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Preise

Gabriele Münter-Preis an Beate Passow

Beate Passow, Picknick in Persien, 2012, Foto auf Kunststoff

Beate Passow ist aktuelle Trägerin des Gabriele Münter-Preises, der an Künstlerinnen ab 40 Jahren verliehen wird (20.000 Euro). In ihren Arbeiten setzt sie sich mit politischen Themen auseinander. „Mit unterschiedlicher künstlerischer Technik setzt Frau Passow fragwürdigen Herrschaftssystemen, übermässiger Ökonomisierung des Individuums und einer zunehmenden Überwachung ihren Blick und ihre Kamera entgegen“, heißt es in der Jurybegründung. Zusammen mit Arbeiten anderer ausgewählter Künstlerinnen ist eine Ausstellung mit Beate Paasow im März 2017 in der Berliner Akademie der Künste zu sehen. Sie wandert anschließend ins Bonner Frauenmuseum, wo die Ausstellung dann von Mai bis Ende Juli 2017 zu sehen ist. Ein Gespräch von Alexander Braun mit Beate Passow veröffentlichte „Kunstforum“ in Bd. 132 (1995). www.frauenmuseum.de

Messen & Märkte

Art Cologne: Basel-Schelte und Blockbuster-Galerien

Chris Burden, „Buddha's Fingers“, Installation mit 32 Straßenlaternen aus Los Angeles auf der Art Cologne 2917, Galerie Larry Gagosian, New York, Foto: Siglinde Kallnbach

Polemische Worte in Richtung Basel konnte sich Art Cologne-Direktor Daniel Hug zur Eröffnung der diesjährigen Kunstmesse am Rhein nicht verkneifen: da die Art Basel-Macher im kommenden Herbst bekanntlich bei der neuen Art Düsseldorf einsteigen, warf Hug ihnen vor, die „gesamte Welt der Kunstmessen kolonisieren“ zu wollen. Doch das neue Kapitel in der ewigen Rivalität der beiden rheinischen Großstädte sorgte am Preview-Tag unter den Ausstellern und den Besuchern ebenso wenig für größere Aufregung wie Hugs Ankündigung, die Art Cologne werde künftig mit den Berlinern bei der Etablierung einer neuen Messe in der Hauptstadt kooperieren. Eher rief der Coup des Art Cologne-Chefs allgemeines Erstaunen hervor, den New Yorker Galerie-Grossisten Larry Gagosian, der weltweit ein Dutzend Filialen betreibt, erstmals zur Teilnahme in Köln-Deutz bewegt zu haben: Blickfang in dessen Koje war eine perfekt inszenierte Installation von Chris Burden mit 32 Straßenlaternen. Mit David Kordiansky (Los Angeles), der eine Solo-Show von John Pestoni bot, David Zwirner (New York), Hauser und Wirth (Zürich, London et al.) und Sprüth/Magers (Berlin, London) hatte Daniel Hug weitere sogenannte Blockbuster-Galerien in seinem Hallenplan aufgelistet, die mit ihren Programmen garantieren, dass die Kunststadt Köln in der Champions League der internationalen Messen weiterhin auf einem oberen Tabellenplatz mitspielt. Freilich hörte man hinter vorgehaltener Hand hier und da leises Grummeln, Hug vernachlässige dabei zu sehr die lokale Galeristenszene. Die fiel in der Tat diesmal nicht sonderlich auf, auch nicht oben in der Halle 3, wo Hug die Förderbereiche und die jungen Galerien unter dem neuen Label "Neumarkt" zusammengefasst hatte. Die mittlere Halle 2 war für die etablierteren Galerien mit zeitgenössischer Kunst reserviert, und die untere Halle 1 für die Klassiker – insgesamt eine wohltuend klare Aufteilung, die den Besuchern eine gute Orientierung bot. Im hochpreisigen Bereich fiel bei der Galerie Koch (Hannover) ein drei Meter hohes Nagelbild von Günther Uecker für 720.000 Euro ins Auge. 950.000 Euro verlangte Thadaeus Ropac /Salzburg) für die Bronzeskulptur "Zero Dome“ (2015) von Georg Baselitz. Die Galerie Valentin (Stuttgart) wartete mit einer Wiederentdeckung auf, nämlich dem Werk von Volker Böhringer in der Richtung einer Neuen Sachlichkeit und eines Magischen Realismus, in der Nazizeit heimlich gemalt und nach dem frühen Tod des Malers 1961 fast völlig in Vergessenheit geraten. Originell: eine Installation mit 1.400 Spiegeleiern aus Gips und Fiberglas des Künstlers Christopher Chiappa am Stand der New Yorker Kate Werble Gallery. www.artcologne.de

Hochschulen

Düsseldorf: Neuer Rektor

Logo der Kunstakademie Düsseldorf 

Prof. Karl-Heinz Petzinka wurde für die nächste Amtsperiode zum Rektor der Kunstakademie Düsseldorf gewählt und tritt dieses Amt am 1. August 2017 an. Er folgt auf Professorin Rita McBride, die seit 2013 Rektorin der Kunstakademie Düsseldorf ist. Als Prorektoren wurden Professor Robert Fleck und Professor Dr. Johannes Myssok bestätigt. Petzinka ist 2008 an der Kunstakademie Düsseldorf als Professor für Baukunst tätig. Seit dem Jahr 2012 ist Petzinka auch Professor an der Universidad de Austral de Chile mit dem Schwerpunkt Stadtplanungen in außereuropäischen Ländern. Die „Westdeutsche Zeitung“ stellte fest: „Kein Künstler stellte sich zur Wahl“. Weiter berichtete das Blatt, Petzinka habe sich „als Gegenkandidat zu McBride positioniert“, die nicht mehr antrat; die Prorektorin seien „recht häufig mit ihr aneinandergeraten“, und so müsse Petzinka nun „eine Struktur in den zerrütteten Laden bringen“.

