Aktuelle Nachrichten

  • Alle
  • Galerien & Auktionshäuser
  • Aktionen & Projekte
  • Kulturpolitik
  • Museen & Institutionen
  • Preise
  • Personalien
  • In eigener Sache
  • Ausschreibungen
  • Hochschulen
  • Preview
  • Film
  • Biennalen
  • Messen & Märkte
  • Anzeige
  • Publikationen

Hochschulen

Hans-Ulrich Reck bei den Münster Lectures

Hans-Ulrich Reck, Courtesy: Kunsthochschulen für Medien, Köln

Hans-Ulrich Reck, Rektor der Kunsthochschule für Medien Köln, hält im Rahmen der „Münster Lectures“ am 17. Januar 2017 einen Vortrag an der Kunstakademie Münster. Die Vortragsreihe wurde von Georg Imdahl eingerichtet und beruht auf einem dialogischen Prinzip: „Sie setzen es sich zum Ziel, einen bekannten Theoretiker und einen renommierten Schriftsteller zu einem zentralen Thema der gegenwärtigen Debatten ins Gespräch zu bringen. Gerade die Verbindung von Literatur und Theorie soll neue Perspektiven auf kontroverse Themen der deutschen Öffentlichkeit eröffnen. Die Münster Lectures verstehen sich in diesem Sinne ganz dezidiert als ein Forum der kulturellen Begegnung“. Zu Recks Hauptwerken zählen die Abhandlungen „Kunst als Medientheorie: Vom Zeichen zur Handlung“ (2003) und das Kompendium „Index Kreativität“, gegliedert in 140 Kapitel, in denen die Kreativitätsforschung dokumentiert wird (2007).

Galerien & Auktionshäuser

Irritationen um Sander-Nachlass

August Sander: Photograph [August Sander], 1925, © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur - August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2017

Die Galerie Hauser & Wirth habe in Zusammenarbeit mit dem Urenkel und Galeristen Julian Sander den Nachlass des Fotografen August Sander übernommen. Das gesamte Negativ-Archiv werde weiterhin kunsthistorisch von der Kölner SK Stiftung Kultur in Köln betreut. Auf der Pressemitteilung der Galerie reagierte die SK-Stiftung Kultur freilich “mit Unverständnis“: denn sie habe dem Enkel Gerd Sander (dem Vater von Julian Sander) 1992 den Nachlass abgekauft und ebenso die Nutzungsrechte erworben und sei somit „die einzige legitime Repräsentanz dieses Nachlasses von August Sander.“ August Sander hatte 1925 das fotografische Konzept für „Menschen des 20. Jahrhunderts“ entwickelt. Das Werk umfasst über 600 Aufnahmen mit Porträts, Stadt-, Architektur- und Landschaftsaufnahmen und bietet ein Abbild der Gesellschaftsgruppen in der Epoche zwischen den beiden Weltkriegen.

Aktionen & Projekte

Imi Knoebel entwarf Karnevalsorden

Sessionsorden 2017 der Prinzengarde der Stadt Düsseldorf Blau-Weiß e.V., gestaltet von Imi Knoebel, Foto und Courtesy: Prinzengarde blau-weiß

In Düsseldorf ist es langjähriger Brauch, Künstler mit dem Entwurf von Karnevalsorden zu beauftragen: Günther Uecker, Otto Piene, Heinz Mack, Markus Lüpertz, Tony Cragg oder Thomas Ruff lieferten in der Vergangenheit ihre Entwürfe bei der Prinzengarde der Stadt Düsseldorf Blau-Weiß e.V. ab. So entstand im Laufe der Jahre eine einzigartige Sammlung an Künstlerorden. Diesmal entschied sich die Prinzengarde blau-weiß, ihren Sessionsorden von Imi Knoebel gestalten zu lassen. Der Künstler wollte allerdings zunnächst rot und weiß als Farben nehmen, was bei den Gardisten freilich zu Irritationen führte: im Düsseldorfer Karneval gibt es nämlich zwei Prinzengarden. Die Prinzengarde blau-weiß gründete sich 1927 als Leibgarde der Prinzessin Venetia. Ein Jahr später, 1928, formierte sich dann auch die Prinzengarde rot-weiß der Stadt Düsseldorf als Leibgarde des Prinzen. Imi Knoebel sah ein, dass die Vereinsfarben ausgerechnet der Gardekonkurrenz hier fehl am Platz gewesen wären und wandelte seinen Entwurf schließlich in blau-gelb ab. Der gelbe gezackte Kinderstern ist sozusagen ein Markenzeichen in der Bildsprache vom Imi Knoebel; er erinnert an die Rechte der Kinder. Um das Motiv "Kinder" dreht sich übrigens in diesem Jahr ebenso 45 km weiter südlich das Motto des Kölner Rosenmontagszugs "Wenn de uns Pänz sühs, bes de vun de Söck" (Wenn du unsere Kinder siehst, bist du von den Socken). Die Düsseldorfer Karnevalisten freuen sich, dass Knoebel sich auf die kindliche "Leichtigkeit und Verspieltheit" des Narrentreibens einließ, wie der Gardepräsident Michael Schweers gegenüber der Presse erklärte. Im kommenden Sommer können auch die New Yorker den Knoebel-Orden bestaunen - die Prinzengarde blau-weiß marschiert nämlich in der traditionellen Steubenparade mit.

