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Biennalen

Kathmandu Triennale

Philipp Van Cauteren, Foto: Mathias Depardon

Nach 2009 und 2012 findet die Kathmandu Triennale jetzt zum dritten Mal statt (24. März bis 9. April 2017). Kurator ist Philippe Van Cauteeren, künstlerischer Direktor des S.M.A.K-Museums in Gent. Bei der Biennale von Venedig 2015 hatte Van Cauteren den irakischen Pavillon kuratorisch betreut. Zum Triennale-Thema „My City, My Studio / My City, My Life“ lädt er jetzt ca. 50 Künstler nach Katmandu ein. Sie kommen aus 25 Ländern, „Patron artist“ für die Ausstellung ist der gebürtige Belgier Françis Alÿs. Austauschmöglichkeiten, Gesprächsrunden, Workshops und Meisterklassen ergänzen das Programm.

Film

Lagerhaft oder Exil! Der russische Politaktionist Pjotr Pawlenski wählt das Exil.

Nun hat der russische Politaktivist Pjotr Pawlenski den Kampf gegen den staatlichen Terror in seinem Heimatland erst einmal eingestellt, denn Putins Staat ließ ihm, weil er ihm wegen seiner entlarvenden Aktionen nach einer unglaublichen Variation von Beschuldigungen nun sexuelle Übergriffe unterstellte - bloß die Alternativen: Lagerhaft oder Exil. Diese Nachricht platze mitten in die Kölner Presse-Preview des Films „ Pawlenski - Der Mensch und die Macht“ von Irene Langemann. Wie es dem stets äußerst kontrollierten Politkünstler gelingt, das repressive Putin-Russland durch seine Kunst zu unterminieren, wie er die fast schon absurde Eskalation von Strafver-fahren, Gefängnisaufenthalten und psychiatrischen Begutach-tungen durchsteht, zeigt das Künstler-und Gesellschaftsporträt sehr eindrücklich. (Kinostart in Deutschland am 16. März) Pawlenski hat nun gemeinsam mit seiner Partnerin und den Töchtern das Exil in Frankreich gewählt. “Die Vorbereitung zu unserer Liquidation aus Russland“, so der Künstler in seiner Presserklärung, habe schon nach der Aktion ´Fixierung` auf dem Roten Platz (10.11.2013) eingesetzt. Da hatte sich der 32 jährige Konzeptkünstler nackt vor das Lenin-Mausoleum ge-setzt und einen Hodensack auf dem Pflaster festnagelt - ganz, wie der Staat seine Bürger „an die Eier packt“ (Pjotr Paw-lenski). Ähnlich symbolisch aufgeladen war 2012 die Solidari-tätsaktion zur „Pussy Riot“-Affaire in Moskau: das Bild von Pjotr Pawlenskis mit zugenähtem Mund , was die Situation der politischen Künstler in Russland versinnbildlicht, ging durch die Welt.

Kulturpolitik

Cabaret Voltaire steht vor ungewisser Zukunft

Nachdem das Cabaret Voltaire als Geburtsort von Dada 2016 das 100 Jahre Dada Jubiläum mit 165 Feiertagen exzessiv gefeiert hat und die 'Manifesta 11' das Gebäude für weitere 100 Tage in das «Zunfthaus Voltaire - Cabaret der Künstler» verwandelte - das KUNSTFORUM International berichtete und wurde sogar selbst Teil der Zunft - steht es nun vor einer ungewissen Zukunft. Über die Frage, ob das Cabaret Voltaire weiterhin ein Kunstort bleiben oder ob es doch nur eine Bar oder gar eine weitere Boutique in der Shoppingmeile Zürichs werden soll, wird in diesem Frühjahr die lokale Politik der Stadt Zürich entscheiden. Der Zürcher Stadtrat hat dem Gemeinderat zum einen den Vorschlag unterbreitet, dass die Stadt Zürich die Liegenschaft des Cabaret Voltaire von der Versicherungsgesellschaft Swiss Life übernimmt; zum anderen hat er in Erwägung gezogen, das Cabaret Voltaire mit einem jährlichen Betriebsbeitrag von CHF 150’000.- zu unterstützen. Wie leider oft in lokaler Politik ist das Verständnis für einen derart kulturhistorisch bedeutenden Kunstort trotz des spektakulären Jubiläums und der Manifesta sehr gering. Man glaubt, dass allein dadurch, dass die Liegenschaft in den Besitz der Stadt übergeht, das Kulturerbe Cabaret Voltaire langfristig gesichert sei. Für das Cabaret Voltaire wechselt damit allerdings nur der Besitzer der Liegenschaft. Sollte sich der Gemeinderat aber gegen den vollen Betriebsbeitrag entscheiden, dann wird das Cabaret Voltaire ein Jahr nach seinem gloriosen 100sten Geburtstag das Zeitliche segnen.

