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Kulturpolitik

Dresden: Erklärung gegen Hass

Motiv aus den Recherchebildern zum Monument von Manaf Halbouni, Fotograf: Nizam Najar, alle entstanden 2016, Courtesy: Kunsthaus Dresden – Städtische Galerie für Gegenwartskunst

Ein Dresdner beantragte beim örtlichen Gericht eine einstweilige Verfügung gegen das "Monument" des Künstlers Manaf Halbouni mit drei senkrecht aufgestellten Bussen vor der Dresdner Frauenkirche - einen Eilantrag wies das Verwaltungsgericht jedoch ab, da der Kläger nicht geltend machen kann, in eigenen Rechten verletzt worden zu sein. Der Oberbürgermeister Dirk Hilbert wurde niedergeschrien und erhielt Morddrohungen, die Stimmung in der Auseinandersetzung um das Werk werde immer aggressiver, berichten mehrere Medien. Vorbild für die Installation auf dem Platz vor der Frauenkirche ist ein Foto, das eine Barrikade aus Bussen im zerstörten Aleppo zeigt. Warum dies zu Pöbeleien führt, und dies mit einer Heftigkeit, mit der in den vergangenen Jahren hier zu Lande noch nie oder zumindest äusserst selten ein Kunstwerk überzogen wurde, versucht Peter Nowak im Onlinemagazin "Telepolis" zu erklären: "Hier wird deutlich, dass es erneut um den Dresdner Opfermythos geht, der seit nun mehr 25 Jahren auch linke Kritiker des Dresden-Mythos beschäftigt... Für diese Rechten ist es eine Provokation, dass die Bombardierung Dresdens mit anderen historischen Ereignissen gleichgestellt wird. Daher echauffieren sie sich über eine Installation, die nun keineswegs eine Kritik am Dresden-Mythos leisten will. Im Gegenteil passt die Installation sehr gut zu einer modernisierten Version des Dresden-Mythos, die durchaus ein Stück weit auf die Kritiker des deutsch-völkischen Dresden-Mythos zugegangen ist...." Inzwischen sahen sich die Intendanten der Dresdner Kultureinrichtungen zu einer gemeinsamen Erklärung gegen den Hass veranlasst, der dem Künstler, dem OB, anderen demokratischen Politikern und den Befürwortern der Installation entgegenschlägt: "Hass und Verachtung fallen auf die zurück, die eben diese Saat ausstreuen. Sie entlarven sich so als Gefährder unserer demokratischen Gesellschaftsordnung... In den Drohungen und in der Hetze gegen den OB Hilbert bricht sich eine Entwicklung Bahn, der wir entgegentreten müssen. In der Geschichte unseres Landes gab es immer wieder Zeiten, in denen das Gemeinwohl durch engstirnig bornierte Hassredner und Demagogen in Gefahr geriet..."

Personalien

Dirk Schwarze gestorben

Dirk Schwarze, Foto: privat

Dirk Schwarze, früherer Kulturchef der HNA-Hessisch-Niedersächsisch Allgemeinen und langjähriger KUNSTFORUM-Autor, starb im Alter von 75 Jahren an einer Krebserkrankung. Schwarze galt als einer der intimsten Kenner und Begleiter der Kasseler Documenta: „Kein Journalist hat die documenta-Ausstellungen in den vergangenen Jahrzehnten intensiver und kenntnisreicher begleitet als er. Mit stets neuer Begeisterung verfolgte er, wie die Ausstellung sich unter den jeweiligen künstlerischen Leitern fortentwickelte, sich alle fünf Jahre ein neues Profil gab und die jeweils aktuellen künstlerischen und gesellschaftlichen Fragestellungen etablierte“, heißt es in einem Nachruf der HNA. Auch an der Vorbereitung der d 14 nahm er regen Anteil, konnte krankheitsbedingt aber nicht mehr nach Athen reisen. Fast zehn Jahre lang prägte er als Vorsitzender auch das Gesicht des documenta-forums. Seit den 1980er Jahren verfasste er auch in „Kunstforum international“ Berichte und Interviews zu documenta-Künstlern und zum Kasseler Kunstbetrieb. Zuletzt veröffentlichte er 2017 in Bd. 244 den Report „Die Documenta lüftet den Vorhang“. Für den aktuellen Documentaband hatte er noch einen Essay in Vorbereitung, er konnte ihn nicht mehr realisieren. Wir trauern um einen langjährigen, wichtigen Mitarbeiter.

In eigener Sache

Der neue Band ist da! Die Komplettdokumentation der 57. Venedig Biennale

Auch wenn immer wieder die Rede ist vom „überholten Modell“ – die Biennale Venedig ist und bleibt die wichtigste internationale Ausstellung zur zeitgenössischen Kunst.

In kommentierten Fotorundgängen, begleitenden Essays und Analysen werden die Hauptausstellung und Nationenpavillons begleitet und diskutiert. Interviews mit Künstlern und Kuratoren liefern dazu Hintergründe und schaffen tieferes Verständnis. Welche Gedankengänge und Vorstellungen liegen der 57. Biennale di Venezia zu Grunde, wie hat es sich auf die Ausstellung übertragen und wie ist „Viva Arte Viva“ schließlich bei den Kritikern angekommen? 