Aktionen & Projekte

Jetztzeit der Monster

Foto: Lonneke van der Palen – Souvenir, Pressefoto zur Veranstaltung

Eine Tagung zu "Theorie, Forschung, Kunst" ist für den 23. bis 25. März 2017 im Berliner HKW-Haus der Kulturen der Welt angekündigt. Titel: "Die Jetztzeit der Monster What Comes After Nations?". Dazu heißt es: "Eine zentrale politische Ordnungsidee prägt die Gegenwart: der Nationalstaat in seinem globalen Regelwerk, wie er als neue Weltordnung nach der Pariser Friedenskonferenz 1919 entstanden ist. Er hat sich so tief in das heutige Denken eingeschrieben, dass andere Formen politischer Organisation kaum mehr vorstellbar sind. Die Jetztzeit der Monster widmet sich – in Anknüpfung an eine Eintragung aus Antonio Gramscis Gefängnisheften – den gegenwärtigen Erscheinungsformen des nationalstaatlichen Ordnungsgefüges, untersucht seine Ausschlussmechanismen sowie die darin strukturell verankerte Gewalt und stellt die entscheidende Frage: Was ist jenseits des Nationalstaats denkbar?...Vier Themenfelder strukturieren die drei Tage: Das Nationalstaatensystem. The Abandoned Futures in the Era of Nations fragt, wie es dazu kam, dass der Nationalstaat alle anderen Vorstellungen politischer Organisation ablösen konnte und was in diesem Prozess verloren gegangen ist. Der Historiker Cemil Aydin blickt aus nicht-westlicher Perspektive auf den Übergang vom Imperium zur Nation. Die Schriftstellerin Ann Cotten fragt, mittels welcher Sprache man über den Nationalstaat sprechen kann. In einer Performance, die der Künstler Kudzanai Chiurai entwickelt hat, greift er die verschaltete Vergangenheit und Gegenwart des (Post-)Kolonialismus auf und sucht nach Möglichkeiten einer emanzipatorischen Zukunft. Der Historiker Marcus Rediker und die Dramatikerin Naomi Wallace gehen gemeinsam der Frage nach, wie Kämpfe von unten seit Jahrhunderten Visionen für eine Ordnung jenseits des Nationalstaats antreiben und umsetzen..." www.hkw.de/monster

Kulturpolitik

Dresden: Erklärung gegen Hass

Motiv aus den Recherchebildern zum Monument von Manaf Halbouni, Fotograf: Nizam Najar, alle entstanden 2016, Courtesy: Kunsthaus Dresden – Städtische Galerie für Gegenwartskunst

Ein Dresdner beantragte beim örtlichen Gericht eine einstweilige Verfügung gegen das "Monument" des Künstlers Manaf Halbouni mit drei senkrecht aufgestellten Bussen vor der Dresdner Frauenkirche - einen Eilantrag wies das Verwaltungsgericht jedoch ab, da der Kläger nicht geltend machen kann, in eigenen Rechten verletzt worden zu sein. Der Oberbürgermeister Dirk Hilbert wurde niedergeschrien und erhielt Morddrohungen, die Stimmung in der Auseinandersetzung um das Werk werde immer aggressiver, berichten mehrere Medien. Vorbild für die Installation auf dem Platz vor der Frauenkirche ist ein Foto, das eine Barrikade aus Bussen im zerstörten Aleppo zeigt. Warum dies zu Pöbeleien führt, und dies mit einer Heftigkeit, mit der in den vergangenen Jahren hier zu Lande noch nie oder zumindest äusserst selten ein Kunstwerk überzogen wurde, versucht Peter Nowak im Onlinemagazin "Telepolis" zu erklären: "Hier wird deutlich, dass es erneut um den Dresdner Opfermythos geht, der seit nun mehr 25 Jahren auch linke Kritiker des Dresden-Mythos beschäftigt... Für diese Rechten ist es eine Provokation, dass die Bombardierung Dresdens mit anderen historischen Ereignissen gleichgestellt wird. Daher echauffieren sie sich über eine Installation, die nun keineswegs eine Kritik am Dresden-Mythos leisten will. Im Gegenteil passt die Installation sehr gut zu einer modernisierten Version des Dresden-Mythos, die durchaus ein Stück weit auf die Kritiker des deutsch-völkischen Dresden-Mythos zugegangen ist...." Inzwischen sahen sich die Intendanten der Dresdner Kultureinrichtungen zu einer gemeinsamen Erklärung gegen den Hass veranlasst, der dem Künstler, dem OB, anderen demokratischen Politikern und den Befürwortern der Installation entgegenschlägt: "Hass und Verachtung fallen auf die zurück, die eben diese Saat ausstreuen. Sie entlarven sich so als Gefährder unserer demokratischen Gesellschaftsordnung... In den Drohungen und in der Hetze gegen den OB Hilbert bricht sich eine Entwicklung Bahn, der wir entgegentreten müssen. In der Geschichte unseres Landes gab es immer wieder Zeiten, in denen das Gemeinwohl durch engstirnig bornierte Hassredner und Demagogen in Gefahr geriet..."

Museen & Institutionen

Kunsthaus Graz: Taumeln

v.l.n.r.: Kuratorinnen Katrin Bucher Trantow und Ruth Anderwald, Kurator Leonhard Grond, Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Das Wort „Taumel“ steht für vieles: es beschreibt "ein Gefühl globaler Krisen, für Unsicherheit, Verlust der Balance" und steht auch" für das Stolpern sowie das Fallen. Nicht zuletzt aber auch für das reaktive Umgehen von Hindernissen und das konkrete Weitergehen". Die Ausstellung "Taumel. Navigieren im Unbekannten" läuft bis zum 21. Mai 2017 im Kunsthaus Graz. Sie basiert auf dem Forschungsprojekt „Dizziness – A Resource“, "das von Anderwald Grond initiiert wurde. Die Ausstellung, in der man auch selbst ins Taumeln geraten kann, geht der Frage nach, was nach Verunsicherung, Desorientierung, Rausch und Ekstase übrig bleibt? Im Fokus stehen Arbeiten aus den Bereichen Videokunst, Malerei und Plastik, die sich mit dem Moment des Verlustes von Stabilität und Kontrolle beschäftigen – auf psychischer sowie physischer, auf persönlicher oder gesellschaftlicher, aber auch auf politischer und kultureller Ebene." Neben Grond gehören auch Katrin Bucher Trantow und Ruth Anderwald zum Kuratorenteam. 24 exponate sind ausgestellt, u.a. von den Künstlern Ólafur Elíasson, Oliver Hangl, Cameron Jamie, Ann Veronica Janssens, Anna Jermolaewa, Joachim Koester, Bruce Nauman, Laurel Nakadate, Esther Stocker und Superflex. www.museum-joanneum.at