Aktionen & Projekte

Protest gegen Nitsch-Aktion

Hermann Nitsch, 5. Aktion, 1964, Foto Peter Jurkowitsch, museum moderner kunst stiftung ludwig wien. © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

Bei der Aktionsmalerei mit Schüttbildern von Hermann Nitsch kommen verschiedene organische Materialien zum Einsatz, so der ausgepresste Saft von Trauben und anderen Früchten, und bei den Aufführungen zu seinem Orgien-Mysterien-Theater auch frisches Tierblut. Tiere werden bei diesen Performance-Ritualen aber nicht geschlachtet, anders als bei den karibischen Voodoo-Zeremonien oder anderen uralten magisch-religiösen Opferritualen. Religionsgeschichtlich bedeutet das Verbot Gottes an Abraham, seinen Sohn Isaac zu opfern, den symbolischen Übergang vom Menschen- zum Tieropfer. Das dionysische Moment des Orgien-Mysterien-Theaters von Hermann Nitsch rekurriert mithin auf uralte sakrale Zeremonien und ihre Symbole, verbunden mit einer künstlerischen Intensität, die allein jene kathartische Wirkung erzeugen kann, die auch dem antiken Theater eigen war: da ging es bei der Gestalt des Dionysos in dem Drama „Die Bakchen“ (das sind Bacchantinnen) von Euripides um Wein, Rausch, Ekstase und Wahnsinn als eine „kontrollierte Trancetherapie“, wie es der Theaterwissenschaftler Michael Gissenwehrer formulierte, nämlich um eine Katharsis in Form eines „Vorführen des Bedrohlichen, Durchleben, nach überstandenem Schrecken befreit fühlen“. So hat denn auch die Einkehr zur Weinprobe, die regelmäßiger Bestandteil von Nitschs Mistelbacher „Sechs Tage Spiel“ ist, einen tieferen Sinn, und erst recht der Umgang mit Blut und Tierkadavern als Verweis auf verdrängte Topoi in unserem kollektiven Bewusstsein – der Tod wird aus dem Alltag gemeinhin ausgeblendet: statt traditionelle Metzger bei bäuerlichen Hausschlachtungen portionieren heute in den Fleischfabriken Zerlegekolonnen im Akkord ein Schwein oder Rind unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Als zivilisatorisches Pendant dazu hat sich in den modernen Industriekulturen auch die menschliche Sterbekultur verändert, nämlich vom Sterbebett zu Hause in Spitäler und Hospize verlagert. Vor diesem Hintergrund ist Nitschs Anspruch an Katharsis zwangsläufig mit Tabubrüchen verbunden. Doch nicht alle tolerieren das – gegen ein Nitsch-Happening im Juni 2017 im Rahmen des Dark Mofo-Festivals im Museum von Hobart (Tasmanien) protestieren 14.000 Unterzeichner mit ihrer Unterschrift. Sie wollen damit verhindern, dass bei der dreistündigen Performance der Kadaver eines frisch geschlachteten Bullen und sein Blut zum Einsatz kommen. Museumsdirektor David Walsh stellte sich hinter den Künstler: das Publikum solle darüber nachdenken, warum das Schlachten zum Verzehr von Fleisch als Nahrungsmittel in Ordnung sei, aber Fleisch für Rituale nicht. Dabei gehört es ausdrücklich zum dramaturgischen Konzept der Nitsch-Aktion, dass das Fleisch während der Aufführung aufgegessen wird. s. hierzu Jolanda Drexlers Rezension "Existenzfest - Hermann Nitsch und das Theater" in "Kunstforum" Bd. 239 (2016).

Aktionen & Projekte

Sammlung Boros im Bunker Berlin

Christian und Karen Boros, Foto: © Wolfgang Stahr

Karen und Christian Boros präsentieren ab dem 4. Mai 2017 die dritte Ausstellung ihrer privaten Sammlung zeitgenössischer Kunst im ehemaligen Reichsbahnbunker in Berlin-Mitte. "Auf einer Fläche von 3000 qm bietet die neue Ausstellung Zugang zu Arbeiten von 18 Künstlern aus der rund 750 Werke umfassenden Sammlung". ZU sehen sind "neuerworbene Arbeiten im Verbund mit Werken der 1990er und 2000er Jahre. Im Bunker sind zudem raumspezifische Werke von He Xiangyu, Yngve Holen und Pamela Rosenkranz zu sehen. Die künstlerischen Positionen, die sich über fünf Etagen erstrecken, installierten die Künstler zum Großteil selbst. Nach dem Umbau des Bunkers und seiner Eröffnung als Ausstellungsort im Jahr 2008 besuchten bisher über 370.000 Menschen das in Berlin-Mitte gelegenen Gebäude aus dem Jahr 1942. Zu DDR-Zeiten funktionierte man den Bau als Lagerraum für Südfrüchte um. Nach der Wende war hier der legendäre Technoclub „Bunker“ beherbergt. Künstler der 3. Sammlungspräsentation: Martin Boyce, Andreas Eriksson, Guan Xiao, He Xiangyu, Uwe Henneken, Yngve Holen, Sergej Jensen, Friedrich Kunath, Michel Majerus, Fabian Marti, Kris Martin, Justin Matherly, Paulo Nazareth, Peter Piller, Katja Novitskova, Pamela Rosenkranz, Avery Singer, Johannes Wohnseifer".