 

Aktionen & Projekte

Documenta 14: Aufruf des Rose Valland Instituts

Maria Eichhorn, Rose Valland Institut (2017), Installation in der Neuen Galerie in Kassel, Documenta 14. Foto: Wolfgang Träger

Das Rose Valland Institut ist ein künstlerisches Projekt von Maria Eichhorn im Rahmen der documenta 14. Es widmet sich „dem Themenbereich ungeklärter Eigentums- und Besitzverhältnisse von 1933 bis heute...“ Dabei wird die Öffentlichkeit „aufgerufen, NS-Raubgut im ererbten Besitz zu recherchieren und Informationen dem Rose Valland Institut zu übermitteln.“ Seinen Sitz hat das Institut während der documenta bis zum 17. September in der Neuen Galerie in Kassel. Die Aktivitäten konzentrieren sich im wesentlichen auf Kunstwerke und andere Objekte in Privatbesitz: „Beschlagnahmtes und geraubtes Gut aus jüdischem Eigentum wurde von den deutschen Finanzbehörden des NS-Staates öffentlich versteigert und so in die gesamte deutsche Bevölkerung verbreitet. Versteigert wurde Umzugsgut jüdischer Emigrant_innen aus ganz Deutschland, die über den Auswandererhafen Hamburg ausgereist waren; jüdisches Eigentum aus der 'M-Aktion' (Möbelaktion) aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg; et cetera. In den Jahren 1942 und 1943 trafen allein in Hamburg 45 Schiffsladungen mit Gütern ein, die man niederländischen Juden geraubt hatte; sie hatten ein Nettogewicht von 27 227 Tonnen. Etwa 100 000 Einwohner erwarben auf Hafenauktionen etwas von den gestohlenen Habseligkeiten...“ Das Rose Valland Institut fragt nun: „Weshalb müssen sich die Beraubten um die Rückgabe ihres Eigentums bemühen und nicht die Räuber, die Beraubten ausfindig zu machen und das Geraubte zurückzugeben? Das Rose Valland Institut will Bewusstsein und Öffentlichkeit für ungeklärte Eigentums- und Besitzverhältnisse seit der NS-Zeit bis heute schaffen. Es ruft dazu auf, aktiv an der Aufklärung andauernden Unrechts und am Auffinden und Aufdecken der unrechtlichen Besitzverhältnisse mitzuwirken...“ Wer nach Gegenständen sucht, von denen angenommen werden kann oder erwiesen ist, dass sie aus jüdischem Eigentum entwendet wurden, kann sich an das Rose Valland Institut wenden. Auch wer Gegenstände in seinem oder in Familienbesitz hat, „von denen angenommen werden kann oder erwiesen ist, dass sie unrechtlich aus jüdischem Eigentum stammen“, ist aufgerufen, dies zu tun. Kontaktmöglichkeit: kontakt@rosevallandinstitut.org.

Personalien

Sloterdijk: Runder Geburtstag

Peter Sloterdijk

Peter Sloterdijk, Karlsruher Philosoph, feiert am 26. Juni 2017 seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass organisiert das ZKM Karlsruhe zusammen mit dem örtlichen Kulturamt, der HfG - Staatl. Hochschule für Gestaltung Karlsruhe sowie dem Berggruen Institute und der Quarton International AG ein Symposion „Von Morgenröten, die noch nicht geleuchtet haben“. Das Symposion widmet „sich – im Sinne einer »2. Aufklärung« – sowohl den philosophischen wie auch literarischen, musikologischen, kunsttheoretischen und raumphilosophischen (von Architektur bis Design)  Aspekten des außerordentlich umfangreichen Werks von Peter Sloterdijk.“ Das Symposion findet vom 23. bis zum 25. Juni 207 im ZKM-Medientheater statt.

Personalien

Julian Schnabel: van Gogh-Film

Julian Schnabel, Foto: Heinz-Norbert Jocks

Julian Schnabel, Maler und Filmregisseur, dreht derzeit in Frankreich den Film mit dem Titel „At Eternity's Gate“ (An der Schwelle der Ewigkeit) über das Leben von Vincent van Gogh. Der Filmtitel ist einem Bild van Gogs entlehnt, das einen alten Mann zeigt, auf einem Stuhl sitzt und sein Gesicht in die Hände stützt. Die Hauptrolle spielt William Dafoe. Das Drehbuch hat Schnabel zusammen mit Jean-Claude Carrière geschrieben. Die Handlung konzentriert sich auf die Zeit van Goghs in der südfranzösischen Stadt Arles und im Dorf Auvers-sur-Oise nahe Paris. Nach Arles war van Gogh 1888 gereist und schuf dort in nur sechs Monaten 187 Bilder. In Arles fand man ihn im Januar 1889 bewusstlos auf, mit einem abgetrennten Ohr. Nach einem Aufenhalt im Krankenhaus und in einer Nervenheilanstalt kam van Gogh 1890 nach Auvers, wo er von Dr. Paul Gachet medizinisch betreut wurde und in 70 Tagen 60 Bilder malte. Dort schoss sich van Gogh eine Kugel in die Brust und starb zwei Tage später am 29. Juli 1890 an den Verletzungen. Julian Schnabel beschreibt die Aufnahmen über diese Zeitspanne als einen Film über „Malerei und einen Maler und ihre Beziehung zur Unendlichkeit“.

Messen & Märkte

Art Basel

Art Basel, Foto: Copyright Art Basel

„Milliardenwerte auf engsten Raum” konstatierte die „Stuttgarter Zeitung” bei der diesjährigen Art Basel, denn die Preise hätten sich „auf einem unverschämt hohen Niveau stabilisiert”. In Presseberichten heißt es, schon am ersten Tag wurden Umsätze in zweistelliger Millionenhöhe gemacht. 291 Galerien waren zugelassen, unter ihnen allerdings nur 17 neue – die Global Player des internationalen Kunsthandels bleiben gerne unter sich. Denn die Art Basel gilt nach wie vor als Tabellenführer in der Champions League der Kunstmessen. Denn einen „Überblick von dem, was auf dem Markt als Exklusivstes und Bestes in der Kunst passiert - den kann man sich nur auf dieser Messe holen”, erläuterte der Leipziger Galerist Gerd Harry Lybke gegenüber dem NDR. Dass die Art Basel demnächst an einer neuen Kunstmesse in Düsseldorf beteiligt ist und man in Köln darüber vergrätzt ist, versteht Lybke nicht: „Ich glaube, die Kölner Messe muss sich wirklich keine Sorgen machen, weil das nun mal die Messe in Deutschland ist, wo es losgegangen ist. Es gibt genügend Sammler um Köln und um Düsseldorf herum. Wenn Basel jetzt weitere Schritte macht, wie sie es schon mit Basel-Miami und Basel-Hongkong begonnen haben, dann ist das eine normale Entwicklung.”