Museen & Institutionen

Folkwang Essen: Sechseinhalb Wochen

Eliza Douglas, „It Could be True”, 2017, Öl auf Leinwand, Courtesy: Air de Paris, Paris, Foto: Ivan Murzin

Ein neues Ausstellungsformat „6 ½ Wochen“ im Museum Folkwang Essen „basiert auf kurzfristiger, zeitnaher Planung und will unkompliziert, spontan und aktuell künstlerische Positionen vorstellen. Es zeigt die Arbeiten junger Künstlerinnen und Künstler und ist bei freiem Eintritt zugänglich. Der Ausstellungsraum liegt zentral im Foyer des Museum Folkwang und wird sechs Mal im Jahr mit neuen Entdeckungen bespielt.“ Die Künstlerin, Musikerin und Performerin Eliza Douglas startet diese Ausstellungsreihe am 17. Februar 2017 mit „My Gleaming Soul“. Es ist ihre erste institutionelle Präsentation. Sie präsentiert zehn neue Arbeiten, und zwar großformatige Bilder, die zumeist ihre Hände wieder geben. www.museum-folkwang.de

Preise

Perspektive

Ingo Duennebier, Projekt von „Form follows Action“

Perspektive unterstützt Begegnungen und Initiativen der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Initiiert wurde es vom Bureau des arts plastiques des Institut français Deutschland. Das Förderprogramm richtet sich an öffentliche und private Einrichtungen, wie Museen, Kunst- und Architekturzentren, Kunstvereine, Galerien etc. In diesem Jahr werden fünf Projekte gefördert: Das experimentelle Archtitekturfestival „Form follows Action“ (Berlin/Paris), „Making Spaces“ mit Workshops und Dinner-Talks beim Berliner Projekt Space Niche, „Foreign Objects“ in der Kölner Temporary Gallery, der dortigen Akademie der Künste der Welt sowie in Paris im Bétonsalon und in der Université, das Ideen- und Forschungslabor „La Presse“ in Berlin und Paris sowie „Remembering the Future“ mit einer Gruppenausstellung, Vorträgen und einer Künstlerresidenz in Strasbourg und Dresden. www.fonds-perspektive.de/

Museen & Institutionen

Hannover: „Das Glück der Erde“

Marc Chagall, Dschullanâr, die Meermaid, und ihr Sohn, der König Badr Bâsim von Persien. Aus „Arabische Nächte – Vier Märchen aus 1001 Nacht“, New York 1948, Farblithografie, 37 x 28 cm Sprengel Museum Hannover, Schenkung Sammlung Sprengel (1969) Foto: Michael Herling/Aline Gwose, Sprengel Museum Hannover, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Das Glück der Erde läge auf dem Rücken der Pferde, besagt eine geflügelte Redensart aus der Zeit, als im 19. Jh. Eisenbahn und Dampfschifffahrt dem Pferd als Transportmittel immer mehr Konkurrenz machten und daher dieser Ausspruch „einen sentimentalen Sehnsuchtsgedanken nach dem Natürlichen und Elementaren, zur kentaurenhaften Verbundenheit mit der Kreatur, ausdrückte“. Die Zeiten des Rittertums wurden im 19. Jh. nur noch in der Mittelalterbegeisterung und damit in der Kunst des Historismus hochgehalten, doch im Alltag des bürgerlichen Zeitalters hatte das Pferd als adeliges Repräsentationsobjekt ausgedient: Zur Ironisierung des Herrenreitertums reimte ein Satiriker: „Der Reitersmann, der Reitersmann, schaut sich die Welt von oben an“. Das Pferderennen auf den Galopprennbahnen der rapide anwachsenden Großstädte war nunmehr ein bürgerliches Vergnügen, und nach 1900 sorgten elektrische Straßenbahnen und Automobile für eine weitere „Entpferdung“ der Städte. Nach dem Ersten Weltkrieg nutzten auch die zusehends motorisierten Armeen keine Gäule mehr – militärische Kavallerieeinheiten gehörten der Vergangenheit an, allenfalls bei festlichen Paraden kommen sie bis heute noch gelegentlich zum Einsatz. Doch unlängst forderten Tierschützer, man sollte künftig auch bei den traditionellen Karnevalsumzügen auf Pferde völlig verzichten. Bis Mitte der 1950er Jahre verdrängten Traktoren in den westlichen Industrienationen das Pferd als Arbeitstier auch aus der Landwirtschaft – die „epochale Trennung von Mensch und Tier“ (Ulrich Raulff) war nun abgeschlossen, die „Lebens- und Arbeitsgemeinschaft“ mit den Paarhufern wird fortan nur noch als nostalgisch-folkloristischer Fiaker-Service für Touristen oder beim Einsatz romantischer Hochzeitskutschen weiter gepflegt. Und dennoch tauchen in der Kunst des 20. Jh. immer wieder Pferdemotive auf: „Je mehr sich das reale Pferd aus der sich mechanisierenden Zivilisation entfernte, desto mehr gewann es an imaginärer und chimärischer Präsenz. In der Kunst des Expressionisten Franz Marc symbolisiert es abstrakte Ideen und Spiritualität. Im Mythos ist es ein Begleiter des Göttlichen, wie bei Georges Braque oder Ossip Zadkine, in Traum und Poesie wird es lebendige Metapher von Pathos, Erotik und Leidenschaft, wie bei Picasso, Chagall und Max Ernst.“ Mit etwa 100 Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotografien, Gemälde und Skulpturen bietet das Sprengel Museum Hannover in den Räumen der Grafischen Sammlung bis zum 23. April 2017 einen Überblick über Pferdemotive bei Marc Chagall, Franz Marc, Pablo Picasso, Emil Nolde, Renée Sintenis, Marino Marini, Niki de Saint Phalle, Johannes Brus u.v.a. www.sprengel-museum.de