Messen & Märkte

Art Brussels

Art Brussels 2017, Tour et Taxis Palais, Pressefoto, Foto: David Plas

Die Newcomer-Galerie Robilant + Voena (London, Mailand, St Moritz) konnte an einen belgischen Sammler eine Arbeit von Julian Schnabel für 500.000 brit. Pfund (ca.587.000 Euro) verkaufen, und die Galerie Lelong (Paris) freute sich über den Verkauf eines Schlüsselwerks von Günter Förg: die diesjährige Art Brussels meldete in ihrem Abschluss-Bulletin gute Umsätze in allen Bereichen. Dafür sorgten nicht nur die belgischen Sammler, sondern auch jene, die aus Deutschland, Australien, Brasilien, Hongkong und Monaco anreisten. Über mangelnde Internationalität können sich die Art Brussels-Macher schon längst nicht mehr beklagen; die zeitliche Nähe zur Art Cologne ist auch kein Manko. Bewährt hat sich auch die Aufteilung in die Sektoren "Prime" mit 108 etablierten Galerien, die international renommierte Künstler zeigen, und "Solo" mit Einzelpräsentationen, ergänzt um Abteilungen mit Neuentdeckungen und Wiederentdeckungen.

Museen & Institutionen

MMK Frankfurt: Neuerwerbung

Isa Genzken, Schauspieler II, 8, 11, 12, 2014, ohne Titel, 2014, MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Erworben mit großzügiger Unterstützung der Kulturstiftung der Länder; der Hessischen Kulturstiftung; der MMK Partner sowie privater Förderer des MMK, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Axel Schneider

Das MMK-Museum Moderner Kunst Frankfurt/M. erwarb Isa Genzkens Installation „Schauspieler II“ (2014). Die Arbeit wurde im MMK 2015 in der Ausstellung mit neuen Arneiten der Künstlerin gezeigt. Die Werkgruppen mit „Schauspielern“ bestehenaus unterschiedlichen Konstellationen figürlicher Skulpturen, die aus handelsüblichen lebensgroßen Schaufensterpuppen angefertigt wurden. Isa Genzken hat diese Puppen subtil mit unterschiedlichen Materialien, darunter ihren persönlichen Kleidungsstücken und Schuhen, ausgestattet und in der für sie typischen Manier künstlerisch gestaltet: Die Figuren wurden mit Arbeits- und Schutzbekleidung ergänzt und in Deko-Materialien eingefasst, mit verdrehten Gliedmaßen, an verschiedenen Körperstellen mit Spiegelfolien bedeckt, im Gesicht und an den abstrahierten Geschlechtsteilen mit greller Farbe besprüht und mit buntem Klebeband versehen. Die „Schauspieler“ sind so durch einen autobiografischen Bezugsrahmen und eine auffallend persönliche Perspektive gekennzeichnet, aus der die Künstlerin soziale und gesellschaftliche Beziehungen kommentiert und den Betrachter unerwartet nah an sich selbst heranführt“.

Museen & Institutionen

Ottmar Hörl im Zeppelin-Museum

Ottmar Hörl, Statuen vor Zeppelin-Museum Friedrichshafen, Pressebild, Copyright: Harald Ruppert, Courtesy: Zeppelin-Museum Friedrichshafen

„Aller Anfang ist schwer“ nennt sich die Kunst-Installation von Ottmar Hörl im Zeppelin Museums Friedrichshafen (22. April bis 1. Mai 2017). Anlässe sind der 100. Todesjahres Graf Zeppelins und der 80. Jahrestages der „Hindenburg-Katastrophe“ in Lakehurst am 6. Mai 1937, als sich bei der Landung eines Zeppelins in New Yersey (USA) die Wasserstofffüllung entzündete ind das Luftschiff in Flammen aufging. Das Zeppelin Museum Friedrichshafen lud Ottmar Hörl ein, eine neue temporäre Kunst-Installation zu realisieren: 300 serielle, jeweils 43 cm hohe Skulpturen verwandeln den Buchhornplatz neben dem Zeppelin Museum „in einen kommunikativen, identifikationsfördernden Kunst-Schau-Platz... Das Farbkonzept Silber, Anthrazit, Blau und Orange ist eine Referenz an die Zeppelin-Luftschiffe sowie das Zeppelin Museum. Die Aktion ist ein Vorbote der großen Ausstellung KULT! – Legenden, Stars und Bildikonen (2. Juni bis 15. Oktober 2017), die sich mit dem kulturhistorischen Phänomen des Kults in Gesellschaft, Politik und Popkultur auseinandersetzt“. www.zeppelin-museum.de