Film

Neo Rauch-Film

Neo Rauch, Foto: Gregor Hohenberg, Courtesy Galerie EIGEN + ART, Berlin/Leipzig

Am 2. März 2017 kommt eine Filmdokumentation über den Leipziger Maler Neo Rauch in die Kinos. „Neo Rauch -Gefährten und Begleiter“ wurde von Nicola Graef gedreht, die auch als Regisseurin den Film „Ich. Immendorff“ (2008) drehte und mit der Kamera den Künstler in den letzten zwei Jahren vor seinem Tod begleitete. Gemeinsam mit Nicole Zepter schuf sie auch die TV-Serie „Kunst hassen“. In dem Rauch-Film kommen Kunstsammler zu Wort, Rahmenbauer, Fotografen für seine Kataloge und Weggefährten wie seine Frau Rosa Loy, die den Mitbegründer der „Neuen Leipziger Schule“ seit Jahren loyal begleiten. So ergibt sich für den Zuschauern ein Eindruck von der Persönlichkeit und der Arbeitshaltung Neo Rauchs über weite Strecken des Films durch Erzählungen Dritter. Zugleich bietet der Film ein facettenreiches Bild über Rauchs sächsische Heimatregion – denn er wuchs bei seinen Großeltern in Aschersleben auf, wo er auch sein Abitur machte, und seit er 1981 ein Kunststudium in Leipzig begann und dort später Professor für Malerei wurde, hat er diese Stadt nie für längere Zeit verlassen. „Heimat“ ist denn auch ein zentrales Thema in Rauchs bildnerischer Ikonografie. Doch atmosphärisch ist diese Bildwelt weit entfernt von einer Stammtischidylle, denn die Szenarien in Rauchs Gemälden wirken oft surreal, beklemmend und verstörend. Die Dokumentarfilmerin versucht, mit ihrem 100 Minuten langen Film die geheimnisvolle Aura dieser Bilder zu ergründen, in denen sich in traumhafter Weise Räume und Zeiten überlappen. Rauch selbst erklärte kürzlich in einem Interview mit dem „Spiegel“, er stelle „unterschwellige Reflexionen der Weltzusammenhänge, des Weltgeschehens“ dar, aber diese Bildwelt darf nicht als tagespolitisches Statement missverstanden werden, denn was dort von den dargestellten Protagonisten existenziell vollzogen wird, ist letztlich zeitlos. Neo Rauch: „Ich lehne nicht das Zeitgenössische ab, sondern die Positionierung im politischen Raum mit den Mitteln der Malerei...“ Er wolle in seiner Malerei „das Feld frei... halten von allzu deutlichen Alltagsreflexen, von Nutzbarmachungen im Sinne einer politischen Anschauung“. Da mögen auch sicherlich Erfahrungen eine Rolle spielen, wie zu DDR-Zeiten Kunst kulturpolitisch vereinnahmt wurde, während man zur gleichen Zeit im Westen beklagte, die Kunst sei zu unpolitisch geworden – und man den bildenden Künstlern auch heute einen solchen Vorwurf macht, sie würden sich im aktuellen Zeitgeschehen weniger gesellschaftspolitisch positionieren als dies jetzt etwa die Theaterleute tun. Doch Neo Rauch ist beileibe kein L'art pour l'art-Künstler, denn er denkt als Maler in historischen Kategorien und versucht dabei zu jenen verallgemeinerbaren Erkenntnissen zu gelangen, die auf ihre Weise etwa auch zu die Philosophie zu ergründen versucht. Immerhin wurde der Film schon für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts und den DEFA-Förderpreis nominiert. Das Online-Feuilleton „Leipzig Almanach“ warf indessen der Regisseurin vor, sie wolle „wie bei billigem Boulevard“ an des Malers „Seele ran“: „Überraschend ist dabei, wie bereitwillig Rauch dies am Ende zulässt“.

Ausschreibungen

Tiere in der Kunst

Deborah Sengl, Via Dolorosa, 2012, © Deborah Sengl, Foto: Sebastian Philipp

Das Museum Schloss Moyland veranstaltet vom 12. bis 14. Mai 2017 eine Tagung zum Thema Tiere als Akteure und Material in der zeitgenössischen Kunst. Mit der Tagung bereitet das Museum seine Ausstellung „Vorsicht Tier! Akteur und Material in der zeitgenössischen Kunst“ im Jahr 2018 vor, „die die Entwicklung der Kunst mit lebenden und toten Tieren seit den 1960er Jahren aufzeigt.“ Anmeldungen dazu sind bis zum 1. Mai 2017 möglich. Die Tagungsgebühr von 40 Euro umfasst Teilnahmegebühr, Museumseintritt, Pausengetränke. Anmeldung und Infos unter Tel. +49 (0)2824 9510-10 oder info@moyland.de

Preise

Maria Lassnig-Preis an Cathy Wilkes

Cathy Wilkes - Installation View, LENTOS Kunstmuseum, Linz, 2015, Courtesy of the Artist and The Modern Institute/Toby Webster Ltd, Glasgow - Foto: Reinhard Haider

Cathy Wilkes wird im Juni 2017 mit dem Maria Lassnig-Preis ausgezeichnet (50.000 Euro). Die Preisvergabe ist verbunden mit einer Einzelausstellung im MoMA PS1, dem institutionellen Partner der Maria Lassnig-Stiftung für diese jetzt erstmals vorgenommene Verleihung. Damit werden Künstlerpersönlichkeiten in der Mitte ihrer Karriere geehrt „Seit Beginn ihrer Karriere in den 1990er Jahren hat Wilkes skulpturale Tableaus geschaffen, die sich mit dem Lauf des Lebens beschäftigen. Durch die Verwendung von alltäglichen Produkten und Restmaterialien aus ihrem Haushalt, stellen die Installationen von Wilkes eine Verbindung zwischen Banalitäten unserer täglichen Existenz und Archetypen wie Geburt, Ehe, Kindererziehung und des Todes her...“ (Peter Eleey). www.marialassnig.org/Preis/

Preise

Richard Deacon erhält Vogelmann-Preis

Richard Deacon, Foto: Copyright Wolf de Haan

Richard Deacon wird mit dem Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur der gleichnamigen Stiftung bedacht (30.000 Euro). Mit der Auszeichnung ist eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Vogelmann in Heilbronn im Herbst 2017 verbunden. Deacon arbeitet mit raumgreifenden Skulpturen in fließenden Formen. Mit dem Künstler hat Sabine B. Vogel ein Interview für Kunstforum Bd. 244 (S. 158) geführt.

Museen & Institutionen

Basel: Die ungerahmte Welt

Banz & Bowinkel, Mercury, 2016 (VR experience)

Tina Sauerländer kuratiert eine Ausstellung, die unter dem Titel "Die ungerahmte Welt - Virtuelle Realität als künstlerisches Medium für das 21. Jahrhundert" vom 19. Januar bis zum 5. März 2017 im Basler Hek-Haus der elektronischen Künste zu sehen ist. "In der Virtuellen Realität überwindet der Betrachter die begrenzte Fläche des Bildschirms. Statt wie durch ein Fenster zu blicken, verlässt er die reale Umgebung und wird Teil jener anderen Welt. Die Ausstellung ist die erste umfassende Präsentation künstlerischer Auseinandersetzung mit Virtueller Realität am HeK (Haus der elektronischen Künste Basel). Sie stellt verschiedene künstlerische Anwendungsmöglichkeiten des Mediums vor, das seit der Markteinführung massentauglicherer Technologien zu Beginn des Jahres 2016 in viele Lebensbereiche hineinwirkt und diese in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stark verändern wird. Künstlerliste: Li Alin, Banz & Bowinkel, Fragment.In, Martha Hipley, Rindon Johnson, Marc Lee, Mélodie Mousset & Naëm Baron, Rachel Rossin, Alfredo Salazar-Caro. www.peertospace.eu

Museen & Institutionen

Stuttgart: Videobox "Museum matters"