Museen & Institutionen

René Magritte in der Frankfurter Schirn

René Magritte, La colère des dieux, 1960, Öl auf Leinwand, 80 x 70 cm, Privatsammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Bis zum 5. Juni 2917 zeigt die Frankfurter Schirn Kunsthalle die Ausstellung "Der Verrat der Bilder". Sie untersucht das Verhältnis des surrealistsichen Malers René Magritte (1998-1967) zur Philosophie seiner Zeit: Magrittes berufliche Wurzeln liegen in der Werbegrafik; Ende der 1920er Jahrwe lebte er für drei Jahre in Paris, hatte dort auch engen Kontakt zur Surrealistengruppe um André Breton, mit dem er sich dann jedoch überwarf. Prägend für die Pariser Surrealisten waren in den 1920er Jahren vor allem die Literaten unter ihren Mitgliedern, neben Breton die Autoren Philippe Soupault und Louis Aragon, und amn kann vermuten, dass aus diesen Begegnungen bei Magritte der Wunsch entstanden sein mochte, in der Malerei eine Bildsprache zu entwickeln, die der gesprochenen oder geschriebenen Sprache von ihrer Bedeutung her gleichrangig ist. So beweist denn diese Ausstellung, dass das Spiel mit Paradoxien und optischen Täuschungen in den Gemälden eben nicht bloß ein overflächlicher visueller Effeht ist, sondern dass es hier um die Beziehung zwischen dem Objekt und seiner semantischen Bedeutung geht, um Sein und Schein, um Bild und Abbild - das berühmte "Ceci n'est pas une pipe" behauptet im Sinne der philosophischen Aussagenlogik wahrheitsgemäß, dass es sich hier eben tatsächlich nicht um eine Tabakpfeife als Gegenstand handelt, sondern um deren Abbild. Der Philosoph Paul-Michel Foucault publizierte 1973 eine ausführliche Dokumentation zu diesem Bild und erwähnt dabei auch zwei Briefe Magrittes aus den 1960er Jahren, in denen Magritte auf eine Analogie zwischen seiner Malerei und Foucaults Buch "Die Ordnung der Dinge" verwies. Die Akuratesse in der hyperrealistischen Malerei verbindet sich bei Magritte zu einem konzeptuellen Denken, und das künstlerische Ergebnis ist dann eine Verfremdung der sichtbaren Welt. Foucault erkennt in Magrittes Werken zwei Prinzipien der europäischen Malerei, nämlich zum einen die Trennung zwischen der figürlichen Darstellung und der sprachlichen Referenz wie beim Pfeifenbild, und die Thematisierung einer Beziehung zwischen dem Sichtbaren und dem Nicht-Sichtbaren in der Malerei (was wir - in anderen Zusammenhöngen -  manchmal auch etwas schwammig - als das "Auratische" bezeichnen). "Die Ausstel­lung beleuch­tet in fünf Kapi­teln Magrit­tes Ausein­an­der­set­zung mit der Philo­so­phie. Seine Wort-Bilder reflek­tie­ren seine grund­sätz­li­chen Über­le­gun­gen zum Verhält­nis von Bild und Spra­che, weitere zentrale Bild­for­meln befas­sen sich mit den Legen­den und Mythen der Erfin­dung und der Defi­ni­tion der Male­rei. Die quasi wissen­schaft­li­che Methode, der er in seiner Male­rei folgte, bezeugt seinen Argwohn gegen­über einfa­chen Antwor­ten und einem simplen Realis­mus." www.schirn.de

Personalien

Biennale Venedig: Isländischer Pavillon

Egill, Ūgh and Bõögâr, Pressefoto, Courtesy and copyright the artist and i8 Gallery

Stefanie Böttcher, Direktorin der Kunsthalle Mainz, kuratiert auf der jetzigen Biennale von Venedig (13. Mai bis 26. Nov. 2017) den Isländischen Pavillon im Kunstraum Spazio Punch (Giudecca). Der ausgewählte Künstler Mixed media-Künstler Egill Sæbjörnsson wiederum „überlässt die Gestaltung des Pavillons“ zwei Phantasiewesen aus der archaischen Welt der Fabeln und Märchen: Ūgh und Bõögâr sind zwei Trolle, wie sie in der nordischen Mythologie als Riesen, manchmal auch als Unholde beschrieben werden. Per Projektion bzw. Animation werden sie während der Biennale zum Leben erweckt; und in der Presseerklärung heißt es, die beiden Künstler-Trolle seien 36 m hoch und hätten kannibalistische Neigungen. In Island regte wohl vor allem die nebelverhangene Landschaft mit ihren bizarren Felsformationen in grauer Vorzeit die Barden und Erzähler dazu an, sich das Treiben eines Trollvolks von Ungeheuern vorzustellen. Mit großen Felsbrocken, Licht, bewegten Bildern und Sound schuf Sæbjörnsson 2011 im Künstlerhaus Bremen 2011 eine Information, in der er dann mit verstellter Stimme in verschiedenen Rollen performte.