Museen & Institutionen

Thomas Struth: Figure Ground

Thomas Struth, The Loop towards Dearborn Street, Chicago 1990. © Thomas Struth

Die Übersichtsausstellung „Figure Ground“ des Fotografen Thomas Struth vom 5. Mai bis zum 17. September 2017 im Münchener Haus der Kunst ist „die bislang umfangreichste Präsentation seines genrebestimmenden Œuvres... Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen dabei die Aspekte seiner gesellschaftlichen Interessen... Von seiner ersten Serie Unbewusste Orte, die 1987 publiziert wurde, bis zu seinen jüngsten Arbeiten, die sich mit Wissenschaft und Technologie in einer globalisierten Welt befassen, entfaltet Struths Arbeit ihre eigene analytische Qualität - durch seine Themenwahl, deren fotografische Umsetzung und die Arten der Präsentation. Befragt werden die Relevanz des öffentlichen Raums und die Transformation der Großstadt, der Faktor des sozialen Zusammenhalts durch familiäre Solidarität, die Bedeutung der Beziehung zwischen Natur und Kultur und die Grenzen und Chancen neuer Technologien... Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal frühe Arbeiten sowie Ressourcen zu Struths Themen, die er über Jahrzehnte gesammelt hat, die Einblicke in die Arbeitsweise des Künstlers vermitteln... Mit rund 130 Werken, zwei Mehrkanal-Videoinstallationen und einer Auswahl von Archivmaterial liefert die Ausstellung im Haus der Kunst den bislang vollständigsten Überblick über Struths künstlerische Entwicklung bis zum heutigen Tag...“ www.hausderkunst.de

Museen & Institutionen

Bonn: Karin Kneffel-Ausstellung

Karin Kneffel, o.T., (2013/12), 2013, Öl auf Leinwand, 180 x 240 cm, The Strack Collection, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Achim Kukulies

Karin Kneffels Werkschau „Bild im Bild“ vom 30.4. bis zum 3.9.2017 im Kunstmuseum Bonn ist als „Ausstellung für Kinder und Jugendliche“ tituliert. Seit 1999 zeigt das Kunstmuseum Bonn einmal pro Jahr eine Ausstellung speziell für Kinder und Jugendliche mit Arbeiten, „die aufgrund ihrer Motive, der Materialien oder Bildsprache das junge Museumspublikum in besonderer Weise ansprechen. In der umfangreichen Ausstellungsgeschichte dieses Formats waren Inszenierungen mit Arbeiten beispielsweise von Jean Tinguely, Max Ernst, Rineke Dijkstra und Christiane Löhr zu sehen. Dabei luden alle diese Ausstellungen (nicht nur) Kinder und Jugendliche zu Entdeckungen, zu eigenen Gestaltungen oder zum spielerischen Umgang mit Kunst ein“. Die Gemälde von Karin Kneffel „zeigen eine Welt zwischen Erinnerung, Traum und Realität. Lichtreflexe, Spiegelungen und beschlagene Fensterscheiben lenken den Blick auf Häuserfassaden und in Innenräume“. www.kunstmuseum-bonn.de

Personalien

Volker Kahmen gestorben

Volker Kahmen, Kunsthistoriker und Sammler, starb im Alter von 78 Jahren. Er lebte und arbeitete seit 1999 im Rosa Haus auf der Museumsnsel Hombroich bei Neuss. „Das von ihm gegründete und geführte Literatur- und Kunstinstitut Hombroich birgt eine hochangesehene Sammlung von literarischen Autographen und Originalausgaben, Bildern, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Mineralien. Er gründete das Bruno Goller- und das Werner Kraft-Archiv; seine Else Lasker-Schüler-Sammlung wurde zum nationalen Kulturgut erklärt, sein Grundlagenwerk 'Fotografie als Kunst' (1973) in vier Sprachen übersetzt“.  

Museen & Institutionen

Salzburg: Foto Kinetik. Bewegung, Körper & Licht

Dorit Margreiter zentrum (cinéma), 2016 [Zentrum (Kino)] 9 Aluminiumplatten, Farbe, Eisenstangen, Stahlseile Ausstellungsansicht Charim Galerie, 2016 Museum der Moderne Salzburg – Ankauf aus Mitteln der Galerienförderung des Bundes © Charim Galerie, Wien, Foto: Nathan Murrell

Dire aktuelle Sammlungsausstellung im Museum der Moderne Salzburg ist vom 29. April bis zum 24. September 2017 dem Thema "Foto Kinetik. Bewegung, Körper & Licht" gewidmet. "Der Bogen der Werke spannt sich vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart und schließt die unterschiedlichsten Medien ein: Kinetische Objekte, Performances und Filmarbeiten werden im Zusammenspiel mit Fotogrammen und Fotografien, Lithografien und Zeichnungen gezeigt". Mit der Erfindung der Fotokamera und später der Filmapparate ergaben sich neuartige Möglichkeiten, jenseits von Malerei, Zeichnung pder Plastik Bewegungen im Bild festzuhalten. Für die ältere Kunst gab es nur die Möglichkeit, einen Bewegungsablauf auf mehrere Einzelbilder wie im Comic strip aufzuteilen oder Lessings Theorie vom "fruchtbaren Moment" anzunehmen, in welchem der Maler oder Bildhauer eine Bewegung so festhält (quasi "einfriert"), dass der Betrachter auch das Davor und Danach ahnen und damit den gesamten Bewegungsablauf nachvollziehen kann. In den 1950er Jahren loteten dann die ersten Objekte einer kinetischen Kunst neue Ausdrucksformen von künstlerisch konzipierter Bewegung in Raum und Zeit aus. Insgesamt umfasst die Ausstellung über 100 Exponate von etwa 30 Künstlern. www.museumdermoderne.at