Andreas Fraser, Museum Highlights: A Gallery Talk, 1989, Video, Farbe, Ton, 29 Minuten, Courtesy: Andrea Fraser, Galerie Nagel Draxler, Berlin/Köln

Unter dem Titel »Museum Matters« konzentriert sich die neue Reihe der Videobox in der Staatsgalerie Stuttgart auf Arbeiten "von jüngeren und etablierten Künstlern und Filmemachern, die das Museum zu ihrem Gegenstand machen". Bis zum 5. März 2017 bestreitet Andrea Fraser das Programm mit ihrer Videoarbeit »Museum Highlights: A Gallery Talk« (1989). "»Museum Highlights: A Gallery Talk« ist einer ihrer frühesten »Gallery Talks«, mit denen Fraser seit Mitte der 1980er-Jahre Präsentationsformen, Hierarchien und Ausschlussmechanismen von Kunstinstitutionen untersucht. Das Video basiert auf einer Performance der Künstlerin im Philadelphia Museum of Art. In der Rolle der erdachten Kunstdozentin »Jane Castleton« führt sie auf hintergründige wie humorvolle Weise durch das Museum, das zu den bedeutendsten Sammlungen von Kunst und Kunsthandwerk in den USA zählt. Inhaltlich basieren Frasers Ausführungen auf Dokumenten und Texten aus den Archiven des Museums wie aus Psychoanalyse, Ökonomik und Soziologie. Im Video spricht sie leidenschaftlich und direkt in die Kamera. Wie üblich in Führungen führt sie zunächst in Geschichte und Sammlung des Museums ein. Zunehmend aber schweift sie ab, geht auf scheinbare Nebensächlichkeiten des Museums wie Garderobe, Toiletten oder Museumsshop ein und denkt über Sozialgeschichte und gesellschaftliche Aufgaben des Museums in den USA nach..."

Museen & Institutionen

Herford: Die Welt von gestern

Anastasia Ax, Installation im Marta Herford, Bildnachweis: Nele Rullkötter, Marta Herford

Noch bis zum 5. Februar 2017 ist im Marta Herford die Ausstellung „Der fremde Raum – Angriffe, Verwandlungen, Explosionen“ mit der Installation „The World as of Yesterday“ der Künstlerin Anastasia Ax präsent. "In einem ersten Schritt und während des Ausstellungsaufbaus verwandelte die Künstlerin große Papierballen von einer lokalen Recyclingfirma in eine monumentale, kubische Struktur, die sie anschließend in Bewegung versetzte und mit Tusche bearbeitete. Während ihrer Performance anlässlich der Eröffnung entstand so aus dem weißen Galerieraum eine große, dreidimensionale Tuschezeichnung. In den vergangenen Monaten arbeiteten Archäologen, ein Archivar und Kunststudierende in der Installation der Künstlerin. Der Archivar sammelte Papierfragmente, die sich auf die Geschichte der Stadt Herford beziehen. Zwei Archäologen kartografierten sorgfältig die Installation, ihre Oberfläche und die Spuren der Performance. Systematisch hielten sie die Informationen in Fundstücken, Fotografien und Zeichnungen fest. Die Kunststudenten filterten ihre Eindrücke von dem Raum und übersetzten sie in individuelle Interpretationen, die die Strukturen und Veränderungen während der Ausstellungszeit wiedergeben. Nun war Anastasia Ax erneut zu Besuch im Marta, um die Ergebnisse der Arbeit in eine Art Archiv aus drei Teilen zu überführen. Hiermit wird nun eine neue Perspektive darauf eröffnet wie mit Zeit, Raum und dem permanenten Wandel des Lebens umgegangen werden kann." www.marta-herford.de

Ausschreibungen

Prix Ars Electronia

Goldene Nicas der Ars Electronica, Foto: Florian Voggeneder

Einreichungen für den Prix Ars Electronica sind bis zum 4. März 2017 möglich. Vorzuschlagen sind Projekte in den Wettbewerbskategorien „Computer Animation/Film/VFX“, „Digital Musics & Sound Art“, „Hybrid Art“ und „u19 – CREATE YOUR WORLD“. Die Gewinner werden mit einer "Nica"-Figur ausgezeichnet; außerdem werden Preisgelder bis zu 10.000 Euro ausgeschüttet. Weitere Infos und Kontakt für Einreichungen unter www.aec.at/prix.

Aktionen & Projekte

Iranische Moderne

Bildausschnitt: © Mohammad Ghazali, Half of the City View, Taking Notes series, 20

Zum Thema "Die iranische Moderne" finden in Berlin am 21. und 27. Januar 2017 Gespräche über die zeitgenössische iranische Kunstszene in der Akademie der Künste und am 28. Januar 2017 ein  Konzert der Band „Kamakan“ im Silent Green statt. Darüber hinaus präsentiert das Kulturprogramm in den kommenden vier Monaten des Goethe Instituts zusammen mit diversen Kooperationspartnern "Akteure der iranischen Kulturszene, darunter die Schriftsteller Belgheis Soleymani und Mahmud Doulatabadi, den Musiker Mehdi Saki, den Künstler Ramin Etemadi-Bozorg oder die deutschen Autorinnen Nora Bossong und Judith Herrmann" sowie weitere "iranische Positionen aus Kunst, Musik und Literatur, Theater und Film". "Mit im Programm sind unter anderem der iranische Künstler Ramin Etemadi-Bozorg und Anahita Ghabaian, Leiterin der „Silk Road Art Gallery“. Im Rahmen des CTM-Festivals wird der Musiker Ata ‚Sote‘ Ebtekar mit dem audiovisuellen Künstler Tarik Barri und den Instrumentalisten Arash Bolouri und Behrouz Pashaei zusammenarbeiten. Siavash Amini und 9T Antiope sind als weitere Vertreter der pulsierenden Szene experimenteller Klangkunst Teherans eingeladen". Programm-Info: www.goethe.de/iranischemoderne