In eigener Sache

Lesen Sie KUNSTFORUM Probe

Band 244: Die neue Auftragskunst - Ende der Autonomie?

Seit der Jahrtausendwende ist ein neues Phänomen auf dem Kunstmarkt zu beobachten: die Rückkehr der Auftragskunst. In Band 244 werden Unternehmer, Kuratoren, Sammler, Galeristen und Künstler interviewt, um die Notwendigkeit von Kompromissen zu erörtern und die Scheu vor dem Begriff zu thematisieren.
Bedeutet Auftragskunst tatsächlich den Verrat von künstlerischer Freiheit bzw. ästhetischer Autonomie? Und schafft nicht diese Form der Kunst eine besondere Verbindung, zwischen Produkten und Käufern, zwischen Kulturen, Geschichten, Menschen und Veranstaltungen? 

Lernen Sie KUNSTFORUM jetzt kennen und erhalten Sie im Probeabo bis zu 3 Bände, sowie den Zugang zum Online-Archiv für nur 34,80 EUR.

In eigener Sache

Empfehlen Sie KUNSTFORUM weiter

....hjk

Ausschreibungen

Expeditions-Stipendium

Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und das Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) schreiben ein künstlerisches Fellowship-Stipendium aus. Es geht um eine mehrmonatige Expeditionsbegleitung auf einem Forschungsschiff bzw. den Aufenthalt auf einer Forschungsstation, verbunden mit der Umsetzung eines künstlerischen Konzepts am HWK. Leistungen: Freie Kost und Logis; außerdem trägt das AWI die Kosten der An- und Abreise bis zu einer Höhe von 6.000 Euro. Deadline: 31. März 2016. Kontaktdaten: Dr. Monica Meyer-Bohlen, Kuratorin Hanse-Wissenschaftskolleg, Institute for Advanced Study, Lehmkuhlenbusch 4, 27753 Delmenhorst, e-mail: monica.a.m@meyerbohlen.de, Telefon +49 (0)441 776552. Infos: www.h-w-k.de.

Ausschreibungen

Landschaftspleinair an der Oder

Der Kunstverein Schwedt/Oder e.V. organisiert zum zwölftem Mal ein Künstlersymposiums in der Galerie am Kietz in einem alten Tabakspeicher als „Internationales Landschaftspleinair - Künstler erleben den Nationalpark Unteres Odertal“. Der Titel der diesjährigen Veranstaltung lautet „Spurensuche“; sie dauert vom 7. bis 28. Juli 2017 mit anschließender Ausstellung im Kunstverein Schwedt vom 28. Juli bis 7. Sept. 2017. Eingeladen werden 12 exterene Künstler, die für ihr Arbeitsmaterial selbst sorgen müssen und kostenfrei in Ein- und Zweibettzimmern untergebracht werden. Bewerbungen bis zum 15. März 2017 an: Kunstverein Schwedt e.V., Galerie am Kietz. Gerberstraße 2, 16303 Schwedt/Oder, Tel. 03332/512410, E-Mail: kontakt@kunstverein-schwedt.de, www.kunstverein-schwedt.de

Museen & Institutionen

70 Jahre junger westen

„Nach dem Zweiten Weltkrieg befanden sich zahlreiche Künstler in Deutschland auf einer Sinnsuche. Die nationalsozialistische Ästhetik sollte abgelöst und eine neue Formensprache gefunden werden...“ Aus dieser Zeitstimmung heraus gründete sich 1947 in Recklinghausen die Künstlergruppe „junger westen“. Sie ließen sich durch die „Formenwelt von Industrie und Technik inspirieren und setzten sich gleichzeitig mit zeitgenössischen Tendenzen der geometrischen Abstraktion oder des Informel auseinander... Besonders die Kerngruppe um Thomas Grochowiak, Hans Werdehausen, Gustav Deppe, Heinrich Siempann, Emil Schumacher und Ernst Hermanns leisteten damit einen unschätzbaren Beitrag zur Entwicklung der abstrakten Malerei und Bildhauerei nach 1945 und machten das Ruhrgebiet zu einem Zentrum der künstlerischen Avantgarde der 1950er Jahre.“ Zum jetzigen 70jährigen Jubiläum der Gruppe zeigen bis zum April 2918 sechs RuhrKunstMuseen und ein Uni-Museum „in einer städteübergreifenden Ausstellungsreihe“ Beispiele aus dem Wirken dieser Künstler: das Märkische Museum Witten, das Museum DKM, Duisburg, das Kunstmuseum Gelsenkirchen, die Kunsthalle Recklinghausen, das Kunstmuseum Bochum, die Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum: Campusmuseum. Sammlung Moderne und das Kunstmuseum Mülheim/Ruhr. Infos: www.ruhrkunstmuseen.com

Ausschreibungen

Altena-Stipendium

Die Werkstatt Altena lobt ein Stipendium aus für Künstler mit Studienabschluss nach dem 1. Januar 2015. Es wird „begrüßt“, wenn die Stipendiaten während der Stipendiendauer in Altena leben und arbeiten. Dafür steht eine kostenlose Unterkunft zur Verfügung. Das Stipendium hat eine Laufzeit vom 1. Juni bis zum 30. November 2017 und wird mit monatl. 700 Euro bezuschusst. Bewerbungen bis zum 24. März 2017 an: Werkstatt Altena e.V., Kreis zur Förderung der bildenden Kunst, c/o Matthias Rüth, Postfach 1648. Kirchstraße 16, 58746 Altena.