Hochschulen

Leipzig: „Operation Grenze“

Mandy Gehrt, Installationsansicht „Rearranging History I (Zollraum/Marienborn)“, © Mandy Gehrt, HGB-Pressebild

Wer in den 1980er Jahren die Transitstrecke von Hannover nach West-Berlin nutzte, musste am DDR-Grenzübergang Marienborn stundenlange und oft schikanöse Kontrollen über sich ergehen lassen: im Auftrag der Stasi wurde jeder westdeutsche Pass fotografiert, Grenzpolizisten suchten sogar im Hohlraum für den Ersatzreifen nach verbotenen Verstecken und hielten Spiegel an den Unterboden. Marienborn war die größte DDR-Zollstation; die meisten Gebäude sind erhalten und dienen heute als Gedenkstätte. Eine Gruppe von 21 Studenten an der HGB-Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig führt dort bis zum 30. Juni 2017 eine Ausstellung „Operation Grenze“ mit Skulptur, Performance, Fotografie, Video, Installationen, Interventionen, Malerei und Zeichnung durch. „Angesichts der gegenwärtigen Migrations- und Fluchtbewegungen“ findet die Ausstellung bewusst an diesem historischen Ort statt, „um diese zeitgenössischen öffentlichen Diskurse über Grenzen mitzudenken. Die Relikte der Machtausübung und Kontrolle aus DDR-Zeiten lassen sich im Spiegel der aktuellen Debatten über Grenzkontrollen und Grenzbefestigungen als eine Warnung verstehen. Diese Verknüpfung bedeutet für die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn eine Aktualisierung und Erweiterung der Perspektive auf das Thema Grenze in der öffentlichen Aufmerksamkeit...“ www.hgb-leipzig.de

Museen & Institutionen

Wim Delvoye im Museum Tinguely

Wim Delvoye, Cement Truck, 2016 Installationsansicht im Solitude Park, Basel Corten Stahl, lasergeschnitten, Sepherot Foundation, Liechtenstein © 2017 ProLitteris, Zürich / Wim Delvoye, Foto: Daniel Spehr

Das Museum Tinguely Basel widmet dem belgischen Künstler Wim Delvoye die erste Retrospektive in der Schweiz. Delvoye ist seit dem Ende der 1980er Jahre mit Werken bekannt, „die mit viel hintergründigem Witz Profanes und Sublimes vermengen. Die Ausstellung in Basel... zeigt“ vom 14. Juni 2017 bis zum 1. Januar 2018 „das Werk von Wim Delvoye von den Anfängen bis zu seinen neuesten Werken... Seine wohl bekanntesten Werke sind die Cloacas, Verdauungsmaschinen, die den Prozess des menschlichen Körpers von Nahrungsaufnahme bis Ausscheidung maschinell nachbilden und so eine unserer Existenz sicht- und empfindbar machen. Die in neuerer Zeit entstandenen Nachbildungen von Baumaschinen und Lastwagen unter Verwendung gotischer Ornamentik zeigen die Lust des Künstlers am ästhetischen Experiment und an der monumentalen Gestaltung, für die er lasergeschnittenen Stahl und professionelle Konstruktionen einsetzt...“ www.tinguely.ch

Museen & Institutionen

Frankfurt: Ausstellung zur Provenienzgeschichte

Meister von Flémalle (Robert Campin): Der Schächer zur Linken Christi, ehemalige Flügelaußenseite: Johannes der Täufer (Fragment), ca. 1430

Die Ausstellung „Eindeutig bis zweifelhaft. Skulpturen und ihre Geschichten (Erworben 1933-1945)“ der Frankfurter Liebieghaus Skulpturensammlung beschäftigt sich bis zum 27. August 2017 mit der Geschichte des Hauses und seiner Ankaufspolitik in der Nazizeit. Zwischen 1933 und 1945 erwarb das Liebighaus 471 Objekte, von denen bereits in der Nachkriegszeit ein großer Teil restituiert wurde. Heute sind nur noch 152 der damaligen Ankäufe in der Sammlung präsent. Die Ausstellung dokumentiert, wie zweifelhaft der damalige Musuemsdirektor Alfred Wolters agierte, und sie erinnert zugleich an Sammler, die dem Haus eng verbunden waren wie Oswald und Alice Feis,Harry Fuld, Maximilian von Goldschmidt-Rothschild oder Carl von Weinberg.

Galerien & Auktionshäuser

Delmes u. Zander schließen Berliner Filiale

Susanne Zander (links) und Nicole Delmes, Foto: Siglinde Kallnbach

Nicole Delmes und Susanne Zander haben die Berliner Dependance ihrer Kölner Galerie Delmes und Zander geschlossen. Sie wollen stattdessen Künstlernachlässe „adäquat betreuen“ können; die Organisation zweier Ausstellungsräume ließe „zu wenig Raum“ für die inhaltliche Vermittlung der vertretenen Künstler und die Weiterentwicklung des Programms. Die 1988 gegründete Galerie profilierte sich durch Ausstellungen mit Art brut und Outsiderkunst und beschreibt ihr heutiges Programm als „Entdeckung und Förderung eigenständiger künstlerischer Positionen jenseits von Trends.“

Galerien & Auktionshäuser

Neuer Kunstort in Wien

REAKTOR, Großer Saal, Zustand vor der Sanierung, Pressefoto, © Konnektom GmbH

(037) Im Oktober 2017 bekommt Wien einen neuen Kunstort: im ehemaligen Wiener Etablissement Gschwandner nimmt der transdisziplinäre Kunstort REAKTOR seinen Betrieb auf. „Auf 1.200m² Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche werden Themen am Ereignishorizont der Gesellschaft mit den Mitteln der Kunst behandelt. Genres und Veranstaltungsformate werden dabei immer wieder in neue Konstellationen gebracht. Der formale Fokus des REAKTOR liegt auf Musik, bildender Kunst, Tanz, Literatur sowie Film.“