Aktionen & Projekte

Architektur als vermutete Zukunft

Pressefoto zum Symposion, Foto: Courtesy ZKM Karlsruhe

Im Rahmen der Ausstellung »Frei Otto. Denken in Modellen« veranstaltet das ZKM Karlsruhe in seinem Medientheater ein Symposion »Architektur als vermutete Zukunft«. Termin: 26. und 27. Jan. 2017. Der Eintritt ist frei. "Heute beginnt man sich in der Architektur wieder verstärkt mit dem Studium von Materialien und Werkstoffen mitsamt dem daran geknüpften handwerklichen Wissen auseinanderzusetzen. Mit der Rückbesinnung auf das Physische und Handwerkliche rückt auch wieder die Geschichte des Models und dessen experimentelle Funktion in Architektur, Kunst und Wissenschaft in den Vordergrund. Die Frage nach der Materialisierung von Information nimmt hierbei einen hohen Stellenwert ein. Ausgangspunkt für das Symposium bilden Frei Ottos operative Modellästhetik und seine lebendige Experimentalkultur, in der das Entwerfen sowohl individuelle Erkenntnisproduktion als auch Grundlage für einen kollektiven Diskurs über „Architektur als vermutete Zukunft“ bedeuten kann. Wie lässt sich beispielsweise der Begriff der Ressource zwischen Natur, Technik und Gesellschaft besser verankern? Welche Rolle spielt das Experiment? Und wie lassen sich die komplexen Wechselbeziehungen zwischen dem Digitalen und dem Analogen besser erforschen? Was heißt es also für Architekten und Ingenieure, in einer Gesellschaft zu entwerfen, die ihr kulturelles und politisches Gleichgewicht zwischen Digitalisierung einerseits und einem immer wichtiger werdenden ökologischen Bewusstsein andererseits sucht?" www.zkm.de

Film

Cinéma mon amour

Martin Arnold, Dissociated, 2002 2 video channels, format variable, 8 min loop Martin Arnold / Galerie Martin Janda, Wien

Cinéma mon amour - Kino in der Kunst lautet der Titel eines Projekts, bei dem in der Schweiz vom 22. Januar bis zum 17. April 2017 das Aargauer Kunsthaus und die Solothurner Filmtage miteinander kooperieren. Bildende Künstler "beziehen sich auf vielfältige Weise auf den Film und gewähren eigene, neue Sichtweisen auf die Welt des Kinos. Die Sonderausstellung Cinéma mon amour zeigt Werke von international bekannten Kunstschaffenden, welche sich mit unterschiedlichen Aspekten von Film in der Kunst befassen. Zeitgleich widmen die 52. Solothurner Filmtage ihr Spezialprogramm Fokus der Darstellung von Kunst im Film... In der Ausstellung Cinéma mon amour werden Werke von 26 international renommierten Kunstschaffenden (darunter vier Künstlerduos) präsentiert, viele davon erstmals in Europa bzw. in der Schweiz. Die zahlreichen raumfassenden Video- und Filminstallationen zeugen von der Vielfalt der künstlerischen Zugriffe auf das Medium des Films. Malerei, Fotografie und Objekte sind in der Schau ebenso vertreten und legen dar, wie die Beschäftigung mit dem Thema weit über das Medium selbst hinausgeht." www.aargauerkunsthaus.ch

Museen & Institutionen

Saarbrücken: Museumsbau wird pünktlich fertig

Ulrich Commerçon, Bildrechte: © Ministerium für Bildung und Kultur, Saarland

Negative Schlagzeilen machte der Erweiterungsbau „Vierter Pavillon“ für die Moderne Galerie Saarbrücken: 2011 musste das Projekt wegen drastisch gestiegener Kosten und Planungsmängeln gestoppt werden. Aus eingangs 9 Millionen Euro kalkulierter Kosten wuchs der Geldbedarf schließlich auf 39 Millionen Euro an. Zwei Untersuchungsausschüsse bemühten sich im saarländischen Landtag um eine politische Aufarbeitung. Erst im Herbst 2015 konnte mit einem neuen Architektenteam an dem Anbau weiter gearbeitet werden. Derzeit liegen die Arbeiten zeitlich und finanziell im Soll. Der Etat von 39 Mill. Euro wird nicht weiter überschritten; die Eröffnung ist für Herbst 2017 angekündigt. Dann stehen zusätzliche 1.500 qm für zeitgenössische Kunst zur Verfügung. Saarlands Kulturminister Ulrich Commerçon (SPD) freut sich jetzt schon. Die „Heidenheimer Zeitung“ zitiert ihn mit den Worten: „Ich glaube, dass wir damit noch mal in die Spitzengruppe der deutschen Kunstmuseen aufsteigen“.

Preise

Käthe Kollwitz-Preis

Katharina Sieverding erhält den Käthe-Kollwitz-Preis 2017. Mit der Auszeichnung würdigt die Akademie der Künste eine Künstlerin, die seit den 1960er Jahren das Zeitalter der großformatigen Fotokunst einleitete. Ihr Grundthema ist die „Identität als Individualität und Dividualität und als kollektives Individuum“. Zu ihren Hauptwerken zählen der „Stauffenbergblock“ 1969 und seit 1973 das umfangreiche Transformer-Projekt in monumentalen raumbezogenen Multi-Channel-Projektionen. In den 1970er Jahren entstanden auch Fotoserien von mehrfach übereinander geschichteten weiblichen und männlichen Ektachrome-Porträts.

Preise

Max Ernst Stipendium

Serena Alma Ferrario, Artist Disorder – Kofferinstallation – Die Anderen, Foto: Stadt Brühl/Freericks

Serena Alma Ferrario erhält das diesjährige Max Ernst Stipendium der Stadt Brühl. Sie überzeugte die Jury mit einer Installation mit Zeichnung, Fotografie, Video, Worten und Objekten. Die Stipendiatin studiert seit 2010 an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und ist Meisterschülerin bei Asta Gröting. Die Verleihung des Max Ernst Stipendiums findet am 2. April statt, dem Geburtstag des Namenspatrons.