Ausschreibungen

Thema „Natur“

Zum Thema „Natur - erneuerbare Haltungen“ lobt der Künstlerverein Walkmühle in Wiesbaden die Teilnahme an einer Gruppenausstellung aus( 4.8. bis 15.10.2017). Zugelassen ist Kunst aller Sparten. „Für die Ausstellung ausgewählt werden insbesondere Arbeiten, die die Natur feiern, sie fasziniert betrachten, ihr zuhören, natürliche Vorgänge in Werkprozesse integrieren und zur künstlerischen Methode machen – oder Utopien für einen veränderten Umgang mit Natur zum Inhalt haben“. Einsendeschluss ist der 29. April 2017. Bewerbungsunterlagen auf www.walkmuehle.net.

Preise

ADKV-Preis: 21 Kunstvereine nominiert

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) verleiht sweit 2006 alljährlich zusammen mit der Kölner Kunstmesse Art Cologne den ADKV-Preis für Kunstvereine. Mit dem Preisgeld in Höhe von 8.000 Euro würdigen die Auslober "das leidenschaftliche Eintreten der Kunstvereine für die zeitgenössische Kunst. Die von bürgerschaftlichem Engagement getragene Institution Kunstverein kann in Deutschland auf eine über 200-jährige Geschichte zurückblicken... Den Nominierungen liegen Auswahlkriterien zugrunde wie z.B. die Förderung experimenteller künstlerischer Ansätze; Entwicklung neuer Präsentations- und Vermittlungsformen; Erprobung neuer Kommunikationsformen über Kunst; Vermittlung durch Führungen, Diskussionen, Rahmenprogramme, Publikationen; Aufbau interdisziplinärer Netzwerke oder die kulturpolitische Arbeit vor Ort." In diesem Jaher sind 21 Kunstveriene nominiert; die Endauswahl rtrifft die Jury im März 2017. Die Preisverleihung ist am 28. April 2017 auf der Art Cologne. www.kunstvereine.de

Museen & Institutionen

Darmstadt: neue Dauerleihgabe

Erich Heckel, Badende am Strand, 1913 © Nachlaß Erich Heckel, Hemmenhofen, Foto: W. Fuhrmannek, HLMD

Aus einer Privatsammlung erhielt das Hessische Landesmuseum Darmstadt das Bild „Badende am Strand (1913) von Erich Heckel als Dauerleihgabe. Das Werk zählt zu den wichtigsten Arbeiten des Expressionisten aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und ist ein markantes Beispiel für die künstlerische Auffassung der Maler in der Gruppe „Die Brücke“. Entstanden ist das Bild in Osterholz an der Flensburger Förde, wo Heckel mehrere Strandszenen schuf. www.hlmd.de

Hochschulen

Leipzig: Neuer Rektor

Thomas Locher, Foto: Copyright Johanna Terhechte

Thomas Locher ist neuer Rektor der HGB-Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre. Locher löst seine Vorgängerin Prof. Ana Dimke ab, die die HGB seit 2011 leitete und „aus persönlichen Gründen“ das Amt aufgab. www.hgb-leipzig.de

Museen & Institutionen

Wien: Künstlergespräch

Markus Schinwald

Am 27. Februar 2017 führen im Kunsthistorischen Museum Wien (19 Uhr) der Künstler Markus Schinwald und der Kurator Jasper Sharp. Schinwald "arbeitet mit einer großen Bandbreite künstlerischer Ausdrucksformen wie Tanz, Video, Performance und Theater bis hin zu Malerei, Fotografie und Installation. 2011 hat er Österreich bei der 54. Biennale in Venedig vertreten und bereits in Museen wie der Tate Modern, London, Migros Museum, Zürich, Palais de Tokyo, Paris, M-Museum Leuven, Belgien und dem Magasin III, Stockholm ausgestellt." www.khm.at

Preview

Adam Pendleton im Berliner KW-Institute

Krist Gruijthuijsen, Direktor KW Institute for Contemporary Art, und das künstlerische Team, v.l.n.r.: Leaver-Yap, Anna Gritz, Krist Gruijthuijsen, Maurin Dietrich, Tirdad Zolghadr, Cathrin Mayer, Marc Hollenstein Foto: Ali Kepenik

Die KW Institute for Contemporary Art in Berlin zeigen vom 22. Februar bis zum 14. Mai 2017 die erste institutionelle Einzelausstellung des US-amerikanischen Künstlers Adam Pendleton in Deutschland. zu präsentieren. Nach der norwegischen Künstlerin Hanne Lippard ist Pendleton der zweite Künstler, der in dieser Ausstellungssaison auf das Werk des Künstlers Ian Wilson Bezug nimmt. "Mit seiner Ausstellung shot him in the face bespielt Pendleton das gesamte 3. Stockwerk der KW mit nur einer einzigen Geste – einer diagonal durch den Ausstellungsraum gezogenen Wand. Als Ausgangspunkt für die Ausstellung dient der erste Satz des Gedichts Albany des US-amerikanischen Lyrikers Ron Silliman..." Die KW Institute haben sich im vergangenen Jahr einer "strukturellen Umstellung" unterzogen und ein neues Team unter der Leitung von Krist Grujithuijsen zusammen gestellt.