Galerien & Auktionshäuser

Stuttgart: Galerien Haus Open

ArneBrixner, I OverYo, 2013

Fotografie und Digital Composing stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt der Stuttgarter Gruppenschau "Galerien Haus Open" vom 15.7. bis zum 12.8.2017 (Di-Fr 14-19, Sa 11-16 Uhr) im  Galerienhaus Stuttgart, Breitscheidstr. 48 (Hinterhof), Stuttgart-West. "Dahinter verbirgt sich ein offenes, gemeinsam von den Galeristen Andreas Kerstan, Horst Merkle und Marko Schacher entwickeltes Format, das Künstlerinnen und Künstler berücksichtigt, die (noch) nicht im festen Programm der im Galerienhaus Stuttgart ansässigen Galerien sind und teils noch von gar keinem Galeristen regelmäßig repräsentiert werden... Aus den fast 50 eingegangen Bewerbungen haben die Galeristen 27 Positionen von insgesamt 29 Künstlerinnen und Künstlern ausgesucht." www.galerienhaus-stuttgart.de

Museen & Institutionen

Lawrence Weiner in Salzburg

Lawrence Weiner, inside of & outside of itself, 2005 Fassade Museum der Moderne Salzburg, Mönchsberg Fotomontage auf Basis des Entwurfes von Lawrence Weiner und eines Fotos von brainstorm © Museum der Moderne Salzburg, 2017

Nach vielen Jahren präsentiert das Museum der Moderne Salzburg wieder die 2005 eigens für die Museumsfassade geschaffene Arbeit "inside of & outside of itself" von Lawrence Weiner wieder auf dem Mönchsberg über Salzburg. "Die monumentale, sich mit einer Länge von 25 Metern über fast die gesamte Gebäudefront erstreckende Installation besteht – in der für den Künstler typischen Form – aus Buchstaben, Symbolen und grafischen Elementen, die als Relief aus lackiertem Aluminium ausgeführt wurde..." In einer "Auseinandersetzung mit dem Werk von Wolfgang Amadeus Mozart entwickelte Weiner für das Museum der Moderne Salzburg auf dem Mönchsberg seine Arbeit inside of & outside of itself. Während die Architekten Friedrich Hoff Zwink mit rhythmisch angeordneten Steinplatten an der Fassade des Museumsgebäudes auf die Struktur der Arien in Mozarts Oper Don Giovanni Bezug nehmen, überträgt Weiner mit seinem Werk die Verbindung von Musik und Architektur in Sprache."

Aktionen & Projekte

Heimat

Christina Paetsch, Hans-Jürgen, Aus der Serie: Ich bin Neukölln

Ab dem 15. Juni 2017 zeigt der Deutsche Künstlerbund in den Schaufenstern seines Berliner Projektraums die Ausstellung „Heimat“. Zwischen rückwärtsverwandter Heimattümelei, folkloristischer Sinnentleerung und mentaler Entwurzelung deckt dieser Begriff heute semantisch ein weites Feld ab. „Wie verändert sich die Welt in einer Zeit großer Flüchtlingsströme und existenzieller Entwurzelung? Wie wichtig ist die kulturelle Verortung für das Wahrnehmen und Formulieren ästhetischer, sozialer und politischer Aussagen? Der Begriff »Heimat« hat für jeden einzelnen eine eigene, besondere Bedeutung und ist meistens mit einem sehr persönlichen Raum verknüpft, ob dieser nun physisch ist oder ob es sich um einen intellektuellen, künstlerischen Ort handelt.“ Die einzelnen Beiträge können durch QR-Codes an den Scheiben per Smartphone abgerufen werden. Die Beiträge bestehen aus Fotografien, Filme, Klangcollagen und (virtuellen) Zeichnungen. Künstlerliste: Jochem Ahmann, Anna Anders | Matthias Beckmann, Dörte Behn, Hella Berent, Christine Biehler, Pedro Boese, Martin Brand, Ulrike Brand, Sabine Brand Scheffel, Silvia Klara Breitwieser, Costantino Ciervo, Madeleine Dietz, Nezaket Ekici, Susanne Fasbender, Ulrike Flaig, Helga Franz, Elfi E. Fröhlich, Harald Gnade, Bernd Goering, Rainer Görß + Ania Rudolph, Wolf Nkole Helzle, Mario Hergueta, Jürgen Hille, Karin Hochstatter, Beate Höing, Ralf Homann, Gabriele Horndasch, Nikola Irmer, Constantin Jaxy, Susanne Jung, Timo Kahlen, Katharina Karrenberg, Ulrike Kessl, Susanne Kessler, Peter Klemke, Doris von Klopotek, Ursula Kreutz, Stefan Krüskemper + María Linares + Kerstin Polzin, Ute Langanky, Ulrich Langenbach, Gregor Leschig, Jürgen Liefmann, Gerhard Mantz, Reiner Nachtwey, Klaus Noculak, Christina Paetsch, Katja Pudor, Kathrin Rabenort, Rona Rangsch, Bettina Rave, Anna Recker, REINIGUNGSGESELLSCHAFT, Corinna Rosteck, Gerda Schlembach, Inge Schmidt, Nicola Schrudde, Christine Schulz, Michael Seeling, Kerstin Seltmann, Zuzanna Skiba, Peter Stauder, Dietlinde Stengelin, Thomas Sterna, Roland Stratmann, Markus Strieder, Anja Teske, Myriam Thyes, Maria Vedder, Bernd Völkle, Voré, Gudrun Wassermann, Herbert Wentscher, Julia Wenz, Carola Willbrand, Jost Wischnewski, beate maria wörz und Isabel Zuber (bis 25. August 2017).