Galerien & Auktionshäuser

Galerie Perrotin: Filiale in Hongkong

Die Pariser Galerie Perrotin eröffnet im Frühjahr 2017 neue Räume in Tokyo. Neben Seoul und Hongkong ist dies nun der dritte Standort der Galerie in Asien. Außerdem unterhält die Galerie eine Filiale in der New Yorker Madison Avenue. Zu ihrem Künstlerstamm gehören u.a. Sophie Calle, Maurizio Cattelan, Michael Sailstorfer und Heinz Mack. www.perrotin.com

Museen & Institutionen

Ed Atkins im MMK Frankfurt

Ed Atkins, Safe Conduct, 2016, Filmstill, Courtesy the artist, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin and Cabinet, London

Im Rahmen der „Frankfurter Positionen“ zeigt das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main vom 3. Februar bis zum 14. Mai 2017 die erste institutionelle Einzelausstellung von Ed Atkins in Deutschland. „Unter dem programmatischen Titel 'Ich Reloaded – Das Subjekt im digitalen Zeitalter' widmen sich die Frankfurter Positionen 2017 der Frage, inwiefern sich die Definition und Konstruktion des Selbstbildes im digitalen Zeitalter verändert und welche Rolle dabei... die Preisgabe persönlicher Daten im Internet spielt.“Atkins konstruiert mittels digitaler Bildtechnik eine artifizielle Parallelwelt über existentielle Fragen des Menschseins im digitalen Zeitalter. „Seine Arbeiten beleuchten damit eine allgemeine gesellschaftliche Entwicklung, die das etablierte Selbstverständnis des Subjekts grundlegend in Frage stellt“. Dies setzt er in textbasierten, performativen und installativen Videoarbeiten um: „Er kreiert einen virtuellen Protagonisten – eine Art Alter Ego –, der in seinen Werken immer wieder auftaucht und dessen Profil er kontinuierlich weiterentwickelt. Diese digital generierte Figur pendelt zwischen Hyperrealität und radikaler Künstlichkeit und erlebt existentielle Zustände wie Einsamkeit, Entfremdung, Tod oder Erkrankung...“ Im laufenden Wintersemester 2016/2017 ist Ed Atkins im Rahmen der Frankfurter Positionen 2017 Gastprofessor an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule. www.mmk-frankfurt.de

Preview

Deutsche Pop Art

Achim Duchow, O.T. (Beine), 1976, Mischtechnik © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Vom 28. Januar bis zum 14. Mai 2017 zeigt das Kunstmuseum Heidenheim über 150 Werke von führenden Vertretern der deutschen Pop Art wie Thomas Bayrle, Werner Berges, Gernot Bubenik, Winfred Gaul, Fritz Köthe, Ferdinand Kriwet, Klaus Staeck, Wolf Vostell und Gerhard Richter sowie weiteren Künstlerinnen und Künstlern. Sämtliche Werke stammen aus der Kölner Sammlung von Prof. Hartmut Kraft. Darunter befinden sich auch Beiträge des Düsseldorfer Künstlers Achim Duchow, zeitweilig Freund und Weggefährte von Sigmar Polke - beide stellten seinerzeit im Münsteraner Kunstverein unter dem Titel "Original und Fälschung" aus und negierten dabei die individuelle Handschrift und Urheberschaft in den jeweiligen Werken. Gerhard Richter wiederum

Aktionen & Projekte

It's not the economy

Das Symposion "It's not the economy" will "Unternehmertum duirch Kultur neu denken". Es findet am 2. März 2017 im Baseler Campus der Künste, Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW (Hochhaus, Studiokino) und am 3. März 2017 im Vitra Design Museum Weil am Rhein statt. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung erörtert "die Bedeutung von Cultural Entrepreneurship heute und beleuchtet dabei Aspekte im Spannungsfeld von Sichtbarkeit und Diskretion. Podiumsgäste sind unter anderem Julieta Aranda, Matthias Einhoff, Burkhard Meltzer, Ingo Niermann sowie Anu Pennanen und Bruno Pieters: Akteure aus Design und Kunst, die einen unkonventionellen Ansatz bei der Gestaltung ihres selbstbestimmten Berufsweges in den Creative Economies gehen und dabei das Verhältnis von monetären und kulturellen Werten reflektieren. Anhand von Fallbeispielen, Methoden und Haltungen hinterfragen sie diejenigen simplen Systeme, die zwar Gebrauchswerte und Marktwerte, aber nicht gesellschaftliche und kulturelle Werte in den Vordergrund stellen..." www.design-museum.de

In eigener Sache

Band 244 "Die neue Auftragskunst" ist erschienen:

Band 244: Die neue Auftragskunst - Ende der Autonomie?

Seit der Jahrtausendwende ist ein neues Phänomen auf dem Kunstmarkt zu beobachten: die Rückkehr der Auftragskunst. Heute boomt die neue Auftragskunst in den unterschiedlichsten Bereichen. In Band 244 werden Unternehmer, Kuratoren, Sammler, Galeristen und Künstler interviewt, um die Notwendigkeit von Kompromissen zu erörtern und die Scheu vor dem Begriff zu thematisieren.
Bedeutet Auftragskunst tatsächlich den Verrat von künstlerischer Freiheit bzw. ästhetischer Autonomie? Und schafft nicht diese Form der Kunst eine besondere Verbindung, zwischen Produkten und Käufern, zwischen Kulturen, Geschichten, Menschen und Veranstaltungen? 

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Preise

Neuköllner Kunstpreis

Diana Artus (Foto: Ines Borchart)

Der Fachbereich Kultur in Zusammenarbeit mit dem Kulturnetzwerk Neukölln und der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH hat drei Neuköllner Künstlerinnen mit dem „Neuköllner Kunstpreis“ ausgezeichnet: der 1. Preis (3.500 Euro) ging an Diana Artus. Für den  2. Preis (1.000 Euro) qualifizierte sich Katharina Moessinger und für den 3. Preis (500 Euro) Franca Wohlt. den Sonderpreis STADT UND LAND mit einem Ankauf in Höhe von 1.500 Euro darf Carsten Kaufhold  beanspruchen.Die Gruppenausstellung „Neuköllner Produktion – Neuköllner Kunstpreis 2017“ läuft derzeit bis zum 26. März 2017 in der kommunalen Galerie im Saalbau.

Aktionen & Projekte

100 Jahre ifa

Festakt „100 Jahre ifa“, Frank-Walter Steinmeier, Winfried Kretschmann, Foto/©: Björn Hänssler/bopicture

Mit einem Festakt beging das ifa-Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart sein 100jähriges Jubiläum. Das ifa wurde 1917 im Neuen Schloss in Stuttgart als „Werk des Friedens inmitten des Krieges“ gegründet und sollte von Anfang an einer internationalen Verständigung dienen in der Hoffnung, durch kulturellen Austausch künftig Kriegsgründe zu vermeiden. „Nach einer intensiven Aufbauphase in der Weimarer Republik, der Zweckentfremdung und Gleichschaltung während des Nationalsozialismus und der Neugründung in der jungen Bundesrepublik versteht sich das ifa heute als Kompetenzzentrum für internationale Kulturbeziehungen und künstlerische Diskurse. Als solches engagiert es sich weltweit für Kunstaustausch, den Dialog der Zivilgesellschaften und die Vermittlung außenkulturpolitischer Informationen. Das Jubiläumsjahr 2017 begeht das ifa mit zahlreichen Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen unter dem Leitthema 'Kulturen des Wir'“.

