig Ausstellungen, Performances und Medienkunst-Projekte durchführt. Für die jüngste Aktion am 6. März 2015 rufen Roland Neuburg, Fritz Gnad und Meryem Erkus Videokünstler dazu auf ihre Installationen, grafischen Bewegtbilder und visuellen Loops an die Innenwände des Bunkers in Ehrenfeld zu werfen und diesen mit ihrem eigenen Equipment in eine großflächig-audiovisuelle Bilderwelt zu verwandeln.“ Das Konzept zu „Bring your own Beamer“ hat Rafaël Rozendaal 2010 enwickelt. Anmeldeschluss war am 1. März 2015. Die Reihe soll fortgesetzt werden. www.bunker101.de

Aktionen & Projekte

Liegen -Sitzen - Stehen...

LIEGEN-SITZEN-STEHEN... Abbildungs-Cluster, Ausschnitt aus der Einladungskarte

Rund zweitausend Fotos haben die Künstler des Kölner E.P.I.-Zentrums für eine "diagrammatische Ausstellung" im Bonner Künstlerforum zusammen getragen: "Im Kontext der Performance" dokumentieren Susanne Grube, Sibylle Ettengruber, Thomas Reul, Gerhard Dirmoser Roland Bergère und Boris Nieslony das Ergebnis einer "anthropologischen Feldforschung". Aus Archiven und Zusendungen von Künstlerkollegen haben sie eine Dokumentation über "menschliche Grundtätigkeiten und Grundhaltungen" wie "Liegen-Sitzen-Stehen-Gwhen-Springen-Fliegen/Fallen - was Menschen tun und wie" zusammen getragen. Bilder von Performances, Videos und ein Webblog mit Texten ergänzen diese Projekdokumentation. Bis 22. März 2015.www.asa.de

Aktionen & Projekte

Booom, Bubble und Blast

CHRISTINA ZÜCK, Lies! Lies!, Berlin, Potsdamer Platz, 2012

Jedem wirtschaftlichen Aufschwung (boom) folgt zwangsläufig eine Blase (bubble), die irgendwann platzt (blast). Diese Metapher zur Beschreibung der Mechanismen in der kapitalistischen Wirtschaft bildet den Titel einer Ausstellung mit „Kunst zur Demokratie“ im Projektzentrum Dresdner Motorenhalle: „boom, bubble und blast“ lautet der Titel in poetischer Alliteration. Mehr als 40 Künstler zeigen bis zum 4. April 2015 Skulpturen, Malerei, Videos, Soundart, Fotografien, Performances, Dokumentationen von Interventionen im öffentlichen Raum, „die sich mit den Folgen von Krisen der vergangenen Jahre befassen.“ Und da Kunst auch immer mit dem Einfordern von Utopien zu tun hat, „spekulieren die Künstler über Möglichkeiten, Entwicklungslinien anders als bisher verlaufen zu lassen. Sie entwerfen Vorschläge zu Denk- und Handwerkzeugen zur nachhaltigen Bearbeitung von gesellschaftlichen Problemen und helfen damit, Unwohlsein am Gemeinwesen zu vergesellschaften - denn nur so können bitter nötige Antworten auf die Krisen der Gesellschaft entwickelt werden.“ Künstlerliste: Farhid, FLATZ, Heidrun Friese, Front Deutscher Äpfel, Tim Goldie, Viktor Hertz, Peter Kennard & Cat Picton Phillipps, Sebastian Krumbiegel, Andreja Kulunčić, Michael Kurzwelly & Nowa Amerika, R.P.S. Lanrue mit Ton Steine Scherben, La r.O.n.c.e. - John Jordan and Isabelle Fremeaux, Peter Lewis & Makiko Nagaya, The Artist Taxi Driver/Mark McGowan, Sina Michalskaja, Rob Moonen, Jörg Möller, Hajnal Németh, Csaba Nemes, NewArtonMondays, Gunter Rambow, Carrie Reichardt, Penny Rimbaud, Tony Barber, Chas Webber, Henrik Schrat, Veronika Schumacher, Seyfried/Ziska, Jonas Staal, Klaus Staeck, Klaus Theuerkauf, Marco Tomassoli, Andreas Ulrich, N. U. Unruh, Omar Vulpinari, Joanne Wardrop/Steven Ounanian, Christina Zück, Sahar Zukerman, Sus Zwick, Muda Mathis/Fränzi Madörin. www.riesaefau.de

Aktionen & Projekte

Polit-Aktionen

KURT FLECKENSTEIN, Abgefertigt, Aktion vor dem Brandenburger Tor, Fotoquelle: Wikipedia/Autor: Fleckenstein

Kurt Fleckenstein, Mannheimer Land Art-Künstler, wurde durch politische Aktionen im öffentlichen Raum bekannt: in Berlin hockten bei der Aktion „Abgefertigt“ vor dem Brandenburger Tor Jugendliche mit verbundenen Händen in jenen großen Plastiktaschen mit hellblau-grauen-Karomuster, in denen häufig Migranten ihre Habe mit sich führen. Damit machte Fleckensein auf drastische Weise deutlich, wie häufig mit Asylbewerbern umgegangen wird. Aus Protest gegen die rechtspopulistische Pegida-Bewegung legte er im Februar 2015 in Dresden 175 muslimische Gebetsteppiche im Straßenraum vor der Frauenkirche aus: die Polizei beendete jedoch schon ziemlich bald die Aktion uns ließ die Teppiche durch die städtische Straßenreinigung einsammeln. Für Mai 2015 hat Kurt Fleckenstein eine Anti-Putin-Performance in der lettischen Hauptstadt Riga angekündigt. Dort will er einen zerschossenen ukrainischen Panzer ausstellen, der von einem als russischer Soldat verkleideten Mitakteur gereinigt wird. www.kurt-fleckenstein.com

Aktionen & Projekte

Kunst im Knast

JVA Magdeburg, Foto: Copyright Kulturanker e.V.