Museen & Institutionen

Frank Bowling: Mappa Mundi

Frank Bowling Bartica 1968-69 Acrylic on canvas 284 x 349.5 cm Courtesy the Artist and Hales Gallery © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Vom 23. Juni 2017 bis zum 7. Januar 2018 widmet das Münchener Haus der Kunst mit der Ausstellung „Frank Bowling: Mappa Mundi" dem 1934 in Bartica in Britisch-Guayana geborenen Künstler eine Werkschau mit teils monumentalen Gemälden aus fünfzig Jahren künstlerischen Schaffens. Bowling zog 1953 nach London und wurde zum Ende seines Kunststudiums in seiner Abschlussklasse neben David Hockney mit der Silbermedaille für Malerei ausgezeichnet. 1966 zog er nach New York um. In seinen Bildern begann Bowling die strikten Geometrien des Bildfeldes zu überschreiten und experimentierte über die Frage,  "wie abstrakte Kunst mit gesellschaftlicher, kultureller und persönlicher Bedeutung aufgeladen werden könnte, ohne die formalen Prinzipien dieses Mediums einzubüßen. Bahnbrechend hierbei war seine Serie von Landkartengemälden, die ihn von 1967 bis 1971 beschäftigte" ("Map Paintings"). "Als Humanist, Internationalist und gleichzeitig afrikanischstämmiger Künstler, der unter kolonialen Bedingungen in Südamerika geboren war und in New York lebte, war dieses Thema bei Bowling entsprechend komplex - zumal die späten 1960er-Jahre auch die Blütezeit der schwarzen Bürgerrechtsbewegung waren. Die Darstellung der Landkarte... wurde zu einer Metapher für Heimat und Exil." Außer den „Map Paintings" präsentiert die Ausstellung die Serien „Great Thames" sowie „Bartica Flats" und „Wintergreens".

Aktionen & Projekte

Endmoräne

„Endmoräne – Weiße Schatten“, Ankündigungsplakat

Seit 25 Jahren findet alljährlich im brandenburgischen Speckgürtel rund um Berlin jeweils im Sommer das Projekt „Endmoräne“ statt. Künstlerinnen aus Berlin und Brandenburg erkunden vergessene Bauwerke, verlassene Fabrikhallen und Militärflughäfen: wo einst volkseigene Betriebe im sozialistischen Wettbewerb standen, findet man heute nur noch Brachflächen vor. Hier setzt das Kollektiv von rund zwei Dutzend Künstlerinnen aus der Region an: „Der künstlerische Zugriff des Projekts ist prozessual und situationsbezogen: Kaum etwas entsteht vorab im Atelier. Mittels ästhetischer Methoden wie Partizipation, Recherche, Analyse werden sämtliche Arbeiten erst nach und nach vor Ort entwickelt, konkretisiert und umgesetzt“. Schauplatz des diesjährigen Spektakels ist vom 1. bis zum 16. Juli 2017 unter dem Stichwort „Weiße Schatten“ die ehemalige Papierfabrik Wolfswinkel. 22 Künstlerinnen arbeiten dort vor Ort; die fertigen Objekte sind anschließend Besuchern zugänglich. Es gilt, „jene faszinierenden Kontraste, welche die verfallende Fabrik räumlich und geschichtlich bietet, bildnerisch partizipatorisch zu erschließen. Das hier einstmals produzierte reinweiße Papier im aktuellen Kontext zwischen Schutt und Schatten zu rekapitulieren. Und die Widersprüchlichkeit kaputter Schönheit und anziehender Verödung installatorisch umzusetzen...“ Nächste Projektstation der „Endmoräne“ wird der Landkreis Barnim sein.

Museen & Institutionen

Siegen: Francis Bacon und Niele Toroni

Niele Toroni malt in der Kunsthalle Basel: Pinselabdrücke Nr. 50, wiederholt in regelmäßigen Abständen von 30 cm (für Harry), 2007. © Niele Toroni; Courtesy: Marian Goodman Gallery, Paris; Kunsthalle Basel, Photo Stefan Meier; Galerie Greta Meert, Brüssel

Die Sammlung Lambrecht-Schadeberg erwarb kürzlich für das Museum für Gegenwartskunst Siegen Francis Bacons großformatiges Gemälde „Portrait“ (1962). In Siegen sind nun sechs Bacon-Werke in der Sammlung vertreten. Die Ausstellung „6 x Francis Bacon ... und andere Höhepunkte der Sammlung Lambrecht-Schadeberg“ läuft noch bis zum 31. Dezember 2017. Anlass der Ausstellung ist der 50. Jahrestag der Verleihung des Siegener Rubens-Preises an Francis Bacon. In diesem Jahr erhält Niele Toroni den Preis. Er zeigt seine Arbeiten im Siegener Museum bis zum 15. Oktober 2017. Die Preeisvewrleihung ist am 2. Juli 2017 zur Vernissage. Zu der Werkschau bietet das Museum eine Vortragsreihe an. Prof. Erich Franz (Münster) spricht am 20. Juni 2017 über „Wiederholung und Differenz – Repetitive Kunst der 1960er Jahre in Europa und Amerika“ und Prof. Christian Spies (Köln) am 4. Juli 2017 über „Abstrakt, Figurativ, Konzeptuell – Der Rubenspreis und die Malereigeschichte seit 1945“. Es folgt am 11. Juli 2017 Dr. Roman Kurzmeyer (Basel) mit dem Vortrag „Niele Toroni – Malerei und Arbeit“. Am 25. Juli 2017 referiert Prof. Joseph Imorde (Universität Siegen) über „Das Authentische der Wiederholung – Zu einem Problem moderner Malerei“. www.mgk-siegen.de

Personalien

Houellebecq stellt in New York aus

Michel Houellebecq, französischer Autor, zeigt bis zum 4. August 2017 seine Fotomontagen erstmals in den USA, und zwar in der New Yorker Galerie Venus. Titel: „French Bashing“. Am selben Tag, als sein Roman „Soumission“ (Unterwerfung) erschien, fand im Januar 2015 der terroristische Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ statt. Der Roman beschreibt als politische Fiktion Frankreich im Jahr 2022 unter der Regierung eines islamischen Präsidenten.