Aktionen & Projekte

Kassel: Parlament der Körper

Unter dem Titel „Das Parlament der Körper“ begleiten öffentliche Programme die Documenta in Athen und Kassel. Nach achtmonatiger Tätigkeit in Athen tagt das „Parlament der Körper“ nun auch in Kassel und ruft dort „zur Bildung einer antifaschistischen, transfeministischen und antirassistischen Koalition auf“. Die erste dieser Kasseler Tagungen steht vom 27. bis zum 29. April 2017 unter der Fragestellung „Wie fühlt man sich als Problem?“ Ausgangspunkt sind die Erfahrungen mit dem „langen Sommer der Migration“ 2015, der – so die Bilanz der Tagungsteilnehmer - „nicht nur ein Versagen der modernen repräsentativen demokratischen Institutionen sondern auch ein Versagen der Ethik der Gastfreundschaft offenbarte. Das Parlament lag in Trümmern. Das wahre Parlament jedoch kam auf der Straße zusammen – als Versammlung unrepräsentierter und undokumentierter Körper...“ So versteht sich das „Parlament der Körper“ als „performatives Zusammenkommen“ zugunsten Plattform für diejenigen, die in der heutigen Zeit einer „Gegenreform“ neuen Formen der Unterwerfung und Unterdrückung ausgesetzt sind: „Dieses performative Zusammenkommen etabliert keine Hierarchien zwischen sich radikal unterscheidendem Wissen, Sprachen und Praktiken, zwischen Aktivismus und Performance, zwischen Theorie und Poesie, zwischen Kunst und Politik: Kollektiv versuchen wir uns an der Herstellung eines öffentlichen Raums der Sichtbarkeit und der Artikulation. Hier versammeln sich Menschen, die für den heutigen hegemonialen Diskurs zum „Problem“ geworden sind. Wir haben keine gemeinsamen Identitäten, sondern wir sind mehr durch die verschiedenen Formen der Unterdrückung, Vertreibung und Enteignung miteinander verbunden, als durch unsere Hautfarben, Geschlechter, Gender oder Sexualitäten...“

Personalien

Magdalena Abakanowicz gestorben

Magdalena Abakanowicz, polnische Bildhauerin, starb im Alter von 86 Jahren in Warschau. Typisch für ihren künstlerischen Stil sind überlebensgroßen, kopflose Mensch-oder Tiergestalten, die für öffentliche Plätze konzipiert sind. Die künstlerischen Anfänge von Magdalena Abakanowicz liegen in der Malerei und in der Gestaltung von Wandtextilien, die sie als „Abakan“ bezeichnete. Ab den 1970er Jahren tauchen dann auch skulpturalen Figuren aus Sackleinwand, Jute oder Sisal, Klebstoff und Harz in ihrem Werk auf.

Hochschulen

Tagung über "Heimat"

"Heimat" ist ein "mit viel Sentimentalität und gelegentlich Kitsch aufgeladener Begriff". Die volksmusikalischen "Heimatmelodien" und die Identitätssuche von Migranten, die zwichen zwei Kulturen leben, sind nur zwei Aspekte in diesem weiten Begriffsfeld. Wie verändert er sich mithin der Heimtabegriff "aktuell mit Blick auf globale, politische und ökologische Veränderungen und welchen Stellenwert hat 'Heimat' im ästhetischen Diskurs? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich die interdisziplinäre Tagung "Sweet home" sowie die anschließende Ausstellung 'an diesem Ort_ die Ungewissheit bestimmt den Aufenthalt'". Am 5./6. Mai 2017 diskutieren Spezialisten aus Theologie und Judaistik, aus Musik-, Literatur-, Medien- und Designwissenschaft und aus der Arbeitsgenossenschaft "Neues Emschertal" an der Folkwang Universität der Künste Essen über unterschiedliche Aspekte des Begriffs "Heimat". Die anschließende Ausstellung vom 7. bis zum 14. Mai 2017 "stellt sich dem Thema Heimat aus aktuellem politischen Anlass. Fotografische Arbeiten Studierender aus dem Folkwang Studiengang Fotografie reflektieren die prekäre Aufenthaltssituation von Geflüchteten in Deutschland". Geflüchtete Küsntler aus Syrien "stellen ihre Gemälde, Grafiken und Skulpturen aus, die einen Einblick in ihre aktuelle Lebenssituation geben. So versucht die Ausstellung in zweifacher Weise, gesellschaftliche Entwicklungen mit Mitteln der Kunst zu reflektieren und Kunst im gesellschaftlichen Kontext zu verorten..." www.folkwang-uni.de