Exakt 110 Jahre lang wurde der Gebäudekomplex am Magdeburger Ring als „Justizaussenstelle“ genutzt. Doch seit 2013 steht der Knast leer – eine Sanierung ist dem Land Sachsen-Anhalt zu teuer. Die Gefangenen wurden in andere Knäste verlegt. Nun dürfen 250 Künstler einen Sommer die leeren Zellen für Ausstellungen, Projekte und Aktionen nutzen. Vom 6. Juni bis 20. September 2015 beleben sie die alten Zellentrakte unter dem Motto „Die neue Sinnlichkeit in der zeitgenössischen Kunst“ mit darstellender Kunst, Literatur, Film, Musik, Lichtkunst und Performances. Organisator des Festivals ist der Verein „Kulturanker“, der mit 30.000 Besuchern rechnet. Finanzstaatssekretär Jörg Felgner betonte, dass solch eine kulturelle Nutzung nur für dieses eine Mal vorgesehen sei, denn das Land wolle den Gebäudekomplex an einen neuen Eigentümer verkaufen. Der Verein Kulturanker hat Erfahrung mit der Durchführung solcher Festivals: 2012 zählte man 13.000 Besucher bei einem Projekt in einem ehemaligen Magdeburger Krankenhaus, und 2013 lockte „Kulturanker“ 20 000 Besucher zu einem Festival auf einem ehemaligen Industriegelände. www.kulturanker.de

Preise

Düsseldorf: Rundgang-Förderpreis

VERLEIHUNG RUNDGANG-FÖRDERPREISE( v.l.n.r.): Prof. Dr. Robert Fleck (Kunstakademie Düsseldorf), Frau Dr. Friderike Bagel (Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer e.V.), Wanda Koler (Preisträgerin 2014), Tomas Kleiner und Marco Biermann (Preisträger 2015) und Prof. Dr. Johannes Myssok (Kunstakademie Düsseldorf), Foto: Hye-Mi Kim.

Tomas Kleiner und Marco Biermann aus der Klasse von Professorin Katharina Grosse sind Stipendiaten des Rundgang-Förderpreises an der Düsseldorfer Kunstakademie. Die beiden erhalten einen Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro. Das Stipendium wird jedes Jahr zum Rundgang von dem Verein der Freunde und Förderer vergeben. www.kunstakademie-duesseldorf.de

 

Messen & Märkte

Art Basel Hongkong

Foto: MCH Messe Schweiz (Basel) AG

„Der Hongkonger Markt professionalisiert sich und adaptiert nach und nach die internationalen Regeln“, beobachtete die FAZ nach der zweiten Ausgabe der Art Basel Hongkong. 245 Galerien bemühten sich 2014 um ein Publikum aus „leisen Australiern, lauten Russen, Scheichs aus Abu Dhabi und an Investment orientierten Festlandchinesen“ (FAZ.Net). Eine ähnlich große Teilnehmerzahl darf auch bei der dritte Ausgabe der Messe die Stände beziehen (Preview: 13./14. März 2014, Publikumstage 15. bis 17. März 2015). Die Veranstalter rechnen wieder mit 65.000 Besuchern. Der Hallenplan ist in die Sektoren „Galleries“, „Insights“ und „Discoveries“ eingeteilt. Während im Galerien-Sektor zumeist renommierte Galerien (sie müssen seit mindestens drei Jahren bestehen) ihr Programm mit Kunst des 20./21. Jh. anbieten, sind die „Insights“ für kuratierte Projekte von Ausstellern aus dem asiatischen und pazifischen Raum reserviert. Sie bieten Solo-Shows, Themenausstellungen oder kunsthistorische Präsentationen. „Discovery“ ist der Sektor für aufstrebende Galerien, die neue Arbeiten von einem oder zwei ihrer Künstler ausstellen. Diese Künstler sollten noch am Anfang ihrer Karriere sein. www.artbasel.com

Kulturpolitik

Hamburger Gängeviertel: Planungsstopp

HAMBURGER GÄNGEVIERTEL, Kutscherhof in der Speckstraße, Fotoquelle: Wikipedia/Bauermann

Enge Bebauung mit schmalen Gassen und verwinkelten Höfen waren charakteristisch für das historische Hamburger Gängeviertel. Wegen der schlechten hygienischen Verhältnisse begann man bereits um 1900 mit der Sanierung; bis heute sind nur noch vereinzelte Bauten übrig geblieben. Als ein niederländischer Investor von der Stadt einen Gebäudekomplex ankaufen und abreißen wollte, besetzten 2009 unter der Schirmherrschaft des Malers Daniel Richter 200 Künstler die Häuser und erzwangen von den Politikern eine Rückabwicklung des Kaufvertrags. Stattdessen propagierte die Initiative „Komm in die Gänge“ ein „selbstverwaltetes lebendiges Quartier“ mit kultureller und sozialer Nutzung. Der Hamburger Senat bewilligte 20 Mill. Euro für eine achtjährige Sanierung, durch die 80 Wohnungen und diverse Künstlerateliers geschaffen werden sollten. Das erste Gebäude ist bereits renoviert; neun weitere Gebäude stehen noch auf der Sanierungsliste. Doch „gravierende Probleme“ führten schließlich dazu, dass der Senat der Forderung der Initiative nach einem Plannungsstopp zustimmte. In den kommenden Monaten arbeiten drei Arbeitsgruppen an den ungeklärten Fragen zum Betrieb einer Kunstfabrik, einer Genossenschaftsanbindung für die Mieter und an alternativen Modellen zur Sanierung und deren Finanzierung.

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