Museen & Institutionen

Deutsche Bank: Neues Kunstzentrum in Berlin

In der Jahresmitte 2018 eröffnet die Deutsche Bank im ehemaligen Prinzessinnenpalais von Berlin Unter den Linden ein neues Kunstzentrum. In diesem neuen Projekt geht dann auch die bisherige Deutsche Bank Kunsthalle auf. Der neue Standort hat derzeit noch keinen Namen. Für Ausstellungen und andere Veranstaltungen stehen 3.000 qm zur Verfügung. Schwerpunkt werden Präsentationen von Werken aus der unternehmenseigenen Sammlung sein, die 50.000 Werke umfasst.

Aktionen & Projekte

Berlin: Künstlerischer Spaziergang

Hellersdorf liegt im äussersten Osten Berlins und grenzt dort an den Landkreis Märkisch-Oderland. Aus Sicht derjenigen, die sich in Berlin-Mitte aufhalten, liegt die Plattenbausiedlung schon in Preußisch-Sibirien oder - aus anderer Perspektive, mitten in der Pampa. "Mitte in der Pampa" lautet daher der Titel eines Kunstwettbewerbs des Kunstvereins nGbK Kunst im Untergrund 2016/17". Er stellt zwischen Hauptbahnhof und Hellersdorf räumlich, sozial und politisch die Frage, wie in der ›Mitte‹ Entscheidungen gefällt werden, die sich in der ›Pampa‹ auswirken. Acht künstlerische Arbeiten werden entlang der U5 und U55 realisiert, hauptsächlich in der Großsiedlung Hellersdorf..." Für den 25. Juni 2017 ist dort ein künstlerischer Spaziergang "entlang einer gedanklichen Linie" mit Anna Kowalska angekündigt. Es gilt, "die als temporäres Erinnerungsobjekt Lucien Krolls Pläne für die ›Humanisierung‹ einer Plattenbausiedlung in Nord-Hellersdorf zur Reflexion" zu bringen. Treffpunkt ist um 14 Ihr an der Shell-Tankstelle Stendaler Str. 176 www.kunst-im-untergrund.de

Museen & Institutionen

Schuldenkrise am Metropolitain Museum

Im Juni 2017 gab Tom Campbell seinen Direktorenposten am Metropolitain Museum New York auf. Obwohl das Museum im vergangenen Jahr 6,7 Mill. Besucher hatte und damit weltweit auf Platz 2 hinter dem Louvre liegt, weist die Bilanz Schulden von 40 Mill. Dollar auf. Die Ursache dafür sehen manche Insider in Campbells Amtsführung: er habe zu viel Geld für die Digitalisierung des Materials ausgegeben, mit dem das Museum sich medial präsentiert, und er habe sich ebenso auf eine zu teure Image-Kampagne eingelassen. Auch die Übernahme des Gebäudes, in dem früher das Whitney Museum untergebracht war und das Campbel nun als Außenstelle des „Met“ für die zeitgenössische Kunst nutzt, fand keinen ungeteilten Beifall. Wegen der aktuellen Finanzlage musste nun ein 600 Mill. teurer Anbau verschoben werden, der eigentlich 2020 zum 150jährigen Jubiläum des Museums eingeweiht werden sollte. Wenn der Nachfolger Campbells berufen wird, soll dieser vor allem bei den Sonderausstellungen Geld einsparen. Bislang war der Eintritt frei – wer wollte, konnte allerdings freiwillig 25 Dollar an der Kasse lassen. Diese Regelung soll für die Bürger New Yorks auch künftig gelten, doch alle anderen Besucher müssen künftig auf jeden Fall Eintritt zahlen.

Hochschulen

München: Klasse Ingold im Maximilians Forum

Bis zum Jahresende 2017 zeigt die Klasse von Prof. Res Ingold an der Kunstakademie München eine aktionistische Installation „Subzentrale“ im MaximiliansForum – Passage für interdisziplinäre Kunst. Zum Konzept heißt es: „Eine Wand wird zum Schwarzen Brett, zur Anlage für Recherchen und künstlerisches Spiel im öffentlichen Raum. Sie wird ein Display für Kommentare zum Geschehen im MaximiliansForum sowie für Aktionen zu aktuellen Themen im urbanen Umfeld. Sie wird zur Plattform für partizipative Performance und transmediale Interaktion“. Die Passage ist rund um die Uhr öffentlich zugänglich.

Preise

Dahlmann-Preis

Tom Früchtl empfing den Dahlmann Preis 2017 (5.000 Euro). Seine „Gemäldeobjekte“ sind trompe l’œils, die auf ersten Blick etwas vortäuschen, das sie aber eigentlich nicht sind. So bemalt er z.B. Möbeldecken mit Acryl, und die Striche sehen aus wie Fusseln oder Wollfasern. Die Auszeichnung wird im Zweijahres-Rhythmus von dem Hamburger Mediziner Nicolaus Dahlmann zur Förderung junger Künstler ausgelobt.