Kulturpolitik

Digitales Sinti und Roma-Archiv

Die Kulturstiftung der Bundes fördert mit 3,75 Millionen Euro den Aufbau eines digitalen RomArchivs über die Kunst der Sinti und Roma. Initiiert haben dieses Projekt Franziska Sauerbrey und Isabel Raabe, die gemeinsam ein Kulturbüro betreiben. Als 2012 ein Mahnmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma im Berliner Tiergarten eingeweiht wurde, hatten Raabe und Sauerbrey im Auftrag des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma das kulturelle Begleitprogramm mit organisiert. Dabei fiel ihnen auf, dass bis auf die Czardas-Volksmusik der ungarischen und rumänischen Roma oder den Jazz des Gitarristen Django Reinhard (1910-1953) einer breiten Öffentlichkeit die reichhaltige Musiktradition, Kunst, Theater und Literatur dieser beiden Volksgruppen kaum bekannt ist. Immerhin leben heute 12 Millionen Sinti und Roma in Europa, und für das RomArchive erforschen derzeit 15 Kuratoren deren Kultur: die ungarische Kunsthistorikerin Tímea Junghaus, die 2007 den Roma-Pavillon auf der Biennale Venedig kuratiert hat, betreut für die Sammlung den Archivbereich Bildende Kunst. In Berlin tagt regelmäßig der 15köpfige Beirat unter dem Vorsitz der rumänischen Roma-Aktivistin Nicoleta Biti. Er erarbeitet Richtlinien für das RomArchive, wiewohl die Definition, was Roma Art ist und wer als Roma Künstler einzustufen ist, schwierig ist. Die ethischen und kuratorischen Richtlinien sollen garantieren, dass die Arbeit am Archiv einem „strukturellen Rassismus“ und „antiziganistischen Darstellungen“ entgegen wirken kann – denn noch immer prägen bei vielen Zeitgenossen eher die folkloristisch verkitschten Operetten-Klischees à la „Der Zigeunerbaron“ das gängige Bild von der Kultur der Sinti und Roma. Mit Online-Ausstellungen will das Archiv ab 2018 seine Rechercheergebnisse öffentlich vorstellen; 2020 läuft die Förderung durch die Bundeskulturstiftung aus, und dann ziehen sich auch die Initiatorinnen Raabe und Sauerbrey zurück. Bis dahin soll sich der Beirat darauf geeinigt haben, welcher Institution, die von Sinti und Roma geleitet wird, das Archiv anvertraut wird.

Ausschreibungen

Schöppingen-Stipendium

Das Stipendienangebot in der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen (NRW) „richtet sich sowohl an Künstler wie auch an Wissenschaftler und Techniker mit interdisziplinärem Forschungsinteresse zwischen Kunst, Wissenschaft und/oder Wirtschaft, wenn sie einen künstlerischen Hintergrund in ihren Projekten verfolgen. Gruppenbewerbungen: Interdisziplinäre, auf Zeit zusammenarbeitende Gruppen werden in dieser Bewerbungsrunde bevorzugt, wenn das vorgestellte Projekt überzeugt“. Das Stipendium beträgt 1.025,- Euro/mtl. Diese Aufenthaltsstipendien in der zwieten Jahreshälfte 2017 werden „ausschließlich für Projektvorhaben an der Schnittstelle zwischen Kunst, Wissenschaft und/oder Wirtschaft vergeben“. Bewerbungen sind bis zum 15. Juni 2017nur online möglich auf www. kuenstlerdorf-online.de/

Preise

Kunstpreis Ruth Baumgarte

Amelie von Wulffen nimmt am 13. Mai 2017 den Kunstpreis Ruth Baumgarte entgegen (20.000 Euro). Die Auszeichnung wird seit 2014 jährlich an einen gegenständlich arbeitenden Künstler vergeben. „Ob Collage, Zeichnung, Gemälde oder Installation: sie setzt Darstellungen unterschiedlicher Zeiten und Stile neben- und ineinander, nimmt ungewohnte Perspektiven ein und verwebt so Motive aus einem kollektiven Gedächtnis...“ heißt es über das Werk von Amelie von Wulffen. www.ruth-baumgarte.com

Museen & Institutionen

Bremen: Zeichnungen von Gerhard Marcks

Gerhard Marcks, Mädchenkopf, Bleistift auf Papier, 1927, Copyright: VG Bild-Kunst Bonn 2017

Das Bremer Gerhard-Marcks-Haus zeigt bis zum 18. Juni 2017 die Ausstellung "Der Bildhauer denkt! - Zeichnungen von Gerhard Marcks". Im Frühjahr 2018 wandert die Ausstellung nach Köln ins Käthe-Kollwitz-Museum. "Während seine Kollegen sich auf schöne Modelle konzentrierten, sah Gerhard Marcks die Herausforderung darin, die (bildhauerische) Schönheit im Alltag zu finden. Sein Mittel dazu war die Zeichnung. In der Ausstellung "Der Bildhauer denkt!" zeigen wir 130 Zeichnungen aus der Perspektive seines Nachdenkens über Bildhauerei. Zwar zeichnete Marcks immer nach dem Modell, arbeitete seine Plastiken aber stets ohne Modell und suchte als Bildhauer nach einer prägnanten Form". Ebenfalls bis zum 18. Juni 2017 läuft dort auch noch die Ausstellung von Susanne Bollhagen "Bau Schmuck Schatulle". www.marcks.de

In eigener Sache

KUNSTFORUM stellt auf der ART COLOGNE aus

KUNSTFORUM stellt auf der Art Cologne alle seit 1973 erschienenen Ausgaben aus. Wir laden Sie ein, uns auf dem KUNSTFORUM Stand in Halle 11.3 besuchen zu kommen. Lesen oder blättern Sie in den 245 Themenbänden aus 44 Jahren Kunst.  
KUNSTFORUM wurde 1973 zu einem Zeitpunkt ins Leben gerufen, als sich im Umgang mit zeitgenössischer Kunst entscheidende Veränderungen abzeichneten. Gerade fand in Köln die erste Kunstmesse statt und es eröffneten zahlreiche Galerien für zeitgenössische Kunst, die sich auch in Museen immer mehr etablierte. In diesem Klima startete KUNSTFORUM zunächst als Insider-Blatt. Im Laufe weniger Jahre jedoch hat es sich als die Kulturzeitschrift profiliert, in der „die Dokumentation des zeitgenössischen Geschehens schlechthin“ stattfindet.
Kommen Sie vorbei! Zum Stöbern und Staunen!