Museen & Institutionen

DAAD: Neue Galerieräume in Berlin

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat zum Jahresbeginn 2017 neue Galerie-Räume in Berlin-Kreuzberg bezogen. Dort stehen in der Oranienstr. 161 den Mitarbeitern und Gästen auf zwei Etagen 500 qm zur Verfügung. In den Studioräumen finden Lesungen, Performances, Filmvorführungen, Tanz und Ausstellungen statt. Der DAAD ermöglicht etwa 20 Stipendiaten pro Jahr einen zwölfmonatigen Berlin-Aufenthalt. www.daad.de

Film

Viktoria Schmid im Wiener MUSA

Viktria Schmid, Attempt to film wind 2016 Installation 3 x 16 mm-Projektoren S/W-Filmloops mit Farbfilter (Ausschnitt)

2017 steht das Wiener MUSA ganz im Zeichen seines 10-jährigen Jubiläums. Seit Juni 2007 umfasst die Institution MUSA Museum Startgalerie Artothek den Präsentationsbereich für Ausstellungen aus der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Kulturabteilung der Stadt Wien, die Startgalerie für junge Wiener Kunstschaffende am Beginn ihrer Karriere sowie die Artothek, welche grafische Arbeiten an Wiener Privatpersonen verleiht. Die Ausstellungsfläche bespielt vom 20. Januar bis zum 23. Februar 2017 Viktoria Schmid mit ihren "Proposal to prject" unter dem Arbeitstitel "Post-cinema or cinema, not yet invented?". "Viktoria Schmid setzt mit ihren Arbeiten an einem neuralgischen Punkt in der Gegenwart an, an dem der Aktionsradius der Produktionsformen für junge Künstler_innen, die an der Schnittstelle von Film und Kunst arbeiten, massiv erweitert, die Zugänglichkeit der Produktionsmittel jedoch sukzessive eingeschränkt worden ist. Von hier blickt die Künstlerin zurück, sie rekonstruiert, zitiert und eignet sich an: das erste additive Farbmischverfahren in der Fotografie von 1861 überträgt sie auf eine 16mm Installation (The clouds are not like ....); mit Siebdrucken referenziert sie die ersten Versuche subtraktiver Farbmischung, die 50 Jahre später als Technicolorverfahren für den Kinofilm weltberühmt wurden; Cyanotypien und ein letzter belichteter Kodak Ektachrome-Film (A Tama for Ektachrome) dienen ihr zur Reflexion über Gemeinsamkeiten wie Unterschiede der verwandten Medien Film und Fotografie; Archivschnipsel und Filmreste werden von ihr als Schattenspiele wiederbelebt, womit sie auf eine noch viel, viel ältere, protokinematografische Technik zurückgreift." www.musa.at

Preise

Benesse Prize

Pannaphan Yodmanee, Foto: Courtesy Benesse Holdings Inc.

Pannaphan Yodmanee wurde aus den Teilnehmern an der Singapore Biennale für den Benesse Prize ausgewählt. Sie ist eingeladen, eine Arbeit für eine Ausstellung im Benesse Art Site in Naoshima (Japan) zu realiieren und erhält ein Preisgeld von 3 Mill. Yen. Der Soichiro Fukutake Prize ging an Zulkifle Mahmod. Beide Auszeichnungen würdigen künstlerische Leistungen aus dem asiatischen Kontinent.

Museen & Institutionen

Hans Schabus in Darmstadt

Hans Schabus, The Long Road from Tall Trees to Tall Houses (June 22nd, 2015), 2015 © Hans Schabus und Bildrecht GmbH

"Mit einer Reihe kühner Projekte wie seine Bootsfahrt durch die Wiener Kanalisation oder die Überbauung des österreichischen Pavillons in Venedig hat sich Hans Schabus längst einen Namen als begnadeter Raumkünstler gemacht. Für die Arbeit «The Long Road from Tall Trees to Tall Houses» fuhr er 42 Tage mit dem Fahrrad quer durch die USA – eine Reise mit und zu sich selbst. Die gleichnamige Ausstellung in der Kunsthalle Darmstadt zeigt die Bilder seiner Reise, erweitert um einige ortsspezifische Arbeiten und eine Kette". Laufzeit: bis 1. Mai 2017. www.kunsthalle-darmstadt.de

Museen & Institutionen

Gutenberg-Museum: Sanierung

Gutenberg-Museum Mainz, Foto: Raap

Bereits im vergangenen Sommer beschloss der Mainzer Stadtrat die Auftragsvergabe zur Sanierung und Erweiterung des Gutenbergs-Museums an die Hamburger „DFZ-Architekten“. Was die Politiker besonders beeindruckte: „DFZ will dem Vernehmen nach die Ausführungsplanung für weniger als 500.000 Euro erstellen. Das Büro bleibt damit knapp unterhalb der Daumenregel, wonach die Architektenleistung etwa zehn Prozent der Investitionskosten beträgt“, berichtete das Mainzer „Sensor“-Magazin. Für den ersten Bauabschnitt stehen 5,1 Mill. Euro zur Verfügung. Im Zentrum der Planung stehen eine Leselounge mit Bibliothek und ein Archiv für die kostbaren und empfindlichen Inkunabeln. Neben der Erweiterung des eigentlichen Museumsbaus mit einer Aufstockung zur einer Dachlandschaft im zweiten Bauabschnitt sehen die Pläne für den ersten Bauabschnitt vor allem den Neubau eines „Leseturms“ vor, der dann in der Stadt auch ein markantes optisches Wahrzeichen für das Gutenberg-Museum bilden soll. Mit der Vorlage der Ausführungsplanung rechnen die Stadtoberen in diesen Wochen, d.h. bis Anfang 2017. Baubeginn ist dann Ende 2017.