Aktionen & Projekte

Ostrale in Malta

Valletta/Malta ist 2018 Europäische Kulturhauptstadt. Für das Programm wurden auch drei Orte zur Präsentation von zeitgenössischer Kunst ausgesucht. An der Umsetzung sind die Macher der Dresdner „Ostrale“ beteiligt; sie sollen die Ausstellungen „maßgeblich mitgestalten“. Die Ostrale-Initiatoren erhoffen sich „eine langjährige Partnerschaft weit über 2018 hinaus“. Auch in den ehemaligen Europäischen Kulturhauptstädten Pécs (Ungarn, 2010) und Breslau (Polen, 2016) war die „Ostrale“ bereits „mit umfangreichen Präsentationen zeitgenössischer Kunst“ präsent. Ihren Ausgang nahm die „Ostrale“ mit regelmäßigen Ausstellungen auf dem ehemaligen Dresdner Schlachthofgelände. Doch viele der Gebäude dort sind inzwischen baufällig; ob die „Ostrale“ dort langfristig einen dauerhaften Standort hat, ist ungewiss, und so ist es stimmig, mit anderen Städten zusammen zu arbeiten. Gleichwohl erhoffen sich die Ostrale-Direktorin Andrea Hilger und ihr Team, dass die Auswärtsspiele des Dresdner Projekts hilfreich sein könnten, wenn die Stadt Dresden 2019 eine Bewerbung um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2015“ abgibt. In Dresden findet die Ostrale in diesem Jahr vom 28. Juli bis zum 1. Oktober 2017 statt. (Anfahrt bis „Messe Dresden“).

Kulturpolitik

Flughafen Tegel

Schon vor vier Jahren wurde ein Masterplan unter dem Namen Berlin TXL – The Urban Tech Republic für eine „Nachnutzung“ des Flughafens Berlin-Tegel beschlossen. Ein Industrie- und Forschungspark mit „urbanen Technologien“ soll hier entstehen, mit einem Netzwerk aus Start-ups, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen. Doch da sich die Inbetriebnahme des Pannenflughafens BER immer weiter verzögert und auch der nun avisierte Eröffnungstermin 2019 nicht sicher ist, will vor allem die Berliner FDP auch künftig von Tegel aus Flugzeuge starten und landen lassen. Die Bürgerinitiative "Tegel endlich schließen!" ist dagegen, eine andere will im Herbst 2017 per Volksentscheid über die Offenhaltung abstimmen lassen. Was kaum einer weiß: am Flughafengebäude befinden sich diverse „Kunst am Bau“-Werke von Künstlern wie Ernst Fritz Reuter, Heinrich Brummack oder Hubertus von der Goltz u.v.a.

Aktionen & Projekte

a performancelife

Aktion „a performancelife“ mit Siglinde Kallnbach, Athens Bürgermeister Georgos Kaminis (Mitte) und Kassels OB Bertram Hilgen, Kassel, Juni 2017, Foto: privat

Seit 2001 führt die Künstlerin Siglinde Kallnbach ihr Projekt „a performancelife“ durch. Auf Leinwänden, Textilien und anderen Bildträgern begann sie, durch Unterschriften oder kurze Grußworte Bekundungen zur Empathie für Krebspatienten zu sammeln. Nach den Terroranschlägen der letzten Jahre in Paris, Nizza, Brüssel, Istanbul oder Berlin veränderte sie bei diesem interaktiven Projekt den Focus auf Gesten der Solidarität mit den Opfern dieser Anschläge. Die beschrifteten Tableaux schickt sie anschließend an die Bürgermeister der betroffenen Städte. An den Preview-Tagen der documenta war Siglinde Kallnbach in Kassel und bat dort Politiker, Künstler, Kuratoren und Passanten, ihr Mitgefühl mit den Opfern des jüngsten Terrorschlags in London auszudrücken. An der Aktion beteiligten sich u.a. auch der d 14-Leiter Adam Szymczyk und die Co-Kuratoren Hendrik Folkerts und Dieter Roelstraete, Bundesfinanzminister a.D. Hans Eichel, der Kasseler Ob Bertram Hilgen sowie sein Athener Amtskollege Georgos Kaminis.

Kulturpolitik

Art Basel-Veranstalter verklagt adidas

Der Sportartikelhersteller adidas soll auf Veranstaltungen parallel zur Art Basel Miami Beach Gratis-Sportschuhe als „Art Basel Edition“ verteilt haben. Deswegen verklagte laut Presseberichten die Messegesellschaft MCH Group, die die Art Basel Miami Beach ausrichtet, adidas vor einem Gericht in Florida wegen Verstoßes gegen das Markenrecht. Die Messegesellschaft erklärte dazu, es sei der Eindruck einer Verbindung zwischen dem Veranstalter und adidas entstanden. Durch die Verwendung des Art Basel-Logos auf den Schuhen beschädige adidas das Image der Kunstmesse.

Ausschreibungen

Schwarzes Schaf

Der Kreativhof Lehmberg in Hamminkeln-Dingden führt vom 16.9. bis zum 29.10. 2017 die Ausstellung Schwarzes Schaf auf Abwegen durch, wobei ein Teil der Werke in einem alten Schäferwagen ausgestellt werden. Einzureichen sind zweidimensionale Werke im DINA 5-Format. Deadline: 10. August 2017. Kontaktdaten und Infos: www.kreativhof-lehmberg.de/veranstaltungen

Ausschreibungen

Künstlerhaus Lukas

Das Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop vergibt für 2018 und 2019 rund 60 Aufenthaltsstipendien für 1-2 Monate in den Sparten Bildende Kunst (Malerei, Bildhauerei, Grafik, Fotografie, Künstlerbuch, Video, Kunsthandwerk/Design), Literatur (Prosa, Lyrik, Drama, Drehbuch, Essay, literarische Übersetzung), Tanz (Choreografie, Performance), Musik (Komposition) sowie Kuratieren. Die Bewerbung steht allen Künstlern mit Wohnsitz in Deutschland und allen Ländern rund um die Ostsee (Polen, Litauen, Lettland, Estland, Russland, Finnland, Schweden, Dänemark) sowie Norwegen, Island und Großbritannien offen. Die Stipendien sind mit 1000 Euro monatlich plus kostenfreier Unterkunft dotiert. Deadline: 31. Juli 2017. Achtung: Der Auslober verlangt eine Bearbeitungsgebühr von 10 Euro für die digitale Bewerbung und für die postalische Bewerbung 13 Euro. Bewerbungsbögen unter: www.kuenstlerhaus-lukas.de/?Stipendien