Kulturpolitik

Moyland: Streit um Direktorenposten

Einst frühstückte im Jahre 1740 der preußische König Friedrich II. in dem alten Wasserschloss Moyland am Niederrhein mit dem französischen Philosophen Voltaire. Heute beherbergt das Museum Schloss Moyland die Kunstsammlung der Gebrüder van der Grinten und das Joseph Beuys-Archiv. Schlagzeilen machte das Museum in den vergangenen Jahren jedoch immer wieder durch Querelen und Gerichtsprozesse: 2013 ging mit einem Urteil des Bundesgerichtshofes ein fünfjähriger Rechtsstreit zwischen der VG Bild-Kunst und der Museumsstiftung über eine Urheberrechtsfrage zu Ende – Anlass war eine Ausstellung von Fotografien einer Beuys-Aktion. Nach dem Urteil des BHG dürfen Fotos von Kunstaktionen auch ohne Einwilligung des Künstlers oder seiner Erben in Ausstellungen gezeigt werden. Zuvor behinderten interne Streitigkeiten bis 2009 vier Jahre lang die Besetzung des Direktorenpostens. Dann kam Bettina Paust, die die Dauerausstellung gründlich entrümpelte: sie gab die umstrittene eng gedrängte „Petersburger Hängung“auf, zeigte dafür weniger Beuys-Werke, dies jedoch in ständigem Wechsel. Die Fachwelt zollte Anerkennung, doch Franz-Rudolf van der Grinten, Vorstandssprecher der Stiftung, monierte, Bettina Paust habe „den Erwartungen nicht entsprochen“. Die Besucherzahlen seien stark zurück gegangen, von jährlich 150.000 Anfang der 2000er Jahre auf nur noch 50.000 verkaufte Tickets im Jahr 2015. „Focus“ zitierte van der Grintens Mutmaßung, „Paust wolle aus Moyland ein 'Museum für moderne Kunst' machen. Das sei der Grund, warum es an Attraktivität verloren habe.“ Als der Siebenjahresvertrag von Bettina Paust im April 2016 auslief, wurde er nicht verlängert. Das Museum ist damit seit einem Jahr de jure ohne Leitung, denn Paust wurde auf den Posten einer Vize-Direktorin zurück gestuft. Dagegen klagte sie und gewann in erster Instanz; die Museumsstiftung ging allerdings in die Berufung, und in den nächsten Wochen muss nun das Landesarbeitsgericht Düsseldorf befinden, ob Pausts Vertrag unbefristet gilt oder nicht. Falls eine der beiden Streitparteien dann in eine Revision in dritter Instanz geht, bleibt der Direktorenposten noch monatelang vakant.

Hochschulen

Folkwang Hochschule: Jubiläumskampagne

Anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Folkwang Universität der Künste Essen beschäftigt sich die die Hochschule sich das ganze Jahr 2017 hinweg mit ihrer Identität unter dem Motto „Folkwang ist…“. Alle „Freunde, Partner, Förderer sowie die interessierte Öffentlichkeit sind aufgerufen, die Frage zu beantworten, was Folkwang ist: über Social Media, im öffentlichen Raum, bei Ausstellungen, auf der Bühne, per Postkarte“ oder auf der Kampagnenwebsite. Dort finden sich bereits Statements u.a. der Schauspieler Armin Rohde und Anke Engelke oder auch des Pop-Theoretikers Diedrich Diederichsen. Kontakt: www.folkwangist.de

Film

Preis der deutschen Filmkritik

"Als einziger deutscher Filmpreis, der ausschließlich von Kritikern vergeben wird, zeichnet der Preis der deutschen Filmkritik seit 1956 deutsche Filme aus, die nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien bewertet werden, sondern ausschließlich nach künstlerischen." In der Kategorie "Bester Spielfilm" ist "Toni Erdmann" (Regie und Drehbuch: Maren Ade, 2016) "Film des Jahres". Zum "zum besten Experimentalfilm" kürte die Jury "Havarie" von Philipp Scheffner. "Mit ihrer radikalen Entscheidung für die Konzentration auf eine dreieinhalb-Minuten-Aufnahme haben Philip Scheffner und Merle Kröger ein großes Risiko gewagt – und damit eine Ikone geschaffen. ?Havarie“ zeigt die Sequenz, die auf Youtube veröffentlicht wurde, in Einzelbild-Abfolge und dehnt sie so auf die Länge von eineinhalb Stunden. Im Off eine Collage von Stimmen: in den Zwischenräumen der Einzelbilder entstehen die Geschichten der Menschen wie Gespenster- und Geistergeschichten. Zugleich macht uns der Verweis auf die Position der Kamera bewusst, wo wir uns als Zuschauer bei diesem unfassbaren Drama von Menschen in Booten, die sich infolge der europäischen Grenzpolitik in Lebensgefahr begeben müssen, befinden: auf dem Deck des Dampfers in der Sicherheit des festen Schiffs, der Comfortzone des Urlaubers." Philip Scheffner arbeitet seit 1985als Künstler und Filmemacher.Er "ist spezialisiert auf das Entwickeln und die Produktion von Video zwischen den Genres Dokumentarfilm, Essay und Videokunst." Seit 2008 unterstützt ihn die Werkleitz-Gesellschaft - Zentrum für Medienkunst in Halle/Saale, die jährlich bis zu vier Film- osder Medienprojekten fördert und Medienkünstlern Schnittplätze zur Verfügung stellt.

Hochschulen

Marina Rosenfeld im Portikus

Heute auf einer Maininsel gelegen, ist der Frankfurter Portikus seit 1987 ein Forum für das Ausstellen,Publizieren und für die Diskussion von jungen Künstlern, institutionell angebunden an die Städelschule. Die aktuelle Ausstellung dort trägt den Titel "Deathstar" und wird von Marina Rosenfeld bestritten (Laufzeit 18. Feb. bis 16. Apr. 2017). Seit den 1990er Jahren hat die Künstlerin und Komponistin, die in New York lebt und arbeitet, ein umfangreiches Oeuvre an Sound-Arbeiten, Installationen und performativen Arbeiten geschaffen und dabei immer wieder einen Fokus auf die Resonanz und Architektur monumentaler Räume gelegt. www.portikus.de

Museen & Institutionen

Hans op de Beeck in Leverkusen

Hans op de Beeck, Motiv zu „The Silent Castle“, Pressefoto Museum Schloss Morsbroich Leverkusen