Aktionen & Projekte

Zehn Jahre Designparcours Ehrenfeld

Heliosgelände Köln-Ehrenfeld vor Beginn der Sanierung, Foto: Raap

Der Legende nach geschah die Gründung des heutigen Kölner Stadtteils Ehrenfeld um das Jahr 1845 aus einer Schnapslaune von Karnevalisten. Jahrzehntelang prägten die rußigen Backsteinmauern der Fabriken und in den Seitenstraßen die oft engen und dunklen Wohnhäuser für die Arbeiter das Bild des Viertels. In den 1960er Jahren kamen die ersten „Gastarbeiter“, und mit dem Niedergang der Industrie verschwand nach 1990 auch nach und nach das einstige kölsche Milieu. Heute ist Köln-Ehrenfeld ein hippes Szeneviertel mit Designläden, kleinen Start Ups, Musikclubs, Medienbüros und Künstlerateliers. Sabine Voggenreiter gewann mit ihrem Projekt „Designquartier Ehrenfeld“ einen Wettbewerb „Create.NRW“, den die Europäische Union über das NRW-Wirtschaftsministerium ausgelobt hatte. Der Strukturwandel mit einer Neunutzung der Industriebrachen führte auch im Ruhrgebiet zu neuen Gewerbezentren für die Kreativwirtschaft; rund um den Ehrenfelder Heliosturm wandelte sich in den vergangenen zehn Jahren das frühere Arbeiterviertel in ein „dynamisches Zentrum für junges internationales Design“. Zu den Aktivitäten gehört auch der „Designparcours Ehrenfeld“, der 2017 sein zehnjähriges Bestehen feiert als Rundgang entlang der kleinen Geschäfte, Showrooms und Werkstätten. Designausstellungen sind auch fester Bestandteil der „Passagen“, zu denen alljährlich zur Möbelmesse im Januar junge Gestalter Galerien und Kunstvereine bespielen. Aktuell finden die jetztigen "Passagen" und der "Designparcurs Ehrenfeld" in der Woche vom 16. bis zum 22. Januar 2017 statt.

Aktionen & Projekte

Skulpturenpark Waldfrieden

Manfred Lanfer, Loop, 2014, Copyright: VG Bild und Kunst Bonn 2016, Mathias Lanfer

Vom 21. Januar bis zum 5. März 2017 sind im Wuppertaler Skulpturenpark Waldfrieden in der Ausstellung „SPAMS“ Werke des Bildhauers Mathias Lanfer zu sehen. „Er bedient sich archaischer Bearbeitungstechniken, um die Skulpturen der titelgebenden Werkgruppe zu erschaffen. Dabei ist der Prozess der Materialbearbeitung, dessen kalkulierte Unkalkulierbarkeit zur Improvisation zwingt, zentral für seine künstlerische Methode. Oft bilden Ideen, Skizzen, Modelle oder Baupläne den Ausgangspunkt seiner Arbeit an einer Skulptur, die schließlich unter dem nicht planbaren Einfluss des Zufalls doch eine unerwartete Gestalt gewinnt.“ Das Prinzip eines „Zusammenspiels von Zufall und Planung lässt sich gut anhand der Skulpturen aus der Werkgruppe „SPAMS“ verdeutlichen, die im Rahmen der Ausstellung gezeigt werden. So wurde für die Arbeit „SPAM #4“ ein massiver, 1,4 Tonnen schwerer Stahlblock mit Hilfe einer industriellen Presse in eine sich in Blöcken verjüngende und flach zulaufende Form gebracht. An diesem Stahlkörper setzt eine organisch geschwungene, milchige Blase aus Acrylglas an, die nach dem Prinzip der Glasbläserei aus einer erhitzten Kunststoffhaut erzeugt wurde.“ www.skulpturenpark-waldfrieden.de

Ausschreibungen

STARTS-Prize

Hochschulen

Rundgang in Düsseldorf

Der jährliche Rundgang an der Kunstakademie Düsseldorf findet diesmal vom 13. bis 19. Februar 2017 statt. Für die Öffentlichkeit ist diese Semesterschlussausstellung ab 15. Februar 2016 geöffnet. Mit dem Rummel, der an diesen Tagen in den Ateliers und auf den Fluren herrscht, können sich indes nicht alle anfreunden. So schreibt Rainer Bartel über den letztjährigen Rundgang in „The Duesseldorfer.de“: „Wenn man sich als ehemaliger Student der hiesigen Kunstakademie aber nach Jahren der Abstinenz mal wieder auf den sogenannten „Rundgang“ einlässt, dann verlässt man das klassizistische Gebäude nach zwei, drei Stunden mit einem tiefen Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Denn was einst als Demokratisierung der Kunst gemeint war, ist zu reinen Casting-Show verkommen. Und wenn man den Vergleich zu den entsprechenden Formaten im Privatfernsehen weiter betreiben möchte, dann ist die Aufnahme in die Kunstakademie Düsseldorf ja schon so etwas wie die Zulassung zu den Live-Shows. Der wesentliche Unterschied zu DSDS, GNTM oder auch TVOG: Wo sich im TV eher die Brut der Unterschicht prostituiert, sind es beim Rundgang die kreuzbraven Bürgerkinder, die einen auf Künstler machen...“ www.kunstakademie-duesseldorf.de

Kulturpolitik

Community Building

„Was kann Kulturvermittlung“ fragen die Referenten bei der Veranstaltung des Netzwerks Kulturvermittlung Niederösterreich in St. Pölten am 27. und 28. Januar 2017. „Community Building und gesellschaftliche Verantwortung partizipativer Kulturvermittlung“ lautet das Leitthema dieses Symposions mit einer Diskussion über die die „gesellschaftliche Verantwortung von Kulturinstitutionen für die Stadt und das Umfeld, in dem sie verortet sind. Es fragt danach, welchen Beitrag Kulturvermittlung zur Identitätsstiftung einzelner Gruppen und Milieus in einem Stadtteil, einer Stadt oder einer Region leisten kann. Über Strategien des Audience Development hinaus geht es dabei um die Frage, wie Kulturinstitutionen sich selbst vielfältiger positionieren, für neue Akteure, Laien und die Communities im Umfeld öffnen und sich gemeinsam mit diesen verändern können.“ www.kulturvermittlung.net

Messen & Märkte

Arte Fiera Bologna

Pressekonferenz Arte Fiera Bologna 2017, Foto: © 2017 BolognaFiere S.p.A.

190 Galeristen reisen zur Arte Fiera Bologna (27.-30. Jan. 2017) an. Seit1974 findet diese Veranstaltung statt, gilt mithin als eine der ältesten Kunstmessen Italiens. Neben dem Hauptsektor umfasst der Hallenplan noch einen kuratierten Bereich, Solo Shows, “Nuove Proposte” mit Galerien, die Künstler unter 35 Jahren präsentieren und eine spezielle Fotoabteilung. www.fieredarte.com.