Kulturpolitik

Ausstellung zur Pariser Kommune

Zwei Ereignisse gehörten in diesen Wochen zu den atmosphärischen Begleitumständen der Präsidentschaftswahl in Frankreich: deutsche Medien würdigten zum 50. Todestag von Konrad Adenauer dessen politische Lebensleistung, u.a. die Aussöhnung mit dem früheren Erbfeind Frankreich, die er in seiner Zeit als Bundeskanzler (1949-1963) vorantrieb. In Paris zeigt noch bis zum 30. Juli 2017 das Musée de l’Armée im Hôtel des Invalides die Ausstellung France-Allemagne(s) 1870-1871. La guerre, la Commune, les mémoires – die Ankündigung verspricht einen „neuen Blick“ auf einen „heimlichen Konflikt“. Das Deutsche Historische Berlin steuerte zu dieser Ausstellung zahlreiche Leihgaben bei. Diese andere Konflikt war nicht der militärische zwischen Frankreich und Preußen-Deutschland, sondern jener zwischen der „Pariser Kommune“ und der aufständischen Pariser Bevölkerung mit dem eigenen Militär: als die Aufständischen das Pariser Rathaus und das Tuilerienschloss in Brand steckten, ließ der erste Staatspräsident der Dritten Republik Adolphe Thiers im Mai 1871die Revolte durch das französische Militär nieder schlagen – in der „blutigen Woche“ fanden 30.000 Kommunarden den Tod. Karl Marx beschimpfte Thiers als einen skrupellosen Opportunisten, den nur seine „Gier nach Reichtum“ antrieb und „sein Hass gegen die Leute, die ihn hervorbringen“ und meinte damit die arbeitende Klasse. Die deutschen Soldaten, die nach der Kapitulation Frankreichs noch in der Stadt waren, hielten sich aus diesem innerfranzösischen Konflikt heraus. Fortan ging ein tiefer Riss durch die französische Gesellschaft – der Gegensatz zwischen einem „rechten“ konservativ-liberalen Bürgertum und einer „linken“ Arbeiterschaft bestimmte noch bis Ende des 20. Jh. das Parteienspektrum in Frankreich.

Museen & Institutionen

Athen: Die unsichtbare Stadt

1833 legte man in Athen den Omonia-Platz an, der jedoch in den vergangenen zwanzig Jahren seine Bedeutung als zentraler Treffpunkt in der Stadt durch die Erweiterung des U-Bahn-Netzes eingebüßt hat. Für das Fast Forward Festival 4 des Onassis Cultural Centers verwandelte der Künstler Gregor Schneider vom 2. bis zum 14. Mai 2017 den Platz in einen „Ort des Schutzes, eine neutrale Zone, die vor Angreifern und dem wachsamen Auge von Google Earth gleichermaßen verborgen ist“. „Invisible City – Unsichtbare Stadt“ nennt Schneider sein Projekt, mit dem er demonstrieren will, dass „Städte anders sein könnten, wenn wir sie anders gestalten und bauen könnten“. Die militärische Tarnung, wie sie im Zweiten Weltkrieg erprobt wurde, um amerikanische Flugzeugfabriken vor japanischen Bombenangriffen zu schützen (damals nahm man dazu riesige Jutebahnen), setzt Schneider hier als Metapher für eine Überwachung, Kontrolle, Sichtbarkeit und die Akzeptanz einer Herrschaft über den öffentlichen Raum ein. Gregor Schneiders „Tarnungskunst“ versuchte das „Sichtbare und das Unsichtbare miteinander auszugleichen“ - das rekurriert auf die Beziehung zwischen dem privaten Raum, in den man sich zurückzieht und den man nach außen hin abschottet, um seine persönliche Sphäre zu schützen, und dem öffentlichem Raum, in dem man sich nicht den Überwachungskameras entziehen kann. Darin offenbart sich auch eine Diskrepanz zwischen dem Imaginären und dem Realen – immer wieder entwarfen Planer urbane Utopien; die ideale Stadt war in diesen Entwürfen immer eine Stadt für freie Bürger und eine Stadt der sicheren Versorgung, mit strategischen Vorräten für Notzeiten und mit einer Schutzzumwallung. Die heutigen Städte sind transparent – gläserne Fassaden sind ein Ausdruck dessen, aber auch die Monitore in den Leitstellen von Polizei, Feuerwehr und Verkehrsbetrieben. Über diese Monitore flimmern „vernetzte Dokumentation der Realität“, vor denen nur eine Camouflage „einen sicheren Zufluchtsort bieten“ kann, wie sie Gregor Schneider symbolisch mit der temporären „Unsichtbarkeit des historischen Platzes von oben“ exerziert.