Der belgische Künstler Hans Op de Beeck „arbeitet multidisziplinär. In seinen Skulpturen und Raum greifenden Installationen, seinen großformatigen Aquarellen, in Animationen und Videos schafft er atmosphärisch dichte Szenarien, die stets vertraut und doch fremd wirken. Ausgehend von der besonderen Atmosphäre des barocken Wasserschlosses Morsbroich in Leverkusen inszeniert Hans Op de Beeck hier Werke der letzten zehn Jahre. Er arrangiert sie wie eine Reihe von offenen Bühnen, die der Besucher betreten kann, teils mit seinen Füßen, immer mit seinen Gedanken. Der Künstler entführt ihn in eine Welt, in der die Zeit still zu stehen scheint: The Silent Castle“. Laufzeit: 12. Februar bis 30. April 2017 

Museen & Institutionen

Wiener Albertina erhält Sammlung Essl

Als der Unternehmer Karlheinz Essl mit seiner Baumarktkette in finanzielle Schwierigkeiten geriet und eine finanzielle Unterstützung des österreichischen Staates für die öffentliche Präsentation der Sammlung des Ehepaares Essl in Klosterneuburg ausblieb, musste das Museum Essl im Sommer 2016 seine Pforten schließen. Nun übernahm das Museum Albertina Wien die Sammlung mit ca. 6.000 Werken als Dauerleihgabe. Im Laufe der Zeit will man dort die Sammlung in die vorhandenen Strukturen integrieren.

Museen & Institutionen

Berlin/München: Turm der blauen Pferde

Franz Marc, Turm der blauen Pferde,1913, seit 1945 verschollen, Öl auf Leinwand, 200 x 130 cm, Nationalgalerie, Staatl. Museen zu Berlin, © bpk–Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte

Seit Jahrzehnten kursiert das Gerücht um, dass Bild „Turm der blauen Pferde“ (1913) von Franz Marc sei nach dem Zweiten Weltkrieg zuletzt im Haus am Waldsee gesehen worden. Offiziell gilt das Werk als verschollen, und so wird über seinen Verbleib spekuliert. Zwölf zeitgenössische Künstler in Berlin und acht in München beschäftigen sich mit Mitteln der Malerei, Skulptur, Video, Fotografie, Installation und Texten mit dem Mythos und dem möglichen Verbleib des Bildes. Im Berliner Haus am Waldsee ist die Ausstellung „Vermisst – der Turm der blauen Pferde von Franz Marc“ vom 3. März bis zum 5. Juni 2017 zu sehen. Künstlerliste Berlin: Martin Assig, Norbert Bisky, Birgit Brenner, Johanna Diehl, Marcel van Eeden, Julia Franck, Arturo Herrera, Christian Jankowski, Via Lewandowsky, Rémy Markowitsch, Tobias Rehberger, Peter Rösel. In der Staatlichen Graphischen Sammlung München in der Pinakothek der Moderne, (Graphikräume) stellen vom 9. März bis zum 5. Juni 2017 aus: : Viktoria Binschtok, Dieter Blum, Tajana Doll, Slavomir Elnser, Jana Gunstheimer, Almut Hilf, Thomas Kilpper, Franz Marc, Dierk Schmidt. www.hausamwaldsee.de

Kulturpolitik

Kiew: Überfall auf Museum

Der Majdan Nesaleschnosti ist der zentrale Platz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew; er war 20913/2014 Schauplatz anhaltender Bürgerproteste, mit denen schließlich die Absetzung des Präsidenten Wiktor Janukowytsch erzwungen wurde. Anlass dieser „Euromaidan“-Proteste war die Ankündigung der damaligen Regierung, ein Assoziierungsabkommen mit der EU nicht zu unterzeichnen. Diese Ereignisse thematisierte der Künstler David Chichkan in seiner Ausstellung „Vertane Chance“ im Kiewer Zentrum für visuelle Kultur. Es existieren Aufnahmen von einer Überwachungskamera, wie 14 vermummte Personen dieses Museum überfielen, die Werke des Künstlets zerstörten und Parolen wie „Sprachrohr Moskaus“ oder „Ruhm der Ukraine“ an die Wände sprühten. Der Museumsdirektor Wassyl Tscherepanyn erklärte gegenüber der ausländischen Presse, die Polizei habe sich zunächst geweigert, Ermittlungen aufzunehmen. Der Journalist Vasily Crutches indessen erläutere auf Facebook, dass es ziemlich einfach sei, die Täter zu identifizieren, da sie nämlich ihre Aktion mit einem Mobiltelefon aufgenommen hätten, um die Aufnahmen später im Internet zu veröffentlichen, wobei eine Beteiligte, nämlich eine junge Frau, bei der Aktion nicht vermummt gewesen sei. Man müsse nur einige Seiten auf Facebook überwachen, um die Frau zu identifizieren.

Preise

Hans Purrmann-Preis

Sabrina Fritsch vor ihrem Werk „Eve“ 2016, Foto: Klaus Landry

Sabrina Fritsch wurde mit dem Großen Hans Purrmann-Preis bedacht (20.000 Euro). Die Kandidaten für den Preis werden von namhaften Künstlern vorgeschlagen. Sabrina Fritsch war Meisterschülerin von Peter Doig an der Kunstakademie Düsseldorf und war Art Cologne-Preisträgerin 2015. Außerdem vergab die Hans Purrmann-Stiftung zwei Förderpreise von je 6.000 Euro an Steffen Kern und an Catherine Biocca.

Anzeige

In eigener Sache

In eigener Sache

Eine Woche vor Erscheinen der Printausgabe können Sie als Abonnent die neue Ausgabe als App im App-Store und im Google Play-Store kostenlos downloaden und lesen.