Messen & Märkte

art genève-salon d'art

Die art genève-salon d'art (26.-29. Jan. 2017) wird im dortigen Palexpo ausgerichtet und versteht sich als Plattform für die Kunst in der romanischen Schweiz. Sie findet in diesem Jahr zum sechsten Mal statt und bietet moderne Kunst, zeitgenössische Kunst und Design an. Jedes Jahr ergänzt ein umfangreiches non-kommerzielles Ausstellungsprogramm in lokalen Instituten und Privatsammlungen die Messe. Die beste Einzelpräsentation wird mit dem „Le Prix Solo artgenève – F. P. Journe“ ausgezeichnet. Einer jungen Kritiker darf für seinen Textbeitrag auf die Verleihung des „meta young art critics' award“ hoffen und ein junger Kreativer wird mit dem „Prix Mobilière“ bedacht. www.artgeneve.ch

Messen & Märkte

ALAC Los Angeles

Art Los Angeles Contemporary, Credit: Foto Angela Weiss/Getty Images. Courtesy Art Los Angeles Contemporary.

Die ALAC-Art Los Angeles Contemporary (26.-29. Jan. 2017) vereinigt auf ihrem Parcours Galerien aus aller Welt, darunter allerdings schwerpunktmäßig viele aus Los Angeles, um denen mit dieser Messe ein Heimspiel zu bieten. Um im achten Jahr ihres Bestehens die Veranstaltung als Gegengewicht zu den großen Messen in New York und Miami zu etablieren, sind die Teilnehmerzahlen von lediglich 80-90 Galerien und die Besucherzahlen von etwa 15.000 freilich nicht hoch genug., dennoch zählt diese Messe zu den wichtigsten ihre Art an der Westküste. Talks, Performances und Lectures ergänzen auch auf der ALAC das Ausstellungsprogramm. www.artlosangelesfair.com

Ausschreibungen

St. Virgil Stipendium

Das Bildungszentrum St. Virgil Salzburg bietet ein „Artists in Residence“-Stipendium an. Bewerben können sich alle bildenden Künstler kurz vor oder kurz nach dem Abschluss des Studiums befinden. Aufenthaltsdauer: 14. Juli bis 20.August 2017. Die Einreichfrist für die Bewerbungsunterlagen mit einem Portfolio über die künstlerische Arbeit endet am 15. April 2017 (Rücksendung nur bei adressiertem Antwortkuvert). beigelegt wurde. St. Virgil stellt das Atelier, die Infrastruktur des Hauses, freie Verpflegung und das Quartier zur Verfügung. Außerdem werden Materialkosten in der Höhe von 500.- Euro übernommen. Fahrtkosten werden nicht erstattet. Die Stipendiaten erhalten 2018 eine gemeinsame Ausstellung im Kunstraum St. Virgil. Post- und Lieferadresse (keine e-Mail-Einsendungen!): St. Virgil Salzburg, Ernst-Grein-Straße 14, A-5026 Salzburg, Kontakt: Dr. Antonia Gobiet, Tel.: +43(662) 65901 – 532; antonia.gobiet@virgil.at, Infos: www.virgil.at

Preise

Horst Konejung-Preis

MAF Räderscheidt

MAF Räderscheidt erhält den Horst Konejung-Preis der gleichnamigen Stiftung. Die Malerin und Zeichnerin ist Enkelin des Künstlers Anton Räderscheidt (1892-1970) und lebt in Schleiden/Eifel. „Vor allem die Projekte im Rahmen der Jugendbildung, der Kunstarbeit mit Jugendlichen, das Projekt „Kulturschock“ als offenes Haus, ihr Einsatz bei der Arbeit mit Flüchtlingen im Rahmen des Welcome-Projekts, und die Verbindung von Kunst und regionaler Geschichte als Projektansatz sah die Jury als im Geiste des Stifters auszeichnungswürdig...“

Museen & Institutionen

Köln: Otto Freundlich im Museum Ludwig

Otto Freundlich, Sphärische Körper, 1925, Foto: Copyright: Günther Weber, Bonn

Otto Freundlich, der als einer der ersten deutschen Vertreter der abstrakten Kunst gilt, fand bereits 1908 Anschluss an die avantgardistischen Künstlerkreise in Paris. Von 1912 an lebte er in Köln; und dort beteiligte sich Freundlich an der ersten Dada-Ausstellung, die Max Ernst und Johannes Theodor Baargeld organisierten. 1922 gehörte Otto Freundlich in Köln der Gruppe der „Rheinischen Progressiven“ an. 1924 oder 1925 entschloss sich auch Otto Freundlich, fortan wieder in Paris zu leben. Er knüpfte dort in den 1920er Jahren enge Kontakte zu Pablo Picasso, André Derain, Georges Braque und Max Jacob. Im Pariser Exil verfassten dann Max Ernst und andere Künstlerfreunde aus den Kölner Zeiten 1938 einen Spendenaufruf zum sechzigsten Geburtstag Otto Freundlichs (1938), der dem am Rande des Existenzminimums lebenden Künstler Geld zum Kauf von Farben einbringen sollte. Mit rund 80 Exponaten dokumentiert das Kölner Museum Ludwig nun vom 18. Februar bis zum 14. Mai 2017 mit der Ausstellung „Otto-Freundlich - Kosmischer Kommunismus“ das Denken und die Lebensumstände des Malers. Er schuf auch Glasmalereien, Mosaiken und Teppichentwürfe. Die Abstraktion verstand er als Ausdruck einer radikalen Neuerung, die weit über die Kunst hinausging: so reflektieren z.B. die gekrümmten Farbflächen seiner Gemälde das Raumkonzept der Physik Einsteins. Die Überwindung der Gegenständlichkeit hatte für Freundlich aber auch eine soziale und politische Dimension, denn für ihn war jegliche dingliche Wahrnehmung von Besitzdenken durchdrungen und damit überholt: ihm schwebte ein Kommunismus vor, der keine Grenzen zwischen Mensch und Kosmos, Mensch und Mensch oder Mein und Dein mehr kennt. Als Jude wurde Otto Freundlich von den Nazis als „entarteter“ Künstler diffamiert und ermordet. Die Ausstellung wandert anschließend ans Kunstmuseum Basel, wo sie am 10. Juni 2017 eröffnet wird.

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