Preise

Art Cologne Award for New Positions

Paul Spengemann erhielt den Art Cologne Award für den Förderbereich NEW POSITIONS 2017, Er setzte sich als Künstler der Hamburger Produzentengalerie mit einer Bewegtbild-Arbeit gegen die anderen Förderkünstler durch. Spengemann nahm die Auszeichnung am 28. April 2017 auf der Art Cologne entgegen. Das von der Deutschen Telekom gestiftete Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro fließt in eine Einzelausstellung in der Kölner artothek während der Art Cologne 2018. "In seinem Video "About Falling in Love and Even Little Rubber Ducks" bedient sich Paul Spengemann einer Werbeästhetik, die in scharfem Kontrast zur reduzierten Narration und den puristischen Bildern seines Arbeitsraumes steht. Kamerafahrten, Wechsel zwischen Nahaufnahmen und Totalen und suggestiver Ton lassen eine Werbesprache anklingen, die durch die Präsentation auf einer großen LED-Wand sinnvoll verstärkt wird. Paul Spengemann gelingt es in seinem Video eine einprägsame und sinnliche Spannung zu entwickeln, die trotz der extrem offenen Ausstellungskoje die Konzentration auf die Arbeit zu halten vermag..." www.artcologne.de

Preise

DGPh-Bildungspreis

Gruppe mit Kamerahintergrund - März 2016, im Rahmen des VHS/talentCAMPus (Fotograf: Tobias Hoss, wirsprechenfotografisch)

Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) vergibt ihren Bildungspreis 2017 an das interkulturelle Photoprojekt Wirsprechenfotografisch. Die Gruppe nutzt die Fotografie "als universelle Kommunikationsform nutzt. Ein engagiertes, multikulturelles, ehrenamtliches Team vermittelt geflüchteten Menschen mittels der Photographie neue Perspektiven. Das interkulturelle Projekt wurde von der Islam- und Politikwissenschaftlerin und freien Photographin Joceline Noelle Berger im März 2015 in Hamburg initiiert. Verstärkt wird sie durch den Kommunikationsdesigner Tobias Hoss sowie den Photojournalisten und Filmemacher Mohammad Al Bdewi. Seit der Gründung wurden acht Photoprojekte mit geflüchteten Jugendlichen realisiert". www.dgph.de

Hochschulen

Frankfurt: Yang übernimmt Krebber-Professur

Haegue Yang, Pressebild Städelschule Ffm., Copyright: Studio Haegue Yang

Haegue Yang tritt als Nachfolgerin von Michael Krebber die Professur für Freie Bildende Kunst an der Frankfurter Städelschule an. „In ihrer installationsbasierten künstlerischen Praxis verwendet Yang eine Vielzahl von Medien – unter anderem Bildhauerei, Graphik, Inszenierung und Text –, die äußerst konzeptuelle Konstellationen von vorgefertigten Objekten in abstrakten Kompositionen umfassen, die auf individuell-persönlichen Interpretationen verschiedener Diskurse beruhen. Durch Jalousien, Infrarot-Heizungen, Luftbefeuchtern, akustischen Elementen, Elektroventilatoren, Beleuchtungseinrichtungen und Duftstrahler ‚choreografieren’ die räumlichen Konstellationen der Künstlerin die Bewegung des Betrachters sowie dessen sinnliche Erfahrung“. www.staedelschule.de

Messen & Märkte

Kölner Liste und Far off

Blick in die Kölner Liste, Foto: Raap

Zwei Nebenmessen begleiteten die diesjährige Art Cologne: die Kölner Liste bespielte die ehemaligen Postfuhrhallen am Gladbacher Wall, wo einst die Art.Fair stattfand, und die Far Off lockte die Besucher ins Szeneviertel Ehrenfeld und dort in das düstere Fabrikambiente einer ehemaligen Aufzugsfabrik. Der kommerziellen Glätte und Beliebigkeit einer Edelmesse wollten beide Veranstaltungen als Kontrastmessen ausweichern: bei der Kölner Liste füllten fast die Hälfte der Hallen Künstlerkojen aus, den Rest bis auf zwei kleinere Bereiche für Urban Art und Fotografie nahmen Galerien ein. Das Künstlerprogramm hatte Peter Funken kuratiert. Minutiöse Zeichnungen von Petra Paffenholz, die plakativ-bunte Malerei von René von Boch aka Jack Vogelheide, Malerei mit leicht expressivem Touch von Ekaterina Hildmann und Glasarbeiten von Anne Beikircher deckten stilistisch ein breites Feld ab – hier geht es eben nicht um das Namedropping einer Markenartikelkunst, sondern in erster Linie um künstlerische Positionen abseits des Mainstream. Auch die Durchmischung von Künstlern aus verschiedenen Generationen machte den Messerundgang über die Kölner Liste angenehm. Bei der Far Off hatte Kuratorin Maria Wildeis ebenfalls den Auftritt junger Künstler mit bereits etablierteren Kollegen wie Ulrike Zilly oder Volker Hildebrandt kombiniert. Drei Schritte weiter bot Tobias Sternberg beim Berliner HilbertRaum einen Stuhl mit Beil zur Selbstverteidigung und ein Objektarrangement aus Hausfrauenutensilien als „Mothers little helper“ an: alles in allem eine frische, unkonventionelle und kurzweilige Off-Kunstmesse.

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