Ausschreibungen

PACT-Zollverein-Stipendium

Am 3. Juli 2017 ist Bewerbungsschluss für das Residenzstipendium des PACT-Zollvereins in Essen. „Das Programm steht professionellen Kunstschaffenden aus dem In- und Ausland offen, die in den Bereichen Tanz, Performance, Medienkunst oder Musik arbeiten. In Verbindung mit den weiteren Arbeitsbereichen Bühne und Plattform entsteht im Künstlerhaus unter dem Dach der ehemaligen Waschkaue ein befruchtender Austausch aus theoretischem und praktischem Arbeiten: Im eigenen Studio wird autonom diskutiert, entwickelt und geprobt...“ Bewerbungen auf englisch online unter info@pact-zollverein.de, ausführliche Infos unter www.pact-zollverein.de/kuenstlerhaus.

Ausschreibungen

Otto Steinert-Preis

Die Sektion Bild der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) schreibt den Otto-Steinert-Preis für den professionellen Fotografen-Nachwuchs. Das Arbeitsstipendium ist mit 5000 Euro dotiert ist wird zwei Jahre lang in Raten von 2.500 Euro/Jahr ausbezahlt. Bewerber, die zur Zeit ihrer Bewerbung Deutsche sind oder ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland haben, können sich mit ihren bisherigen Leistungen, einem kurzen Exposé der geplanten Arbeit, einer Kurzbiographie sowie maximal 15 Fotobeispielen (Format: JPEG, max. 1.024 KB, max 2.048 Pixel breit, nur RGB -Farbraum).vorstellen. Die komplette PDF-Bewerbung muss bis zum 3. September 2017 hochgeladen sein auf www.otto-steinert-preis.de

Hochschulen

Vortrag über Performance-Fotografie

Pietro Pellini, Selbstporträt

Pietro Pellini leitet die fotografische Werkstatt der Kunstakademie Karlsruhe. Seit den 1980er Jahren hat er kontinuierlich Performance-Veranstaltungen mit der Kamera dokumentiert, u.a. mit den Fluxus-Künstlern Ben Patterson und Al Hanson, aber auch mit Performern aus dem Rheinland wie dem Düsseldorfer Robert Reschkowski oder Siglinde Kallnbach aus Köln. Zbigniew Warpechovsky, Pionier der polnischen Performance-Szene in der Jaruzelski-Ära, ist in Pellinis Archib ebenso vertreten wie der Wiener Aktionist Hermann Nitsch oder Alison Knowles, Larry Miller, Geoffrey Hendricks, Esther Ferrer, Hermann Nitsch, Seiji Shimod und Tatsumi Orimoto. Am 19. Juni 2017 (18.30 Uhr) spricht Pietro Pellini über seine Arbeit an der Kunstakademie Stuttgart und erläutert seine Erfahrungen, wie Performances "im Bildmedium der Fotografie am besten zu dokumentieren sind. Dabei lässt sich Pellini von der Idee einer Spannungs-Äquivalenz zwischen performativer Handlung und fotografischem Prozess leiten. Bei einem solchen Ansatz ist dokumentarische Objektivität nachgeordnet."

Hochschulen

Junior Award für Braunschweiger Studentinnen

Farina Hamann, Katharina Sellier und Annika Heller, Studentinnen im Fach Kommunikationsdesign an der HBK- Hochschule der Künste Braunschweig, wurden vom Art Director's Club mit dem Junior Award 2017 ausgezeichnet. Sellier beteiligte sich mit einem experimentellen Web-fint an dem Wettebewerb, Hamann und Heller konzipierten eine interaktive Medienarbeit als VR-Installation. www.hbk-bs.de

Hochschulen

Braunschweig: neue Ausstellungshalle

In Braunschweig steht ab 2017 eine ehemalige Fabrikhalle in der Hamburger Straße als gemeinsamer Ausstellungsraum für die HBK- Hochschule der Künste Braunschweig, den örtlichen Künstlerverband BBK, das Photomuseum und für Projekte regionaler Künstler zur Verfügung. Das Gebäude firmiert dann unter dem Namen „halle267 - städtische galerie braunschweig“. In der Pilotphase 2018 werden die Ausstellungen von Kuratoren geplant und durch einen Beirat genehmigt. Geldmittel dafür stellt die Stadt Braunschweig zur Verfügung. Ab 2019 werden dann zusätzliche Haushaltsmittel für den Dauerbetrieb benötigt, für den dann auch eine feste Stelle eingerichtet werden muss. www.hbk-bs.de

Ausschreibungen

Nordhäuser Grafikpreis

Bis zum 30. Juli 2017 sind Einreichungen für den Nordhäuser Grafikpreis der Ilsetraut Glock-Grabe-Stiftung möglich (Hauptpreis 1.500 Euro, Förderpreis 1.000 Euro). Zugelasen sind alle grafischen Techniken wie Zeichnung, Radierung, Holzschnitt oder Serigrafie von Künstlern aus Niedersachsen, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Einzureichen ist eine CD-ROM mit fünf Bildern im JPG-Format an: Kunsthaus Meyenburg, Alexander-Puschkin-Str. 31, 99734 Nordhausen, E-Mail: kunsthaus@nordhausen.de

Preise

Stuhr-Stipendium

Amina Brotz aus Bremen und Esra Oezen aus Wolfsburg dürfen das Stipendium der Künstlerstätte Stuhr-Heiligenrode antreten. Das Stipendium dient der künstlerischen Nachwuchsförderung in Bremen und Niedersachsen; es dauert jeweils zehn Monate und ist monatlich 1.400 Euro dotiert. Ezra Oezen will während des Stipendienaufenthalts durch Transformation und Reproduktion von vorhandenen Materialien die Realität genauer untersuchen. Brotz hat vor, frühere Projekte vom städtischen in den ländlichen Raum zu übertragen.

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